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Autor Thema: Kapitel II: Der Norden ruft  (Gelesen 12049 mal)

Beschreibung: Eine Reise in die Wildnis

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Taris

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Kapitel II: Der Norden ruft
« am: 16.08.2012, 23:37:26 »
Es war bereits vier Uhr als die sechs Reisenden mit ihren Tieren das Nordtor der Stadt Falkrest passierten und über die Steinbrücke trabten, die an dieser Stelle über den Karvur gebaut worden war. Obwohl sie schon sehr alt sein musste, erfüllte sie dennoch ihren Zweck. Die Stadt mit all ihrem Gestank, ihrer Armut, ihrer Ungerechtigkeit, aber auch ihrer Sicherheit, ihren Gaststätten und warmen Kaminfeuern lag nun hinter ihnen. Knarzend schloss sich das schwere Tor und machte ihnen mit einem Mal bewusst, dass sie von nun an auf sich allein gestellt waren. Sie würden allenfalls noch ein paar Stunden haben, ehe die einbrechende Dunkelheit die Straße vor ihnen verschlucken würde.

Nachdem sie Falkrest hinter sich gelassen hatten, kamen die Abenteurer gut voran. Die alte Zwergenstraße war löchrig, aber fest und bot ihren Pferden sicheren Halt. Auch das Wetter stellte sie keine größeren Probleme, denn sie mussten zunächst nur der Straße folgen. Anfangs sah es nördlich der Stadt nicht viel anders aus als südlich von ihr. Es gab auch am Nordufer des Flusses noch einige Gehöfte, Felder und Waldschneisen, sodass sich den Gefährten für einen Moment der Eindruck aufdrängte, es sei hier auch nicht wilder oder gefährlicher als auf der anderen Seite. Dieses Bild änderte sich jedoch schon nach einer halben Stunde als sie die erste Hügelkuppen überquerten. Die Häuser und Felder werden zunehmend weniger und bald ist die Straße zu beiden Seiten nur noch von dichtem Nadelwald umgeben. Das monotone Geklapper der Hufe der Pferde ist das einzige, was die nun herrschende Stille durchbricht. Nach einer weiteren Stunde waren sich die Abenteurer sicher, dass sie die menschliche Zivilisation nun endgültig hinter sich gelassen hatten. Kein Haus, kein Zaun, kein Feld zeugte hier noch von ihrer Anwesenheit.
« Letzte Änderung: 17.08.2012, 15:33:06 von Taris »

Jurij Klee

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Kapitel II: Der Norden ruft
« Antwort #1 am: 17.08.2012, 17:32:10 »
Die gesamte Zeit über blieb Jurij still. Noch stiller als sonst. Er hatte nur noch eine Anweisung gegeben, wie die Gruppenformation sein soll, und dann kaum noch ein anderes Wort gesagt. Wie auch auf der Reise zur Stadt sollte je ein Kundschafter vorne und einer hinten sein. Der Zwerg und der Ritter konnten hinter dem vorderen Kundschafter traben. Schließlich war der Zwerg der Führer. Dann kamen Jurij und Mival mit den Packtieren.

Der Grund für diese Stille mochte offen sein. Schließlich war Jurij gegangen bevor Belat sich verabschieden konnte. Scheinbar haben sich die beiden nicht weiter ausgesprochen. Fragen in die Richtung ignorierte der Söldner promt. Es war so als würden diese Fragen nicht gestellt werden. Ansonsten beschränkte sich seine weitere Kommunikation auf wichtige Dinge wie Anordnungen und auf brummen. Was ja nein Fragen schwer machte.
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Thokk Ruokhren

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Kapitel II: Der Norden ruft
« Antwort #2 am: 17.08.2012, 20:34:30 »
Thokk, der vorne weg ritt, sah sich aufmerksam um[1], nach Spuren von Wild oder anderen Reitern. Die Umgebung hatte sich schnell verändert und das gefiehl ihm, stellte er fest und atmete tief die frische Luft, mit dem Duft nach Nadelhölzern, ein. Er zügelte sein Pferd und sah nach der Sonne. Lange würde sie ihnen den Weg nicht mehr erleuchten. Er schaute zum Himmel, die Wolken betrachtend[2]. Er entschied, dass sie wohl besser demnächst ihr Lager aufschlagen sollten, bevor es dunkel wurde. Er ritt noch ein Stück weiter bis er einen Ort fand an dem sie zu sechst mit zwölf Pferden Platz finden würden. Nach ein paar weiteren Minuten hatte er einen Platz gefunden, der ihm den Umständen entsprechend, als der wohl beste vorkam. Er wartet er bis der Rest der Gruppe zu ihm aufschloss.
"Vielleicht sollten wir uns langsam dran machen ein Lager aufzuschlagen." dabei deutet er kurz auf die Stelle am Wegesrand, welche er für geeinet befonden hatte.
 1. Wahrnehmung: 15
 2. Überlebenskunst zum Wetter einschätzen: 21

Lorim Eisenhammer

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Kapitel II: Der Norden ruft
« Antwort #3 am: 18.08.2012, 00:13:56 »
Beim Aufbruch war es schon später Nachmittag. Rasch ließ die Gruppe Falkrest hinter sich. Rund um die Stadt waren noch vereinzelt Felder zu sehen, aber am frühen Abend erreichten die sechs Reiter waldiges Gebiet. Lorim war kurz verwundert gewesen, als ein Mensch zu fehlen schien, aber da der Rest der Gruppe über die Abwesenheit von Belat nicht irritiert war, sprach der Zwerg das Thema nicht an. Jurij schien nicht nur der Sprecher der Gruppe zu sein, sondern verteilte auch die Rollen auf der Reise. Lorim fügte sich in die gewünschte Position. Es war ihm recht, neben Ser Leonhardt zu reiten und gleich hinter dem Halbork.

Der kleine Zwerg wollte den Gefahren Auge in Auge gegenüber stehen und nicht abwarten, bis sich die vorderen Reihen lichteten. Warten war nicht seine Sache, das hatte ihm schon in Falkrest nicht gefallen. Nun waren sie auf dem Weg. In den kommenden Tagen würde er anderen fünf etwas besser kennen lernen. Am ersten Tag beobachtete er den Halbork. Sicher saß der im Sattel und schien außerhalb der Stadtmauern richtig aufzublühen. Doch nach kurzer Zeit wollte der Halbork schon rasten, dabei war der Weg durch die Bäume noch gut sichtbar.

"Wir sind kaum drei Stunden unterwegs. Noch sind die Pferde und die Reiter frisch und der Weg zeigt sich uns deutlich. Wir haben noch einige Tage vor uns, warum wollt ihr die Zeit, die uns heute noch bleibt nicht ausnutzen?", sprach Lorim als er sein Pferd zum Stehen gebracht hatte. Ungeduld lag in seiner Stimme.

Jurij Klee

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Kapitel II: Der Norden ruft
« Antwort #4 am: 18.08.2012, 11:42:03 »
Als Thokk einen Platz für ein Nachtlager vorschlug, schaute Jurij auf. Er hatte gerade irgendwie kein Zeitgefühl. Als dann der Zwerg antwortet, nickte er leicht. Lorim hatte recht. Noch war es wohl zu früh, außerdem mussten sie dieses Mal auf keinen verweichlichten Händler oder möchtegern Krieger aufpassen. Sie waren alle im Kampf erfahren und hatten sicher auch Erfahrung Überleben auf der Straße. Naja, beim säufenden Ritter war sich Jurij nicht so sicher. Er glaubte ihm zwar schon sehr lange ein Schwert in der Hand gehalten zu haben, aber Ritter waren Adlige. Da konnte man nie wissen wie gut sie wirklich waren. Schließlich war auch ein Holzschwert für kleine Kinder eine Art von Schwert.

„Herr Eisenhammer hat recht.“ brummte Jurij laut genug. „Für die meisten von uns sind Reisen nichts neues. Kein fetter, möchtegern Krieger begleitet uns. Also weiter bis zur Abenddämmerung. Halte ruhig bitte weiter Ausschau nach guten Lagerstellen und die erste zur Abenddämmerung nehmen wir.“
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Thokk Ruokhren

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Kapitel II: Der Norden ruft
« Antwort #5 am: 19.08.2012, 08:45:47 »
Thokk brummte, dass er verstanden hatte, zuckte mit den Schultern und wendete sein Pferd. Er trieb es an um wieder etwas Abstand zwischen sich und die anderen zu bekommen. Er sah auf in tiefster Dunkelheit noch genug um ein Lager aufzubauen, aber bei dem Menschen war er sich da nicht so sicher. Als er schließlich wieder etwas Abstand zwischen sich und die anderen gebracht hatte zügelte er sein Pferd etwas. Er ging wieder in seine Routine über.
Den Blick eine Weile nach links, dann eine Weile nach rechte, dann eine Weile auf den Weg vor ihm und da, wo es sich Anbot mal kurz etwas von Weg hinunter.

Aiwëtaurnís

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Kapitel II: Der Norden ruft
« Antwort #6 am: 19.08.2012, 09:36:11 »
Aiwëtaurnís übernahm die Nachhut der Gruppe. Sie bleib in Sichtweite der anderen, den Bogen quer über dem Sattel, das Pferd mit den Knien lenkend. Ihr Blick ging immer wieder nach hinten, allerdings achtete sie primär auf den Wald links und rechts des Weges. Bisher hatte keiner gesagt wo es hin gehen sollte, lediglich der Zwerg wußte angeblich wo es hin ging. Und so achtete sie auf Spuren, die die Verfolgten womöglich hinterlassen hatten. Solange sie auf der Strasse geritten waren gingen die Chancen gegen Null, aber eine größere Gesellschaft die durchs Unterholz gebrochen war würde sie vielleicht noch entdecken können. Zwar war Thokk dazu ebenfalls in der Lage, aber jeder konnte mal etwas übersehen. Das dritte Feld ihrer Aufmerksamkeit war der Himmel über den anderen Reisenden. Gefahren kamen oft von oben, daher achtete sie auch darauf.

Taris

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Kapitel II: Der Norden ruft
« Antwort #7 am: 20.08.2012, 19:55:29 »
Die Abenteurer ritten noch eine Weile weiter, mussten dann aber einsehen, dass es wohl besser gewesen wäre, Thokks Vorschlag anzunehmen. Zwar konnten Thokk und Lorim gut sehen und auch Aiwetaurnis stellte die einbrechende Dunkelheit ebenfalls nicht vor unlösbare Probleme, doch die Menschen Jurij, Mival und Ser Leonard sahen bald keine fünf Meter mehr weit. Zu allem Überfluss begann es zu regnen und bald schoben sich dicke Wolken vor den Mond. Es war daher wenig verwunderlich, dass die Gefährten keine trotz erhöhter Aufmerksamkeit keine Spuren der Vermissten entdecken konnten. Die Straße war menschenleer und nicht einmal ein Reh kreuzte ihren Weg. In der Ferne meinte Aiwetaurnis die Wölfe heulen zu hören. Da hielt Thokk plötzlich an. In etwa fünfzig Metern Entfernung konnte er im Regen eine kleine Hütte ausmachen.
« Letzte Änderung: 20.08.2012, 22:58:13 von Taris »

Thokk Ruokhren

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Kapitel II: Der Norden ruft
« Antwort #8 am: 20.08.2012, 21:22:13 »
Als der Regen einsetzte sah kurz zum Himmel hoch. Er hatte es befürchtet, aber gehoft, dass er sich irrt. "Was soll's.", dachte er sich. Ihm machte der Regen nichts aus. Sicherlich was es nicht schön, aber noch waren die Nächte nicht so kalt, dass man Gefahr lief sich den Tod zu holen. Und so ritt er weiter.
Als er das Haus entdeckte zügelte er sein Pferd. Es war Nacht und regnete. Ein trockener Unterschlupf wäre inzwischen die beste Lösung. Thokk sah sich nach links und rechts um. Schließlich schaute er nach hinten. Er wartete, dass seine Gefährten abermals zu ihm aufschlossen.
"Wenn wir nicht die gesamte Nacht durchreiten wollen, sollten wir dort nach einem Unterschlupf suchen. Einen besseren werden wir wohl nicht finden.", dabei deutet er auf das Haus. Dann schaut er zur Elfe:"Wir sollten uns das aber vorher ansehen."
« Letzte Änderung: 20.08.2012, 21:23:21 von Thokk Ruokhren »

Jurij Klee

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Kapitel II: Der Norden ruft
« Antwort #9 am: 21.08.2012, 01:06:25 »
Regen und Dunkelheit, eine gute Kombination. Jurij zog sich den Mantel enger. Als Thokk stehen blieb und in die Dunkelheit deutete, folgte er seiner zeigenden Geste. „Wenn es zu gefährlich wird kommt zurück. Zusammen können wir besser agieren als alleine.“ Meinte Jurij nur. Ein Dach über dem Kopf hätte schon etwas angenehmes.
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Taris

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Kapitel II: Der Norden ruft
« Antwort #10 am: 21.08.2012, 09:51:47 »
Thokk näherte sich vorsichtig dem Gebäude. Es lag still und ruhig ein paar Meter abseits der Straße. Der Halbork erkannte bei Annähern, dass es verlassen war. Der Bauweise nach zu urteilen, handelte es sich nicht um einen Hof oder ähnliches. Die Hütte schien vielmehr Fallenstellern gedient zu haben, denn es befanden sich einige Gestelle zum Trocknen und Abschaben von Fellen an der Rückseite. Die Hütte selbst war klein und in Blockhausart errichtet worden, in den Fenstern hingen nur Fensterläden statt Glas. Generell war der Zustand des Gebäudes schlecht. Als Thokk hineinspähte, sah er dass das Dach eingebrochen war, so dass es in etwa einem Viertel des Innenraums hineinregnete. Er konnte allerdings auch einen Tisch, ein paar Stühle und Liegemöglichkeiten an den Wänden erkennen.

Thokk Ruokhren

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Kapitel II: Der Norden ruft
« Antwort #11 am: 21.08.2012, 11:14:26 »
Der Halbork war zufreiden. Zu leben schien hier keiner mehr. So gab er der Elfe ein Zeichen und machte sich auf den Weg zurück. Bei den anderen angekommen trat er aus dem Unterholz wieder auf den Weg.
"Das Haus ist in schlechtem Zustand, aber besser als nichts. Gesehen hab ich niemanden." Mit diesen Worten schwang er sich wieder auf sein Pferd.

Jurij Klee

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Kapitel II: Der Norden ruft
« Antwort #12 am: 21.08.2012, 18:09:47 »
„Na dann unser Nachtquatier.“ Die Adligen mochten zwar einen guten Vorsprung haben aber selbst der dümmste Abendteurer bereitet sich wenigstens etwas vor. Von daher glaubte Jurij nicht, dass sie in Gefahr waren und so eine schnelle Hatz nötig war. Er wartete ab, dass sich Thokk und die Anderen in Bewegung setzen. Schließlich müsste der Halbork den besten Weg zur Hütte kennen oder wenigstens im jetzigen Licht erahnen.
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Thokk Ruokhren

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« Antwort #13 am: 21.08.2012, 18:16:53 »
"Gut. Dann folgt mir.", damit macht sich der Halbork auf den Weg und führte die ihm folgenden in das Unterholz in Richtung Hütte.

Aiwëtaurnís

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Kapitel II: Der Norden ruft
« Antwort #14 am: 21.08.2012, 18:33:41 »
Aiwëtaurnís hatte den Progression Thokks mit ihrem Bogen aus der Distanz gedeckt. Sie war froh, das die Hütte scheinbar verlassen war, auch wenn sie innerlich lachte über den Wunsch der anderen nach einem Dach über dem Kopf. Sie würde draussen zwischen den Pferden ruhen, von Städten und Häusern hatte sie erst einmal die Nase voll.
An der Hütte angekommen untersuchte sie vorsichtig noch das Innere nach Schlangen und anderen Tieren. Es war gut möglich das sich Höhlenbesucher oder ähnliches hier eingenistet hatten, und wenn man dergleichen nicht töten mußte sondern verjagen konnte war ihr wohler dabei.
Damit fertig begab sie sich wieder nach draussen und begann sich um die Pferde zu kümmern, während die anderen die Hütte in Beschlag nahmen. Sorgfältig untersuchte sie die Hufe aller Tiere, lauschte ihrem Atem und ihren Herzschlägen. Besondere Aufmerksamkeit widmete sie den Tieren des Ritters und des Zwerges. Sie kannte sie noch nicht und so stellte sie sich vor, und redte mit ihnen in ihrem elfischen Singsang.[1]
 1. Sollte was passieren bitte editieren, aber ich dachte so ein wenig Progression wäre nicht verkehrt
« Letzte Änderung: 21.08.2012, 18:34:36 von Aiwëtaurnís »

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