Autor Thema: Ib - Verschollen in der Ferne  (Gelesen 7059 mal)

Beschreibung: Amiras Reise nach Hakum

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Ansuz

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Ib - Verschollen in der Ferne
« Antwort #15 am: 15.07.2010, 20:46:11 »
Magister Optimus blickt verdrossenen von seinem inzwischen halb erkalteten Mahl auf. Wie immer wartet das Ferkel, Rudi genannt, an seiner Seite auf die Essensreste, die der Firopolese so unauffällig wie ein randalierender Oger unter dem Tisch verschwinden lässt. Gerade tut sich das Schweein an seinen fettigen Fingerspitzen gütlich, die er eilig zurückzieht und gesittet auf dem Tisch faltet, direkt neben einem der zahlreichen Aschehäufchen, die durch das Schwanken des Schiffs wie Dünen über die Bohlen wandern.
Sein Räuspern klingt immerhin männlicher als Eidils gekünsteltes Hüsteln. Wahrscheinlich glaubt er, derart dezentes Verhalten habe in dem Gemeinschaftsraum eines Hochseeschiffs die selbe Wirkung wie in den Hinterzimmern Novopolis´.
"Nun Kapitän, als der Ruf ausgesandt wurde, reagierten mehrere unbekannte Artefakte darauf." Dass noch nicht einmal geklärt ist, ob es sich um Ob jekte und nicht Subjekte oder gar Orte handelt, lässt er unerwähnt.
"Die Akademien sind an dem Grund für ihr Antwortsignal interessiert. Es ist durchaus auffällig, dass sie sämtlichst aus Regionen erschallten, die kaum besiedelt oder erforscht wurden. Dazu zählt aus dem von Euch erwähnten Grund auch die Zeitlose Wüste.
Es gibt keine Berichte über permanente Strukturen oder noch bestehende Volksstämme dort. Niemand weiß, was dort warten mag. Soweit es die Akademien bisher betraf, bestand die Wüste schon immer und wird es vermutlich immer tun, unberührt und ohne Nutzen.
Anscheinend haben wir geirrt.
Wenn von dort ein derartiges Signal kommen kann, dann muss es von irgendetwas ausgelöst worden sein. Das bedeutet, dass die Wüste nicht so leer wie vermutet ist. Vielleicht haben wir den ersten Hinweis darauf, warum uns keine Berichte über Rückkehrer aus ihren Tiefen vorlegen. Vielleicht hält sie etwas dort fest, verführt sie oder verdammt sie zum Schweigen. Wir werden es herausfinden!"
Marcellus kaut und betrachtet den Magister wie ein Fuchs ein Hühnchen. Den Schwestern bleibt genug Zeit, ihre Worte zurechtzulegen und den Kapitän zu beobachten. Serayn scheint er aufrichtig interessiert, Zerah dagegen hat das Gefühl, er habe hintergründige Gedanken, welcher Art sie auch sein mögen.
Der Maga fällt auf, dass Optimus bewusst einige Fakten beschönigt oder auslässt. Die Akademien haben seit ihrer Gründung wert darauf gelegt, nicht zu viel von ihrem Wissen an die Öffentlichkeit gelangen zu lassen.
Aus diesem Grund sind Kenku in der gesamten Präfektur unerwünscht. Wird einer ergriffen, blüht ihm mindestens Zwangsarbeit in den Labors. Bestenfalls!
Ihren Worten lauscht Marcellus ebenso aufmerksam wie der kurzen Ausführung das Magisters. Besonders bei ihrem Verweis auf eine mögliche Ausbreitung der Wüste und ihrer seltsamen Phänomene nicken beide Firopolesen, Eidil nur andeutungsweise.
"Sehr richtig!", lobt Optimus nickend. "Die Städte an der Küste haben bereits vor langem bestätigt, dass sich die Wüste ausbreitet. Die Stämme kommen ihrem Herrschaftsgebiet mit jedem Jahr etwas näher. Früher oder später wird das zu Problemen führen, die auch den Seehandel betreffen werden."
Er scheint zu glauben, dem Kapitän irgendetwas beweisen zu müssen, der ledigliuch lächelt und mit den Schultern zuckt:
"Wenn Ihr das sagt...Ihr seid es, der in den Sternen liest!"
Leises Lachen folgt seinen Worten. Auch er selbst kann sich ein schmales Grinsen nicht verkneifen.
"Bitte vergebt meine spitze Zunge!", fügt er jovial hinzu.

Serayn

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Ib - Verschollen in der Ferne
« Antwort #16 am: 17.07.2010, 12:54:39 »
In Serayns Antlitz bildet sich ein leichtes Grinsen nach den Worten ihrer Älteren. So ungefähr hatte sie es auch ihr beschrieben, als sie sich nach dem Grund für diese Reise bei ihr erkundigte. Auf diese Weise klingt es schön einfach. Solange sie ihre Schwester in der Nähe hat, sollte diese Expedition auch erträglich werden, komme was da will.  Nachdenklich lächelt sie in ihre Richtung und hat den Kopf mit ihrem Arm abgestützt. Ohne sie hätte sie sich wohl gar nicht erst dazu bereit erklärt. Irgendetwas würde fehlen...einmal abgesehen davon, dass sie sich beide sehr gut ergänzen.
Warum sollte sie also nur als halbe Person losziehen...

Magister Optimus genießt an nächster Stelle ihre wenn auch geringere Aufmerksamkeit. Seine langatmige Erklärung verhilft ihr zumindest, ihr bisheriges Halbwissen ein wenig aufzufrischen. Was er da redet, kann sie durchaus nachvollziehen. Ob der Kapitän es auch versteht, bezweifelt sie allerdings. Wenigstens scheint er an ihrem Unternehmen interessiert zu sein. Vielleicht mag er ja als Derjenige bekannt werden, der eine später berühmte Expeditionsgruppe sicher bis zum Hafen geschippert hat. Werbezwecke erscheinen ihr wenigstens schlüssiger als andere mögliche Interessen. Der Magister jedoch hat sicherlich mit Absicht einige Dinge außen vor gelassen. Es wäre auch nichts, was einen einfachen Kapitän zu interessieren hätte.

Sein Lob hat sie zufrieden zur Kenntnis genommen. Seine letzte Bemerkung ist eindeutig auf den Kapitän gemünzt. Ein wenig sehr eindeutig, da er es ebenso schnell begriffen hat. Trotzdem glaubt sie daran, dass er inzwischen verstanden haben sollte, dass ihre Reise ihren Sinn hat. Inzwischen sitzt sie etwas unruhig da...Qualm, Gestank und Unlaute treiben sie dazu, möglichst bald aufzustehen – und das Weite nach draußen in die frische Seeluft zu suchen.

Zerah

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Ib - Verschollen in der Ferne
« Antwort #17 am: 18.07.2010, 11:46:38 »
Zerah lauscht derweil den Worten des Magister Optimus und ihrer Schwester. Die Ausführungen beider Menschen erscheinen für sie schlüssig und vor allem nachvollziehbar. Sie versteht bei weitem -und zwangsweise natürlich- nicht so viel von Magie wie die drei Beteiligten, dennoch kennt sie genug Theorie, um nicht nachfragen zu müssen, was beide meinen. Jedoch ist ihr, dem ehrlichen Blick zum Trotze, der Kapitän nicht geheuer. Während sie mit ihm reden und Dinge erklären zu versuchen, so hat sie immer wieder ein Auge auf den Schiffsführer. Sie weiss nicht mal wirklich, warum, aber jener wird ihr langsam immer suspekter. Sein Blick, seine Gestik... wahrscheinlich ist er einer von der Sorte Kapitän, die eines Nachts einen Sturm ausnutzen, um Gäste an Bord zu meucheln, sollten sie große Schätze mitgebracht haben. Auf jeden Fall will sie -sollten sie eines Tages wirklich schatzbeladen aus dieser Wüste herauskehren und das alles heil überstehen- nicht mit ihm wieder zurück in ihre Heimat fahren.

Ganz davon ab steigt ihr Rauch, Essensgestank und der Lärm allmählich zu Kopf. Sie legt sich eine Hand an die Stirn und runzelt jene ein wenig. Ihr wurde unwohl. Nicht schlecht, aber es war alles andere als bequem irgendwie, der schwesterlichen Anwesenheit zum Trotze, aber scheinbar erging es ihr ähnlich. So viel Männlichkeit auf einem Haufen war für eine Dame auf lange Zeit nicht ertragbar. Und mit Männlichkeit war Schweiß, dreckiges Lachen und Witze gemeint, die mit Sicherheit die Fußsohle noch unterschritten. Sie blickte auf und legte ihrer Schwester kurz, vertraut eine Hand auf die Schulter, ehe sie erst zu ihr und dann in die Runde blickt.
"Magister, Kapitän..", sagt sie dann hörbar und unterstreicht ihre Worte jeweils mit einem angedeuteten Kopfnicken. Eidil beachtet sie erst gar nicht. "Bitte entschuldigt mich, aber es verlangt mich nach ein wenig besserer Luft." Dann steht sie auf, ihrer Schwester beim Gehen über den Rücken streichelt. Das war ihr Gegenüber das 'Entschuldige mich bitte'. Sie konnte sich auch täuschen, aber Zerah hatte das Gefühl, ein wenig blass um die Nase geworden zu sein. So wankt sie mehr, als dass sie sicheren Schrittes geht, zur Tür, die frische Luft verspricht, tritt durch diese und atmet erleichtert auf, als ihr eine wesentlich angenehmere Brise als drinnen um ihren Kopf weht. Jedoch war die Luft zweitrangig im erdrückenden Gefühl, sich übergeben zu müssen. Da sie nun nahezu allein auf dem weiten Deck steht, umgeben von dem Element, was ihr -bei Larnia!- von allem am wenigsten behagt, wird ihr sehr, sehr unwohl. Sie sucht den kürzesten Weg zu einer Reling, klammert sich mit beiden Händen fest in das Holz und beugt sich leicht darüber, sich übergebend. Ihr Würgelaut scheint ihr ungewöhnlich laut in den Ohren zu sein, da die Betriebsamkeit im Moment im Manschaftsraum fokussiert ist.. doch viel erbricht sie wegen mangelnder Essensaufnahme ohnehin nicht viel, würgt mehr, als dass es spürbare Linderung verschafft. Sollen sich die Fische und die Vögel freuen, sofern letzteres hier existiert.

Sie hofft, dass Serayn irgendwann herauskäme. Sie konnte es ihr im Raum nicht sagen, doch will sie ihr mitteilen, sich vor diesem Kapitän zu hüten und nicht mit ihm alleine zu sein. Sie könnte schwören, er führte etwas im Schilde. Doch war es wohl so, dass ihr Beschützerinstinkt und ihre schwestergebundene Paranoia wohl Hand in Hand gingen.
"Ich übe eben noch. Das einzige, was ich jedoch schon immer gut konnte, ist, Menschen böse anzustarren."

Serayn

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Ib - Verschollen in der Ferne
« Antwort #18 am: 19.07.2010, 13:56:01 »
Wenn sie sich ihre Schwester so ansieht, scheint es ihr nicht wesentlich besser zu ergehen. Im Gegenteil. Obwohl sie diejenige ist, die sich gerne in Tavernen herumtreibt, macht ihr der Dunst doch recht offensichtlich zu schaffen. Sie selbst fragt sich auch, wie sie das durchhält. So sehr sie auch versucht, die Gerüche um sie herum zu ignorieren - sie fühlt sich von dem Gestank hoffnungslos umringt. Es ist ein Kampf, den sie auf Dauer nicht gewinnen kann. Ob die Mannschaft überhaupt über das gleiche Geruchsempfinden verfügt? Oder haben sie eine Geruchsausbildung hinter sich...die lange Zeit auf See muss sie abgehärtet haben. Verständnisvoll nickt sie in Richtung der Älteren, als sie sich entschuldigt. Wäre dies ein Wettkampf zwischen ihnen beiden, wer es länger in dieser...Kammer aushielte, hätte sie nun gewonnen.  Unbehaglich bleibt sie zunächst sitzen und wartet einen Augenblick, ob noch etwas Wichtiges gesagt wird. Lange dauert es aber nicht mehr, ehe sie sich erhebt.

"Ich werde nach meiner Schwester sehen..." Meint sie zu den Anwesenden und folgt Zerah nach draußen. In die Freiheit, dort, wo die Luft noch atembar ist...und schließt erleichtert die Tür hinter sich. Zwar ist das ihre tatsächliche Absicht, doch hat es auch eine gute Gelegenheit ergeben, sich dem Dunst zu entziehen. Mit einem tiefen Atemzug trennt sie sich von dem, was ihre Lungen verpestet und ihre Nase beleidigt hat...und nimmt im Gegenzug frische, salzige Meeresluft auf. Ein leiser Schauder durchfährt die junge Magi. Es ist wirklich höchste Zeit für sie gewesen. Nachdem sie sich halbwegs wieder erholt hat, macht sie sich auf der Suche nach ihrem Gegenstück. Als sie von Würgen und Ächzen begrüßt wird, bleibt sie stehen und wendet den Blick ab, bis sie fertig geworden ist. Die Arme...Sie bestand auf diese Reise und sie hing dafür nun in den Seilen...oder über der Reeling. Vielleicht war es doch ein Fehler gewesen, an der Expedition teilzunehmen. Doch ihre Schwester ist hart im Nehmen - Sagt sie sich und nickt innerlich bekräftigend.

Hoffentlich lohnt es sich im Nachhinein nur für sie beide. Gleich, wie strapazierfähig die Ältere ist...wenn sie mit leeren Händen heim kamen, hatte Zerah umsonst diese Strapazen auf sich genommen. Zögernd geht sie schließlich auf sie zu und legt einen Arm um sie. "Alles wieder in Ordnung, Schwesterchen?" Trotz der Verniedlichung schwingt eine gewisse Sorge in ihrer Stimme mit.

Zerah

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Ib - Verschollen in der Ferne
« Antwort #19 am: 19.07.2010, 20:25:21 »
Es war nicht schön, dass man, seit man auf diesem Schiff angekommen war, andauernd mit dem Magen zu kämpfen hatte. Zerah war sonst nicht der Typ, dem schnell wegen irgendetwas schlecht wurde. Sie konnte für ihre zierliche Figur doch relativ viel essen, viel trinken, und sie hatte so manche Dinge gesehen, die einem... sagen wir, Normalsterblichem den Mageninhalt zum Rückzug gezwungen hätte. Doch dieses Schiff, dieses Wasser, und diese dreimal verfluchte Schaukelei.. einerseits ist sie froh, dass Serayn ihr beistand und ihr sogar einen Arm um sie Schultern legte und sich sorgte... das hörte sie aus ihrer Stimme.
Doch andererseits wurmte es sie mehr als nur ein bisschen. Aber gut, Larnia, ihre Göttin, die sie anbetete, hatte sicherlich einen Plan, warum die Dinge so waren. Um die Schönheit einer zu erhalten, musste die Schönheit einer anderen kurzzeitig verblassen. Serayn ging es ausgesprochen gut, und der aufopfernden Seele Zerah war es diesbezüglich nur gerecht, dass sie stattdessen litt. Dennoch... sie hatte schon seit Ewigkeiten nichts anderes mehr gegessen als das 'Zeug' das Halblings hier an Deck, dabei hatte sie so leckere Mandeln dabei. Sie liebte Mandeln. Sie verehrte sie beinahe, und sie nicht genießen zu können, war gerade mit Strafe genug. Aber warum die ganze Zeit lästern. Nicht mehr lange, und die Schwestern würden endlich wieder festen Boden unter den Füßen haben. Bald darauf würde es in die Wüste gehen. Und sie würden Schätze finden und die Glorie im Namen ihrer selbst und von Larnia verbreiten. Aber eher für sich selbst.

Als die Jüngere zu ihr spricht, blickt sie, sich ein wenig an sie lehnend, in ihre Augen. Sie waren Schwestern, doch würde man es meist nur sehen, ständen beide direkt nebeneinander. Haar- und Augenfarbe waren nur die auffälligsten Unterschiede. Und doch... unabhängig von allen körperlichen und charakterlichen Unterschiede.. liebte Zerah ihr Gegenstück. Mehr als alles andere auf der Welt. Und sie würde sogar durch alle existierenden Ebenen gehen, wenn es ihr in irgendeiner Weise helfen würde. Die Liebe zu ihr war bedingungslos und nahezu ehrfürchtig, und trotz des Umstands, dass der Magen ihr Feind war und sie schwach aussehen ließ, lächelte sie. Ehrlich und aufrichtig. Und fuhr ihr mit einer Hand über die Wange der Schwester.

"Ist schon gut, Sera, ich komm schon durch. Aber ich schwöre dir: Wenn wir von diesem Schiff erst einmal runter sind, dann wirst nichtmal du mich dazu bewegen können, es für längere Zeit erneut zu betreten!", und das sagt sie mit einer der genervtesten Mienen, die sie ziehen kann. Natürlich galt der Missmut dem Schiff unter ihr und nicht ihrer Schwester, nichts läge dem ferner. Und sie lacht auch ein wenig, nachdem sie ihrem Unmut Luft gemacht hatte. Dann zieht sie die Blonde in eine Umarmung und flüstert ihr währendessen ins Ohr, dass sie sich ja vor dem Kapitän in Acht nehmen sollte.
"Hast du mich verstanden? Er ist mir suspekt, und ich möchte nicht, dass du mit ihm allein in einem Raum bist. Geschweige denn von ihm abhängig wirst, denn erst ist derjenige, der dir einen Strick um den Hals legen würde, wenn er nur könnte."
Ihre Worte und die Wortwahl sind eindringlich. Es war diese ganz seltsame Paranoia, die von ihr Besitz ergriff, wenn etwas oder jemand ihrer Geliebten Schaden zufügen konnte. So blickt sie ihr in die blauen Augen, bei den Schultern haltend. Sera wusste, dass sie es nur gut mit ihr meinte, auch wenn diese Art der Fürsorge manchmal sicher übertrieben war. Zerah wusste es auch, aber ihr Schwur lies keinen Makel im Verhalten zu. Nie.
« Letzte Änderung: 19.07.2010, 21:03:55 von Zerah »
"Ich übe eben noch. Das einzige, was ich jedoch schon immer gut konnte, ist, Menschen böse anzustarren."

Serayn

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Ib - Verschollen in der Ferne
« Antwort #20 am: 19.07.2010, 21:28:07 »
Als sie in die dunklen Augen ihrer Älteren schaut, muss Serayn schlucken. Es sind faszinierende Augen, die ihr Gegenstück ihr Eigen nennt. Wenn man nicht aufpasst, kann man sich leicht in ihnen verlieren. Zumindest ihr ergeht es häufig so. Und sie kann sich rühmen, ihre Augen regelmäßig und lange studiert zu haben. Die Magi lächelt  ihr entschuldigend zu. Ihr schlechtes Gewissen hat sich inzwischen lauthals bei ihr gemeldet. Zwar hatte sie sich eingeredet, diese Reise auch im Sinne Zerahs zu unternehmen...doch bisher bekam sie davon nur Magenschmerzen, ihr war übel, die Laune sicherlich bescheiden. Für einen kurzen Moment schließt sie die Augen und lässt sie über ihre Wange fahren...eine Geste, mit der sie nie sonderlich gut zurecht kam. Schon als ihre Mutter das getan hatte, wurde sie immer verlegen. Und doch mag sie es.  Bei ihr ist das nicht anders.

Sogleich öffnet sie ihre Augen wieder, mustert das liebgewonnene Antlitz, dass eher nach ihrem gemeinsamen Vater kommt  und ihr...unter anderem auch aus diesem Grund...ein wenig Ruhe geben kann. Mit einem sachten Nicken nimmt sie ihre Beschwerde entgegen. Vielleicht konnte man an Land ja einen fliegendenen Teppich billig erwerben...bei der Menge an die Schätzen, wie sie sich Zerah vorstellt, bräuchte es dann wohl jedoch eine ganze Kolonne. Und wer weiß, wie die Teppichpreise dort stehen...“Wir fliegen dann einfach nach Hause...“ Stimmt sie lächelnd zu und spinnt so ihren Gedanken fort.   Etwas überrascht findet sie sich schließlich in einer Umarmung wieder. Ihr Gegenstück kann bisweilen stürmisch werden...Vorsichtig legt auch sie die Arme um sie und streichelt ihren Rücken tröstend, so wie es Eltern bei schmerzgeplagten Kindern tun.

„Hm?“ Macht sie dann zunächst und spitzt die Ohren, als sie ihr etwas mitteilen will. „Meinst du wirklich, er würde mir schaden? Unsere Fähigkeiten sollten ihnen doch ein wenig Respekt...na gut.“ Gibt sie sich gleich wieder geschlagen. „Ich werde aufpassen...sollte bei der Expedition etwas für uns herausspringen, müssen wir jedoch jeden als möglichen Feind einstufen, befürchte ich...vertrauen können wir ohnehin nur uns selbst. Alle anderen haben bei uns einen höflichen Sicherheitsabstand zu halten... “ Flüstert sie verschwörerisch zurück und löst sich langsam von ihr, bevor man deswegen noch über sie beide zu Tuscheln beginnt.  "Was hast du jetzt vor? Brauchst du etwas zu Trinken?" Hakt sie in normaler Lautstärke bei ihr nach und streicht ihre Gewandung wieder ein wenig glatt. 

Ansuz

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Ib - Verschollen in der Ferne
« Antwort #21 am: 20.07.2010, 01:19:28 »
„Selbstverständlich!“, sagt Kapitän Marcellus. „Ihr scheint die Reise auf See nicht sehr zu bekommen. Wenn ihr etwas braucht, lasst es mich wissen, Maga!“
Sein Lächeln hat stets etwas spitzbübisches, jedoch praktisch nie mit negativem Zug. Um seine Augen bilden sich Lachfalten, derweil sich sein Kinn an seinem Hals stapelt. Im Gegensatz zu seiner spöttisch dreinblickenden Mannschaft scheint er sie trotz ihres Vorhabens nicht zu richten, sondern einfach nicht verstehen zu können.
Serayn bekommt aus den Augenwinkel mit, wie Eidil dem älteren Magister bittende Blicke zuwirft. Ihm dürfte die Luft unter Deck kaum besser als den Frauen bekommen. Optimus reagiert mit einem angedeuteten Kopfschütteln. Offenbar will er sich den Seefahrern gegenüber keine Schwäche erlauben.
„Gute Besserung!“, wünscht er ihr noch, bevor sie die Tür öffnet und von klarer Meeresluft empfangen wird. Der Unterschied ist sofort spürbar. Sie hat nicht mehr das Gefühl, ununterbrochen husten zu müssen und erst einmal begonnen nicht mehr damit aufhören zu können. Der Wind trägt den Gestank schnell mit sich.
Zerah kann die Ruhe nicht annähernd so genießen, erbricht sie doch gerade, was sie eben erst zu sich genommen hat. Unter ihnen reitet das Schiff auf den Wellen, auf und ab, ewig schwankend wie ein trunkener Lehrling aus Serayns Schule. Überall knarrt es, als gäbe gleich die erste Planke nach, gefolgt von etlichen anderen.
Nach einer Weile geht es, auch wenn das ekelhafte Gefühl bestehen bleibt. Die Frauen hören gutmütiges Gelächter von einem anderen Schiff der Flottille. Einige Mannschaftsmitglieder winken ihnen zu. Dort drüben scheint niemand ähnliche Probleme zu haben.
Die Sonne brennt heiß, sodass das Wasser prächtig funkelt, als bestünde es aus geschmolzenem Silber, vermengt mit Lapislazuli und gesprenkelt mit Perlen. Wäre da nicht die kühlende Meeresbrise, würde es den Schwestern wahrscheinlich noch schlechter als zur Zeit ergehen. Unter Deck ist es definitiv angenehmer, so wunderschön der Ausblick auch sein mag.
In den vergangenen Tagen konnten sie mehr als einmal Schulen von Delphinen zusehen, wie sie um die Schiffe tollten. Die sonst so raubeinigen Seemänner haben warm gelächelt, wie beim Anblick eines geliebten Menschen. Keiner äußerte den Wunsch, das Kajütenessen um Frischfleisch zu erweitern. Lieber angelten sie stundenlang, ohne auch nur eine Makrele zu fangen.
Einmal hat sich sogar ein Wal gezeigt. Das Eintauchen seiner Schwanzflosse dröhnte laut wie der Nachhall eines Donners. Ein Crewmitglied hat Marcellus gefragt, ob er die Harpunen holen solle. Seitdem putzt er das Deck, wenn er nicht gerade den Halblingsbrei isst.
Der einzige, der nicht zu Tisch sitzt, ist der Steuermann und Erste Maat, ein Hegemonialer wie nahezu alle anderen. In seinen Blicken blitzt bei Zerahs Anblick Amusement auf, obwohl er es sich zu verbergen Mühe gibt. Der regelmäßige Kontakt mit dem vergleichsweise kultivierten Kapitän Marcellus färbt offenbar ab.

Zerah

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Ib - Verschollen in der Ferne
« Antwort #22 am: 20.07.2010, 12:19:27 »
Offene Dankbarkeit blitzt in ihren Augen auf, als sie Serayn ansieht. Wenigstens ein Mensch, der zum einen auf sie hörte, und dem sie zum anderen bedignungslos vertrauen konnte. Aber gut, sie hatten sich ohnehin irgendwie gegenseitig erzogen, und so war es nicht verwunderlich, dass man -mal mehr, mal weniger- auf den Rat und die Vorsicht eines anderen Rücksicht nahm. Es freute Zerah, so eine Schwester zu haben. Als Serayn sich von ihr löst, scheint sie kurz über das flüssige Angebot nachzudenken, ehe sie sacht nickt und ihr dennoch zwei verruchte Strähnen ins Gesicht fallen. Ihr ist immer noch ein bisschen schlecht, aber der Drang, sich übergeben zu müssen, hatte spürbar nachgelassen. Ihre Kehle brannte, ihr Magen tat weh, aber ihre Gesichtsfarbe war wieder da und in der Tat könnte sie etwas zu trinken gebrauchen. Sie legt noch einmal kurz eine Hand auf die Schulter der Jüngeren, ehe sie dann in Richtung des Ortes geht, wo sie vor dem Essen gewartet und die Zeit totgeschlagen hatten. Dort befanden sich die Wasserschläuche mit ihrem wunderbaren Inhalt.

Wenn man einmal vom Geschaukel des Schiffes, den blendenden Wellen und dem rauen, heißen Klima mal absah, war eine Schifffahrt für Normalsterbliche eigentlich ein Vergnügen, sofern man nicht selbst Taue verbinden, Segel hissen und das Steuerrad drehen musste. Ein Mann der See zu sein, war sicherlich eine undankbare Aufgabe. Hin- und hergeschmissen von Sturm und Wellen, nur um irgendwann eines Tages mal einen Hafen für vielleicht.. drei, vier Sonnenumläufe in Tavernen und in Lusthäusern verbringen zu können und etwas anderes als Dörrfleisch und 'Zeug' zu essen. Dann hieß es wieder: An Bord, ihr Männer der See, Leinen los, wir legen ab! Zerah würde es keinen Spaß machen. Mal ganz abgesehen davon, dass sie von ihrer Schwester getrennt würde. Was ihr mehr als nur das Herz brechen würde. Es wäre ein Zustand, der sie... ohne etwas dramatisieren zu wollen... umbringen würde.

So geht sie -sämtliche warmen Lacher, die auf sie bezogen wurden, ignorierend- zur Luke und bedeutet Serayn, ihr zu folgen. Unter Deck ist es wesentlich angenehmer als auf Deck, da nicht die die Temperatur eine angenehmere ist, sondern auch dieses elende Geschwanke und Geschaukel etwas erträglicher wäre. "Schwester? Kommst du?", wurde die Blonde gefragt, als sie die Luke schon geöffnet hat und im Begriff ist, hineinzugehen.
"Ich übe eben noch. Das einzige, was ich jedoch schon immer gut konnte, ist, Menschen böse anzustarren."

Serayn

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Ib - Verschollen in der Ferne
« Antwort #23 am: 20.07.2010, 15:00:29 »
Serayn bleibt in ihrer Nähe, falls die Andere ihren Halt benötigt – ob durch Übelkeit oder dem ständigen Schwanken des Schiffes. Ihr selbst macht die Schaukelei weniger aus. Doch gewöhnungsbedürftig ist es mit Sicherheit. Piraten, so wie sie sich jene vorstellt, dürften  das Geschick von Artisten aufweisen, um ihre Reisen überhaupt nur bestehen zu können. Nichts für sie...“Ich komme.“ Bestätigt sie ihre Frage und beschleunigt ihre Schritte, um ihre Schwester nach unten an Deck zu begleiten. Den Reaktionen der Seemänner hat sie keinerlei Beachtung geschenkt. Ihre Schwester hat ihr oft genug eingeschäft, auf soetwas nicht weiter einzugehen. Bevor sie sich noch etwas von ihnen versprechen...schließlich findet der sonstige Umgang mit Damen nur an Land gegen Gold statt. Unten angekommen begleitet sie die Ältere bis zu ihrem gemeinsamen  Lager und streckt sich dort gähnend.

Dann lässt sie sich einfach auf den Boden zurücksinken und sieht mit einem schelmischen Lächeln zu ihrer Schwester. "Du hast übrigens etwas Lustiges verpasst...nachdem du die Kammer des Schreckens aller Nasen fluchtartig verlassen hast, bin ich dir ja gefolgt...ich konnte aber noch mitbekommen, wie sich Eidil ebenfalls zurückziehen wollte...der Magister hat es aber verboten.  Die müssen ja Haltung bewahren, da gelehrt und so weiter...oder aus welchen Gründen auch immer. Also sind wir frei und an der frischen Luft...und er sitzt weiter im Mief. " Ihre kleine Erzählung schließt sie mit einem leisen Lachen ab, ehe sie ihr Haar ein wenig zurückstreicht.

Ansuz

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Ib - Verschollen in der Ferne
« Antwort #24 am: 28.07.2010, 03:50:08 »
Unter Deck geht der Tag schnell vorbei.
Für die nächsten paar Stunden haben die Geschwister ihre Ruhe, obwohl die Matrosen unablässig die Bohlen über ihren Köpfen unter der Wucht ihrer Schritte knarzen und ächzen lassen. Ihr Gesang klingt zwar nicht gerade melodisch, hat aber zumeist einen amüsanten, wenn auch recht zweifelhaften Text. Mal dreht er sich um die zweifelhafte Verbindung zwischen einer Nixe und einem Fischer, mal um den durch Suff während seines Landurlaubs gestrandeten Seemann und mal um trunkene Klaubautermänner, die sich ständig mit ihren Wettervorhersagen irren und deswegen ihr Schiff in einen Sturm lotsen.
In den späten Abendstunden, nach Untergang der Sonne, kommen die Männer nach und nach allein oder in kleinen Grüppchen in den Mannschaftsraum. Sie sind erschöpft von der über den ganzen Tag angefallenen Arbeit und begeben sich deswegen schnell in ihre Kojen. Einige wenige verharren, um noch ein wenig zu würfeln oder Karten zu spielen.
Zuletzt kommen die Firopolesen zu ihnen herab. Wahrscheinlich haben sie den klaren Sternenhimmel für weitere Studien genutzt, wie es der aktuelle Trend der Akademien vorgibt. Obwohl sich die Magi der Präfektur für etwas besseres halten als ihre Kollegen aus anderen Herrschaften, sind sie den Wünschen und Interessen ihrer Rektorate ebenso hörig wie eine sbiranische Haremsdame ihrem Meister. Nur selten kommt es zu revolutionären Durchbrüchen, obwohl ihnen konstante Weiterentwicklung beschieden ist.
Beide Magi scheinen in Gedanken versuchen, während sich sich in ihre Kojen zwängen. Optimus lächelt den beiden Schwestern zu, bevor er sich zur Seite dreht. Wenig später folgen sie ihrem Beispiel. Zerah verlangt es allein deswegen nach Schlaf, weil es auf der „Stolz von Moesa“ schlicht und einfach langweilig ist und sie nichts besseres zu tun hat.

Während der Nacht wird die Kriegerin von irgendetwas geweckt.
Um sie herum herrscht der üble Geruch eines überfüllten Mannschaftsraums, durchsetzt von körperlichen Ausdünstungen und verschiedenen Nahrungsaromen. Die Luft ist gewohnt schlecht, kein Grund, um sie aufzuschrecken. Die Matrosen bewegen sich in ihren Kojen auch nicht über Gebühr. Draußen brandet das Meer gegen das Holz, nicht mehr als gewohnt, aber auch nicht weniger. Trotzdem hat sie das Gefühl, etwas wäre anders.
Ihre Schwester schläft unruhig; ihre Stirn ist gerunzelt und ihre Augen bewegen sich wild in den Höhlen. Irgendetwas stimmt nicht, obwohl sie nicht weiß, was das sein könnte.  Wahrscheinlich spürt sie das auch.
An Deck bewegt sich jemand, wahrscheinlich Marcellus. Die Schwestern haben schon früh gehört, er habe Schlafprobleme. Ein unfreiwilliger Jünger  Elegias scheint er glücklicherweise nicht zu sein, dafür ist er gewöhnlich zu gut aufgelegt.
Die Firopolesen schlafen friedlich, sie können es also nicht sein. Eidil murmelt irgendetwas von arkanen Konvergenzen vor sich hin, bevor er seinen Kopf noch tiefer in den Jutesack presst, der ihm als Kopfkissen dient.

Zerah

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Ib - Verschollen in der Ferne
« Antwort #25 am: 29.07.2010, 16:35:37 »
Zerah schlägt die Augen auf. Einen Moment lang ist sie verwirrt und weiss nicht, wo sie ist.. im zweiten ist ihre Nase wie gelähmt, weil sie mal wieder den schmerzhaft stechenden Geruch von einem Haufen Orks in der Nase hat. Sie befindet sich in der Taverne "Zur Ogernase" und überall schnarchen und trinken sie doch.. ja, genau.. sie hatte auch zu viel getrunken, deswegen hatte sie sich hingelegt und... halt.. Moment.. es schaukelt noch immer, obwohl sie liegt. Und irgendetwas klopft andauernd gegen das Holz neben ihr. Halt... das war nicht die Taverne. Und das waren auch keine Orks... das waren Menschen. Und es riecht nicht nach Alkohol, sondern nach schlafenden Menschen. Die sich nicht gewaschen haben und ihr Essen mit hineingeschleppt haben... wie.. widerlich! Sie rümpft die Nase und bekommt dann einen brennend-heissen Impuls... Serayn. Wo ist Serayn? Doch als sie sich leise aufrichtet und sich umsieht, sieht sie aus den Augenwinkeln das so bildschöne Antlitz ihrer Schwester.. murmelt sie etwas im Schlaf? Nun... egal, ob sie etwas murmelte oder jemand anderes es war, ihr ging es gut. Auch wenn sie zu träumen schien, aber Zerah war selbst eben erst aufgewacht, und so konnten ihre Augen in der Dunkelheit ihr sicher einen Streich spielen...

~Etwas ist anders. Und alles, was anders ist, ist schlecht~

Sie versucht, leise aufzustehen und sich auch sonst im Saal der Halbtoten -wie sie den Mannschaftsraum auch gerne nennt, wenn die Matrosen nach ihren Schichten wie Zombies in ihre Kojen fallen- leise zu bewegen...[1] ja niemanden aufwecken, vor allen Dingen nicht ihre Schwester.. Sie sollte den Schlaf bekommen.. Zerah ist, jetzt, wo sie wesentlich wacher ist als noch vor einigen Momenten, auch wesentlich angespannter. Ihre 'Sinne' schlagen an. Manche nannten es Intuition oder einfach nur 'Gefahrensinn' oder was auch immer.. sie nannte es einfach 'Sinn', und das schon seit je her. Sie hat ein sehr ungutes Gefühl bei der gesamten Atmosphäre.. wenn all das Schnarchen aus lebendigen Männerkehlen nicht wäre, sie wäre panisch hin- und hergelaufen; Geisterschiff-Geschichten hatte sie seit jeher gehasst und sie wollte gewiss kein Teil einer solchen werden. Geister im Allgemeinen waren einfach nur... furchterregend und alles. Böse. Das traf es vielleicht noch.
Sie stand leise auf und zog sich ihre Schuhe an... das Knarzen und Ächtzen des Holzes kommt ihr dabei zupass, versucht sie doch, wenn es eh laut ist, ihre selbst 'lauten' Aktionen durchzuführen.. So hat sie nach kurzer Zeit ihre massiven Stiefel an, ohne die sie gewiss keinen Schritt auf dem versifften Untergrund gehen würde. Dann geht sie in die Hocke und kramt kurz, aber so leise wie möglich in ihren Sachen und sucht ihren Lederhandschuh, der jedoch nicht nur ein einfacher Handschuh ist, sondern eine Art... Erweiterung besitzt. So konnte sie in der angebrachten versteckten Scheide einen kleinen Dolch einlegen, ohne, dass es zwangsweise jemand mitbekam. Den Handschuh zieht sie an -es war ein simples, aber aufwendig gestaltetes Exemplar, das die Finger freiließ und so eigentlich nur Handrücken und Handfläche schützte und ein Stück dahinter-, und nimmt einen der Dolche aus der angestammten Scheide und schiebt diesen vorsichtig in die Scheide des Handschuhs... sie probiert kurz die Beweglichkeit aus, und als sie zufrieden ist, steht sie auf und bewegt sich langsamen Schrittes in Richtung der Luke, die sie ebensoleise zu öffnen versucht. Ein schwieriges Unterfangen, ist diese doch schwer und massiv und mit Sicherheit irgendwie Laut... doch versucht sie ihr bestes, niemanden zu wecken.

Als sich die Luke gerademal soweit geöffnet hat, dass sie hindurch passt, presst sie sich an jene und schlüpft hindurch, einen letzten Blick auf den Saal werfend, indem sie nun ihre Schwester lassen würde. Es tut ihr weh, sie zurückzulassen, aber sie sollte schlafen. Und sie ging nicht davon aus, dass alle Matrosen rebellieren würden und über sie herfallen und- sie verdrängt diesen Gedanken mit einer innerlichen Ohrfeige. Solche Gedanken lenkten sie nur ab und stumpften ihre Sinne... etwas, was sie gerade gar nicht gebrauchen konnte. So schießt sie die Luke wieder so leise es denn geht und wendet sich um, im Rücken nun das massive Holz habend.. schleichend.. und sich umsehend[2] und umhörend[3], denn das letzte, was sie nun gebrauchen kann, ist, sich überraschen zu lassen. So geht sie ein paar Schritte vorwärts, um das Deck im Auge zu haben, stets bereit, blitzschnell ihren Dolch zu ziehen. Vielleicht führt dieses Gefühl, was sie hat, auf das Gefühl bezüglich des Kapitäns zurück, den sie nicht leiden kann, vor dem sie ihre Schwester sogar gewarnt hat. Sie schaut ebenso zum Himmel, in der Hoffnung, dass ein wenig Licht von einem der Gestirne ihre Sicht erhellen möge..
 1. Leise bewegen: 21
 2. Entdecken: 18
 3. Lauschen: 16
« Letzte Änderung: 29.07.2010, 16:44:53 von Zerah »
"Ich übe eben noch. Das einzige, was ich jedoch schon immer gut konnte, ist, Menschen böse anzustarren."

Ansuz

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Ib - Verschollen in der Ferne
« Antwort #26 am: 31.07.2010, 15:24:49 »
Zerah ist vorsichtig genug, um nicht bemerkt zu werden, nicht einmal vom schreckhaften Eidil, der hingebungsvoll an seinem Daumen zu lutschen begonnen hat. Ihre Schwester liegt unbehelligt und schlummernd in ihrer Koje. Kein Beobachter käme auf die Idee, über welche Mächte die zierliche Gestalt zu gebieten fähig ist. Dazu sieht sie bedeutend zu friedlich und unscheinbar aus, mehr eine hübsche Magd von irgendeinem Hof als gebieterische Beschwörerin.
Sie selbst würde wohl ebenso oft unterschätzt werden, gäbe es da nicht die Augen ihres Vaters, die sie geerbt hat. Kaum jemand kann ihrem finsteren Blick widerstehen, zumal er durch das Ausmaß ihrer Klinge eindrucksvoll unterstrichen wird.
Vorsichtig hebt sie die Luke an und späht heraus. Schon ihr erster Blick beweist, dass sie sich nicht geirrt hat: Kapitän Marcellus läuft unruhig auf dem Deck auf und ab, die Hände hinter dem Rücken verschränkt und den Kopf gesenkt. Wie besessen kaut er auf seiner Unterlippe herum. Fehlt nur noch, dass er zu schlottern beginnt wie ein verängstigtes Kind.
Seit ihrem Aufbruch hat Zerah den Mann nie derart aufgewühlt erlebt. Er wirkt, als habe er  den Fliegenden Oranier gesehen. Einen ähnlichen Anblick bot ihr bisher höchstens der Rüpel, der in Moesas Hafen ihre Schwester auf rüpelhafte Weise zu becircen versuchte. Immer wieder sieht er zu den anderen Schiffen herüber, auf denen sich zu dieser Stunde nichts mehr regt.
Die Fieranerin kann sich unbemerkt aus der Luke ziehen und sie hinter sich schließen, ohne einen Laut zu verursachen. Schnell geht sie hinter ein paar Kisten und Seilen, die nah eines Masts abgestellt wurden, in Deckung.
Trotz der Stille des nächtlichen Ozeans hört Marcellus sie nicht. Dafür ist er viel zu sehr mit sich selbst und den Nöten beschäftigt.
Plötzlich wird es spürbar kälter. Für einen Moment hat Zerah das Gefühl, als zöge sich das Licht der Monde, das bis vor einem Moment das Deck illuminierte, vor etwas Unsichtbarem zurück. Die Dunkelheit bekommt fast greifbare Substanz. Irgendetwas liegt in der Luft, vergleichbar mit der Stimmung, die einen einsamen Wanderer im nächtlichen Wald überkommt.
Dann verdichtet sich der Schatten neben ihr und gebärt eine berobte Gestalt, die aus ihnen heraustritt wie aus einer gewöhnlichen Tür. Gleichzeitig ertönt ein flüsternder Chor, der in uralten, toten Sprachen zu klagen scheint. Er verschwindet ebenso schnell wie das Gefühl, fortgesogen zu werden in eine andere Existenzebene, hinterlässt aber eine tiefe Beklemmung.
Marcellus zuckt zusammen, geht auf die Knie und haucht ein ängstliches „Meister!“.
„Ich habe Euch erwartet!“
Der Vermummte gebietet mit einem herrischen Wink Ruhe. In der Geste liegt eine Autorität, wie sie nur jemand mit einem absoluten Gefühl der Unantastbarkeit entwickeln kann. Er strahlt eine unangenehme und doch seltsam faszinierende Präsenz aus, ähnlich den Meistermagiern von Fierna. Genau wie sie ist er des Zauberns mächtig, offenbar bis zu einem Grad, der ihm interplanare Reisen erlaubt. Sein Weg führte durch den Schatten.
Zerah weiß nicht viel über diese Ebene, aber ein jeder, der jemals mit einem Magus oder einer Lehrstätte in Kontakt kam, weiß von der dreizehntägigen Fluchnacht, die vor 800 Jahren die Welt in Dunkelheit versinken ließ. Ewige Nacht senkte sich über die Länder. Damals zerbrachen die Schranken der Dimensionen und der Schatten sickerte in die Existenzebene der Menschen. Seitdem wurde er zurückgedrängt, aber auch bereist und missbraucht. Inzwischen ist die Sciomantie, die Lehre der Schatten, fester Bestandteil des hermetischen Paradigmas.
Wer der Fremde auch sein mag, er bedient sich finsterer Magie, vor der ihre Schwester mehr als einmal gewarnt wurde. Das Gefühl, dass sie bei seiner Ankunft überkam, war Warnung genug. Es war beängstigend. Kein nordischer Winter ist derart kalt.
Marcellus scheint verängstigt. Er sieht nicht einmal in Zerahs Richtung, sondern fixiert mit gesenktem Haupt einige Bohlen vor sich. Der Fremde ragt hoch über ihm auf, an seiner Seite ein im Mondlicht schimmernder Degen. Sein Kopf ist von einer Art Gugel bedeckt, die sich an seinem Nacken teilt und auf die Brust hinabfällt. An seinem Gürtel hängen mehrere Ledertaschen, wahrscheinlich voll mit Ingredenzien für seine unseligen Zauber.
Er spricht ein einzelnes Wort, begleitet von einer knappen Geste. Dann schweigt er. So scheint es zunächst zumindest.
Marcellus` Lippen bewegen sich, ohne einen Laut zu entlassen. Zerah hört die Geräusche der See und des Schiffs deutlich, jedoch keinen Laut vom Kapitän oder seinem „Meister“[1].
Einige Minuten vergehen, während die beiden ihr stummes Zwiegespräch führen. Die Kriegerin muss sich gedulden, will sie nichts verpassen[2]. Der Berobte dreht sich irgendwann einfach um und läuft direkt auf den Schatten zu, aus dem er gekommen ist, geradewegs an Zerah vorbei.
Ihr Herz beginnt sofort wie wild zu pochen. Obwohl sie nicht das Dunkel unter seiner Kapuze zu durchdringen vermag, fühlt sie sich angestarrt. Soll sie still bleiben und auf die Ignoranz des Zauberers hoffen oder sich leichtfertig verraten?
 1. Entdecken, um Lippen zu lesen
 2. Motiv erkennen bitte
« Letzte Änderung: 03.08.2010, 02:36:55 von Ansuz »

Zerah

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Ib - Verschollen in der Ferne
« Antwort #27 am: 11.08.2010, 19:30:24 »
~Was, bei allen Dingen zwischen den Ebenen...~
Zerah sieht den Kapitän. Wie ein Kind, dass auf seine Bestrafung wartet, wirkt er in ihren Augen. Oder so ähnlich, denn viel mit Kindern hatte sie nie zu tun gehabt. Nicht wirklich. Aber sie konzentriert sich und bleibt bei ihrer Sache. Sie beobachtet und versucht, das möglichst unauffällig zu tun. Hinter den Kisten. Hinter diesen von Larnia hingestellten Kisten. Himmel, wie dankbar sie dafür war. Ihr Atem ist flach, die Anspannung schier grenzenlos, ihre Augen etwas geweitet und ihr Herz schlagend. Sie fühlt.. Zorn in sich. Viel Zorn. Und Bestätigung, denn ihre Intuition hatte sie bei Marcellus nicht getäuscht. Egal, was geschehen würde, sie würde ihn für sein Verhal-
Und dann hört sie den Chor, und ihre Seele gefriert zu Eis, als jemand aus den Schatten tritt, aus dem schieren Nichts, vor dem so viele warnten. Ihre Augen weiten sich noch mehr, fast reines Schwarz ist nun zwischen der Iris zu sehen, so aufgeregt, so erschreckend ist für sie die Szenerie. Überall hatte sie eine Gänsehaut, jedoch nicht von der guten Sorte. Es macht ihr Angst, das ist offensichtlich. Dennoch zwingt sie sich, nicht loszuschreien, sondern zu observieren. Etwas geht hier ganz und gar nicht mit rechten Dingen zu, und diese Gestalt war wohl ein Dreh- und Angelpunkt für alles Seltsame, was gerade von statten ging.

Als Marcellus auf die Knie vor diesem schwarzen Hühnen geht, kneift sie ihre Augen zusammen. Sie lauscht angestrengt, doch hört sie kein Geräusch außer das der steten Wellen und das Knarzen des Holzes. Seltsam. Sehr seltsam... so sind nach kurzer Zeit ihre Augen nur noch schwarz-weiße Schlitze in der Dunkelheit, die versuchen, aus dem Verhalten und den Bewegungen der beiden einen konversativen Zusammenhang herauszufinden.[1] Noch immer hat sie eine Gänsehaut, und ihre Hände, in der Dunkelheit probehalber ausgestreckt, zittern leicht, wie sie feststellt. Sacht, leise werden sie wieder dorthin zurückgelegt, wo sie waren, eine Hand stets am Dolchgriff in ihrer versteckten Scheide am Handschuh. Es war gut, dass sie bewaffnet herkgekommen war, doch hätte sie lieber die große Klinge gehabt. Es kämpfte sich mit mehr Stahl wesentlich besser, befand sie, als mit diesem Zahnstocher. Aber so nimmt man, was man bekommt, und sich darüber auslassen würde sie bestimmt nicht. Von allen Zeiten jetzt sicher am Wenigsten.

Als dann jedoch das Gespräch nach einer gefühlten Ewigkeit beendet scheint und der Magier in ihre Richtung zu blicken scheint, setzt ihr Herz beinahe aus und zwingt sich mühsam zum Weiterschlagen. In ihren Venen war kein Blut mehr, sondern geronnene Angst, und es schmerzt ihr beim Atmen, es schmerzt, sich ruhig zu verhalten. Sie bleibt, wo sie ist, immer noch eine Hand an den Griff der Klinge gelegt, die sie besitzt. Sie will, dass er geht. In sein Zuhause in den Schatten, oder aus welcher Niederhölle er auch entsprungen sein mag. Er ist die Schlange, sie die Maus, denn von allen Dingen weiss sie eines ganz sicher:
Sie war eine Kriegerin, und als solche einem Magier wie ihm sicher nicht gewachsen.
 1. Lippen lesen: 17 / Motiv erkennen: 14
"Ich übe eben noch. Das einzige, was ich jedoch schon immer gut konnte, ist, Menschen böse anzustarren."

Ansuz

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Ib - Verschollen in der Ferne
« Antwort #28 am: 19.08.2010, 13:11:20 »
Leider kann Zerah von ihrer Position aus nicht viel erkennen. Es spricht für ihre Begabung, dass sie es unter den herrschenden Lichtverhältnissen fertig bringt, Marcellus` Lippen zu lesen. Es wird dadurch erleichtert, dass er den akzentuierten Dialekt eines Hegemonialen pflegt. Dadurch sind einzelne Worte besser zu verstehen. Leider antwortet er den unhörbaren Fragen seines ihr abgewandten Meisters lediglich. Von allein gibt er nichts preis.
Anscheinend berichtet der Kapitän von der Expedition, ihren Zielen, Mitteln und Mitgliedern. Offenbar ist er der einzige Spitzel, da er bezüglich der zwei anderen Schiffe kaum Informationen hat. Sein Bericht ist recht vage, aber sehr detailliert in Bezug auf die mitgeführte Ausrüstung. Wahrscheinlich hat er schon oft in all den Truhen und Kisten herumgeschnüffelt, die die Firopolesen mit sich führen. Dieser Mann hat wenig mit dem gemein, der tagsüber die "Stolz" befehligt.
Zwischenzeitlich zuckt er heftig zusammen. Wahrscheinlich wurde er gescholten. Seine Antwort fällt kleinlaut aus und ist voll von Ausflüchen. Tatsache ist, dass mehrere Behälter arkan versiegelt wurden und ihre Inhalt für ihn nicht erreichbar sind. Die Magi sind nicht so dumm, ihre wertvolleren Instrumente ungesichert im Schiffsbug stehen zu lassen, in direkter Nähe zu den Händen der mittellosen Seeleute.
Je länger Zerah dem einseitigen Dialog folgt, desto klarer wird, dass Marcellus nichts als ein Lakai ist, der höchstens einen groben Eindruck der Unternehmung vermitteln kann. Einzig seine Erwähnung des Rufs, der nicht nur aus Vyahoou, sondern auch der Zeitlosen Wüste strahlte, stößt auf deutlich sichtbares Interesse. Sofort erhellt sich die Miene des Hegemonialen. Schnell gibt er die Worte des Magisters wieder.
Der Berobte bringt ihn abermals zum Schweigen. Aus der vorsichtigen Freude im Gesicht des Kapitäns wird in Sekundenschnelle blanke Angst, die ebenso schnell von Anspannung verdrängt wird. Er nickt und senkt den Kopf, während sich der Fremde umdreht und direkt auf Zerahs Versteck zuläuft. Sein Gesicht ist unter der Gugel nicht erkennbar, scheint aber orientalisch. In jedem Schritt liegt gelassene Autorität.
Obwohl Angst durch ihren Geist fegt, zwingt sie sich zur Ruhe. In Anbetracht der besonderen Veranlagungen ihrer Schwester fällt es relativ leicht. Sie erlebt Zauberei beileibe nicht das erste Mal, dunklere Künste eingeschlossen. Sciomantie allein vermag sie nicht zu erschüttern. Die Ausstrahlung des Fremden ist es, was sie fast die lebenswichtige Beherrschung verlieren lässt. Er hat etwas Zwingendes an sich, was kaum eine andere Reaktion zulässt. Es ist, als würde es von ihr erwartet. Für einen Herzschlag glaubt sie, seinen Blick direkt auf ihrem Rücken zu spüren. Dann wird es kalt und er ist verschwunden.
Zurück bleibt ein nervöser Marcellus, der sich aufmerksam umschaut und sich dann leise fluchend zum Bug dreht, weg von ihr.

Zerah

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Ib - Verschollen in der Ferne
« Antwort #29 am: 21.08.2010, 12:06:31 »
Ihr Körper bebt, als sie fürchtet, jeden Moment die Stimme das Magus zu hören, die seinem Lakaien gebietet, sie zu beseitigen. Die Schritte hallen in ihrem Kopf wider wie in einer Tropfsteinhöhle, ist allumfassend, bis..
Der Magier verschwindet. In die Welt, aus der er gekommen ist. Sie hockt zusammengekauert, eine Hand am Griff ihres Dolches, wie eine Spionin hinter den Kisten, fürchtet Angst und Strafe, doch mit dem Moment, in dem der Magier verschwindet, entschwindet auch das bedrückende Gefühl der Macht und der Präsenz von ihm. Sie atmet so leise wie möglich aus, als sie die Augen kurz schließt und sich zu beruhigen versucht, die Informationen, die Marcellus seinem Meister vorgebetet hat, wiederholend. Wer auch immer diese Gestalt ist, sie würde sich mit Sicherheit noch ein paar Mal zeigen, denn etwas größeres, als sich jeder vorstellen kann, ist hier am Werk. Wo Schatten und Schwärze weilen, sind die Kreaturen der Nacht nicht weit, hieß es.

Sie atmet ein letztes Mal tief durch, sich mit jeder Sekunde mehr erholend, ihr Selbstvertrauen zurückgewinnend. Je weniger Magie ihr entgegenwirkte, desto selbstbewusster war sie für gewöhnlich. Meistens jedenfalls. Und es baut sie auf, sich bei diesem falschen Kapitän nicht getäuscht zu haben. Das gab ihr den nötigen Schub an Mut, den sie brauchte.
"Mein Vater lehrte mich, stets ein Auge auf die Dinge zu haben, die um mich herum sind...",sagt sie laut und deutlich, mit Nachdruck in der Stimme Marcellus entgegen, als sie sich zu voller Größe aufrichtet und ihn mit kaltem Blick fixiert. Nun ist sie nicht mehr hinter Kisten verborgen, und ihre Mähne weht ein wenig im Wind der Nacht und der Wellen, die Augen wie schwarze Abgründe im Dämmerlicht. Sie geht ein, zwei Schritte nach hinten, ehe sie wieder an der Luke steht, Marcellus beobachtend. Nicht, dass er mit einem Mal bewaffnet auf sie zustürmte oder sie zu beseitigen versuchte.[1]
Laut und deutlich spricht sie weiter. "Und ich bin ihm für manche Lektionen sehr dankbar, müsst ihr wissen. Ihr solltet an eurer Maskerade arbeiten, Verräter!", wirft sie ihm entgegen, ihren Dolch ziehend, und laut und durchdringend ist das Geräusch des geschliffenen Metalls, als es gezogen wird. Sie fixiert ihn, und sie wirkt entschlossen in dem, was sie tut. Was auch immer es denn ist. "Ich möchte euch nicht verletzen, Kapitän, sondern euch bitten, zu kooperieren. Ansonsten kann ich für euer leibliches Wohl nicht garantieren!", und sie klopft mit aller Kraft zweimal an die Luke und brüllt aus Leibeskräften, um die Anwesenden aufzuwecken, besonders ihre Schwester. "SERAYN! WACH AUF!", wobei die Hoffnung die Mutter des Gedankens ist, sie aufzuwecken. Sie ist vorbereitet, und sollte er versuchen, sie anzugreifen, wird er sehen, aus welchem Holz sie geschnitzt ist. Nämlich aus sehr hartem. So macht sie schlussendlich ein paar Schritte auf ihn zu, bleibt jedoch außerhalb direkter Angriffsreichweite, sofern sie es einzuschätzen vermag.
 1. 'Dodge' auf Marcellus, falls es zum Kampf kommt (+1AC gegen auf ihn ausgeführte Angriffe auf sie)
"Ich übe eben noch. Das einzige, was ich jedoch schon immer gut konnte, ist, Menschen böse anzustarren."