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Autor Thema: Das Feuer von Zatal  (Gelesen 16018 mal)

Beschreibung: IC-Thread Kapitel 1

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Yaotlchone

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Das Feuer von Zatal
« Antwort #105 am: 17.12.2012, 07:22:00 »
Nur neun Häuser in der Nähe von Nexal. Hier werden nicht viele Krieger sein, und wenn sind es zu wenige um sie gegen vier zu riskieren. Yaotlchone zieht die Daumenspitze der linken Hand über die Glieder seiner Finger. Er beginnt bei der Kuppe des kleinen Fingers und zählt hinunter bis zum untersten Glied des Mittelfiners, die Zahl neun nach Lopanesischer Zählweise. Den Daumen die Zahl auf dem Mittelfinger immer noch anzeigend und die anderen drei Finger leicht gekrümmt streckt er die Handfläche Xiuhcoatl entgegen, um ihm seine Erkenntnis anzuzeigen. Er schnallt sich die Wurfspere nach Art der Jäger aus den Bergen um, so dass sie für das Klettern über Felsen sicher verborgen waren, doch nicht gleich gezogen werden konnten. So sich seiner äusserlichen Wehrhaftigkeit und Harmlosigkeit zu gleich versichert schreitet er nach vorne auf das Dorf zu. Am äusseren Rand, der durch die Fackeln gekennzeichnet zu sein scheint, bleibt er stehen.
"Hallo" ruft er zur Dorfgemeinschaft hin und winkt weit ausholend mit den Armen. "Wir kommen aus der Richtung von Nexal. Wenn ihr uns an euer Feuer lasst, können wir von dort berichten."

Xiuhcoatl

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Das Feuer von Zatal
« Antwort #106 am: 17.12.2012, 23:31:46 »
"Genau, wie ich es mir gedacht habe. Er rennt wie ein blinder Hase in die Falle. Wer weiß, wer hier wohnt? Er sollte lieber wie ein Jaguar die Beute belauern und nicht in ihren Rachen laufen."
Und genau das tut Xiuhcoatl dann auch. Sich lautlos von den anderen wegzuschleichen, machte ihm wenig Probleme. Er beobachtet aus einer sicheren Entfernung, wie sich Yaotlchones Auftritt auf das Dorf auswirkte. Und ob die Frau und ihr anderer Begleiter ebenfalls aus der schützenden Dunkelheit treten würden.

Eclipse

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Das Feuer von Zatal
« Antwort #107 am: 19.12.2012, 19:06:56 »
Ein Schreck scheint durch die versammelten Dörfler zu fahren, als Yaotlchone in das Licht der Fackeln tritt. Einige der Männer umfassen ihre Speere fester und schauen den Fremden argwöhnisch an. Es scheinen einfache Leute zu sein, so wie die Gefährten lediglich mit einem Lendenschurz bekleidet. Die Männer scheinen dem Lopango zu mißtrauen, ein Fremder in der Dunkelheit scheint dieser Tage nichts Gutes zu verheißen. Doch schließlich tritt ein alter, grauer Mann mit welker Haut dazwischen.

"Wenn du Neuigkeiten bringst, sollst du an unserem Feuer willkommen sein. Sorge plagt unsere Gemüter und vielleicht kannst du sie erhellen?" neugierig tritt der Mann vor und beäugt Yaotlchone "Du sagtest wir? Hast du weitere Gefährten bei dir? Auch sie sind an unserem Feuer willkommen, denn viele Plätze davor sind nun verwaist." wobei er in das dichte Blätterwerk hinter Yaotlchone schaut.

Einer der jüngeren Jäger scheint wiedersprechen zu wollen, doch der alte Mann bringt ihn mit einer Handbewegung zum Schweigen.
"Ich habe gesprochen." sagt er knapp, woraufhin keine weiteren Wiederworte kommen. Dies scheint auch Tlacatl zu überzeugen. Zwar hatte Necahual recht, dass sie mit leeren Händen kamen, doch hatten sie Kunde mitgebracht. "Fürchte dich nicht." sagt er noch zu seiner 'kleinen Schwester' und begibt sich dann an die Seite seines Stammesbruder, hinaus aus dem Dickicht.

"Nehmt Platz." sagt der alte Mann und deutet auf Decken am Feuer, während einige der Frauen des kleinen Stammes loseilen um Mais und Wasser für die Besucher zu holen. "Ich bin Tazoc. Nennt mir eure Namen und erzählt was sich in Nexal zugetragen hat?" während langsam einige der Jäger ihre Speere bei Seite legen und auf den Decken am Feuer Platz nehmen.

Necahual

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Das Feuer von Zatal
« Antwort #108 am: 21.12.2012, 19:41:50 »
Als auch Tlacatl vortritt, schaut sich Necahual nach Xiuhcoatl um doch kann ihn nicht entdecken. Schliesslich streift sie ihre Scheu ab, jedoch nicht ohne davor ihre Maske auf zu ziehen und tritt neben die beiden Männer. Mit fester Stimme spricht sie: "Mein Name ist Necahual, dies sind Yaotlchone und Tlacatl aus Lopango. Das Opferjoch Nexalas machte sie zu meinen Brüdern. In unserem Schatten begleitet uns der Geist der Feuerschlange - auch sie wird hungrig sein, darum erlaubt mir ein Teil meines Essen als Opfergabe in die Dunkelheit des Waldes zu stellen um ihr Grollen milde zu stimmen." Necahual wartet bis die Frauen Mais und Wasser gebracht haben. Sie füllt eine Schüssel Mais und Wasser für Xiuhcoatl und schreitet damit gen Dunkelheit des Dschungels. Sobald sie etwas außer Sichtweite der Dorfbewohner ist, ruft sie die kleinen Lichtgeister und lässt sie um die Schüssel tanzen. Sie geht noch einige Schritte weiter in den Wald dann stellt sie die Schüssel ab, dreht sich um und lässt die Schüssel mitsamt den kleinen Lichtgeistern allein.

Schweren Schrittes kehrt sie zurück. Ihr Platz am Feuer ist immer noch frei, doch es ist ihr äußert unangenehm an den vielen fremden Gesichtern vorbei zu gehen und sich dann auf diesen Platz zu setzen. Die Gemeinschaft der Jäger ist ihr fremd und kein Kreis in dem sie gerne sitzt. Am liebsten wäre sie bei Xiuhcoatls Schüssel im Dschungel geblieben doch dafür ist es jetzt zu spät. Sie sitzt, schweigt und beobachtet denn nach großen Reden vor den Männern ist ihr ganz und gar nicht zu Mute und so wartet sie auf Tlacatl oder Yaotlchone um die Ereignisse des letzten Tages wieder zu geben.
« Letzte Änderung: 22.12.2012, 06:11:16 von Necahual »

Eclipse

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Das Feuer von Zatal
« Antwort #109 am: 28.12.2012, 01:00:33 »
Tlacatl folgt der Einladung und nimmt als Erster Platz, wobei er auch Necahual mit einem freundlichen Lächeln auffordert es ihm gleich zu tun, wobei er auf die Decke neben sich deutet. In einer Geste des Friedens legt er das Kupferbeil, welches er die meiste Zeit in der Hand führte, vor sich auf die Decke und greift stattdessen zu einer Schale Mais um sich zu stärken.

"Wie meine Schwester schon sagte, sind wir dem Opferjoch Nexals und somit dem Tod auf Zaltecs Altar entgangen." er blickt der Payitanerin noch hinterher, wie sie etwas zu speisen hinüber zu Xiuhcoatl bringt, welcher sich noch immer im Dickicht verbirgt. "Unser Weg führt uns nun gen Süden, in unsere Heimat, wobei wir auf euer Dorf gestoßen sind. Denn Nexal ist dem Untergang geweiht, der Zatal ist ausgebrochen und sein Feuer wird die Stadt verschlingen. Tezcas Verhüllung wird euch sicher nicht entgangen sein, doch bin ich nicht in der Lage diese Zeichen zu deuten." fügt Tlacatl schließlich noch an.

Tazoc schweigt für einen Augenblick und schaut den Funken hinterher, die vom Lagerfeuer in den Abendhimmel aufsteigen. "Einige unserer Brüder und Schwestern wurden ebenfalls geraubt und nach Nexal verbracht. Hoffen wir, dass das Feuer von Zatal sie nicht verzehren wird." doch langsam macht sich Unruhe an der Feuerstelle breit "Doch wenn Nexal untergeht ... und mit ihm Naltecona und seine Krieger ... wer wird sich dann den Fremden entgegenstellen, die über das Weltenmeer gekommen sind?" fragt ein junger Jäger bange "Wir sollten Tlacatl auf seiner Reise begeliten, weit gen Süden, hier ist es nicht mehr sicher."

Doch Tazoc wiegelt ab "Durch das Haus des Tezca? Das wäre Wahnsinn, wenngleich es einer kleinen Schar durchaus gelingen mag. Doch ich lebe und jage mein ganzes Leben hier, wie mein Vater vor mir. Wir haben die Herrschaft Nexals überstanden und wir werden auch den Fremden trotzen." sagt er stolz und blickt erneut in die Flammen.

In diesem Moment der Ruhe und Einkehr scheint auch den Gefährten das gesamte Ausmaß der Geschehnisse erst bewußt zu werden.

Xiuhcoatl

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Das Feuer von Zatal
« Antwort #110 am: 28.12.2012, 12:37:01 »
Xiuhcoatl betrachtet das Geschehen mit Skepsis.
"Wie kann man nur so leichtsinnig sein? Wenn es jetzt Gefolgsleute der Nexalaner sind?"
Aufmerksam verfolgt er, wie Necahual eine Schüssel in den Wald bringt und dort zurückläßt.
Aber noch ist es ihm dort durch Nehacuals herbeigezaubte Lichter zu hell und so hält er sich trotz des nagenden Hungers, der in ihm wüted, zurück. Weiterhin beobachtet er nur.
Und als die Lichter endlich verblassen, schleicht er zu der zurückgelassenen Schale. Vorsichtig nimmt er sie und riecht an dem Essen, denn wer weiß, ob die Dörfler nicht irgendeein Gift untergemischt haben. Als er aber zu seiner Zufriedenheit feststellt, daß es sicher ist, verschlingt er das Essen.
Dann macht er sich daran vorsichtig ums Lager zu schleichen, während er nach Wachen ausschau hält.
Später, wenn er sich einen besseren Überblick verschafft hat, würde er sich daran machen, die Hütten genauer in Augenschein zu nehmen.

Necahual

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Das Feuer von Zatal
« Antwort #111 am: 02.01.2013, 03:43:19 »
Necahual blickt ihre beiden Brüder an. Es scheint als seien einige Menschen hier bereit sich freimütig unter das nächste Joch zu legen. Ob nun Nexal oder die weißen Teufel die schwere der Last bestimmen scheint ihnen egal. Necahual fragt sich, ob auch sie an den Punkt kommen wird an dem sie den Wert der eigenen Freiheit bemessen muss.
Bisher hat sie hat das Glück gehabt den Eindringlingen noch nicht begegnet zu sein, allerdings kennt sie die grauenvollen Geschichten, die diejenigen zu berichten wussten, die den weißen Teufeln begegnet sind und mit Schrecken erinnert sie sich an das silberne Ei, welches sie aus Tlacatls Bein gefischt hat.
Wenn die Mutmaßungen der Männer über die Stärke der weißen Teufel stimmen und es Nexal nicht gelingt Mutter zu besänftigen dann wäre die wahre Welt tatsächlich in großer Gefahr. Stumm starrt Necahual ins Feuer. Konnte dies der Wille der Geister sein? Würde die Mutter ihre Kinder dem Schutz entziehen? Allein bei dem Gedanken daran wird ihr mulmig.[1]
 1. 
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« Letzte Änderung: 05.01.2013, 18:58:11 von Necahual »

Yaotlchone

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Das Feuer von Zatal
« Antwort #112 am: 08.01.2013, 07:53:59 »
Yaotlchone ist es nicht gewohnt, für andere zu Sprechen, schon gar nicht für die ehemalige rechte Hand des Häuptlings oder eine, die ihr Wissen aus dem Dialog mit den Geistern speisen kann. So war er froh, dass Necahual nach vorne trat und ihrer Schicksalsgemeinschaft ein Gesicht gab.

Über der Schüssel mit Maisbrei hält Yaotlchone seine Hand beim Essen inne, als der junge Krieger um das verlassen seines Dorfes warb. Ein dicker Tropfen des gelblich-weissen Breis fiel zurück in die Schüssel anstatt den begonnen Weg in den Mund zu beenden. "Tazoc hat recht, junger Krieger. Wenn nicht Tezca's Zunge selbst droht, ist es besser, die Heimat nicht zu verlassen. Hier achten die Geister deiner Vorväter auf dich, so wie du auch eines Tages auf deine Kinder und deren Kinder achten kannst. Nur hier kannst du dem Ansturm der fremden wiederstehen, denn nur hier hast du Wurzeln. Das ist wie mit den Bäumen im Meer, die ich auf meiner Reise gesehen habe." Yaotlchone startet einen Versuch sein eigenes Bedürfnis nach seinem Heimatland zu rechtfertigen. Etwas unbeholfen bemüht er das Bild der Mangroven, so wie er diese sich selbst erklärte. "Ein Baum wächst ja gleich auf dem Boden und treibt seine Wurzeln hinein. Ich habe Bäume gesehen, die immer im Wasser standen. Dies waren einst ganz normale Bäume, doch dann kam das Meer und versuchte sie wegzuspielen. Dies gelang dem Meer bei denen, die nur flache Wurzeln hatten. Diese wurden mitgerissen. Doch die Bäume, deren Wurzeln weit hinab in den Boden reichten, konnte das Anstürmende Meer nichts anhaben. Sicher es Spülte die Erde unter ihnen Weg." Mit dem Maisbrei und seiner Hand versucht er die Situation zu veranschaulichen, indem er die Finger in den Brei steckt und die Handfläche dicht an das Essen heran bringt. Langsam zieht er die Hand hoch, bis die Finger gestreckt nur noch mit den Kuppen im Brei verweilen. "Doch die Wurzeln waren tiefer, als dass das Meer allen Boden wegspülen konnte. So bleibt der Baum immer noch im Boden und kann weiter wachsen, auch wenn das Wasser wegzutragen suchte." Zufrieden mit sich steckte er sich den Brei in den Mund und schlang ihn hinunter.
"Doch ich fürchte, wir sind nur die Vorboten. Als bei uns in Lopanago ein Trupp der Fremden einfiel, sind auch viele vor ihnen geflohen. Doch fast überall, wo ich die Flüchtlinge sah, sah ich auch Hunger. Ich würde lieber schauen, dass ich dort bleibe, wo ich auch zu essen finden kann. Und wenn ihr noch Mais übrig habt, solltet ihr ihn in Tontöpfe stecken und Vergraben. So könnt ihr ihn vor den hungrigen Mäulern der Vorbeiziehenden verstecken, seien es Flüchtlinge, nach Tezca verlumpte Soldaten von Nexal oder die Fremden. Alle werden hungrig sein."

Eclipse

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Das Feuer von Zatal
« Antwort #113 am: 09.01.2013, 13:17:31 »
Andächtig lauscht Tazoc den Worten Yaotlchones und nickt "Du hast gut gesprochen mein Freund. Du musst ein weiser Mann bei deinem Volk gewesen sein? Ich selbst habe das Meer noch nie gesehen, doch ich verstehe was du sagen willst. Lieber sterbe ich hier im Land meiner Väter, als dass ich ein elendes Dasein in der Fremde friste." die übrigen Männer nicken, einige scheinen noch Zweifel zu haben, doch Yaotlchones Worte scheinen viele überzeugt zu haben in der Heimat zu bleiben.

"Ihr könnt auch über Nacht gern hier bleiben." lädt Tazoc die Gefährten schließlich ein "Das Haus des Korak steht leer, seit er und seine Kinder von den Teufeln aus Nexal geraubt wurden." er deutet auf eine der neun Hütten, welche verlassen scheint. "Eure Flucht muss euch erschöpft haben, dort habt ihr Decken und ein Dach über dem Kopf." spricht der alte Mann freundlich.

Doch ehe man das Lager aufsucht, spricht Necahual noch mal zu ihren Brüdern: "Tlacatl, Yoatlchone wenn es euer Wille ist so werde ich die Geister darum bitten euch die Schmerzen zu nehmen und eure Wunden zu schliessen." Yaotlchone zögert erst ein wenig, doch nachdem er gesehen hat wie Necahuals heilende Hände die Wunden des großen Bruders komplett verschwinden lassen, traut auch er sich seine Verletzungen zu zeigen und die Geisterfrau bittet auch die in ihm inne wohnenden Geister neue Stärke zu finden und seine leibliche Hülle wieder zu komplettieren.[1]

Und während die drei Gefährten bereits ein eigenes Haus zugewiesen bekommen, schleicht Xiuhcoatl noch immer um das Dorf. Wachen kann er keine entdecken, alle Jäger des Dorfes sind am Feuer versammelt, wenngleich der eine oder andere gelegentlich zum finsteren Waldrand schaut, doch den herumpirschenden Pezelaci scheint niemand bemerkt zu haben.
 1. Heilung für Tlacatl und Yaotlchone bereits eingetragen

Xiuhcoatl

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Das Feuer von Zatal
« Antwort #114 am: 11.01.2013, 12:16:24 »
Xiuhcoatl ist fürs Erste mit dem zufrieden, was er gesehen hat. Keine Wachen sind für ihn ein gutes Zeichen.
Jetzt muß er nur noch herausfinden, in welcher der Hütten die Nahrung und  in welcher Waffen aufbewahrt werden.
Sollte es keine solchen Hütten geben, muß er eben in eine der Hütten schleichen und ihre Bewohner möglichst nicht wecken.
Nur kurz kommt ihm in den Sinn, daß bei einer Entdeckung der fehlenden Sachen wohl seine bisherigen Begleiter zur Rechenschaft gezogen würden. Aber die hatten ja selber Schuld, weil sie sich einfach so zu den Leuten gesellt hatten. Außerdem würde man die Dinge bei ihnen ja nicht finden und könnte sie so kaum bestrafen.
Über diesen letzten Gedanken war er selbst überrascht. Was kümmerten ihn diese Leute?

Aber jetzt wartet eine Aufgabe auf ihn. Er schleicht sich von hinten, im Schatten der Hütten, die durch das zentrale Feuer geschaffen werden, an eben jene langsam heran. Immer bedenkt er, daß leicht jemand zum Austreten aus dem Lager treten könnte. Durch Ritzen in den Wänden, nötigenfalls auch selbst erzeugt, versucht er einen kleinen Überblick darüber zu erhalten, welche HÜtte wohl als Lagerraum benutzt wird und welche bewohnt sind.
Zwischendrin betrachtet er immer wieder mal das Geschehen auf dem zentralen Platz. Dort versucht er, jemanden zu erkennen, der wie ein Krieger bewaffnet ist, um sich dann zu merken, welche Hütte jener wohl bewohnt.

Eclipse

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Das Feuer von Zatal
« Antwort #115 am: 11.01.2013, 16:40:41 »
Doch gerade als Ruhe und Frieden im Dorf einzukehren scheint, überschlagen sich die Ereignisse. Plötzlich ist ein Schrei zu hören und alle schrecken auf. Der Blick geht zum Dorfrand und dort taumelt einer der Jäger heran ... mit einem Pfeil in der Kehle, aus der Blut wie ein Wasserfall herausspurdelt. Sogleich sackt er zu Boden und in den flackernden Schein des Feuers treten grausige Gestalten. Jeweils von Ost, West und Süd nähern sich bewaffnete Menschen, ihre grausamen Gesichter und auffälligen Körperbemalungen kennen die Gefährten nur zu gut ... es sind Sklavenjäger aus Nexal!

Hatten sie Spur der Gefährten zurückverfolgt? Oder waren sie ebenfalls vor dem Ausbruch des Zatal geflohen und ebenso zufällig hier gelandet? Doch für solche Überlegungen blieb keine Zeit, denn sogleich brach Panik im Dorf aus. Die Frauen eilten schreiend davon und trieben die Kinder in die Hütten, einige der jüngeren Männer schlossen sich ihnen an, die ältesten und tapfersten unter ihnen stürzten sich sogleich auf die Angreifer am Südrand des Dorfes.

Tazoc stand nahe am Feuer bei den Gefährten und umklammerte seinen Speer. Er blickte kurz zu Yaotlchone und auch wenn er kein Wort sprach, so schien der Lopango ihn zu verstehen. Seine Worte waren haften geblieben, Tazoc würde lieber hier im Land seiner Ahnen kämpfen und sterben als feige die Flucht zu ergreifen. Seine alten Augen blickten fast flehend zu den beiden Kriegern aus Lopango, doch Tlacatl schien die Aufforderung zu verstehen und zückte sogleich sein Kupferbeil um sich den Angreifern zu stellen.

Xiuhcoatl sah dies alles im sicheren Schatten einer Hütte, welche er gerade untersuchte ...
Hin und hergeworfen wie er reagieren sollte. Wieviel bedeuteten ihm seine neuen Gefährten wirklich?

Hier geht es weiter ...

Eclipse

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Das Feuer von Zatal
« Antwort #116 am: 14.01.2013, 23:33:31 »
Der Kampf um das Dorf Dzibil - Teil 1:

Grimmig stellt sich Tlacatl auf um dem Ansturm der Angreifer zu begegnen, schützend stellt er sich wie ein Fels vor Necahual auf. Genau rechtzeitig, denn da bohrt sich bereits ein Pfeil in seine Schulter. Der unzerbrechliche Krieger verzog jedoch keine Miene, sogar dann nicht, als ein weiterer Angreifer mit seinem Speer auf ihn zustürmt. Ohne Schild und Schutz kann er den Angriff nicht abwehren und die steinerne Speerspitze bohrt sich in seinen Bauch. Doch Tlacatl packt den Speer einfach, zieht die Spitze aus der Wunde und reißt die Waffe ruckartig aus den Händen des Angreifers, um sie zu Boden zu schleudern.

Die übrigen beiden Angreifer werfen sich auf Tazoc und Yaotlchone. Während Erstgenannter es schafft unter dem schwungvollen Hieb eines Obsidanschwertes hinabzuducken, muss der Lopango einen schmerzvollen Hieb mit einer gewaltigen Keule hinnehmen, die mit Obsidansplittern bestückt ist. Nun sehen die Gefährten auch, dass etwas mit den Angreifern nicht stimmt. Ihre Haut ist aschfahl, wobei darunter dicke, schwarze Adern zu erkennen sind. Die Augen jedoch glimmen rot wie glühende Kohlen und ihre Stimmen zischen tief und bedrohlich, als sie zum Angriff übergehen. Was war mit ihnen geschehen?

Gerade hatte sich Mirrasshi unter Kaskas Baum nieder gelassen, als sie auch schon wieder von einem furchtbaren Schrei aufgeschreckt wird. Die darauf folgenden Geräusche, die vom Dorf zu ihnen dringen erkennt sie schnell als einen Kampf und greift sofort nach ihren Dolchen. Es gibt ihr ein gewisses Gefühl der Sicherheit, in jeder Hand eine der Klingen ihres Vaters zu halten, aber sie muss sich dennoch Mühe geben, nicht vor Angst zu Zittern. Zu sehr erinnert sie diese Situation an den Angriff auf ihr Dorf. "Zum Glück haben wir uns von ihnen fern gehalten.", denkt sie beschämt, während sie fragend zu Kaska hoch schaut, hoffend dass diese aufgrund ihrer erhöhten Position vielleicht einen besseren Überblick über die Situation hat.

Kaska hat sich gerade gemütlich zusammengerollt, als ein Schrei aus dem Dorf sie wieder aufschrecken ließ. Sie sieht wie die vier Gestalten am Waldrand stehen. Soll ich eingreifen ich hab keinen Bogen und ohne Gift ist mein Blasrohr unnütz. Mit dem Beil könnte ich was ändern. Doch dafür müsste ich näherran. "Es sind vier Mäner die das Dorf angreifen ... ich würde versuchen einen her zu locken, denn wir dann erledigen können." erklärt sie Mirrasshi. Dann nimmt sie auch schon ein Blasrohr und  versucht den mit dem Bogen zu treffen und vielleicht in ihre Richtung zu locken.

Mit weit aufgerissenen Augen starrt Necahual die Angreifer an. Nicht eine Sekunde, hatte sie daran gezweifelt, dass sie ihre Verfolger abgehängt hatten. Doch woher kamen dann diese Krieger? Ungläubig schliesst sie kurz die Augen, doch die aschfahlen Männer mit den glühend roten Augen sind immer noch da. Furcht beginnt sie zu vereinnahmen und wie bei einem Gift, kommt es ihr so vor als ob ihr Blut so dickflüßig und zäh wird, dass es sie an jeder Bewegung hindert. Dann springt Tlacatl schützend vor seine Schwester und empfängt die Wunden, die sonst ihre gewesen wären. So hilft ihr der Lopango den Furchtgeist zu besiegen und einen noch stärkeren Geist in ihr zu entfesselt: Den Zorn der Mutter. Was auch immer mit den Kriegern Nexals geschehen ist, dies ist nicht der Wille der Mutter und so ruft Necahual ihre inneren Kräfte um ihren Brüdern zu helfen die Verbindung zwischen dem Körper und dem dunklen Geist zu lösen. Wenn diese Besessenen noch einen Funken Geist in sich trugen so würde Necahual ihren Kampfeswillen brechen!

Ihre Hände zu Fäusten geballt, wendet sie ihren Blick von den Angreifern auf Yaotls Seite ab und dabei rutscht die Arapaima Maske wie von selbst auf ihren Platz. Die mit Kohle schwarz untermalten Augen fixieren den Angreifer vor Tlacatl und sie versucht zu dessen Geist vor zu dringen um ihm die Zügel über den Körper zu entreissen!

"Nur vier? Die Krieger des Dorfes haben doch bestimmt keine Schwierigkeiten mit nur vier Gegnern.", schießt es Mirrasshi unwillkürlich durch den Kopf. Dennoch nickt sie nur und macht sich bereit. Sie würde Kaska ohnehin nicht von ihrem Vorhaben abbringen können. Stattdessen versucht sie sich zwischen den Wurzeln des Baumes zu verstecken, in der Hoffnung, den Gegner überraschen zu können, sollte er tatsächlich zu ihnen kommen, wie die Katzenfrau es zu wollen scheint.

Als Xiuhcoatl sieht wie die Nexalaner das Dorf angreifen, überlegt er, wie er sich verhalten soll.
Die Dörfler taten das, was sie immer tun. Sich feige in ihre Hütten zurück ziehen, als könnte sie das vor den Bewaffneten schützen.
Während er noch weiter überlegt, begibt er sich weiterhin schleichend an eine der Hüttenecken, um sich einen besseren Überblick zu verschaffen.
Ihm kommt der Bogen in den Sinn, den Yaotlchone ihm gegeben hat und so macht er ihn schußbereit. Denn er hatte noch immer nicht das Rätsel um die Frau lösen können. Sollte sie in Gefahr geraten, würde er ihr mit einigen wohlplatzierten Pfeilen helfen.
Außerdem hatten die Nexalaner Waffen und Schilde. Beides Dinge, die er gebrauchen konnte.
Aber erst einmal betrachtet er die Szene, die sich ihm bietet genauer.

Yaotlchones Warnschrei verkommt zu einem verzögerten leise gekeuchten "Kalkmänner!" als die Keule ihm die Luft aus der Brust schlägt. Die Obsidiansplitter bohren sich in seine Brust, zerfetzen das Fleisch und werden nur von seinem robusten Brustkorb davon abgehalten die Lunge zu durchstechen. Für einen kurzen Moment drehen sich seine Augen nach oben und hinterlassen einen leeres, weisses Starren auf den Angreifer. Doch so wie die schwarzen Steinsplitter langsam das Blut aus den Wunden quellen lässt und die Brust rot zu färben beginnt, dreht sich seine Iris blutdurchzogen nach Unten zurück. Mit offenem Mund blicken sie ernst auf die nass schimmernden Obsidiane der Keule um mit einem Kopfschüteln den gleichfarbenen Blick seines Gegenübers zu erwidern. Die Luft scheint wieder in seine Lungen zurück gekehrt zu sein, denn Yaotlchone beginnt wild zu Brüllen "YyyyyAAAA". Schwungvoll knallen seine beiden Hände gegen den Kopf des Angreifers und verkrallen sich in dessen Ohren. Mit der Masse des ganzen Körpers beginnt er die Gestalt zu schütteln und brüllt dabei schwingend seinen Kriegsschrei zu ende. "A-A-A-O-O-O-O-TL" um mit den beendenden Konsonanten sich und sein Gegenüber einen Schritt voneinander wegzustossen, wo er in lauernder Haltung auf den nächsten Angriff harrt.

Und so entbrennt auch bei den Gefährten der Kampf, wenngleich noch nicht in voller Härte, denn Xiuhcoatl und auch die beiden Neuankömmlinge, halten sich vorerst zurück. Necahual flüchtet sich sogleich in das große Versammlunghaus des Dorfes. Nicht jedoch ohne den grausamen Kämpfer, welcher Tlacatl bereits verwundet hat eines bösen Blickes zu würdigen. Doch diesmal hat der Blick der Hexe, welcher ihr und den Gefährten erst die Freiheit bescherrte, keine Wirkung ... oder dem seltsam verwandelten Sklavenjäger gelingt es die Wirkung einfach abzuschütteln. Unbeirrt setzt er seinen Angriff auf Tlacatl fort.

Dafür gelingt es Kaska den nahe bei ihm stehenden Bogenschützen zu treffen, wobei der kleine Pfeil seinen Hals trifft und ihn zischend aufheulen lässt. Wütend wendet sich der Schütze um, und da sieht auch Kaska auf welche groteske Weise die Männer verwandelt wurden. Mirrasshi hält sich derweil weiter im Dickicht versteckt, die Steindolche in den Händen.

Derweil verfällt Yaotlchone erneut in einen Kampfrausch und fällt seinen Gegner mit Klauenhänden an, welcher sich nur mit zischender Stimme in seinem Griff windet. Aber auch Tazoc hat gegen seinen Angreifer wenig Glück. Nachdem es ihm gelang unter dem Angriff abzutauchen, schafft er es nicht eine sicheren Stand zurückzugewinnen und der Angriff seines Speeres trudelt an seinem Gegner vorbei.

Eclipse

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Das Feuer von Zatal
« Antwort #117 am: 19.01.2013, 16:55:40 »
Der Kampf um das Dorf Dzibil - Teil 2:

Zwischen den Häusern stehend, erblickt der Bogenschütze Kaska schließlich und scheint sie sogleich mit dem Pfeil in Verbindung zu bringen. Sofort erhebt er seinen Bogen, legt einen weiteren Pfeil auf und verschießt diesen auf die Tabaxi. Wie Kaska scheint er ein fähiger Schütze zu sein, denn der Pfeil geht gerade durch die Enge zwischen den Häusern hindurch und schrammt an ihrer Schulter vorbei. Die Hoffnung er würde die Verfolgung aufnehmen, erfüllt sich jedoch nicht.

Der entwaffnete Gegner vor Tlacatl, tut es derweil Yaotlchone gleich und stürzt sich wütend auf seinen Gegner. Tlacatl, welcher sich eben noch den Pfeil aus der Schulter zerrt, ist völlig überrumpelt und findet sich im Würgegriff seines Feindes wieder, welcher ebenso wie Yaotlchone über klauenartige Nägel verfügt.

Doch Yaoltchones Gegner, kann sich wieder aus der Umklammerung lösen. Noch leicht benommen schwingt er knurrend erneut seine große Keule, doch diesmal ist es eine Leichtigkeit für Yaotlchone dem Hieb auszuweichen. Ebenso wie für Tazoc, welcher sich nach seinem fehlgegangen Angriff wieder in eine sichere Kampfeshaltung gebracht hat.

Die schwere Keule schwingt wirkungslos über den geduckten Kopf von Yaotlchone hinweg. Ihr Gewicht zieht den Gegner weiter mit sich, so dass sich der Körper ungeschützt zu Yaotlchone neigt. Dieser richtet sich ruckartig auf und reisst dabei die linke Klauenhand nach oben und über das Gesicht des Rotäugigen hinweg. Die Wucht des Hiebes lässt den Getroffenen zurücktaumeln, doch Yaotlchone setzt gleich mit einem ungestümen linken Schwinger nach, der wüste Kratzspuren von der Linken Schulter bist zur rechten Brust hinterlässt. Mit einem gurgelnden, kratzenden Kichern verhöhnt Yaotlchone den ungeschickten Versuch, ihn mit einer Waffe zu treffen und richtet sich herausfordernd zu voller Grösse auf, den nächsten Schlag abwartend.

Kaska faucht als der Pfeil sie streift und der Mensch keine Anstalten macht sich zu bewegen. "Das hätt ich mir ja denken können das der zurück schießt. Na mal sehen ob ich dich nicht Reizen kann" Wieder erhebt sie das Blasrohr und schießt einen kleinen Pfeil ab. "Mit meinem Gift wäre das alles viel leichter" Während der Pfeil fliegt Ruft sie "Wenn du mich willst musst du mich schon holen" damit verschwindet sie auch schon hinter den Häusern in Richtung Wald um dort Deckung zu finden.

Aus der Öffnung der Hütte beobachtet Necahual das Geschehen. Als sie merkt, dass ihr Versuch Tlacatl zu helfen kläglich gescheitert ist, kriecht erneut die Furcht in ihre Knochen. In der Sprache ihrer Brüder aus Lopango keucht sie: "Wenn diese Krieger Wiederkehrer sind so kann man ihren Geist nicht beeinflussen!" Verzweifelt und unschlüssig wie sie ihren Brüdern helfen kann, blickt sie auf die Obsidian Klinge ihres Vaters. Ihr würde Zeit für einen einzigen Angriff bleiben, ehe sie von einem der ihr körperlich deutlich überlegenen Krieger überwältigt werden würde. Hastig blickt sie sich in der düsteren Hütte um irgendetwas muss es doch geben mit dem sie ihren Brüdern helfen kann. Ihr wird schummrig vor den Augen und aus der tiefe ihres Bewusstseins vernimmt sie eine bekannte Stimme: Mein Kind - Tochter des Waldes spürst du denn nicht die fleißigen haarigen Beine deiner Schwestern wie sie ihre Hilfe dir darbieten! Necahual erschrickt und ist auf ein Mal wieder bei vollstem Bewusstsein. Sie konzentriert sich auf die Welt vor sich, auf die Erde unter ihr und im Geist nimmt sie Verbindung auf zu ihren Schwestern. Urplötzlich beginnt der Boden unter den Füßen der Feinde mit dem Gewusel unsichtbarer Spinnen zu füllen, welche in Windeseile ein Netz spinnen, so groß das selbst darin gefangen werden kann.

Als Necahual in das Haus flüchtet und ihr keiner der Feinde folgt, ist Xiuhcoatl erst ein mal erleichtert.
Grad ist er am überlegen, ob er den Männern helfen soll, als plötzlich ein Netz in die Höhe schießt und die Feine, die er sehen kann, davon eingesponnen werden.
Da werde ich mit den Pfeilen nicht viel ausrichten können.
Da er im Moment aus seiner Warte keine Hilfe bringen kann, möchte er erst mal Abwarten.
Aber da dringt ein Ruf von der anderen Seite des Dorfes herrüber und Xiuhcoatl wird neugierig. Also begibt er sich, immer die Deckung im Schatten der Häuser nutzend, in diese Richtung.

Kaum hat Kaska ihr Blasrohr wieder von den Lippen genommen, kann Mirrasshi auch schon das Sirren eines Pfeiles hören, gefolgt von dem unverkennbaren, dumpfen Geräusch, als er in den Baumstamm hinter ihr schlägt. Ein Blick zu der Tabaxi und auf das Blut, welches das Fell an ihrer Schulter tränkt, bestätigt ihr, was sie schon befürchtet hatte. Kurz entschlossen springt sie aus ihrer Deckung und läuft ein paar Schritte vor, um einen guten Blick auf den Bogenschützen zu haben. Im nächsten Augenblick verlässt einer der Dolche auch schon ihre Hand und fliegt auf ihn zu. Leise Flucht sie, als ihre Waffe weit an ihrem Ziel vorbei geht.

Mit einer unglaublichen Kraftanstrenung gelingt es Tlacatl schießlich sich aus dem Griff seines ebenso muskulösen und hühnenhaften Angreifers zu lösen. Schnaufend versucht er zu Atem zu kommen, während er bereits sein Kupferbeil kreisen lässt. Der Bogenschütze hinter ihm, bemerkt plötzlich wie ein Obsidianmesser an ihm vorbeifliegt und in der Haushand des großen Versammlungshauses stecken bleibt. Grimmig legt er einen neuen Pfeil auf und fixiert mit seinen glühend roten Augen die kleine Halblingsfrau.

Das Spinnennetz welches Necahual mit ihrer Geisterkraft webt, sorgt jedoch ebenso für Überraschung. Zwar gelingt es Yaotlchones Angreifer den klebrigen Netzen weitesgehend zu entgehen, doch derjenige vor Tazoc wird regelrecht in einen Kokon gewoben und kann sich kaum noch rühren. Diese Chance lässt sich Tazoc nicht entgehen, auch wenn er nicht ganz versteht was vor sich geht. Aus seiner sicheren Haltung heraus, stößt er den Speer wuchtig nach vorne und durchbohrt die Spinnenweben und das Fleisch seines Feindes gleichermaßen.

Eclipse

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Das Feuer von Zatal
« Antwort #118 am: 19.01.2013, 16:58:56 »
Der Kampf um das Dorf Dzibil - Teil 3:

Der Kampf tobt mit unverminderter Härte weiter. Tlacatls Gegner schlägt mit seinen krallenbewehrten Händen nach diesem, kaum dass der Lopango sich aus seiner Umklammerung gelöst hat. Doch mühelos weicht der Krieger den Krallenhieben aus, das Kupferbeil bereits zum Schlag erhoben. Auch Yaotlchone geht mit seinen Klauenhänden auf den Feind los und bringt ihm einige schlimme Kratzer bei, aus denen dampfendes Blut quilt. Erneut schwingt der verwandelte Sklavenjäger daraufhin seine große Keule, doch von Raserei erfasst, weicht Yaotlchone instinktiv aus.

Der von Necahuals Netz erfasste Kämpfer schafft es derweil sich unter Aufbietung aller Kraft aus dem Netz zu befreien. Wütend reißt er die kräftigen Spinnweben entzwei und macht dann einen Satz, mit dem er aus dem Netz entkommt, ebenso wie sein Mitkämpfer

Die kleine Mirrasshi wird derweil Ziel des Bogenschützen, nachdem ihr Dolch sein Ziel weit verfehlt hat. So wie Kaska, muss auch sie einem schmerzhaften Streifschuss hinnehmen, der bei ihr aber eine deutlich ernstere Verletzung hinterlässt als bei der Tabaxi Blutend lehnt sich die Halblingsfrau an die nahegelegene Wand.

Mit Schrecken sieht Kaska wie die Halblingsfrau verletzt wird, schwerer als sie Selbst. Nun selber eine Schützin kannte sie die Schwachstellen von diesen mit einem Bogen konnte man nicht schlage. Hinter den Hütten läuft die Tabaxi entlang um näher an ihr ziel zu kommen während sie Dies tut wechselt sie ihr Blasrohr gegen das Beil aus. "Wie komm ich immer auf so einen Schwachsinn ich bin doch selber kein guter Kämpfer. nun ja hoffen wir das wir ihn zu zweit kriegen selbst wenn er wahrscheinlich Stärker ist als wir beide Zusammen. Doch diesen Schusswechsel verlieren wir"

Der wahnsinnige Blick von Yaotlchone beobachtet verzückt, wie die Spinnweben an den Armen und Beinen des Sklavenjägers ziehen, so dass sich dieser genötigt sieht, einen Schritt zur Zeite zu machen. Mit dem lachenden Glucksen eines Kindes, das auf eine Bewegung gewartet hat, tritt er nach dem Standbein, das nach hinten rutscht. Unweigerlich neigt sich der Körper des Sklavenjägers nach vorne zu Yaotlchone, der gleichzeitig seine Klauen niedersausen lässt um den Gegner endgültig zu Boden zu ringen.

Tlacatl zögert nicht und nutzt den Ausfallschritt um das Kupferbeil wuchtig auf den Schädel des Kalkmenschen niedersaußen zu lassen.

Necahual blickt sich abermals in der Hütte um - gibt es denn nichts was sie den Wiederkehrern an den Schädel werfen könnte? Auch sucht sie nach einem möglichen zweiten Ausgang, denn wenn sich die anderen Sogen um sie machen müssten, wäre sie keine große Hilfe.

Nur kurz sützt sich Mirrasshi an der Hauswand ab und beißt die Zähne aufeinander, um den Schmerz zu unterdrücken. "Eine Wunde für mich, eine weniger für sie.", rechtfertigt sie sich. Vielleicht würde ihr schon jetzt die Gelegenheit gegeben, der Tabaxi ihre Schuld zurück zu zahlen. Aber dafür würde sie möglichst schnell dicht an ihren Gegner heran kommen müssen. Das wird ihr durch das Blut, das jetzt ihren Arm hinab läuft erneut bestätigt.

Wild entschlossen umgreift sie den Dolch ihres Vatrers mit festem Griff und rennt so schnell sie ihre kleinen Füße tragen können auf den feindlichen Bogenschützen zu. Die Wucht des Anlaufs nutzt sie, als sie mit einem lauten Kampfschrei nach ihrem Gegner schlägt.

Als Tlacatl sein Kupferbeil auf sein Gegenüber niederfahren lässt, packt dieser reflexartig sein Handgelenk und hält so den Schlag auf. Tlacatl ist erneut überrascht wie kräftig sein Gegenüber ist, wo er doch selten einen Gegner gefunden hatte, welcher ihm an Kraft gleichkam. Doch da rammt der blasse Angreifer ihm seine Stirn ins Gesicht, woraufhin der Lopango benommen zurücktaumelt.

Mirrasshi stürmt derweil in das Kampfgetümmel hinein, doch ihr Steindolch zerteilt nur Luft, zu ungestüm war der Angriff. Doch zumindest lag die Aufmerksamkeit des Schützen nun auf ihr und Mirrasshi konnte nur hoffen, dass sich Kaska somit ungesehen in den Rücken des Feindes bewegen konnte. Deutlich erkennt die kleine Halblingsfrau nun, dass die Angreifer zu den ihr wohlbekannten Sklavenjägern gehören, wenngleich auf eine furchteinflößende Art und Weise verwandelt, in etwas noch Boshafteres.

Mehr Glück ist da schon Yaotlchone beschieden. Beide Klauenhände schlitzen tiefe, stark blutende Wunden in den Leib seines Feindes. Die meisten Gegner würden sich so verletzt nicht auf den Beinen halten können, doch nach einem grässlichen Grollen, hebt der Angreifer erneut seine Obsidiankeule.

Und während draußen der Kampf tobt, blickt sich Necahual im Inneren der Hütte um. Ein weiterer Ausgang ist nicht vorhanden, allenfalls durch ein Fenster in der Wand könnte sie hinaus, doch den Göttern sei Dank ist sie schlank genug dafür. Der Boden ist mit verschiedenen Decken ausgelegt, während an den Wänden hölzerne Götzenbilder der Götter stehen. Ihre Fähigkeit im Dunklen zu sehen ist ihr hier von Hilfe, denn nur spärliches, flackerndes Licht wird vom Lagerfeuer hinein geworfen. Einige schwere Tonkrüge wären gegebenenfalls geeignet um auf die Angreifer geworfen zu werden.

Xiuhcoatl bewegt sich weiter hinter den Häusern entlang und schaut dabei immer zwischen ihnen hindurch auf den Hauptplatz.
Plötzlich entdeckt er vom Feuer, daß hinter ihnen leuchtet, nur als Schattengestalten dargestellt, einen der Angreifer, wie er ein Kind attackiert.
Im mißfiel die ganze Situation. Er ist ein Jäger, der sich lieber an seine Beute heranpirscht und sich dann aus dem Versteck auf sie stürzt. Aber leider hatte er keine Waffen, außer einer Peitsche und einem Bogen. Beides nicht wirklich die Jagdwaffen eines Gebirgslöwen, von dem er sich seine Taktiken abgeschaut hatte.
Aber irgendwie konnte er ein Kind nicht einfach so den Skalvenjägern überlassen. Kurzentschlossen hebt er den Bogen und feuert über das Kind hinweg auf den Angreifer. Vielleicht würde der Köder, den das Kind darstellte, seine Beute ja lange genug beschäftigen, damit er noch ein paar Pfeile anbringen konnte.

Eclipse

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Das Feuer von Zatal
« Antwort #119 am: 21.01.2013, 21:46:50 »
Der Kampf um das Dorf Dzibil - Teil 4:

Als Tlacatl betäubt zurückwankt, bekommt er ehe er sich wieder gefangen hat einen schmerzhaften Krallenhieb verpasst, die Klauen der Feinde scheinen in ihrer Schärfe denen von Yaotlchone nicht nachzustehen. Der hingegen bekommt nach seinem furiosen Angriff erneut die Obsidiankeule zu spüren. Da er in seiner Wildheit die Deckung gesenkt hat, donnert die Keule gegen seine Brust und reißt tiefe Kerben ins Fleisch.

Der Bogenschütze hingegen lässt seine Waffe fallen als Mirrasshi auf ihn zustürmt und zückt ebenfalls eine Obsidianklinge. Hektisch macht er einen Hieb nach unten und schneidet der Halblingsfrau die Wange auf, wobei er lächelnd einige spitze Zähne bleckt. Doch da saust ein Pfeil an seinem Gesicht vorbei und er blickt grimmig zu Xiuhcoatl herüber, welcher nun auch in den Kampf eingreift.

Auch wenn der Lopango eben noch taummelte, so scheint nun sein Augenblick gekommen. Tlacatl, Sohn des Guanako reisst sein Beil gen Sternenhimmel und mit einer Wucht die einen Baum zersplittern würde, kracht das Beil auf den Schädel des verkalkten Wiederkehrers.

Unweit hinter ihrem Bruder steht Necahual beim Eingang der Hütte. Sie hat sich einen der Tonkrüge geholt und versucht ihn auf den Wiederkehrer vor sich zu werfen doch obwohl ihre Arme nicht dürr sind reichen ihre bescheidenen Kräfte nicht aus um diesen Krug auch nur annähernd in die Richtung des Gegners zu befördern. Niedergeschmettert betrachtet sie den kaputten Krug vor ihren Füßen und das Gefühl von Schwäche, große Niedergeschlagenheit und komplette Unfähigkeit kriechen in ihren Verstand.

Yaotlchone lässt sich von der Obsidiankeule mitreissen und nutzt den Schwung um seinerseits mit seinen Pranken auf den ungeschützten Kopf des Sklavenjägers einzudreschen. Der erste Hieb platscht an den Schädel, und die messerscharfen Fingernägel reissen blutige Spuren in den Skalp. Ohne auf irgend eine Deckung zu achten versucht Yaotlchone durch eine vollständige Körperdrehung den Schwung auch für einen zweiten Prankenhieb zu nutzen, doch schweift seine Klaue nun über den geduckten Sklavenfänger hinweg.

Kaska läuft bis hinter ihr ausgesuchtes Ziel um ihn mit ihrer Axt für die Wunde zu bedanken und um hoffentlich mehr schaden zu verursachen als die Kleine Mirrasshi um dessen Fokus auf sich zu ziehen. auch den Bogenschütze der neu dazu gekommen ist beobachtet sie dabei wer weiß auf wen er gezielt hat, auch wenn sie vermutet auf den Sklavenjäger denn auch dieser sah wie eines der Opfer aus. nach dem sie hinter diesem angekommen ist schlägt sie gezielt mit dem Beil und trifft die Schulter wo eine Tiefe Wunde zurück bleibt.

Grad möchte Xiuhcoatl einen neuen Pfeil losschicken, als hinter einer der Hütten eine weitere Gestalt auftaucht und sich am Kampf zwischen Sklavenjäger und Kind beteiligt. Merkwürdig verwachsen sieht der Schädel dieser Person aus, die er im flackerndem Feuerschein nur schattenhaft wahrnimmt. Ist es ein weiterer Angreifer oder will sie dem Kind helfen?
Kurz schaut er weiter zu. Und als er sieht, daß die verwachsene Gestalt den Sklavenjäger angreift, schießt er halbherzig noch einen Pfeil in die Richtung, um eventuell doch noch einen der Nexalaner zu töten. Aber dieser geht weit fehl. Der Bogen war noch nie seine bevorzugte Waffe gewesen.
Xiuhcoatl zieht es vor sich lieber wieder in Deckung zu begeben. Denn noch immer war er nicht bereit, sich den Dörflern zu offenbaren.

Mirrasshi stößt einen wilden Fluch aus, als die Klinge ihres Gegners ihr ins Gesicht schneidet, doch ist ihr nun, da sie den Mann aus der Nähe sieht, schlagartig klar, was hier geschieht: Es ist zwar einer der Opferjäger, die sie zuvor gefangen hatten aber seine seltsame graue Haut und die rot glühenden Augen können nur bedeuten, dass sie von Zaltec bestraft wurden, dass sie seine Opfer verloren hatten, verdammt dazu ihnen nun bis zum Tod zu folgen.

Als sich ihm der Tod auch schon in Kaskas Gestalt von hinten nähert, huscht der Hin kurz ein boshaftes Lächeln über das Gesicht. Wissend, dass der Mann durch einen weiteren Gegner ohnehin schon abgelenkt sein würde, macht sie einen kurzen Satz zurück, um aber in dem Moment, da er nach setzt auch schon wieder vor zu stoßen.

Tlacatls Schlag ist wahrlich vernichtend, schon einmal hatte er einem Aufseher den Schädel gespalten. Das kupferne Axtblatt zerschmettert das ganze Gesicht und hinterlässt nur eine grässliche, klaffende Ruine, aus der dampfendes Blut hervorquillt. Der Kiefer hängt nur noch lose an ein paar Strängen und der Kehle entfährt ein scheußliches Glucksen. Selbst der zäheste Krieger wäre nun wohl tot oder würde sterbend zu Boden gehen ... doch die Kreatur vor Tlacatl bleibt weiter auf den Beinen, wenngleich sie doch geschwächt und angeschlagen wirkt. Auch Tlacatl wird nun klar, dass er keinen lebenden Mann vor sich hat.

Und während auch Yaotlchone das Fleisch seines Feindes mit Klauenhänden zerfetzt, setzen Mirrasshi und Kaska ihren Kampf fort. Die Tabaxi eilt ihrer kleinen Weggefährtin sogleich zur Hilfe und schlägt dem Bogenschützen ihre Axt in die Schulter, woraufhin dunkles, dampfendes Blut über den kalkweißen Rücken rinnt. Doch er scheint es weiter auf die Halblingsfrau abgesehen zu haben, setzt ihr nach und rennt geradewegs in die Dolchklinge, welche sie nach vorne rammt.

Der Stich geht tief und die Klingenspitze stößt sogar aus dem Rücken wieder hervor, doch als Mirrasshi den Dolch wieder herausreißt, steht der Gegner weiter vor ihr ... eine Verletzung hinnehmend, welche sicher tödlich hätte sein müssen. Und so scheint sich Mirrasshis Vermutung über die Wiedergänger zu bestätigen. Vielleicht mussten sie und Kaska dieser körperlichen Hülle nur genug Schaden zufügen um dieses Unleben zu beenden?

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