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Autor Thema: Das blaue Buch der Ostmark  (Gelesen 20266 mal)

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Idunivor

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Das blaue Buch der Ostmark
« am: 03.04.2012, 21:14:00 »
Am Fuß eines gewaltigen Berges, der einsam in die Höhe ragte, lag eine Stadt. Noch vor wenigen Jahren hatte diese Stadt in Trümmern gelegen, verbrannt von dem Feuer eines schrecklichen Drachens, der unter dem Berg lebte und eifersüchtig seinen Schatz bewachte. Doch diese Tage waren jetzt vorbei. Eine tapfere Gruppe von Zwergen hatte in Belgeitung von einem kleinen Wesen, das man auf dieser Seite des Nebelgebriges nicht oft sah, den Hort des Drachen betreten und ihn nach draußen getrieben. Ein schwarzer Pfeil brachte den Drachen zu Fall und die lange Zeit seiner Schreckensherrschaft endete. Dank des kleinen Fremden - eines Hobbits, wie inzwischen alle Bewohner der Region wissen - wurde ein Frieden geschlossen und die freien Völker standen Seite an Seite in der Schlacht gegen die Orks, die kamen und das Königreich unter dem Berg für sich beanspruchen wollten. Dank all dieser Heldentaten, gab es jetzt wieder ein Zwergenkönigreich unter dem einsamen Berg und eine Menschenstadt an seinem Fuß. Der König dieser Stadt heißt Bard, der Bogenschütze genannt, da er es war, der den Pfeil abfeuerte, der den Drachen gefällt hatte und die Stadt trägt den Namen Thal. Das ist der Ort an dem unsere Geschichte beginnt...

Die Straßen von Thal waren gefüllt von Betriebsamkeit. Seit der Drache von Bard erschossen worden war, hatte sich die Stadt mehr und mehr zu einer blühenden Handelsmetropole entwickelt. Dafür ist der hochaufragende Berg, der jederzeit zu sehen ist und das Zwergenkönigreich in seinen steinernen Eingeweiden sicherlich auch mitverantwortlich. Die Kunstfertigkeit der Zwerge des Einsamen Berges lockt viele Fremde an, die deren Erzeugnisse in alle Winkel Mittelerdes tragen wollen. Aber auch umgekehrt floriert der Handel, denn alle Güter, die die Zwerge nicht selbst herstellen können, erwerben sie in dem großen Marktviertel von Thal.
Durch dieses Viertel geht Kral Deregost, einer der reichere Händler Thals. Man konnte ihm das ohne Schwierigkeiten ansehen, denn seine Kleidung war aus feinster Seide und das unkundige Auge mochte glauben, dass die Leben dieses Gewebe geschaffen hatte. Um den Hals des Mannes hängt eine Kette aus schweren goldenen Gliedern, die die Form von sich selbst in den Schanz beißenden Schlangen haben - ohne Zweifel eine zwergische Arbeit. Das schüttere Haar und die beinahe schlacksige Figur lassen den Mann nicht gerade beeindruckend erscheinen. Dieser Eindruck hat dem Mann schon oft bei seinen Geschäften geholfen. Doch heute ist er nicht hier, um irgendwelche Waren zu erwerben oder zu vekraufen. Seine Schritte führen den älteren Mann direkt zu einem der wenigen Gasthäuser, das in diesem Viertel steht.
Das Gasthaus "Zum schwarzen Pfeil" ist eines der ersten, das in Thal errichtet wurde, als die Stadt wieder besiedelt wurde. In diesem Haus kamen seit jeher diejenigen Reisenden unter, die nicht mit irgendwelchen Geschäften nach Thal gekommen waren, sondern lediglich dem Ruf der Straße folgten. Genau solche Männer suchte Kral. An diesem Tag war das Gasthaus allerdings beinahe leer. Es waren nur vier Personen anwesend. Kral war überrascht über die Anwesenden, denn jeder von ihnen saß an seinem eigenen Tisch. Eigentlich war das wenig verwunderlich, wenn man bedachte, dass alle vier anwesenden einem anderen Volk angehörten. Ein Elb, ein Mensch, ein Zwerg und eine Hobbitdame waren in dem Raum versammelt. Der Kaufmann zögerte nicht lange, nickte dem Gastwirt Girn zu und erhob seine Stimme: "Meine Freunde, ich brauche eure Hilfe, so ihr sie mir gewähren wollt."
« Letzte Änderung: 06.04.2012, 12:51:45 von Idunivor »
The only ones who should kill are those prepared to be killed.

Báin Náinssohn

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Das blaue Buch der Ostmark
« Antwort #1 am: 04.04.2012, 09:50:45 »
Intressiert aber auch ein wenig verwundert blickt der Zwerg auf und schaut dem Menschen ins Gesicht, dann zieht er genüsslich an seiner Pfeife und blässt den Rauch in kleinen Ringeln der Decke entgegen. Nach Geld sieht er ja aus, vielleicht sucht er jemanden für eine Schatzsuche. denkt sich Báin sagt aber nichts, sondern stößt nur ein leichtes Grunzen aus, welches sowohl Zustimmung als auch Ablehnung ausdrücken könnte. Dann zieht er nochmal an seiner Pfeife und wartet ab, was die anderen zu sagen haben. Immerhin war er ja nicht alleine angesprochen worden.

Threan

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Das blaue Buch der Ostmark
« Antwort #2 am: 04.04.2012, 20:31:14 »
Überrascht von seinen Reiseunterlagen aufblickend mustert der Thaliser den Kaufmann von Kopf bis Fuss aufmerksam.

Erst vor wenigen Tagen war er, Skarl Sohn des Drengi, aus den Diensten der Armee ausgetreten um die Wunder Mittelerdes mit eigenen Augen zu sehen und ihre Geschichte zu lernen. Hier im Schwarzen Pfeil, der Taverne Thals in der die Weitgereisten Unterschlupf finden, ist sicherlich der beste Ort der Stadt um mit genau solchen Leuten Kontakt aufnehmen zu können.

Die anderen Drei; Elb, Hobbit und Zwerg mit ehrlichem Interesse anblickend, wendet sich Skarl wieder dem Kaufmann zu und lässt seine dunklen Augen neugierig auf ihm ruhen.

Worin die zu gewährende Hilfe wohl bestehen mag?
« Letzte Änderung: 04.04.2012, 23:12:30 von Skarl son of Drengi »

Gwynn

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« Antwort #3 am: 05.04.2012, 00:01:49 »
Gwynn widmet sich eigentlich gerade erst ihrem dritten Gang und wollte nach dem fünften doch endlich mal einen anderen Tisch aufzusuchen. Hier unterhält sich ja niemand, den man belauschen kann, also wollte sie das Gespräch selbst führen. Nach der Störung beobachtet sie die Reaktionen der anderen und ist etwas enttäuscht. So verhalten, wollten sie denn nicht helfen?

Sie läßt das Essen stehen und springt vom Hocker. Ein paar Schritte kommt sie dem Kaufmann entgegen, verneigt sich linkisch und grinst ihn an: "Neue Freunde sind immer willkommen. Mögt Ihr euren Namen verraten? Meiner ist Gwynn Granuaile. Man hilft doch immer gerne, worin besteht denn das Problem?" Sie streckt ihm nun die Hand entgegen.

"Hat uns jemand empfohlen? Oder ist er so verzweifelt, dass er sich an Fremde wenden muss?" Ihre Gedanken entspringen aber keinesfalls einem Misstrauen, sondern einzig der Neugier.
« Letzte Änderung: 06.04.2012, 14:58:07 von Gwynn »

Báin Náinssohn

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« Antwort #4 am: 05.04.2012, 12:32:23 »
Als die Hobbitdame aufsteht und zu dem Fremden hingeht erhebt sich auch der Zwerg, aber nicht ohne vorher noch ein paar Rauchkringel gen Decke zu schicken und geht auf die beiden zu. "Ich denke wir sollten uns ersteinmal hinsetzen und einen Humpen Bier trinken, im stehen lässt sich schlecht über Geschäfte verhandeln. Nicht wahr?" bei seiner letzten Bemerkung hebt ein wenig seine linke Augenbraue, setzt sich dann aber an den nächsten Tisch. Bitten den Händler und die Hobbit heran und sagt dann "Ich Báin Sohn des Náin und wer seit ihr wehrter Herr?" dabei nickt er Gwynn kurz zu, um ihr zu zeigen dass er ihren Namen zur Kenntnis genommen hat.
« Letzte Änderung: 05.04.2012, 12:33:20 von Báin Náinssohn »

Idunivor

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Das blaue Buch der Ostmark
« Antwort #5 am: 06.04.2012, 14:39:35 »
Jetzt da der Zwerg gesprochen hat, regt sich auch der Elb, der bisher die ganze Zeit stoisch an seinem Tisch gesessen hatte. Er blickt hinüber zu dem Mann der das Gasthaus betreten hat und erhebt sich langsam. Dabei geben die feinen Platten seiner Rüstung, die sich ähnlich wie das Blätterdach eines Baumes überlappen, keinen Laut von sich. In einer seiner Hände trägt der Elb seinen entspannten Bogen und an seiner Hüfte hängt ein gekrümmtes Schwert elbische Machart, sowie ein Dolch, der ebenso geschwungen ist. Gemächlich geht er auf den hageren Mann zu und strahlt dabei die natürliche Eleganz und die Weisheit von Jahrhunderten aus, die so vielen seines Volkes eigen ist: "Mae Govannen, Kral aus dem Stamm der Deregost. Ich bin Avarathion und meine Hilfe ist euch gewiss, wofür auch immer ihr sie benötigen mögt."
Der hagere Mann zeigt sich merklich überrascht, dass dieser Fremde ihn mit seinem Namen anzusprechen vermag, fängt sich dann aber schnell wieder und wendet sich erneut an alle vier Anwesenden: "Ich freue mich über eure Worte Avarathion, aber lasst mich erst sprechen. Tatsächlich bin ich Kral Deregost, ein Kaufmann hier aus dieser Stadt und ein Mitglied des Rates von Thal. Die Sorge um ein anderes Ratsmitglied treibt mich hierher, denn er ist schon seied langem verschwunden und vor wenigen Tagen haben wir erfahren, wohin er aufgebrochen ist. Sein Name lautet Halmen Harvardssohn, er ist ein Gelehrter und Kenner der Geschichte Mittelerdes. Lange verweilte er hier um die Chroniken des einsamen Berges und das was von den Schriften Thals übrig geblieben ist zu studieren. Doch schon vor Monaten ist er aufgebrochen und niemand wusste, wohin er unterwegs war. Doch dieses Rätsel hat sich nun gelöst, denn der braune Zauberer hat uns mit einem seiner Vögel eine Nachricht gesandt, dass seine Späher Halmen hoch auf den Gipfeln des Nebelgebirges entdeckt haben. Nun da wir wussten, wo er war haben wir auch erfahren, was er dort wollte. Dort oben, im Norden des Hohen Passes glaubt er einen Wachturm des alten Reiches Arnor entdeckt zu haben. Dorthin ist er aufgebrochen, ohne ein Wort an uns.
Nun hat der König mich beauftragt mutige Männer und Frauen zu suchen, die bereit sind die weite Reise und die Gefahren auf sich zu nehmen um diesen Turm zu suchen und Halmen sicher hierher zurück zu bringen. Der Dank des Königs und ganz Thals wäre euch für alle Zeiten sicher."
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Gwynn

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Das blaue Buch der Ostmark
« Antwort #6 am: 06.04.2012, 15:07:19 »
Gwynn nimmt ihre ignorierte Hand zurück und wirkt keineswegs beleidigt dabei. Stattdessen folgt sie der Aufforderung des Zwergen, sich zu ihm zu setzen. Natürlich nicht ohne vorher ihre Mahlzeit hinüberzutragen und unauffällig fortzusetzen. Gespannt verfolgt sie die Worte der anderen und vor allem der Auftragsbeschreibung. Mit Arnor und ewigem Dank Thals kann sie ihrer Meinung nach nicht viel anfangen, aber jemandem zu helfen gerne. Vor allem, wenn es mit Reisen zu tun hat.
"So etwas mache ich gerne. Allerdings hätte ich noch eine Menge Fragen, wenn es erlaubt ist?", schiebt sie ihre Zusage kurz dazwischen. Verhandlungen über Belohnungen oder Sorge ob Gefahren auf dem Weg zu einem ihr unbekannten Ort scheint sie sich keine zu machen. Fragt sie sich eigentlich nicht mal, ob sie die richtige für diese Aufgabe ist?

Idunivor

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Das blaue Buch der Ostmark
« Antwort #7 am: 06.04.2012, 16:39:00 »
Kral nickt der Hobbitdame aufmunternd zu: "Natürlich, nur heraus damit. Ich werde mich bemühen euch so viel zu sagen, wie ich kann, aber leider haben wir selbst nur sehr spärliche Informationen."
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Gwynn

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« Antwort #8 am: 06.04.2012, 18:09:28 »
"Verflixt!", denkt Gwynn sich, denn gerade hatte sie sich unauffällig den nächsten Bissen hereingeschoben. Sie schluckte ihn herunter und wäre fast ins Husten gekommen. Mit etwas gerötetem Gesicht formulierte sie ihre Fragen: "Zuerst wäre eine Beschreibung oder ein Bild vom Ratsherrn Harvardsson nett. Dann, ob er begleitet wurde, Freunde von ihm hier mehr wissen könnten, um Beispiel über sein Reiseziel, oder ob er unterwegs Bekannte oder andere besucht hat. Was hat er mitgenommen und was könnt ihr uns über das Ziel verraten? Wo hat er und wo ihr von dem Ziel erfahren und wer könnte uns entsprechend Informationen geben?" Gwynn stoppt, auch wenn sie nicht so wirkt, als wäre auch nur einen Bruchteil ihrer Neugier zum Ausdruck gekommen. Aber das Essen darf ja auch nicht vernachlässigt werden.
« Letzte Änderung: 06.04.2012, 18:09:57 von Gwynn »

Idunivor

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« Antwort #9 am: 06.04.2012, 19:29:17 »
Der Kaufmann zieht aus seiner Tasche einen schlanken Lederbehälter hervor, der ganz offensichtlich für Karten oder Schriftrollen gedacht ist: "Wir wissen nicht genau, mit wievielen Begleitern Halmen aufgebrochen ist und ob er überhaupt welche hatte. Wir tappten bis zu dem Hinweis des Braunen selbst im Dunkeln. Erst als wir wussten, was wir in den Archiven suchen mussten haben wir das hier entdeckt." Der Händler öffnet den Lederbehälter und holt zwei Pergamentrollen hervor, eine die ganz offensichtlich schon sehr alt ist und eine zweite sehr viel neuere. Langsam beginnt er vorzulesen:
Chronik des Reiches Arthedain, Regierungszeit des neunten Königs Arapor, 1421 Zweites Zeitalter,

Die Kundschafter sind vom verborgenen Turm von Amon Rîw zurückgekeht, der für lange Zeit über den Hohen Pass wachte. Obwohl er schon vor hunderten von Jahren aufgegeben werden musste, sind die Sigel, die das Böse fernhalten sollen nach wie vor ungebrochen. Derzeit reicht unsere Kraft noch nicht aus um ihn wieder zu bemannen und so den Pass wieder für Reisende zu sichern, aber die Jahre des Friedens haben uns gestärkt und bald könnten wir über genug Sträke zu verfügen um den östlichsten Außenposten unseres Reiches wieder zu besetzen. Der Pfad, der einst den Turm mit dem Pass verband ist heute versperrt, aber die Männer haben einen neuen Weg gefunden.
Im Anschluss folgt eine genaue Beschreibung des Weges zum Turm, die Kral ebenfalls vorträgt, sobald er damit fertig ist entrollt er das zweite Pergament, es zeigt lediglich eine Karte, die vier Reisenden schließlich erkennen auf Basis der Beschreibung aus der Chronik angefertigt worden ist. Dazu enthält sie noch einige kurzen Notizen: "Die Sigel könnten eine Untersuchung wert sein. Ihre Macht könnte noch immer nicht verblichen sein, in diesem Turm könte das Vermächtnis Arnors ruhen." Nachdem er auch das vorgelesen hat blickt Kral einmal in die Runde: "Das ist alles, was wir wissen. Wir haben schon alle Menschen in Thal gefragt mit denen Halmen über seine Pläne gesprochen haben könnte und nichts erfahren. Dieser Karte ist alles, was wir von seinem Verbleib haben. Deshalb möchte ich euch im Namen des Königs bitten die weite Reise auf euch zu nehmen und den Turm von Amon Rîw zu suchen. Hoffentlich findet ihr dort Hinweise auf Halmens Verbleib und wenn nicht, so zumindest das, wofür er sein Leben aufs Spiel gesetzt hat. Denn auch wenn sein Wissensdurst die Oberhand gewonnen hat, so ist er doch im Recht. Dieser Turm könnte Wissen und Geheimnisse enthalten, die für die Völker des Nordens von Wert sind."
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Gwynn

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Das blaue Buch der Ostmark
« Antwort #10 am: 07.04.2012, 10:55:33 »
Aufmerksam und ruhig kauend lauscht Gwynn den Worten des Kaufmanns. Alleine der Ausdruck "weite Reise" lassen ihre Augen noch deutlicher strahlen. Mit unverhohlener Begeisterung setzt sie ihre Fragen fort: "Vielen Dank dafür. Die Beschreibung oder das Bild wird noch gebraucht. Wenn ihr hier in der Stadt die Bekannten des Herrn Harvardsson gesprochen habt, waren welche davon nicht anwesend und könnten von daher mitgereist sein? Wusste jemand, ob und wenn ja, was er mitgenommen hat? Reit- oder Packtiere, welcher Art, besondere Ausrüstung? Was wäre bei ihm zumindest zu erwarten? Welche Bekanntschaften des gesuchten Herrn oder Quellen des Wissens und der Unterstützung für die Reise liegen nah an der Reiseroute und könnte er dementsprechend aufgesucht haben?"

Gwynn redet wie ein Wasserfall und ohne Punkt und Komma, geschweige denn eine Pause. Doch von einem Augenblick auf den nächsten stoppt sie und sucht den Blickkontakt mit den anderen. Deutlich erkennt man die Frage nach deren Beteiligungswunsch in ihren Augen. Vor allem, ob sie überhaupt mitreisen wollen. Natürlich kehrt der Blick zum Kaufmann zurück, um die Antwort wahrzunehmen. Und sie bleibt still, um den nächsten Bissen zu bewältigen.
« Letzte Änderung: 07.04.2012, 10:55:46 von Gwynn »

Threan

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« Antwort #11 am: 07.04.2012, 13:12:17 »
Von der lebendigen Art der kleinen Kreatur verblüfft, lauscht Skarl dem raschen Wortwechsel ehe er sich seine eigenen Gedanken zu den Geschehnissen machen kann. Ein alter Wachturm am Hohen Pass - nun Sinn macht das auf jeden Fall. Und die Liebe zu altem Wissen von Halmen Harvardssohn ist in ganz Thal bekannt.

Die kurze Atem- oder treffender "Bissen-" Pause der blitzschnell kombinierenden  Frau nutzend, beteiligt sich Skarl an dem Gespräch indem er mit ruhiger, bestätigender Stimme folgendes einbringt:

"Ich selbst bin dem Ratsherrn bereits mehrfach im Rahmen meines Dienstes als Wächter begegnet und würde ihn wohl zu erkennen wissen. Sorgt euch nicht, wenn wir ihn finden werde ich wissen, dass wir es mit Halmen zu tun haben."

Über die Schulter des Kaufmanns blickend, leuchtet Interesse und Freude beim Anblick der Chronik aus dem Zweiten Zeitalter auf. Den Impuls unterdrückend nach der Karte zu greifen mustert Skarl sie ausführlich als wolle er die Details in sich aufsaugen.

Doch eine Frage beschäftigt den ehemaligen Soldaten für den Augenblick mehr als die Reise die sie scheinbar bald antreten würden.

"Sagt, wie kommt es, dass ihr die Mitglieder dieser Mission aussucht und nicht ein Rittmeister, oder gar Seneschal König Bards? Das scheint mir ungewöhnlich..."

Idunivor

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« Antwort #12 am: 07.04.2012, 13:24:21 »
Jetzt da Skarl seine Zeit bei der Wache anspricht, erscheint das Zeichen von Erkennen auf dem Gesicht des Kaufmanns: "Richtig, ihr habt bis vor kurzem in der Wache gedient, nicht wahr. Dennoch will ich eurer Bitte nachkommen, kleine Dame: Halmen ist ein Mann in seinen besten Jahren, er mag nicht mehr jung sein, aber er ist noch immer kräftig. Er hat volles schwarzes Haar und einen fein säuberlich gestutzen Bart. Zumindest sah er so aus, als er das letzte Mal gesehen wurde. Er hat keinen Mann und keine Frau in Thal über seine Absichten aufgeklärt und wenn er irgendwelche Güter erworben hat, so können sich die Händler nicht mehr daran erinnern."
Auf Skarls Frage verfinstert sich der Gesichtsausdruck des Kaufmanns merklich: "Ihr habt recht, für gewöhnlich würden wir eine Truppe aus unseren eigenen Männern zusammenstellen, aber wir haben andere Probleme, denen sie sich widmen müssen: Berichte über Unruhen im Osten. Irgendetwas geschieht dort und treibt Gesindel in unsere Richtung. Und es gibt noch einige andere Schwierigkeiten, derer unsere tapferen Männer sich annehmen müssen. Es ist eine weite Reise bis zum Nebelgebirge und wir können es uns derzeit einfach nicht genügend Männer entbehren, um selbst nach Halmen zu suchen. Deshalb bin ich hier."
Nun ergreift erneut Avatathion das Wort: "Seid unbesorgt, Kral Deregost, wenn Halmen nach Amon Rîw gegangen ist und sich noch dort befindet, werden wir ihn dort finden."
« Letzte Änderung: 07.04.2012, 13:28:31 von Idunivor »
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Gwynn

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« Antwort #13 am: 08.04.2012, 15:39:21 »
Nachdem Avarathion deutlich und der Mensch - "Wie war gleich sein Name?" - zumindest indirekt ihre Bereitschaft zur Annahme des Auftrags bekundet haben, ruht Gwynns Blick eine kurze Weile auf Báin, ob er auch zustimmt. Doch drängen sich weitere Fragen nach vorn, sodass sie schnell den ersten beiden dankt und sich dem Herrn Deregost wieder zuwendet: "Das hilft. Zu schade, dass er nicht mal etwas Auffälliges mit sich gebracht hat. Von daher müssen wir wohl mit wenigen oder gar keinen Begleitern rechnen und vielleicht ein bis zwei Packtieren für die Ausrüstung oder für die Fundstücke? Wo könnte es sich unterwegs lohnen, nach Herrn Harvardsson zu fragen? Gegen welchen Feind hat der Turm denn einstmals geschützt? Gegen welches Böses waren die Siegel gerichtet? Welches Wissen oder Vermächtnis könnte dort zu finden sein? Wisst ihr da mehr darüber?" Die Neugier der Hobbitdame scheint unerschöpflich zu sein, auch wenn sie offensichtlich versucht, sich nicht zu aufdringlich zu geben.

Báin Náinssohn

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Das blaue Buch der Ostmark
« Antwort #14 am: 16.04.2012, 09:46:49 »
Intressiert lauscht Báin dem Gespräche der übrigen und der Gedanke an einen alten Außenposten lässt kurz das Schatzsucherfeuer in ihm auflodern. Dann sagt er zu dem Ratsherrn:"Kral Deregost ihr habt meine Axt, welcher Zwerg könnte schon einem Ausflug in die Berge wiederstehen." Dann lacht er herzhaft über seine eigenen Witz und fügt noch hintenan "Wir scheinen ja eine lustige Truppe zu sein." wobei sein Blick bei diesem Worten länger auf der Hobbitfrau liegt, als auf allen anderen Mitglieder dieser Gemeinschaft.

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