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Autor Thema: [IC] Akt 3: Die Reise nach Westen  (Gelesen 16754 mal)

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kaigrass

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[IC] Akt 3: Die Reise nach Westen
« Antwort #105 am: 15.02.2005, 17:11:38 »
 Die Reise nach Middelbridge
Die Reise durch die Westmarsch ist eine wenig anstrengende Wanderung, so dass Xiara immer wieder einige hundert Meter abseits des Weges in den Büschen und Wäldern verschwinden kann, nur um dann mit flinkem Schritt wieder zu den anderen aufzuschließen. Dabei kommt sie stets mit ein paar gesammelten Früchten oder einem erlegten Kaninchen wieder.

Sowohl Dimble als auch Gilthas schenken den ihr große Aufmerksamkeit, wobei letzter sie anfangs noch recht argwöhnische beobachtet, sich dann aber schnell angetan von ihrem Können zeigt.

Burth scheint die Wanderung ebenso zu genießen wie die anderen. Trotzdem ist ihm auch anzumerken, dass jeder Schritt für ihn ein Schritt in neues unbekanntes Terrain ist. Dass er die meiste Zeit des Tages schweigt ist für seine Begleiter mittlerweile keine große Überraschung mehr. Neu ist nur, dass er in Boldran einen Gefährten gefunden hat, der es ihm fast gleich tut. Beide scheinen häufig in Gedanken - sei es bei ihrem vorherigen Leben oder bei der noch ungewissen Zukunft.

Der Abend jedes Tages verläuft ähnlich: entweder Boldran oder Dimble klopfen an einem einzelnen Bauernhaus und bitten um ein Bett für die Nacht, oder Xiara verläßt die Gruppe für die Suche nach einem geeigneten Nachtlager im Freien. Nur an 5 Tagen endet die Tagesreise der Gruppe in einem größeren Dorf, das über ein Gasthaus verfügt, das genügend Platz für die sechs hat.

Hier läßt es sich Dimble natürlich nie nehmen, andere Gäste an seiner Spielkunst teilhaben zu lassen. Dabei scheint er immer sicherer in seinen Auftritten zu werden und entwickelt soetwas wie ein kleines Bühnenprogramm, bei der er sich teilweise von Gilthas unterstützen läßt. Mittlerweile gelingt es ihm sogar einige kleine Zauberkünststücke mit in den Vortrag einzubauen. Es zeigt sich deutlich, dass die Auftritte des kleinen Barden ihm ein gehöriges Gehalt einbringen könnten, wenn die Dörfer etwas größer und die Bewohner etwas reicher wären. Aber ein paar Silberstücke finden sich auch so in seinen Hut ein.

Wenn er mal nicht musiziert, dann nutzt Dimble die Ruhe des Abends um mit Kognoskula die Sprachübungen des Tages fortzusetzen. Dimble versucht der Halblingsdame die Sprache der Orks beizubringen, und sie ihm im Gegenzug ihre eigene Sprache.

Bei Übernachtungen im Freien findet man Gilthas eigentlich immer mit einem Messer und einem Stück Holz in der Hand. Er beschäftigt sich mit dem Schnitzen von Figuren, aber obwohl er zwar über die handwerklichen Fähigkeiten verfügt, scheint ihm etwas die künstlerische Ader zu fehlen.

kaigrass

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[IC] Akt 3: Die Reise nach Westen
« Antwort #106 am: 15.02.2005, 17:25:54 »
 Halbzeit
Nach einer Woche der Wanderung beschließen die Helden, einen Ruhetag einzulegen. Dies tun sie in der größten bis dato besuchten Siedlung entlang des Weges. Das kleine Städtchen am Ende des Zol Flusses ist eine willkommene Abwechslung zum eintönigen Wandern durch die Prärie.

Die Stadt verfügt sogar über einige Geschäfte, die schnell die Aufmerksamkeit der Abenteurer auf sich ziehen. Kognoskula erwirbt einige Zauberkomponenten, darunter auch eine kleine weiße Perle. Kurze Zeit später verabschiedet sich die Halblingsdame und begibt sich zum "studieren" auf das angemietete Zimmer im Gasthaus.

Die anderen genießen derweil noch das bißchen Stadtflair, welches geboten wird. Natürlich fragen sie dabei auch die Bewohner nach den Ereignissen entlang des Zol Flusses, die sich so in den letzten Wochen abgespielt haben. Und natürlich erkundigen sie sich auch nach Middlebridge, Horatio und dem Schwarzen Reiter.

Letzterer scheint sich hier aber nicht blicken zulassen haben, denn keiner erinnert sich an die Gestalt. Dafür ist Horatio Quigley umso mehr in aller Munde. Und auch die "Fesselung", wie der in drei Tagen beginnende Heiratsmarkt in Middelbridge genannt wird.

Das Fest ist schnell beschrieben: Unverheiratete Junge leute treffen sich in Middelbridge. Sie sind kostümiert und tragen Tiermasken. Es werden Tänze, Spiele und Konzerte angeboten, wo sich die Festteilnehmer kennen- und liebenlernen können. Die Masken sollen die Oberflächlichkeiten der Partnerwahl auf ein Minimum reduzieren. Beziehungen, die auf der Fesselung geschlossen werden, sind wesentlich intensiver und fester als andere.

Auch über Horatio Quigleys neueste Austellung sind einige Worte den Zol Fluss hinabgedrungen. Seine neuesten Kuriosität ist ein Wesen ohne Knochen. Auch ein Reptilienjunge und ein Eulenbär locken die Leute in seine Zelte.

Boldran

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[IC] Akt 3: Die Reise nach Westen
« Antwort #107 am: 15.02.2005, 17:38:04 »
 Als die Reisegruppe auf die größere Siedlung am Zol Fluss zureitet, scheut Sturm kurz und schnaubt ungehalten. Es scheint fast so, als würde das Pferd die Abneigung seines Herrn spüren, an größeren Menschenansammlungen teilzunehmen.

"Ruhig, Sturm, ruhig." Beruhigend klopft Boldran dem getreuen Apfelschimmel die Flanke.

"Ein heißes Bad und ein gutes Essen ist jetzt nach der langen Wanderung genau das Richtige. Und es gibt mir Gelegenheit, aus dieser schweren Rüstung zu steigen. Ich habe das Gefühl, daß ich eines Tages unter diesem Panzer zusammenbrechen werde.
Für dich finden wir einen warmen Stall und gutes Heu, versprochen."


In der Stadt selbst hält sich Boldran größtenteils in der Taverne auf, er genießt ein warmes Essen und ein gutes Bier. Auch hat er ein genaues Auge darauf, daß es seinem Reittier an nichts mangelt.

 

Xiara

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[IC] Akt 3: Die Reise nach Westen
« Antwort #108 am: 15.02.2005, 19:45:19 »
 Xiara zeigte sich naturgemäß ausgesprochen interessiert wenn die Gruppe sich nach bestimmten Personen oder Gegebenheiten erkundigten. Allzu freigiebig waren sie mit den Informationen ja nicht, aber das konnte sie ihnen kaum verdenken. Blindes Vertrauen war selten etwas aus dem nur Gutes entstand.

Dimbles Vorführungskünste genoss die Elfe mit sichtlicher Begeisterung, auch wenn sie es nicht für nötig hielt, ihm dafür Geld in seinen Hut zu legen, wie es einige der Dörfler offensichtlich taten. Stattdessen teilte sie dem Gnom ihre Bewunderung seiner musikalischen Künste nach seinem ersten Auftritt auf der Reise mit, was ihrer Meinung nach ohnehin viel mehr wert war, als ein paar Stückchen geprägtes Silber, die am nächsten Tag schon wieder ausgegeben waren.

Als sich Gilthas eines Abends nach ihrem außergewöhnlichen Bogen erkundigt, erklärt Xiara ihm, dass er aus 'Dunkelholz' gefertigt sei, ein Wort der Gemeinsprache, welches dem Material nicht gerecht würde, aber ein passenderes Wort, wie das in ihrer eigenen Sprache, gäbe es wohl nicht. Nach einigen Versuchen den ungewöhnlich leichten und doch extrem stabilen Bogen zu spannen, musste Gilthas aber aufgeben. Die Waldelfin musste wohl eine besondere Technik beherrschen, konnte sie den mächtigen Bogen doch um mehr als eine Handbreit weiter spannen als der Mensch.
 

Kognoskula

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[IC] Akt 3: Die Reise nach Westen
« Antwort #109 am: 15.02.2005, 22:09:03 »
 Kognoskula begrüsst den freien Tag sehr, und obgleich sie von diversen Leuten sicher viel über diesen seltsamen Horatio herausfinden könnten, verlässt sie dass Zimmer nicht und teilt ihre Neuigkeiten über den identifizierten Ring ihren Begleitern mit. Ausserdem berichtet sie freudig von einem neuen Zauberspruch, der "...in der Lage ist fast jeden, der sich an unser Nachlager anpirscht aufzuspüren und dies laut presizugeben, und..." Die Halblingsdame ist in ihrem Element, bei diesen Erzählungen vergisst sie jegliche Vorbehalte. An diesem Abend erzählt sie auch ein wenig über ihre Heimat, die nur wenige Wochen weiter im Westen liegt, in den Goodhills. Mit jeder Unterhaltung welche sie mit Xiara oder Boldran führt merkt man ihr an, dass sie die neuen Wandersgenossen akzeptiert.

"Xiara, ich dachte ja anfangs Du bringst uns Termiteneier oder Regenwurmsalat, aber nein - Du bist wahrlich begabt in den Dingen des Üerlebens in der Wildnis...", das Lob der Gelehrten wirkt beinahe etwas erführchtig und besorgt: "...hast Du denn niemals Angst wenn Du ständig alleine in der Wildnis bist,... vor der Natur, und den wilden Tieren?" ein furchtvolles Funkeln ist in den Augen Kognoskulas zu erkennen.

Kognoskula

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[IC] Akt 3: Die Reise nach Westen
« Antwort #110 am: 15.02.2005, 22:22:32 »
 Nach einem leckeren Met sieht man Kognoskula an dass sie innerlich hin und hergerissen ist -jedoch freudig! "Leute hört mal zu!" sie beugt sich verschwörerisch über den Tisch und klettert mit ihren Füssen auf den Stuhl um dies besser zu bewerkstelligen " Ich habe ein wenig an dieser Fähigkeit geforscht, ... na ihr wisst schon, ... dass der Händler gar nichts sagen musste, und der Reiter dennoch wusste was er wusste " die Halblingsdame macht eine kurze Pause und wartet ob es jemand errät "Ich habe einen Zauberspruch im Kopf, der etwa das selbe fertigbringt, ich bin mir sicher, dass ich bald weiss wie das funktioniert!" Zufrieden sinkt Kognoskula auf ihren Stuhl zurück und kichert aufgeregt hinter verdeckter Hand.

dimble

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[IC] Akt 3: Die Reise nach Westen
« Antwort #111 am: 15.02.2005, 22:25:24 »
 Dimble ist erfreut, wieder einmal in einem etwas größeren Ort zu sein. Er freut sich schon daarauf, hier heute Abend sein neu studiertes Bühnenprogramm zu präsentieren.

Unterwegs hat Dimble Gilthas für seine Unterstützung bei seinen Auftritten auf ein paar Bier oder Essen eingeladen.
Bei Xiara bedankt er sich für die leckeren gesammelten Früchte. Dimble bewundert ihre Kenntnisse der Natur.
Boldran beobachtet Dimble genau. Aber nicht aus Angst. Dimble versucht den oft ernst und traurig wirkenden Mann zu verstehen und ihm ein wenig seiner postiven Einstellung und zumeist äußerst guten Laune zu vermitteln.
Das Sprachtraining mit der Halblingsdame macht dem Gnom Spaß. Schnell lernt er die ersten Worte. Und er ist auch ein wenig stolz, der Gelehrten etwas beibringen zu können.

Xiara

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[IC] Akt 3: Die Reise nach Westen
« Antwort #112 am: 16.02.2005, 00:11:12 »
 Als Kognoskula sie auf die Natur anspricht, antwortet Xiara mit verständnisloser Miene: “Angst vor der Natur? Das wäre so als ob ich Angst vor mir selbst haben müsste, denn ich bin ein Teil der Natur, genau wie ihr es auch seid. Nein, ich habe keine Angst. Und die meisten Wildtiere haben mehr Angst vor uns, als wir vor ihnen.”
 

Boldran

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« Antwort #113 am: 16.02.2005, 12:03:53 »
 Interessiert lauscht Boldran den Erzählungen seiner Begleiter über die Neuigkeiten, die sie von den Dörflern erfahren haben.
Hin und wieder runzelt er nachdenklich die Stirn über das eben Gehörte.
Die Fesselung ist ein Festakt, der ihn besonders nachdenklich stimmt. Eine solche Vorgehensweise ist ihm bei der Auswahl einer Lebensgefährtin gänzlich unbekannt.

Bei den Berichten über Horatio Quigley horcht er plötzlich auf.

"Er stellt in seinem Zelt Wesen fremder Herkunft aus? Warum machen diese Wesen das mit? Verdienen sie damit ihren Lebensunterhalt? Ich meine, sie sind doch freiwillig bei ihm, oder täusche ich mich?"

Etwas unbehaglich rutscht der alte Mann auf seinem Stuhl hin und her. Angespannt schaut er die anderen an.

Xiara

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[IC] Akt 3: Die Reise nach Westen
« Antwort #114 am: 16.02.2005, 14:05:00 »
 “Freiwillig?” Xiara schüttelt leicht ihren Kopf ob der Naivität, die Boldran hier zeigt. “Das ist ein seltsamer Brauch, Wesen ihrer Freiheit zu berauben, und sie derartig zur Schau zu stellen. Ich frage mich, was sie wohl sagen würden, wenn sie Horatio Quigley selbst in einem seiner Käfige vorfänden.”
 

Gilthas

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[IC] Akt 3: Die Reise nach Westen
« Antwort #115 am: 16.02.2005, 14:53:14 »
 Auch Gilthas ist froh wieder halbwegs in der Zivilisation zu sein. Besonders die Idee mit dem Heiratsmarkt findet er faszinierend. Vielleicht sollte er in ein paar Jahren mal wieder vorbeikommen.

Dann mischt er sich in das Gespräch von Boldran und Xiara ein.
"Freiwillig? Ich weiß nicht, vielleicht wie Tiere auf einem Bauernhof. Aber solange es nur komische Tiere sind, regt mich das nicht auf. Wenns ein Mensch wäre, dann würde es mich schon aufregen. Ich selber habe auch keine Lust in einem Käfig gefangen zu sein."

Bei den letzten Worten wirkt Gilthas ein wenig hastig und gehetzt. Nach einem kurzen Blick in die Runde legt sich das aber sofort.

kaigrass

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[IC] Akt 3: Die Reise nach Westen
« Antwort #116 am: 16.02.2005, 16:16:05 »

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