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Autor Thema: Kapitel III: Die graue Festung  (Gelesen 13562 mal)

Beschreibung: Angriff auf Xul'Xarak

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Thokk Ruokhren

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Kapitel III: Die graue Festung
« Antwort #285 am: 19.12.2013, 20:45:30 »
Thokk warf den kleinen Knochen in die restliche Glut der Feuerstelle und leckte seine Finger, während die Menschen sich gegenseitig anfingen anzuschreien. Wachsam huschte sein Blick, fast unterbewusst, über die Bäume in ihrer Umgebung. Wurden sie gehört? Diese Menschen würden es nachher noch schaffen, dass sie doch noch einmal mächtig in der Scheiße sitzten würden. Ihm war es unangenehm, als der Ritter tatsächlich mit dem übermütigen zurück reiten wollte, das war einfach nur Schwachsinn. Es fühlte sich nicht richtig an, auch wenn er es prinzipiell nachvollziehbar war. So war er froh, dass Jurij die Situation versuchte zu lösen. "Dann übernehm ich die Vorhut.", sprach der Halbork. Es war auch gut weiter zu ziehen. Auch wenn er nicht so fertig war, wie Jurij tat, so konnte er die Worte nachvollziehen. Er bedeckte das restliche Feuer mit mehrern Händen Erde. Klopfte den Dreck grob ab, nahm seine Sachen und richtete sie. "Ich bin fertig."

Ser Leonhard von Noblat

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Kapitel III: Die graue Festung
« Antwort #286 am: 20.12.2013, 10:42:53 »
Kurz schaute Leonhard zu Jurij, gleich danach ging sein Blick wieder zu dem aufmüpfigen adligen Sohn: "Mein Name ist Ser Leonhard von Noblat, Sohn des Peter von Noblat, Sohn des Alexander von Noblat. Mein Geschlecht lässt sich soweit zurück verfolgen, da war Falkrest noch nichteinmal ein Punkt auf einer Karte. Also komm mir nicht mit deinem edlem Blut.
Weder durch Blut noch durch deine Taten hast du, dass Recht so mit mir zu reden."
unwillkürlich hatte sich seine Körperhaltung, bei der Aufzählung seiner Vorfahren gestraft und er hatte nur nach seinem Vater und Großvater unterbrochen, da sie nicht ewig Zeit hatten.

Er ging an Leonhard vorbei bis er kurz vor Kalman stand: "Und bei meinen Namen schwöre ich hiermit, ich werde dir Zeit geben dich zu erholen und Zeit geben dich auf ein Duell vorzubereiten und dann werde ich dich bluten lassen. Dein achso nobles Falkrestblut wird den Boden tränken."
Er stieß mit dem ausgestreckten Zeigefinger gegen die Brust des Adelssproß: "Und vielleicht solltest du dir überlegen, warum jemand der jahrelang dem Schwertritterorden gedient hat überhaupt so alt geworden ist. Ich habe mich durch eine größere Menge Orks geschlagen, als die die euch spielend überwältigen konnte. Weder bei Blut noch bei Taten hast du das Recht irgendwas zu sagen."

Er drehte sich um und guckte erneut zu Jurij: "Und dieses eine noch: Sollte dieser Bälger noch ein Wort an mich richten werde ich ihm hier, auf der Stelle, den Kopf vom Rumpf trennen." Dieses war vorrangig keine Drohung gegen Kalmann, sondern vielmehr an Jurijs gemünzt. Vor Tagen noch hätte Leonhard Beleidigungen einfach mit einem Schulterzucken abgetan und einem großen Schluck Wein heruntergespühlt. Doch anscheinend war durch die Reise mehr von seinem altem Stolz erwacht als er mitbekommen hatte.
"Furchtlosigkeit ist die Tugend der Narren. Sie entsteht nicht aus Mut, sondern aus mangelnder Vorstellungskraft. Der Weise fürchtet sich und lässt sich trotzdem nicht von seinem Weg abbringen. Er wird nur vorsichtig."

Jurij Klee

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Kapitel III: Die graue Festung
« Antwort #287 am: 20.12.2013, 14:44:33 »
Jurij stand zu den beiden gewendet. Er knirschte mit den Zähnen, denn die Situation war verfahrener als er es zuerst dachte. Denn er hatte gehofft, dass wenigstens der Ser, als Klügerer, seinen Einwurf nutzen würde, dem war aber offensichtlich nicht so. Sein ach so edles Blut drehte gerade am Rat. Der Blick die Augen des Söldners  verengten sich, als er an seine Erfahrungen mit Adligen dachte. Der Ser war die Reise über eindeutig anders aber nun.

Mit Hilfe von zwei tiefen Einatmern, plusterte sich Jurij auf. Er sammelte seine Kräfte um stärker zu wirken als er sich momentan fühlte. Dann löste er die verschränkten Arme und ging auf den Ser zu. Sein Blick wanderte am Ritter vorbei zum jungen Adligen. Zwei Schritte hinter dem Ser blieb Jurij stehen. „Herr Kalman, nehmt die Worte des Sers ernst. Setzt euch bitte auf euer Pferd. Es geht weiter.“ Er hoffe, dass der Junge nicht so dumm war und es einfach machte. Doch wenn nicht, dann würde es wohl zum Kampf kommen. Aber ein Adligenduell wollte er hier nicht zulassen. Sie alle, auch der Ser waren in seinen Augen Söldner. Wäre Jurij einer der gröberen hatte er selbst Kalman schon längst das Maul gestopft und gefesselt auf das Pferd geworfen. Denn nicht anders wurde mit der Ware umgegangen. Aber Jurij verfolgte ja eine mildere Gangart. Wenn Kalman den Ser jetzt herausforderte, dann auf Söldnerart. Mann gegen Mann, Faust gegen Faust.
Wenn du etwas machst, mache es mit jeder Faser deiner Selbst. -Status-

Lorim Eisenhammer

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Kapitel III: Die graue Festung
« Antwort #288 am: 20.12.2013, 19:01:55 »
Lorim brummte zufrieden vor sich hin. Der alte Ritter schien seinen Kampfgeist wieder gefunden zu haben und wollte diesem Jüngling eine Lektion erteilen. Doch was wäre damit gewonnen, ihn erst zu befreien und ihm jetzt den Kopf abzuschlagen. Besser wäre es ihm den Hosenboden zu versohlen, für das kindische Verhalten, was dieser Knilch an den Tag legte. Doch der Ritter schien sich in seiner Ehre verletzt zu fühlen und forderte Wiedergutmachung. Dies konnte der Schmied nur zu gut verstehen. Eingreifen würde er nicht. Es war nicht sein Platz diesen Streit zu schlichten, dies sollten die Menschen unter sich ausmachen.

Sollte es wirklich zum Kampf kommen und der adelige Jüngling unterliegen, war eine Rückkehr nach Falkrest für Lorim nahezu ausgeschlossen. Der Schmied betrachtete den Ritter und harrte der Entscheidung, die sich anzubahnen schien.

Taris

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Kapitel III: Die graue Festung
« Antwort #289 am: 25.12.2013, 16:08:33 »
Kalman nahm die Worte des Ritters anscheinend ernst, denn er erwiderte nichts. Nur ein selbstsicherers, kaum merkliches Lächeln umspielte für einen Moment seine Mundwinkel ehe er mit arroganter Miene den Kopf zurückwarf, kurz nickte und sich dann wieder auf sein Pferd schwang. "So sei es," raunte er Jurij zu.

Nachdem diese Situation vorerst geklärt war, kam Oreal endlich dazu, Aiwetaurnis zu antworten. "Verzeiht, ich war abgelenkt. Über diese Frage habe ich mir auch schon den Kopf zerbrochen. Die Adeligen der Stadt mögen zwar zerstritten sein, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass sie deswegen einen Krieg riskieren. Vagr Natali zum Beispiel kann Dornig Leiyraghon nicht leiden, ist meinem Vater aber treu ergeben. Er hat außerdem keinen eigenen Erben, der später die Macht nach ihm übernehmen könnte, sodass ihm mit unserem Tod auch nicht gedient wäre. Auch die anderen kleineren Häuser haben gar nicht die Kraft, sich zur Herrschaft über die Stadt aufzuschwingen - selbst wenn sie es wollten. Der Fürst der Schlüssel spielt hingegen seit jeher alle gegeneinader aus und ich glaube nicht, dass er ein Interesse daran hat, wenn sich der Status quo ändert. Der Tod der Abkömmlinge der einzelnen Häuser würde natürlich seine Position langfristig stärker, aber er ist im Grunde ein rechtschaffener Mann und das Chaos, das bei unserem Tod entstanden wäre, wäre ihm ein Grauen. Ich weiß es daher wirklich nicht, wer ein Interesse daran haben könnte, uns zu töten, Mylady." Der junge Mann hob entschuldigend die Achseln und guckte verlegen. Sein Blick glitt zu dem Ritter hinüber. Nach einer Weile drehte er sich erneut zu seiner Gesprächspartnerin um. "Ihr solltet lieber auf euren Freund achtgeben. Kalman ist ein anständiger Mann, aber sein Vater wird es niemals zulassen, dass sein Lieblingssohn in einem unnötigen Duell ums Leben kommt - erst recht nicht, wenn er ihn gerade erst zurückgewonnen hat. Bei Bremen wäre das vielleicht etwas anderes, aber Kalman soll ihn einmal beerben und das Haus übernehmen. Ich würde lieber nicht darauf vertrauen, dass es Dornig Leiyraghon zu einem Kampf kommen lassen wird, wenn ihr wisst, was ich meine."
« Letzte Änderung: 25.12.2013, 16:09:19 von Taris »

Thokk Ruokhren

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Kapitel III: Die graue Festung
« Antwort #290 am: 26.12.2013, 11:57:47 »
Thokk war beruhigt, dass die Auseinandersetztung ein doch relativ glimpfliches Ende gefunden hatte und strekcte sich erleichtert, dass es jetzt endlich weiter gehen würde. Er versuchte auch den Ausführungen Oreals zu folgen, aber es fiehl ihm schwer die unterschiedlichen Namen so schnell zuzuordnen. "Wir wissen nur, dass der alte Tom seinen Laden aufgegeben hat und die Stadt verlassen. Und das ihr eine Karte von ihm hattet, war im Hafenviertel auch nicht schwer raus zu bekommen. Und der kleine Lügenpriester kam doch vom Schlüsselmann. Den konnte ich eh nicht Leiden. Würde mich nicht wundern, wenn da eh was faul war. Vielleicht sollte man sich sienen Zauberfreund noch mal vornehmen." der Halbork zuckte mit den Schultern. Diese politischen Verwicklungen waren zum Kotzen. Warum konnten die Leute nicht einfach sagen was sie wollten.
"Ich glaube immernoch, dass euch jemand an den Kragen will. Vielleicht solltet ihr in Falkrest auf euren Stutz bedacht sein. Wir würden sicherlich helfen.", sprach er grinsend zu den Adeligen, wobei er Kalman mit seinen Blicken nicht so sehr mit einschloss. Die Situation war angespannt genug, aber man musste ja auch an Folgebeschöftigungen denken. Der Winter fing ja erst an. "Aber jetzt lasst uns aufbrechen. Wir haben nur 30 Tage Zeit, danach läuft der Vertrag aus."

Lorim Eisenhammer

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Kapitel III: Die graue Festung
« Antwort #291 am: 27.12.2013, 12:02:38 »
Lorim Eisenhammer warf seinen Rucksack auf seinen Rücken, kontrollierte die Taschen seines Reittiers und versicherte sich mit einem kurzen Griff an seine neue Waffe, das diese in seiner Nähe war. Es war wirklich Zeit aufzubrechen. Von einer 30 Tage Frist hörte er zum ersten Mal, aber diese mochten die Söldner mit ihren Dienstherrn ausgemacht haben. Er wollte zurück nach Falkenrest. Dorn war tod, die Überreste der adeligen Jungspunde an ihrer Seite und welche Intrigen auch immer in der Stadt des Nordens warteten, sie waren menschengemacht.
"Dann auf." Der Schmied schwang seinen Körper auf das Reittier, wobei es eher ein besteigen des selbigen war.

Jurij Klee

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Kapitel III: Die graue Festung
« Antwort #292 am: 27.12.2013, 21:00:56 »
Jurij strich sich durch die klammen fettigen Haare. Das war jetzt aber wirklich noch einmal gut gegangen. Etwas erleichtert hatte sich der Söldner zu Kalman gesellt, so wie er es angeordnet hatte. Sein Pferd wieherte unter ihm auf, es war offensichtlich auch die Flucht leid. Mit einer kurzen Streicheleinheit beruhigte der Söldner es. Von dem Gespräch zwischen Der Elfe und dem zweiten Adligen bekam er nur Bruchstücke mit. Er fühlte sich gerade für solche Gedanken nicht verantwortlich.

Er atmete tief durch. Dann sagte er ruhig und nicht allzu laut zu Kalman Herr Kalman, für euch und auch für uns war dieses Abenteuer sehr hart. Der Ser hat mit euch in der Burg viel verloren und all unsere Körper sind am Ende. Dadurch führt eines schnell zum anderen.“ Traurig blickte Jurij Kalman an. „Das versteht ihr doch?“ Sein trauriger Blick kam zustande, weil er sich gut die Qualen vorstellen konnte welche er und seine Freunde durchlitten hatten und jetzt gerade taten. Dafür konnte Oreal gedankt werden, welche Jurij fesch seine Wut und Frustration genommen hatte.
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Aiwëtaurnís

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Kapitel III: Die graue Festung
« Antwort #293 am: 28.12.2013, 22:14:15 »
Der Fürst der Schlüssel. Die Elfe erinnerte sich noch an diesem unsympatischen Menschen. Aber hatte dieser sie nicht mit dem Ritter und dem Zwergen zusammen gebracht? Und wie wäre der Kampf ohne die beiden verlaufen. Und doch, könnte der Ritter durchaus als Sabotage gedacht gewesen sein. Dazu der Überfall auf der Strasse. Waren sie unbequem geworden? Sie beschloß vorsichtig zu bleiben, und ihre Mission erst als beendet zu sehen wenn die Welpen sicher in ihren Elternhäusern waren.
Das Problem mit dem Duell nahm sie jedoch auf. "Ein Welpe muß lernen, zu wissen wann er sich melden darf und wann er einen Bären besser nicht beißt. Aber ich verstehe was ihr meint. Eine Wölfin die um ihre Welpen fürchtet, kennt keine Moral oder Ehre. Es heißt in euren Legenden von Rittern und so, doch immer dass solche Zweikämpfe nur bis zum ersten Blut gefochten werden. Ich schätze den Ser als ehrenhaft genug ein, sich damit zufireden zu geben. Wenn wir euch abgeliefert haben werde ich mit ihm reden. Im Augenblick hält ihn seine Wut stark, und ich fürchte es sind noch Schlachten zu schlagen."

Taris

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Kapitel III: Die graue Festung
« Antwort #294 am: 29.12.2013, 13:23:58 »
Kalman nickte Jurij auf dessen vermittelnde Worte zu. "Wir haben alle leiden müssen. Ich danke euch aufrichtig für euren Einsatz und mir ist es gleichgültig, aus welchen Motiven er heraus erfolgte. Ohne euch wären wir jetzt tot, so wie Argens und Elaint. Doch wir wollen nicht vergessen, dass es nicht euer Ritter war, der tagelang in einem dunklen Verließ von diesen Bestien gefoltert und geschlagen wurde. Und wie euch vielleicht aufgefallen ist, war ich es auch nicht, der unbedingt noch mehr Blut sehen wollte. Ich werde mich jedoch einem Duell nicht verwehren und euren Begleiter für seine Worte zur Verantwortung ziehen." Der Adelige hatte freundlich begonnen, doch als er sprach, wurden seine Worte zunehmend ärgerlicher. Als ihm dies bewusst wurde, warf er Jurij einen kurzen Blick zu, sagte aber nichts weiter.
Währenddessen unterhielt sich Oreal weiter mit der Elfe und dem Halbork. "Das wäre vielleicht ein Ausweg," stimmte er Aiwetaurnis zu. "Die Worte eures Begleiters klangen allerdings anders. Ich bin mir auch nicht sicher, ob sich das Haus Leiyraghon darauf einlassen wird. Ich hoffe es aber."
« Letzte Änderung: 02.01.2014, 15:44:33 von Taris »

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