Autor Thema: Hennen  (Gelesen 5415 mal)

Beschreibung: Prolog

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Hennen

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Hennen
« Antwort #15 am: 01.03.2013, 15:41:50 »
"Ich soll mit Eurem Bruder unter einem Dach wohnen, obwohl er mich gerade gewaltsam meiner Habe berauben wollte?" Hennens sonst schneeweißes Gesicht nimmt einen hellen Rotton an. Die immer weiter aufsteigende Wut bringt seinen Körper zum Beben. Der Hals wird enger, die Atmung unregelmäßig. Er wusste einfach nicht wohin mit seinem Zorn. Vielleicht hätten die Götter lieber ihn zu sich holen sollen! Und Euch gleich mit!
« Letzte Änderung: 01.03.2013, 15:48:19 von Hennen »

TheOldHero

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Hennen
« Antwort #16 am: 01.03.2013, 16:32:02 »
Kaum hat Hennen ausgesprochen, setzt sich der zweite Mann in Bewegung. Er lässt den Gestürzten los und schiebt Varren zur Seite, dass der beinahe im Schlamm ausrutscht.
"Undankbarer Pisser! Mein Bruder will dich bei uns pennen lassen, und du?" Er schubst Hennen vor die Brust.

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Hennen
« Antwort #17 am: 01.03.2013, 16:52:39 »
Hennen nutzt den Schwung, dreht sich um und verlässt die irren Schläger, die Hand am Knauf des Jagdmessers haltend. Nur ein weiterer Rückschlag. Weg hier und weiter.
« Letzte Änderung: 01.03.2013, 16:56:07 von Hennen »

TheOldHero

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Hennen
« Antwort #18 am: 01.03.2013, 17:34:37 »
Der Wind trägt die Stimmen der drei jungen Männer noch eine Weile hinter Hennen her. Verwundert, erbost, gleichgültig.
Aber niemand folgt ihm. Bald ist er außer Hörweite, wieder allein auf der schlammigen Landstraße. Dort, wo er vorhin schon war.

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Hennen
« Antwort #19 am: 01.03.2013, 18:02:03 »
Ohne sich umzublicken marschiert Hennen weiter die Landstraße entlang. Das Geschehene hat er beinah schon wieder vergessen. Selbstschutz. Und außerdem gab es wichtigere Fragen, die nachwievor geklärt werden mussten. Vielleicht gibt es hier ja ein Gasthaus. Erwartungsvoll durchstreift er das Dorf auf der Suche nach einer Schenke. Ganz gleich wie einfach sie ist, hauptsache sie bietet ihm einen Platz zum Schlafen.

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Hennen
« Antwort #20 am: 02.03.2013, 17:40:15 »
Noch liegt Stille über den Dächern des Dörfchens. Die Läden der Häuser sind geschlossen, und nur an einer einzigen Schenke kommt Hennen vorbei. Zur Geborstenen Nabe steht über dem Eingang, und ein gesplittertes Rad ist daneben aufgehängt.

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Hennen
« Antwort #21 am: 02.03.2013, 17:52:37 »
Achselzuckend geht Hennen auf den Eingang zu und betritt das Gasthaus. Etwas anderes würde er wohl ohnehin nicht finden, geschweige denn etwas besseres. Ihm kommt der Gedanke, dass die Bauern in ihren Häusern hier selbst nicht besser leben konnten als die Leute hier in einer dieser Absteigen. Zumindest haben die schäbigen Bengel diesen Eindruck hinterlassen.

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Hennen
« Antwort #22 am: 03.03.2013, 10:29:19 »
In der Schenke hängt ein bitter-saurer Geruch in der Luft. Die Schenke ist kaum mehr als ein Wohnzimmer, gefüllt mit einigen Tischen und Stühlen.
Ein junger Kerl wischt die Tische mit einem Lappen, während der einzige Gast in einem Reisegewand an einem Platz an der Wand sitzt. "...meinetwegen kriegst du auch zwölf Kupfer, wenn ich dann endlich gehen kann.", seufzt der Mann.
"Ja, vierzehn, und keinen weniger", schnarrt der Junge wischt weiter über die Tische.

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Hennen
« Antwort #23 am: 03.03.2013, 13:13:42 »
Kaum jemand da. Aber das ist kein Problem, ist ja alles nur für heute nacht. Im Schankraum angekommen, setzt er sich an die Theke und wartet auf den Wirt, in der Hoffnung dass er sich mit ihm irgendwie über eine Übernachtung einig werden kann. Allerdings scheint die Bedienung hier sehr streng zu sein, was das Eintreiben von Rechnungsbeträgen angeht. Es wird sicher kein Leichtes sein, hier preiswert zu schlafen.
« Letzte Änderung: 03.03.2013, 13:14:32 von Hennen »

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Hennen
« Antwort #24 am: 04.03.2013, 11:13:02 »
Der junge Mann schrubbt weiter über die Tische. Schließlich kommt er an der Theke bei Hennen an. "Häh. Und du?", fragt er.

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Hennen
« Antwort #25 am: 04.03.2013, 11:33:02 »
Ordinäres Volk...
Auf die rüde Begrüßung hin atmet Hennen einmal tief durch. Er nimmt seinen ganzen Mut zusammen und antwortet:
"Grüße, Herr! ich suche eine einfache Bleibe für heute Nacht, aber leider hab' ich nicht viel Bargeld bei mir. Jedoch könnte ich Euch vielleicht etwas im Tausch anbieten, oder aber den ein oder anderen Gefallen. Würdet Ihr Euch für einen armen Reisenden erbarmen?"
« Letzte Änderung: 04.03.2013, 14:54:24 von Hennen »

TheOldHero

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Hennen
« Antwort #26 am: 04.03.2013, 14:26:45 »
Der Schenkenjunge kneift ein Auge zusammen und mustert Hennen. Dann fährt er fort, die Theke zu schrubben. "Einen Gefallen? Will ich gar nicht wissen, was du dir da vorstellst. Nene. Kein Platz."
Münzen klimpern. Der Mann an dem Tisch zählt seine Barschaft. "So ein Unsinn. Ich bin in einer Stunde weg, dann ist sehr wohl ein Zimmer frei."
"Ruhe da hinten", ruft der Junge.
Kopfschüttelnd steht der Mann auf. Er lässt ein paar Münzen vor dem Schenkenjungen auf die Theke klimpern. Kurz sieht er Hennen an. "Kannst auf meinem Wagen mitfahren, junger Herr. Hier macht man sich keine Freunde."

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Hennen
« Antwort #27 am: 04.03.2013, 14:59:10 »
"Ja..Ich merk' schon..", antwortet Hennen verlegen und schleppt sich von seinem Barhocker herunter. "Ich würde gern mit Euch fahren. Wohin wollt Ihr denn?"

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Hennen
« Antwort #28 am: 04.03.2013, 16:53:15 »
Der Junge an der Theke spuckt aus und beugt sich über die Münzen, um sie zu zählen.

Als Hennen auf den Reisenden zugeht, erkennt er erst mehr von seiner Gestalt. Seine Arme und Beine sind dürr, aber über den Gürtel hängt ein Bauch. An den Fingern der Hand, die flach auf dem Tisch liegt, prangen schwere, eiserne Ringe an drei Fingern. Eisen... oder Silber? "Meine Fahrt geht Richtung Hauptstadt. Neue Ladung besorgen, die ich dann in den Dörfern loswerden kann." Er fährt sich durch das schüttere Haar. "Hinten auf der Ladefläche liegen nur noch ein paar Krüge und Eisengeschirr, das ich nicht mehr los geworden bin. Platz genug für einen jungen Mann..." Er legt den Kopf etwas schief. "...wenn er keinen Ärger macht."

Hennen

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Hennen
« Antwort #29 am: 04.03.2013, 21:58:48 »
"Natürlich werde ich Euch keinen Ärger machen." Hennen verbeugt sich zum Dank vor dem Herren. Obgleich ich Ärger leider anziehe, wie das Licht die Motten. "Wollt Ihr sofort aufbrechen? Ich bin jederzeit reisefertig."