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Autor Thema: Das Haus des Tezca  (Gelesen 32597 mal)

Beschreibung: IC-Thread Kapitel 2

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Tlacatl

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Das Haus des Tezca
« Antwort #270 am: 21.11.2013, 02:50:15 »
"Das ist nicht der Traum der Stadt, den wir träumen. Es ist unser Traum." entfährt es Tlacatl grummelnd, kurz nach dem Xiuhcoatl um Verzeihung bittet und die Wildhalblingin schon wieder in der Menge mit gezogener Klinge verschwindet, sodass Tlacatl sie sofort aus den Augen verliert. "Es mag die Erinnerung der Stadt sein, die wir erleben. Aber es bleibt unser Traum." Tlacatl blickt kurz zu Yaotlchone. Er muss wissen, wovon Tlacatl spricht, wenn er sich an die kopflose Flucht erinnert. Warum alles so gekommen ist, wie es gekommen ist, warum Tlacatl nun Tlacatl ist. Sein Blick gleitet weiter zu Necahual. "Tezca lässt uns das Ende der Stadt erleben, um uns an unseren Platz zu gemahnen. Er ist zornig darüber, dass wir uns der Opferung entzogen, so wie sich diese Stadt Tezcas Willen entzogen hat. Tezca ist fleischgewordene Rache." Seine große Schwester und die anderen können etwas sehen, was sie noch nie in Tlacatls Augen gesehen hat: Sorge. "Er will uns brechen."

Verzweifelt versucht Tlacatl darüber hinwegzutäuschen, dass sich das erste Mal Sorge, ja fast sowas wie Furcht, in seinen Knochen breit macht. Ein Gefühl, welches er nicht mehr gespürt hat seit...seit er Lopango verlassen hat. Nicht in diesem Ausmaß. Alles erinnert ihn an seine erste Flucht vom Opferalter, alles an seine zweite Flucht vom Opferalter und nun führt ihn Tezca, mit dem Gewalt seines Willens, wieder an einen Opferalter. "Kann ich dem ein drittes Mal entfliehen?" Kann sich der Mensch allein gegen den Willen eines Gottes auflehnen? Kann er sich mit der Hilfe von anderen, von Necahual, von Yaotlchone, von dem halbstummen Xiuhcoatl, von der Tabaxi? Tlacatl glaubt, dass er nun beginnen kann zu verstehen, warum Xiuhcoatl schweigt und wie ein getretener Hund redet und lebt, warum Mirrasshi wieder in der Menge mit gezücktem Dolch verschwindet. Ihre Furcht vor Tezca treibt sie. Lässt sie blind werden, weil sie zu lange in die Sonne gestarrt, sodass sie Tezca nicht entfliehen können, nur mehr sein blendendes, sie brennendes Licht sehen. "Sie will Tezcas Willen wieder mit ihren Dolchen durchsetzen.", ringt Tlacatl sich endlich zu den Worten durch, die von seiner Sorgen ablenken sollen.

Es ist nur ein Traum. Er weiß, dass es ein Traum ist. Er muss doch aufwachen können. Er hat das Gleichnis verstanden, ist jetzt nicht der Zeitpunkt gekommen, an dem er schweißgebadet erwachen kann? Tlacatl schließt die Augen und macht sie bereit aufzuwachen. "Es ist nur ein Traum!" Nichts[1]. Wie kann das sein? Tlacatl schlägt seine Augen wieder auf. Es muss einen Weg geben. Er hat Azuls Macht mitten in Tezcas Herz gesehen, die künstliche Oase, die ein einfaches, deutlich nicht göttliches Wesen vollbrachte. Er muss sich befreien können. In seinem Geist darf Tezca keine Macht haben. Er spürt, wie ihm diese Furcht überkommt, die wohl auch Xiuhcoatl und Mirrasshi kopflos werden zu lassen scheint. Kurz zittert Tlacatl, doch ehe jemand auf ihn einsprechen kann, ihn berühren kann, härtet sich seine Haltung wieder, sein Blick wird steinern.

"Ich bin ein Tlacatl geworden, und habe damit den Ritualen der Selbstzerfleischung abgeschworen.", sagt er erst gedrückt und durch den Satz dann kraftvoller. "Ich habe außerhalb der Träume dagegen gekämpft geopfert zu werden für unverstandene Zwecke. Ich habe nie eingesehen, warum wir Stämme so sehr leiden müssen, um Tezca zu nähren. Was haben wir davon außer Tod und Streit? Nein. Ich habe solange dagegen angekämpft, wie ein alter Puma, der die Alpakas auf den Klippen nicht mehr erreichen kann und doch sich nährt. Nur weil es ein Traum ist, werde ich nicht aufhören dagegenanzukämpfen." Tlacatl blickt mit neuer Entschlossenheit in die Gesichter seiner Brüder und seiner Schwester. "Wir können das Geschehene nicht ändern. Wir sollten es nicht ändern. Wir müssen Mirrasshi finden und sie von einer neuerlichen Torh...wir müssen sie von ihrer Angst befreien!"
Und schon ist Tlacatl mit ausladenen Schritten vorbei, sich durch die Masse kämpfend. Prüfend, ob er sie berühren kann, ob sie sich fest anfühlen, und kämpft sich dann voran. Er muss Mirrasshi finden[2]. Doch innerlich plagt ihn die Sorge vor der Rückkehr nach Lopango, wo seine alten Brüder Tezca wie eh und je verehren werden. Ihn, der sie blendet und geifern lässt.
 1. Willenswurf 11 - Ich gehe davon aus, dass das, unabhängig davon, ob es klappen kann oder nicht, mit einer 11 nicht reicht.
 2. Wahrnehmung 8

Eclipse

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Das Haus des Tezca
« Antwort #271 am: 22.11.2013, 17:07:10 »
Schlagartig verschwindet Mirrasshi in der Menschenmenge, mühelos durchquert sie die überall herumstehenden Beine und ist auch für ihre Gefährten nach einer Sekunde nicht mehr zu sehen. Die Menschen um sie herum scheinen nicht die geringste Notiz von ihr zu nehmen. So ist auch Tlacatls Versuch sie aufzuspüren und von ihrem Tun abzubringen natürlich vergebens.[1]

Dem Lopangonesen bleibt nur sich durch die Massen zu kämpfen, den Blick gen Boden gerichtet, doch von Mirrasshi fehlt jegliche Spur. Doch die Menschen um ihn herum fühlen sich echt an, sie sehen auch echt aus, wenngleich ihre Kleider altertümlich und exotisch wirken. Jedoch nehmen sie auch von Tlacatl keine Notiz, selbst wenn er sie unsanft zur Seite stößt.

Ihr Blick bleibt einzig auf die Pyramide und die dort stattfindende Opferung gerichtet. Tlacatl kann erkennen, wie der Sklave oben auf der Plattform angekommen ist und sich demütig auf den Opferaltar legt, wobei sich ihm der Priester mit einer scharfen Obsidianklinge nähert. "Für Mictlanec!" hört er die Umstehenden rufen, die den Opfertod des Sklaven schon gierig herbeisehnen .[2]
 1. Der Willenswurf war wie selbst schon mit verarbeitet erfolglos.
 2. Für Mirrasshi geht es weiter, wenn ich weitere Reaktionen auf Tlacatls Ansprache habe.

Yaotlchone

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Das Haus des Tezca
« Antwort #272 am: 25.11.2013, 19:04:56 »
Erschrocken ob Tlacatls Worten starrt Yaotlchone in dessen Gesicht. Erstarrt vom Schlag gegen sein eigenes Weltbild, dass alles in Ordnung kommen würde, wären sie nur einmal zu hause angekommen. Zu langsam Arbeiten Yaotlchones Gedanken, als dass er in der Lage gewesen wäre, noch vor Tlacatls abgang zu reagieren. Statt dessen sieht er ihn nur in die Menge unter zu tauchen, bevor er hinter ihm her rufen kann. "Nein, Bruder, erkennst du es nicht? Es ist anders, wie Tezca spricht. Zürnte er uns, so zeigte er ein anderes Bild. Hier sehen wir die ungerechtfertigte Opferung an ein ein Wort. Mictlanec ist ja kein Gott. Tezca zeigt uns die Ungerechtigkeit, die dir widerfahren ist vor uns aller Augen."
Yaotlchone blickt erst verstört um sich, in die Gesichter seiner Begleiter, bevor er realisiert, dass nur sie seine Worte hören konnten, nicht Tlacatl. Er musste ihm nachgehen, doch konnte er Xocoyotl nicht alleine lassen, was mochte er denn anstellen, wenn niemand mehr auf ihn aufpasst, jetzt wo Tlacatl und Mirrasshi weg sind. Kurz entschlossen packte er ihn an der Hand, "komm Bruder, wir müssen ihnen nach!" und beginnt auf die Menge zu zu laufen.

Xiuhcoatl

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Das Haus des Tezca
« Antwort #273 am: 26.11.2013, 03:52:05 »
Die Worte Tlacatls verwirren den Mann. Hatte Tlacatl nicht eben noch die Wahrheit erkannt? Hatte er nicht eben noch vorgeschlagen, daß sie sich alles gegenseitig umbringen, um damit den Geistern zu entgehen? Und jetzt redet er davon, daß er sich nicht brechen lassen möchte?!
Der Mann muß fast lachen. Wie wenig Tlacatl tatsächlich erkannt hatte. Sie sind bereits alle gebrochen, jeder auf seinen Weise. Nun halten die Geister sie nur mit Spielchen auf.
Es ist nicht schwer die Spur zu erkennen, die Tlacatl in die Menschenmenge hinterläßt. Also kein Problem ihm zu folgen. Als Yaotlchone ihn mitzieht, wehrt sich der Mann nicht. Aber er versteht auch nicht die Aufregung, schließlich ist klar, wohin die Mirrashi sie führen will. Direkt vor den Opferdolch des falschen Priesters. Wie können sie das nur nicht erkennen?
"Wenn du zur Kindfrau möchtest, müssen wir auf den Tempel zum Opferaltar. Wir müssen sie nicht hier in der Menge suchen."
Irgendwie ist der Mann glücklich, daß es jetzt bald vorbei sein wird. Er muß nur dem Priester seine Brust darbieten und dieser wird sein Herz herausschneiden und an den Geistergott Mictlanec verschenken. Fast bedauert er die anderen darum, daß sie auch ihre Seele verlieren werden.
Aus dieser Hülle war die Seele bereits geflohen.
 

Eclipse

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Das Haus des Tezca
« Antwort #274 am: 28.11.2013, 10:34:28 »
Während Yaotlchone seinen teilnahmslosen Gefährten hinter sich her zieht, um Tlacatl in der Menge hinterher zu eilen, kämpft dieser sich wiederum immer weiter durch die Menge um Mirrasshi aufzuspüren. Unsanft drückt er die genauso wie Xocoyotl teilnahmslosen Personen bei Seite und blickt immer wieder auf den Boden, ob er die kleine Wildling dort erblickt.

Doch seine Suche bleibt erfolglos, denn Mirrasshi hat sich flink ihren Weg durch die Menschenmenge gebahnt, unentdeckt aufgrund ihrer geringen Größe. Doch den Aufstieg von der Vorderseite der Pyramide wagt sie nicht. Listig wählt sie den Weg über eine seitliche Treppe, die von der Menschenmenge unbeobachtet ist. So schnell ihre kleinen Beine sie tragen, eilt sie die Treppe hoch und gelangt schließlich auf die Plattform wo die Opferung stattfindet. Der Herr der Stadt und der rotgewandete Priester haben sich dort bereits um den blutbesudelten Opferaltar versammelt, auf dem sich ein weiterer Sklave niedergelegt hat, bereit sein Leben für den rätselhaften Gott Mictlanec zu lassen.

Es lag in Mirrasshis Hand dieses Opfer noch zu verhindern.[1]
 1. Mirrasshi hat hier die Chance einer Sneak Attack auf einen der beiden ...

Necahual

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Das Haus des Tezca
« Antwort #275 am: 28.11.2013, 23:46:16 »
Necahual steht unterdessen unentschlossen unter all den Traummenschen. Sie merkt wie die Wildling plötzlich weg ist doch kümmert sie deren Verschwinden nicht. Statt dessen schaut sie auf ihren Bruder Tlacatl. Seine Worte scheinen wohl überlegt und sie ist sich sicher, dass er in einem Punkt nicht ganz Unrecht hat: Sie werden die Stadt nicht aus dem Traum erwecken sondern können nur selbst aus dem Traum der Stadt erwachen. Die Stadt aber wird weiter träumen und jeden der sie aufsucht in ihren Traum hineinziehen wie sie es mit Necahual und ihren Brüdern tat. Dennoch ist sich Necahual nicht sicher ob sie Tezcas Bedeutung in diesen ganzen Vorgängen als zu gering einschätzt. Beruhigend versucht sie darum auf Tlacatl ein zu reden "Bruder, Menschen brechen unter der Last des Wachseins. Der Traum ist ein Weg der Geister um Heilung zu erfahren. Der Weg jedoch kann wie das Haus Tezca, voller Tücken und schwer sein. Wer ihn aber beschritten hat, wird danach von dieser Erfahrung und der neu gewonnenen Stärke lange zehren können. Schaut euch an, seid ihr nicht auch durch die Prüfungen zu einem Tlacatl geworden?"

Für Tlacatls Anmerkung über Mirrasshis Vorhaben hat Necahual nur ein müdes Lächeln übrig und auch die Wahl Tlacatls sich erneut gegen eine Opferung zu stellen, lässt Necahual eher teilnahmslos und ohne Feuer für die gemeinsame Sache erscheinen. Sie beschliesst diesen Traum als ein Spiel zu begreifen. Wie das Spiel des Wassers mit einem Blatt, wird der Traum ihr zeigen wohin es gehen wird und welche Geschichten dabei erzählt werden. Darum geht sie einfach durch die Menschenmenge hindurch auf die Pyramide zu und steigt einen Schritt nach dem anderen die blutverschmierten Stufen hinauf. Sie zögert nicht, in ihr herrscht keine Angst. Anders als in der wachen Welt, fällt es Necahual im Traum viel leichter Vertrauen in ihr Selbst und den Willen der Mutter zu finden.

Mirrasshi

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Re: Das Haus des Tezca
« Antwort #276 am: 02.12.2013, 05:08:16 »
Mirrasshi schlägt das Herz bis zum Hals und in schneller folge hebt und senkt sich ihre Brust. Aber nicht etwa, weil sie wegen des Weges die Pyramide hinauf außer Atem wäre, sondern vor Aufregung über das bevor stehende. Sie weiß, dass sie schnell handeln muss, oder ein weiteres Opfer das eigentlich Tezca gebührt wird von diesem Götzen, den sie Mictlanec nennen gestohlen werden.

Aber was soll sie tun? Den Priester zu töten um ihn daran zu hindern, die Opferung zu vollziehen erscheint ihr falsch, denn selbst wenn er diesem Mictlanec folgt ist er immer noch ein Priester und steht damit weit über ihr. Den Herrn der Stadt zu töten, der aufgrund seiner verunglimpfenden Hetzreden natürlich den Tod verdient hatte, würde aber den Priester nicht daran hindern, sein Werk zu vollenden. Der einzige Ausweg scheint ihr zu sein, den Sklaven zu töten und damit das Opfer selbst zu vollziehen, doch war sie würdig, ein Leben im Namen Tezcas zu nehmen? Sicher ist sich die Hin nur in einem Punkt: Sie hat nur diesen einen Angriff bevor man sie töten wird, weshalb sie sich keinen Fehler erlauben darf.

Noch einmal betrachtet sie ihre Reflexion auf der Obsidianklinge ihres Dolches, bevor ihr Blick zu der bereits am Horizont stehenden Sonne wandert. "Eine Klinge kennt keine Zweifel. Ihr Weg wird von anderen vor bestimmt.", ruft sie sich in Erinnerung. Schon im nächsten Moment springt sie aus dem Schatten hervor und huscht schneller als irgend jemand reagieren kann über die Opferplattform. "Für Tezca!", ruft sie, als sich ihre Waffe mit einem Zischen die Luft zerteilt während sie auf den Brustkorb des Priesters zu stößt.[1]
 1. Stab Attack: 11
Zwar verliert er seinen Geschicklichkeit-Bonus, aber wenn hier aufgrund des Versteckens nicht eine Touch-Attack gilt, glaube ich nicht, dass das reicht. Aber vielleicht habe ich ja auch noch einen Bonus vergessen. ^^;
Schaden: 15

Eclipse

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Das Haus des Tezca
« Antwort #277 am: 04.12.2013, 16:04:51 »
Der Priester wendet sich erschrocken um als Mirrasshi ihn anspringt und Tezca anruft, doch es ist viel zu spät um noch zu reagieren. Erschreckt reißt er seine Augen auf und speit Mirrasshi Blut entgegen, welches auf ihrer nackten Haut landet. Ungläubig blickt er auf das Loch in seiner Brust ... die Klinge der Wildling ist klein, doch Mirrasshi weiß wo sie zustechen muss. Ein weiteres Mal speit er ihr Blut entgegen, lässt dann die Opferklinge fallen und wankt einige Schritte zurück, ehe er die Stufen der Pyramide herunterfällt, so wie seine Opfer zuvor.

Der Sklave der dem Opfertod knapp entgangen ist, sieht Mirrasshi ebenso ungläubig an, wie der Herr der Stadt, sein Wächter und die junge Frau mit dem qualmenden Horn. Fast ebenso erstaunt dürften die übrigen Gefährten sein, als sie mit ansehen wie der Körper des Tezcapriesters die Stufen hinunterkullert und am Fuß der Truppe bei ihnen landet.

"Eine Wildling!" ruft der Herr der Stadt erschrocken "Woher ... egal. Töte sie!" ruft er seinem Wächter entgegen, während die junge Frau an seiner Seite das Horn fallen lässt und panisch davon eilt. Fest umklammert der Wächter seinen Speer und fixiert Mirrasshi mit grimmigen Augen.

Hier geht es weiter ...

Eclipse

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Das Haus des Tezca
« Antwort #278 am: 09.12.2013, 16:00:20 »
Blut für Tezca - Teil 1:

Hat Mirrasshi einen ähnlichen Gedanken hat wie Tlacatl ihn haben mochte? Die Opferung zu verhindern? Tlacatl hält kurz inne, als er sieht, wie der Priester tödlich getroffen zu Boden geht. Er blickt hinauf zu Mirrasshi, während der Priester weiter die Stufen hinabrollt. Er kann aber nicht aufblicken zu der Wildhalblingin. Wieso muss sie deswegen den Priester umbringen? Warum kann sie den zu Opfernden nicht befreien? "Weil sie ihn nicht befreien will..."

Tlacatl spürt, wie Worte offen bleiben, die er Necahual und Xiuhcoatl schuldet. Dennoch kann er jetzt nicht sprechen. Er hört die Rufe der Wachen. Scheinbar ist hier nicht alles ohne Widerhall, nicht alles ohne Wirkung. Sie können den Traum bewusst beeinflussen oder er lässt sich beeinflussen. Tlacatl will noch staunen über jene Tat Mirrasshis, die er gerade sah. Aber unabhängig davon, warum sie das nun tat - auch wenn Tlacatl glaubt zu verstehen, dass sie es für Xiuhcoatl oder Tezca selbst tat - Tlacatl hat ihnen geschworen, koste es, was es wolle, sie zu verteidigen. Ihr Schild zu sein vor Gefahr.

Noch bevor er seinen Gedanken vollendet hat, spürt er, wie sein Körper sich schon lange in Bewegung gesetzt hat, vorsichtig und doch raumgreifend sind seine Schritte und er nähert sich Mirrashi, um sie zu beschützen. "Mirrasshi!", ruft er ihr entgegen. "Zieh dich hinter mich zurück." Er wird sich vor Mirrasshi stellen und die Wachmänner für sie bekämpfen, auch wenn das Motiv ihrer Tat nicht teilt. Behände will er seinen Schild zum Schutze ranziehen, sein Kupferbeil nutzen, nur um zu merken, dass er seine Sachen noch in ihrer Schlafstätte liegen hat. Prüfend blickt er sich um, ob er einen Gegenstand findet, den er als Waffe schwingen kann. Zum Glück ist Tlacatl immer zum Kampfe vorbereitet. Immer und überall.

Mit Erstaunen sieht Necahual die Konsequenzen von Mirrasshis Handeln. Nach all den Tagen, die sie bereits mit der Wildling verbracht hat, hat sich ihr Bild über die menschenfressenden Wildlinge begonnen zu verharmlosen. In dem Augenblick jedoch, als der leblose Körper ihr über die Treppen entgegenkullert und eine blutige Schleifspur nach sich zieht, da kehren ihre Vorurteile über diese Unwesen wieder zurück.
Sie schaut dem Körper nach und in die Gesichter ihrer Gefährten. Mit Besorgnis sieht sie die Entschlossenheit im Gesicht des Tlacatls. "Er wird auch die Wildling mit seinem Leben beschützen wollen. Ich werde nicht zulassen, dass er für dieses würdenlose Unwesen sein eigenes Leben opfert." angespannt folgt ihr Blick den Bewegungen Tlacatls um ihm in Not zur Hilfe zu eilen.

Mit weit aufgerissenen Augen schaut die Tabaxi zu wie der Priester leblos hinab rollt. Dan von dem Blut des Mannes hoch zu Mirrasshi und zu dem Dolch der wie ein Zahnstocher wirkt. Nie unterschätze des Ergebnis einer Wunde egal wie klein das Geschöpf war das diese verursacht hat. Dann hört sie den Befehl des anderen Mannes dort oben und ihre Augen werden zu Schlitzen. Sie würde es nicht zulassen, wenn sie konnte. Schnell schlang sie den Bogen von der Schulter während sie ein paar Schritte die Stufen hoch lief um die Wache zu sehen. Noch nicht mal zur ruhe gekommen, ließ sie schon ein Pfeil die  restlichen Stufen hoch fliegen genau dorthin wo sie es beabsichtigt hatte: in den Wächter der auf ihre kleine Gefährtin zu stürmte.

Der Wächter der sich mit auf der Plattform befindet ist ein hühnenhafter Mann, der es an Größe und Kraft sicher mit Tlacatl aufnehmen kann. Sein Gesicht ist mit blauer und weißer Farbe bemalt, die Brust mit einem ledernen Panzer bedeckt, während er in der Hand einen langen Speer hält, der mit einer Spitze aus Obsidian versehen ist.

Dem Befehl seines Herren folgend, geht er auch sogleich zum Angriff über und stürzt sich auf Mirrasshi, jenes sonderbare Geschöpf, dass soeben den Priester getötet hatte. Durch Tlacatls Ruf abgelenkt reagiert die kleine Wildling zu langsam und der Wächter ist auch schon bei ihr, ehe sie Schutz bei dem Mann aus Lopango suchen kann.

Doch da saust auch schon ein Pfeil von Kaska heran und trifft den Krieger aus Mictlanec in die Schulter, so dass der Stich mit der Speerspitze fehlgeht. Der Herr der Stadt, welcher immer noch Zuflucht am Ende der Plattform sucht, bemerkt nun dass offenbar jemand der kleinen Attentäterin zu Hilfe eilt.

"Wachen! Wachen! Zu mir! Zu mir!" brüllt er aus Leibeskräften, während sich Unruhe in der Bevölkerung am Fuß der Pyramide breit macht. Einige der Anwesenden eilen davon, um sich vor den Kämpfen in Sicherheit zu bringen. Andere bleiben stehen und gaffen, gespannt wie das blutige Spektakel weitergehen mag.

Wer würde siegen? Die Diener Mictlanecs oder Tezcas?

Der Mann ist enttäuscht, daß Yaotlchone seine Worte anscheinend nicht wahrgenommen hat. Auf der anderen Seite ist es nur natürlich, nicht auf den Letzten des Rudels zu achten.
Kurz überlegt der Mann, wer eigentlich der Anführer ist. Die Geister verhalten sich eher eigenständig, als sich in der Gruppe einzuordnen. Oder ist das ihr Plan? Unauffällig bleiben und die Menschen so zu manipulieren, daß sie sich selbst in den Tod treiben, weil sie der Meinung sind, die Lage beherrschen zu können? Bei Xiuhcoatl, der einst in dieser Hülle hauste, haben sie es ja auch ähnlich gemacht. Anscheinend hat Tlacatl mehr als jeder andere die Rolle des Anführers für sich in Anspruch genommen.
Also zieht der Mann seinen Arm von Yaotlchone weg und beginnt ebenfalls die Pyramide zu erklimmen, um sich dem Rudel wieder anzuschliessen, das zum Großteil bereits auf der Opferplattform weilt.

Mirrasshi folgt Tlacatls Worten nicht, stattdessen will sie lieber den Moment der Ablenkung nutzen, als der Wächter durch den Pfeiltreffer Kaskas aus der Ruhe gebracht scheint. Als dieser sein Bein leicht einknickt, verpasst sie ihm einen schmerzhaften Stich ins Bein und reißt die Obsidianklinge sogleich zurück, während sie tänzelnd die Stellung hält. Nackt und blutbeschmiert, gibt sie trotz ihrer geringen Größe doch einen furchterregenden Anblick ab.

Es bleibt ihr nur die Hoffnung, dass Tlacatl den Gegner mit ihr in die Zange nehmen würde ...

Eclipse

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Das Haus des Tezca
« Antwort #279 am: 17.12.2013, 18:04:47 »
Blut für Tezca - Teil 2:

Für einen Moment lässt sich Necahual zu einem Rachegedanken gegenüber der Wildling hinreissen, verwirft den Einfall aber dann schnell wieder, als ihr bewusst wird, dass sie damit nur ihre Brüder gefährden würde.
So hält sie ihren Blick auf Tlacatl gerichtet und versucht ihn vor Gefahren zu schützen in dem sie mögliche Angreifer versucht durch ihren Blick zu schwächen.

Mirrasshi hat einen merkwürdigen, einen fanatischen Eigensinn. Einen Eigensinn, wie er Tlacatl suspekt ist. Es fällt dem Krieger aus Lopango immer schwerer, die Klinge für sie zu erheben, sich in Gefahr für sie zu bewegen. Nicht, weil sie nicht Tlacatls Willen folgt. Das erwartet der kupferhäutige Hüne nicht. Doch, dass sie alle willentlich in Gefahr bringt, ja aller Schmerzen, aller Leid und aller Tod willentlich riskiert für ihre eigenen Zwecke, das macht es Tlacatl schwer. Es ist ein Traum, so scheint es ihnen, doch zweifelt Tlacatl keineswegs daran, dass die Handlungen in einem Traum nicht grundlegend anders sind als die Menschen und Wildhalblinge in der Wirklichkeit. Der Streit mit Necahual hat es für ihn bewiesen. Aber er wird sich an sein Wort halten. Er hat es gegeben. Er ist an es gebunden.

Tlacatl springt die Treppen hinauf, den Obsidiandolch des Priesters im Blick, die Feinde nicht aus den Augen lassend. Gleich werden mehr von ihnen kommen, sind sie ihnen gewachsen? Unbewaffnet und ungerüstet in einer feindlichen Stadt? Während seine Füße sich vorwärts bewegen, überlegt er fieberhaft, wie er diesen Konflikt entschärfen kann. Er sieht keinen Ausweg, obwohl er niemanden verletzen will. Was soll er tun? Das ist nicht sein Konflikt, es ist Mirrasshis Konflikt und doch ist es auch Tezcas Prüfung an ihn. Doch Tlacatl ist sich sicher, er wird weder freiwillig für Tezca noch für irgendeinen anderen Gott töten.

Schnell nimmt er das Messer aus möglichst sicherer Entfernung auf und macht sich kampfbereit. Er verzichtet darauf, weiter auf Mirrasshi einzureden, sein Blick wird hart.

Mirrasshis Befürchtungen bewahrheiten sich: Ihre Reisegefährten wollen ebenfalls in den Konflikt ein greifen. Aber die Hin kann es ihnen nicht verdenken. Genau so wie sie selbst, befinden sich auch sie auf der Prüfung Tezcas und haben nun natürlich das Recht und die Pflicht, sich ihm gegenüber zu beweisen. Tlacatls Reaktion aber hat sie verwirrt. Nicht etwa, weil er aktiv in den Kampf ein greifen will. Dass er mutig ist, hat sie schon zuvor oft gesehen und eigentlich hatte sie nichts anderes von ihm erwartet.

Seit Tlaloc vor Jahren gestorben war, hatte sie niemand mehr bei ihrem Namen genannt. Der Klang ihres eigenen Namens aus dem Mund dieses großen Mannes jedoch hat sie nun so aus dem Konzept gebracht, dass sie auf seine weiteren Worte gar nicht geachtet hat und nun kaum weiß, was sie tun soll. So handelt sie instinktiv und tut einfach, was sie am besten kann.

Furchtlos wendet sie sich erneut dem Wachen zu, der immer noch nicht begriffen hat, dass er für einen falschen Gott kämpft. "Ihr könnt nicht gewinnen.", stellt sie klar, während sie sich die Breitseite ihres Dolches unter dem linken Auge auf die Wange drückt, wobei das Blut des Priesters dort ein spitz zu laufendes Dreieck wie eine Kriegsbemalung hinterlässt. Im nächsten Moment stürzt sie auch schon wieder auf ihn zu, nur um sich in dem Moment als er seine Verteidigung hebt, zur Seite fallen zu lassen und von dort einen Schlag gegen seine Knie zu führen, eine Taktik, die sie schon früher bei anderen großen Gegnern erfolgreich angewandt hatte.

Kaska schaut sich um ob sie die vom Oberhaupt gerufene Wachen sehen kann und ob diese für sie gefährlich werden könnten. Doch als sie jene nicht entdecken konnte entschließt sie sich Mirrasshi weiter zu helfen obwohl Tlacatl jetzt auch bei ihr ist. Man kann nie genug Unterstützung haben. Also lässt die Tabaxi den nächsten Pfeil fliegen.

"Achte auf ihn!" ruft Yaotlchone Necahual zu und überlässt ihr Xocoyotl, den er mehr als verwirrte Bürde als eine Hilfe sieht. Sein Tepoztopilli nun mit beiden Händen umklammert, rennt er die Stufen hoch um die kleine Mirrashi aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Aufgrund ihres kleinen Wuches erscheint sie ihm viel zu klein um einen Kampf gegen einen ausgewachsenen Krieger zu bestehen. Ungeschickt stösst deswegen Yaotlchone sein Tepoztopilli den Beinen des Wächters, zu stark darauf bedacht dessen Fallrichtung nicht auf die Halbling zu lenken. Verzeifelt beobachtet er seinen Stoss, der ungelenk ins Leere sticht.

Mirrashis Hieb trifft erneut und ein gewaltiger Schwall Blut spritzt aus der kleinen Wunde hervor, welches sich mit dem Blut vermischt, dass die übrige Opferplattform ohnehin schon bedeckt. Der Mann schreit vor Schmerz laut auf, doch da trifft ihn auch noch ein weiterer Pfeil von Kaska. Für die Tabaxi ist es ein leichtes den größeren Mann zu treffen, obwohl die Wildling sich im Kampf mit ihm befindet.

Obwohl der Wächter bereits wankt, gelingt es Yaotlchone nicht ihn zu Fall zu bringen. Trotz seiner Beinverletzung, schafft er es sich noch schnell ein Stück zur Seite zu bewegen. Es ist aber für Mirrasshi ein leichtes dem Stoß mit dem Speer auszuweichen, zu kraftlos ist der Angreifer bereits. Offenbar scheint er zu begreifen, dass Mirrasshis Worte ernst zu nehmen waren.

Doch da schält sich ein weiterer Angreifer aus der Menschenmenge am Fuß der Pyramide. Es ist ebenfalls ein blaubemalter Krieger, der sich mit einem Obisidanschwert auf die noch auf den Stufen befindlichen Angreifer stürzt. Mit einem mächtigen Hieb trifft er Xocoyotl, der ohne Rüstung oder Schild da steht und somit ein leichtes Ziel abgibt. Die Obsidiansplitter reißen dabei die Brust des unbewaffneten Mannes auf. Erst jetzt bemerkt Necahual den Angreifer, zu stark war ihr Blick auf Tlacatl gerichtet.

"Zu mir! Zu mir!" brüllt der Herr der Stadt weiter, wissend dass ein weiterer Angreifer ihn nicht retten wird.

Durch den Angriff überrascht, strauchelt der Mann ein wenig und fällt beinahe auf die blutgetränkte Treppe. Doch schnell fängt er sich.
Was soll er tun? Sie sind doch als Opfer vorgesehen. Wie kann die Wache es da wagen, sein Blut auf die Treppe zu verspritzen.
Sein Blick richtet sich auf den Angreifer und fixiert sich stechend auf dessen Augen, die wie hynothisch von den seinen angezogen werden. Wie eine angriffsbereite Kobra zischt er dem Mann etwas zu.
"Wir sind ein Opfer für alle Geister! Wie kannst du es wagen, das Blut dieses Körpers für dich alleine zu beanspruchen!? Nur der Priester darf unsere Herzen herausschneiden!"

Xocoyotl scheint etwas von seiner alten Kraft zurück zu finden, jene Macht einen Menschen nur mit Blicken und Worten zu beeindrucken. Und so lässt der Krieger tatsächlich von ihm ab und blickt erstaunt drein. "Dann leg dich auch nieder!" dabei deutet er auf den Altar, nachdem er seine Wort wiedergefunden hat "Und erwarte die Opferklinge!"dabei reckt er eingeschüchtert Schild und Obsidianklinge vor sich.

Eclipse

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Das Haus des Tezca
« Antwort #280 am: 17.12.2013, 18:05:57 »
Blut für Tezca - Teil 3:

Aus dem Augenwinkel sieht Mirrasshi mit Bestürzung, wie der Sohn Tezcas von einem weiteren Frevler angegriffen und verletzt wird. Mit einem erschrockenem Aufschrei läuft sie los, offenbar um ihm zu Hilfe zu kommen, doch als der sie schon zuvor angreifende Wächter ansetzt, ihr nach zu stellen wirbelt sie herum und attackiert seine ungeschützte Seite. Anscheinend war ihr handeln wieder nur eine Finte... oder entsprang ihrem flatterhaften Wesen.

Als Necahual die Worte Xiuhcoatls hört, dreht sie sich zu ihm um und sieht das Blut aus seiner Brustwunde tropfen. Dann blickt sie zum Herren der Stadt. In den Worten ihrer longopanesischen Brüder formuliert sie einen Plan. "Tlacatl, Yaotlchone ich werde versuchen den Stadtherren in einen Traum zu schicken. Ihr müsst ihn dann überwältigen. Das ist die einzige Chance die wir haben um nicht gegen jeden einzelnen Stadtwächter antreten zu müssen." Die Schamanin ruft nach den Kräften der Geister und murmelt die betörenden Worte tiefer Träume ehe sie mit dem Finger schnipst und nun hofft, dass der Mann auf der Stelle einschlafen wird.

Mirrasshi will scheinbar die Kämpfe alleine ausfechten und fühlt sich bestens gewappnet, während der erste Wächter ihnen in den Rücken fällt. Xiuhcoatl scheint seinen Verstand ganz verloren zu haben. Ja, Mirrasshi und Xiuhcoatl scheinen ihn ganz verloren zu haben. Bekämpfen sie gerade den Anführer und die Wachen dieser Stadt in einem Traum? Wozu tun sie dies noch? Mirrasshi hat ihren Willen. Die Nachricht ist übersandt, die Botschaft klar, warum müssen sie also weiterkämpfen, bis sie alle überwältigt und blutüberströmt niederliegen? Ist es Mirrasshis und Xiuhcoatls Versuch die Schicksalsgemeinschaft doch noch Tezca zu opfern?

Seine große Schwester hat recht. Wenn sie den Anführer der Stadt überwältigen, haben sie vielleicht eine Chance. Sie dürfen sich weder opfern lassen, noch dürfen sie sich töten lassen. Sie müssen stark sein, und allen großen Wesenheiten, die sie beinflussen wollen, trotzen. Da Yaotlchone noch bei Mirrasshi steht, beschließt Tlacatl den Worten Necahuals Folge zu leisten. Er bewegt sich so schnell er kann zum Anführer der Stadt, seinen Dolch zur Verteidigung erhoben.

Der Krieger fällt auf Mirrashis Finte erneut herein und will der scheinbar flüchtenden Wildling nachsetzen, listig wendet diese sich jedoch um und rammt dem Mann ihren Dolch in die Seite. Ein Schwall Blut schießt aus der Wunde und der mit Pfeilen gespickte und blutende Mann sackt schließlich zusammen, der Speer entgleitet seinen Händen. Ein erstes Opfer zu Ehren Tezcas.

Indessen reißt der Herr der Stadt die Augen erschrocken auf. Er sieht wie sein Leibwächter zu Boden geht und vernimmt Necahuals Worte. Er will noch protestierend den Mund öffnen, doch alsbald das Schnippen von Necahual ertönt, sinkt er schlaff zu Boden und schließt die Augen. Ein Träumer in einem Traum. Tlacatl reagiert dabei sogleich und ist nach einem kurzen Sprint über die blutbeschmierte Opferplattform schon fast bei dem Herrscher angekommen, die Opferklinge fest in der Hand.

Als der verbleibende Krieger dies vernimmt, überkommt ihn der Zorn. "Feiglinge! Elende Hexe!" ruft er aus, lässt von Xocoyotl ab und wendet sich Necahaul zu, die Tabaxi mit dem Bogen ignorierend. Seine Obsidianklinge schwingt mit großer Kraft heran und erwischt Necahaul am Arm, mit welchem sie geschnippst hatte. Wie bei ihrem Bruder, so reißen die Obsidiansplitter eine grässlich blutende Wunde.

Eclipse

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Das Haus des Tezca
« Antwort #281 am: 10.01.2014, 16:52:54 »
Blut für Tezca - Teil 4:

Die nun durch die Verletzung am Arm, schwer verwundete Schamanin taumelt einen Schritt nach Hinten und versucht den Schmerz mit zusammen gekniffenen Zähnen zu ignorieren. "Gleich wird Tlacatl den Stadtherren in seiner Gewalt haben dann werde ich Mutter um Heilung bitten." versucht sich Necahual in Gedanken selbst zu beruhigen.
Als sie wieder etwas Übersicht gewonnen hat, ist sie froh, dass keine weiteren Krieger in ihrer direkten Nähe sind und so beginnt sie ihren Schmerz in die Macht der Gedanken fliessen zu lassen und diesen in Form von Furcht an den Krieger zurück zu geben.

Vor den Augen des Kriegers scheint Necahual an Größe und Fürchterlichkeit zu gewinnen. Ihre Augen starren ihn durchdringend an, ihre Krallen und das Blut an ihrem Arm vesprechen Schmerz und Tod. Der erst so tapfere Mann lässt einen Schrei hinaus, dann wendet er sich ab und sprintet die Treppe hinab und verschwindet panisch wieder in der Menge, was ihm den Spott der anderen Wächter einbringt, die sich gerade durch die Menge zur Pyramide kämpfen.

Mit grimmiger Zufriedenheit sieht Mirrasshi, wie ihr Gegner vor ihr zusammen sinkt. Wieder presst sie die Breitseite ihrer Klinge gegen ihr Gesicht, dieses mal unter das andere Auge, wodurch ihre blutige Kriegsbemalung vervollständigt wird. Doch verliert die Hin keine Zeit. Der Sohn Tezcas scheint zwar seinen Angreifer von sich abgewendet zu haben, doch hatte dieser ihn schon stark verletzt gehabt. Dass er nun in die Menge flieht rettet ihm wohl das Leben. Also wendet sie sich dem letzten noch auf der Pyramide verbleibenden Gegner zu, dem Herrn der Stadt, der von Yaotlchone offenbar schon zu Boden gerungen wurde. "Gut gemacht!", lobt sie ihn und läuft mit gezückten Dolchen so schnell sie kann auf ihn zu, um ihn im Kampf zu unterstützen.

Tlacatl kann nicht glauben, was er Yaotlchone dort rufen hört. "Habe ich einst auch so Törrichtes gerufen?" Tlacatl schrickt zusammen als Bilder seiner Vergangenheit auftauchen, Männer und auch Frauen, die verblutend zu seinen Füßen liegen und ihr Leben, sich noch immer an es klammerd in Schmerz und Leid, aushauchen. Wie er sie so massakriert wie Mirrasshi den Wächter niedersticht. Tlacatl sieht sich in Yaotlchone, laut brüllend, das Tepoztopilli hoch erhoben und Worte zu Tezcas Ehren auf Zunge.

Es lähmt ihn solange, dass Mirrasshi und Yaotlchone vor ihm beim Stadtherren sind. Es ist zu spät die Situation mit wenig Blut vergießen aufzulösen. Wie soll er gleichzeitig seine Gefährten beschützen und auch den Priester, der ihren Tod will, vor seinen Gefährten beschützen? Sie geben sich ihrer Wut hin und Tlacatl ist zu langsam. Ihm bleibt nichts mehr, als zumindest sein Versprechen zu erhalten und seine Gefährten zu beschützen. Wie soll er sie schützen, wenn sie den Stadtherren umbringen? Wird die Bevölkerung vor Furcht innehalten oder sie erst recht opfern?

Tlacatl spürt, wie seine Intuition sich schon längst entschieden hat. Seine Beine setzen sich in Bewegung, weg von Yaotlchone und Mirrasshi, die er in ihrem, auch in seinem alten Wahn, nicht aufhalten kann. Er spürt, wie seine Hand sich öffnet, als er an der Treppe ankommt. Er lässt den Dolch vor sich fallen, während er sich vor seine Gefährten stellt, den nahenden Wächtern entgegen. Er kann nichts mehr für den Stadtherren tun, nur für seine Schicksalsgefährten. Der Hüne verschränkt die Arme und sein Blick wird zu einer steinernen Maske, als er über die nahenden Wächter schaut. "Es ist vorbei!", ruft er ihnen kühl entgegen und starrt auf sie herab. Auch sie werden nichts mehr für ihren Herren tun können.

Es überrascht Kaska nicht das Tlacatl sich vor sie drängt, doch schockiert ist sie als dieser seine Waffe fallen lässt. Sie konnte nur zussehen wie die Wachen weiter auf sie alle sammt zustürmen und hoffen, dass die Worte des Hünen vor sich diese stoppt. Doch falls diese es nicht tun würde ihnen ein pfeil entgegen fliegen um sie auf dem Weg zu stoppen.

Aus der Menge in der soeben erst der Wächter verschwunden ist, löst sich nun ein Jaguarkrieger. Einer jener heiligen Kämpfer Zaltecs, die sich in das Fell eines Jaguar hüllen und angeblich auch die Form eines solchen Tieres annehmen können. Bewaffnet ist er ebenfalls mit einer Obsidianklinge und einem Schild.

Als er sich kampfbereit nähert, reckt er seinen Schild auch sogleich als ein Pfeil von Kaska herangeflogen kommt und fängt diesen ab, was ihn in seiner Bewegung verlangsamt. Schließlich tritt Tlacatl auf die Stufen der Pyramide und richtet seine einschüchternden Worte an alle, die es wagen sich zu nähern. Der Jaguarkrieger verharrt an Ort und Stelle, auch wenn er den Herrn der Stadt nicht erblicken kann, so ist ihm klar, dass dieser sich in der Gewalt der fremden Angreifer befindet. "Wenn ihr ihn auch nur anrührt werde ich deinen Leib zerschmettern und dein Herz Zaltec darbieten." droht er Tlacatl im Gegenzug, macht aber keine Anstalten anzugreifen.

Indessen erwacht der Herr der Stadt langsam aus dem kurzen Schlummer in welchen ihn Necahual geschickt hat. Als er Yaotlchone und Mirrasshi mit erhobenen Waffen neben sich erblickt, bleibt er liegen und hebt als Zeichen der Aufgabe die Hände in die Höhe. Zitternd und mit vor Schreck geweiteten Augen erwartet er sein Schicksal. Hatte die Wildling ihren Blutdurst bereits gestillt, oder würde sie Tezca weitere Opfer darbringen?

Als Mirrasshi bemerkt, dass der Stadtherr erwachen wird, hält sie ihre Klinge am ausgestreckten Arm dessen Gesicht entgegen, wodurch jene nur einen Fingerbreit vor seinen Lippen verharrt. "Ihr", funkelt sie ihn drohend an, sobald er die Augen öffnet, "werdet jetzt vor eurem Volk eure Lügen widerrufen. Dann werde ich euch nicht die Zunge heraus schneiden, bevor ich euch töte." Bei ihren letzten Worten zuckt Mirrasshis Dolch noch einmal gefährlich dicht vor, so als wolle sie ihre Drohung gleich jetzt wahr machen. Anschließend zieht sich die Hin jedoch wieder einen Schritt zurück, um dem Mann Gelegenheit zum auf stehen zu geben.

Ungläubig stellt Necahual fest, dass Tlacatl das Schicksal des Stadtherrens in die Hände der Wildling und Yaotlchones legt und so hofft sie fest darauf, dass sich der jüngere Bruder aus Lopango gegen diese ungezähmte Furie durchsetzen kann.

Der Mann hatte die Worte der Wache gehört. Zwar fand er es immer noch unverschämt, daß dieser ihm Befehle gab und nicht der Herr der Stadt oder ein Priester, aber eigentlich war es auch egal.
Sie waren gekommen, um geopfert zu werden!
Mit einem fröhlichen Lächeln begab er sich auf die Spitze der Pyramide zum Opferplatz und setzte sich dort nieder. Interessiert verfolgte er das Treiben der anderen Geisteropfer, die mit ihm in die Stadt gekommen waren.
Warum konnten sie die Aussichtslosigkeit ihres Tuns nicht erkennen?

Eclipse

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Das Haus des Tezca
« Antwort #282 am: 10.01.2014, 17:49:37 »
Zitternd erhebt sich der Herr der Stadt, Mirrasshi ist klar, dass er aufstehen muss um zu seinem Volk zu sprechen. Gemeinsam mit Yaotlchone hält sie den Herrscher in Schach, welcher keine Zweifel an den Worten der Wildling zu haben scheint. Die wilde, blutbesuddelte kleine Frau hatte deutlich gemacht wie ernst es ihr war, das bezeugten der tote Wächter und der Priester, welcher am Fuße der Stufen lag.

Nun würde sich zeigen wie tief der Glaube an seinen neuen Gott war und ob er auch im Angesicht einer Klinge weiter Bestand hatte. "Volk von Mictlapec." ruft er mit noch zitternder Stimme "Vergesst meine unlängst gesprochenen Worte. Tezca hat mir meinen Irrtum gezeigt. Aus seinem Haus kamen diese Wilden, welche in seinem Namen streiten. Sie zeigen uns wie stark jene sind, die den Glauben an Tezca nicht verlieren. Er hat uns nicht verlassen, er prüft uns nur. Möge das Blut das hier eben vergossen wurde ihn wieder gewogen machen."

Die sich überschlagenden Ereignisse verunsichern das Volk der Stadt noch weiter. Was sollten sie jetzt glauben? Welchen Wert hatten Worte die unter Androhung von Gewalt gesprochen wurden? Besonders die Jaguarkrieger am Fuße der Stufen scheinen zu überlegen ob sie nicht doch angreifen und die Wilden überwältigen sollen, doch noch ist der Herr der Stadt in deren Gewalt.

Wie immer sich auch die Dinge in ferner Vergangenheit abgespielt haben mögen ... hier im Traum nahmen sie nun einen gänzlich anderen Verlauf. Die Gefährten hatten den Traum herausgefordert und besonders den rätselhaften Gott Mictlanec. Doch wer oder was war diese Wesenheit überhaupt? Hatte das Volk dieser Stadt Götzen dieses Wesen entdeckt, ähnlich wie der Priester Tecco, der weit im Norden die Säule des Zaltec fand und das Volk von Nexal damit in Jahrhunderte voller Kriege führte?

Es bleibt unklar ... doch wie in jener Nacht als der Zatal plötzlich Feuer speite, verdunkelt sich der abendliche Himmel plötzlich immer weiter. Tezcas Auge wird von dunklen Wolken umhüllt und die Stadt in ein Zwielicht getaucht, während der Boden leicht zu zittern beginnt. Plötzlich scheint es so als könnte man finstere aber unverständliche Stimmen in der Luft vernehmen.

"Seht nur!" ruft einer der Jaguarkrieger "Mictlanec ist doch stärker! Tezca hat hier keine Macht mehr!"

Necahual

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Das Haus des Tezca
« Antwort #283 am: 14.01.2014, 00:33:57 »
"Hast du nun erreicht, was du wolltest, Wilding!?" Necahual ist noch immer verärgert darüber, dass sie sich gezwungen sah die Wildling in irgend einer Form zu unterstützen. Sie blickt zu Tlacatl der unter ihr auf den Treppen steht und die Jaguarkrieger in Schach zu halten versucht. Die Schamanin weiss, dass die Worte des Stadtherren mit der Klinge am Hals gesprochen keinen langen Wert haben werden und so schüttelt sie nur stumm den Kopf. "Dummheit, Wildling.. du wirst es lernen." denkt sie gerade noch bei sich als plötzlich die Erde zu zittern beginnt und unsichtbare Stimmen die Luft durchschneiden.

Necahual sucht nach Halt und einen festen Stand ehe sie Mutter bittet ihre Augen in die Welt der Geisterkräfte blicken zu lassen.[1][2]
 
 1. Magie entdecken.
 2. Wissenswürfe: http://games.dnd-gate.de/index.php/topic,7356.msg892222.html#msg892222

Mirrasshi

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Das Haus des Tezca
« Antwort #284 am: 14.01.2014, 01:12:28 »
"Schweigt, Frevler!", knurrt Mirrasshi den Jabuarkrieger an. Am liebsten hätte sie ihm für seine Gotteslästerung eine angemessene Strafe zuteil werden lassen. Am liebsten hätte sie ihn wissen lassen, dass das einzige, was das Gesicht Tezcas verbergen kann der Wille des Sonnengottes selber ist. Aber offensichtlich ist dieser Krieger einfach nur zu dumm, um das zu erkennen, dabei kann man es doch jeden Tag aufs neue sehen. Und gerade die Ähnlichkeit dieses jetzigen Ereignisses zu dem, was am Zatal geschehen war, lässt in der Hin keinen Zweifel darüber offen, dass nun keine Zeit mehr ist, um sie mit Reden zu vergeuden. "Tezca hat sein Gesicht vor euch verborgen", verkündet sie an niemanden direkt, "Dies ist die letzte Gelegenheit, ihn euch wieder gewogen zu machen."

Anschließend wendet sich die Wildling mit einem ernsten Gesichtsausdruck wieder an den Stadtherrn, wobei ihr Dolch immer noch auf sein Herz gerichtet ist,  ihr freier Arm nun jedoch zum Opferaltar zeigt. "Wenn ihr euer Volk wirklich liebt, wisst ihr, was ihr nun tun müsst..." Mit einer knappen Kopfbewegung bedeutet sie ihm, sie zum Altar zu begleiten.

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