Autor Thema: Introitus: Colonia Aggripinensis  (Gelesen 3343 mal)

Beschreibung: Einführung für Rachel und Miroel

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Tex

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Introitus: Colonia Aggripinensis
« am: 06.06.2012, 21:27:57 »
Das Dorf Colonia Aggripinensis im äußersten Westen Gabrielslands hat mit dem vorsintflutlichen Köln nur noch den Namen gemeinsam. Als bei der großen Flut der bis dahin gemächlich dahinfließende Rhein zu einem gewaltigen Meer anschwoll und die gesamte Stadt in seinen Fluten versank, fassten die wenigen verbliebenen Bewohner Kölns den Entschluss, ihre Stadt neu zu gründen - schließlich waren von der alten Stadt nur noch die beiden Türme des Doms zu sehen, die aus dem Rheinmeer wie schwarze, mahnende Finger in den Himmel ragen. Und so zog Colonia Aggripinensis ein gutes Stück gen Westen in die grünen Hänge der Eifel, wo es heute nicht mehr als ein kleines, verschlafenes Nest ist, kein Vergleich mehr zu der vorsintflutlichen Millionenstadt.  Vielleicht dreißig, vierzig Hütten reihen sich inmitten ausgedehnter Reisfelder um die kleine, steinerne Kirche und das große Gemeinschaftshaus. Doch der eigentliche Mittelpunkt des Dorfes sind weder die Kirche noch das Gemeinschaftshaus, sondern das Raphaeliten-Stift am Rande des Dorfes, Heimat einer kleinen Gruppe Beginen und Templer - und zweier Engel. Die Präsenz der Abgesandten Gottes in diesem kleinen Stift verwundert etwas, doch hat die Mater Ecclesia gute Gründe dafür, hier zwei Engel zu stationieren, liegt Colonia Aggripinensis doch in der Nähe gleich zweier Diadochenstände, nämlich Aachen und - auf der anderen Seite der Rheinschlundbucht - Essen. Dass hier keine größere Gruppe von Templern oder eine komplette Schar stationiert ist, liegt wohl vor allem daran, dass der der Orden des Erzengels Gabriel einen mehr oder weniger brüchigen Frieden mit Walter von Essen, dem dortigen Schrottbaron, pflegt und diesen nicht durch übermäßige Präsenz gefähren möchte - auch wenn natürlich jedem Mitglied der Angelitischen Kirche klar ist, dass auch Essen früher oder später wieder in die Obhut Nürnbergs und des Gabrielis-Ordens zurückkehren muss.

Für die beiden Engel, Rachel die Raphaelitin und Miroel der Gabrielit, war es zunächst ein Tag wie jeder andere. Wie immer kümmerte sich Rachel um die kleinen und großen Gebrechen der Menschen von Colonia Aggripinensis. Die Menschen kamen sogar aus der weiteren Umgebung in den Stift, um von den außergewöhnlichen medizinischen Fähigkeiten der Raphaelitin zu profitieren. Und wie fast jeden Tag begleitet sie Miroel, denn der Diener Gabriels hat sonst nicht viel zu tun in dieser recht friedlichen Gegend, in der die Gefahr eines Angriffs durch das Gezücht des Herrn der Fliegen fast schon vernachlässigbar gering ist. Rachel war gerade damit fertig, den gebrochenen Arm eines kleinen Mädchens zu richten und zu schienen, als eine der im Stift ansässigen Beginen mit einer leichten Verbeugung zu ihr tritt.

"Verzeiht, Rachel, aber Em Aurelia bittet euch zu sich. Auch euch, Miroel."
« Letzte Änderung: 12.06.2012, 21:46:57 von Tex »
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Rachel

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Introitus: Colonia Aggripinensis
« Antwort #1 am: 13.06.2012, 17:54:56 »
Mit einem aufmunternden Lächeln streicht Rachel dem kleinen Mädchen einmal sanft über die Haare. "Das war schon alles. Heute Abend wird es bestimmt schon nicht mehr weh tun und in wenigen Tagen ist dein Arm auch wieder ganz heil. Du wirst schon sehen.", verspricht sie ihr in der hier gebräuchlichen Gemeinsprache, "Komm in einer oder zwei Wochen wieder zu mir. Dann sehe ich es mir noch einmal an, ja?"

Anschließend wendet sie sich an die Begine und erwidert deren Verbeugung höflich, bevor sie in dem ihr geläufigeren Latein antwortet. "Habt vielen Dank für diese Nachricht. Ich werde mich auf den Weg machen, sobald ich meinen heutigen Dienst für unsere Gemeinde erledigt habe." Erst dann schaut sie nach, ob überhaupt noch weitere Patienten auf sie warten. "Wisst ihr vielleicht, was der Grund für diese ungewöhnliche Einladung ist?", fragt sie dann und versucht dabei so beiläufig wie möglich zu klingen.

Sobald sie sicher ist, dass niemand mehr ihrer unmittelbaren Hilfe bedarf, verstaut sie ihre Schere und das restliche Verbandszeug wieder ordentlich in den dafür vorgesehenen Fächern ihrer Medizintasche und macht sich flugs auf den Weg, um Em Aurelia nicht unnötig lange warten zu lassen.
Und so schickten sie denn den Bock in die Wüste, auf dass er all ihre Sünden und all ihre Missetat mit sich trage.

Miroel

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Introitus: Colonia Aggripinensis
« Antwort #2 am: 13.06.2012, 19:50:53 »
Miroel sitzt während der Behandlung des kleinen Mädchen nur gelangweilt und schweigend im Raum herum. Gerade wollte er schon eine zweite Schicht Flammensalbe auf seine Schulterplatte auftragen, als er die Begine bemerkt. Mit leicht verengten Augen folgt Miroel´s Blick der Begine, welche zu den beiden Engeln tritt und sich leicht verbeugt. Der junge Gabrielit erwiedert diese nur mit einem knappen Nicken.

Seufzend verschließt er den Tigel mit der Flammensalbe und verstaut diesen in seiner Tasche, als er die Nachricht von Em Aurelia hört. In einer geschmeidigen Bewegung richtet sich Miroel auf, streckt sich einmal und nimmt sein gegen die Wand gelehntes Schwert, welches er sogleich in die Schwertscheide auf seinem Rücken steckt.

"Sicher nur noch mehr Arbeit für dich, Rachel.", antwortet Miroel ungerührt auf Rachel´s Frage an die Begine, woraufhin er ihr dann in Richtung der Em folgt.

Tex

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Introitus: Colonia Aggripinensis
« Antwort #3 am: 13.06.2012, 21:57:53 »
Mit großen Augen blickt das Mädchen Rachel noch einmal dankbar an, bevor sie wieder nach Hause läuft.

"Ich weiß nicht, was Em Aurelia genau wünscht, aber ich habe eben einen Boten des Bischofs von Wetzlar zu ihr geführt, wahrscheinlich hat es mit der Botschaft des Reiters zutun. Sie sagte aber, dass es keinen Aufschub duldet," antwortet die Begine.

Glücklicherweise warten keine weiteren Menschen mehr, die der Heilkräfte der Raphaelitin bedürfen, und so machen sich Miroel und Rachel sofort auf zu der Vorsteherin des kleinen Raphaeliten-Klosters von Colonia Aggripinensis. Dabei müssen die beiden Engel quer durch die terrassenartig angelegten Reisfelder, auf denen die Bewohner Colonias ihr Tagwerk verrichten - und ehrfürchtig zu Boden blicken, als die beiden Abgesandten des Herrn an ihnen vorübergehen. Auch wenn Rachel ihre Tage damit zubringt, den Menschen von Colonia zu helfen, so sind die beiden Engel doch immer noch ehrfurchtgebietende Geschöpfe, und die Menschen halten den gebotenen Abstand zu ihnen.

Wenig später finden sich Miroel und Rachel in dem kleinen, spartanisch eingerichteten Amtszimmer der Em wieder.

"Schön, dass ihr so schnell kommen konntet, Himmlische. Ich habe gerade eine äußerst beunruhigende Nachricht von Bischof Konrad aus Wetzlar erhalten. Es scheint so, als wäre in unserer Diözese eine Seuche ausgebrochen."

Nachdem Em Aurelia den beiden Engeln den Grund für ihren Ruf eröffnet hat, wartet sie erst einmal die Reaktionen der beiden Diener Gottes ab.
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Miroel

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« Antwort #4 am: 16.06.2012, 16:05:14 »
Während des ganzen Weges lässt Miroel seinen Blick gleichgültig durch die Gegend streifen. Wie so oft in Gedanken versunken, warum ausgerechnet er in dieses kleine Dorf entsandt wurde, bekommt Miroel kaum mit, dass sie ihr Ziel erreicht haben. Fast wäre er dabei mit Rachel zusammen gestoßen, als die Raphaelitin und die Begine jäh vor dem Haus der Em anhalten.

Wachsam schaut sich Miroel im Arbeitszimmer der Em um und nickt ihr knapp zu, als diese die beiden Engel begrüßt. Doch sein Blick verfinstert sich schnell, nachdem Em Aurelia von der Seuche berichtet. Sofort sieht er zu Rachel herüber um ihre Reaktion auf diese beunruhigende Nachricht auszumachen. "Was denkst du darüber, Rachel?"

Fragend blickt Miroel noch zur Em. "Konnte Euch der Bote des Bischofs noch genauere Angaben machen, oder ist er sogar noch hier bei uns im Dorf?"
« Letzte Änderung: 16.06.2012, 16:05:58 von Miroel »

Rachel

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« Antwort #5 am: 16.06.2012, 20:59:57 »
Rachels Gedanken lassen sich leicht an ihrem Gesicht ab lesen, welches sogleich einen sorgenvollen Ausdruck an nimmt, als sie die Nachricht über die Seuche vernimmt. "Verstehe ich euch recht, dass es nun eure Absicht ist, uns dort hin zu entsenden, Em?" Zumindest hoffte sie, dass es so war. "Diesen Menschen muss geholfen werden."

Auf Miroels zweite Frage nickt sie ihm zu. "In jedem Fall sollten wir versuchen, so viel darüber zu erfahren, wie wir können. Zu aller erst, um welche Art von Seuche es sich handelt. Der Bote kann uns sicher weitere Informationen geben."
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Tex

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« Antwort #6 am: 13.07.2012, 20:20:15 »
"In der Tat ist der Ort, an dem die Seuche anscheinend ausgebrochen ist, euer nächstes Ziel. Eine Schar ist bereits dort, doch Bischof Konrad wünscht, dass ihr zu ihnen stoßt und eure Brüder und Schwestern unterstützt," antwortet die Em ruhig - wie eigentlich immer, selten haben die beiden Engel in ihrer Zeit in Colonia Aggripinensis die Em aufgebracht oder beunruhigt erlebt. "Das Dorf heißt Marweiler, es liegt etwa einen halben Tagesritt von hier entfernt im Osten. Ihr solltet eigentlich keine Probleme haben, das Dorf zu finden. Was euch dort genau erwartet, kann ich euch nicht sagen, die Mitteilung des Bischofs war da nur sehr vage. Der Bote, der sie mir überbracht hat, befindet sich aber gerade im Refektorium und nimmt eine kleine Stärkung zu sich. Vielleicht kann er euch mehr sagen."
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Rachel

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« Antwort #7 am: 14.07.2012, 13:43:29 »
Gehorsam nickt Rachel der Em zu. "Dann werden wir uns natürlich dem Willen des Bischofs beugen.", erwidert sie. Der Gedanke wieder einer von einem Michaeliten angeführten Schar an zu gehören, ist ihr eigentlich durchaus angenehm und sie kann sich vor stellen, dass auch Miroel diese Ansicht teilen würde. Der Gabrielit kam ihr seit sie ihn kennen gelernt hatte schon immer irgendwie gelangweilt vor. In einer so friedlichen Gegend wie dieser war das auch nicht weiter verwunderlich. Rachel hingegen fand hier immer genug zu tun und das ist auch der Grund, aus dem sie mit gemischten Gefühlen auf diese Mission blickt.

"Ich werde in der Abwesenheit für die Gemeinde beten. Bitte sorgt dafür, dass sie wissen, weshalb wir sie verlassen mussten.", fügt sie mit einem beinahe flehenden Unterton in der Stimme hinzu. Ihr ist nicht wohl dabei, ihre Schützlinge allein zu lassen. Zu vieles könnte ihnen zu stoßen, ohne dass sie Einfluss darauf nehmen könnte. Aber das Wort des Bischofs und vor allem die Bekämpfung einer Seuche haben natürlich Vorrang.

Respektvoll verbeugt sich Rachel und macht dann ein paar Schritte zurück, um Miroel auch die Möglichkeit zu geben, sich zu äußern, bevor sie sich auf den Weg zum Refektorium auf der Suche nach dem Boten macht.
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Miroel

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« Antwort #8 am: 17.07.2012, 23:22:34 »
Ein kurzes Lächeln huscht über Miroel´s Gesicht, als die Em nun genauere Angaben macht und von der bevorstehenden Aufgabe berichtet. Das wurde auch langsam Zeit., schießt es dem Engel durch den Kopf, bevor er der Em wieder knapp zunickt. "Wir werden umgehend aufbrechen und dem Wunsch des Bischofs nachkommen.", sagt Miroel ruhig, und doch kann man eine gewisse Anspannung in seiner Stimme hören. Dabei streicht er sich mit seiner Hand einmal durchs Haar und greift dann kurz nach hinten an den Griff seines Schwertes.

Mit fast schon leuchtenden Augen wendet er sich an Rachel. "Kommst du gleich mit? Wir befragen den Boten im hiesigen Kloster und sollten uns dann auf die Reise und die Mission vorbereiten. Die Menschen werden schon eine Zeit lang ohne dich zurecht kommen."

Der junge Engel wirkt aufeinmal viel aktiver und seine Entschlossenheit etwas zu unternehmen ist förmlich zu spüren.

Rachel

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« Antwort #9 am: 19.07.2012, 00:51:38 »
Zögerlich nickt die Raphaelitin Miroel zu. "Der Herr wird sich um sie kümmern, ihr habt Recht. Unsere Dienste werden andernorts dringender gebraucht." Nach einer kurzen Pause fügt sie dann hinzu: "Sie sind auch zuvor ohne uns zurecht gekommen, nicht wahr? Es ist nicht wahrscheinlich, dass ihnen etwas geschieht, richtig?"

Anscheinend erwartete sie keine Antwort, denn sogleich wendet sie sich wieder der Em zu: "Wenn ihr uns nun entschuldigt, es gilt keine Zeit zu verlieren." Damit verbeugte sie sich ehrfürchtig vor ihr, um dann Miroel hinaus zu folgen und den Boten auf zu suchen.
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Tex

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« Antwort #10 am: 23.07.2012, 21:15:41 »
Zügig gehen die beiden Engel vom Amtszimmer der Em durch den recht einfach gehaltenen Kreuzgang zum Refektorium des kleinen Klosters. Die kleinen Kräuterbeete, in denen allerhand Heilkraut wächst, duften herrlich nach Kamille, Holunder, Salbei und Enzian - wievielen Menschen wohl diese Kräuter schon Linderung bei ihren Gebrechen verschafft haben...?

Der Bote, den Rachel und Miroel suchten, sitzt alleine im kargen Speisesaal des Raphaeliten-Stifts von Colonia Aggripinensis. Vor dem Mann steht eine dampfende Schale Reissuppe und ein kleiner Kuchen aus klebrigem Reis, von dem er gerade ein Stück abbricht und in die Suppe tunkt. Als der Bote der Engel gewahr wird, erhebt er sich hastig - nachdem er sich die klebrigen Finger notdürftig an seiner einfachen, aber robusten Kleidung abgewischt hat - , nur um sofort auf ein Knie herabzusinken und den Blick auf den Boden zu richten, darauf wartend, dass die Abgesandten Gottes ihn ansprechen.
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Rachel

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« Antwort #11 am: 30.07.2012, 22:44:48 »
Rachel stutzt kurz bei der überschwänglichen Begrüßung des Boten, erwidert sie dann aber mit einer tiefen Verbeugung und einem Lächeln ihrerseits. "Bitte unterbrecht doch nicht unseretwegen eure Mahlzeit, werter Herr. Was wir von euch wissen wollen, könnt ihr uns sicher auch während des Essens erzählen. So verlieren wir auch keine wertvolle Zeit." Mit einer Geste bedeutet sie ihm, sich wieder auf seinen Stuhl zu setzen, umrundet dann den Tisch und setzt sich auf einen der ihm gegenüber stehenden Stühle. "Ich heiße Rachel und mein gabrielitischer Freund hier ist Miroel." Den benachbarten Stuhl zieht sie ebenfalls ein Stück zurück, um auch Miroel einen Sitzplatz an zu bieten. Erwartungsvoll blickt sie den Boten an.
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Miroel

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« Antwort #12 am: 01.08.2012, 23:39:28 »
Streng blickt Miroel zu Rachel, und zieht es vor neben ihr stehen zu bleiben.  "Für Nettigkeiten ist jetzt keine Zeit, Rachel. Der Bote soll uns ersteinmal alles berichten und dann darf er weiter essen." Mit beiden Händen auf den Tisch gestützt, beugt sich der junge Engel leicht in Richtung des Boten und schaut ihn mit kühlem Blick an. "So sprecht und berichtet uns alles was Euch der Bischof über diese Seuche erzählt hat und an welchen Ort genau wir zu der Schar stoßen sollen."

Seinen Blick nicht von dem Boten lassend, wartet Miroel angespannt, mit den Fingern leicht auf die Tischplatte klopfend, eine Antwort ab.
« Letzte Änderung: 01.08.2012, 23:39:53 von Miroel »

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« Antwort #13 am: 06.08.2012, 09:22:02 »
Der Bote ist sichtlich irritiert über die zuvorkommende Art Rachels, er scheint so etwas schlicht nicht gewohnt zu sein. Langsam richtet er sich auf, bleibt jedoch neben den beiden sitzenden Engeln stehen - soviel Respekt den Boten Gottes gegenüber muss schon sein.

"Bischof Konrad hat mir nicht viel gesagt", beginnt er zögerlich. "Ich sollte nur schnellstens hierher reiten und Em Aurelia die Nachricht überbringen, die beiden Engel nach Marweiler zu entsenden. Dort soll eine Seuche ausgebrochen sein. Zwar weiß bisher niemand, was für eine Seuche es ist, aber der Bischof möchte um jeden Preis verhindern, dass sie sich in der Diözese ausweitet. Wo genau dieser Ort liegt, kann ich euch nicht sagen, denn ich war selbst noch nicht dort. Es scheint aber recht einfach zu finden zu sein, etwa einen halben Tagesritt entfernt von hier im Osten."
« Letzte Änderung: 06.08.2012, 09:22:25 von Tex »
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Rachel

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« Antwort #14 am: 08.08.2012, 22:14:27 »
Als sie so von Miroel zurecht gewiesen wird, blick Rachel beschämt zu Boden. Natürlich hatte er Recht: Das wichtigste war jetzt, den Menschen die benötigte Hilfe zu kommen zu lassen. Das war einer der Gründe, weshalb sie immer lieber ein Teil einer Schar ist: Damit sie andere wie Miroel um sich hat, die sie daran hindern, ihren Fokus zu verlieren. Während der Bote schon an fängt zu antworten, murmelt sie dem Engel ein "Entschuldigung." zu, konzentriert sich aber dann sofort auf das, was der Mann ihr gegenüber zu sagen hat.

Als er geendet hat, ist sie jedoch ein bisschen enttäuscht. Sie hatte sich etwas mehr Informationen erhofft, bevor sie beide sich auf den Weg machen würden. "Der Bischof hat sicher seine Gründe, weshalb er dem Boten nicht mehr mit geteilt hat." Entschlossen erhebt sie sich wieder von ihrem Stuhl und nimmt ihre Taschen auf. "Dann dürfen wir keine Zeit mehr verlieren. Es gibt einiges für uns zu tun." Anschließend verbeugt sie sich noch einmal tief vor dem Boten und dankt ihm herzlich: "Ihr habt heute ein gutes Werk getan. Ihr habt wesentlich dazu bei getragen, das Leid und auch den Tod ungezählter Menschen zu verhindern. Der Herr wird es euch vergelten."

Wenige Zentimeter über dem Boden schwebend wendet sie sich wieder an Miroel: "Seid ihr bereit, oder müsst ihr noch etwas erledigen, bevor wir los fliegen?"
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