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Autor Thema: Das Haus des Tezca  (Gelesen 21800 mal)

Beschreibung: IC-Thread Kapitel 2

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Necahual

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Das Haus des Tezca
« Antwort #30 am: 06.02.2013, 19:41:34 »
Viele von Xiuhcoatls Worten kann Necahual auf sich selbst beziehen. Auch sie hat ihre Herde verlassen, hat lange geglaubt sie sei allein, bis sie schliesslich zur Mutter gefunden hat, welche ihr neue Stärke einhauchte und wäre Tlacatl und die Nexalaner nicht gewesen, wer weiss ob sie nicht noch immer allein wäre. Ebenso kennt sie das Gefühl des Starken Selbstgeists - allein, unbezwingbar, frei doch nun hatte sie für sich ein neues Wir entdecken können und so oft sie auch wieder dem Selbstgeist nachgab, er wollte einfach nicht seine alte Stärke zurück gewinnen. Doch Xiuhcoatl scheint ihr noch zu sehr in seinem Selbstgeist verfangen als dass er nur durch Worte sich befreien könnte. Wenn die Zeit reif ist und er nach einem Weg fragt würde Necahual ihn führen.

"Der Berg ist Hindernis und Ziel sogleich, die Wunden sind deine Schwächen." spricht Necahual leise und eher beiläufig. Dabei nimmt sie die Peitsche, den Bogen und den Köcher mit den Pfeilen entgegen. So beladen steht sie nun vor Xiuhcoatl als er ihr seinen Rat erteilt. Sie nickt:  "Du weisst mehr über die Geister als viele andere Brüder und du sprichst wahr - wie der Spiegel des Wassers verrät der Anblick alleine nicht den Geist. Mutter jedoch wird mich beschützen und wenn sie dich bitten sollte zu meiner Hilfe zu eilen, so werde ich sie nicht ablehnen." Necahual wirft einen Blick über die Schulter, greift erneut die Waffen fester und hebt dann die Hand zum Abschiedsgruß, so wie es in ihrem Stamm üblich war. "Morgen, werde ich dir deine gewünschten Waffen bringen, Bruder." Dann geht sie zügigen Schrittes in Richtung des kleinen Dorfes. Sie würde mit dem Ältesten sprechen und ihm die Waffen sowie die heilenden Kräfte Mutters zum Tausch gegen einen Schild und ein Maqahuitl für Bruder Xiuhcoatl anbieten.

Eclipse

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Das Haus des Tezca
« Antwort #31 am: 07.02.2013, 11:11:49 »
Und so begibt sich schließlich auch Necahual zur Nachtruhe und sucht die Hütte auf, in welcher sich Tlacatl und Yaotlchone bereits schlafen geleget hatten. Erst jetzt scheint ihr die eigene Erschöpfung bewußt zu werden, so lang und so ereignisreich wie dieser Tag war. Kaum dass sie sich nieder gelegt hat, fällt sie auch wie ihre Brüder sofort in einen tiefen Schlaf. Beruhigt, dass die freundlichen Menschen von Dzibil über ihren Schlaf wachen, wissend, dass sie dem beinahe sicher geglaubtem Opfertod entkommen ist.

Doch so wie auch Tlacatl, werden auch Necahual und Yaotlchone von Träumen heimgesucht, wovon ihnen aber nur blasse Erinnerungsfetzen bleiben. Kaska hingegen hat einen Traum, in dem sie sich selbst auf dem Wind reitend wiederfindet und eine endlose lange Wüste überquert, während Mirrasshi erneut ihre Gefangennahme durchlebt. Wie die Sklavenjäger ihr die Kleider vom Leib reißen und hilflos an eine Stange binden. Doch sowohl der Legion, als auch den Opfertod hatte sie entkommen können. Doch was nun? Die bange Frage stellt sich als sie einmal aus dem Schlaf hochschreckt. Ihr Stamm existierte nicht mehr ... doch konnte sie hoffen unter den großen Leuten eine neue Heimat zu finden? Oder wäre es das Klügste sich einfach weiter an Kaska zu halten?

Erschöpft durch die Strapazen der Gefangennahme und Flucht, schlafen die Gefährten ungewöhnlich lang. Zudem das erste Mal seit langer Zeit mit einem Dach über dem Kopf, einem wärmendem Feuer in der Nähe und einer Decke über dem Leib. Die Sonne steht bereits hoch am Himmel und die Leute von Dzibil sind bereits lange auf, als Necahual und ihre Brüder erwachen. Ebenso Kaska und Mirrasshi, nahe bei der nun herunter gebrannten Feuerstelle, wobei die Wildlingsfrau feststellt, dass jemand eine wärmende Decke über ihr ausgebreitet hat.

Die Leute von Dzibil begrüßen die Gäste in ihrem Dorf überwiegend freundlich, mit Ausnahme des jungen Jägers, der gestern abend bereits seine Zweifel aussprach. Und so laden sie allesamt zum Frühstück nahe bei der Feuerstelle ein. Tezca leuchtet hell am Himmel und die Schwüle ist auch nicht so erdrückend wie am gestrigen Tag. Könnte man in der Ferne nicht die Rauchwolken des Zatal erblicken, so möchte man meinen all die Ereignisse des vergangenen Tages wären auch nur ein Traum gewesen.

Mit seiner von Wundschorf bedeckten Brust, lässt sich Tlacatl schließlich bei der Feuerstelle nieder und greift als Erster zu den dargebotenen Früchten und dem Maisbrot. "Gut geschlafen?" spricht er Kaska und Mirrasshi in einem vorsichtigen Versuch der Annäherung an, während auch Tazoc Platz bei ihnen nimmt. "Bleibt doch noch einen Tag bei uns, bevor ihr weiterzieht." bietet er freundlich an "Zumindest bis eure Wunden etwas verheilt sind." von Xiuhcoatl ist jedoch keine Spur zu sehen, wo mag er die Nacht verbracht haben.[1]
 1. Dies soll Xiuhcoatl dann selbst festlegen ...

Necahual

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Das Haus des Tezca
« Antwort #32 am: 07.02.2013, 11:52:37 »
Auch wenn Necahual vom gestrigen Kampf keine Verletzungen davongetragen hat, so ist sie am Morgen noch immer etwas schwerfällig auf den Beinen. Die Nacht war alles andere als ruhig gewesen immer wieder hatten die beiden Brüder sich im Schlaf umher gewälzt und besonders Tlacatls Körper schien unter den Wunden zu ächzen - fast so wie ein alter Stamm der von Käfern zerfressen wurde. Darum war Necahual bereits als erstes wach um sich um ihre beiden Brüder zu kümmern. Noch im Halbschlaf wechselt sie die Verbände aus Moos und Rinde und bittet die Mutter um Kraft um die Wunden zu schliessen und den heilenden Geist in jedem der Männer zu stärken.[1] Als die beiden versorgt sind tritt sie aus der Hütte, in ihrem Arm die Waffen Xiuhcoatls.

Sie sucht den Dorfältesten um ihm in Namen Xiuhcoatls den Tausch an zu bieten. "Tazoc" Necahual grüßt ihn mit der freien Hand so wie es Brauch in ihrem Stamm ist. "Ich war gestern Nacht bei meinem Bruder Xiuhcoatl und er bat mich euch seine Waffen zum Tausch gegen ein Schild und ein Maqahuitl zu bringen. Einsamkeit und Selbstgeist trügen sein gutes Herz - darum bin ich an seiner Stelle zu euch gekommen. Bitte lehnt seine Waffen nicht ab und sendet ein willkommendes Zeichen an ihn. Nun da der Kampf vorbei ist, verlieren alle Waffen an wert denn alles was sie zurückliessen sind Blut und Leid ich habe darum Mutter Maztica gebeten mir genügend Kraft zu schenken um auch eure Verletzten zu versorgen.[2] Bitte seht dies als Dank für einen Platz in eurer Mitte."
 1. Tlacatl: 18, Yaotlchone: 15
 2. Vgl. Ballspiel.
« Letzte Änderung: 07.02.2013, 11:57:57 von Necahual »

Xiuhcoatl

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« Antwort #33 am: 07.02.2013, 23:32:53 »
Nachdem Necahual gegangen ist, bleibt Xiuhcoatl noch eine Weile stehen und sinniert über ihre Worte. Aber eigentlich schwirrt ihm nur das Wort "Bruder" durch den Kopf. Erschöpft schüttelt er das Wort fort und sucht sich unter den Bäumen einen versteckten Schlafplatz. Vor den Tieren muß er sich nicht in acht nehmen, denn noch nie hat in eines einfach so angegriffen. Fast als würden sie seine Verwandschaft zu Tezcas Sohn spüren[1].
Sein Gang durch das Traumreich ist ereignisreich, wobei ihm selbst aber nur seine Brüder, wie sie sich den Berg herabschlängeln, im Gedächtnis bleiben.
Am Morgen macht er sich auf, ein wenig Nahrung zu beschaffen[2], die er verzehrt, während er auf einem Baum sitzend, das Dorf und seine Bewohner weiter beobachtet[3]
Xiuhcoatl überlegt dabei, wie er Necahual wohl entgegentreten wird, sollte diese die Mischwesen mit auf den Weg durch Tezcas Haus nehmen wollen.
 1. Unnatürliche Aura
 2. Überleben: 23
 3. Heimlichkeit: 20
« Letzte Änderung: 07.02.2013, 23:36:44 von Xiuhcoatl »

Yaotlchone

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« Antwort #34 am: 08.02.2013, 08:03:36 »
Yaotlchone tritt aus der Hütte und blinzelt verschlafen um sich. Mit halb geöffnetem Mund und gerunzelter Stirn bleibt sein Blick verwundert auf Kaska ruhen. Doch er erinnert sich an das gestrige Zusammentreffen und kommt mit einem leisen Kopfschütteln zu Taclacl, Necahual und den anderen an die Feuerstelle. "Guten Morgen. Ich fühle mich wie nach einem Erntetag." Yaotlchone streckt sich Ausgiebig, faltet die Finger der übereinandergelegten Hände ineinander und lässt zur Entspannung die Finger ausgiebig knacken. Das Geräusch von einem erwachsenen Mann der einen haufen Schneckenäuser   mit seinen Füssen zerdrückt quittiert er mit einem schiefen Grinsen und einem Zwinkern zu der ihm kindlich erscheinenden Mirrasshi.
"Wie geht es dir Bruder" spricht Yaotlchone Tlacatl an und deutet auf dessen verbundene Wunden. "Schaffst du damit erneut die Prüfung Tezcas? Ich weiss noch wie ich das letzte mal unter seinem ständigigen Blick dir nachfoglte." Mit einer Grimasse, die ein schmerzverzerrtes Gesicht darstellen sollte fährt er fort "Die Füsse hatten bereits nach einem halben Tag blasen. Ich hatte nie gedacht, dass der Boden so heiss werden kann. Es war so als ob man Tagelang über glühende Kohle rennen würde. Vielleicht sollte Xiuhcoatl besser um einen Schutz für die Füsse als um Waffen bitten." Ein plötzliches Lachen bricht aus Yaotlchone heraus. "Ich stelle ihn mir gerade mit den Füssen von einem fremden Teufel vor. Als ich sie das erste mal sah, da dachte ich, sie hätten keine Füsse wie wir, sondern Hufe wie ein Tocplili. Unten haben sie die Beine mit Leder umwickelt und Holzstücke an ihre Fusssholen genagelt. Ich hatte lange Angst dort nachzuschauen, bis ich mich einmal traute daran zu ziehen. Ich staunte nicht schlecht, als sich der Huffuss sich einfach so von dem Körper löste und einen ganz normalen... also das heisst einen ganz bleichen, aber sonst normalen Fuss dahinter befand. Aber sei es drum. Mit der Geisterfrau wird der zweite Besuch in Tezcas Haus ein Kinderspiel. Schau" Yaotlchone fährt mit seinem Finger über die rosa Stellen auf seiner Haut, welche am Vortag noch aufgerissen waren. "bei hat sie die Verletzung weggemacht. Gut, diese braucht noch etwas Zeit, aber die anderen sind weg."

Kaska

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« Antwort #35 am: 08.02.2013, 16:42:13 »
Kaska räkelte sich als sie von den Sonnenstrahlen auf ihrem Gesicht aufwacht. Mit einem Lächeln geht sie zum Feuer in Gedanken immernoch bei ihrem Traum "Ich bin geflogen, ich bin geflogen, so frei! Das ist es was Eha immer fühlt. Sie hat mir wieder ein mal den Weg gewiesen. Ich danke dir Herrin des Windes." Auf Tlactls Frage grinst sie ihn breit an "Und wie." Am Feuer isst sie erst einmal eine Kleinigkeit, über die letzten Monate hat sie so wenig bekommen das sie nicht mal die Hälfte schaffte, von dem was ihr angeboten wurde. Gespannt lauscht sie Yaotlchone als er von der Prüfung Tezcas und den Fremden spricht. Während seinen Worten schwebt sie wieder über der sandigen Ebene ohne Leben.
"Die Prüfung Tezcas was ist das? Ich hab noch nie von solch einer Prüfung gehört." Sprach sie doch schon wissend was es sein würde, es schien als sollte sie auch diese Prüfung durchschreiten. "Die Fremden nennen diese Huffüße Schuhe oder Stiefel je nach Länge. Meine sind Stiefel, da sie fast bis zum Knie reichen." Sie zeigt auf ihre Beine. "Und meistens haben sie einen Lederboden wie meine oder sie bestehen  aus Metall. Nur wenige dieser Schuhe sind aus Holz gemacht es ist nicht so biegsam wie Leder und nicht so fest wie Metall."
« Letzte Änderung: 09.02.2013, 06:17:54 von Eclipse »

Yaotlchone

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Das Haus des Tezca
« Antwort #36 am: 08.02.2013, 18:34:33 »
Interessiert blickt Yaotlchone die Füsse der gestiefelten Kaska an. "Aus Metall? Wie dumm von den Fremden ihr Wissen um die Metallverarbeitung an die Füsse zu verschwenden. Wir machen Waffen und Werkzeuge aus Kupfer. Doch an die Füsse?" Kopfschüttelnd drückt Yaotlchone seine Meinung zum eben gehörten aus.
"Die Prüfung Tezcas..." beginnt Yaotlchone, doch mit einem Blick zur Rauchsäule vom Zatal zögert er vor dem Weitersprechen "also die Prüfung Tezcas ist die Durchquerung seines Hauses. Dies tönt vielleicht Einfach, doch du merkst es, wenn du eintrittst. Es beginnt wie ein heisser Sommertag, wenn du auf dem Rücken von Hicili[1] stehst. Dann beginnst du Tezcas Blick zu spüren. Brennend vom Himmel strahlt er und du wirst in Flammen aufgehen, wenn du nicht genügend Wasser eingepackt hast. Alle Bäume hat er schon verbrannt, was übrig blieb ist der Fels und der Sand. Doch in Tezcas Haus ist nichts so, wie du es kennst. Wenn er wach ist und am Himmel steht, dann brennt auch alles in seinem Haus. Der Fels ist heiss, der Sand ist heiss, selbst der Wind vermag dich nicht zu kühlen. Und er prüft dich, ob du ihm würdig bist und seinem Blick Tag für Tag standhälst. Mein Bruder und ich sind von einem Stamm, der starke Kinder hat und der ihm gute Opfer brachte. Deswegen prüfte er uns nicht so lange, das wir versagen und in Flammen aufgehen würden. Doch mit den Kriegern von Nexal ist er nicht so unnachgibig. Sie irren viel länger in der endlosen Weite seines Hauses umher, da sie Zaltec ihm vorziehen. Deswegen sterben sie oft beim Versuch zu uns zu kommen."
 1. Eine Legende aus Yaotlchones Heimat erklärt die Herkunft eines grösseren, schroffen Felsgebietes, dass Hicili, ein Titanischer Enkel von Matztica, der auf seiner toten Grossmutter so lange kniend um sie trauert, bis er den Zorn von Zaltec heraufbeschwor, der ihn zu Tode peitschte.
« Letzte Änderung: 09.02.2013, 06:20:11 von Eclipse »

Eclipse

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Das Haus des Tezca
« Antwort #37 am: 09.02.2013, 13:52:37 »
"Gerne nehme ich dein Angebot an." sagt Tazoc als Necahual ihn anspricht, er wartet noch ab, wie sie die jungen Krieger des Dorfes mit ihrer Heilkraft versorgt, dann lädt er sie in die Haupthütte des Dorfes ein. Dort sind all die Waffen der Wiedergänger eingelagert. Und so nimmt er Xiuhcoatls Bogen und Peitsche an sich und reicht Necahual wie versprochen einen Holzschild der mit Leder überspannt ist, so wie ein Obisidanschwert. Gleichzeitig hängt er Necahual eine der zurückgelassenen Taschen der Angreifer um, in welcher sich noch ein wenig Essen, ein Wasserschlauch und eine Decke befindet. "Die Katzenfrau und dein Bruder aus Lopango haben sich bereits einen Bogen und eine Keule genommen. Möge es der Preis eures Kampfes und eurer Hilfe sein."

Tlacatl begrüßt derweil auch freundlich seinen Bruder Yaotlchone "Es geht mir gut. Necahual hat gut für uns beide gesorgt, möge Mutter Maztica sie für ihre Güte segnen." wobei er mit einem gütigen Lächeln in ihre Richtung blickt "Ganz recht, mit ihrer Hilfe werden wir Tezcas Prüfung mit Leichtigkeit bestehen." mit Erstaunen lauscht er dann den Worten welche Kaska und Yaotlchone tauschen "Du bist den weißen Teufeln bereits begegnet Bruder?" fragt er mit großem Erstaunen.

Er selbst war es zwar auch schon einmal, doch war diese Begegnung kurz und für ihn beinahe tödlich. Yaotlchone hatte aber wohl schon näheren Kontakt zu ihnen. Kaska hingegen schien sogar Kleidung zu tragen, welche von den Fremdligen gefertigt wurde. Wie war sie daran gelangt? War es die Beute eines Kampfes? Viel hatte Yaotlchone bereits über ihre gemeinsame Reise erzählt, doch über die Geschichte der Katzenfrau vor ihrer Gefangennahme wussten sie noch nichts.

Der Lopango stärkt sich dabei weiter an den dargebotenen Speisen und nimmt ebenfalls Kaskas Interesse an Tezcas Prüfung wahr. "Willst du dich etwa auch der Prüfung Tezcas stellen? Mein Bruder hat gut erklärt, was einen Wanderer dort erwartet. Dennoch ... ich denke wir werden heute oder morgen in sein Haus weiter ziehen." neugierig blickt er dabei auch zu Mirrasshi, welche sich bisher schweigsam gezeigt hat ... sicherlich war sie eingeschüchtert von den vielen großen Leuten um sie herum.

Mirrasshi

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Das Haus des Tezca
« Antwort #38 am: 10.02.2013, 00:18:34 »
Als sie auf wacht, dankt Mirrasshi im Stillen zunächst Tezca für den neuen Tag. Obwohl sie so häufig während der Nacht erwacht war, fühlt sie sich so erholt wie schon lange nicht mehr. Zwar schmerzen ihre Wunden vom Vortag sie immer noch, doch fühlt sie sich auch zum ersten mal seit Jahren ungewohnt frei. Als man jedoch das Essen bringt, beginnt ihr Magen unangenehm zu knurren. Gestern hatte sie die angebotenen Speisen aus Vorsicht nicht an gerührt, doch heute scheint es ihr, als würde ein hungriger Teufel in ihrem Bauch toben. Zögerlich greift sie nach einer der Früchte und schnuppert vorsichtig daran, beobachtet aber zuerst die anderen und wartet ab, bis einer von ihnen auch ein Stück davon gegessen hat, bevor sie hinein beißt.

Während dessen lauscht sie den Gesprächen, die die großen Leute um sie herum führen und wundert sich kaum, dass die Rede auf die weißen Teufel kommt. Als Yaotlchone von deren seltsamer Kleidung spricht, öffnet sie schon den Mund, um etwas zu erwidern, schließt ihn aber schnell wieder, als sie sich an sein seltsames Zwinkern erinnert, das sie nicht zu deuten vermag. "Er traut mir nicht.", wird ihr klar. "Vermutlich hält er mich für eine Bedrohung." Der Gedanke erfüllt Mirrasshi mit einer seltsamen Mischung aus Sorge und Stolz. Eine Weile sitzt sie nur still an der ab gebrannten Feuerstelle und in Gedanken über dieses Gefühl versunken zieht sie mit dem Finger kleine Spiralen in die kalte Asche.

Das Gespräch über die Prüfung Tezcas lässt sie allerdings auf horchen, doch ist sie sich sicher, von einer Prüfung wie die Männer sie beschreiben noch nie gehört zu haben. Nach einigem Zögern sieht sie sich aber doch gezwungen, ihre Meinung zu äußern: "Die weißen Teufel tragen nicht nur Stiefel aus Metall.", stellt sie klar. "Einige von ihnen sind von Kopf bis Fuß mit undurchdringlichem Metall bedeckt, das sie unverwundbar für jede Klinge macht. Sie sind unbesiegbare Krieger von Zaltec persönlich geschickt, um uns zu bestrafen für unsere Frevel." Die Wildling erschauert kurz bei der Erinnerung an ihre Erlebnisse mit den Fremden. Als sie weiter spricht, ist ihre Stimme viel leiser: "Zaltec zu besänftigen ist für uns keine Wahl mehr, denn Tezca hat uns allen gestern verdeutlicht, dass wir seinem Bruder nicht geopfert werden sollen." Einmal atmet Mirrasshi tief ein und aus, bevor sie sich in voller Größe vor den beiden Lopango-Kriegern auf richtet und mit entschlossener Stimme verkündet: "Wenn ihr die Prüfung Tezcas schon einmal gemacht habt, dann bitte ich euch: Lasst sie mich auch machen. Ich will mich als würdig erweisen."

Necahual

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Das Haus des Tezca
« Antwort #39 am: 10.02.2013, 07:30:17 »
Dankbar über den Tausch mit Tazoc kehrt Necahual an die Stelle zurück an der sie Xiuhcoatl zurück gelassen hat. Sie legt die Waffen und ein wenig Essen, dass sie vom Frühstück am Feuer eingepackt hat nieder und macht sich dann auf den Rückweg um ihren Platz bei den Brüdern aus Lopango ein zu nehmen.[1]

 1. 
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Xiuhcoatl

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Das Haus des Tezca
« Antwort #40 am: 11.02.2013, 04:40:13 »
Als Xiuhcoatl sieht, wie Necahual sich auf den Weg aus dem Dorf macht, klettert er von seinem Baum herab.
Kurz darauf kommt er an der Stelle an, an der die Geistfrau die Sachen zurückgelassen hat, aber sie ist schon wieder im Dorf verschwunden.
Dankbar nimmt er das Maqahuitl in die Hand und läßt es versuchsweise ein wenig durch die Luft schwingen, um sich an seine Balance zu gewöhnen. Schon fühlt er, wie sich in ihm eine Zuversicht ausbreitet, die er lange nicht gefühlt hat.
"Die Zähne von Xiuhcoatl! Und seine Schuppen!"
Er nimmt auch den Schild auf und gewöhnt sich auch hier erst mal an das Gewicht. Dann nimmt er gegenüber einem imaginären Feind eine Kampfstellung ein und zischt diesen an.
"Xiuhcoatl ist wieder genesen. Niemand kann mir jetzt mehr den Pfad verstellen."
Da er schon gegessen hat, packt er die Nahrung in seinen Beutel zur späteren Verwendung und kehrt auf seinen Beobachtungsposten zurück.

Yaotlchone

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Das Haus des Tezca
« Antwort #41 am: 11.02.2013, 18:31:59 »
"Ja, Bruder. Sie haben unsere Heimat überfallen, kurz nachdem du..." kurz zögert Yaotlchone um Tlacatl nicht seine Flucht vorzuwerfen"nachdem unser Stamm von den Urubamba[1]..." Yaotlchone stockt um eine Formulierung zu finden, welche nicht direkt zugibt, dass ihr Stamm besiegt wurde "überfallen wurde. Die Urubama versuchten sich ihnen entgegen zu stellen, doch sie besassen die Gunst Tezcas nicht. Sie wurden besiegt und die Fremden zogen in unser Gebiet ein, da wir durch den Überfall der Urubama geschwächt waren und viele Krieger verloren hatten." Yaotlchone schluckt aufgrund der Erinnerung an das Gemetzel in seinem Dorf. Doch er muss Tlacatl zurück bringen und will ihm deswegen nicht erzählen, wie viele Tote er von den eigenen Leuten er gesehen hat. "Sie haben auch unser Dorf überfallen. Da hatte ich auch gegen sie gekämpft." Yaotlchones presst seine Lippen zusammen und schweigt eine Weile. Als er es nicht mehr aushält, springt er auf. "Doch wo ist Xiuhcoatl? Er muss doch auch etwas essen. Ich suche ihn." Mit diesen Worten eilt er in den Wald um alleine trauern zu können.
 1. Übersetzt: "Ebene der Spinnen", Stamm, welcher den Stamm von Yaotlchone und Tlacatl besiegte
« Letzte Änderung: 11.02.2013, 18:32:58 von Yaotlchone »

Kaska

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Das Haus des Tezca
« Antwort #42 am: 12.02.2013, 23:12:26 »
Kaska mustert die kleine Halblingsfrau sorgfältig. Ihr schien es ähnlich ergangen zu sein wie Kaska selbst, wahrscheinlich sogar noch schlimmer. "Ja diese Metallkleidung macht sie stark. Aber auch langsam, doch dafür haben sie Tiere die sie in den Kampf tragen. Nichts und niemand kann ihnen im Weg stehen, außer die Götter selbst. Doch ich werde auch die Prüfung machen, der Wind führt mich dahin, außerdem muss auch ich mich als würdig erweisen, als eine der Befreiten."
« Letzte Änderung: 13.02.2013, 16:26:14 von Eclipse »

Eclipse

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Das Haus des Tezca
« Antwort #43 am: 13.02.2013, 16:23:28 »
Mit einem Gefühl von wachsendem Schrecken hört Tlacatl zu, was Yaotlchone da über die Heimat berichtet. Gerade will er fragen wie die ganze Geschichte denn nun ausgegangen ist, doch da erhebt sich sein Bruder um sich allein in den nahen Wald zu begeben ...
"Lass ihn. Xiuhcoatl wird schon zu uns kommen, wenn der Hunger ihn treibt." doch da ist Yaotlchone beinahe schon verschwunden.

Doch die Wirkung seiner Worte bleibt. Hatte Yaotlchone nicht gestern abend noch davon gesprochen, dass die Fremden in Lopango geschlagen wurden? Oder war dies nur sein Wunschdenken? Wenn er aber hört was Kaska und Mirrasshi da über die Invasoren berichten ... über ihre gepanzerten Leiber und unvergleichlichen Waffen, dann überkommen ihn große Zweifel ob die Lopanganeser wirklich siegreich waren. Zu gut erinnert er sich selbst noch an die feuerspeienden Schlagen und das silberne Ei.

Sie haben recht. Zaltec muss sie geschickt haben, ausgestattet mit Waffen wie die wahre Welt sie noch nie gesehen hat ...

Mirrasshis plötzliche Verkündung reißt ihn jedoch aus seinen Gedanken. Mit einem Lächeln blickt er ihr ins Gesicht, denn selbst stehend überragt sie den sitzenden Lopango-Krieger nicht. "Solcher Mut soll nicht unbeachtet bleiben. Wenn Tezca dich als würdig erachtet, kannst du uns gerne in den Süden begleiten." wenngleich Tlacatl die Frage beschäftigt, was die Wildlingsfrau dorthin führen mag. War sie genauso heimatlos wie es bei Xiuhcoatl und Necahual schien? Doch da kam diese auch herbei ...

"Es tut gut dich zu sehen." sagt er zu ihr, denn seine Sorgen sind ihm noch deutlich anzumerken. "Mirrasshi und Kaska möchten sich auch gerne der Prüfung Tezcas stellen und sein Haus durchschreiten. Ich habe nicht vor ihnen dieses Anliegen auszutreiben, es ist ihre Entscheidung." sagt er knapp. Gleichzeit ist er jedoch auf Necahuals Reaktion gespannt, nach all den angstvollen Worten die sie noch gestern abend gesprochen hatte. Tlacatl war selbst noch unsicher, dass Auftreten der beiden exotischen Kreaturen, ihre Hilfe im Kampf ... all dies wollte nicht recht zu dem passen, was die stets weise Necahual gestern erzählt hatte.

Necahual

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Das Haus des Tezca
« Antwort #44 am: 14.02.2013, 01:35:12 »
Während Necahual gerade wieder auf die Dorflichtung tritt, sieht sie am anderen Ende Yoatlchone im Dickicht verschwinden. "Er wird doch das Essen vertragen haben!?" fragt sie sich in Gedanken und geht dann zögernden Schrittes weiter zu Tlacatl der sie bereits erwartet.

Seine Worte berühren Necahual denn sie kann sich nicht daran erinnern, wann jemand zum letzten mal etwas ähnliches zu ihr gesagt hatte. Doch lange hält das irritierend wohlige Gefühl nicht an. Es dauert einen Augenblick bis Necahual realisiert, dass Kaska der Name gewesen war mit dem die Wildling die Tabaxi angesprochen hatte und Mirrasshi dann natürlich der Name der Wildlingsfrau sein muss. "Sie wollen also durch die Wüste ziehen.." Dann spricht sie auf Lopango: "Bruder, welchen Grund gibt es sie nicht ziehen zu lassen?" Dann Necahual schaut sie ihren Bruder mit großen ungläubigen Augen an "Er meint doch nicht etwa mit uns?!" Ein kalter Schauer fährt ihr über den nackten Rücken. Dann verliert sie jegliche Zurückhaltung, mit gekrümmtem Zeigefinger der ausgestreckten linken Hand zeigt sie von Oben herab auf Mirrasshi: "Bist du bereit für das Wildling zu bürgen? Du wirst es mit Fraß vollstopfen müssen damit es nicht doch unser Fleisch will oder gedenkst du ihr die Zähne zu ziehen?" spricht sie aufgeregt auf Lopango. Wirkliche Furcht hat sie nun keine mehr vor der Wildling dennoch erscheint ihr diese Wilde noch immer unberechenbar. Xiuhcoatls Worte kommen ihr wieder in den Sinn. "Hat er womöglich Recht gehabt und Tlacatls Geist ist bereits von ihnen eingenommen?" sie winkt den Gedanken bei Seite doch ganz verdrängen kann sie ihn nicht. Oder war sie gar womöglich nur eifersüchtig darüber wie schnell sich die beiden das Vertrauen ihrer Brüder erschlossen hatten?!

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