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Autor Thema: Kapitel 1: Ein leiser Hauch von Schrecken  (Gelesen 26877 mal)

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Skraching

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Kapitel 1: Ein leiser Hauch von Schrecken
« Antwort #15 am: 26.08.2010, 15:32:55 »
Als Galian sein Alter ansprach, zog Skraching seine Augenbrauen zusammen. "Ich bin kein Kind mehr", betonte er. "Und ich erwarte nicht, dass ihr mir irgendetwas schenkt. Alles, was man geschenkt bekommt, verliert man sowieso irgendwann wieder."

Dann schüttelte er den Kopf. "Ich verstehe euch nicht. Ihr seid auf der Suche nach Arbeit, aber wenn ich euch etwas anbiete, lehnt ihr ab. Bin ich euch als Auftraggeber zu jung, oder wollt ihr auf keinen Fall etwas anderes machen als das, was ihr als euer Geschäft betrachtet? Das wäre nämlich unklug... es ist immer gut, sich möglichst viele Wege offen zu halten. Man weiß nie, was auf einen zukommt."
Es ist die Kälte in meinen Adern, die mich führt und leitet...

Robin Brighthide

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Kapitel 1: Ein leiser Hauch von Schrecken
« Antwort #16 am: 26.08.2010, 15:45:22 »
Wie Selamin erkennen konnte war das Siegel noch immer voll intakt, die Schriftrolle schien also bisher nicht geöffnet worden zu sein.
Kurz schien Kysh zu überlegen was er denn neues zu berichten hätte, bis sich auf seinem Gesicht ein verschmitztes Lächeln formte und er begann. "In der letzten Zeit gibt es oft Streitereien auf dem Markt. Die Preise für Getreide, Salz und einige Dinge ist förmlich explodiert. Die Leute geben den Händlern die Schuld dafür und denken es ist nur Halsabschneiderei. Die Händler allerdings behaupten dass diese Preisanstiege mit den immer höher werdenden Steuern zusammenhängt. Wenn ich das richtig sehe dann ist das aber wirklich kein neuer Trick der Händler. Bei den Preisen würden sie nur mehr Verluste machen weil keiner mehr bei ihnen kaufen will, also denke ich dass sie ehrlich sind."

Eine Ganze weile nun schon unterhielten sich Bolterok und Galian miteinander und nachdem Galian seine Warnung ausgesprochen hatte bemerkten die beiden dass an ihrem Tisch inzwischen die Schankmaid Stand.
Die junge Frau war wirklich sehr attraktiv, sie hatte eine schlanke Taille, langes güldenes Haar und einen fast schon Alabaster färbendem Teint. Es war unschwer zu erkennen dass elfisches Blut in ihren Adern floss, was man sehr leicht an ihren Ohren erkennen konnte die spitzer zu liefen als sie dies bei einem normalen Menschen taten
Gekonnt stellte sie die vielen Platten, und Schüsseln vor den beiden auf den Tisch und schon nach wenigen Augenblicken wirkte der Tisch so als wäre er für ein Festmahl eingedeckt. Galian und Bolterok sahen die vielzahl an Speisen die auf dem Tisch gestellt waren, ein Korb voll mit frischen Brot, eine Platte mit Wurst, eine mit Käse und eine große Schüssel in der Speck mit Bohnen vor sich hin dampfte.
"Einen guten Appetit wünsche ich, etwas zu trinken bringe ich gleich noch." Sagte die Schankmaid noch zu den beiden, bevor sie sich wieder in Richtung der Küche aufmachte.

Skraching

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Kapitel 1: Ein leiser Hauch von Schrecken
« Antwort #17 am: 26.08.2010, 15:56:15 »
Mit einem breiten Lächeln betrachtete der junge Mann die vielen Speisen, und seine gerade noch vorhandene Schwermut war wie weggeblasen. "Vielen, vielen Dank!" sagte er zu der Schankmaid. Als sie den Tisch verließ, sah er ihr noch einen Augenblick hinterher. In dem Moment, als seine Augen sich wieder auf das Essen richteten, fügte er noch ein "Lecker!" an. Es war allerdings nicht klar, ob er das Essen oder die Schankmaid meinte.

Dann nahm er sich eine große Scheibe Brot, belegte sie mit Wurst und Käse und schaffte es irgendwie, auch noch etwas von den Bohnen mit Speck auf dem Brot zu platzieren, ohne dass etwas herunter fiel. Dann nahm er einen großen Bissen von seinem Brot - und schaffte es erstaunlicherweise immer noch, zu verhindern, dass auch nur eine Bohne auf den Teller zurück fiel.
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Mephala Egadir

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Kapitel 1: Ein leiser Hauch von Schrecken
« Antwort #18 am: 26.08.2010, 15:59:09 »
Galian lächelte amüsiert "Ihr gehört also auch nicht zu den Menschen die von Dingen die sie nicht verstehen begeistert sind?"
Galian schien einen Moment nachzudenken. "Ich wollte Euch nicht verärgern, was ich sagte war aufrichtig gemeint."
Wieder überlegte er einen Augenblick: "Seht es einmal so: Stünde ich in Euren Diensten, dann wäre meine Loyalität nur durch Eure Zahlungen bedingt. Wir wären nicht gleich. Möchtet ihr mit jemandem reisen, von dem ihr wisst, dass er ein finanzielles Interesse an Eurem Wohlergehen hat? Ich kann mir vorstellen, dass man lieber mit jemandem reisen möchte, mit dem man auf der gleichen Ebene steht.
Darüber hinaus mögt ihr recht haben, dass meine Haltung unklug ist. Aber ich habe erkannt, dass das Leben schöner ist, wenn man nur die Dinge tut an denen man gefallen findet. Es gefiele mir mit Euch zu reisen, aber es gefiele mir nicht Euer Leibwächter zu sein...


Er bemerkte die Schankmaid, warf ihr einen kühlen Blick zu und ließ sie auftischen.

Während die Frau den Tisch vollstellte fixierte Galian seinen neuen Bekannten die ganze Zeit. Als die Frau verschwand beugte er sich über den Tisch, so nah, dass er unglaublich leise in Skrachings Ohr flüstern konnte: "Wenn Ihr Feinde habt die ihr tot sehen wollt, können wir noch einmal über eine Anstellung verhandeln, aber sonst werde ich kein Gold von Euch annehmen, Herr Skraching."

Er lehnte sich wieder zurück "Unklug? Wahrscheinlich, aber was macht es schon, mir ist langweilig" und nahm sich ein wenig von dem Brot.

Skraching

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Kapitel 1: Ein leiser Hauch von Schrecken
« Antwort #19 am: 26.08.2010, 16:12:10 »
Kauend dachte Skraching eine Weile über Galians Worte nach. Sein Mund war so voll, dass er recht lange kaute, bevor er überhaupt wieder sprechen konnte. Sein voll belegtes Brot fixierend, antwortete er schließlich.

"Dann muss ich mich entschuldigen. Ich bin es gewohnt, von Erwachsenen nicht wirklich ernst genommen zu werden. Es ist schön, dass ihr eine Ausnahme seid, und dann nehme ich euer Angebot auch gerne an. Unter... einer Voraussetzung."

Er lächelte. "Dass wir auf's 'Du' wechseln."

Er lächelte noch immer, als er weiter sprach. Kurz ließ er - offensichtlich widerwillig - das Brot sinken, und beugte sich ebenfalls weit vor. "So leid es mir tut, aber ich bin nicht der Typ, der andere tot sehen will. Ich fürchte, dafür liebe ich das Leben zu sehr. Ich bin allerdings auch nicht der Typ, der sich ein Urteil darüber erlaubt, wie andere ihr Geld verdienen."

Mit gierigen Blicken führte er wieder sein Brot zum Mund, stoppte aber noch einmal, bevor er hinein biss. "Es stimmt, dass man nur tun sollte, worauf man Lust hat. Aber man sollte auch offen für Neues sein. Manchmal findet man Dinge, von denen man nie geglaubt hätte, dass sie einem Spaß machen."

Er zwinkerte Galian freundlich zu, als er wieder in sein Brot biss. Und mit dem zweiten Bissen bereits das halbe Brot verspeist hatte.
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Selamin

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Kapitel 1: Ein leiser Hauch von Schrecken
« Antwort #20 am: 26.08.2010, 16:16:57 »
"Das klingt nicht gut. Gerade Getreide und Salz sind der Grundstoff für die meisten Nahrungsmittel der Stadt. Das solltest du bei deinen Überlegungen nicht vergessen. Die Reichen werden weiterhin kaufen, die Armen sind es die darunter leiden. Es könnte also durchaus Preisabsprachen zwischen den Händlern geben. Dennoch sind deine Überlegungen nicht von der Hand zu weisen. Zumal es immer schwer ist alle Händler zusammen zu bringen. Wie sollten sie verhindern das einer von ihnen auf Profitgier seinen Preis niedirg hält. Aber schauen wir mal was Morgenes schreibt."
Während Selamin das Siegel bricht und die Schriftrolle ausrollt überlegt er wer für erhöhte Steuern verantwortlich sein könnte.[1]
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Mephala Egadir

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Kapitel 1: Ein leiser Hauch von Schrecken
« Antwort #21 am: 26.08.2010, 16:22:16 »
Wenn du dein Gegenüber nicht ernst nimmst, dann wirst du dich sehr schnell in Situationen wiederfinden, die dir nicht gefallen werden. Problemlos und kommentarlos ging Galian in die vertrautere Form über. Das Gleiche gilt für das von dir so sehr angepriesene Neue. Einmal eingeschlagene Wege lassen sich nicht mehr zurückgehen, weißt du?

Gedankenverloren kaute er auf seinem Brot herum...

Skraching

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Kapitel 1: Ein leiser Hauch von Schrecken
« Antwort #22 am: 26.08.2010, 16:33:42 »
Kurz wurde der junge Mann wieder ernsthaft, und sah Galian nachdenklich an. Das war eine Lehre, die er auch schon hatte ziehen müssen. Wieder spürte er, wie ihn ein Frösteln überkam, und sich die feinen Härchen an seinen Armen und Händen aufstellten. Ihm wurde kalt...

Er blinzelte ein paar Mal, und schluckte dann den Rest dessen herunter, was er noch im Mund hatte. "Das weiß ich, ja."

Er legte sein Brot auf den Teller, und sah nach draußen auf die Straße. "Welchen Weg will ich eigentlich gehen? Bis jetzt bin ich immer nur weiter weg von... immer nur weiter gezogen. Wo will ich eigentlich hin?"

"Galian?" fragte er seinen neu gewonnenen Gefährten, und auf einmal wirkte er tatsächlich wie der fünfzehnjährige Junge, der er eigentlich war. "Hast du eigentlich ein Ziel im Leben, irgendetwas... dass du erreichen willst? Etwas, das dir wichtig ist?"
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Mephala Egadir

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Kapitel 1: Ein leiser Hauch von Schrecken
« Antwort #23 am: 26.08.2010, 19:07:09 »
"Verdammt. Der Junge schafft mich wirklich. Wahrscheinlich bin ich hier auf die merkwürdigste Person des Landstrichs gestoßen."

"Ein Ziel? Ich... nun..." Galian wirkte wie jemand der über ein kompliziertes Problem nachdachte, jedoch ohne ein abschließendes von Erkenntnis kündendes strahlendes Lächeln "... bisher ging es die meißte Zeit eher darum zu überleben. Als ich das gemeistert hatte, glaubte ich es wäre erstrebenswert einen gewissen Ruf zu haben. Aber das ist nur Schall und Rauch. Seit dem lasse ich mich treiben und schaue mir an, was das Leben zu bieten hat, vielleicht ist etwas für mich dabei. Bis dahin tue ich das, was ich am Besten kann.

Er schien selbst nicht so ganz mit seiner Antwort zufrieden zu sein, zuckte aber mit den Schultern "Ich bin nicht sein Vater. Über Moral wird er sich schon selbst klar werden müssen."

Skraching

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Kapitel 1: Ein leiser Hauch von Schrecken
« Antwort #24 am: 26.08.2010, 19:13:32 »
Nachdenklich blickte der Junge den älteren Mann einige Sekunden lang an. "Jetzt weiß ich glaube ich, warum ich dich mag. Das könnte von mir kommen. Naja, ausgenommen das mit dem Ruf... mir war schon immer egal, was andere von mir denken. Hab ich von meinem... hat man mir so beigebracht", schloss er.

Er sah kurz wieder aus dem Fenster, dann lächelte er Galian an. "Ich freue mich, dass wir uns getroffen haben."

Dann nahm er wieder sein Brot zur Hand und biss mit der Leidenschaft eines Verhungernden hinein. Er kaute einige Male, schluckte, und steckte dann den Rest seines dick belegten Brotes in seinen noch halb vollen Mund. Noch während er kaute, nahm er bereits die nächste Scheibe Brot aus dem Korb und legte sie auf seinen Teller.
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Mephala Egadir

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« Antwort #25 am: 26.08.2010, 19:40:22 »
Galian beobachtete mit zunehmendem Interesse, wie sich der die Last des Tisches verringerte und registrierte, dass er immer noch mehr oder weniger lustlos auf seiner erste Brotscheibe herumkaute. Er beschloss, dass der Junge zwar wachsen müsse, aber er ihm nicht alles kampflos überlassen sollte und tat sich nun auch ein wenig von allem auf seinen Teller und widmete der Nahrungsaufnahme von nun an mehr Aufmerksamkeit.

"Offensichtlich..." er tat einen Bissen "...bist du nicht dort aufgewachsen wo ich aufwuchs. Dort hat es das Leben einigermaßen erleichtert, wenn man dich kannte und... respektierte."

Er hielt nach der Elfin Ausschau, offensichtlich sehr durstig...

"Das ist nun Geschichte. Ich stimme dir zu, ich freue mich auch. Allerdings ärgert mich diese Frau doch sehr. Wo bleiben unsere Getränke?"

Skraching

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« Antwort #26 am: 26.08.2010, 21:19:11 »
Skraching zuckte mit den Schultern. "Es spricht ja nichts dagegen, respektiert zu werden. Aber viele Leute tun Dinge, die sie normalerweise nie tun würden, damit man sie respektiert. Aber der Irrsinn ist, dass die Leute dann ja nicht die wirkliche Person respektieren, sondern etwas, was die Person nur vorgibt zu sein. Ich mache das, was ich für richtig halte, und wenn mich dafür jemand respektiert und schätzt, umso besser."

Als Galian nach der Bedienung schaute, schüttelte der Junge den Kopf. "Lass ihr doch etwas Zeit. Sie gibt sich Mühe, und wir sind ja nicht die einzigen Gäste. Außerdem..."

Er brach ab, schaute kurz zu Galian und räusperte sich dann. Schweigsam belegte er die nächste Scheibe Brot.
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Mephala Egadir

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« Antwort #27 am: 26.08.2010, 21:38:24 »
"Manchmal kannst du es dir nicht leisten anders zu sein, du musst so sein wie es deine Umgebung dir erlaubt oder du vergehst wie das Getreide auf den Feldern... Was wolltest du gerade sagen?"

Skraching

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Kapitel 1: Ein leiser Hauch von Schrecken
« Antwort #28 am: 26.08.2010, 21:59:28 »
"Hm? Ach nichts", erwiderte Skraching knapp, und warf noch einen kurzen Blick in Richtung Küche.

Dann sah er Galian wieder in die Augen. "Wenn es keinen anderen Weg gibt, und man weiß, dass man nur eine... Vorstellung gibt, ist das eine Sache. Dann macht man es nicht für die Anderen, sondern für sich selbst, und solange man es schafft, man selbst zu bleiben..."

Er unterbrach sich. Man selbst zu bleiben - hatte er das etwa geschafft? Die Dinge, die er getan hatte - aus Notwendigkeit, weil es keinen anderen Weg gab -, hatten ihn auch verändert. Er kämpfte darum, er selbst zu bleiben, aber er wusste, dass er etwas verloren hatte.

Plötzlich schüttelte es den jungen Mann, und seine feinen Härchen standen wieder zu Berge. "Kalt hier", murmelte er, und wandte sich wieder seinem Essen zu.
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Mephala Egadir

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Kapitel 1: Ein leiser Hauch von Schrecken
« Antwort #29 am: 26.08.2010, 22:13:32 »
"Ich glaube du kannst das vielleicht nicht nachempfinden. Das ist keine Vorstellung, dass ist dein Leben. Entweder du gehst unter oder du lässt die anderen untergehen. Lassen wir das lieber, es ist zu früh am Tag und wir sind zu nüchtern für solche Geschichten...

Er bemerkte die enorme Wärme dieser Tage die die Sonne durch das Fenster in den Raum schickte "Wie kann dir kalt sein? Ich spiele mit dem Gedanken meine Rüstung abzulegen, um nicht in der Hitze zu vergehen und dir ist kalt?"

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