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Autor Thema: 3. Act - Auf zum Orakel  (Gelesen 11101 mal)

Beschreibung: Dem Ziel ein Stückchen näher....

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Mystral Wolkenglanz

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3. Act - Auf zum Orakel
« Antwort #150 am: 05.08.2014, 15:01:47 »
Mystral schaut einige Momente voran, hebt dann die Mundwinkel und nickt. "Wenn man schon so höflich gebeten wird, gerne." Als ein Orakel war sie mit göttlichen Stimmen und göttlicher Nähe aufgewachsen und darum nicht übermässig von der heiligen Aura des Ortes eingeschüchtert. Beeindruckt vielleicht, und sicherlich mit gewisser Ehrerbietung, aber zur Salzsäule würde sie vor den Göttern nicht erstarren. Sie bezweifelte, dass jene überhaupt dafür Zeit hätten. In den Saal eintretend, verneigt sie sich, winkt dann die anderen mit und geht auf den zentralen Altar zu, außer, ihr folgt sonst niemand anderes.
Caela sanguine nigra,
Fates ignifer mortem cantat.
Audite: fatem pericular,
Fates ignifer mortem cantat.

Braxamig

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3. Act - Auf zum Orakel
« Antwort #151 am: 06.08.2014, 01:07:38 »
"Also so viel Besonderes kann ich nicht erkennen. Die ollen Chefs aus den Ebenen sind hier verehrt worden und haben wohl auch ihre Anhänger belohnt. Aber es scheint nicht gefährlich. Seht ihr?"
Damit geht Braxamig mit federndem Schritt, der die Feder an seinem Hut schwingen läßt, in die Mitte der Steine und betastet den mittleren Block. Aber auch hier weicht Grixamab, das schlangenartige Eidolon, nicht weit von seiner Seite.
Aber dann fällt sein Blick auf Mystral, die ihnen zuwinkt.
"Schaut mal! Mystral hat auch was entdeckt. Gehen wir erstmal zu ihr."
Und schon ist er wieder auf dem Weg. Ganz vergessen scheint sein Interesse für den Steinkreis zu sein.

Esteban

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3. Act - Auf zum Orakel
« Antwort #152 am: 08.08.2014, 14:42:33 »
"Nicht allein?", fragt Esteban, "Zum Glück hatte ich ja sowieso vor mitzukommen. Haha." Fröhlich, ob dieser Begrüßung marschiert Esteban neben Mystral her und schaut sich im Tempel um. Auch wenn die Flammen faszinierend waren, gab es bestimmt noch anderes interessantes.

Nimys

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3. Act - Auf zum Orakel
« Antwort #153 am: 10.08.2014, 14:35:12 »
Nimys nickt, als Braxamig sie auf die Ungefährlichkeit der Energien hinweist. Nicht jede Art der Magie ist gefährlich.
Dann fällt auch ihr Blick auf die winkende Mystral, die im Eingang des Tempels steht. Die Orakelschwestern schienen sich im Gebäude aufzuhalten.
Somit folgt sie Braxamig und seinem schlangenhaften Begleiter Grixamab erneut.

TKarn

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3. Act - Auf zum Orakel
« Antwort #154 am: 13.08.2014, 23:15:58 »
Tasha de Winter

Tasha schaut aus dem Fenster des Wirtschaftsgebäude, in dem die Pilger während ihres Besuches beim Orakel eine Unterkunft finden. 'Da draussen tut sich etwas', stellt sie fest, als sie die 5 Gestalten bemerkt, die den Berg hinaufgekommen sind und sich auf dem Plateau umschauen. Kurz teilt die Gruppe sich auf, ein Teil besucht das alte Heiligtum, die anderen gehen gleich in den Tempel des Orakels. Kurze Zeit später folgen ihnen die Heiligtumbesucher. Ist jetzt die Zeit gekommen, das Zeichen der Götter zu sehen?

Die Anderen

Wahrlich erstaunlich ist das Innere des Tempels. Hier wurde wohl auf jeglichen Prunk verzichtet. außer dem Säulenkreis gibt es nur das Feuerbecken im Inneren des Raumes. Mystral und Esteban schauen sich das schon an, als Braxamig, Grixamab und Nimys den Säulenkreis betreten.

"Willkommen... Willkommen... Willkommen... Willkommen... Willkommen... "

Die Stimme scheint von überall um euch herum zu kommen, spärisch und körperlos.

"Da seid ihr nun am Ziel eurer Reise... Reise... Reise... Reise... Reise..."

Die Stimme scheint mehr Substanz zu haben.

"Erzählt, was ist euer Begehr?  Begehr?  Begehr?  Begehr?  Begehr?"

Die Stimmen sind kräftig, als eine gewaltige Stichflammen im Feuerbecken entsteht. Während dessen  erscheinen vor den Säulen von fünf junge Mädchen aus dem Nichts. Jede steht vor einer Säule. Sie gleichen sich auf Haar und trotz ihrer scheinbaren Jugend strahlen sie eine Würde und Weisheit aus, die ihr noch nicht vorher erlebt habt. Sie sind fein und grazil, von überirdischer schönheit, doch scheinen sie Menschen zu sein.

Tasha de Winter

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3. Act - Auf zum Orakel
« Antwort #155 am: 14.08.2014, 10:59:17 »
Seit fast einer Woche kampiert Anastasia schon in dieser schaurig-verlassenen Anlage. Jeden einzelnen Stein hat sie hier schon umgedreht, im Tempel ebenso wie im Pilgerhaus und am Steinkreis.[1]

Da ist zunächst das Pilgerhaus mit zehn Zimmern zu je fünf Betten, alle bezogen und ordentlich, als warteten sie auf den nächsten Gast. Zwar ist alles ein wenig verstaubt, auch Spinnweben gibt es, aber erweckt es den Anschein von nur wenigen Monaten der Verlassenheit, nicht von zweihundert Jahren. So alt ist aber der "jüngste" Bericht von "Überlebenden", soweit Tasha weiß. Wie ein verwunschenes Märchenschloss kommt es ihr hier vor.

Überhaupt das Wort 'Überlebende'. Das hat so gefährlich geklungen—auch ihre Ordensobersten sprachen von höchster Gefahr, als sie Anastasia den Auftrag erteilten—dass Tasha in den ersten Nächten sitzend und in Vollplatte geschlafen hatte, oder vielmehr war sie auf ihrer einsamen Wache ab und zu eingenickt, sodass sie am nächsten Tag völlig erschöpft und gerädert aufwachte. Nur mit Nijuns Hilfe und Gnade hatte sie wieder zu Kräften kommen können.

Doch es war nichts passiert. Hier ist einfach niemand und nichts. Keine Orakelschwestern, keine Inschriften, keine sonstigen Schriften, nicht einmal ein säuselnder Windhauch, der nachts um das Gebäude strich und einem Menschen, der zuviel Phantasie besitzt, eingeben könne, es seien Geister und überirdische Stimmen unterwegs. Tempel und Steinkreis sind ebenso verlassen wie das Pilgerhaus.

Inzwischen neigt sich ihr Proviant, trotz strenger Rationierung, dem Ende zu. Was tut sie hier? Wie lange soll sie hier noch herumsitzen und warten und hoffen, während Rowain in Gefahr ist! Denn darum kreisen ihre Gedanken unentwegt, seit sie sich hier "eingelebt" hat und sich nicht mehr darum sorgt, jeden Augenblick mit einer übernatürlichen Gefahr konfrontiert zu werden.

Er sei nicht mehr auf dieser Welt, haben ihre ehemaligen Lehrmeister behauptet. Wie kann das sein? hat sie gefragt, wo ist er denn? Wo habt Ihr ihn nur hingeschickt?

Und die Lehrmeister antworteten: "Wir haben ihn nirgendwo hingeschickt. Hat er das behauptet? Nun, dann hat er dich belogen. Das haben wir ihm ja leider nicht beibringen können, dass nur die Wahrheit ehrenvoll ist, die Lüge und die Täuschung aber Schande bringen und mit dem Laster Hand in Hand gehen."

Bei dem Wort 'Laster' verdunkelte sich der Blick des Lehrmeisters, welcher auf Anastasia ruhte, und wurde noch strenger, als er zu ihrem wieder flachen Bauch wanderte. Doch erwähnte der Meister ihr Laster heute ausnahmsweise einmal nicht, sondern fuhr ruhig fort:

"Nun, trotz seines Hangs zur Unwahrheit—oder vielleicht gerade deshalb—brauchen wir Rowain jetzt. Du musst ihn finden. Und deshalb wirst du dich auf den Weg zum Orakel von Battice machen, im Wald von Barradur, bei den Tafelbergen. Dort sollst du beten und meditieren und warten, ob die Orakelschwestern dir den Willen der Götter offenbaren. Denn wisse: das Weltengefüge wurde erschüttert. Was Rowain damit zu tun hat? Wir wissen es nicht genau. Die Götter haben uns nur eine Ahnung gegeben. Sein Verschwinden von dieser Welt... und die Erschütterung des Weltengefüges... es hängt zusammen. Wie, fragst du? Kind, woher sollen wir das wissen! Deshalb schicken wir dich ja zum Orakel. Seit zweihundert Jahren war niemand mehr dort. Es heißt, das Orakel schweigt seitdem. Es heißt, das Orakel spricht nur in Zeiten höchster Not, höchsten Aufruhrs. Also geh dorthin und bete. Bete für uns alle."

Und so ist Anastasia nun hier, verwirrt und halb wahnsinnig vor Angst um den geliebten Freund. Nicht mehr auf dieser Welt! Geschworen hat sie, ihn zu suchen und wenn sie dafür bis ans Ende der Welt reisen müsste, aber... nicht mehr auf dieser Welt! Wie kann das sein? Wie passiert so etwas? Heißt das nicht, dass er tot ist? Grundgütige Nijun, lass ihn nicht tot sein!

Immer mutloser wird sie, bis sie eines nachmittags[2] aus ihrem angstvollen Grübeln aufgeschreckt wird. Fünf Gestalten nähern sich dem Tempel und dem Steinkreis. Erst teilen sie sich auf, dann versammeln sie sich alle im Tempel. Und gleich darauf scheint sich dort etwas zu tun. Anastasia kann von ihrem Fenster aus den Torbogen sehen. Licht scheint daraus hervor, als wären im Inneren sämtliche Fackeln an den Wänden und Kerzen in ihren Haltern entzündet worden.

Anastasia schnappt sich ihr Schwert, gürtet es ihm, hastet durch die Gänge des Pilgerhaus ins Freie und dann im Laufschritt auf den Tempel zu.
 1. search, take 20 = 22; fällt mir noch irgend etwas auf, dass ich im folgenden nicht eh schon beschreibe?
 2. Tageszeit? morgens, mittags, nachmittags, abends?
« Letzte Änderung: 14.08.2014, 11:29:46 von Tasha de Winter »

TKarn

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3. Act - Auf zum Orakel
« Antwort #156 am: 21.08.2014, 09:04:44 »
Anastasia betritt den Tempel und das Säulenrund, als die 5 Mädchen vor den Säulen auftauchen. Zwar wollte sie die Fremden etwas fragen, aber die Situation schien jetzt keine Zeit für ein Gespräch zu bieten.
« Letzte Änderung: 21.08.2014, 09:05:36 von TKarn »

Nimys

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3. Act - Auf zum Orakel
« Antwort #157 am: 30.08.2014, 09:14:10 »
Nimys war ehrfürchtig vor dem Orakel auf die Knie gegangen, so wie sie es zu Hause bei ihrem kleinen Schrein, welchen sie zu Ehren ihrer Göttin Takuja gebaut hatte, tat. Auch hatte sie sich wie gewohnt ihrer Waffen entledigt, die sie neben den Eingang gelegt hatte. Ihr Blick ruhte auf den fünf Mädchen, die scheinbar die erwähnten Orakelschwestern waren.
Erleichterung durchstömte Nimys, als ihr mit jeder Sekunde immer klarer zu werden schien, dass sie sich tatsächlich am Ziel ihrer Reise befanden.

Sie blickte Braxamig und Mystral an, denen sie mit einem Handzeichen deutlich machte, dass sie dem Beschwörer und der Mystikerin den Vortritt ließ. Sie waren nach Siegeltor gekommen, um den Segen für die Reise an diesen Ort zu erbitten. Sie waren es gewesen, die das Orakel aufsuchen wollten, um einem Mysterium, das ihre Stadt umhüllt hatte, auf die Spur zu gehen.
« Letzte Änderung: 30.08.2014, 09:36:55 von Nimys »

Braxamig

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3. Act - Auf zum Orakel
« Antwort #158 am: 31.08.2014, 01:19:24 »
Braxamig schaut sich die versammelte Mannschaft an. Anscheinend möchte niemand mit den wundersamen Damen reden, also begibt er sich nach vorne. Dabei übersieht er erst mal die neu angekommene Frau. Zu sehr ist von den Vorgängen vor sich gefangen.
Aber mehr als drei Schritte macht er zunächst in den Orakeltempel nicht hinein.
Dort verbeugte er sich nacheinander ehrfürchtig in Richtung der fünf Mädchen.
"Einen schönen guten Tag, wünsche ich. Mein Name ist Braxamig. Ich freue mich, endlich mit euch reden zu können.
Aber das wißt ihr ja alles schon, schließlich seid ihr ein Orakel.
Unser Begehr ist es, wie ihr euch denken könnt, zu erfahren, was es genau mit der Zeitmanipulation, die auch Auswirkungen auf Nebelfels hatte, auf sich hat. Und wie das Piratenschiff und seine Besatzung da mit hineinspielen.
« Letzte Änderung: 31.08.2014, 01:23:54 von Braxamig »

TKarn

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3. Act - Auf zum Orakel
« Antwort #159 am: 02.09.2014, 10:31:28 »
"Dann höret und folget", ertönt es, wie 5 Stimmen in eurem Kopf. Die Frauen bewegen sich wie in einem Reigen um euch, kaum von einander zu unterscheiden. In luftige Gewänder gehüllt, jedoch nicht unbewaffnet. Schmale Klingen hängen an den Seiten der Damen herab, jedoch machen sie keine Anstalten, euch feindlich gegenüberzutreten.

"Dann höret und folget", ertönt es wieder.

Dann beginnt eine einzelne Stimme:

"Getrieben von verschmähter Liebe Hass, geblendet von der dunklen Brüder Macht.
Verführt, verirrt,  gefangen in der Zeiten dunkler Nacht.
So wird verändert des Schicksals Weg und dunkle Mächte kriechen hervor,
aus der Zeiten Gefängnis."


Nahtlos folgt ein weiterer Text, die stimme gleich und doch anders:

"Geht hin zu der alten Stätte,  wo verehrt werden die Götter seit ewigen Zeiten.
Steigt, in Verehrung, hinab in die Tiefe, die verborgen wird durch der Götter Schrein.
Bergt dort den Schlüssel zum Tor der alten Welt."


Wieder scheint die Stimme zu wechseln:

"Dann eilet hinüber zum versiegelten Tor, verborgen unter hohem Turm.
Der Eingang im Kloster bewacht vom Schützer selbst, im Reigen der Ersten.
So folgt dem verborgenen Pfad ins vergessene Reich."


Der Reigen der Grazien wird schneller, als schon die nächste Strophe in euren Köpfen ertönt:

"Dann sucht bei Sha'Dul die Kriegerkinder der Ersten und folgt in aller Heimlichkeit,
den Auserwählten zum Tempel der Zeit.
Durchschreitet das Portal und stoppt den Verräter.
So kann er nicht helfen dem Schrecken der Meere."


Eine letzte Stimme ertönt in euren Köpfen:

"Dann ist gerichtet der Zeiten Lauf,
kein Geist mehr bedroht die Stadt.
Doch eilet, schon regen sich die, die Gefangen sind in der Ewigkeit.
Sie schicken gar schon ihre Diener."


Eine Stichflamme zuckt in dem zentralen Becken nach oben und blendet euch für eine kurze Zeit.

"Geht, die Zeit drängt!"
"Geht, die Zeit drängt!"
"Geht, die Zeit drängt!"
"Geht, die Zeit drängt!"
"Geht, die Zeit drängt!"

Als die Helligkeit nachlässt, seht ihr nur noch einen goldenen Funkenregen, der sanft auf euch niederschwebt. Von den fünf Mädchen ist nichts mehr zu sehen.

War das wirklich real?
« Letzte Änderung: 02.09.2014, 13:43:30 von TKarn »

Tasha de Winter

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3. Act - Auf zum Orakel
« Antwort #160 am: 02.09.2014, 10:59:22 »
"Halt, wartet, ich wollte auch noch etwas fragen!" ruft Anastasia entsetzt. Sie stürmt durch den Tempel auf den Säulenkreis zu, in welchem die fünf Fremden noch stehen—geblendet und, so scheint es ihr, erst einmal sprachlos.

"'Getrieben von verschmähter Liebe Hass, geblendet, verführt, verirrt, gefangen...' Über wen redet ihr da? Redet ihr da über Rowain? Und wenn ihr sagt, der Verräter müsse gestoppt werden, meint ihr damit auch ihn? Das kann nicht sein! Er würde uns niemals verraten! Er würde niemals für das Böse kämpfen! Kommt zurück und antwortet mir, bei allen guten Göttern, ich flehe euch an! Kann er noch gerettet werden?"
« Letzte Änderung: 02.09.2014, 11:06:51 von Tasha de Winter »

Nimys

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3. Act - Auf zum Orakel
« Antwort #161 am: 02.09.2014, 13:34:44 »
Auch Nimys hält ihren Arm Schützend vor ihr Gesicht, als die Orakelschwestern in einer Stichflamme verschwinden. Dies war die erste Prophezeihung, die sie in ihrem Leben gehört hatte. Konzentriert ließ sie sich die Worte der Schwestern durch den Kopf gehen:

Dunkle Brüder... der Weg des Schicksals sollte geändert werden.
Gefangen in der Zeiten dunkler Nacht
dunkle Mächte kriechen hervor, aus der Zeiten Gefängnis.

Die Dunklen Brüder... zunächst dachte Nimys an die Bruderschaft der blutigen Schatten, die das Luftschiff angegriffen hatten. Doch irgendetwas sagte ihr, dass es sich nicht um die Verbündeten des verräterischen Kapitäns Verisior, welcher Lord Thackery scheinbar tot sehen wollte, handelte. Vermutlich waren die Dunklen Brüder eine eigene, finsterere Gruppierung.

Geht hin zu der alten Stätte, wo verehrt werden die Götter seit ewigen Zeiten.
Steigt, in Verehrung, hinab in die Tiefe, die verborgen wird durch der Götter Schrein.
Bergt dort den Schlüssel zum Tor der alten Welt.

Scheinbar ging es um einen weiteren heiligen Ort. Das Tor der alten Welt... handelt es sich dabei um eine andere Welt, die zwar noch existiert, aber gänzlich verlassen ist, von den Menschen vergessen? Oder reiste man in der hiesigen Welt in der Zeit zurück, um die Welt in einem bisher unbekannten Zustand zu sehen?
War der Schlüssel tatsächlich notwendig, obwohl sich besonders Nimys meisterlich auf das knacken von Schlössern verstand? Kaum merklich schüttelt Nimys den Kopf. Warum sollte ausgerechnet die Stelle mit dem Schlüssel wörtlich gemeint sein, wenn sich das Orakel ansonsten in versponnenen Phrasen äußerte? Es musste eher ein magischer Gegenstand sein, vielleicht ein Edelstein, ein Zauberstab, Schmuck oder etwas gänzlich anderes.

Eilet hinüber zum versiegelten Tor, verborgen unter hohem Turm.
Der Eingang im Kloster bewacht vom Schützer selbst, im Reigen der ersten.
So folgt dem verborgenen Pfad ins vergessene Reich.

Bewacht vom Schützer selbst... scheinbar gilt es, einen Wächter zu überwinden, der das Tor unter einem Hohen Turm bewacht.

sucht bei Sha'Dul die Kriegerkinder der Ersten und folgt in aller Heimlichkeit,
den Auserwählten zum Tempel der Zeit.
Durchschreitet das Portal und stoppt den Verräter.
So kann er nicht helfen dem Schrecken der Meere.

Die ersten Kinder... Hatten sich nicht jene Elfen, die der Verderbnis zum Opfer gefallen waren als "Kinder der ersten" bezeichnet?
Jene kriegerkinder der ersten verfolgen... solange jene nicht Nimys und ihre gefährten verfolgten... erneut sieht sie vor ihrem inneren Auge, wie sie durch einen nadelspitzen Pfeil -den sie immer noch auf Spuren von Gift oder Magie untersuchen wollte- zu Boden ging. Das könnte sich als schwieriges Unterfangen erweisen.
Auf der anderen Seite des Portals schien ihr Gegenspieler zu sitzen... der wiederum einen Schrecken der Meere unterstützen sollte.

Dann ist gerichtet der Zeiten Lauf,
kein Geist mehr bedroht die Stadt.
Doch eilet, schon regen sich die, die Gefangen sind in der Ewigkeit.
Sie schicken gar schon ihre Diener.

Irgendwo scheint die Zeit im Moment nicht normal zu verlaufen.
Geister bedrohen eine Stadt... Dies schien der Grund gewesen zu sein, warum ihre Gefährten aus der Ferne angereist waren.
Die, die Gefangen sind in der Ewigkeit schicken ihre Diener... Viel Feind, viel Ehr' - und mindestens ebenso viele Probleme.

Schweigend, noch immer ehrfürchtig und ergeben vor den Säulen kniend lässt Nimys ihre Gedanken zu dieser Prophezeihung durch ihren Kopf wandern. Bestimmt konnten ihre Gefährten, die sich besser mit Magie, Göttern und Geheimnissen auskannten (allen voran Mystral - die Dienerin der Göttin Narissa, Braxamig - zweifellos ein Erfahrener Kenner der arkanen Magie und des Jenseits. Und dann gab es noch ihren Lehrmeister Camrel, mit dem sie die ersten Schritte in den Studien und der Anwendung der arkanen Magie gemacht hatte.), dabei helfen einen klaren Pfad in den verschlungenen Wegen, die diese Prophezeihung der Orakelschwestern zeigte, zu finden.
« Letzte Änderung: 02.09.2014, 13:54:01 von Nimys »

Mystral Wolkenglanz

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3. Act - Auf zum Orakel
« Antwort #162 am: 07.09.2014, 10:13:52 »
Mystral lauschte aufmerksam dieser Prophezeiung, ein leichtes Lächeln auf ihren Lippen, auch wenn die Anweisungen, die da vor ihnen ausgebreitet wurden, nicht gerade simpel waren. Scheinbar waren die Geschehnisse, denen sie begegnet waren, nur die Speerspitze einer gewaltigen Bedrohung. Wie gut war es, dass sie sich entschlossen hatte, sich dieser Sache anzuschließen. Zwar hätte sie noch gerne ein wenig mit diesen Orakelschwestern geplaudert, aber offensichtlich hatten jene andere Pläne. "Danke schön, wir machen uns gleich auf den Weg!" sprach Mystral dann fröhlich in den Raum und erhob sich wieder, klopfte etwas ihren Rock ab, bevor sie ein Notizbuch hervorholte und die Worte des Orakels im Auranischen Skript auf Papier bannte. Sie hatte zwar gelernt, ihre eigenen Visionen im Gedächtnis zu halten, aber jene waren meistens Bilder und Zeichen, und nicht solche ewig langen Gedichte. Und wenn sie eines wusste, dann, dass bei solchen Prophezeiungen einzelne Worte entscheidend sein konnten. Über die Worte nachdenken konnten sie immernoch, nun hieß es, sie auf Papier festzuhalten, damit nicht am Ende ein verwechseltes Verb eine Katastrophe auslöste.

Erst als sie damit fertig war, blickte sie auf und zu der eintretenden Person. "Oh, grüß euch! Ich weiß ja nicht, wer ihr seid, aber wenn die Schwestern euch nicht antworten wollen, werden sie es wohl nicht tuen.. Sie sind da wohl etwas eigen, hmm? Aber vielleicht antworten sie auch nur dann, wenn die Welt bedroht ist? Oder die Antwort war auch für euch gedacht." Diese neu hinzutretende Person wirkte auf Mystral nicht sonderlich bedrohlich, auch wenn dies wahrlich ein seltsamer Ort für ein zufälliges Treffen war.

"Also.. was solche Orakelsprüche angeht, meiner Meinung nach folgt man ihnen einfach Schritt für Schritt und schaut, was nach und nach Sinn ergibt. Und der erste Schritt ist ja mal klar. wir müssen natürlich.. äh..."[nb]Wissen Religion 16: Was könnten die Schwestern meinen mit einem Ort, wo seit Ewigkeiten die Götter verehrt werden?[/b]
Caela sanguine nigra,
Fates ignifer mortem cantat.
Audite: fatem pericular,
Fates ignifer mortem cantat.

Tasha de Winter

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3. Act - Auf zum Orakel
« Antwort #163 am: 11.09.2014, 10:42:10 »
Anastasia versuchte verzweifelt, sich zu merken, was die Orakelschwestern gesagt hatte, doch dabei blieb sie immer wieder an der ersten Strophe hängen. Die dunklen Brüder? Wer waren die dunklen Brüder? Hatte sie davon schon einmal gehört? Wenn ja, so kam sie gerade nicht darauf, weil ihre Gedanken wild durcheinander gingen. Wie konnte Rowain sich nur mit so jemandem einlassen, er war doch schließlich nicht dumm! Und was war mit 'in der Zeiten dunkler Nacht' oder 'aus der Zeiten Gefängnis' gemeint?[1]

Sie bemerkte, dass die kleine Feenfrau sich rasch alles notierte, und wollte sie schon ansprechen, da kam diese ihr zuvor.

"Eine Bedrohung für die ganze Welt? Ja, darum geht's bei mir ja auch. Die Obersten meines Ordens haben 'Erschütterungen im Weltengefüge' festgestellt, was immer das heißt. Eine Woche bin ich schon hier und habe nicht herausgefunden, was damit gemeint sein soll. Also, ich denke ja, die Orakelschwestern wollten mit mir nicht reden, weil es genau fünf Personen braucht, sie auf den Plan zu rufen. Fünf Schwestern, fünf Pilger. Das hätten die Obersten meines Ordens ja eigentlich auch wissen und mir vier Kameraden mitgeben sollen, wenn es um so etwas wichtiges wie die Welt geht!"
 1. Knowledge (religion) = 13
« Letzte Änderung: 11.09.2014, 10:43:00 von Tasha de Winter »

Mystral Wolkenglanz

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3. Act - Auf zum Orakel
« Antwort #164 am: 11.09.2014, 13:21:33 »
"Versteh einer schon Orakel. Die sind seltsam im Kopf, sage ich euch." meinte Mystral gut gelaunt und lachte dazu, dann blickte sie kurz über ihre Notizen und steckte sie dann fort. Sie meinte das nicht böse, eher selbstironisch, war sie ja selber so etwas, auch wenn sie keinen Tempel hatte. "Wie dem auch sei, mir scheint, euer Orden hat nicht ganz unrecht. Und wir, die wir eigentlich nur eine seltsame Begebenheit untersuchen sollten, dürfen jetzt wohl selber die Welt retten.. die Schwestern schienen zumindest nicht vorzuschlagen, dass wir jemand anderen bitten, der sich damit auskennt.

Aber nur weil die Welt in der Waagschale liegt, muss man ja nicht gleich unhöflich werden, nicht wahr? Mystral Wolkenglanz mein Name, werter Herr, und vielleicht wollt ihr ja ein wenig mit uns reisen? Die Welt ritten oder so etwas? Ihr müsst ziemlich stark sein, wenn ihr es alleine hierher geschafft habt."
Caela sanguine nigra,
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Audite: fatem pericular,
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