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Autor Thema: Hakum  (Gelesen 9539 mal)

Beschreibung: Das Tor zu den Fernen Landen

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Ansuz

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Hakum
« am: 13.07.2010, 00:04:02 »
Hakum ist das Tor zu den Fernen Landen, der Weiße Diamant der Küste, die mächtigste und größte Handelsstadt westlich der Zeitlosen Wüste.
Sie umschließt die Bucht von Baschib wie ein Band aus weißem Marmor. Die Altstadt erstreckt sich über eine Landzunge, die sich meilenweit in den Vergessenen Ozean reckt. Der antike Leuchtturm auf ihrer äußersten Spitze weist Schiffen den Weg. Durch ihre gebogene Form engt sie den Hafenzugang ein, der nächtens durch schwere Ketten verschlossen wird. Außerdem schützt sie die Bucht vor Sturmwogen, beides Vorteile, die den Hakumber ihre Vormachtstellung garantieren.
Zwei meterdicke Mauerbögen, dutzende Wachtürme und ein stehendes Heer schützen sie vor etwaigen Aggressoren, von denen es schon lange keine mehr gab. Dereinst ward Hakum von Zaromuth besetzt, doch diese Zeit sind längst vorbei, wenn auch weder vergeben noch vergessen.
Die drei Tore, jedes so hoch wie die umliegenden Gebäude, schließen sich bei Nacht und verwehren jedem den Eintritt, der auch nur entfernt nach Goblin aussieht. Ansonsten ist tagsüber jeder Neuankömmling herzlich willkommen, solang er keine Armee mitbringt.
Der Großteil der Hakumber ist menschlich und meist in weite, weiße Gewänder gehüllt, die durch einen lose sitzenden Turban und Sandalen komplettiert werden. Die Frauen tragen zudem Stolas und Seidenschleier, die nur die Augen freilassen.
Es gibt auch Orks, Halblinge und sogar eine ansehnliche Anzahl an Kruken, die aus den Verbrannten Landen geflohen sind, entweder vor Verfolgung oder den teuflischen Horden der Ziegenmänner. Zudem lebt in Hakum die größte Kenku-Gemeinde der Fernen Lande. Die restliche Bevölkerung ist nicht sehr glücklich darüber.
Obwohl diskriminiert, gliedern sich diese fremdrassigen Minderheiten besser als Exilanten aus anderen Küstenstädten in die Gesellschaft ein, so konform sie sich auch kleiden und verhalten mögen. Stammesmitglieder werden als barbarische Analphabeten betrachtet. Einzig Mitglieder des Klerus werden gleich ihrer Herkunft respektiert.
Das Panorama der Stadt wird dominiert von dem Tempelberg, der sich stolz gegen die Fluten erhebt und den zweiten Pfeiler des Hafenzugangs bildet. Von dort aus hat jeder Spectator einen spektakulären Ausblick auf die Altstadt und ihre unzähligen verwinkelten Gässchen, die so scharf mit den breiten Prunkstraßen der Neustadt kontrastieren.
Der komplette Berg ist mit dem Hochempel des Pholios bedeckt. Von seinen fünf Türmen schallen unablässig Gebete herab, die in der gesamten Stadt zu hören sind. Erst bei Sonnenuntergang verstummen sie demütig und überlassen bis zum nächsten Morgen dem Gemurmel der Tavernen das Feld.
Innerhalb seiner Mauern leben hunderte von Priestern und Tempeldienern, die nach ihrer Frömmigkeit ausgewählt und nach Hakum berufen werden, woher sie auch stammen mögen. Der Glaube an Pholios ist an der Küste der Fernen Lande weit verbreitet. Auf den Tempelberg zu dürfen ist ein Privileg, nach dem jeder junge Gläubige strebt.
Der Tempel wird mit Fug und Recht als größter und prächtigster Bau westlich der Zeitlosen Wüste bezeichnet. Seine reich ornamentierten Mauern bestehen aus reinstem Marmor, seine gewaltigen Kuppeln aus Gold, das im Sonnenuntergang blutrot leuchtet. Haushohe Karyatiden stützen sein Dach entlang der gesamten Außenmauer, jede von ihnen einer elfischen Jungfer nachempfunden. In seinen Hallen und Gängen können Riesen wandeln und haben es schon getan.
Es heißt, nirgendwo läge mehr Wissen über die vorzeitlichen Elfen verborgen als in seinen Bibliotheken, in denen die Priester und Mönche tagein, tagaus Texte kopieren, verfassen und übersetzen. Nirgends wird eifriger über diese angeblichen Kulturschaffer diskutiert, die mehr als nur ein Abweichler für glorifizierte Sklavenhalter hält.
Die Faszination für das Elfische prägt die gesamte Stadt. Besonders in den reicheren Vierteln der Neustadt ahmen die Häuser mehr schlecht als recht antike Architektur nach.
Lediglich in der Altstadt finden sich Zeugnisse ayamtischer Baukunst, Überreste der Gründung Hakums.
Die Ayamti waren ein Großstamm, dessen Gebiet vor hunderten von Jahren bis an das Reich der Leoniden heranreichte. Die wilden Stämme der Steppe sollten ihnen zusammen mit marodierenden Goblinhorden schlussendlich zum Verhängnis werden. Sie nannten ihre Hauptstadt Attim und errichteten sie auf der Landzunge, die bloß ein Fünftel der Gesamtfläche des modernen Hakum ausmacht.
Den Gros bilden der sich die gesamte Bucht von Baschib entlangziehende Hafen und die Neustadt, deren Hauptstraßen aus der Perspektive eines Falken ein Sonnenkreuz bilden würden. Zwischen ihnen türmen sich die Gebäude immer weiter auf, sodass vierstöckige Häuser inzwischen keine Seltenheit mehr sind. Ein Teil der Menschen bewegt sich über die durch miteinander verbundenen Dächer, der Rest in den schmalen Zwischenstraßen, in denen Bettler nach ihrem Geld fragen.
In den Außenbezirken, nah am Rand der Mauern, befinden sich die Elendsviertel, in die all jene verbannt wurden, deren Tätigkeit als “unrein” empfunden wird. Dazu gehören vor allem Handwerker wie Gerber, Schmiede, Metzger, Fleischer, Seifenmacher, Töpfer und viele mehr, aber auch Anhänger verpönter Kulte und Damen vom horizontalen Gewerbe.
Ähnlich ergeht es all jenen, die im Hafen von Fischfang und -verarbeitung leben, was den Großteil der lokalen Bevölkerung umfasst. Diese Gegend ist verschrieen als Sitz mehrerer Banden und verdächtigen Ausländern, die sich vornehmlich fremder Herkunft schuldig gemacht haben, teilweise aber durchaus bemerkenswerte kriminelle Energie demonstrieren.
Besonders die Kenku sind bekannt für ihre halblegalen und teilweise schlicht verbrecherischen Geschäfte. Wüssten sie nicht so viel Unangenehmes über so ziemlich jeden Würdenträger der Stadt, wären die Docks längst von ihnen befreit worden.
Nichtsdestotrotz liegen Schiffe nirgends in den Fernen Landen sicherer. Keine andere Stadt verfügt über die Ressourcen und Erfahrung, um den hochmodernen Hafen Hakums, den Medinakon, nachzubilden. Vor den Bretterbuden der Slums liegt ein breiter Streifen aus großen Lagerhallen, absenkbaren Stegen, Ankerplätzen, imposanten Kontors, Kränen und Schiffsrampen. Dazwischen tummeln sich Seefahrer, Neuankömmlinge, Händler, Krämer, Diebe, Dockarbeiter, Schmuggler, Gardisten und eine bemerkenswerte Anzahl von Golems.
Sämtliche Handelshäuser der Küste schielen neidisch auf die Automaten, die Tag und Nacht unermüdlich ihre Arbeit verrichten, ohne Kost, Obdach oder Lohn zu fordern. Kaum eines von ihnen kann mit den Patriarchen von Hakum konkurrieren, deren Intrigen der Hauptgrund dafür sind, dass sich nie eine fremde Macht in der Lokalpolitik etablieren konnte.
Ihr Reichtum konzentriert sich in den Prachtbauten, die das Zentrum der Neustadt, die Fünf Hallen, säumen. Jede dieser Hallen besteht aus einem Giebeldach, getragen von vier Säulen, die aufrechten Sphingen nachempfunden sind. In ihrem Schatten befindet sich der Marktplatz, in dem alle logistischen Fäden zusammenlaufen.
Gleich mehrere Zauber liegen über diesem Ort, die jede Form der arkanen Observierung oder Täuschung schier unmöglich machen. Vereidigte Wächter überwachen das Getümmel, soweit es ihnen möglich ist. Wer einen Stand will, braucht eine Lizenz und genug Bestechungsgeld.
In den umliegenden Höfen gibt es zahllose Tavernen und Karawansereien. Entweder es stinkt nach Kamelscheiße oder Erbrochenem. Gäbe es nicht die unablässig tätigen Reiniger, deren Unterkünfte sich eng an die Stadtmauern pressen, wäre es in Hakum ebenso dreckig wie in jeder Großstadt der Heimatlande.
Über all die Hektik wachen die Stadtgarde und, weit gefürchteter, die Haschischim, berüchtigte Meuchelmörder der Fernen Lande. Sie unterstehen dem direkten Befehl des Emir und niemanden sonst. Ihre Klingen sind an der gesamten Küste und darüber hinaus gefürchtet.
Der Emir regiert von seinem kreisrunden Palast aus, der zusammen mit dem Leuchtturm die Altstadt dominiert. Kein Gebäude in der ganz Hakum zeigt stärkere ayamtische Züge, was sich primär in den vielen Ringen von Säulen äußert, die seine Fassade bilden. Zwischen ihnen gähnen ornamentierte, senkrechte Spalten, durch die Licht in den Palast fällt. Im Gegensatz zum umliegenden Sandstein besteht er komplett aus gebrannten Ziegeln. In seinem Zentrum schimmert ein See, der durch eine kreisförmige Einsparung im Dach beständig im Sonnenlicht funkelt.
Die Banner des Regenten flattern an jeder Kreuzung, um insbesondere die Kaufleute daran zu erinnern, wer der eigentliche Herrscher Hakums ist. Ob das so ernstgenommen wird, ist fraglich. Bis jetzt hat niemand den Weißen Diamant auf Dauer zu zügeln vermocht.

Ansuz

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Hakum
« Antwort #1 am: 13.07.2010, 09:58:52 »
Selbst in Hakum ist es möglich, der allgegenwärtigen Betriebsamkeit zu entkommen. Große Teile der älteren Viertel sind gespickt mit Oasen der Ruhe, die reiche und letztendlich gescheiterte Kaufleute auf der Suche nach Erholung errichten ließen. Die meisten davon befanden sich auf den Dächern und sind inzwischen öffentliche Orte, an denen sich je nach Lichteinfall entweder Junge, Alte oder Kenku versammeln. Einige jedoch sind gut versteckt und werden nur gelegentlich besucht, meist von Liebespaaren, deren Familien nicht gerade sehr glücklich mit ihrerson sind.
Ein solcher Ort ist der von Prunkwind überwucherte Pavillon im Hinterhof einer seit Jahren verlassenen Villa, die heutertags den Bettlern und Gaunern als Unterschlupf gilt, unter ihnen auch ein Waise, der sich Maedre nennt und zur Zeit auf einer der Brüstungen sitzt. Vor ihm führen einige Falter ihren Brauttanz auf, dem er in Ermangelung einer anderen Beschäftigung folgt.
Der Hof ist nicht sehr groß, sodass er sich vor lauernden Banden oder Kenku sicher fühlen kann. Die Marmorfliesen sind längst zersprungen und haben Pflanzen Platz gemacht, die Stück für Stück jeden Quadratzentimeter überwuchern. Er kann sich auf dem Gras völlig lautlos bewegen und ebenso still die Winde emporklettern, die sich die Mauern der Villa hochziehen.
Die Mittagsitze staut sich zwar, ist aber trotzdem wesentlich besser auszuhalten als im Gewühl auf den Straßen. Dort flimmert die Luft bereits wenige Schritt entfernt. Es riecht praktisch konstant nach Gewürzen und Fäkalien gleichzeitig. Unter dem halb eingebrochenen Dach des Pavillon riecht es höchstens nach den Rückständen von verbranntem Hanf. Vielleicht war ein Haschischim vor Ort; ein beänstigender Gedanke.
Langsam bekomt Maedre Hunger. Nur ein paar Straßen entfernt steht der alte Abderazzak, schwer beladen mit Echsenspießen, Mandelhonig, kandierten Feigen und Dattelkompott. Sein Essen ist eigentlich das beste im Umkreis, auch wenn es deutlich Frischeres gibt. Um zu ihm zu gelangen könnte er entweder die Pflanzen hoch und über die Dächer oder durch das verfallene Gebäude hinaus auf die Straße. Dann dürfte ihn kein Gardist sehen, auch wenn die ebenerdige Route sicherer ist.
Der Weg lohnt sich allein deswegen, weil es nah dem Händler auch einen Wasserspender gibt, von dem er schöpfen kann. Seine Kehle fühlt sich trocken wie die Wüste an.

Maedre

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Hakum
« Antwort #2 am: 13.07.2010, 16:35:43 »
Maedre lässt sich seine Möglichkeiten durch den Kopf gehen. Er wurde nicht gesucht aber es ist besser wenn die Garde nicht weiß wo er so ist oder das dieser Ort existiert. Obwohl sie das sicher wissen. Nun Über die Dächer wäre er der vollenstrahlen der Sonne ausgesetzt doch er könnte von de Thermischen Winden etwas mitbekommen die über den Häusern die Stehende Heiße Luft etwas bewegt. Zwischen den Häusern hätte er allerdings Schatten und er könnte etwas Trinken. Nicht das er es nicht gewöhnt ist wenig Wasser zu haben. Er lebte fast sein ganzes leben in den Steppen und nahe der Wüste da ist Wasser seltene. Trotzdem so ein Schluck wäre nun echt eine Erlösung. Nun beide Wege hörten sich verlockend an, er hatte sich entschieden er würde Beide nehmen erst hin durch die Gassen und zurück über die Dächer.
Mit einem Blick auf sein Anhänger von Pholios erkannte er das es nicht lange nach dem Sonnenzenit ist. Die Zeit seit dem Gebet hat sich wie Ewigkeiten an gefühlt.
Geschickt wie eine Katze stand er aus seiner Position auf und sprang auf die Veranda, Kurz danach war er schon im Haus. Schatten und Hitze empfangen ihn, sowie eine geisterhafte Stille. Nicht die Art von Stille die, durch die Abwesenheit von Geräuschen entsteht sondern die Art von Stille die das fehlen von Leben anzeigt. Lautlos bewegte sich Maedre über den Staub der sich über die Zeit auf dem Steinboden angesammelt hat. Nur das Geräusch von bröckelnden Stein unter dem Gewicht der Decke. Das Geräusch versetzte ihn zurück in einen Traum den er immer wieder hat, doch nicht weiß ob es Erinnerung oder nur Fantasie ist. Doch er wandelte wider durch sein Heimat Dorf um ihn herum nur schreie und das Zerbrechen von Stein als mächtige Steine auf sie Niederfallen, in der ferne ein schwarzer Strom von Wesen. Eine Art von großen Spinne geflankt von riesigen Kreaturen.
Er war an der Ausgangstür der Villa angekommen. Er schaut durch ein kleiner Spalt ob draußen alles frei ist, sobald es war schlüpft er raus und bewegt sich durch die Gasse Richtung Wasserspender. Draußen bewegt er sich wie jeder andere nicht mehr lautlos und Träumend, sonder geradewegs und zielbestrebt. Es gibt wenige Fenster hier dadurch konnte die Sonne auch nur schlecht in die Gasse reflektiert werden. Fenster ist etwas für die Reichen die mit Hilfe von Magie das Haus kühl halten.
Maedre wandert weiter am Wasserspender füllt er seine Wasserschläuche auf. In einer kleinen Pfütze sah er sein Spiegelbild, er sieht sich selbst nicht oft. Sein rotes Haar ist wieder viel zu lang. Er sollte es schneiden wenn er zurück zur Villa kommt. Nun schlendert er weiter zu Abderazza, Er freute sich schon auf eine Schüssel Dattelkompott[1]. Maedre merkte, dass sein Geldbeutel wieder recht leicht ist. Ich sollte mal wieder Arbeiten. Was mach ich diesmal sollte ich irgendwo hin gehen, was neues entdecken oder was neues Lernen? Immer die selbe Frage Maedre tut selten etwas öfters wenn es eine Möglichkeit gibt etwas anderes zu tun, außer es geht ums Reisen sein drang neues zu entdecken ist fast schon unbändig.
Mit seinem Kompott in der Hand stellt er sich an den Rand der kleinen Straße und beobachtet die anderen Passanten, jedoch ohne wirkliches Interesse eher so als wäre es schon natürlich.
Wo sollte er nach Arbeit suchen. Er könnte zu einem der Märkte gehen dort starten immer die Karawanen. Oder einem der Außenbezirke um ein neues Handwerk auszuprobieren. Die letzte Möglichkeit wären die Häfen er mochte zwar das Meer nicht wirklich, da er sich unwohl fühlte von all dem Wasser umgeben zu sein und es trotzdem nicht Trinken zu können. Es war wie ein Wiederspruch in sich. Nun er würde sich später entscheiden, es ist noch Mittag also Ruhezeit. Die Zeit zum Arbeiten ist die Frühe und der Nachmittag, wenn es nicht mehr ganz so warm ist.
 1. Ziehst du das Geld ab Anzus?

Ansuz

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Hakum
« Antwort #3 am: 15.07.2010, 22:51:38 »
Das Anwesen steht tagsüber meist leer. Es finden sich höchstens einige Straßenkinder, die in den Alkoven herumlungern oder Murmeln werfen. Es wäre auch möglich, einen Steppenbewohner anzutreffen, der sich vor der Garde verbirgt. Doch Meadre hat Glück. Er verlässt das Gebäude völlig unbehelligt.
Sofort schlägt ihm trockene Hitze entgegen, die ihn niederzudrücken scheint. Wäre er diese Belastung nicht gewohnt, würde ihm wahrscheinlich schwummrig werden. Jeder Atemzug scheint schwerzufallen. Überall um ihn herum sind Menschen, denen es ebenso geht. Salz, Schweiß und Gewürze bestürmen seinen Geruchssinn ohne Gnade.
Es fällt ihm leicht, sich durch das Gemenge zu schlängeln. Mehr als einmal spürt er dunkle Augen auf sich ruhen, die sich aber nicht weiter annähern. Die Diebe erkennen ihresgleichen. Sie konzentrieren sich lieber auf Ortsfremde, die über den Vergessenen Ozean gekommen sind.
Vor dem Wasserspender, errichtet nach mithrahelischem Vorbild: ein halbrundes Becken, über dem ein steinernes Jannigesicht prangt. Er muss einen Moment warten, da Frauen ihre Amphoren befüllen, um sie zu ihrer Familie tragen zu können. Er selbst braucht nur ein wenig den Kopf zu drehen, um an das angenehm kühle Nass zu gelangen. Es tut gut, endlich Feuchtigkeit im Mund zu spüren.
Abderazzak sieht schmierig und verschlagen wie üblich aus, gleicht es aber durch seine freundlichen Worte aus. Er berechnet dem Jungen gerade einmal eine Kupfermünzen, weniger als jedem anderen Kunden. Dafür ist der Kompott nicht der frischeste, sondern riecht im Gegenteil bereits etwas seltsam. Den Hunger vermag es zu stillen, obwohl es nicht viel zu Kauen gibt.
Der alte Hakumber lächelt ihm zahnlos hinterher, als er sich in eine halbwegs ruhige Ecke zurückzieht. Hinter ihm liegt eine Gasse, durch den sich schwitzende Massen quetschen, vor ihm die noch überfülltere Straße. Es bleibt nicht viel Raum für sich, aber den hat er nie gebraucht. Hauptsache, es geht ihm gut.
Dann erweckt etwas seine Aufmerksamkeit. Abderazzak kennt er, seit er sich in Hakum durchschlägt. Doch nie hat er ihn so verspannt gesehen wie in dem Augenblick, als ein fein gekleideter Mann aus der Menge zu ihm herantritt, sich vorbeugt und etwas in sein Ohr raunt. Einzelne Worte kann Meadre nicht verstehen, aber die beiden tauschen eindeutig mehr als ein paar Sätze aus. Worüber, ist nicht erkenntlich.
Mit Sicherheit hat es den Händler erschüttert, der dem Gewandeten eine ganze Weile hinterherschaut, nachdem dieser sich abgewendet hat. Furcht flackert in seinem Blick.
Unter anderem läuft er an Maedres Gasse vorbei, das Haupt stolz erhoben und gemessenen Schritts. Seine Gewandung ist exklusiv und aus feinster Seide, jedoch nicht so auffällig wie die pompösen Aufmachung der Patrizier. Seine Haut ist außergewöhnlich dunkel, ebenso wie seine Augen, in denen Intelligenz blitzt. Nur einen Herzschlag lang streift sein Blick den jungen Säbelrassler, der auf der Stelle ein unheimliches Gefühl bekommt. Auch er fühlt sich versucht, dem Mann hinterherzublicken.

Maedre

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Hakum
« Antwort #4 am: 17.07.2010, 13:51:14 »
Entsetzen macht sich in Meadre breit als er erkennt wie unruhig Abderazzak ist. Wer ist der Mann das er so etwas schaffen kann mit seiner puren Anwesenheit. Das Geschehen zieht den größtenteil seiner Aufmerksamkeit auf sich. Als der Mann dan auf ihn zukommt, breitet sich ein gefühl in Maedres Magen aus das er schon seit Jahren nicht mehr gespürt hat: Panik. Doch er wird nur mit einem Blick bedacht und der Mann geht an ihm vorbei. Die Panik legt sich wieder und Maedres logisches analysierende denken setzt wieder ein. Wer war das? Was wollte er hier von Abderazzak? Kurzerhand besigte Maedres Neugierde seine Angst und schnell folgte er dem Mann. Um ihn nicht zu verlieren ging er nur knap zwei Meter hinter ihm aber in dem Gedränge konnten auch diese zwei Meter reichen. Fals der Mann es doch schaffen sollte ihm zu entkommen so könnte er immer noch zurück gehen und nachfragen wer das ist.
Maedre hoffte die einzige möglichkeit nicht entdeckt zu werden ist in der Menge zu verschwinden und das macht man indem man sich ihr anpasst.[1]
Soläuft er dem Mann stätig hinterher.[2]
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Ansuz

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Hakum
« Antwort #5 am: 20.07.2010, 01:18:23 »
Hakums Neustadt schläft niemals. Seine Straßen sind zwar recht breit, aber überfüllt mit Ständen, Bettlern, Tieren, Reiniger und den Bürgern selbst. Es gelingt Maedre, ungesehen in der Menge unterzutauchen. Darin hat er jahrelange Übung.
Während er praktisch die ganze Zeit über damit beschäftigt ist, irgendwelchen Menschen ausweichen zu müssen, teilt sich die Menge vor dem seltsamen Mann, als sei er der Emir selbst. Absurderweise scheint das keiner wirklich zu registrieren. Die Männer und Frauen schauen an ihm vorbei, als existiere er gar nicht. Wer ihm in die Augen blickt, wendet sich sofort ab, ohne die Miene im Mindesten zu verziehen. Niemand spricht ihn an, keiner will ihm etwas verkaufen. Es ist, als sähe ihn nur Maedre und niemand sonst.
Obwohl es Tag ist, die Sonne hoch am Himmel steht und Pholios über der Stadt wacht, hat die Verfolgung des Fremden etwas Unheimliches. Er bewegt sich auf die Fünf Hallen zu, die das Herz Hakums bilden. Dort wäre es äußerst schwierig, ihm weiter zu folgen. Die Marktgardisten sind äußerst aufmerksam und kennen zu allem Überfluss sein Gesicht.
Die einzige, recht zweifelhafte Erleichterung, die ihm zu erfahren erlaubt ist, sind die aufmerksamen Blicke, die die Kenku dem Mann aus dem Schatten ihrer Kapuzen zuwerfen. Sie lungern im Zwielicht der engsten Gassen, in die sich kein Mensch hineintraut, der keine Geschäfte mit ihnen abzuschließen hat. Im Gegensatz zu den Hakumber um ihn herum können sie ihn eindeutig wahrnehmen. Er scheint sich dessen bewusst zu sein, dreht er seinen Kopf doch in ihre Richtung.
Maedre hat Zeit, sein Ziel ein wenig näher zu betrachten[1]. Der Fremde hat pechschwarzes Haar, das in Locken seinen Rücken herabfällt, halb verdeckt von einem streng geknoteten, sandfarbenen Turban. Sein Gesicht ist asketisch, dominiert von einer hohen Stirn, akzentuiert durch einen nach ayamtischer Art geflochtenen Backenbart und beängstigend durch seine schwarzen Augen, die unter einem zornigen V zwischen seinen Brauen hervorstieren.
Seine Haltung zeugt von Selbstsicherheit, die er mit diesem Teint in Hakum, wo hellhäutigere Menschen leben, eigentlich nicht haben dürfte, es sei denn, er wäre ein mächtiger Händler oder Fürst. Aber dann müsste ihn eine Leibwache begleiten, die ihm offensichtlich fehlt, zumal er läuft statt auf einer Sänfte herumgetragen zu werden, um nicht durch den Unrat stapfen zu müssen. An seiner golden bestickten Hüftschärpe hängt ein Rapier, ungewöhnlich für die Städte am Vergessenen Ozean. Sonst trägt er nichts weiter, um sich zu verteidigen.
Maedre kann schon den verführerischen Duft von verbranntem Sativa riechen, der den Fünf Hallen entsteigt. Inzwischen sind sie auf einer der Hauptstraßen angelangt, der Fremde einige Schritt vor ihm. Er macht keine Anstalten, irgendwohin auszuweichen. Die ersten Gardistenharnische funkeln nur wenige Schritt entfernt in den Sonnenstrahlen.
Der Säbelrassler muss sich entscheiden, ob er das Risiko eingehen und ihm weiter folgen will oder lieber Abstand gewinnt, bevor es noch seltsamer wird[2].
 1. Motiv erkennen, wenn Du möchtest
 2. Verstecken, wenn Du es wagen willst

Maedre

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Hakum
« Antwort #6 am: 20.07.2010, 17:35:16 »
Maedre folgt dem Mann durch die Menge, wobei er selbst schlengeln muss wie es normal ist, wärend der Mann einfach durchschreitet wie ein Sandschieber den sie immer benutzt hatten um nach einem Sandsturm den Boden wieder frei zu kriegen. So wie sie durch die Gassen liefen wuste Maedre schon das diese Verfolgung schon bald enden würde. Der Mann der wohl zu... ja was eigentlich... wohl angsteinflößend war ging zu den fünf Markthallen. Dort würde es erstens nicht so voll sein und zweitens hatte er nicht gute Erinnerungen an den Platz, dort würde es enden Maedre hatte nicht vor dort rein zu spatzieren wenn er nicht einen guten Grund hatte, also etwas kaufen oder verkaufen wolte.
Besonders an dem Mann war das er zwar sofort die Aufmerksamkeit der Menschen um ihn verlor aber die der Kenku anzog, wie Motten das Licht. Maedre regestrierte das alles und volgerte das dieser Mann nichts Gutes bedeutete warscheinlich auch Teil der Unterwelt ist stark genug um den Kenku ein Dorn im Auge zu sein.
Nun näherten sie sich den Markthallen und Maedre drehte ab. Zurück zu Abderazzak er hat villeicht Antworten. Ja, Antworten Maedre war immer auf der suche nach der nächsten Antwort. Wie und warum waren seine Lieblingswörter zusammen mit aber. Schon als kleiner junge hat er seinem Vater in die Irre getrieben wel er wissen wolte wieso der Wind weht und die Sonne scheint. Nun heut so Tage sind seine Fragen nicht grade anspruchloser geworden nur hat er eine ganz essenzielle: Wieso lebt er? Was ist der Grund das grade er überlebt? Wie überlebt man den schwarzen Marsch, das wuste er bisher das so die Welle von Spinnen hieß die sein Leben zerstörten.  Nun ist nur eine weitere Frage zu den tausenden anderen hinzugekommen, wer ist der Mann? Die Antwort hofft Maedre schnell zu finden.

Ansuz

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Hakum
« Antwort #7 am: 28.07.2010, 03:53:42 »
Bereits nach wenigen Augenblick ist der unheimliche Mann bereits außer Sicht, verschwunden in der Anonymität der Menschenmenge. Der ein oder andere Passant beäugt Maedre, aber keiner schenkt ihm größere Aufmerksamkeit. Gleiches gilt für die Gardisten. Niemand hat bemerkt, dass er dem Fremden gefolgt ist. Wahrscheinlich haben sie nicht einmal ihn wahrgenommen.
Unter den Steppenbewohnern hat er schon oft von den Feen und ihrem üblen Tun gehört. Sie sollen sich ungesehen bewegen können, das Vieh krank machen oder quälen, nachts den Menschen die Brust zudrücken und gelegentlich sogar ihre Wechselbälger mit Säuglingen austauschen. Die Wüste soll voll von ihnen sein. Womöglich hat sie eine ausgespuckt, die im Moment ungesehen durch die Fünf Hallen schlendern dürfte.
Vielleicht stammt er auch aus Bumasim, der südöstlichen Nachbarstadt des großen Hakum. Dort gibt es eine seltsame Schule, deren Schüler unter den Hakumber besten- als Besserwisser und schlimmstenfalls als Häretiker bekannt sind. Unter ihnen sind viele Zauberer, wie es sie in den Fernen Landen eher selten gibt. Nach allem, was Maedre bisher von ihnen gehört hat, könnte der Fremde einer der ihren sein.
Für Minuten bleibt ihm nur das Rätseln, bis er endlich den alten Abderazzak inmitten der Menge ausmnacht. Er wirkt unverändert erschüttert, da er nicht einmal lautstark die Qualität und (zweifelhafte) Frische seiner Waren anpreist. Das ist so typisch für ihn wie lautstarker Morgengesang für Kamele.
Maedre hat seit Jahren die Kunst verfeinert, das Gewühl erstens überblicken und zweitens durchqueren zu können. Eigentlich sollte ihn diese Gabe schnell zum Alten durchdringen lassen. Dieses Mal jedoch weicht er uniform mit allen anderen an die Ränder der Straße aus. Sofort legt jedermann seine Hand auf ihre Börse, bedeutet solche Enge doch Körperkontakt mit Straßenbälgern und vor allem den Kenku.
Der Grund für ihr Ausweichen ist eine Sänfte, die von muskulösen Kerlen auf den Schultern getragen wird, ihres Aussehens zufolge ehemalige Gardisten oder Söldner, die sich umweit der Plünderstraßé verdingen.  Zwischen ihnen ist kaum etwas zu erkennen; die Sänften der Küste bestehen aus einer kleinen Plattform, zwei dicken Stützstreben, die auf den Schultern der Träger ruhen und auf Dauer ihre Rücken zerstören, einem geschwungenen „Dach“ und einem daran befestigten Baldachin, der das Innere für das gemeine Volk unsichtbar macht.
Es muss einer der Patrizier sein, der so langsam durch die Straße getragen wird. Erst, als die Sänfte um eine Ecke verschwindet, normalisiert sich der Menschenstrom wieder. Allgemeines Murmeln und Fluchen offenbart die Wertschätzung, die den Handelshäusern Hakums vom gemeinen Volk entgegengebracht wird.
Schnell nutzt Maedre die Gunst der Stunde, um zu Abderazzak durchzudringen. Der Alte zuckt heftig zusammen, als er ihn sieht. Seine Augen huschen hin und her, als suche er etwas. Nervös tritt er von einem Bein aufs andere und tut so, als bemerke er den Waisen nicht, den er schon seit vielen Jahren mit seiner Pampe gesättigt hat.

Maedre

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Hakum
« Antwort #8 am: 03.08.2010, 16:19:09 »
Maedre bewegt sich durch die Menge wie Wind durch die Riße in den Häusern. Schnell ist er wieder bei dem alten Händler angekommen, dort erlebt er eine seltenheit in den eher schmalen Gassen der Stadt. Er weicht mit der Menge zurück als einer der Patrizier seinen weg hier entlang findet. Er kennt sich gut genug aus um schon reflexartig seine Wertgegenstände zu schützen. Er kann die Patrizier nicht sonderlich leiden, sie sind hochnäsig, eitel, meist fett und obendrein Reich. Nun das ist aber auch der vorteil bei ihnen sie finanzieren das Leben der Stadt. die meiste Arbeit gibt es nur wegen ihnen, Transport der Waren wird haubtsächlich von ihnen beauftragt und so verdient Madre das meiste Geld. Nun mann mus jemanden nicht mögen damit er nützlich ist. Das Größte problem an den Patrizieren ist aber, so findet Maedre, das er sie noch nie kennen gelernt hat da es strenge unterteilung zwischen Reich und Arm gibt und er sich so kein echtes Bild von ihnen machen kann, aber sie sind auch nur Menschen.
Nach dem die Senfte vorbei ist drängt er sich zu dem jetzt sehr nervös scheinenden Abderrazak. "Sag mal Abderrazak, du hast doch vorhin mit diesem merkwürdigen Mann gesprochen und es hatte den Anschein als wüstest du wer das war, also könntest du mir doch sicher ein paar Tips geben, warum ich ihn fürchten sollte und nicht mehr in seine nähe gehen sollte." Maedre steht fast schon lässig neben dem stand aber das ist nur fassade und Abderrazak weiß das wohl. Innerlich verbrennt Maedre vor neugirde, es ist die einzige Regung die er nicht zügeln kann. Nur durch gefahr kann sie unterbunden werden. Doch selten ist die gefahr so groß das er sie völlig vergisst. Nun musste er nur noch von Abderrazak herrauskitzeln, wer und vorallem was das für ein Mann war der ihn mit einem Blick in Panik versetzen kann. Wissen ist macht lehrte ihn einst sein Vater wer genug weiß kann undglaubliche Dinge anstellen. und als beweiß hat sein Vater auch gleich ein großen Felsquarder für den man fünf Leute brauchte um ihn dort hin zu bringen mit nicht mehr als einem Stab gedreht. "Alles eine frage des Druckes und des Winkels." sagte er dann immer. Heute beherschte auch Maedre dieses Wissen doch je mehr er wusste um so besser würde er überleben.

Ansuz

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Hakum
« Antwort #9 am: 08.08.2010, 23:45:23 »
Abderazzak zuckt zusammen und fährt Maedre laut an: „Was redest du da, Junge? Ich kannte vor deinem Auftauchen keine merkwürdigen Menschen!“
Entrüstet lässt er den Blick über die Menge schweifen. Er ähnelt einem Küstenfalken, der darauf wartet, auf ein unachtsames Opfer herabstürzen zu können. Als sich eine junge, hübsche Frau nähert, eilt er ihr zwei Schritt entgegen und hält ihr seine Bauchlade ins Gesicht. Sie lächelt, schüttelt den Kopf und entschwindet trotz seiner lautstarken Anpreisungen in der Menge. Das mag zum Teil an seinem penetranten Körpergeruch liegen, der selbst den Gestank der Stadt überbietet. Auch bei einem Sandalenverkäufer hat er keinen Erfolg, ebenso wenig wie bei einer Alten samt Kinderschar, die er mit Honigechse auf Spieß zu ködern versucht.
Missmutig schielt er zu Maedre hinüber, als sei das alles seine Schuld. Ein ärgerliches Funkeln tritt in seine Augen, während er die Lippen schürzt und ihm mit den Augen einen Wink gibt. Dann läuft er geradewegs an ihm vorbei in eine nahe Gasse, wobei er sich so aunauffällig anstellt, dass ihm einige Passanten verwundert nachblicken. Das Schleichen war nie seine Stärke.
Dem Säbelrassler bleiben nicht viele Alternativen, also folgt er dem alten Gauner kurzerhand. Er erwartet ihn im Schatten riesiger Efeu- und Engelstrompetenranken, die sämtliche Häuserfronten der Gasse bedecken. Einige Fässer erschweren das Vorankommen. Wahrscheinlich sind sie mit Wasser oder irgendeiner kaum verderblichen Speise gefüllt. Zwischen den Blütenkelchen summen Bienen, auf der Straße trottet ein einzelner Hund umher und weit über ihnen kreischen die Möwen. Die einzig sichtbaren Menschen sind die auf der Straße Vorbeiströmenden und zwei alte Waschweiber, die von ihren Fenstern aus den neuesten Klatsch besprechen.
Abderazzak scheint seltsam müde. Die Ringe unter seinen Augen sind noch tiefer als sonst. Ihm entfährt ein tiefer Seufzer, während er den Waisen mustert, den er schon so viele Jahre kennt.
„Maedre...“, beginnt er. „Was immer du mit diesem Mann vorhast, falls du etwas vorhast, sieh davon ab! Ich weiß, dass du neugierig bist. Ich habe dich ihm folgen sehen. Das war töricht, Junge! Folge niemals jemanden, der es bemerken könnte, denn wahrscheinlich versteht er deine Absichten falsch! Solche Leute schätzen es nicht, verfolgt oder angestarrt zu werden. Du bist kein verdammter Kenku!“
Sein Gesicht nimmt einen beschwörenden Ausdruck an, als er ihm beide Hände auf die Schultern legt. Sein Griff ist fester als erwartet.
„Hör zu, Junge: ich kann und will dir nichts über ihn erzählen[1]! Das wäre unverantwortlich von mir! Ich weiß selbst nichts Genaueres und bin bei Pholios` Glanz froh darüber!“
Heftig nickend lässt er Maedre los und umklammert seine Bauchlade, als böte sie ihm irgendeie Art von Schutz gegen die Präsenz des Fremden, der in den Fünf Hallen verschwunden ist. „Er ist unheimlich. Irgendetwas stimmt nicht mit ihm! Ich kann mich nicht einmal mehr erinnern, wann oder worauf er mich ansprach. Es ging nicht um meine Delikatessen, das steht fest. Mehr weiß ich nicht mehr. Jedes Mal, wenn er zu mir kommt, fragt er etwas, irgendetwas. Aber so sehr ich mich zu erinnern versuche, ich weiß nicht mehr, was es war, nur noch einzelne Wörter. Es ist, als verhexe er mich mit diesen verfluchten Augen!“
Es sprudelt geradezu aus ihm heraus. Wahrscheinlich brauchte er schon lange Gelegenheit, um sich Luft zu machen. Verschämt wagt er es nicht einmal mehr, dem jüngeren Maedre in die Augen zu sehen. Die Hakumber sind stolz, besonders ihre Alten.
 1. Diplomatie, wenn Du ihn überzeugen willst

Maedre

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Hakum
« Antwort #10 am: 12.08.2010, 08:35:14 »
"Tröste dich alter Freund, euer Geist ist nicht der einzige der euch nicht Zugang zu euren Erinnerungen lässt. Und meistens sind es die Wichtigen Sachen die man vergisst." Ruhig sieht der junge Weise den Händler an, nach dem dieser sich ausgelassen hat, Mitleid wäre falsch er selbst würde kein Mitleid wollen.
Erst war Maedre beunruhigt das Abderazzak Ihn so abweist, aber er kannte ihn gut und wusste wenn er wartet würde er seine Informationen schon erhalten. Doch hat ihm das nicht viel gebracht, ihm kamen wieder die Geschichten von Magie und Feen in den Sinn. War das die Erklärung für das Gefühl des Mannes. Irgend wie wollte er mehr heraus finden und er wusste bei wem er das konnte, doch das war gefährlich und Teuer. Er hatte schon das ein oder andere mal Geschäfte mit den Kenkus gemacht jeder Kriminelle hatte, doch man ist nie sicher. Er muss das gut Planen.
"Danke Abderazzak du hast mir nicht viel verraten aber etwas." Denn Rest finde ich auch noch raus, hatte er weggelassen. Der Alte würde sich nur ärgern und sorgen.
Mit einem letzten Gruß läuft er los zurück in die Villa da könnte er planen was zu nächst zu tun ist. Wie er schon vor einer Stunde beschlossen hat wollte er nun über die Dächer laufen. Kurzer Hand kletterte er bei der nächsten Stelle die er kannte, wo der Aufstieg einfach ist hinauf. Oben stoppte er kurz, wie immer wenn er von der Stadt hinauf kommt, um den Ozean zu erblicken. Dannach ging es in der prallen Sonne wieder zur verlassenen Villa.
Hinter der Villa auf der Veranda dachte Maedre über seine Absichten noch einmal nach. Er wollte die Kenkus fragen. Sie Wollen Geld für das Wissen das sie preis geben wenn sie über haubt etwas sagen. Nun ein wenig hatte er. Er sollte am besten die Kenkus aufsuchen die den Mann vorhin gesehen haben nahe den Fünf Hallen. Wahrscheinlich sind sie immernoch dort wenn er zu lang wartet findet er sie vielleicht nicht. Nun zu dem eigentlichen Problem: Was wollte er Wissen? Nun wer und was der Mann ist. Dann wieso alle ihn ignorieren oder vergessen. Wie Mann sich vor seiner Kraft schützen kann. Aber lohnt es sich dafür mit den Kenkus zu verhandeln. Er brauchte die Informationen nicht und er könnte umkommen wenn er mit den Kenkus sich abgibt. Wie auch schon vor den Hallen ist er es wahrscheinlich gar nicht Wert.
Vielleicht sollte er sich doch lieber eine Arbeit suchen, nun er würde später sich entscheiden nach einem kleinen Schlaf.
« Letzte Änderung: 12.08.2010, 14:16:21 von Maedre »

Ansuz

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Hakum
« Antwort #11 am: 19.08.2010, 22:27:20 »
Abderazzak mustert den jungen Mann, den er vom Straßenjungen zu einem formidablen Krieger heranwachsen sah. Zwar mag er nicht sehr helle scheinen, doch haben ihn Jahrzehnte auf den Straßen Hakums eine ausgeprägte Menschenkenntnis entwickeln lassen. In seinem Blick steht deutliches Misstrauen, bevor er ihm zunickt und zur Straße herüberschaut. Wahrscheinlich sieht er sich wegen des lausköpfigen Bengels bereits Unmengen von Kupfer verlieren.
„Du hast etwas vor, das ist so sicher wie die Tücke der Kenku. Nimm dich in Acht, Junge! Ich bin kein Mann, der andere beschützen kann!“, raunzt er. Zorn flackert in seinem Blick, als er Maedre mustert. Schon jetzt hat er sich damit abgefunden, nichts an dessen Entscheidungen ändern zu können. Er ist nicht sein Vater und auch zum Priestertum wurde er nie berufen.
„Sham Kadif!“, verabschiedet er sich nach althergebrachter Weise. Er ist einer der wenigen, die noch das Arbil pflegen, wie es einst alle Städter der Küste taten. Seit Jahrzehnten werden es weniger, die sich ihrer erinnern. Die Handelssprache macht alle gleich. Alte Idiome und Dialekte werden in ein paar Jahrhunderten bestenfalls nostalgische Erinnerungen sein.
Maedre kann das egal sein. Für ihn sind die meisten Entwicklungen der letzten Jahre eher positiv, zum Beispiel der Ausbau der Verbindungen von Dach zu Dach oder der zunehmend florierende Handel zwischen Fernen- und Heimatlanden. Besonders in Hakum spürt man die neuesten Entwicklungen, sobald sie entstehen. Dazu gehört der Trend, schmutzige Gassen durch blütenreiche Kletterpflanzen aufzuwerten. Genau solche, wie sie um ihn herum wachsen.
Es ist ein leichtes, an ihnen hochzuklettern. Solch ein Wagnis ist nur für Fremde und Fette wirklich gefährlich. Mit der richtigen Technik sind sie ebenso leicht zu besteigen wie Leitern oder die vielen Treppen, die sich die Häuserwände entlangziehen.
Oben herrscht reger Verkehr. Die Hakumber sind es gewohnt, über ihren Köpfen das leise Klopfen von Sandalen oder nackten Füßen zu hören. Überall knarzen alte Bohlen unter dem Gewicht der Passanten. Die Kinder machen sich gar nicht erst die Mühe, über sie zu balancieren. Lieber springen sie wie Wüstenmäuse von Dach zu Dach. Mancherorts wurden Sonnenschirme aufgestellt, unter denen die Alten beim Tee sitzen. Ihnen ist das Gedränge der Straßen zuwider, deshalb findet man sie meist näher an der Sonne.
Die Hitze ist erbarmungslos. Kaum einer wagt es, auf Turban oder Haube zu verzichten. Manche rußen zusätzlich ihre Augen. Praktisch keiner ist ohne die dünnen, billigen Fächer, die an jeder Ecke verkauft werden, unterwegs.  Nur wenige tun es Maedre gleich und verharren in der prallen Sonne, bloß um den Ausblick auf den nahen Ozean zu genießen. Wenn sie aufsehen, dann nur in Richtung des Tempelbergs.
Die Menschen beachten ihn nicht weiter, sodass er über einige Schleichwege zu der hohen Mauer gelangt, die das Anwesen auch über den Straßen von seiner Umgebung trennt. Adelige und Kaufleute schätzen es nicht sonderlich, wenn ihr Haus zur Straße umfunktioniert wird. Für ihn ist das kein Problem, er kennt jede Fuge. Im Nu hat er sie überwunden.
Sofort scheint der Lärm der Stadt etwas ferner, als segle er davon , fort von der Bucht von Baschib. Nun bleibt ihm Zeit für sich, zumal er weiterhin allein in dem Anwesen zu sein scheint. Falls noch jemand in der Nähe ist, macht er sich nicht bemerkbar. Beste Bedingungen, um ein Nickerchen zu halten, wie es viele über den Mittag zu tun pflegen.

Nach seinem kleinen Schläfchen steht die Sonne bereits tiefer am Himmel. Es ist inzwischen Nachmittag, bald Abend. Erfahrungsgemäß sind die Kenku in der Morgen- und Abenddämmerung am aktivsten, wenn die Grenzen zwischen Licht und Dunkelheit verschwimmen und Pholios` Position angefochten ist.

Maedre

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Hakum
« Antwort #12 am: 21.08.2010, 16:58:04 »
Gähnend reibt Maedre sich die Augen, er ist es gewohnt Mittags zu schlafen. Was ihm aber nicht davon abhält immer noch etwas müder zu sein als vor dem schlafen. Doch dieser zustand hält nie lange an, Schon 5 Minuten später nach ein paar dehn übungen springt er schon wieder über die Mauer auf die Dächer der Stadt.
Der Nachmittag ruft schon die erste Kühle des Abends ist schon zu spüren. Die Haubthitze hat er überschlafen so wie viele der Menschen in den fernen Ländern.
Nach seinem üblichen träumerischen Blick Richtung Meer Macht sich Maedre auf die beiden Kenkus zu finden die nahe der Fünf Hallen waren als der Mann da lang lief, er hatte sich doch entschlossen etwas über ihn heraus zu finden. Denn dieser war gefährlich und bedrohte villeicht auch ihn. Dort wo er die beiden Kenkus zu vor gesehen hatte wolte er als erstes Suchen.

Ansuz

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Hakum
« Antwort #13 am: 26.08.2010, 22:57:47 »
Auf den Dächern herrscht regerer Betrieb als unter der glühenden Mittagsonne. Sämtliche Planken erzittern unter den Schritten der Hakumber. Eine Unzahl von Dürften weht aus den noch immer glühenden Straßen herauf und vermischt sich mit den Schweißdünsten der erschöpften Massen. Maedre überspringt die Häuserkanten kurzerhand, anstatt sich dem Gedränge auszusetzen. Trotzdem ist er dauernd damit beschäftigt, sitzenden Gruppen, Pavillons, Balkons und improvisierten Gärten auszuweichen.
Die Sonne nimmt langsam ein loderndes Orange an, während sie tiefer sinkt. Die goldenen Kuppeln des Hochtempels lodern, als stünden sie in Flammen. Die Stadt scheint wie in ein rotes Seidentuch gehüllt, als begebe sie sich langsam zur Ruhe. Zur spüren ist davon noch nichts. Erst spät am Abend wird bis auf die Trinker und Nachtwachen niemand mehr zu hören sein. Mehr als ein paar Stunden Ruhe bleiben nicht, bevor die Geschäftigkeit erneut ausbricht.
Nur ein, zwei Meilen entfernt kann der junge Säbelrassler den Medinatim sehen, das eigentliche Herz Hakums. Dort liegt die Grundlage seines Reichtums. Schlaf kehrt in den Docks höchstens unfreiwillig ein. In unmittelbarer Umgebung finden sich die elendsten aller Quartiere, an deren Ecken der Großteil der Kenku herumlungert. Ihre Nester säumen die Fassaden in langen Reihen, als wären sie verdreckter Zierrat. Hat er nah den Hallen keinen Erfolg, wird er notfalls dorthin müssen.
Eilig begibt er sich in Richtung Zentrum, wo er den Fremden verlassen musste. Eine Treppe ermöglicht ihm den Abstieg in die Schatten einer "Rabengasse", wie die engsten und zwielichtigsten Nischen der Stadt genannt werden. Mehrere gelbe Augenpaare richten sich auf ihn, verborgen in den Schatten zerschlissener Roben. Es riecht streng, wenngleich er keinen besonderen Duft herausfiltern kann. Die Temperatur ist wesentlich angenehmer als auf den weißen Dächern, die Stimmung dafür umso unangenehmer. Niemand preist Waren an, keiner setzt Tee auf, es wird nicht geschwätzt.
Einer der Kenku spricht ihn an: "Was mag er haben?", krächzt er.
Maedre spürt, wie sich die Artgenossen der Kreatur nähern, nicht bedrohlich, aber durchaus warnend. Die kleinen Bastarde sind bekannt dafür, jederzeit überlegen und allwissend erscheinen zu wollen. Leider gelingt es ihnen allzu gut, Paranoia in den Mächtigen und Labilen zu wecken.

Maedre

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Hakum
« Antwort #14 am: 08.09.2010, 18:01:22 »
Maedre war sich bewust das er warscheinlich grade die Höhle des Löwen betreten hatte. Er schaut sich kurz um und versucht die Augen paare zu zählen die ihn umgeben. Dann wendet er sich an die Kenkus ohne einen bestimmten anzusprechen das könnte zu missverständnissen kommen das er nur einen Fragt. "Ich bin hier um Informationen zu tauschen, Informationen gegen bare Münze. Wenn einer von euch mir etwas über einen sehr seltsamen Mann Erzählen kann den ich heute Mittag verfolgt nhabe werde ich euch da für bezahlen. Nun der Mann der mein Interesse erweckt hat ist jemand der vonn allen ausser den Kenkus ignoriert wird, alein sein Blick kann einen in Panik versetzen und wenn er mit jemanden spricht kann man sich an nichts danach erinnern. Sagt mir einige von euch haben ihn heute villeicht gesehen und er euch, wer und was ist er und felch ein Ziel verfolgt er jede dieser Fragen ist mir eine goldene Münze Wert." Maedre hatte schon öffters Erfahrungen mit den Kenkus gemacht, meistens hatte er für sie gearbeitet. Er wusste wenn man ruhig blieb dann geschieht meistens nichts. Nun ja meistens es gibt auch Ausnahmen. Nur um sicher zugehen stellt er sich mit dem Rücken an eine der Wände um nicht überraschend von hinten angegriffen zu werden.

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