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Autor Thema: Geisterstadt  (Gelesen 94615 mal)

Beschreibung: Episode 1.2

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Schnüffler

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Geisterstadt
« Antwort #570 am: 06.06.2015, 14:15:42 »
Schnüffler deutete auf die Untoten, während er zu Will gewandt sagte: "Welcher von Euch da drinnen ist der Schweigsamste? Denn brauchen wir jetzt, sonst wirst Du mehr brauchen als die Scheide zum Schwert." Seine Stimme war weniger streng und tadelnd als vielmehr belustigt. Dieses Spiel mit den Personen schien den Ork irgendwie zu erheitern.
« Letzte Änderung: 06.06.2015, 14:15:49 von Schnüffler »
"Die Grausamkeit der meisten Menschen ist Phantasielosigkeit, und ihre Brutalität Ignoranz."
Kurt Tucholsky

Senses: Perception +6 (+8 um Wertgegenstände zu finden), Darkvision 60 ft., Scent, Coincunning (sucht immer aktiv nach Wertgegenständen im Umkreis von 10 ft.)

Sternenblut

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Geisterstadt
« Antwort #571 am: 06.06.2015, 17:10:32 »
Das kleine Mädchen nickte auf Schnüfflers Frage. "Kann ich, ja."

Dem Entschluss, am Eingang zum Flußsystem zu warten, stimmte Katarina zu. "Gut, dann haben wir ja jetzt einen Plan." Sie sah zu den wandelnden Toten. Der Geruch von totem Fleisch wurde durch den leichten Mittagswind zu den Gefährten herübergetragen. "Ich bin froh, wenn wir hier wegkommen."

Ysari, wie Omrah den "blauen Wolf" getauft hatte, zappelte immer mal wieder heftig, doch nicht so sehr, dass Will ihn nicht halten konnte. Und so machte sich die Gruppe auf den Weg. Ein einzelner Wiedergänger begegnete ihnen noch, eine junge Frau in einem weißen Hochzeitskleid, das inzwischen schmutzig von Dreck, Blut und Fleischfetzen war. Schnüffler kümmerte sich um die Untote, und so erreichten sie bald den Eingang: Ein Blumenladen, von dem bis auf das äußere Metallschild nicht viel übrig war. Hinter der Theke war eine Kellerluke, und im Keller wiederum betätigte Katarina einen versteckten Mechanismus, der eine Treppe weiter nach unten öffnete.

Die Art des Gangs kannten bis auf Will und Arjen schon alle: Gemauerte Wände, die etwa so aussahen, als hätte man eine breite, gepflasterte Straße an den Seiten nach oben verbogen, um einen grob kreisförmigen Gang zu erzeugen. Der Boden war halbwegs gerade gebaut, doch die unregelmäßig angelegten Steine und die hohe Luftfeuchtigkeit erforderten eine gewisse Konzentration beim Laufen, während das Atmen in der leicht abgestandenen Luft nicht sehr angenehm war.

Ysari wurde sofort unruhiger, als Will ihn mit in den Tunnel nahm, dennoch gab er sich keine große Mühe, zu fliehen. Ob er Will nun vertraute, oder es eher eine Art Schockstarre war, konnte der Barde unmöglich sagen.

Katarina führte die Gruppe einige Minuten durch die Gänge. Es gab Abzweigungen, Kurven, Kreuzungen, Luftschächte, sogar an einer Leiter, die noch weiter nach unten führte, kamen sie vorbei. Ihr Weg führte sie jedoch daran vorbei, bis sie an eine Kreuzung kamen.

Der Gang war hier etwa wie ein Y geformt. Katarina erklärte, dass der rechte Gang zum Fluss führte - und tatsächlich war in einiger Entfernung das Plätschern von Wasser zu hören. Sie deutete auf den linken Gang. "Dorthin geht es zum Sanatorium. Es gibt zwei weitere Abzweigungen in dem Gang. Mein Vorschlag wäre, dass die, die zurück bleiben, den Bereich untersuchen, damit wir keine bösen Überraschungen erleben. Die anderen sollten sich auf den Weg machen." Sie sah in die Runde. Es war offensichtlich, dass sie noch etwas zu sagen hatte. "Da ich die Karten von Mentaru kenne, schlage ich vor, dass ich hierbleibe. Richtung Fluss erwarte ich keine bösen Überraschungen - wenn doch, sollte diese Gruppe einfach schnell zurückkehren. Wenn aber hier irgendetwas passiert, braucht diese Gruppe eventuell mein Kartenwissen."

Sie zuckte mit den Schultern. "Aber mir soll es letztlich egal sein. Gelirion, da du der Anführer bist, solltest du das entscheiden."

Danach sah sie noch einmal in Richtung des rechten Ganges. "Und danach sollte sich die Gruppe, die zum Fluss geht, sofort auf den Weg machen."

Sie hatte kaum ausgesprochen, da bemerkte Gelirion, wie das Kind in seinem Arm sich bewegte. Es schlug blinzelnd, fast mühsam die Augen auf, hustete einmal leicht, und grinste den Paladin dann an.
« Letzte Änderung: 06.06.2015, 20:10:19 von Sternenblut »
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Omrah

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Geisterstadt
« Antwort #572 am: 07.06.2015, 02:30:38 »
Auf dem Weg zu ihrem Bestimmungsort blieb Omrah stumm und versuchte sich so nah wie möglich an der Gruppe zu halten. Es war ein unangenehmer Weg und das lag nicht nur an der abgestandenen Luft oder der hohen Luftfeuchtigkeit. Was den Jungen wirklich störte - ja, auch Angst machte - war die Dunkelheit in den Tunneln, aus der sich Schatten in seine Richtung zu strecken schienen. Fast als würde diese Schwärze leben und nach ihm greifen wollen. Ganz automatisch suchte er nach der Laterne und einer Kerze in seiner Tasche, um für schützendes Licht zu sorgen. Erst dann fiel ihm wieder der Stein ein, den er von Will erhalten hatte. Ein kurzes Lächeln huschte über sein Gesicht und so ging er von dem magischen Leuchten geschützt, weiter durch die Tunnel.

Omrah versuchte auf dem Weg seine Neugierde in Schach zu halten und machte sich nicht viele Gedanken darüber, was der Sinn von noch tieferen Gängen war. Vielleicht würde er in der Zukunft die Möglichkeit haben, diese zu erkunden. In diesem Zusammenhang erinnerte er sich an das Versprechen, welches er Ryffa gegeben hatte. Wenn er wieder im Sanatorium war, wollten sie zusammen auf Erkundungstour gehen. Vermutlich konnten sie das vergessen, wenn sie wirklich in die Sonnenstraße gehen würden aber er war sich sicher, dass sie auch etwas Anderes zum entdecken finden würden.
Omrah wischte diese Gedanken beiseite und konzentrierte sich wieder auf das Hier und Jetzt. Er ging einige Schritte in Richtung des rechten Ganges und drehte sich nochmal um. "Bereit?" fragte er insbesondere Rotznase aber auch den Rest der Gruppe. 
« Letzte Änderung: 07.06.2015, 02:32:36 von Omrah »

Areo

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Geisterstadt
« Antwort #573 am: 07.06.2015, 20:55:53 »
Die Gruppe setzte sich endlich wieder in Bewegung. Die schöne Frau namens Katarina führte all die Überlebenden an jenen Wiedergängern vorbei und Areo kam nicht umhin sich dabei zu wundern, wie wenig Respekt mehr er im Grunde noch für die Varsallen des Untodes aufbringen konnte. Für ihn waren sie in den vergangenen Stunden, seit der Nacht des Blutes, zu nicht viel mehr verkommen als Hindernisse, deren Größe und Blockade lediglich in ihrer Anzahl und Häufigkeit festgelegt wurde. Dies wurde ihm schmerzlich bewusst, als plötzlich die entstellte Frau im weißen, wehenden Kleid behäbig auf sie zugestolpert kam. Seine ersten Blicke galten dabei dem Ziel und der Entfernung bis zu jenem - unterbewusst verglich er ihre Strecke mit der Geschwindigkeit des Monsters. Doch dann blieb, aus welchem Grund auch immer, sein Blick plötzlich an jenem, von Dreck und Unrat verkrusteten, Kleid hängen. Wieso ist das Ding so festlich gekleidet? Der Gedanke schoss ihm unbeholfen durch den Kopf und traf sein Gewissen völlig unvorbereitet.

Wer bist du... ?

Er musterte das von unstillbarer Gier verzerrte Gesicht und versuchte hinter dieser durch und durch bösartigen Maske einen Schimmer ihrer früheren Selbst zu finden. Eiskalt rann der Schauer jener eigentlich vertrauten Erkenntnis seinen Rücken hinab, wie ein Meer heißer Nadeln, das ihm die Haut unsichtbar verätzte. Die Hindernisse... Sie waren einst intelligente Lebewesen. Menschen, Zwerge, Elfen, Gnome... Wie konnte er nur so schnell...?

Seine Kopfschmerzen dröhnten und er wandte sich ruckartig von der Frau ab, sodass er gar nicht mehr sah, wie Schnüffler ihrem untoten Dasein ein schnelles, schmerzfreies Ende bereitete. Während er der Gemeinschaft in den Laden und die darunter liegenden Gewölbe folgte, hallte in seinen Gedanken ein einziges Wort: Überleben... Überleben! Doch die Schuld wich dennoch nicht von seinen Schultern; die Scham verlor sich nicht hinter jenem, doch eigentlich so kraftvollem Wort. Bei den verbotenen Hainen... Was ist nur aus mir geworden?



Eine Weggabelung; gewechselte Blicke... Gesprochene Worte. Es schien, als wären sie erneut an einer Entscheidung angelangt. Ain schnüffelte an den kühlen, unterirdischen Wänden und schien in dieser Tätigkeit voll involviert - so wartete Areo behutsam an der Seite Schnüfflers darauf, wie sie nun weiter verfahren würden.

« Letzte Änderung: 07.06.2015, 20:56:48 von Areo »

Gelirion

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Geisterstadt
« Antwort #574 am: 08.06.2015, 11:24:13 »
Zum Glück hatte sich Schnüffler um die Braut gekümmert. Gelirion, mit dem Kind, sah ihm dabei still zu. So wie sie aussah, konnte er sich gut ausmahlen was passiert war. Eine schöne Zeremonie und dann ein großes Gelage. Wie grausam, diese Monster doch waren, die die diesen Fluch über die Stadt gebracht hatten. Unmerklich drückte er das Kind fester an sich.
Nachdem die Frau erlöst war, gesellte sich der Paladin zum Druiden. Er versuchte ihm in der Zeit bis zu den Tunneln die Lage klar zu machen, dass sie versuchen würden, über die Tunnel ins Sanatorium zu gelangen. Auch ließ er ihn sich das Kind ankucken und deutete mit den Händen an, dass der Zauberer das Kind opfern wollte. Opfern für einen, wie er langsam dachte, unausgegorenen Plan, im Sanatorium würde er Areo mehr darüber erzählen. Sie mussten eh dort einmal miteinander sprechen. Er verstand die Haltung des Halbelfen, seinen tierischen Freund zu schützen aber im Endeffekt kam dessen Angst zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt. Gelirion hatte sich tatsächlich auf ihn und das Tier verlassen, aber dann diese Angst. Berechtigt oder nicht, er fühlte sich nicht gerade wohl. Denn was sollte er sagen? Sollte er nicht mehr in der ersten Reihe mit seinem Schild stehen und auf die Untoten einschlagen? Guter biss ihnen nicht ins Fleisch wie das Tier aber die Chance, dass er ihr dreckiges Blut aus Versehen schluckte, war nicht minder gegeben. Für die Gruppe ignorierte er aber diese Gedanken und kämpfte.  Vielleicht hatte das Areo vergessen und sie mussten eine Lösung für das Problem finden.

Dann erreichten sie die Tunnel und es wurde wieder feucht und drückend. Doch hier unten stank es nicht so wie in der Stadt, oder besser gesagt anders und nicht nach verrottenden Fleisch. Wie sehr vermisste der Paladin gerade seine Wüste, die Klare Luft und den Geruch von Salz in der Nase. Leicht den Kopf schüttelnd, schob er sein Heimweh bei Seite und konzentrierte sich auf die Gänge. Katarina hatte einfach ein perfektes Gedächtnis. Es war gut sie hier zu haben, auch wenn sie nicht alles von sich offenbarte und nun, mit dem Artefakt, wesentlich bestimmender schien. Doch bis jetzt hatte sie noch nichts Falsches gemacht oder gesagt. Sie war zwar hart aber realistisch.
So stimmte er ihr auch an der Weggablung zu. „Richtig. Arjen, ihr wolltet Omrah begleiten. Wer noch?“ Mit einem Blick in die Runde verschaffte er sich einen Überblick. „Wenn ihr aufbrecht, vergesst nicht was Katarina gesagt hatte. Kommt zurück, wenn ihr auf Untote trefft. Wir halten euch den Rücken frei.“ dann wurde er abgelenkt vom Kind. Lächelnd blickte er es an und redete zu ihm in elfisch. Fragte ob er gut geschlafen hatte und meinte, dass es nicht mehr weit war. Offensichtlich rief das Elfenkind so etwas wie Vaterinstinkte im Paladin wach. Solange sie nicht dessen Mutter gefunden hatten, und Gelirion malte sich da nicht viel aus, würde es wohl anhalten. Er und Areo waren im Moment die einzigen, die sich mit elfischen Kindern auskannten.
« Letzte Änderung: 08.06.2015, 13:21:05 von Gelirion »

Arjen Bucalo

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Geisterstadt
« Antwort #575 am: 08.06.2015, 21:59:49 »
Als Will Arjen um Hilfe beim Tragen bat, musste der Krieger lächeln. Er nahm dem Stückeschreiber Schwert und Habseligkeiten ab und knotete beides an den Rucksack, den er bei sich trug.

Dann folgte er stumm den anderen: Als Katarina sie in den Untergrund führte, begann er die Wände derselben u mustern. Anscheinend waren die anderen schon öfter unter Tage duch Aradan gewandert. Er nahm sich vor, mit Will darüber zu sprechen, ob er etwas von diesen Gängen gewusst hatte, sobald sie eine freie Minute hätten.

Doch schon bald hatte die Gruppe die Gabelung erreicht und Katarina begann wieder damit, den Weg vor ihnen zu beschreiben. Die Frau Schloss damit, dass man sie allein zurücklassen sollte. Arjen wusste nicht genau warum - vielleicht lag es an Schnüfflers Spitzen in Katarinas Richtung; der Bucalo fand den Halbork mit seiner einfachen und ehrlichen Art immer vertrauenswürdiger und sympathischer - aber er begann damit, der Frau zu misstrauen. Allein Zurückbleiben war gefährlich und unlogisch, und das mache diesen Vorschlag verdächtig.

Doch bevor er diesen Gedanken weiterspinnen konnte, wandte sich schon Gerilion an ihn. Arjen nickte dem Halbelfen zu. "So ist es."

Er wandte sich an Omrah. Ein "Also komm" war ihm auf den Lippen, dass er sich in letzter Sekunde verkniff. 'Das ist nicht dein Sohn, mit dem du hier spazieren gehst. Der Junge bringt sich feiwillig in Lebensgefahr, um die anderen zu retten. Er verdient es, wie ein Erwachsener behandelt zu werden.'

Also nickte er auch Omrah zu und sagte: "Ich werde schräg vor dir gehen. Für den Fall, dass wir auf Widerstand stoßen, kann ich die Wiedergänger eine Zeit lang aufhalten und du dürftest schneller sein, wenn wir Hilfe rufen müssen." Also doch eine Taktik diktiert. Den Vaterinstinkt hatte er unterdrücken können - nicht aber das Verhalten des Kommandanten abstellen.

William Marlowe

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Geisterstadt
« Antwort #576 am: 09.06.2015, 10:22:19 »
"Meine letzte stumme Rolle hab ich vor dreiundzwanzig Jahren gespielt, aber ich schau mal, was sich machen lässt", antwortete Will auf Schnüfflers Frage und hielt darauf tatsächlich während des gesamten Weges zu und durch die Tunnel den Mund. Sogar Ysari beruhigte er durch Streicheln allein. Dann standen sie alle an der Gabelung und diskutierten, wer mit wem wohin gehen wollte. Will war es gar nicht recht, dass Arjen und er sich trennen sollten, aber er biss die Zähne zusammen und sagte nichts. Sein Gesicht wurde ganz rot vor Anstrengung, aber er gab nicht nach. Nicht einmal, um so etwas albernes wie: 'Pass auf dich auf!' zu sagen.

Zumindest ein Rätsel war inzwischen aufgeklärt: warum der dritte Mann—Areo—bislang so still gewesen war. Will hatte gesehen, wie Gelirion ihn vorhin mit einigen unbeholfenen, einarmigen Gebärden grob über ihren Plan zu verständigen suchte: der Mann war taubstumm. Während der Erklärungen musste Will ein paarmal grinsen: Huch, das heißt einarmig aber etwas ganz anderes, ui, jetzt wird's gar anzüglich... Doch auch jetzt, da alle hier beisammen standen und sich berieten, konnte Will kein Gespräch mit Areo anfangen oder auch nur zu erkennen geben, dass er die Gebärdensprache beherrschte, da er trotz Arjens Hilfe immer noch beide Hände für Ysari und seine restliche Habe benötigte.

"Aber wenn wir auf Wiedergänger stoßen", sagte Will zu denen, die hier bleiben und die Gegend erkunden würden, "dann müsste ich entweder das Tier loslassen oder jemand anderes in den Arm drücken." Er sah dabei erst zu Katarina, dann zu Esulilde, die ihm von allen am wenigstens kämpferisch erschien und bislang auch nur ein einziges Mal den Mund aufgemacht hatte, um zu sagen, dass sie weder schwimmen noch klettern konnte. "Zumindest, wenn's so viele wären, dass man jeden Kämpfer bräuchte. Könntet Ihr es dann halten? Also erst, wenn's Ärger gibt. Noch fühlt es sich ganz wohl hier."
« Letzte Änderung: 09.06.2015, 19:42:43 von William Marlowe »
Hell hath no limits, nor is circumscribed
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Esulilde Ziberadi

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Geisterstadt
« Antwort #577 am: 09.06.2015, 21:50:17 »
Während des Weges hatte Esulilde erneut einige Blicke auf Omrah geworfen, um ihn weiter zu beobachten. Es schien, als würde ihn die Angst erneut erfüllen, woraufhin er Schutz bei seinen anderen Gefährten suchte. Genau wie in jenem Keller, in dem sie das gesuchte Artefakt gefunden hatten. Wenn du nur wüsstest wie nahe du Aguas trotz deiner Lippenbekenntnisse zu Elendra bist. dachte Esulilde. Zu einem weiteren Gläubigen neben Iana würde ich nicht nein sagen - im Gegenteil. Auch wenn Udeon immernoch keinen Finger dafür rühren würde. Dennoch würde er es bestimmt zu schätzen wissen, wenn ich es schaffen könnte, die Priesterschaft wieder erstarken zu lassen... Aber ich werde mich zuerst auf Iana konzentrieren - mit ihr am Abend beten und meditieren und ihr Stück für Stück den Wunsch erfüllen, eine Gläubige Aguas' zu werden.

"Auch wenn ich mich noch in der Ausbildung zur Geweihten befinde, habe ich, wenn auch nur selten, Erfahrungen in der heimlichen Fortbewegung sammeln können, dennoch bin ich im schleichen noch nicht besser als die gewöhnlichen Bürger. Das Tier werde ich halten können, allerdings ist mein Geschick im Umgang mit Menschen größer als das mit Tieren." Ein kurzes Lächeln erschien erneut auf ihrem Gesicht, als sie vor ihrem inneren Auge erneut Omrah sah, wie er vor ihr zurückwich.
Es waren Aguas, sein Nebel und meine Fähigkeit, den Wächtern meinen Willen aufzuzwingen oder sie zu überreden, die es mir ermöglicht hatten, ein heiliges Symbol Elendras in meinen Besitz zu bringen.
« Letzte Änderung: 09.06.2015, 22:35:00 von Esulilde Ziberadi »

Schnüffler

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Geisterstadt
« Antwort #578 am: 11.06.2015, 13:33:54 »
"Ich denke, dort vorne ist es gefährlicher als hier. Darum wird es ausreichen, wenn Gelirion und die anderen hier warten, während ich Omrah und Rotznase zum Brunnenschacht begleite. Und Arjen natürlich. Sobald die beiden den Brunnen hoch sind, komme ich zu Euch zurück. Ich bin nicht lange fort.", sagte Schnüffler. Etwas in seiner Stimme musste verraten, dass dies nicht als Vorschlag gemeint war, aber Schnüffler dachte darüber nicht nach. Er wollte an diesem Punkt seinen kleinen Schützling so weit begleiten, wie es ihm möglich war.

"Du kriegst das schon hin.", fügte er in Wills Richtung hinzu, wobei nicht ganz klar wurde, ob er das Schweigen oder Kämpfen meinte. Wahrscheinlcih aber letzteres.
« Letzte Änderung: 11.06.2015, 13:35:37 von Schnüffler »
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Gelirion

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Geisterstadt
« Antwort #579 am: 11.06.2015, 14:52:10 »
Gelirion nickte zu Schnüfflers Worten. Nun hatten sich die Gruppen gebildet und es konnte los gehen. Innerlich hoffte der Paladin, dass alles glatt gehen würde und dass sie bald wieder hinter den sicheren Mauern des Feste waren.

Sternenblut

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Geisterstadt
« Antwort #580 am: 12.06.2015, 00:24:42 »
Arjen, Schnüffler, Omrah, und die kleine Rotznase - das war die kleine Gruppe, die gemeinsam in Richtung des unterirdischen Flusses aufbrach, um durch den Brunnen im Sanatorium Hilfe zu holen. Der Steinboden war bereits auf dem Weg hierher feucht gewesen, doch je näher sie dem Gewässer unter der Erde kamen, desto rutschiger wurde es. Bald mussten sie sich mit den Händen an der Wand entlang fortbewegen, um das Gleichgewicht halten zu können.

Zu ihrem Glück gab es keine Abzweigungen, keine Nischen, keine Verstecke für untote Kreaturen, die es auf ihr Fleisch abgesehen hatten. Der Gang führte einfach nur immer weiter geradeaus, in Richtung des lauter werdenden Plätscherns.

Dann, nach einigen Minuten, erreichten sie den Ort, den Katarina vorausgesagt hatte. Der gemauerte Tunnel endete abrupt, und wie ein offener Schlund ragte er in eine natürliche Höhle hinein. Der Felsboden lag gut einen Meter tiefer als der Tunnel, und fiel steil zur Mitte der Höhle hin ab. Nach gut zwei Metern kam der angekündigte Fluss: Drei Meter breit, mit klarstem, kühlem Wasser gefüllt, zog er unter Aradan hindurch, als hätte sich die Welt nicht im Mindesten verändert.

Dahinter lag ein weiterer Meter Felsboden. Das Wasser des Flusses zog schnell davon - es war kein Strom, aber sollten sie später gezwungen sein, direkt durch den Fluss zu gehen, erwartete sie eine nicht zu unterschätzende Kraftanstrengung. Insbesondere für die kleine Rotznase würde es dann schwierig werden.

Das Mädchen lief zu dem Fluss, und nahm mit beiden Händen Wasser daraus. Sie wusch sich ihr Gesicht, und trank dann einen Schluck der kristallklaren Flüssigkeit. "Das tut so gut!" erklärte sie.

Doch die Gruppe hatte keine Zeit, sich lange aufzuhalten. Sie machten sich weiter auf den Weg Richtung Brunnen. Bald merkten sie, wie der Gang schmaler wurde, und tatsächlich kam, was sie befürchtet hatten: Der schmale Felssteg, der noch übrig war, wurde zu schmal, um darüber zu laufen. Um weiter zu kommen, würde sie direkt durch den Fluss gehen müssen. Das Wasser war gut einen Meter tief - sie konnten immerhin laufen und mussten nicht schwimmen.

Dennoch: Ab hier würde es schwierig werden.[1]
 1. Bitte jeder einen Stärke-Wurf gegen DC 14, um nicht von der Strömung mitgerissen zu werden. Wer einen anderen Charakter halten will, muss seinen eigenen Wurf und einen Wurf gegen DC 16 schaffen. Misslingt dieser, muss er auch den Wurf für sich selbst wiederholen. Um zusätzlich noch einen zweiten Charakter zu halten, muss ein Wurf gegen DC 18 gelingen. Misslingt dieser, müssen die anderen beiden Würfe wiederum erneut durchgeführt würden.
"Ein Blick in die Welt beweist, dass Horror nichts anderes ist als Realismus." - Alfred Hitchcock

Sternenblut

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Geisterstadt
« Antwort #581 am: 12.06.2015, 00:35:20 »
Gelirion, Katarina, William, Esulilde, Areo - diese Fünf blieben zurück, um die Stellung zu halten, auf Ysari und das Baby in Gelirions Arm aufzupassen. Wenn alles gut ging, waren sie bald wieder hinter den schützenden Mauern der Festung. Natürlich erwarteten sie dort weitere Probleme, doch das spielte im Augenblick keine Rolle. Jetzt ging es nur darum, das letzte Stück des Wegs hinter sich zu bringen.

Katarina führte die Gruppe in den zweiten Gang, damit sie wie besprochen die nähere Umgebung erkunden konnten. Sie brauchten die angrenzenden Gänge nicht bis in die Weite zu erforschen - es ging nur darum, keine plötzlichen Überraschungen zu erleben, wenn es darauf ankam.

Die erste Abzweigung erwies sich als weitgehend sicher: Nach gut fünfzig Schritt kamen sie an ein eisernes Tor, das so fest in der Mauer verankert war, dass keiner der Untoten es würde öffnen können. Sollte sich dahinter irgendwo eine der Kreaturen verbergen, würde das Tor sie aufhalten.

Daher gingen sie zurück in den Hauptgang, und näherten sich der zweiten Abbiegung. Diesmal jedoch kündigten sich ernste Probleme an.

Ein ungeduldiges, hungriges Raunen ertönte. "Hchrrrr-harrrrrch...." tönte es aus dem Gang. Sie waren nicht allein.

Katarina ging einige Schritte vor, und warf schnell und vorsichtig einen Blick um die Ecke. Dann kam sie zu den anderen zurück. "Drei von ihnen, zwei Männer, eine Frau. Mehr konnte ich so schnell nicht erkennen. Sie sind nur wenige Meter vom Eingang entfernt. Wenn wir hineingehen, dann sind sie sofort bei uns", erklärte sie flüsternd.

In dem Moment bemerkte Gelirion, wie sich das Kind in seinem Arm hin- und herbewegte. Es hustete leicht - die schlechte Luft hier unten machte ihm vermutlich zu schaffen. Und dann schrie das Baby.

Ein einfaches, harmloses Schreien eines Kindes.

Und ein Lockruf für die Untoten, die im Seitengang auf sie warteten.
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William Marlowe

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Geisterstadt
« Antwort #582 am: 13.06.2015, 01:48:40 »
Will hatte noch nicht so ganz begriffen, was der Halbork da gerade gesagt hatte, da setzte sich schon auf beiden Seiten alles in Bewegung. Was, man wollte ihn hier ganz allein bei all den Fremden, Unfreundlichen und Schweigsamen zurücklassen? Aber ich bin's ja selbst schuld, was lass ich dem Jungen die Wahl? 'Ich kann mitkommen oder dein Tier halten...' Dass er, während er dies dachte, Arjen, Schnüffler und den Kindern nachtapste, bemerkte Will erst, als ihn deren erstaunte Blicke trafen. Huch, was tu ich hier? Zur Erklärung genötigt, sprang er vor, berührte Omrahs Stein und wiederholte seinen Spruch.[1]

"Hält leider noch nicht ganz so lang, wie ich gern hätte", erklärte er dazu, "aber schon doppelt so lang wie meine ersten Versuche."

Dann sah er den vieren noch hinterher, bis sie um die nächste Ecke bogen—und stand plötzlich allein im Dunklen da, denn hinter ihm war die andere Gruppe bereits den Gang hinunter verschwunden.

Sofort wollte Barnabas die Zügel an sich reißen, und er war ja auch die logische Wahl. Angst hatte der weder vor dem Tod noch vor Blut, Folter oder Mord, und den fortschreitenden Wahn (bei ihm war's er selbst, der darin versank, nicht die Welt um ihn herum) bemerkte er nur mit kaltem, medizinischem Interesse. Und deshalb wollte Will sich nicht allzu sehr an seine Hilfe gewöhnen; bei Todesgefahr, schön, da durfte man nicht wählerisch sein, aber es war doch bloß dunkel! Aber Licht machen durfte Will sich nicht, denn damit würde er Omrahs Stein zum Verlöschen bringen. Das war er schon seit vielen Jahren nicht mehr gewohnt, dass er sich nicht jederzeit ein Licht zaubern konnte, und seine Angst vor der Dunkelheit steigerte sich nun gänzlich ins Absurde. Von allen Seiten drängten sich lautlos die Toten heran und streckten die gierigen Klauen nach ihm aus, überall hörte er sie raunen, rascheln oder schlurfen!

Will, du bist ein erwachsener Mann. Musst du wirklich erst in die Haut eines wahnsinnigen Massenmörder schlüpfen, um dich wie einer zu benehmen? Also wie ein Mann, nicht wie ein wahnsinniger Massenmörder. Die Klarstellung erschien ihm wichtig, damit keine Missverständnisse aufkamen. Du hast doch genügend strahlende Helden verkörpert, jeder davon tut's hier doch auch!

Derweil erinnerte Ysaris Zappeln ihn daran, dass er ja gar nicht ganz allein war. An diesem tröstlichen Gedanken festhaltend, tastete Will sich an der Wand entlang zu der Gabelung zurück, fand im Dunklen seinen Kostümsack, den er dort abgestellt hatte, und eilte Katarina und dem Rest hinterher. Bald schon sah er den Schein ihrer Fackel in der Ferne. Dafür, dass er bis jetzt keinen von ihnen kannte oder mochte, war er mächtig froh, sie alle zu sehen.

Ihm fiel auf, dass er sich ganz anders hielt und bewegte als zuvor, viel aufrechter, zielstrebiger, geschmeidiger. Der Blick war bestimmt, die Miene verschlossen, die Lippen in schweigsamer Gewohnheit vereint. Seine Schultern fühlten sich breiter an, der Gang war es gewiss. Noch keine inspirierte Vorstellung war es, die er da gab, alles noch zu sehr dem Vorbild verpflichtet: Strich für Strich kopiert, ohne jegliche Deutung oder Steigerung: Don Pedro! Ruhigen Schrittes überholte er die anderen und setzte sich an die Spitze des kleines Trupps, gerade so, als hätte er sechs Jahre lang beim Heer von Liur gedient.[2]

So stand er vorne, als Katarina nach ihrem Blick um die Ecke von drei Untoten berichtete, und auch, als hinter ihnen das Elfenbaby zu schreien begann.

Ich hab's gewusst! Deshalb hat der vorhin so gegrinst. Das musste doch einen Grund haben: kein Mensch, Elf oder Ork grinst ohne Grund, egal wie alt. Man merke sich also für die Zukunft: Babies, die grinsen, brüllen gleich!

Er drehte sich zu Esulilde um und drückte ihr wortlos, nur mit einem ernsten Nicken begleitet, den blauen Wolf in den Arm. Dann zog er sein Schwert und machte sich bereit.[3]
 1. Licht, ab hier 20min.
 2. Will imitiert Arjen, mit perform (act) = 15 immerhin gekonnt genug, dass es leicht zu erkennen sein sollte.
 3. Ini = 6
« Letzte Änderung: 15.06.2015, 10:23:44 von William Marlowe »
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Omrah

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Geisterstadt
« Antwort #583 am: 15.06.2015, 03:39:35 »
Ein letztes Mal atmete Omrah tief durch und machte sich dann, zusammen mit Rotznase, Schnüffler und Arjen auf dem Weg zum Brunnenschacht. Den leuchtenden Stein Wills hielt Omrah weit vor sich, um seinen Freunden und sich den Weg durch den Untergrund Aradans zu leuchten. Er war froh, dass der Stein nicht von jemand anderen gehalten wurde - so hatte er das rettende und beruhigende Licht immer in seiner Nähe. Denn auch wenn Schnüffler und Arjen dabei waren und die sicherlich auf sich, Rotznase und ihn aufpassen konnten, würden sie nichts gegen die Wesen und Schatten in der Dunkelheit ausrichten können.
Omrah dachte an die Abende, die er mit seinen Eltern verbracht hatte. Sie hatten immer wieder versucht ihn davon zu überzeugen, dass keine Gefahren im Dunkeln lauerten. Keine Monster und Schattenwesen aber er wusste es besser. Er hatte sie gesehen. Zum Glück hielt das Licht des leuchtenden Steins sie fern aber immer, wenn er in die Dunkelheit blickte, meinte er Bewegungen zu sehen... Hände die nach ihm griffen und sogar Gesichter, die ihn schmerzhaft an seine Mutter erinnerten. Manchmal waren es auch klappernde und beißende Zähne, wie die des Untoten, der ihn in den Tunneln fast zu Tode gebissen hatte.

Omrah wurde erst wieder aus seinen finsteren Gedanken gerissen, als sie den Fluss erreichten und er auf dem nassen Boden fast ausrutschte. Im letzten Moment stützte er sich an der Wand ab und versuchte wieder einen festen Halt zu finden. Erst dann tat er es Rotznase gleich. Das letzte Mal, dass er so frisches Wasser getrunken hatte, fühlte sich wie eine Ewigkeit an - auch wenn es gar nicht so lange her war. Ein richtiges Bad in dem Fluss wäre jetzt toll aber dazu lief der Fluss zu schnell und außerdem hatten sie keine Zeit. Vielleicht konnte er das später nachholen. Als Belohnung dafür, dass sie das Artefakt gefunden und sogar noch ein Baby und ein Tier gerettet haben. Omrah war tatsächlich etwas stolz auf sich. Was wohl Ryffa zu dieser Geschichte sagen würde?
Mit einem Blick zu Schnüffler und Arjen trat Omrah einen Schritt in den Fluss. "Ich weiß nicht, ob ich den Weg schaffe. Der Fluss ist so tief... passt ihr bitte auf?" fragte der Junge und wartete kurz auf ein Nicken. Dann kämpfte er gegen die Strömung des Flusses an. Einige Meter ging das auch gut aber schließlich spürte Omrah, wie ihn die Strömung erfasste und fortzuschwemmen drohte.[1]
 1. Stärke 12
« Letzte Änderung: 15.06.2015, 03:41:38 von Omrah »

Gelirion

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Geisterstadt
« Antwort #584 am: 15.06.2015, 11:17:43 »
Gelirion strich mit dem Handrücken über das Metall des Gitters im ersten Gang. So etwas sollte in jedem Gang zum Sanatorium aufgestellt werden. Kurz überlegte er sich, wie dies anzustellen war. Eisen war in der kleinen Schmiede vorhanden, doch fehlten ihm ein Wissen und ein Werkzeug. Er wusste nicht, wie Rillen oder Löcher in den Stein gebohrt werden konnten. Hierzu brauchten sie einen Steinmetz. Vielleicht konnten hier die Überlebenden in der Straße helfen. Doch nun erst einmal zurück.
Beim Laufen wiegte er das Kind in seinem Arm. Gewohnt lief er dabei vorne, wusste aber, dass es keine gute Idee war, mit dem Kind im Arm zu kämpfen. Hier vertraute er jedoch auf seine bessere Sicht. Wenn einer der Untoten kam, würden seine Augen ihn wohl früh genug sehen. Selbige verengte er jedoch, als dieser William breitbeinig, mit äffischen verhalten die Führung übernahm. Leicht erkannte er, dass er das Verhalten seines Kameraden übernahm, doch zweifelte er das William auch damit dessen Fähigkeiten hatte. Insgesamt war diese Gruppe auch recht schwach. Schwächer als es ihm in diesem Moment lieber war. So tadelte er sich kurz, als er zuließ, dass neben Arjen auch Schnüffler ging. Beide waren sehr kampfstark aber hatten in dieser Gruppe nichts zu suchen. Schließlich war die Order zurück wenn Feind in Sicht. Wieder wurde ihm klar, dass er sich nicht unter seinen Brüdern und Schwestern befand und auch nicht mit Wachen oder Soldaten unterwegs war sondern mit Zivilisten. Frustriert schnaufte er aus und nahm sich vor auch ein Wörtchen mit den beiden neuen zu reden.

Dann kamen sie zur Kreuzung. Katarina offenbarte die Wahrheit die das Raunen schon angekündigt hatte. Da fing der Kleine an zu schreien. Beim dreimal verdammten Lancerus. Also auch hier unten konnte er sie mit seinen feurigen Feilen sticheln. Aber so etwas war abzusehen. Die Luft hier unten war einfach nicht geeignet für ein Kleinkind. Da Katarina vor ihm stand, drückte er ihr das Kind in den Arm. „Pass bitte auf ihn auf und falls du ihn nicht beruhigen kannst, verzaubere ihn. Er lockt sonst die Untoten im ganzen Labyrinth zu uns.“ Ernst blickte er sie bei den Worten an. So sie es abnahm, griff er seinen Schild und stellte sich mit gezogenen Schwert neben William, der sein Mündel an Esulilde abgegeben hatte. „Du willst ein Krieger sein, dann bleib neben mir. Lass die Untoten zu uns kommen. Wir beide sind wohl auch die einzigen die kämpfen können.“ Areo und sein Hund würden wohl nicht in den Kampf eingreifen, doch war es gut wenn sie ihnen den Rücken stärkten. So brauchten die beiden vorne wirklich nur auf die Untoten warten.[1]
 1. Initiative 18

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