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Autor Thema: Der schweigende Stern  (Gelesen 38087 mal)

Beschreibung: Ingame

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Jane Morrison

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Der schweigende Stern
« Antwort #15 am: 04.07.2011, 13:28:17 »
Jane hatte bis jetzt, abgesehen von der Begrüßung, kein Wort von sich gegeben. Die Beine übereinandergeschlagen, die Brille, natürlich mit Scheinstärke, auf der Nasenspitze, saß sie auf ihrem Stuhl ein wenig zurückgelehnt und beobachtete das Gespräch aufmerksam über den Rand ihrer Brille hinweg. Nur manchmal schaute sie auf ihren Noitzblock und protokollierte grob das Geschehen.
Schon von Beginn an war ihr der Soldat aufgefallen. Er war trotzig und mutig. Nicht gerade eine Kombination, die ihr bei der Mission hilfreich sein könnte. Es würde schwierig werden ihn unter Kontrolle zu halten, vor allem mit Gewalt. Jedoch geschickt eingesetzt würde er wahrscheinlich von Nutzen sein.
Der Geistliche war das Pendant in dem Fragekreis. Wie sie den Trottel von einem Wissenschaftler auseinander nahmen war äußerst geschickt und sogar amüsant, wenn es hier nicht um die nationale Sicherheit ginge.

Warum mussten sie einen solchen Tölpel vor die Mannschaft stellen, der über keinerlei Selbstbeherrschung verfügte? Es graute ihr schon davor, dass die weiteren Informationen herauskommen würden.
Innerlich gebannt, äußerlich entspannt musterte sie das Schauspiel. Sie konnte den Earle hier nicht retten, durfte sie doch keine Seite beziehen.
Sie durfte den Fokus der Leute nicht auf sich bringen. So schwieg sie also vor sich hin und selbst als Mr. Aldred sie ansprach, lächelte sie nur schwach in seine Richtung und notierte etwas.

Nachdem was der President gesagt hatte blieb ihr nichts anderes übrig als mitzuspielen. "Und Action!..." Ihr Kinnladen klappte runter und sie schaute den mächtigsten Mann der Vereinigten Staaten an, als wäre er ein Zirkusclown. Sie fasste sich aber schnell wieder und hob ihre rechte Hand in der sie den Stift trug nervös nach oben.
"Mr. President! Are you saying the reason why this crew is going to go into space is because you think that we will find extraterrestrial beings up there? Likely even intelligent aliens?"
"Are you gonna bark all day, little doggy, or are you gonna bite?"

Celebren Anga

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Der schweigende Stern
« Antwort #16 am: 04.07.2011, 15:14:29 »
"Of course and they are green from head to toe." nuschelte Abhay in seinem imaginären Bart hinein, als die Reporterin ihre Frage stellte.

Kurz kniff er die Augen zusammen und überlegte, was er auf die Frage des Präsidenten antworten sollte. Kurz entschlossen lehnte er sich vor, worauf hin sein Stuhl leicht knarrte. "Thought they had better material in here." dachte er kurz, bevor er den Gedanken bei Seite schob.

"I don't know if you have a second crew in the backhand, but I won't go up if I don't have all the data available. It don't have to be know, so there will be time to draw conclusion from whatever information you have. But I am not going to risk my life if I don't know everything that is to know." sprach der Inder und schaute in die Runde um zustimmende oder ablehnende Gesichter zu entdecken.

List

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Der schweigende Stern
« Antwort #17 am: 04.07.2011, 16:16:17 »
Der Präsident kniff tadelnd die Augen zusammen, auf die Einwürfe von Mrs. Palmer und Mr. Hepworth. "No, I'm not saying anything. I've expected that the signal will upset you. But I want to emphasize that it is neither decoded nor is it said that it is any code at all. Furthermore there are specialists working on that. But as for you, I expect you to focus on you instructions, your training and your mental and physical constitution.", sagte er streng. Als er sich sicher war, dass sein Punkt verstanden wurde, wurde sein Gesicht versöhnlicher. "For as long, as you do, you can - for my sake - get access to the signal."
« Letzte Änderung: 04.07.2011, 17:33:58 von List »
"Man muss auch das Allgemeinste persönlich darstellen."
- Hokusai

Peter Aldred

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Der schweigende Stern
« Antwort #18 am: 04.07.2011, 23:54:57 »
Peter hustete kurz und es war klar, dass dieses Husten ein absichtlichen Charakter hatte. Er war eine direkte Reaktion auf die Aussprüche der Reporterin, die sich mit ihrer Sensationsgier gleich weit in den Hintergrund katapultierte. Da sie ein Teil des Teams war, beschloss der Diakon jedoch, lieber relativierende Worte zu finden, denn eine Kritik an der Auswahl der Reporterin zu treffen.
"Electro-magnetic waves in this context could also mean, that it is reflected light and the rhythmic pattern is created by the fast rotation of the asteroid, if it is rotating fast and there is, for some reason, a reflecting surface. I agree to the necessary doubts concerning this electro-magnetic radiation. And yes, I am upset by this signal."

Der Geistliche blickte zu dem indischen Wissenschaftler, denn er glaubte in diesem einen regen Quälgeist zu sehen. Seine Mimik, seine Gestik, seine Art zu sitzen, zu reden und leise zu kommentieren. Es waren wahrlich wenig Eindrücke und doch waren es die ersten Eindrücke, welche Peter Aldred von Abhay Hepworth sammeln konnte. "As a aged and professional scientist, Mr. Hepworth, you should know that the human mind is not even able to realize and comprehend all data, which was collected about this asteroid and our mission. Your demand is unrealizable. If you will take all the time to even understand a glimpse of the information and the data available, the asteroid will already have crashed into the earth, before you realized half as much as the dozens of other professional scientists have realized during the last days. You should rather ask, if there could be other unpleasant surprises." Peter bedachte Abhay mit einem Zwinkern, es war der erste wenig ernste Ausdruck auf dem Gesicht des Diakonen. Indirekt hatte er die Frage schon ausgesprochen und war gespannt, ob der Präsident diese noch beantworten würde, oder ob der Commander noch mehr Informationen aus Earle herauskochen musste. Der Präsident schien jedoch inzwischen so, als würde er seine Authorität nutzen wollen, um dies zu verhindern. Warum auch immer. Aber er appellierte jetzt doch an ihre Pflicht und ihren Auftrag, das sagte Peter alles, was er wissen musste. Es gab Bewegung im Hintergrund, doch ihre Aufgabe war die Reise und nicht der Hintergrund. Es war so, als hätte Fraser gesagt: Access denied.
"Every religion, as far as reason will help them, makes use of it gladly - and where it fails them, they cry out: It is a matter of faith, and above reason!" - John Locke

Jane Morrison

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Der schweigende Stern
« Antwort #19 am: 05.07.2011, 11:12:47 »
Sie ließ ihre Hand langsam sinken, schob ihre Brille zurecht und schrieb wieder ernstblickend weiter. Während sie schrieb murmelte sie "strange electro-magnetic waves ... detained Information ... crew is nervous and scared even before start... nobody trusts each other...". Jane dachte erleichtert "At least that went well. After confronting them with their biggest doubts, they lost'em." Sie strich sich durch ihr Haar  und sagte dann zum Presidenten gewandt:
"I think Mr. Hepworth is entirely right. I am also very interested in seeing those 'signals', with your permission of course, Mr. President." Das Ganze untermalte sie mit einem zuckersüßen Lächeln.
Leicht machte sie es ihren eigenen Leuten nicht gerade, aber was sollte sie machen? Die einzige Möglichkeit war durch Ablenkung, die Männer davon abzuhalten ein Puzzle zu lösen, was nicht für sie bestimmt war.
"This is gonna be fun up there" dachte sie, wobei ihr Lächeln noch breiter wurde.
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List

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Der schweigende Stern
« Antwort #20 am: 05.07.2011, 15:48:44 »
Der Präsident verzog missmutig das Gesicht über den Verlauf der Diskussion. Er verließ seinen Platz neben Earle und trat hinter den Schreibtisch, der vor dem großen Fenster stand, und blickte zu Mr. Biton. Durch diese Geste, so war es dem Team, zog er sich gleichfalls auch aus der Diskussion heraus. Es war nicht ganz ersichtlich, ob dies ein absichtlich herbeigeführter Effekt war, oder nicht.

Earle, erleichtert, dass er nicht mehr dieses Geheimnis tragen musste, schüttelte leicht den Kopf, bei Mr. Aldreds Bemerkung. "No, at least, we can eliminate this possibility. I mean, that the asteroid is rotating and the patterns of the wave are caused by periodical reflections. The asteroid isn't rotating.", sagte er. "But any other natural explanation could be right and wouldn't be that upsetting."

Dann meldete sich wieder der Präsident zu Wort. "There are no more information witheld from you.[1] and you know everything that we know. Perhaps you can understand now, why we had kept quiete about this detail: It is disturbing but we cannot make any assured conclusions. And it also doesn't mean much for your mission, because the asteroid is heading towards us, irrelevant if it is 'alien-related' or not. It must be pushed out of orbit, anyway. And that is your job and you're supposed to do it well, for the sake of us all. And I'm don't pleased to see you quarrel. Mr. Biton, what about you?", fragte er.
 1. 
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« Letzte Änderung: 05.07.2011, 16:10:22 von List »
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Jean Levi Biton

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Der schweigende Stern
« Antwort #21 am: 05.07.2011, 15:55:11 »
Jean Levi hatte seine verschränkten Arme gelöst und massierte sich den Handrücken, während sein Blick aufmerksam den Sprechenden folgte. Wäre er mit dem Präsidenten alleine gewesen, so wäre es ihm schwer gefallen, seine Fassung beizubehalten. "Collusiveness, distrust, unprofessionalism" waren die Worte, die dem Soldaten in den Sinn kamen. Er konnte angesichts der Bedeutung der Mission den lapidaren Umgang mit Informationen und der Besatzung beim besten Willen nicht verstehen. Und im selben Maße missbilligte der Commander das Verhalten der Reporterin. Mit seinem durchdringenden Blick beobachtete er sie, als sie ihre Notizen provokant vorlas. Ihm gefiel nicht, wie sie es für angemessen hielt als einzige Frau im Team mit ihren billigen Reizen zu spielen, als sei sie Gast in einer Late-Night-Show und nicht verantwortlich für eine neutrale und wissenschaftlich fundierte Berichterstattung für die gesamte Menschheit. Doch damit konnte Jean Levi leben. Dass sie im Rahmen der Mission jedoch eine gewisse Unruhe zu stiften schien - nicht.

"Mr. President, with all due respect, but the implications seem to be very rash. I would like my crew to have Mr. Earle's elaboration about the signal. After all, this is a scientific occurance as Mr. Aldred appropriately specified and I highly doubt that except for the scientists in our programm anyone is in any situation to comprehend the physical complexity of the occurance. I suggest that Mr. Aldred, Mr. Hepworth and Mr. Petersson join your science department to take a look at the data and be properly prepared. Ken, maybe you might care to join the gentleman too. A short briefing could suffice. I respect your enthusiasm, Mr. Hepworth, and if it were up to me, I'd let you have all the time in the world to prepare any available details, but the asteroids seems to disagree. As for unpleasent surprises, Mr. Aldred, I am certain that we will have to confront our fair share. But this is something Ken and I should rather be used to, right?"

Jean Levi zog kurz die Mundwinkel hoch und deutete ein wages Lächeln an. Es war ohnehin überraschend, wie umgänglich die Wortwahl des Soldaten war, wenn man bedachte, dass er bereits sein halbes Leben im Militär verbracht hatte. Vielleicht war dies seine Art, den Ernst seiner Aufgabe zu relativieren. Das Lächeln verschwand jedoch schnell wieder, als sich Jean Levi mit einem strengen Blick zu der Reporterin umdrehte. Es war kein Tadel in den Augen des Soldaten, der Ton seiner Worte schwang jedoch mit einer befehlsartigen Härte wieder, obwohl er sie als eine Bitte formulierte.

"As I understand, Miss Palmer, it is your job to provide an accurate and scientifically documented coverage of our mission. Is that right? If so, then I would ask you not to dabble into wild mass boulevard guessing. I would like you to take your task seriously as well."

Jean Levi versuchte, trotz seiner Anspannung einen beruhigenden und beschwichtigenden Ton einzuschlagen. Um ehrlich zu sein hatte er mehr als nur ein unbekanntes Signal erwartet, das man bisher nicht deuten konnte. Mit höchster Wahrscheinlichkeit würde es für diese ohnehin eine Erklärung geben, die vielleicht für die Wissenschaft eine Bedeutung, aber keineswegs eine weltweite Euphorie oder Panik zur Folge haben würde. So fand es der Commander nur angemessen, wenn sich die Wissenschaftler seines Teams mit dem Phänomen befassten.
Auf der anderen Seite war Jean Levi überrascht über die unsaubere Geheimhaltung seitens des Präsidenten und seines Mitarbeiters. Er fühlte sich fast so, als ob es zu einfach gewesen wäre an die Information zu gelangen, als ob die gesamte Situation nur ein makaberer Test oder eine Prüfung des Teams sei. Obwohl Jean Levi Ruhe ausstrahlte, war er selbst über die Situation noch höchst ungewiss.

« Letzte Änderung: 05.07.2011, 18:28:03 von Jean Levi Biton »
On ne saurait empêcher l'équilibre de produire ses effets. On peut braver les lois humaines, mais non résister aux lois naturelles.
 ~ Jules Verne

Jane Morrison

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Der schweigende Stern
« Antwort #22 am: 07.07.2011, 12:07:38 »
Erst wurde ihr Gesicht wie eine steinerne, ausdruckslose Maske nachdem Kommentar des Soldaten. Sie fing dann langsam an zu lächeln, steckte ihren Stift in ihre Jacketttasche und klappte ihren Notizblock zu. Dazu nahm sie ihre Brille ab, schaute Mr. Biton jetzt direkt in die Augen und antwortete in sicherem, ruhigen Ton:
"Mr. Biton, my job is also to write down what other people are too scared to speak out loud. My report has to be also about the psychological experiences of the group members. I will, of course write about ANYTHING that happens here and there." wobei sie mit dem Zeigefinger einmal nach unten und einmal nach oben zeigte. Jane faltete ihre Hände über den Knien zusammen und fuhr fort.
"You see, Mr. Biton, a mere thought can become a doubt, a doubt can become fear and fear leads to chaos. I have the opinion that we should speak about our thoughts before they evolve to something that could threaten the mission. I just wanted to see how far this thought had evolved and as you can see from your reaction it is now not something we should ignore. Oh, and by the way: "
Ihr Gesicht wurde plötzlich hart.
"Don't tell me how to do my job. You are the one asking questions about things that are restricted for a certain reason althought you are just a soldier. All you caused is incertitude in the group. Knowledge is not always helpful, Mr. Biton."
Sie seufzte kurz und fing wieder an warm zu lächeln:
"I think for the sake of all, we should lay down our differences and concentrate our powers to achieve our common goal, don't you think Gentlemen?"
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Peter Aldred

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Der schweigende Stern
« Antwort #23 am: 07.07.2011, 12:43:11 »
Jetzt empfand der Diakon die weltoffene Reporterin langsam als Ärgernis und wirkliche Gefahr für die Mission. Der Diakon ist sich sicher, dass der Commander sich selbst verteidigen kann, weshalb er nicht beabsichtigt im Namen des Commanders zu sprechen und dennoch fühlt sich der Diakon durch die Aussage der Frau insofern provoziert, dass sie das Team tatsächlich zu trennen versucht.
"Mrs. Palmer, your job is not to write down what other people are too scared to speak out loud.", begann Peter mit deutlichem Zweifel zu sprechen und kopierte bewusst die Art und Weise, wie Mrs. Palmer ihre Aussage einleitete. "Your job is to guarantee objectivity and candour in your journalistic work. To write down things other people might think, is an interpretation and is influenced by your owns fears or your own knowledge."

Peters Stimme hatte noch immer einen warmen Unterton, sie klang jedoch wie jene eines belehrenden Vaters.
"And your implication that fear leads to chaos is also wrong. There is a difference between angst and fear, but as I doubt that you know the works of Mr. Heidegger[1] and others, I will explain it swiftly. First, there is a difference between the fear of the unknown and the fear of the known. First is described by the word angst[2]. Second, there is a difference between external and internal fear. External fear is the fear of something outside of your mind and body: spiders, scorpions et cetera. Internal fear is the fear of something only existing inside of you: fears, which are generated by a low self-esteem or similiar problems. As you can see, there is a vertical and a horizontal difference of fears. You can easily see, fear can also lead to order. The fear of dying has always been a central concern in religious discussion. This fear has definitely led to an order. The same you can see, if you follow the thoughts of more profane philosophers: Thomas Hobbes[3], Thomas More[4], Niccolò Machiavelli[5] or even persons like Karl Marx[6]."
Peter atmete scharf ein und blickte Mrs. Palmer an.
"Doubts are central to the human being and a key to survival. And the person, who invokes incertitude within our ranks, is certainly you, Mrs. Palmers. No other person in this room has shown any fear of aliens or any thoughts about aliens but you! I trust my commander in this mission and it strengthens my back to know that my commander cares for his team, Mrs. Palmer."
Mit diesen Worten drehte der Diakon sich wieder um und ließ es dabei bewenden.
 1. Martin Heidegger
 2. nach Søren Kierkegaard
 3. Thomas Hobbes
 4. Thomas Morus
 5. Niccolò Machiavelli
 6. Karl Marx
« Letzte Änderung: 07.07.2011, 13:22:13 von Peter Aldred »
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Jean Levi Biton

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Der schweigende Stern
« Antwort #24 am: 07.07.2011, 14:34:49 »
"Thank you. Mr. Aldred."

Jean Levis Blick war noch immer auf die Reporterin geheftet, auch als er mit Peter sprach, und sein Ausdruck hatte jegliche Freundlichkeit verloren. Lediglich ein Hauch des undeutbaren finsteren Lächelns war zu finden, wenn man sich traute, dem strengen Blick des Commanders zu begegnen. Jean Levi hatte nicht damit gerechnet, dass die Verantwortlichen der Mission es sich erlauben würden, ein Team zusammenzustellen, ohne die Teilnehmer zuvor auf Kooperationsbereitschaft zu prüfen oder die Notwendigkeit der Zusammenarbeit aufs Äußerste zu betonen. Er sah ein, dass eine internationale Bedrohung nach einem internationalen Team verlangte, ebenfalls war es gerechtfertigt, Experten für ihr jeweiliges Feld zu finden, auch wenn diese bisher noch nicht zusammengearbeitet hatten. Schließlich hatte man ihm offen dargelegt, dass es seine Aufgabe war, das Team zu koordinieren und für eine gute und erfolgreiche Zusammenarbeit zu sorgen, er rechnete noch nicht ein Mal damit, dass diese Aufgabe einfach werden würde. Doch zwischen den Wissenschaftlern und Astronauten, welche sein Team bildeten, fiel es ihm schwer, Miss Palmer in ein Aufgabengebiet einzuordnen. Aus dem Augenwinkel schaute Jean Levi auf die Projektion von Earles Präsentation. Spaceflight Participant stand dort neben dem Namen der Reporterin. Eine Touristin also. Bei solch einer schwerwiegenden Mission? Noch dazu eine freie Reporterin, mit dem Hang zum Boulevardjournalismus? Wäre sie eine renommierte Reporterin eines naturwissenschaftlichen Blattes so würde Jean Levi ihre Partizipation verstehen. Schließlich wäre sie dann soger in der Lage, den Wissenschaftlern der Crew bei ihren Untersuchungen zur Hand zu gehen. Aber das momentane Aufgabengebiet und insbesondere ihr unkooperatives soziales Verhalten machte Miss Palmer in Jean Levis Augen zu einer schwereren Last als einer sinnvollen Ergänzung des Teams. Es fiel dem Commander der Crew schwer, einen angemessenen Umgang mit der Reporterin zu finden, wenn sie mit dem Rangverhältnis des Teams nicht vertraut war, sogar Befehlen trotzte - und ihr Aufgabenbereich außerhalb Jean Levis Einfluss lag. Nun war es an dem Commander, einen vielsagenden Blick mit dem Präsidenten zu tauschen, ein Ausdruck, der sich zwischen Anklage und dem Verlangen nach Rechenschaft nicht entscheiden konnte.

"I think we have heard enough," ergriff Jean Levi wieder das Wort, und ließ es doppeldeutig, ob er von der Einweisung Earles oder Palmers Revolte sprach.
"Our objectives are clear and we are overdue for our training. Thank you Mr President for your time." Der Commander erhob sich und trat an den Schreibtisch des Präsidenten. Mit einer weichen Bewegung zeugte er seinen Salut und gab Fraser daraufhin die Hand. Er wollte nicht den Eindruck hinterlassen. als wisse er das Meeting nicht zu schätzen. Obwohl sie einen holprigen Start hatten, war das Ergebnis zufriedenstellend. Er war froh, dass sie sich dazu bereit erklärt hatten die geheimgehaltenen Informationen freizugeben, obwohl der Commander mittlerweile der Ansicht war, dass nicht die Information selbst, sondern die Geheimhaltung für das Unbehagen gesorgt hatte. Der Blick des Soldaten wurde weniger hart, als er dem Präsidenten schließlich zunickte und sich Earle zuwandte.

"And as we have discussed Mr. Earle," sprach Jean Levi, und nahm dem Wissenschaftler sanft dessen Notizblock und Kugelschreiber aus der Hand. Während er fortfuhr, kritzelte er auf die untere Ecke des Blattes rasch einige Worte. "you will introduce my scientist with the according information. Thank you."

Mit einem nachdrucksvollen Blick gab der Commander dem Berater den Block und den Stift wieder. Als sich dessen Blick senkte, um die Notizen zu lesen, verengten sich Jean Levis Augen für einen kleinen, kaum merkbaren Moment. Ehe Earle reagieren konnte drehte sich der Commander zu seiner Crew und sprach zum ersten Mal mit einer ein wenig lauten, aber sehr festen Stimme, die bezeugte, dass er bereits viele Rekruten erfolgreich durch eine militärische Ausbildung begleitet hatte.

"Alright people. We have a training to attend and an asteroid to fly up to.  Let's pack it up."
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Der schweigende Stern
« Antwort #25 am: 07.07.2011, 18:38:28 »
Earles Augen verengten sich ebenfalls, doch in einem Ausdruck von unverständigem Erstaunen. "Yes, I will send the necessar information.", murmelte er gedankenverloren, während er das Blatt faltete und in die Außentasche seines Jackets steckte, sodass noch ein Zipfel herausschaute[1]. Dann machte er sich daran, den Computer samt Beamer abzubauen.

Auch die restlichen Teammitglieder packten Ihre Sachen zusammen und standen auf. Jedem einzelnen schüttelte der Präsident die Hand und sprach noch einmal von der wichtigkeit der Mission und das Vertrauen, das in sie gesetzt wurde. Auch versprach er vor dem Start noch einmal mit Ihnen zu sprechen. Dann verließen sie das Oval Office und standen im Vorraum und sahen sich an. Eine unangenehme Stille entstand. Es war das erste Treffen gewesen und es war nicht sehr harmonisch verlaufen. Auch hatte jeder Teilnehmer seine Eigenheiten zur Schau gestellt. Keiner sagte etwas, man lächelte sich zu, bis Mr. Pasceznik dann doch sagte: "We should go on; certainly someone is waiting for us.". Er steuerte auf die Sekretärin zu und wechselte kurz einige Worte mit Ihr. Er kam zurück und sagte: "There is a Limo waiting for us, outside. A jet will bring us back to Cape Canaveral. I guess, it's training for the rest of the day. Better lose no time, do we?".

Alles war, wie die Sekretäring gesagt hatte und ehe sie sich's versahen, waren sie wieder zurück auf dem Trainingsgelände und wurden förmlich durch die Umkleiden hindurch zu ihrem Ausbilder geschoben. Dieser blickte unverholen auf seine Uhr und gab sich wenig Mühe, seinen Unmut zu verstecken. "All right, it's training for the rest of the day. We lag behind schedule. Tonight it is the bassin, then!"[2], rief er ungeduldig und wies das Team an, erst in die Raumanzüge und dann in das Trainingsbecken zu steigen. Sie hatten diese Art des Schwerelosigkeitstrainings bereits, jeder für sich, in den Tagen vorher geübt. Nun übten sie zum ersten Mal gemeinsam die vielen Handgriffe ein, die im Weltraum in Routine übergehen sollten. Nur die Reporterin Palmer und der Biologen Hepworth hatten bisher keine astronautische Ausbildung durchlaufen, doch trotzdessen stellten sie sich nicht ganz ungeschickt an, auch wenn Mrs. Palmer hin und wieder ein gewisses technisches Fachverständnis vermissen ließ[3]. Der Coach nutzte diese Gelegenheiten oft, um der Gruppe jeweils noch einmal die allgemeinen Details in Erinnerung zu rufen.

Gegen 21.oo Uhr blickte der Ausbilder erneut auf seine Uhr und wiegte im Zwiespalt seinen Kopf hin und her. Manche der Gruppenteilnehmer waren bereits sehr angestrengt, vielleicht abgesehen des Commanders Bitons, und hofften auf Pause. Schließlich überwand er sich und beendete das Training für diesen Tag, nicht jedoch ohne zu erinnern, dass sie sich am nächsten Morgen pünktlich (wie er betonte) um 8.oo Uhr im Unterrichtsraum wiederträfen.

Bevor sich die Gruppe trennte, rief der Commander aber die Gruppe doch noch einmal zusammen. Mit wenigen Worten erklärte er, dass es heute ihr erstes Treffen gewesen wäre, dass er interessiert sei, das Team kennenzulernen und dass es die folgenden Tage sicher angenehmer und auch lehrreicher machen würde, würden sie etwas vertrauter werden. Darum wollte er alle bitten, sich nach Duschen und Umziehen noch in der Cafetaria zu treffen, die bis 24.oo Uhr noch geöffnet hatte. Jeder stimmte, aus seinen Gründen, zu.

Als der Commander jedoch um 22.oo Uhr gegen die Tür des Doktor Pásečniks klopfte, erhielt er keine Antwort. Keiner wußte, wo er sein könnte, und nach einiger Zeit entschieden sie etwas genervt, ohne ihn in die Cafetaria zu gehen. Er wusste ja, wo sie waren, und würde nachkommen, wenn er wollte.

Sie trafen ihn vor dem Gebäude vor, als er sich gerade eine Zigarette ansteckte. Pásečnik nahm einen Zug (er hielt die Zigarette übrigens zwischen Daumen und Zeigefinger, wie es auch viele Soldaten tun[4]), zuckte mit den Schultern und erklärte: "Do you know, how difficult it was, to dig up some cigarettes here? Or some matches? It took me about half an hour and 5$ to get even half a packet. Unbelievable..."
 1. Wer will, kann einen Taschendiebstahl versuchen
 2. Astronautentraining
 3. angenommen, weil keine Ränge in Wissen (Technologie) o.ä.
 4. 
« Letzte Änderung: 08.07.2011, 17:07:32 von List »
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Celebren Anga

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Der schweigende Stern
« Antwort #26 am: 08.07.2011, 22:55:51 »
"Something to smoke would be nice." sagte Abhay mehr zu sich selbst als er den russischen Psychiater mit seiner Zigarette vor dem Gebäude stehen sah. Wie von selbst griff er sich in die Brusttasche, nur um zu bemerken, dass er seine Pfeife hatte wohl zu Hause liegen lassen.

Unwillkürlich musste er lachen als er daran dachte, wie er in einer Bar saß und von vielen schief von der Seite angeguckt wurde. Er sah aus wie ein britischer Professor einem alten Film entsprungen nur das seine Hautfarbe nicht zu dem Bild passte. Als Erster betrat er den Kantinenraum nur um sofort einen der Snackautomaten anzusteuern. Normalerweise aß er abends kaum etwas, aber heute hatte er das Gefühl er könnte nicht genug bekommen, wie zur Unterstützung knurrte sein Magen.

"Someone else anything?" fragte er und schaute über seine Schulter zu den Anderen, während er  sein Twix aus der Verpackung schälte. Sollte niemand sich setzten würde er sich zu dem nächstbesten Tisch begeben und sich setzten um seinen strapazierten Körper etwas Entspannung zu verschaffen.

"You know as a child I wanted to become an astronaut, but now as I see the training I don't thing that was a good idea. Be careful what you wish it may become true."

List

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Der schweigende Stern
« Antwort #27 am: 10.07.2011, 19:34:22 »
Mittlerweile war die Sonne fast untergegangen und die letzten Strahlen tauchten das Trainingsgelände in ein schmutziges rot. Die Kantine war schlicht und funktional gehalten: Stahl, Beton und Kunststoffe waren die vorherrschenden Elemente aus denen Gebäude wie Einrichtung bestanden. Dennoch war die Atmosphäre im Moment von wohliger Ruhe, die das Team nach einem langen Tag sicher gebrauchen konnte. Die Stille wurde nur unterbrochen von dem leisen Summen der Automaten und dem Getippe eines einzelnen Mitarbeiters an einem Tisch an der Ostseite. Dieser hatte sich vom Team abgewandt und sich Ohrstöpsel eingesetzt, um ungestört arbeiten zu können. Sein Kopf nickte im Takt, wahrscheinlich hörte er Musik[1].
 1. 
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« Letzte Änderung: 10.07.2011, 19:34:34 von List »
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Dr. Sergej Pásečnik

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Der schweigende Stern
« Antwort #28 am: 10.07.2011, 19:34:52 »
Auch Dr. Pásečnik betrachtete die Auslage der Automaten; aber er schien nicht besonders zufrieden. Schließlich entschied er sich doch für eine kleine Packung Butterkekse und eine Tasse Rooibos-Tee, in den er sowohl Zucker als auch Kaffeesahne gab. Dann setzte er sich zu den anderen. Ein Gespräch schien er selbst jedoch nicht beginnen zu wollen. Stattdessen aß er seine Kekse, indem er sie in den Tee tunkte und musterte das Team mit gutmütigem Lächeln.
« Letzte Änderung: 10.07.2011, 22:01:17 von List »
"Selbst die Ameise kann aus dem toten Philosophen noch etwas nützliches ziehen." - nach Stanislaw Lem

Andrew Petersson

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Der schweigende Stern
« Antwort #29 am: 10.07.2011, 21:57:00 »
Andrew Petersson ignoriert die Diskussion beim Präsidenten. Er selbst konnte sich nicht erklären, wie eine solche Diskussion am Schreibtisch des mächtigsten Mannes des Staates ausgetragen werden konnte.

Stattdessen hält er sich im Hintergrund, verfolgt lediglich die Unterhaltung mit seinen Blicken und scheint sich seinen eigenen Reim auf die Verhaltensweisen der Anwesenden zu machen.

Als er schlussendlich wieder zum Training gebeten wird, ist er froh, dass er erneut den schweren Raumanzug sowie die Ausrüstung anlegen kann, die ihn von der Welt abschirmt wie selten etwas, das er an hatte.
Seine Bewegungen sind flüssig und sicher, während er im Wasserbecken die verschiedenen angegebenen Manöver durchführt.

Am nächsten Tag sollte für ihn der erste Testlauf wie versprochen stattfinden, um über alle notwendigen Details der Mission gebrieft zu werden und Andrew Petersson schien sich bereits darauf zu freuen. Jedenfalls kommt er sehr entspannt zu Cafeteria mit den anderen und begibt sich sogleich zu einem der Getränkeautomaten. Eine gekühlte Cola später gesellt er sich an einen der Tische, in der Hoffnung, die Nichtraucher der Mission würden sich zu ihm gesellen.
Schweigend blickt er solange an den Wänden entlang, an denen mit einer gespenstischen Stille das Rot der untergehenden Sonne empor wandert.

Als sich schließlich der Russe zu ihm setzte, nickte er ihm zu und nahm einen weiteren Schluck aus der Flasche. Sein Rücken zu dem letzten Mitarbeiter in der Cafeteria gewandt, ruhte er sich ebenfalls aus, wollte Dr. Pásečnik allerdings nicht bei seiner Tee-Zeremonie stören.
Stattdessen schien er darauf zu warten, das Gespräch zu eröffnen, sobald sich mehr der Teammitglieder niedergelassen haben.

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