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Autor Thema: Kapitel 2: Verrottete Adern  (Gelesen 34588 mal)

Beschreibung: Dem Bösen auf der Schliche

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Kayman

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Kapitel 2: Verrottete Adern
« am: 01.04.2011, 13:15:31 »
Als die Ermittler die Zentrale der Stadtwachen erreichen, sehen sie, dass ein kleiner Pulk von Leuten davor steht, während Block vor der Tür steht und sie regelrecht vor den Unruhestiftern versperrt. Die Leute (circa drei Menschen, ein Halbelf und zwei Halblinge) sind aufgebracht und diskutieren wild durcheinander, einige zeigen aufeinander, andere zeigen auf Block, und Block selbst steht in ungerührter Emotionslosigkeit da und scheut sich das Schauspiel mit funkelnden Augen an. Schließlich, als er die Ermittler erblickt, ertönt seine monotone Stimme wie ein Donnern und er stampft mit seinem Fuß dermaßen heftig auf den Boden, dass die Steithälse verstummen. „In Ordnung! Meine Sensoren nehmen eine aggressive Grundstimmung unter Euch wahr. Ich beschließe hiermit, Euer Anliegen anzunehmen und die Wachen auf dem Markt zu verstärken, und zu Eurer eigenen Sicherheit entsende ich sogleich zwei meiner Männer mit Euch, damit Ihr Euch Eure fleischlichen Köpfe nicht zerstört!“, sagt er, woraufhin einige anerkennend Nicken und in Zustimmung grummeln. „Ich stelle fest, dass Euch dies zufriedenstellt.“

Er geht kurz in die Wache und kommt wenige Sekunden später mit zwei Männern wieder heraus, die er anweist, die Leute zum Markt zu begleiten und dort eine Nachtwache einzurichten. Seine orangefarbenen Augen folgen dem merkwürdigen Trupp mehrere Sekunden lang, während sein Körper keine Regung zeigt. Dann dreht er abprubt seinen Kopf zu den Ermittlern. „Guten Abend“, sagt er, ohne die geringste Verwunderung oder Überrschaung in der Stimme.
« Letzte Änderung: 12.04.2011, 12:56:04 von Kayman »
Makotash - Tonks - Schwester Hermene

Scarlet

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Kapitel 2: Verrottete Adern
« Antwort #1 am: 13.04.2011, 00:40:01 »
Scarlet war den ganzen Weg über eher schweigsam gewesen, denn sie dachte darüber nach, wie die seltsamen Puzzleteile zusammengehören mochten. Sehr unterschiedliche, seltsame Dinge passieren auf ein mal hier. Obgleich, wir müssen uns bewusst sein, dass dies noch nicht bedeutet, dass diese Ereignisse nicht zwingend einen Bezug zu einander haben müssen. Zum Beispiel könnte es reiner Zufall sein, dass die Pflanzen um die Enklave verrotten. Eine seltsame Krankheit, die aber nicht mit der Fäulnis zusammenhängen muss. Jodie wird das für uns analysieren, ebenso wie das Wasser der Quellen[1]. Dann bleiben sie plötzlich stehen und Scarlet mustert die beunruhigten Leute. Noch hatte sie nicht verstanden, warum sie beunruhigt waren.

Sie zuckt ein wenig zusammen, als Block die Gefährten begrüßt. Verflucht! Ich habe vergessen, dass der Automat zur Stadtwache gehört. Hoffentlich bin ich ihm nicht bekannt. Möglichst unauffällig schiebt sie sich den Hut etwas tiefer ins Gesicht.
 1. Ich würde Jodie gerne gebeten haben, dass sie das Wasser der umliegenden Quellen prüft.

Ghart

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Kapitel 2: Verrottete Adern
« Antwort #2 am: 13.04.2011, 16:30:22 »
Ghart ist fast genauso schweigsam gewesen, wie Scarlet es auch gewesen ist. Aber das hat vor allem daran gelegen, dass der Einzahn versucht hat, den toten Orien möglichst stoisch und schweigsam zu tragen. Ihn überhaupt zu tragen, ist anstrengend genug gewesen. Der Zwerg ist inzwischen aber die Schmerzgrenze hinweg und so erträgt er das tote Gewicht auf seinen Schultern mit geringem Stöhnen und immer wieder einem kleinen Grummeln, sobald ein kleiner Anstieg kommt, so klein der auch sein mag. Vor ihrem Aufbruch hat der bucklige Zwerg nur mürrisch an die Gnomin weitergegeben, dass er ihr fünfzig Galifar zahlen würde, wenn sie ein vernünftiges Geständnis des Blonden zustande brächte und dementsprechend verschwiegen im Anschluss wäre.
Auch zu den Orien hat er sich nicht weiter geäußert, nur den Leichnam abgegeben und stoisch geschwiegen. Diese Aufgabe hat er willentlich den anderen Drachenmalträgern überlassen und sich zurückgehalten. Über wichtige Details versucht der Zwerg nachzudenken, aber er ist zu ausgebrannt, um einen klaren Gedanken zu fassen, er bedankt sich immerhin für die reiche Gabe mit einem Nicken bei den Orien, und dann erreichen sie auch schon Block und die Wache.

Der Zwerg wischt sich mit dem schweißnassen, rechten Unterarm die Stirn ab und verwischt verkrustetes Blut und Schmutz in seinem Gesicht und auf seinem Arm. Immerhin müssen sie keinem Knilch[1] gegenübertreten, dessen Existenz allein Ghart schon sauer aufstößt. Block ist so schön direkt, das weiß Ghart zu schätzen, weshalb er auch noch eben wartet, bis die beiden Wachmänner mit den Bittstellern verschwunden sind.
"Der Jahrmarkt und Diebstähle fallen ungewöhnlicherweise zusammen?", fragt Ghart trotz seiner Müdigkeit etwas sarkastisch und lehnt sich einfach gegen die Außenwand des Gebäudes, stützt dabei die Hände auf den Knie ab, während der Schweiß ihm so runtertropft.
"Hauptmann Block. Wir haben einen Attentäter erwischt.", sagt der Zwerg dann schon und wartet gar nicht ab, dass Block auf die vorherige Frage antwortet. Sein Lispeln wirkt trotz der fehlenden Zähne nicht so stark, jetzt da er extrem überanstrengt ist. "Er hat einen von uns erwischt. Stordan Orien hat es auch erwischt, abgestürzt an der Enklave der Jorascos.", die Zusammenfassung von Ghart ist äußerst kurz, aber der Zwerg hat keinen Atem für lange Worte. "Wir benötigen einen ruhigen Raum, in dem wir den blonden Stinker hier nochmals befragen können." Beiläufig zeigt der Zwerg mit seinen schwieligen Händen auf ihre verborgene Ware. "Und danach möchten wir euch bitten, ihn in Gewahrsam zu nehmen. Er hat mit zwei inzwischen verbrannten Komplizen einen Anschlag auf uns verübt und könnte mehr über die merkwürdigen Ereignisse hier wissen." Ghart stoppt erstmal. Er schaut nicht mal zu Block auf, stattdessen lässt er den Schweiß einfach so runterlaufen. "Ich bin kurz davor einen Schluck Wasser zu fordern..."
 1. Hier in der Wortbedeutung des kastrierten Esels gemeint und Esel natürlich in seiner abwertesten Bedeutung. Es hat also dieselbe Bedeutung wie Macker.

Bolbas d'Jorasco

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Kapitel 2: Verrottete Adern
« Antwort #3 am: 13.04.2011, 23:56:33 »
Bolbas denkt den ganzen Weg über das Gespräch mit Jodie nach, schon irgendwie seltsam hat sie sich verhalten - und wahre Ruhmestaten haben seine eigenen Worte wohl eher auch nicht bewirkt. All die anderen Erlebnisse versucht der Halbling auch irgendwie gedanklich zu verarbeiten, seine beiden Kameraden Ghart und Scarlet, die ihm momentan am nächsten stehen schweigen sich mehr oder wenig gegenseitig an und so beschließt auch der Halbling für sich selbst, diese Stille nicht zu durchbrechen.

In der Stadt sind sowieso überall Ohren und plappernde Münder...

Und nachdem er genau eben jenes Bild vor der Wache gesehen hat und sich zusammen mit der gesamten Gruppe Block nähert schießen ihm weitere Gedanken durch den Kopf.

Und plötzlich schafft er es also doch Leute für eine Wachverstärkung heranzutreiben... versetzt wird er sie haben... wo fehlen die beiden jetzt... auf dem Markt also... ob die Bürger befürchtete Begründungen haben?... Die wissen ja vermutlich noch nicht einmal etwas von der Fäulniskrankheit... obwohl wahrscheinlich inzwischen das Getriebe der Gerüchte nicht mehr anzuhalten ist...

Nachdem Ghart wieder einmal die Wortführung übernommen hat hält sich der Halbling vorerst höflich zurück, grüßt Block und macht sich an seinem eigenen Rucksack zu schaffen, während Ghart die Anliegen der Gruppe vorbringt.

Irgendwo hatte ich doch noch etwas zu Essen... hungrig bin ich inzwischen... all diese Rennerei und keine große Pause... morgen noch so ein Tag und ich breche zusammen...


Kayman

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Kapitel 2: Verrottete Adern
« Antwort #4 am: 14.04.2011, 13:28:52 »
Blocks Augenlicht flackert irritiert. "Nein, nicht ungewöhnlicherweise", sagter stoisch auf Gharts Frage. Offensichtlich kann der Kriegsgeschmiedete nichts mit Gharts Sarkasmus anfangen. "Doch dieses Jahr kommen die Diebstähle häufiger vor als sonst. Sayandras Garten lockt des Öfteren Gauner aus dem Umland an. Wie dem auch sei - die Männer werden sich darum kümmern."

Block dreht den Kopf und lässt seinen Körper nachrücken. Ein etwas befremdliches Bild für jedes fleischliches Wesen. Er geht auf das Barbarenorakel zu und schaut es emotionslos an. "Ich sehe, seine Hülle ist verdreckt und ungepflegt. Ist seine Cerebraleinheit voll funktionsfähig, Sir d'Tharashk?", fragt Block Rendal, den er wohl als Aufpasser, gar Betreuer, des Orakels ansieht.

Dann tut er etwas, was die Ermittler bisher noch nie gesehen haben. Er geht einen Schritt zurück, hebt seine Pranken und bildet mit seinen übermenschlich großen Zeigefinger- und Daumeneinheiten so etwas wie einen Kreis, durch den er schaut. Eine violett schimmernde Fläche bildet sich zwischen den Fingern, und ein Auge Blocks erlischt, mit dem anderen scheint er durch seine Finger zu schielen. Er beginnt beim hals des Orakels und lässt seinen Blick durch die Fläche bis zu den Füßen des Wilden gleiten. "Magisch...magisch...magisch", kommentiert er währenddessen. "Er hat sehr viele teure Dinge bei sich. Ungewöhnlich für einen Wilden. Diese Ringe und das Amulett müssen ihm abgenommen werden, bevor wir mit ihm verfahren. Kommt herein."

Ohne weitere Worte dreht Block sich um und stapft durch die Tür in die Wache.
Makotash - Tonks - Schwester Hermene

Gillivane

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Kapitel 2: Verrottete Adern
« Antwort #5 am: 14.04.2011, 16:18:18 »
Gillivane hebt etwas eine Augenbraue, während sie das Handeln des Kriegsgeschmiedeten beobachtet. Darauf, den Gefangenen auf magische Gegenstände zu untersuchen, hätte sie auch selbst kommen können. Ehrlich gesagt ist sie sogar davon ausgegangen, dass die, die sie nun begleitet, das schon bereits getan hatten. Aber so konnte man sich irren. Zwar ist sie sich immernoch nicht sicher, was sie denn nun als Bezahlung erhalten soll, denn scheinbar wurde diese Frage nicht beantwortet. Da sie aber allein schon aus purem Interesse mitkommen würde, folgt sie den anderen auf ihren Wegen schweigend, das Orakel nur etwas seltsam betrachtend. Dann wendet sie ihre Worte an Block.

"Er scheint geistig einigermaßen intakt, ich habe mich bereits mit ihm unterhalten. Ich werde in dieser Vernehmung als Übersetzerin dienen. Der Gefangene spricht einen Dialekt des abyssischen, ich bin darin geschult." Innerlich lächelt die Gnomin etwas ironisch. Verdreckt und ungepflegt trifft auch auf einige Andere in der Gruppe zu, etwa den Zwerg. Sie selbst, die sie immer Wert auf ein gepflegtes Aussehen legt, wenn es irgend möglich ist, findet diese Verdrecktheit fast schon eine Zumutung und hält sich deshalb, möglichst unauffällig, immer auf der windabgewandten Seite von Ghart.
Magic - srs bsns.

Rendal d'Tharashk

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Kapitel 2: Verrottete Adern
« Antwort #6 am: 15.04.2011, 00:13:51 »
Mit Kriegsgeschmiedeten hatte es der Halbork selten zu tun gehabt, dass nun der Hauptmann einer ist, überrascht Rendal ein wenig, so dass die Gnomin die Frage des Hauptmanns vorher beantwortet.
"Soso magische Gegenstände, die werden wir ihm abnehmen müssen...was für Magie sie wohl beinhalten? Aber erstmal das wichtige!"

"Nun, Hauptmann Block! Gilvane hat recht, seine Cerbraleinheit ist noch im Stande und er spricht nur die Sprache, von der Gilivane erzählte, das wichtigste hat euch Ghart gesagt."

Dann wendet sich Rendal dem Barbaren zu und deutet auf die Ringe und das Amulett und beginnt sie vom Körper und Fingern des Blonden zu ziehen, dabei darauf achtend möglichst durch die Nase atmend und sich nicht allzu sehr schmutzig machend, das ganze mit drohendem Blick, um gar keine Gegenwehr des Barbaren aufkommen zu lassen.

Gillivane

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Kapitel 2: Verrottete Adern
« Antwort #7 am: 15.04.2011, 10:57:03 »
Gillivane beobachtet die Gestiken und Mimiken zwischen den Beiden einige Momente mit amüsierter Stille, meint dann ruhig in Abyssal zum Orakel:
Sfragh'ek nschast xfgvw Grignr (Anzeigen)
Immerhin, es war nur höflich das Orakel über die Vorgänge aufzuklären. Sicherlich ist dies dem Kerl völlig egal, aber das alleine sieht Gillivane nicht als Grund an, darauf zu verzichten. Außerdem, wenn sie vernünftig wirkt, antwortet das Orakel eventuell etwas mehr.
Magic - srs bsns.

Dayn

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Kapitel 2: Verrottete Adern
« Antwort #8 am: 15.04.2011, 16:46:35 »
Dayn ist immernoch etwas durcheinander von seinem Treffen mit Graltor und nickt Hauptmann Block nur Stumm zu. Auch wenn der Kriegsgeschmiedete keine Emotionen zeigt so fühlt Dayn doch irgendwie eine Verbundenheit zum Hauptmann der Wache. Vielleicht weil er ähnliche Fähigkeiten wie Dayn besitzt, oder weil der Magieschmied schon von Anfang an von diesem Wesen fasziniert war.

"Hauptmann Block, ich denke es wäre besser wenn wir uns drinnen unterhalten. Wir haben euch einiges zu sagen."

"Und ausserdem würde ich noch gerne sehen wie ähnlich unsere Fähigkeiten sind... vielleicht können wir ja voneinander lernen."

Scarlet

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Kapitel 2: Verrottete Adern
« Antwort #9 am: 16.04.2011, 21:12:00 »
Scarlet war es überhaupt nicht recht, gewissermaßen in dieser Situation gefangen zu sein. Diebstahl war auch ihr Handwerk, und darum muss sie sich Hintergrund halten, dass der Kriegsgeschmiedete nicht nach ihrem Namen frag. Andererseits mussten sich ihre Begleiter so langsam fragen, warum die sonst nicht auf den mund gefallene Scarlet immer dünn machte, wenn sie mit der Wache zu tun hatten. Nun gut, ich habe wohl keine Wahl. Am besten ich lenke die Aufmerksamkeit auf den Wilden.[1]

Lässig an die Wand gelehnt, fragt sie den Hauptmann: "Könnt ihr auch erkennen, welche Art von Magie auf den Ringen liegt? Wo wird so etwas hergestellt?"
 1. möglichst unauffällig tun: Bluff 26, Hide 21

Bolbas d'Jorasco

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Kapitel 2: Verrottete Adern
« Antwort #10 am: 17.04.2011, 11:34:27 »
Bolbas derweil wohnt dem Geschehen relativ ruhig bei. Er bewundert die Fähigkeiten des Hauptmanns und rauft sich einmal kurz durch die Haare, als die Ermittler erfahren, dass das Orakel voller magischer Gegenstand zu sein scheint - dann hatten sie also Glück im Unglück gehabt bei ihrer ersten Befragung.

Wir sollten in Zukunft vorsichtiger sein... und jetzt eine weitere Befragung... mit dieser Gnomin wird das zumindest sprachlich besser werden... vielleicht erlangen wir ja wirklich noch neue Informationen von dem Orakel...

Damit stimmt Bolbas zumindest innerlich Dayns Vorschlag zu nach innen zu gehen und eine Befragung abzuhalten, ebenso wie eine Unterredung mit Block - zahlreiche Neuigkeiten warten darauf zu dem Wissen des Kriegsgeschmiedeten hinzugefügt zu werden. Seine Gefährten probieren allesamt Block noch Antworten abzuringen bevor dieser das Haus der Stadtwache betritt, aber er antwortet ihnen nicht mehr. Bolbas tritt einen Schritt vor und sagt höflich zu seinen Kameraden:

"Nun, dann wollen wir ihm mal folgen, passt gut auf auf das Orakel und dann nichts wie los..."

Bolbas klingt nicht besonders erfreut über die allgemeine Situation und besonders Scarlet wirft er einen zweifelnden Blick zu, dann tritt er zu ihr und flüstert ihr zu:

"Hattet ihr nicht gesagt, dass ihr gewisse Probleme mit Block habt?...Was ist los, Scarlet?"


Dann geht Bolbas als stolzer Jorasco den Gefährten voraus ins Haus der Stadtwache und folgt Hauptmann Block.

Kayman

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Kapitel 2: Verrottete Adern
« Antwort #11 am: 17.04.2011, 12:54:39 »
Rendal hat einige Mühe, die Ringe von den verdreckten und verkrusteten Fingern des Orakels zu ziehen. Sie scheinen geradezu in das Fleisch des Orakels eingewachsen zu sein, die wuchernden Hautschuppen haben sich teilweise um die Schmuckstücke gelegt zu haben. As Orakel stöhnt einige Male auf, doch nachdem Gillivane es über die Prozedur informiert hat, lässt es sich der Wilde zähneknirschend gefallen.

Der Hauptmann, welcher nicht im Geringsten eine besondere Notiz von Scarlet zu nehmen scheint, führt die Helden ins Innere der Wache. Als die Schurkin ihm die Frage nach der Art der Ringe stellt, blickt er sie nur kleinen Augenblick an. „Ja“, antwortet er knapp.
Der Empfangsraum der Wache ist einigen bereits bekannt, waren sie doch erst vor einigen Stunden hier. Die Sekretärin sitzt noch immer an ihrem Schreibtisch, eine riesige Kanne Tal vor sich, der den Raum mit seinem Duft einnimmt. „Keine Störungen!“, sagt Block, ohne auch nur in ihre Richtung zu blicken, und führt die Ermittler zu einer massiven Metalltür, die in den Keller des Gebäudes zu führen scheint. Block muss drei Schlösser aufschließen, ehe er sie aufstoßen kann. „Unser Zellentrakt für Verbrechen schwereren Ausmaßen. Für gewöhnlich leer. Trunkenbolde und Taschendiebe werden hier oben verwahrt“, spult er die Informationen ab, die für die Ermittler nützlich sein könnten.

Eine steile Wendeltreppe führt hinab in das Untergeschoss. Immerhelle Laternen erhellen die Räumlichkeiten, und die Ermittler können erkennen, dass es wahrlich kein Spaß sein muss, hier gefangen gehalten zu werden. Ein kurzer Flur führt von der Treppe weg zu einer weiteren Eisentür, die Block ebenfalls aufschließen muss. Dahinter befindet sich ein kurzer Trakt mit insgesamt vier Zellen, geschützt durch massive Eisenstäbe. Block öffnet eine davon und winkt Rendal zu sich, um das Orakel hineinzuführen. Sie Zelle ist spärlich eingerichtet. Ein unbequem aussehendes Bett, ein Tisch, und Stuhl und ein Eimer sind alles, was darin zu sehen ist. „Legt die Ring dort auf den Tisch, damit ich sie untersuchen kann!“, weist er den Tharashk an.
Makotash - Tonks - Schwester Hermene

Ghart

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Kapitel 2: Verrottete Adern
« Antwort #12 am: 17.04.2011, 13:59:37 »
Ghart folgt dem blechernen Hauptmann ungewöhnlich stoisch, als sie sich endlich aufmachen und den Blondschopf mit in die Zelle nehmen. Er überlegt, was sie das Orakel alles fragen können, und wie Gillivane sich dabei wohl schlagen wird. "Die Gnomin...", denkt Ghart kritisch und erinnert sich daran, dass sie sich eben einfach mit dem Orakel kurz ausgetauscht hat, ohne den Ermittlern zu sagen, was sie dort von sich gegeben hat. "Was ist, wenn sie falsch übersetzt? Wenn wir falsche Fährten aufdecken?" Der Einzahn wägt kritisch ab, inwieweit sie auf notgedrungenes Vertrauen angewiesen sind und inwiefern man Gillivane vielleicht zurecht misstraut. Ihre Worte legen immerhin nahe, dass sie etwas mit Krocho zu tun haben könnte. Das gibt dem Zwerg allen Grund, ihr zu misstrauen.

Der Zwerg blickt zu Block. "Ihr solltet auch an der Unterredung teilnehmen, Hauptmann Block. Ich gehe davon aus, dass ihr das sowieso getan hättet, aber ich bitte euch nochmal ausdrücklich darum. Eure Fähigkeiten und eure Erfahrung als Ermittler werden uns Laien von unschätzbaren Wert sein.", sagt der Zwerg trocken, fast mechanisch. Da die Befragung in der Zelle stattfindet, kann Ghart nicht viel des Umfeldes nutzen, um sich selbst abzulenken oder Inspiration zu sammeln, sodass er noch einen Moment wartet. "Gillivane, fragt ihn, wie er heißt, wo er genau herkommt, was er genau hier macht, was seine Pläne sind." Der Zwerg kratzt sich angestrengt am verschwitzten Kopf und überlegt noch einen Augenblick. "Und wenn er euch auf alles wichtige geantwortet hat, fragt ihn bitte noch, was sein Versagen nach sich ziehen wird. Wird sein ominöser Herr ihn richten? Wir wollen wissen, wer sein Herr oder seine Herrin ist."
Der Bucklige hat für sich selbst ausgemacht, dass er Gillivane erst einmal nur übersetzen lässt und sie nicht in den Kontext der Geschehnisse bringt, damit sie dieses Wissen, sollte sie abtrünnig sein, nicht zur vollen Gänze nutzen kann. Es erscheint dem Clanlosen im Moment der notwendige und angebrachte Spagat zwischen Befragung und Geheimhaltung. Ghart hat die Hände hinter dem Rücken zusammengelegt und setzt momentan keine Gewalt oder Gewaltandrohung ein, das hat er auch nicht vor. Müde schiebt er den Eimer mit dem rechten Fuß durch den Raum.

Gillivane

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Kapitel 2: Verrottete Adern
« Antwort #13 am: 18.04.2011, 18:23:44 »
"Wie ihr meint..." spricht Gillivane gelassen und holt aus ihrer Umhängetasche, die sie ausserhalb der Zelle abstellt, einen kleinen Beutel. Aus diesem holt sie einen Schminkspiegel und einen Lederbeutel, dessen Inhalt, ein schwarzes Pulver, sie sich auf die Stirn zeichnet. Sie begutachtet die Glyphe einen Moment, nickt dann und spricht einige knappe Silben, woraufhin das Symbol einige Momente lang aufleuchtet. Eine wirkliche Veränderung tritt nicht ein, und sie erklärt auch nicht ihr Handeln. Es handelt sich bei dem Zauber, den sie wirkt, um einfache Magie, die fremde Sprachen verständlich macht. Sie beherrscht zwar das Abyssal recht gut, wollte es aber nicht riskieren, dass ihr Übersetzungsfehler unterlaufen. Dann tritt sie vor das Orakel, lehnt sich ruhig auf ihren Stab und spricht es dann an.

Abyssal. (Anzeigen)

Dann stellt sie dem Orakel, eins nach dem anderen, den ihr diktierten Fragenkatalog von Ghart. Allerdings belässt sie es dabei nicht, sondern fragt das Orakel auch noch von sich aus zwei Dinge, die sie zwischen die Fragen des Zwergs einschiebt. Zum einen will sie von ihm wissen, wie es in die Gefangenschaft der Anderen gekommen war. Zum anderen bietet sie ihm ein, ein gutes, vernünftiges Wort bei den Helden einzulegen, wenn es ihr mitteilt, wofür seine magischen Gegenstände zu gebrauchen sind.

Es mag insgesamt auffallen, dass die Gnomin deutlich mehr sagt, als nur einige kurze Fragen zu stellen, um dann ihre Beantwortung zu übersetzen. Auf der anderen Seite mag es auch nicht so wirken, als würde Gillivane irgendetwas zu verheimlichen suchen.
« Letzte Änderung: 18.04.2011, 18:30:57 von Kayman »
Magic - srs bsns.

Kayman

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Kapitel 2: Verrottete Adern
« Antwort #14 am: 18.04.2011, 18:51:50 »
Das Orakel fixiert für einige Sekunden die mysteriöse Glyphe auf der Stirn der Gnomin. Es ist nicht direkt Angst, welche aus seinen verdreckten Augen spricht, eher Unbehagen, verstehendes Unbehagen. Der Wilde hört sich die Worte Gillivanes regungslos an, und nickt dann. Er atmet tief ein, was die Gnomin zu spüren bekommt, denn sein fauliger Atem raubt ihr die Luft.

Abyssal (Anzeigen)

Die übrigen Helden bemerken nur, wie das Orakel gelegentlich verschiedene Ermittler mustert, oder seinen Blick senkt. Letzlich wandern seine Augen zu Block und den Ringen, die er gerade untersucht.

Abyssal (Anzeigen)

Gillivane bemerkt, dass das Orakel, sobald es in seiner Muttersprache spricht, zwar nicht ganz so dümmlich erscheint, wie es ansonsten den Eindruck macht. Doch auch so sind seine Sätze sehr einfach gestrickt und wirken etwas abgehackt, das kann selbst Gillivane als Fremdsprachlerin erkennen.

Block macht sich unterdessen daran, die einzelnen Gegenstände genau zu inspizieren. Er bildet erneut die schillernde Fläche zwischen seinen Händen und begutachtet jedes Stück für sich getrennt.
Makotash - Tonks - Schwester Hermene

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