Autor Thema: Introitus: Colonia Aggripinensis  (Gelesen 3160 mal)

Beschreibung: Einführung für Rachel und Miroel

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Miroel

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Introitus: Colonia Aggripinensis
« Antwort #15 am: 23.08.2012, 12:49:53 »
Nur kurz überlegt Miroel und schüttelt schließlich seinen Kopf.
"Ich habe alles dabei und wir können sofort aufbrechen um zu den anderen zu stoßen. Flieg vor, Rachel. Ich werde dir folgen."

Rachel

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Introitus: Colonia Aggripinensis
« Antwort #16 am: 29.08.2012, 03:40:55 »
Rachel nickt Miroel mit einem zufriedenen Lächeln bestätigend zu. Dass der Gabrielit mit so sicherer Stimme Anweisungen zu geben vermag, erfüllt sie mit einer angenehmen Sicherheit. Nachdem sie sich also von dem Boten verabschiedet und ihn in aller Höflichkeit noch einmal dazu aufgefordert hat, sein Essen nun wieder fort zu setzen, verlässt sie eiligen Schrittes das Refektorium. Draußen an gekommen bringt sie sich mit wenigen kräftigen Flügelschlägen auf eine Höhe, aus der sie das ganze Dorf überblicken kann.

Colonia Agripinensis, sie würde dieses Dorf vermissen, die Freundlichkeit seiner Bewohner und deren gutmütige Art, ihr immer wieder das Gefühl zu geben, gebraucht zu werden. Doch nun würde man sie auch an einem anderen Ort brauchen. Nun hatte Der Herr sie auf eine Mission geschickt, und sie würde alles tun, um diese Mission zu einem erfolgreichen Ende zu bringen, oder bei dem Versuch sterben. Sie würde diese zweite Chance nicht ungenutzt verstreichen lassen.

In der Ferne kann Rachel gerade die beiden Spitzen des Doms erkennen, die aus dem Mare Rhenum hervor ragen. In dieser Richtung liegt Osten. In diese Richtung müssen sie nun auf brechen. Sie wartet noch kurz, bis Miroel zu ihr auf schließt und erklärt ihm: "Dort liegt unser Ziel. Wenn wir uns beeilen, sind wir durch die Luft in weniger als einem halben Tag dort." Wie ihr geheißen fliegt sie dann auch sofort vor, wirft aber während des Fluges immer wieder einen Blick über die Schulter, um sicher zu sein, dass sie sich nicht zu weit von Miroel entfernt.
Und so schickten sie denn den Bock in die Wüste, auf dass er all ihre Sünden und all ihre Missetat mit sich trage.

Tex

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Introitus: Colonia Aggripinensis
« Antwort #17 am: 02.09.2012, 19:27:02 »
Zügig brechen die beiden Engel auf, um Marweiler möglichst noch vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen. Normalerweise wäre dies für Engel auch kein Problem, denn zu jeder Engelsschar gehört ein Urielit, und die Geschwister des Sehenden Erzengels finden selbst in der wüstesten Einöde zielsicher den Weg zum Ziel. Doch Miroel und Rachel sind alleine unterwegs und müssen sich so mit gut erkennbaren Landschaftsmerkmalen behelfen, um den Weg in das verseuchte Dorf zu finden.

Von Colonia Aggripinensis aus fliegen die beiden Engel geradewegs gen Osten, über den viele Kilometer breiten Rheinschlund hinweg, der das Mare Rhenum mit der Nordsee verbindet. Weit im Süden kann man die schwarzen Türme der untergegangenen Kathedrale des vorsintflutlichen Colonia ausmachen, die aus der stillen See mahnend in den Himmel ragen, ein Denkmal für die Verderbtheit der Menschheit, die der Herr mit der Zweiten Sintflut bestrafen musste. Wie gut, dass die Menschheit unter Führung der Heiligen Mutter Kirche und des Pontifex Maximus Petrus Secundus von diesen ketzerischen Pfaden abließ. Nach Überquerung des Rheinschlunds fliegen die Engel über die Gegenden Gabrielslands hinweg, in der sich die Terra Ventosa - die Windlande an der stürmischen Nordseeküste - und der Sinus Ignis, der vulkanreichen Gegend um den Feuerstuhl und den Mons Avis - treffen. Die Engel fliegen weit unter der dicken Wolkendecke, die jedoch erfreulicherweise ausnahmsweise einmal keinen Regen über die satt-grünen Lande schickt, über die dichten, tiefgrünen Wälder, die hellgrünen Wiesen und Felder und die schlammigen, terrassenartig angelegten Reisfelder.  Nach einer Weile wenden sich die beiden Engel nach Süden, weg von der Terra Ventosa und tiefer in den Sinus Ignis hinein, in Richtung Wetzlar.

Und tatsächlich scheint der Herr es gut mit ihnen zu meinen, denn nach einiger Zeit taucht am vor ihnen ein kleines Dorf auf, das der Beschreibung des Boten entspricht. Das Dorf ist nicht mehr als eine kleine Ansammlung von einfachen Holzhütten und zwei größeren Gebäuden, von denen eins wohl als Lageraus und Gemeinschaftshaus dient, und das andere die steinerne Kirche des Dorfes ist, von dessen gedrungenem Turm die Banner der Angelitischen Kirche sowie des Gabrielis-Ordens im Wind flattern. Was den Engeln sofort auffällt, ist die ungewöhnlich ruhige Umgebung des Dorfes. Normalerweise sähe man die Dorfbewohner auf den Reisfelder schuften, doch hier sind die Felder verwaist, und das obwohl die Ernte kurz bevor steht...
And the rain tossed about us, in the garden of the world,
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Rachel

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« Antwort #18 am: 10.09.2012, 23:22:58 »
Dass der Herr sie geradezu auf direktem Weg an den richtigen Ort geführt hat, betrachtet Rachel als Zeichen dafür, wie dringend sie hier gebraucht werden. Dass sie allerdings keinen der Bewohner zu Gesicht bekommen, beunruhigt sie doch sehr. Schnell lässt sie sich inmitten der Ortschaft hinab sinken. Ein paar rasche Flügelschläge knapp über dem Boden bremsen sie dann ab, bis sie wenige Zentimeter über dem Boden schwebt und sich aufmerksam um schauend auf Miroel wartet.

"Wir werden doch hoffentlich nicht zu spät gekommen sein?", äußert sie ihm gegenüber ihre Besorgnis. "Wo sind denn alle? Die Seuche wird sie doch nicht schon alle dahin gerafft haben?" "Bitte Herr, bitte nicht schon wieder." Unbewusst greift ihre Hand in ihre Tasche und tastet nach der dort verstauten Stoffpuppe.
Und so schickten sie denn den Bock in die Wüste, auf dass er all ihre Sünden und all ihre Missetat mit sich trage.

Miroel

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« Antwort #19 am: 15.09.2012, 17:40:11 »
In einer geschmeidigen Bewegung landet Miroel neben Rachel und schaut sich prüfend um. Noch kann er keinen Dorfbewohner ausmachen und seine Anspannung ist ihm wohl wieder deutlich anzumerken.
"Wir bleiben dicht beieinander, Rachel. Schauen wir mal ob uns hier jemand weiterhelfen kann."

Ein Rascheln ist zu hören, als Miroel seine Flügel eng an seinen Rücken legt, während er wartend zu Rachel hoch blickt und die Besorgnis in ihrem Gesicht sieht. Seine Mundwinkel zucken kurz für ein aufmunterndes Lächeln nach oben.
"Komm Rachel, wir werden schon jemanden finden."

Tex

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« Antwort #20 am: 17.09.2012, 20:54:46 »
Langsam streifen Miroel und Rachel zwischen den Häusern umher. Es wirkt alles wie ausgestorben - wäre da nicht das laute Husten, das aus manchen der Häuser nach draußen dringt. Noch scheint es nicht alle Bewohner dahingerafft haben... und plötzlich schlägt ein paar Metern neben den Engeln eine Tür auf und ein schwarzgelocktes Mädchen rennt hinaus ins Freie. Ihm auf den Fersen ist eine Frau, offenbar die Mutter der Kleinen.

"Nessa, wie oft habe ich dir gesagt..." Die Frau erstarrt mitten in der Bewegung, als sie der beiden Engel gewahrt wird.

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Rachel

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« Antwort #21 am: 20.09.2012, 00:51:31 »
Als sie sieht, dass das Mädchen und ihre Mutter anscheinend noch gesund sind, ist Rachels Gesicht die Erleichterung deutlich an zu sehen. Sofort lässt sie sich wieder auf ihre Füße sinken und deutet einen Knicks an. "Mein Name ist Rachel und dies ist Miroel.", spricht sie die beiden in der Sprache des Raphaelslandes an und deutet dabei auf den Gabrieliten, "Wir wurden hier her gesandt, um euch zu helfen, auf welche Art auch immer wir können." Sie macht eine kleine Pause, in der sie Nessa und ihre Mutter ein aufmunterndes Lächeln schenkt.

"Es wurde uns zu verstehen gegeben, dass sich bereits eine Schar hier auf hält.", fährt sie dann fort, "Würdet ihr vielleicht so gut sein, und uns zu ihnen führen, damit wir uns zunächst bei ihrem Michaeliten melden können?"
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Miroel

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« Antwort #22 am: 23.09.2012, 17:52:10 »
Als Miroel den Schlag der Tür hört, greift er reflexartig nach den Griff seines Flammenschwertes. Doch nachdem er das kleine Kind und die Frau erblickt, lässt er seinen Arm langsam wieder sinken. Kurz blickt er noch zwischen den beiden Menschen hin und her, bevor er zu Rachel schaut, die schon zu sprechen beginnt.

Der junge Gabrielit hällt sich vorerst aus dem Gespräch heraus und beobachtet weiter aufmerksam die Umgebung.

Tex

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« Antwort #23 am: 23.09.2012, 19:48:11 »
"Ich... wir... den Pater... entschuldigt..." stottert die Frau,  und hastet davon, ihr Kind, das deutlich weniger Berührungsängste mit den Dienern Gottes hat, an der Hand hinter sich herschleifend. Mit der freien Hand winkt Nessa den beiden Engeln noch fröhlich zu, bevor die beiden im größten Gebäude des Orts verschwinden. Kurz darauf erscheint der Pater des kleinen Weilers und begrüßt die Engel ehrfürchtig. Der Pater wirkt äußerst erschöpft, seine Tunika ist blutverschmiert, die Haare schweißnass und strähnig.

"Willkommen in Marweiler, Himmlische. Entschuldigt bitte meine ungebührliche Erscheinung, aber wir befinden und seit Tagen im Kampf gegen eine unerbittliche Seuche. Wurde eure Schar zu uns geschickt, um uns und der anderen Schar beizustehen?"
« Letzte Änderung: 23.09.2012, 19:48:23 von Tex »
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Rachel

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« Antwort #24 am: 26.09.2012, 20:32:22 »
Lächelnd erwidert Rachel Nessas fröhliches Winken, ebenso wie sie die ehrfürchtige Verbeugung des Paters erwidert. "Genau diese Seuche ist der Grund, weshalb wir hier her geschickt wurden. Tatsächlich sollen wir uns der bereits hier vor Ort befindlichen Schar an schließen, um dieser die Möglichkeit zu geben, euch noch besser im Kampf gegen dieses schlimme Los beistehen zu können.", bestätigt sie zunächst seine Vermutungen, "Wenn ihr also die Güte haben würdet, uns zu ihnen zu bringen, wäre ich euch sehr verbunden, denn dann könnten ich mich umso eher um die Erkrankten kümmern."
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Tex

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« Antwort #25 am: 26.09.2012, 21:24:25 »
"Die andere Schar ist nicht hier", sagt der Pater entschuldigend. "Sie sind zu den Ruinen von Marburg aufgebrochen, um der Quelle der Seuche auf die Spur zu kommen. Der Raphaelit der Schar hat uns jedoch genaue Anweisungen gegeben, wie wir mit den Kranken verfahren sollen."
« Letzte Änderung: 28.09.2012, 17:18:35 von Tex »
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Rachel

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« Antwort #26 am: 28.09.2012, 00:06:41 »
"Oh..." Damit hatte Rachel nicht gerechnet. Sie war davon aus gegangen, sich bei ihrer Ankunft wieder dem Befehl eines Michaeliten unterordnen zu können, der für sie die Entscheidungen treffen würde. Deutlich aus dem Konzept gebracht blickt sie sich Hilfe suchend nach Miroel um. "Wenn wir ihnen folgen... können wir dann überhaupt hoffen, sie auf zu finden? Aber können wir verantworten, einfach hier auf sie zu warten?"
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Miroel

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« Antwort #27 am: 12.11.2012, 01:57:24 »
Ein kurzer Blick ins Leere, ein leichtes Kopfschütteln und Miroel greift nach Rachel's Hand. Komm. Wir werden sie finden und an ihrer Seite kämpfen...gegen was auch immer. Der Pater sagt, die Schar ist bei den Ruinen und dahin werden wir nun gehen. Bei diesen Worten schaut Miroel eingehend in Rachel's Augen. Mach dir keine Sorgen um die Kranken, denn der Pater weiß wie er sich um sie zu kümmern hat.
Miroel's Griff wird um Rachel's Hand wird fester und mit einem ruckartigen Zug deutet er ihr an, dass sie nun weiterziehen sollten.

Rachel

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« Antwort #28 am: 12.11.2012, 21:47:28 »
Bestätigend nickt Rachel und lächelt Miroel dankbar an, bevor sie sich wieder kurz an den Pater wendet. "Habt Dank für eure Auskunft. Wir werden die Schar suchen und gemeinsam mit ihr wieder kehren." 

Nach einer respektvollen, aber kurzen Verbeugung erhebt sie sich auch schon gemeinsam mit Miroel in die Luft und strebt auf die Ruinen Marburgs zu. "Wo auch immer sich die Schar auf hält, aus der Luft werden wir sie entdecken und uns ihnen an schließen können.", dachte sie beruhigt.
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« Antwort #29 am: 08.12.2012, 16:44:13 »
Rachel und Miroel sind gerade abgehoben, da entdecken die scharfen Augen des Gabrieliten auch schon fünf weiße Punkte am Himmel, die aus genau der Richtung kommen, in die die beiden Engel eigentlich gerade fliegen wollten. So landen die beiden Boten des Herrn sofort wieder und weisen den Pater auf die bevorstehende Rückkehr der Schar hin, woraufhin sich die Gesichtszüge des Kirchendieners deutlich aufhellen.

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« Letzte Änderung: 08.12.2012, 16:58:21 von Tex »
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