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Autor Thema: Anderswo, zur selben Zeit  (Gelesen 5354 mal)

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Jared Fitzroy

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Anderswo, zur selben Zeit
« am: 20.04.2012, 11:19:05 »
Als Jared erfolgreich von Haus Azaer zum Halbmond zurückkehrte -- die Handschuhe passten wirklich ausgezeichnet zu seinem Rapier, sowohl farblich als auch vom Stil her -- war der Schankraum leer bis auf den Halbling, der noch immer speiste. Jared setzte sich dazu, bestellte sich auch noch ein Bier, und seufzte zufrieden.

[b]"Im Sitzen bin ich kaum größer als Ihr"[/b], stellte er fest.

Als Jared erfolgreich von Haus Azaer zum Halbmond zurückkehrte -- die Handschuhe passten wirklich ausgezeichnet zu seinem Rapier, sowohl farblich als auch vom Stil her -- war der Schankraum leer bis auf den Halbling, der noch immer speiste. Jared setzte sich dazu, bestellte sich auch noch ein Bier, und seufzte zufrieden.

"Im Sitzen bin ich kaum größer als Ihr", stellte er fest.
« Letzte Änderung: 20.04.2012, 17:58:36 von Lord Nibbler »

Nebin

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Anderswo, zur selben Zeit
« Antwort #1 am: 20.04.2012, 17:58:01 »
[b]"Es ist nicht immer die Größe die zählt,"[/b] Nebin nahm einen großen Schluck Bier aus seinem Humpen bevor er grinsend fortfuhr: [b]"Aber ich gebe zu, es wäre manchmal ganz praktisch die Dinge von oben zu betrachten. Einmal über den Dingen stehen.

Nichtsdestotrotz habe ich mich inzwischen daran gewöhnt, dass das das erste ist, das Leuten auffällt, die mir begegnen. Dabei gebe ich mir schon Mühe meinem Körper mehr Masse zu geben."[/b]

Ein helles Lachen erklang aus der Mund des Halblings während er sich auf den üppigen Bauch klatschte.

[b]"Was haltet ihr denn von unseren Begleitern? Ich war nur kurz mit Leofe unterwegs, aber ich denke sie ist eine umgängliche Person. Bei der Eladrin - äh wie war noch ihr Name - Le- -xi? bin ich mir noch nicht sicher. Sie wirkt sehr ernst."[/b]
"Es ist nicht immer die Größe die zählt," Nebin nahm einen großen Schluck Bier aus seinem Humpen bevor er grinsend fortfuhr: "Aber ich gebe zu, es wäre manchmal ganz praktisch die Dinge von oben zu betrachten. Einmal über den Dingen stehen.

Nichtsdestotrotz habe ich mich inzwischen daran gewöhnt, dass das das erste ist, das Leuten auffällt, die mir begegnen. Dabei gebe ich mir schon Mühe meinem Körper mehr Masse zu geben."


Ein helles Lachen erklang aus der Mund des Halblings während er sich auf den üppigen Bauch klatschte.

"Was haltet ihr denn von unseren Begleitern? Ich war nur kurz mit Leofe unterwegs, aber ich denke sie ist eine umgängliche Person. Bei der Eladrin - äh wie war noch ihr Name - Le- -xi? bin ich mir noch nicht sicher. Sie wirkt sehr ernst."

Jared Fitzroy

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Anderswo, zur selben Zeit
« Antwort #2 am: 20.04.2012, 18:24:15 »
[b]"Dabei hat sie Euch noch geradezu herzlich begrüßt!"[/b] sagte Jared. [b]"Mich hätte sie am liebsten zur Eissäule erstarren lassen, weil sie glaubte, ich starrte sie an. Verdächtigte mich gar, ein Scherge von diesem durchgeknallten Magier zu sein. Also wenn Ihr mich fragt: sie ist angespannt wie ein Seil in einem Flaschenzug. Sie hat wohl sehr an den Kameraden gehangen, die sie gestern verloren haben. Trotzdem: ich möchte nicht neben ihr stehen, wenn's da mal reißt."[/b]

Nach einem kurzen Blick auf seine noch immer schmerzende Rechte fügte Jared hinzu: [b]"Und der Zwerg, Ramar Blutregen, der redet zwar nicht viel, aber ihm entgeht auch nicht viel. Da muss man aufpassen, was man sagt."[/b]

"Dabei hat sie Euch noch geradezu herzlich begrüßt", sagte Jared. "Mich hätte sie fast zur Eissäule erstarren lassen, weil sie glaubte, ich starre sie an. Verdächtigte mich gar, ein Scherge von diesem durchgeknallten Magier zu sein. Also wenn Ihr mich fragt: sie ist angespannt wie ein Seil in einem Flaschenzug. Offenbar hat sie sehr an den Kameraden gehangen, die gestern verloren gingen. Ich möchte nicht neben ihr stehen, wenn's da mal reißt."

Nach einem kurzen Blick auf seine noch immer schmerzende Rechte fügte Jared hinzu: "Und der Zwerg, Ramar Blutregen, der redet zwar nicht viel, aber ihm entgeht auch nicht viel. Da muss man aufpassen, was man sagt."

Nebin

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Anderswo, zur selben Zeit
« Antwort #3 am: 21.04.2012, 10:14:17 »
[b]"Ja, da hab ihr wohl recht. Mit beiden euren Einschätzungen,"[/b] erwiderte der Halbling.

[b]"Aber ich denke es wird langsam Zeit den Proviant zusammenzupacken. Die anderen werden bald zurück sein und wir wollen doch nicht verspätet aufbrechen. Sonst müssen wir noch eine Zwischenmahlzeit auslassen um die verlorene Zeit wieder einzuholen. Und DAS werde ich NIEMALS zulassen!"[/b]

Laut lachend machte Nebin sich daran seinen Schlauch mit frischem Wasser zu füllen, sowie etwas Wegzehrung zu verstauen.
"Ja, da hab ihr wohl recht. Mit beiden euren Einschätzungen," erwiderte der Halbling.

"Aber ich denke es wird langsam Zeit den Proviant zusammenzupacken. Die anderen werden bald zurück sein und wir wollen doch nicht verspätet aufbrechen. Sonst müssen wir noch eine Zwischenmahlzeit auslassen um die verlorene Zeit wieder einzuholen. Und DAS werde ich NIEMALS zulassen!"

Laut lachend machte Nebin sich daran seinen Schlauch mit frischem Wasser zu füllen, sowie etwas Wegzehrung zu verstauen.

Jared Fitzroy

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Anderswo, zur selben Zeit
« Antwort #4 am: 21.04.2012, 11:06:33 »
Jared füllte auch seinen Schlauch mit frischem Wasser, aber Proviant kaufte er keinen.

[b]"Ich muss auf mein Gewicht achten"[/b], murmelte er. Das klang besser als: Mein letzter Kupferling ist für die Handschuhe draufgegangen. [b]"Länger als einen Tag wird das Unternehmen schon nicht dauern, dann sind wir entweder tot, was dem Hunger auch ein Ende bereitet, oder reich und gerade in der rechten Stimmung auf ein Festmahl."[/b]

Jared füllte auch seinen Schlauch mit frischem Wasser, aber Proviant kaufte er keinen.

"Ich muss auf mein Gewicht achten", murmelte er. Das klang besser als: Mein letzter Kupferling ist für die Handschuhe draufgegangen. "Länger als einen Tag wird das Unternehmen schon nicht dauern, dann sind wir entweder tot, was dem Hunger auch ein Ende bereitet, oder reich und gerade in der rechten Stimmung auf ein Festmahl."
« Letzte Änderung: 21.04.2012, 11:08:09 von Jared Fitzroy »

Nebin

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Anderswo, zur selben Zeit
« Antwort #5 am: 10.05.2012, 21:46:30 »
Geknickt stand Nebin vor der Tür des Hauses der Familie Mühlstein. Eine ereignislose Reise lag hinter ihm, nachdem er sich von seinen neuen Bekanntschaften in Fallcrest getrennt hatte. Und er war dankbar dafür, dass es keine weiteren Probleme gab, denn davon hatte er schon genug. Er holte tief Luft und öffnete die Tür. Sein Blick schweifte durch das Zimmer, doch niemand seiner Familie war zu gegen. Einer jedoch musste da sein und Nebin wusste auch genau wo er ihn finden würde.
Seine Schritte leiteten ihn in den Keller zu einem improvisierten Käfig. In einem Bett lag ein schlafender Halbling und ein Klos bildete sich in Nebins Kehle, als er an die Zellentür herantrat.

[b]"Bruder - Erling - Wacht auf!"[/b]

Der Gefangene drehte sich herum und seine vor Tränen verquollenen Augen fokussierten Nebin.

[b]"Ich konnte euren Seelenstein leider nicht finden, doch es gibt eine weitere Spur. Ich werde bald wieder zurück sein und deine Leiden werden ein Ende haben. Ich verspreche es bei allem was mir lieb und heilig ist."[/b]

Stumm vernahm Erling die Worte des Halblings, schüttelte den Kopf und wandte sich weinend von seinem Bruder ab.

Auch Nebin stiegen die Tränen in die Augen und er rannte so schnell ihn seine Beine tragen konnten aus dem Haus. Er ertrug es nicht seinen Bruder derartig leiden zu sehen. Er musste schnell nach Fallcrest zurück und hoffentlich waren die anderen dann auch schon direkt zum Aufbruch bereit.

Geknickt stand Nebin vor der Tür des Hauses der Familie Mühlstein. Eine ereignislose Reise lag hinter ihm, nachdem er sich von seinen neuen Bekanntschaften in Fallcrest getrennt hatte. Und er war dankbar dafür, dass es keine weiteren Probleme gab, denn davon hatte er schon genug. Er holte tief Luft und öffnete die Tür. Sein Blick schweifte durch das Zimmer, doch niemand seiner Familie war zu gegen. Einer jedoch musste da sein und Nebin wusste auch genau wo er ihn finden würde.
Seine Schritte leiteten ihn in den Keller zu einem improvisierten Käfig. In einem Bett lag ein schlafender Halbling und ein Klos bildete sich in Nebins Kehle, als er an die Zellentür herantrat.

"Bruder - Erling - Wacht auf!"

Der Gefangene drehte sich herum und seine vor Tränen verquollenen Augen fokussierten Nebin.

"Ich konnte euren Seelenstein leider nicht finden, doch es gibt eine weitere Spur. Ich werde bald wieder zurück sein und deine Leiden werden ein Ende haben. Ich verspreche es bei allem was mir lieb und heilig ist."

Stumm vernahm Erling die Worte des Halblings, schüttelte den Kopf und wandte sich weinend von seinem Bruder ab.

Auch Nebin stiegen die Tränen in die Augen und er rannte so schnell ihn seine Beine tragen konnten aus dem Haus. Er ertrug es nicht seinen Bruder derartig leiden zu sehen. Er musste schnell nach Fallcrest zurück und hoffentlich waren die anderen dann auch schon direkt zum Aufbruch bereit.

Suilan

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Anderswo, zur selben Zeit
« Antwort #6 am: 29.01.2013, 16:28:28 »
Leofe und Jared lösten das Gepäckproblem, in dem Jared Ramars und Nebins Gepäck bewachte, während Leofe, die den Kürzeren gezogen hatte, mit Lexis und ihrem eigenen Gepäck ein Stück Richtung Stadttor zurückmarschierte, um zwei Zimmer im Silbernen Einhorn zu mieten. Fünf Goldstücke pro Nacht erschienen ihr zwar Wucher, aber sie hatte wirklich keine Lust, zu zweit den ganzen Krempel über den Fluss und durch die halbe Stadt zur Nentir Inn zu schleppen.

[b]"Und"[/b], fragte Jared, als sie endlich alles in den beiden Zimmern verstaut hatten, [b]"womit vergnügen wir zwei uns, während die anderen sich um den Seelenstein kümmern? Also, ich würde gerne herausfinden, ob Davik inzwischen wieder aufgetaucht ist, und wenn nein, nachforschen, wo er zuletzt gesehen wurde. Das schulde ich meinem alten Mentor. Wollt Ihr mit?"[b]

Leofe und Jared lösten das Gepäckproblem, in dem Jared Ramars und Nebins Gepäck bewachte, während Leofe, die den Kürzeren gezogen hatte, mit Lexis und ihrem eigenen Gepäck ein Stück Richtung Stadttor zurückmarschierte, um zwei Zimmer im Silbernen Einhorn zu mieten. Fünf Goldstücke pro Nacht erschienen ihr zwar Wucher, aber sie hatte wirklich keine Lust, zu zweit den ganzen Krempel über den Fluss und durch die halbe Stadt zur Nentir Inn zu schleppen.

"Und", fragte Jared, als sie endlich alles in den beiden Zimmern verstaut hatten, "womit vergnügen wir zwei uns, während die anderen sich um den Seelenstein kümmern? Also, ich würde gerne herausfinden, ob Davik inzwischen wieder aufgetaucht ist, und wenn nein, nachforschen, wo er zuletzt gesehen wurde. Das schulde ich meinem alten Mentor. Wollt Ihr mit?"



**Anmerkung**

Jared erwähnte Davik bereits in Post 8 und Post 16 in Stefans Abenteuer.
« Letzte Änderung: 29.01.2013, 16:40:49 von Suilan »

Leofe

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Anderswo, zur selben Zeit
« Antwort #7 am: 30.01.2013, 12:52:52 »
[b]"Sollten wir uns wirklich zu zweit in die zwielichtigen Regionen begeben in die uns eine solche Suche wohl führen wird?"[/b] fragte Leofe beunruhigt.
[b]"Die anderen wären sicher bereit uns bei der Suche zu unterstützen meint Ihr nicht?"[/b]

"Sollten wir uns wirklich zu zweit in die zwielichtigen Regionen begeben in die uns eine solche Suche wohl führen wird?" fragte Leofe beunruhigt.
"Die anderen wären sicher bereit uns bei der Suche zu unterstützen meint Ihr nicht?"
« Letzte Änderung: 30.01.2013, 17:06:32 von Leofe »
Danke, aber ich seh ganz gut von hier hinten.

Jared Fitzroy

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Anderswo, zur selben Zeit
« Antwort #8 am: 30.01.2013, 13:22:58 »
[b]"Nun, ich dachte, ich schau erst noch einmal bei seinem neuen Partner vorbei und frag, ob Davik sich inzwischen gemeldet hat.  Das ist so gefährlich wie ein Spaziergang im Stadtpark. Hat der aber immer noch nichts von ihm gehört, kehre ich hierher zurück und überlege die nächsten Schritte in Ruhe."[/b]

Er rückte seinen Waffengurt zurecht, schob seinen Geldbeutel sicher unter Hemd und Rüstung, und sah Leofe erwartungsvoll an.

[b]"Ich lad Euch auch hinterher zum Essen ein"[/b], versuchte er sie umzustimmen. Trotz seiner Worte, dass es überhaupt nicht gefährlich sei, hätte er doch gern ein wenig Rückendeckung. Man konnte ja nie wissen...

"Nun, ich dachte, ich schau erst noch einmal bei seinem neuen Partner vorbei und frag, ob Davik sich inzwischen gemeldet hat.  Das ist so gefährlich wie ein Spaziergang im Stadtpark. Hat der aber immer noch nichts von ihm gehört, kehre ich hierher zurück und überlege die nächsten Schritte in Ruhe."

Er rückte seinen Waffengurt zurecht, schob seinen Geldbeutel sicher unter Hemd und Rüstung, und sah Leofe erwartungsvoll an.

"Ich lad Euch auch hinterher zum Essen ein", versuchte er sie umzustimmen. Trotz seiner Worte, dass es überhaupt nicht gefährlich sei, hätte er doch gern ein wenig Rückendeckung. Man konnte ja nie wissen...
« Letzte Änderung: 30.01.2013, 13:29:30 von Jared Fitzroy »

Leofe

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Anderswo, zur selben Zeit
« Antwort #9 am: 30.01.2013, 17:06:10 »
[b]"Nagut"[/b], lenkte die Elfe ein und schulterte den geliebten Bogen."Nagut", lenkte die Elfe ein und schulterte den geliebten Bogen.
Danke, aber ich seh ganz gut von hier hinten.

Suilan

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Anderswo, zur selben Zeit
« Antwort #10 am: 31.01.2013, 12:02:38 »
Leofe und Jared schlenderten also die breite Straße entlang, die nach Süden in die Stadt hineinführte. Jared war ungewohnt still. Sorge und Zweifel gaben sich auf seiner Miene ein Wechselspiel.

[b]"Einbruch und Erpressung"[/b], sagte er unvermittelt. [b]"Darin ist Davik Spezialist. Wir trafen uns, als wir zufällig zur selben Zeit im selben Haus einstiegen. Für mich war es der erste Bruch in einer größeren Stadt und ich stellte mich ziemlich ungeschickt an. Ohne Daviks Hilfe wäre ich erwischt worden. Danach hat er mich unter seine Fittiche genommen und mir gezeigt, 'wie der Seemann sein Seil knüpft', wie er es nannte. Damals wusste ich kaum, welche Seite man beim Rapier nach vorne hielt. Dafür hab ich ihm einiges über Schlösser beigebracht. Ich war nämlich Schlosserlehrling, vorher. Mindestens zweimal hat er mir das Leben gerettet, wo jeder andere unseres Métiers den Partner im Stich gelassen und sich aus dem Staub gemacht hätte. Brechen und aufbrechen, das ist seine Masche. Manchmal auch Knochen brechen, wo Einschüchtern nicht ausreicht. Aber kein Mord und Totschlag, das gab's bei ihm nicht. Ich weiß nicht, was er vorher war, aber irgendein zwergischer Ehrenkodex muss ihm in seiner Jugend eingetrichtert worden sein, den er nicht ganz vergessen hat. Mein Söhnchen, nannte er mich, halb zum Spott, halb im Ernst."[/b]

Nach diesem etwas unzusammenhängenden Wortschwall verfiel Jared wieder in Schweigen. Sie waren inzwischen am Kliff angekommen. Die Straße führte schwindelerregend steil und in drei Zacken in die Unterstadt hinab. Den Wasserfall konnte man von hier aus hören, aber nicht sehen. Immer noch schweigend machten Mensch und Elfe sich an den Abstieg. Bald schon taten ihnen die Knie weh.

Leofe und Jared schlenderten also die breite Straße entlang, die nach Süden in die Stadt hineinführte. Jared war ungewohnt still. Sorge und Zweifel gaben sich auf seiner Miene ein Wechselspiel.

"Einbruch und Erpressung", sagte er unvermittelt. "Darin ist Davik Spezialist. Wir trafen uns, als wir zufällig zur selben Zeit im selben Haus einstiegen. Für mich war es der erste Bruch in einer größeren Stadt und ich stellte mich ziemlich ungeschickt an. Ohne Daviks Hilfe wäre ich erwischt worden. Danach hat er mich unter seine Fittiche genommen und mir gezeigt, 'wie der Seemann sein Seil knüpft', wie er es nannte. Damals wusste ich kaum, welche Seite man beim Rapier nach vorne hielt. Dafür hab ich ihm einiges über Schlösser beigebracht. Ich war nämlich Schlosserlehrling, vorher. Mindestens zweimal hat er mir das Leben gerettet, wo jeder andere unseres Métiers den Partner im Stich gelassen und sich aus dem Staub gemacht hätte. Brechen und aufbrechen, das ist seine Masche. Manchmal auch Knochen brechen, wo Einschüchtern nicht ausreicht. Aber kein Mord und Totschlag, das gab's bei ihm nicht. Ich weiß nicht, was er vorher war, aber irgendein zwergischer Ehrenkodex muss ihm in seiner Jugend eingetrichtert worden sein, den er nicht ganz vergessen hat. Mein Söhnchen, nannte er mich, halb zum Spott, halb im Ernst."

Nach diesem etwas unzusammenhängenden Wortschwall verfiel Jared wieder in Schweigen. Sie waren inzwischen am Kliff angekommen. Die Straße führte schwindelerregend steil und in drei Zacken in die Unterstadt hinab. Den Wasserfall konnte man von hier aus hören, aber nicht sehen. Immer noch schweigend machten Mensch und Elfe sich an den Abstieg. Bald schon taten ihnen die Knie weh.

« Letzte Änderung: 31.01.2013, 18:45:49 von Suilan »

Jared Fitzroy

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Anderswo, zur selben Zeit
« Antwort #11 am: 31.01.2013, 18:45:05 »
[b]"Sagt, denkt Ihr wirklich, die anderen würden mir dabei helfen, einen solchen Mann zu suchen?"[/b] fragte er, als sie mit zitternden Knien unten ankamen. [b]"Also, ich weiß nicht. Viel eher würde man mir doch entgegenhalten, was ich selbst denke: in was für einem Schlamassel Davik auch immer stecken mag, wahrscheinlich ist er selbst dran schuld. Mich wird das allerdings nicht davon abhalten, ihn zu suchen. Notfalls allein."[/b]

"Sagt, denkt Ihr wirklich, die anderen würden mir dabei helfen, einen solchen Mann zu suchen?" fragte er, als sie mit vor Anstrengung zitternden Beinen unten ankamen. "Also, ich weiß nicht. Viel eher würde man mir doch entgegenhalten, was ich selbst denke: in was für einem Schlamassel Davik auch immer stecken mag, wahrscheinlich ist er selbst dran schuld. Mich wird das allerdings nicht davon abhalten, ihn zu suchen. Notfalls allein."
« Letzte Änderung: 31.01.2013, 18:48:52 von Suilan »

Leofe

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Anderswo, zur selben Zeit
« Antwort #12 am: 31.01.2013, 19:11:20 »
[b]"Genau das ist der Punkt - sie würden es nicht für Davik tun sondern für Euch"[/b] entgegnete die Elfe schnaufend.
[b]"Was auch immer Ihr an Gutem über Davik erzählt habt, er verdient seinen Lebensunterhalt indem er anderen das weg nimmt was ihnen gehört, manchmal indem er sie erpresst - um seinetwillen würde ich für diesen Mann nicht eine einzige der Stufen hinab steigen. Aber Euch ist wichtig was aus ihm geworden ist und was auch immer Ihr selbst in der Vergangenheit getan habt, ihr habt es Euch verdient dass man Euch hilft. Und auch wenn Ihr immer auf Eure Verträge besteht, so denke ich dass auch die Anderen ganz ohne Vertrag dasselbe tun würden"[/b], schloß die Elfe und holte erneut Atem.

"Genau das ist der Punkt - sie würden es nicht für Davik tun sondern für Euch" entgegnete die Elfe schnaufend.
"Was auch immer Ihr an Gutem über Davik erzählt habt, er verdient seinen Lebensunterhalt indem er anderen das weg nimmt was ihnen gehört, manchmal indem er sie erpresst - um seinetwillen würde ich für diesen Mann nicht eine einzige der Stufen hinab steigen. Aber Euch ist wichtig was aus ihm geworden ist und was auch immer Ihr selbst in der Vergangenheit getan habt, ihr habt es Euch verdient dass man Euch hilft. Und auch wenn Ihr immer auf Eure Verträge besteht, so denke ich dass auch die Anderen ganz ohne Vertrag dasselbe tun würden", schloß die Elfe und holte erneut Atem.
Danke, aber ich seh ganz gut von hier hinten.

Suilan

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Anderswo, zur selben Zeit
« Antwort #13 am: 01.02.2013, 10:32:28 »
[i]Schöne Worte[/i] dachte Jared. [i]In aller Ernsthaftigkeit vorgetragen. Sie glaubt es tatsächlich. Ich sollte etwas Nettes antworten. Ihr für die ergreifenden Worte danken. Ihr versichern, dass ich ihr tatsächlich auch ohne Vertrag helfen würde, wenn sie in Gefahr wäre.[/i]

[b]"Ihr habt noch nie von Eurer Familie oder Heimat erzählt"[/b], sagte er stattdessen. [b]"Dort hat man zusammengehalten, nehme ich an?"[/b]

Sie betraten nun die Unterstadt. Leofes erster Eindruck war: Ist das voll! Eng und voll. Die Gassen waren schmal, oft nur zwei Schulter breit, und die Leute eilten emsig, teils schwer beladen, durcheinander oder standen in Trauben beisammen, zehn oder mehr, lachten, erzählten und gestikulierten, und Kinder sprangen kreischend um sie herum. Leofe fiel es schwer, sich auf Jareds Worte zu konzentrieren. Ihn dagegen schien das Chaos in keinster Weise zu stören.

Schöne Worte dachte Jared. In aller Ernsthaftigkeit vorgetragen. Sie glaubt es tatsächlich. Ich sollte etwas Nettes antworten. Ihr für die ergreifenden Worte danken. Ihr versichern, dass ich ihr tatsächlich auch ohne Vertrag helfen würde, wenn sie in Gefahr wäre.

"Ihr habt noch nie von Eurer Familie oder Heimat erzählt", sagte er stattdessen. "Dort hat man zusammengehalten, nehme ich an?"

Sie betraten nun die Unterstadt. Leofes erster Eindruck war: Ist das voll! Eng und voll. Die Gassen waren schmal, oft nur zwei Schulter breit, und die Leute eilten emsig, teils schwer beladen, durcheinander oder standen in Trauben beisammen, zehn oder mehr, lachten, erzählten und gestikulierten, und Kinder sprangen kreischend um sie herum. Leofe fiel es schwer, sich auf Jareds Worte zu konzentrieren. Ihn dagegen schien das Chaos in keinster Weise zu stören.
« Letzte Änderung: 01.02.2013, 10:33:54 von Suilan »

Leofe

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Anderswo, zur selben Zeit
« Antwort #14 am: 02.02.2013, 10:44:25 »
[b]"Nun, meine Familie beschränkte sich auf meine Eltern"[/b], erklärte Leofe über dem Lärm hinweg. [b]"Wir sind von Stadt zu Stadt und kleinem Nest zu kleinem Nest gezogen, wo mein Vater seinen Geschäften nachging. Mich hat die Umtriebigkeit der Menschensiedlungen schon immer gestört und mir fällt gerade wieder ein wie sehr!"[/b] schloß die Elfe und wendete sich von dem Geschnatter der Leute ab und Jared zu.

[b]"Die wenigen Male die wir in der [i]Heimat[/i] waren empfand ich als Wohltat. Ich lernte etwas über den elfischen Weg und vielleicht auch etwas Zusammenhalt, da mögt Ihr recht haben.
Ich lernte aber vorallem dadurch dass ich immer wieder gezwungen war mich an neuen Orten zurecht zu finden und neue Freunde zu finden, worauf es ankam wenn man es mit anderen Leuten zu tun bekommt.
Als ich ein Alter erreichte dass es mir erlaubte meinen eigenen Weg zu gehen, durchstreifte ich die Wälder und Flure des Tals und begegnete Leuten wie Wynn in denen mein Vertrauen gut investiert war. Ich begegnette auch Leuten die kein Vertrauen verdient hatten und hin und wieder irrte ich mich auch"[/b], Leofe schluckte und wendete sich kurz ab bevor sie fortfuhr [b]"Um Eure Frage zu beantworten, ich habe den Zusammenhalt nicht bei meiner Familie gelernt sondern in der Welt. Und ich habe gelernt das Taten mehr sagen als Worte und bei Euch haben wir einen der seltenen Fälle wo die Taten einen besseren Menschen vermuten lasen als die Worte."[/b]

"Nun, meine Familie beschränkte sich auf meine Eltern", erklärte Leofe über dem Lärm hinweg. "Wir sind von Stadt zu Stadt und kleinem Nest zu kleinem Nest gezogen, wo mein Vater seinen Geschäften nachging. Mich hat die Umtriebigkeit der Menschensiedlungen schon immer gestört und mir fällt gerade wieder ein wie sehr!" schloß die Elfe und wendete sich von dem Geschnatter der Leute ab und Jared zu.

"Die wenigen Male die wir in der Heimat waren empfand ich als Wohltat. Ich lernte etwas über den elfischen Weg und vielleicht auch etwas Zusammenhalt, da mögt Ihr recht haben.
Ich lernte aber vorallem dadurch dass ich immer wieder gezwungen war mich an neuen Orten zurecht zu finden und neue Freunde zu finden, worauf es ankam wenn man es mit anderen Leuten zu tun bekommt.
Als ich ein Alter erreichte dass es mir erlaubte meinen eigenen Weg zu gehen, durchstreifte ich die Wälder und Flure des Tals und begegnete Leuten wie Wynn in denen mein Vertrauen gut investiert war. Ich begegnette auch Leuten die kein Vertrauen verdient hatten und hin und wieder irrte ich mich auch"
, Leofe schluckte und wendete sich kurz ab bevor sie fortfuhr "Um Eure Frage zu beantworten, ich habe den Zusammenhalt nicht bei meiner Familie gelernt sondern in der Welt. Und ich habe gelernt das Taten mehr sagen als Worte und bei Euch haben wir einen der seltenen Fälle wo die Taten einen besseren Menschen vermuten lasen als die Worte."
Danke, aber ich seh ganz gut von hier hinten.

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