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Autor Thema: Ia - Die Reise ist das Ziel  (Gelesen 12497 mal)

Beschreibung: Gortak & Vurna

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Ansuz

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Ia - Die Reise ist das Ziel
« am: 27.06.2010, 23:17:24 »
Vurna beobachtet den Zweibeiner nun schon eine ganze Weile.
Er hat sich vor etwa einer Stunde zur Ruh gelegt, nachdem sie ihm ein paar Meilen gefolgt ist. Seine staubigen, zerlaufenen Stiefel und die zerschlissene Stammeskleidung markieren ihn deutlich als Einwohner der Steppen, die sie seit bereits so vielen Wochen durchstreift. Er wirkt, als sei er ebenso lange auf Reisen.
Sein Lagerplatz ist geschickt gewählt, direkt im Windschatten eines großen Felsens und nah einem Akazienstrauch, der auf Grundwasser schließen lässt. Vor sich hat er einige Steine angehäuft, damit seine Körperwärme möglichst gut in der Kälte der Nacht gespeichert wird. Er hat sogar daran gedacht, eine kleine Kuhle für das morgendliche Tropfwasser auszuheben.
Seine Gestalt ist das, was sie an ihm fasziniert hat. Zwar trägt er menschliche Züge, zum Beispiel sein energischer Gang und das zerzauste Kopfhaar, aber auch eindeutig Orkisches, etwa sein grünlicher Teint oder sein leicht vorgeschobener Unterkiefer. Er riecht nach beidem, vermischt mit einem strengen Raubtierduft.
Was er mitten im Nirgendwo sucht, weiß sie nicht. Angesichts ihres leeren Magens und fehlender Zeugen wäre er eine willkommene Mahlzeit, gäbe es da nicht jene gepanzerte Monstrosität, auf der er so selbstverständlich geritten ist und die nur Schritte von ihm entfernt zusammengerollt liegt.
Vurna kannte solche Kreaturen bisher höchstens als Zwischenmahlzeiten, die unter kleinen Felsen zu finden sind. Wenn man auf ihren Stachel achtgibt ist es ein Leichtes, sie zu fangen und zu verspeisen. Leider schmecken sie nicht besonders gut.
Dieses Exemplar jedoch ist ungleich größer, mindestens so lang wie ein Leopard und seinem Aussehen zufolge doppelt oder dreifach so schwer. Seine Scheren dürften stark genug sein, einen kleinen Baum zu entzweien. Der gekrümmte Dorn am Ende seines Schwanzes stellt jede Klinge in den Schatten, die sie in ihrem bisherigen Leben sah.
Beide Monde stehen am Himmel, umrahmt von dem unnachahmlichen Panorama der Sterne. Der Wind lässt sich die Halme um sie herum wie in einem eigenen Reigen wiegen. Es ist still in der Steppe, nicht gerade optimal für ein Anschleichen.
Langsam wird es kalt in ihrem Versteck zwischen den Gräsern. Sie muss sich entscheiden, ob ihr Hunger wichtiger als Vorsicht ist oder nicht. Eine derartige Mahlzeit könnte sie tagelang ernähren. Umweit der Wüste herrscht nicht gerade Überfluss.
So weit fort von ihren Artgenossen war sie noch nie, nicht einmal während des Weißen Marschs, der sie so nachhaltig prägte. Es ist schwer, sich so radikal umstellen zu müssen, um überleben zu können. Der Mangel an Wasser und Nahrungen sind im Seidenwald ebenso unbekannt wie extreme Temperaturschwankungen.
Sie ist in der Tat fern der Heimat.

Vurna

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Ia - Die Reise ist das Ziel
« Antwort #1 am: 28.06.2010, 00:48:30 »
Die Verzweiflung wiegt Vurna fast mehr auf den vielen Gliedern als die Hitze oder der Hunger. Sie hatte zwar viel Zeit in der Wüste zugebracht, aber das war kein Vergleich, da sie dort ständig Versorgt wurde, auch wenn Krieg war. Immerhin war sie noch jung gewesen.
Nun hat sie diesen Kerl eine Weile verfolgt. Zwar versteht sie vieles nicht von dem was er getan hat in seinem Lager, aber er kannte sich offensichtlich aus. Für einen Moment zieht sie tatsächlich in Betracht ihn zu wecken und etwas ähnlich aussichtsreiches zu tun wie zu betteln. Sie klappert mit ihren Manipeln leise, den sie ist in ihrer wirklichen Gestalt. Nein.. er wird eine Gegenleistung verlangen, besonders wenn ich versuchen werde ihn zu verführen. Und auf diese Art der Gegenleistung kann ich gut verzichten.
Ein prüfender Blick wandert zu der großen Bestie. Auch sie muss gewiss Schlafen, sie wusste das sie oft in der Kühle dösten, also stand die Chance nicht schlecht das es nun auch der Fall war.
Er muss Essen bei sich tragen.. das Risiko das dieses Monster aufwacht war praktisch bei Null wenn sie ihm nur seine Vorräte stehlen würde.. außerdem musste er dann neue Suchen. Aber was ist wenn sie entdeckt wird? Sie sollte besser ihre andere Gestalt annehmen, dann währe flehen der zweite Plan. An einen dritten denkt sich gar nicht erst. Auf einen Kampf gegen dieses zu groß geratenes Mittagessen ist sie wirklich nicht scharf.
Langsam verdünnt sich ihr Unterleib und ihr Gesicht wird flacher und weißer, Haare wachsen auf ihrem Rücken und ihre Bänder ziehen sich leicht zusammen als sie ihre beinahe menschliche Gestalt annimmt. Sie berührt leicht ihren Verkleidungshut, der aktuell die Form eines Diadems angenommen hat und öffnet ihren Mund um leise ein klapperndes Wort in Arakh zu sprechen. Sogleich passt sich ihre Kleidung der Stammeskleidung des Mannes an, nur etwas heller in der Farbe und anders gewickelt. Auch ihre Haut wurde etwas grünlicher und nimmt ähnliche Züge des Mannes an.[1]
Dann späht sie vorsichtig über den Stein und schleicht sich langsam und vorsichtig in die Richtung des Mannes.[2] immer im Schutze des Steines.[3]
Gedanklich schickt sie ein Stoßgebet an die Herrin der Aranea, das sie nicht entdeckt würde.
 1. Verkleidung: 35
 2. Schleichen: 26
 3. Verstecken: 23
"Willst du nicht zum Essen bleiben?", sagte die Spinne zur Fliege

Gortak

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Ia - Die Reise ist das Ziel
« Antwort #2 am: 28.06.2010, 09:23:28 »
Gortak hat einen unruhigen Schlaf, wie schon seit längerer Zeit. Die Abwesenheit seines Lehrmeisters und die seltsame Anziehungskraft der Wüste lässt ihn mehrfach in der Nacht aufwachen. Pech für ihn jedoch, dass dieser Zufall einfach nicht eintreten will, als ihn jemand als Frühstück betrachtet und stetig näher kommt. Kurz dreht sich der Halbork im Schlaf, dann liegt er wieder friedlich dort von tiefen Schlaf umfangen.
« Letzte Änderung: 28.06.2010, 09:48:17 von Gortak »

Vurna

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Ia - Die Reise ist das Ziel
« Antwort #3 am: 28.06.2010, 22:32:47 »
Offensichtlich ist das Glück der Spinnenfrau hold. Langsam und vorsichtig schleicht sie sich an das Lager des Menschen heran und durchsucht dieses. Im Gedanken beschwörend das er bloß nicht aufwachen mag. Die Tasche war schnell entdeckt, auch wenn sie nur beinahe so elendig roch wie der Schlafende selbst. Langsam und vorsichtig greift sie nach ihrer Beute um sie langsam zu sich zu ziehen.
Gleich alles mitnehmen oder einen Teil dalassen? Nein, sie muss das Essen suchen, wenn alles fehlt, wird er sie jagen, so besteht die Möglichkeit das er weiter zieht und es einem Sonnenstich zuschreibt. Die Tasche wird vorsichtig von ihren dünnen Fingern umschlossen, als sie sie herauszieht bemerkt sie aber zu spät das ein Band davon unter dem Halbork liegt. Sie zuckt zusammen. Ist er Wach geworden?
Sie wagt einen Blick auf ihn und beugt sich dafür über den Mann. Noch immer das Gesicht hinter einem Schleier verborgen, nur ihre durch Magie grün gefärbten Augen sind noch zu erkennen.
"Willst du nicht zum Essen bleiben?", sagte die Spinne zur Fliege

Gortak

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Ia - Die Reise ist das Ziel
« Antwort #4 am: 29.06.2010, 14:25:31 »
Gortak kämpft sich durch seine Träume. Er steht in der weiten Wüste und sein Geist wird wie eine Fliege von einer weißen Flamme angezogen. Erschöpft und einsam macht er Schritt um Schritt auf das Leuchtfeuer in der Wüste zu.
Plötzlich nimmt das ziehen zu. Seine Schritte werden schneller und schneller und dennoch kommt er nicht voran. Sand bedeckt ihn, droht ihm die Luft zum Atmen zu rauben und noch immer nimmt das ziehen, dass sich langsam von seinem Rücken aus ausbreitet, zu. Er versucht, fast wie ein Schwimmer in den kleinen Bächen, sich durch das Sandmeer hindurchzubewegen und doch ist es aussichtslos.

Mit einem Ruck seines Kopfes von rechts nach links wacht er auf. Mühsam versucht er den Traum abzuschütteln, doch noch immer verfolgen ihn Reste des Traumes. Etwas drückt in seinem Rücken, vielleicht ein Stein oder etwas anderes worauf er sich in der Nacht gerollt hat. Müde wandert sein Arm unter seinen Rücken während er kurzt die Augen aufschlägt und - ERSTARRT.
Er starrt in die perfektesten, wie Edelsteine wirkende Augen, die er je zuvor gesehen hat.  Leicht glänzen sie im Sternenlicht.

Mit einem Schlag pulsiert Adrenalin in seinen Adern und tief in seinem Inneren spührt er ein überwältigendes Gefühl der Gefahr. Wer? Woher? Was? Wunderschön! Wie?
Fragen schießen durch seinen vom Schlaf benebelten Geist. Dann explodiert er regelrecht, reißt die Arme hoch und versucht die Gestalt, sollte sie nicht von selbst zurückweichen, einige Schritte zurück zu prellen. Zeitgleich nimmt er wahr, dass sie scheinbar ebenfalls ein Halbblut ist und den Stämmen angehört, wenn er auch ihre Kleidung keinem der umliegenden Dörfer zuordnen kann.
Ungläubig strömen aus seinem Mund einige orkische Worte,  während er versucht sich aufzurichten: "Seid... seid ihr ein Wüstengeist? So wunderschön ..."
Als er merkt was er da sagt, läuft der junge Halbork rot an - was bei seinem Grünton höchst exoitsch aussieht -  und versucht sich nicht durch die seltsame, wunderschöne Erscheinung die Sinne vernebeln zu lassen. Aber sie riecht so exotsich. Offensichtlich mit noch geringen Erfolg.
Dann setzt er nach kurzem schlucken ein zweites mal mit belegter Stimme an, diesmal aber in der Handelssprache: "Was wollt ihr von Gortak?"
« Letzte Änderung: 29.06.2010, 18:59:45 von Gortak »

Vurna

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Ia - Die Reise ist das Ziel
« Antwort #5 am: 29.06.2010, 19:01:52 »
Vurna zuckt zurück als der Wüstenbewohner plötzlich erwacht und sie zur Seite schubst.
Der Kampf währe nutzlos, hastig sieht sie in Richtung des Monsters, welches wohl kurz vor dem Aufwachen stand. Dann wieder zurück zu seinem Reiter. Seinen Gesichtsausdruck hat sie schon lange nicht mehr gesehen. Sie ist nicht sicher ob sie diesen Ausdruck mag.
Panik? Verlangen? Ein wenig von beidem?

Innerlich muss sie sich zusammen nehmen um sich nicht zu übergeben. Immerhin würde er sich so schnell nicht auf sie stürzen. Er brabbelt irgendetwas in Grunzlauten, irgendwie macht er ihr damit Angst. Was bedeutet es? Wieso spricht er es so.. eigenartig aus. Ist das ein Paarungsritus? Wo ist sie da nur hinein geraten? Sie kriecht vorsichtig ein Stück nach hinten, noch immer liegend und hilflos.

 Verdammt, na gut.. dann eben Plan B. Sie setzt ihren hilflosen Ausdruck auf und tut weiterhin so als hätte sie unglaubliche Angst vor diesem Mann. Alzu schwer war dies nicht zu spielen, wenn man seine Begleitung bedenkt. Erst sieht sie zu Boden und dann wieder in Richtung des Verschreckten.

Sie hatte keine Wahl, immerhin kann er auch eine Sprache sprechen und fragt was sie von ihm will. Gortak also
"Ich..", sie unterbricht sich um ihre Lippen zu befeuchten. Sie hat seid langer Zeit kaum etwas getrunken noch gegessen.
"Ich habe Hunger und Durst. Könnt ihr mir etwas geben?"

"Willst du nicht zum Essen bleiben?", sagte die Spinne zur Fliege

Gortak

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Ia - Die Reise ist das Ziel
« Antwort #6 am: 29.06.2010, 19:26:43 »
Gortak wartet die Reaktion der seltsamen nächtlichen Besucherin ab. Während sie ihre Stimmer erhebt, bemerkt er, dass der Skorpion aufwacht.

Schnell spricht er einige beruhigende Worte in Richtung seines Gefährten auf Orkisch: "Ruhig Xarg. Schlaf weiter, die Frau ist keine Gefahr ... glaube ich."

Erneut bemerkt er, denn verwirten Gesichtsausdruck seiner Besucherin. Sie versteht die Sprache der Orks nicht. Sie muss bei Menschen aufgewachsen sein. Oder ein Wüstengeist sein. Gortak schaut sie einige Gedanken mit konzentrierten, abschätzenden Blick an. Nicht nur ihre Augen sind ... hübsch. Gortaks Gedanken klären sich langsam und er schafft es den Schlaf endgültig abzuschütteln. Misstrauisch macht er letztendlich zwei Schritte nach hinten und greift nach seinem Rucksack, lässt dabei die Fremde jedoch nicht aus den Augen.

Das Bedürfniss ihr zu glauben, ihr zu Vertrauen scheint überorkisch, dennoch überlebt man nicht alleine in der Steppe durch Torheit. Er greift in die Tasche und holt einen seiner Wasserschläuche hervor ohne seinen Blick von Fremden abzuwenden.  Den Göttern sei es gedankt, dass ihre Kleidung nahezu alles verhüllt. Aber diese grün leuchtenden Augen ... und diese Hilflosigkeit. Auf der anderen Seite hat sie sich mitten in der Nacht an mich und Xarg herangepirscht ... und überlebt alleine in der Steppe.

Vorsichtig wirft er ihr den Wasserschlauch zu und sagt einige Worte in der gemeinen Zunge seiner Mutter: "Was verschlägt dich alleine hierhin? Und wer bist du überhaupt?"
Gefangen zwischen der scheinbaren Unschuld & Schöhnheit und seinem natürlichen Argwohn & der mysteriösen Umständen kann sich Gortak noch immer für kein Verhalten entscheiden. Dennoch weiß Gortak, dass er im Notfall auch ohne Vorräter die nächsten Menschen erreichen würde, während dies bei dieser Person scheinbar nicht der Fall zu sein scheint.
« Letzte Änderung: 30.06.2010, 09:57:51 von Gortak »

Vurna

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Ia - Die Reise ist das Ziel
« Antwort #7 am: 29.06.2010, 20:11:42 »
Vurna atmet sichtlich auf, als der Skorpion sich auf Gortaks Worte hin wieder zu beruhigen scheint. Dennoch schenkt sie diesem Ungetüm immer wieder kurz einen kurzen Seitenblick. Man weiß ja nie.

Das Verhalten dieses Mischlings ist nun doch wieder vorsichtiger und abschätzender. Ob das gut oder schlecht war, kann sie nicht genau sagen. Sie hofft aber  das es ein gutes Zeichen ist, zumal er seinen Wasserschlauch und nicht etwa seine Waffe herbeiholt.

Der Wasserschlauch... Gierig betrachtet sie dieses Stück Leder ihre Augen leicht zusammengekniffen, ihr Körper angespannt.
Dann besinnt sie sich schnell wieder, so verhielt sich kein Mensch, Oder Mischling.. Verdammt wenn sie nur nicht soviel Durst hätte.

Er wirkt weiterhin misstrauisch, dann holt er einen weiteren Schlauch heraus und ihr Blick scheint wie magisch wieder auf ihn fixiert. Dann wirft er ihn zu ihr herüber und sie zuckt hastig vor und fängt ihn noch in der Luft auf. Schnell will sie dieses Flüssige Leben in sich aufsaugen, doch sollte sie ihm vorher antworten? Sie kann kaum ein Wort hervor bringen, also öffnet sie den Schlauch und wendet sich halb von ihm ab um ihren Schleier ein wenig zu lüften und einen kleinen Schluck zu nehmen. Das Verlangen es hinunterzuschlucken scheint überirdisch, doch sie spuckt es aus, setzt erneut an und nimmt einen kleinen Schluck, dann noch einen, dabei beißt sie in das Schlauchende für einen Moment und lässt es dann wieder los ohne Schaden anzurichten. Ihre Kehle beruhigt sich langsam, obwohl es beinahe schmerzt wie die Flüssigkeit hinab rinnt.

Hastig befestigt sie ihren Schleier wieder, bevor sich sich zu Gortak umwendet und ihn anspricht.
"Ich bin hier weil meine Herrin tot ist... Ich heiße Vurna ", sie überlegt eine Weile, dann senkt sie den Blick auf den Schlauch und wieder zu Gortak. Ihre Augen verengen sich zu Schlitzen.
"Was willst du als Gegenleistung dafür?"
"Willst du nicht zum Essen bleiben?", sagte die Spinne zur Fliege

Gortak

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Ia - Die Reise ist das Ziel
« Antwort #8 am: 29.06.2010, 23:14:03 »
Sie muss ja eine wirklich tolle Herrin gehab haben. Mit beruhigender Stimme sagt Gortak:"Nehmt kleine Schlücke und lasst euch Zeit, Vurna. Ansonsten wird euer Körper eure Gier nur strafen." Seufzend beobachtet er diese seltsame nächtliche Besucherin. Er greift nach einer Tagesration, erhebt sich wieder und macht einen vorsichtigen Schritt auf Vurna zu um es ihr zu reichen.

Ob sie wirklich nicht weiß, welche sie Wirkung sie auf Männer hat? Mühsam versucht Gortak sein Misstrauen aufrecht zu halten und dennoch fällt es ihm im Traum nicht ein für eine Trocken Ration und einen Schlauch Wasser etwas zu verlangen. Nun, wenn sie alt hässlich oder Arogant wäre, wäre es vielleicht was anderes. Während er über seine eigenen Gedanken schmunzeld sagt er dann: "Nehmt es als Geschenk an. Ich habe genug um das nächste Dorf zu erreichen und wenn eure Herrin vor kurzem den Tod fand, so kann ich euch wenigstens so zeigen, dass es auch gute Ereignisse durch das Schicksal gibt. Woran ist eure Herrin denn gestorben und wo willst du dich jetzt hin wenden? Die Steppe ist kein Ort für eine einsame Frau."

Vurna

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Ia - Die Reise ist das Ziel
« Antwort #9 am: 29.06.2010, 23:27:07 »
Einen kurzen sarkastischen Blick kann Vurna sich einfach nicht verkneifen als dieser Mischling sie zu belehren versucht. Kleine Schlücke, was denkt er was sie gerade getan hat.. obwohl die Gier, ja die Gier. Sie nickt nur einmal und mustert den Schlauch. Dann sieht sie auf zu Gortak der mit einer Tagesration näher kommt, sie pflückt es ihm aus der Hand als währe er unaufmerksam und sie würde es stehlen wollen. Schnell drückt sie es an sich und öffnet es hastig. Getrocknetes Fleisch und Getreidemehl. Wiederwärtig. Sie wendet sich erneut ab um ihren Schleier zu lüften und hastig einen Bissen von dem Fleisch zu sich zu nehmen. Ihren Spinnenkiefer versteckt sie dabei hinter ihrem Körper. Sie reißt ein Stück ab und schluckt es herunter. Dann ein weiteres. Ein kurzer Schluck folgt.

Was denkt er sich bloß? Keine Gegenleistung, lachhaft. Jeder will etwas als Gegenleistung und wenn er es nicht sagt, denkt er es sich. Nein, damit wird sie sich nicht abfinden. Ohne sich umzuwenden antwortet sie. "Erzähl keinen Mist. Sag was du willst.", erneut beißt sie ein Stück ab. Wie abartig, er beobachtet mich beim Essen. Weiterhin sind seine Augen auf sie fixiert. Ihr Körper weiterhin extrem schlank aber Makellos, verborgen unter den Tüchern. Nach einem weiteren Bissen, verbirgt sie ihr Gesicht wieder und mustert ihn.

Was sie hier tut? Das weiß sie selbst nicht so genau. Was tut sie hier eigentlich? Und woran ist ihre Herrin gestorben? Sie überlegt einen Moment. "Sie war alt und verletzt. Ihre Zeit war gekommen. Mein Dienst bei ihr ist damit vergolten. Ich habe lange überlegt wohin ich gehen soll, ich bin schon in einigen Dörfern gewesen. Ich.. suche jemanden. Er nennt sich Maedre." Wieso erzählt sie ihm das eigendlich? Nunja, immerhin hat er sich bisher als hilfreich erwiesen. Hoffentlich ist er kein Feind von Maedre.
« Letzte Änderung: 29.06.2010, 23:28:16 von Vurna »
"Willst du nicht zum Essen bleiben?", sagte die Spinne zur Fliege

Gortak

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Ia - Die Reise ist das Ziel
« Antwort #10 am: 30.06.2010, 10:09:51 »
Was ich will? Ich will in die Wüste, wie eine Motte zum Licht. Doch wenn mein Lehrmeister nicht zurückkehrt, wie ich kann ich hoffen zurückzukehren?
Mühsam verbannt er die Gedanken und antwortet der jungen Frau: "Von diesem Maedre habe ich noch nichts gehört. Doch wenn ihr mögt, kann ich euch für eine Kupfermünze den Tag durch die Wüste begleiten bis wir diesen Maedre gefunden haben oder ihr einen besseren Führer gefunden habt. Keine Frau sollte alleine durch die Steppe reisen." Vor allem nicht ihr. Seien Nervösität lässt langsam nach und so führt er einige Lagerarbeiten aus um die Fremde nicht mehr so anzustarren. Dennoch behält er sie stets in den Augenwinkeln, für den Fall dass sie doch nicht dass ist, was sie zu sein scheint oder sie noch etwas anderes braucht.
"Was hat eure Herrin denn mit euch alleine in der Wüste gemacht? Und wieso müsst ihr diesen Maedre finden?" Wortkarg. Ja, so könnte man sie bezeichnen. Und wieso dreht sie sich beim essen immer weg?

Noch immer kann Gortak mit dieser nächtlichen Erscheinung nicht viel Anfangen und ein Teil von ihm hofft, dass sie sein Angebot ablehnen wird und einfach wieder verschwindet. Und dieser Teil arbeitet Hand in Hand mit dem ziehen in seinem Inneren. Eine leise Stimme in seinem Inneren flüstert: Sie hält dich nur auf. Sie wird dich nicht in die Wüste begleiten. Schick sie fort und reite mit Xarg los.
Kläglich lächelt er über die widersprüchlichkeit seines Selbst und sagt dann: "Auf jeden Fall solltet ihr euch die Nacht noch ausruhen. Xarg und ich können über euch wachen, wenn ihr wünscht."

Ansuz

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Ia - Die Reise ist das Ziel
« Antwort #11 am: 30.06.2010, 10:17:39 »
Das Fleisch lässt sich ohne voll entwickelte Zähne kaum kauen, schmeckt versalzen und bahnt sich fast schon gewaltsam seinen Weg durch Vurnas Speiseröhre. Verflüssigt wäre es wesentlich angenehmer, nahrhafter und wohlschmeckender. Bedauerlicherweise scheinen die zweibeinigen Dinger ihr Essen immer so zu sich zu nehmen. Deswegen auch dieses abstoßende Mahlen und Schmatzen, dass sie jedes Mal beim Verzehr von sich geben.
Der Mehlbrei ist bereits verträglicher, liegt aber ebenso schwer im Magen. Sie darf nur sehr geringe Mengen auf einmal herunterschlucken, um nicht sofort Krämpfe zu bekommen.  Zu lang musste sie ohne Verpflegung auskommen.
Etwas scharrt, dann beginnt sich der gepanzerte Koloss zu bewegen. Sein Schwanz zuckt in die Höh, als warte er bloß darauf, den Stachel in ihr Fleisch zu treiben. Sechs Beine wuchten einen Körper hoch, auf dem zwei Aranea Platz fänden. Er gibt ein bedrohliches Zischen von sich, öffnet die Scheren und krabbelt zwei Schritt an seinen Meister heran.
Beide stehen mit dem Rücken zum Felsen, halb im Schatten und nur unzureichend von den Monden beleuchtet, aber wenigstens im Windschatten. Es wird zunehmend kälter in der Steppe.
Gortak spürt die Nervosität seines Begleiters. Es mag sich für viele Orks und Menschen um zu groß geratenes, gefährliches Ungeziefer handeln, aber er weiß, wie sehr Xarg durch seinen Lehrmeister geprägt wurde. Er ist schon lange kein gewöhnliches Tier mehr. Selbst Hunde haben keinen solch ausgeprägtes Gespür für Fremde.
So sehr er selbst fasziniert von der Schönen ist, so sehr scheint sie Xarg abzustoßen. Es ist wohl wirklich besser, sie erst einmal ruhen zu lassen, um ein wenig Zeit zur Beobachtung zu haben. Die Münze kann er auch gut gebrauchen.

Vurna

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« Antwort #12 am: 30.06.2010, 10:45:47 »
Das Essen liegt wie ein Stein in ihrem Magen und brodelt bedrohlich, aber sie muss etwas Essen. Es bleibt einfach keine Wahl. Den Reflex das sie das Essen auflösen will, unterdrückt sie einfach so gut es geht. Wiederliche Zweibeiner

Langsam erhebt sie sich und drückt den Schlauch, sowie den Rationsbeutel an sich, als würde er versuchen es ihr wieder weg zu nehmen. Ein Führer? Hier in der Wüste? Vurna hatte schon von solchen Personen gehört, aber ist niemals auf die Idee gekommen einen solchen anzuheuern. Aber da sie nun niemanden mehr hatte der ihr Essen beschafft, gab es wohl keine andere Möglichkeit. Kupfer? Er will lediglich diese Erzbrocken für seine Dienste? Davon hatte Vurna eines bekommen in den letzten Dörfern und auch als ihr Anteil von Plünderungen. Soll er es haben, wenn das alles ist das er als Gegenleistung verlangt. Sie beugt sich herunter und nimmt ihren Reisebeutel von der Schulter, dort verstaut sie den Schlauch und das Essen, außerdem holt sie einen kleinen Lederbeutel heraus und mustert den Inhalt. Eine im Mondschein glizernde Münze kommt zum Vorschein. Sie ist weiß, wertvoller als Kupfer, wenn sie das richtig gelernt hat. Sie wirft sie zu Gortak herüber.
"Hier, ist das Ausreichend?"

Neugierig ist dieser Gortak. Aber sie steht nun einmal in seiner Schuld, dagegen kann sie einfach nichts tun. Sie hasste diese Situation, auch wenn sie sich in all den Jahren längst daran gewöhnt haben musste. Es ist in ihr Verankert wie ein Stein. Aber was erzählt sie ihm, das er nicht sofort Verdacht schöpft? "Sie war eine Älteste, sie hat Versammlungen geleitet und Streit geregelt. Sowie die Jüngeren unterrichtet.", er muss einfach nicht mehr Wissen. Es war keine Lüge, was sie erzählt und es war harmlos genug. Sie muss ihm ja schließlich nicht erzählen das sie mitunter tote Streitpartner gefressen hatte.
Maedre war ihre einzige gute Erinnerung an die Menschen.. erneut etwas das sie ihm nicht erzählen kann. "Maedre schuldet mir noch etwas." Eine Lebensschuld. Aber werde ich sie von ihm einfordern?

Als das Monstrum sich erhebt, weicht Vurna augenblicklich zurück, weg von dem Felsen. Sie zuckt zurück als dieser Drohgebärden in ihre Richtung macht. Ihr Herz klopft so laut, das Gortak es sicher hören kann. Er durchschaut mich, verdammt. Was nun?
Sie atmet schwer und muss erneut ihre Instinkte unterdrücken. Am liebsten währe sie jetzt weg gerannt. Diese Bestie soll sie bewachen? Sie würde Vurna in der Nacht mit ihrem Stachel aufspießen. Soviel ist sicher. Ruhig Vurna, ganz ruhig. Es ist nur ein Tier
Sie atmet einmal tief durch und sieht danach dem Skorpion in die Augen. Ihr Blick ist beinahe hynotisierend.[1] Sie würde sich Respekt verschaffen, wenn sie dieses Wesen schon nicht für sich gewinnen kann. Vorher würde sie sicher nicht in seiner Nähe schlafen.

 1. Charisma: 26 (nat. 20)
"Willst du nicht zum Essen bleiben?", sagte die Spinne zur Fliege

Gortak

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« Antwort #13 am: 30.06.2010, 14:33:22 »
Silber? Doch nicht ganz so mittel los wie ich dachte. Grunzend nimmt er die Münze und nickt: "Reicht fürs erste. Wo habt ihr diesen Maedre denn zuletzt gesehen?"

Also bin ich jetzt ihr Führer. Ich bin einmal gespannt wo mich das noch hinführen wird.
Als Xarg sich erhebt überträgt sich dessen Unruhe fast sofort auch auf den Halbork. Seit Jahren vertraut er dem Skorpion sein Leben an und so nimmt er es innerlich ganz und gar nicht ruhig auf, als dieser derart ungewöhnlich auf den Besuch reagiert. Während er dem Skorpion in seiner Heimatsprache einige beruhigende Worte zu murmelt sagt er zu seiner Besucherin in der gemeinen Zunge: "Keine Angst. Xarg ist ein gut abgerichtetes Tier. Er wird euch nichts tun." Ein Tier? Vielmehr ein Freund. Und Freunden vertraut man. Was stimmt also mit euch nicht, Vurna?" 

Erst einmal wartet der Halbork ab was als nächstes geschiet, da es ihm einfach nicht gelingt schlau aus der ganzen Situation zu werden.

Vurna

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« Antwort #14 am: 01.07.2010, 15:01:55 »
Vurna mustert den Skorpion nur weiter, der anscheinend einen Namen hat. Also ist er vermutlich nicht als Futter gedacht. Beinahe Schade. Aber wenigstens scheint er sie nicht aufspießen oder Fressen zu wollen und Müde ist sie schon seid langer Zeit. Nur hier soll sie Schlafen?
Normalerweise schläft sie niemals in ihrer Menschlichen Gestalt, nur ein paar mal als es sich nicht vermeiden ließ hat sie eine Nacht lang so getan als würde sie Schlafen. Dies steht ihr vermutlich erneut bevor.
Sie mustert Gortak mit ihren grünen Augen von Oben bis Unten. Einen schönen Wächter habe ich mir da ausgesucht...
"Gut.. ich schlafe.. aber lass dieses Monster nicht zu Nahe an mich heran.. und starr mich nicht an wenn ich Schlafe.", sie atmet schwer und sieht sich um. Dann setzt sie sich auf den Boden um sich anschließend hin zu legen. Zweibeiner rollen sich ja irgendwie zusammen. Sie drückt ihre Beine an den Körper und schließt die Augen, dann atmet sie nur noch leise. Sie würde sicher keinen Schlaf finden so, sie muss ein Auge auf ihren Bewacher haben, oder besser ein Ohr. Weder ein Kopfkissen noch eine Decke benutzt sie. Sie legt sich direkt auf den blanken Stein und tut so als währe sie bereits eingeschlafen.[1]
 1. Bluffen: 13
« Letzte Änderung: 01.07.2010, 15:03:46 von Vurna »
"Willst du nicht zum Essen bleiben?", sagte die Spinne zur Fliege

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