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Autor Thema: Geisterstadt  (Gelesen 61966 mal)

Beschreibung: Episode 1.2

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Arjen Bucalo

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Geisterstadt
« Antwort #600 am: 25.06.2015, 22:18:38 »
Arjen atmete auch erstmal durch, nachdem die drei wieder aus dem Wasser gestiegen waren. bevor er Schnüffler antworten konnte, teilte ihnen Omrah auch schon seine Entdeckung mit. Der Bucalo schüttelte nur den Kopf. "Nein - ich habe kein Seil."

Fragend blickte er zu Schnüffler, in der Hoffnung, dass der Halbork eventuell eins besaß. Doch seinem Blick besann er sich auf seine Worte und antwortete auf diese: "Ich habe nichts gehört, aber wir sollten kein Risiko eingehen. Lass uns nachsehen, bevor wir unseren Rücken ungeschützt lassen.

Mit diesen Worten stand Arjen wieder auf wandte sich in die von Schnüffler genannte Richtung um. Er wartete auf den Halbork. Schließlich hatte dieser etwas gehört und wüsste wohl am besten, in welcher Richtung zu suchen wäre.

Esulilde Ziberadi

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Geisterstadt
« Antwort #601 am: 27.06.2015, 13:52:16 »
Esulilde überreichte William den Blauen Wolf. "Es wäre besser, wenn Ihr ihn wieder nehmt. Im Umgang mit Tieren bin ich ebenso geübt wie im Schleichen oder klettern. Mit Menschen komme ich weitaus besser zurecht." Kurz flackerte ein Grinsen über ihr Gesicht.

William Marlowe

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Geisterstadt
« Antwort #602 am: 27.06.2015, 23:40:18 »
Will nahm also Ysari wieder entgegen, nur um festzustellen, dass es mit seinem verletzten Arm gar nicht so einfach war, das große schwere Tier zu tragen. Aber wenn er etwas in den vergangenen vier Jahren gelernt hatte, dann Schmerzen zu ertragen. Seine Stimme klang nicht einmal gepresst, als er dem Wolf leise zuplapperte: "Na, da bist du ja wieder. Hab dich ja schon vermisst. Weißt du, eigentlich bist du groß genug, um selber zu laufen. Wenn man nur wüsste, ob du schon kapiert hast, dass wir's gut mit dir meinen. Ja, also, es wäre wirklich besser für alle, und ganz vorneweg für dich, wenn du das nur schnellstmöglich einsiehst."

Er kramte ein Stück Schinken aus seinem Beutel, biss selbst ein paarmal hinein, und hielt den Rest dann Ysari hin. "Na, was meinst du? Hast du Hunger?"[1]

Dann trat Will zu Gelirion. "Ich wär' dann soweit. Wir können weiter."
 1. Ration abgestrichen.
« Letzte Änderung: 27.06.2015, 23:42:38 von William Marlowe »
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Gelirion

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Geisterstadt
« Antwort #603 am: 28.06.2015, 17:52:58 »
Gelirion neigte kurz den Kopf zu William, nickte dann und ging ohne Worte los. Seine Gedanken drehten sich noch immer um das eben geschehene und ihm war gerade nicht danach zu reden. Das Kind war bei Areo sicher und so konnte er gleich loslegen. Ein Teil von ihm wünschte es sich um seine innere Wut an etwas auslassen zu können. Ein anderer Teil wollte jetzt nur noch ankommen.

Sternenblut

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Geisterstadt
« Antwort #604 am: 29.06.2015, 06:16:59 »
Und so gingen Schnüffler, Arjen, Omrah und Rotznase, die wie üblich schweigend mitlief, in den Gang zurück. Doch so sehr sie auch lauschten und die Umgebung prüften, sie konnten keine Gefahren oder sonstigen Geräuschquellen feststellen - nur das beständige Platschen und Plätschern des unterirdischen Flusses.

Nun galt es zu entscheiden: Gingen sie ganz zurück, oder versuchten sie sich erneut an dem Fluss?
"Ein Blick in die Welt beweist, dass Horror nichts anderes ist als Realismus." - Alfred Hitchcock

Schnüffler

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Geisterstadt
« Antwort #605 am: 29.06.2015, 13:46:40 »
Schnüffler blieb stehen und lauschte erneut. "Kein Ton." Kommentierte er die Situation mit einem Seufzen. "Nun gut, jetzt sind wir schon die Hälfte des Weges gelaufen, dann können wir auch den Rest gehen, oder?", sagte er mit einem Schulterzucken. Insgeheim wurde er unruhig. Sollte er vorhin tatsächlich etwas gehört haben, dann verhieß die Ruhe jetzt nichts Gutes. "Also zügig!"
"Die Grausamkeit der meisten Menschen ist Phantasielosigkeit, und ihre Brutalität Ignoranz."
Kurt Tucholsky

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Sternenblut

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    • Aradan - Stadt der Toten
Geisterstadt
« Antwort #606 am: 29.06.2015, 19:49:27 »
Gelirion wirkte gefasst, als er die weiteren Gänge erkundete, gefolgt von seinen Gefährten. Was tatsächlich in ihm vorging, das wusste nur er - wenn überhaupt.

Das Gesicht seiner Schwester jedenfalls drängte sich immer wieder in seinen Geist. Wie sie einst ausgesehen hatte. Wie sie auf der Mauer des Sanatoriums ausgesehen hatte. Und jetzt,  in diesen Gängen. Wie sie vor ihm stand. Und wie sie auf dem Boden lag...

Wie sehr er sich auch bemühte, die Bilder blieben.

Die weiteren Gänge boten keine erkennbaren Gefahren, zumindest nicht in der unmittelbaren Umgebung  - weiter gingen sie nicht, immerhin warteten sie auf ihre Gefährten.

Zurück an ihrem Ausgangspunkt, kam ihnen auch bereits die Gruppe um Schnüffler wieder entgegen. Omrah war klatschnass, aber auch die beiden Männer hatten ihren Teil abbekommen.

Die Neuankömmlinge sahen sofort die blutigen Toten auf dem Boden.[1]
 1. Diejenigen unter euch, die Gelirions Schwester kannten, erkennen sie durch einen Perception - Wurf gegen DC 8.
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Gelirion

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Geisterstadt
« Antwort #607 am: 30.06.2015, 11:05:16 »
Gelassen sah Gelirion nicht gerade aus. Neben seine Augen hatten sich Falten gebildet, welche darauf hinwiesen, dass er sein Gesicht anspannte. Er versuchte gefasst zu sein, starr geradeaus zu blicken und wirkte dabei angespannter denn je. Der Kampf, seine Schwester und ihr Gesicht, welches er nicht aus seinem Kopf verbannen konnte oder wollte. Er spürte, dass er seinen Gefühlen sprichwörtlich Luft machen wollte, doch war hier und jetzt nicht der rechte Moment. Im Tempel hätte er sein Schwert gezogen und so lange auf eine Kampfpuppe eingeschlagen bis nichts mehr übrig blieb, oder er hätte sich einen erfahreneren Paladin gesucht um ihn herauszufordern, oder er hätte sich in einem Gespräch mit einen Priester oder Mönch versenkt. Jedoch war hier kein Priester Cerivas, kein Paladin der ihm nicht nur mit dem Schwert Ratschläge geben konnte, und jetzt gerade auch keine Kampfpuppe die er zerkleinern konnte. Im Sanatorium mag es anders sein, doch erst einmal hinein kommen.

„Wie sieht es aus?“ fragte er die zurückgekehrten. Dabei fokuszierte er Schnüffler, was seinen angespannten Blick noch verschärfte. Jedoch hielt es nicht lange an. Seine Augen wanderten zu Arjen, musterten ihn. Er schien ein fähiger Krieger zu sein und vom Körperbau sogar mit deutlich mehr Muskeln bepackt. Vielleicht würde er sich auf ein Kräftemessen einlassen, doch die cerivanischen Ratschläge waren hier nicht zu erwarten. Dann drängten sich wieder die Bilder seiner Schwester in den Vordergrund. Kurz schloss er die Augen und blickte dann wieder Schnüffler an.
« Letzte Änderung: 30.06.2015, 11:10:11 von Gelirion »

William Marlowe

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Geisterstadt
« Antwort #608 am: 02.07.2015, 13:06:16 »
Will war genauso klatschnass wie Omrah. Außerdem fiel auf, dass sein linker Arm verbunden war und das Blut den behelfsmäßigen Verband schon durchtränkt hatte. Dagegen zappelte der blaue Wolf, den er noch immer umhertrug, gerade mal ausnahmsweise nicht, sondern kaute schmatzend an etwas herum. Man konnte nur hoffen, dass es nicht das Fleisch eines der zerstückelten Wiedergängers dort am Boden war.

Als Will Arjen erblickte, tat er einen erfreuten Schritt auf ihn zu. "Ha!" rief er leise. "Du hättest mich als Don Pedro sehen sollen! Weder gezögert noch gekotzt hab' ich, und Angst hatte ich auch fast keine. Aber jetzt bist du ja wieder da."

Das klang anders, als er es gemeint hatte. Er hatte sagen wollen: Und ich kann wieder Tom sein, oder vielmehr Will, denn es ist ganz schön anstrengend, ständig so zu tun, als wär' ich du, ein Soldat ohne Furcht!

Das "Wieder-Will-sein-können" hatte allerdings einen Nachteil: beim Anblick der zerstückelten Leichen—und der lebhaften Erinnerung, dass er es gewesen war, der sie in Stücke hieb—kam ihm sofort erneut das Würgen. Mit Mühe behielt er seine vorhin erst verputzte kleine Mahlzeit unten. Und noch etwas trübte das Wiedersehen.

"Moment mal, heißt das, ihr wart nicht erfolgreich?"
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Schnüffler

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Geisterstadt
« Antwort #609 am: 02.07.2015, 13:55:10 »
"Scheiße!", so begrüßte der Halbork seine Mitstreiter ungalant. Er blickte in der Runde umher und dann auf den Bode, wo der zerstückelte Zombie lag. "Nein, wir sind vor dem Fluss umgekehrt. Die Strömung ist sehr stark und fast wäre uns unser kleine Omrah abgetrieben. Und ich noch dazu. Wir müssen uns etwas einfallen lassen." Schnüffler sah seinen Mitstreitern an, dass etwas nicht stimmte. Insbesondere Gelirion schien erschüttert. "Was ist denn hier los?", fragte er mit gesenkter Stimme. Er wollte Gelirion auf die Schulter klopfen oder sonst irgendeine tröstliche Geste machen. Aber in solchen Dingen war er einfach unfähig.
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William Marlowe

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Geisterstadt
« Antwort #610 am: 02.07.2015, 14:07:41 »
"Das da war seine Schwester", sagte Will, während er auf Inas Überreste deutete und gleichzeitig in Gelirions Richtung nickte. "Und er weiß gerade nicht so recht, an wem er seine Wut auslassen soll: an mir, weil ich ohne Zögern zugeschlagen und sie mit einem Hieb niedergemacht habe, oder an... ja, an wem sonst, das ist halt die Frage."[1] Er stockte kurz, dann fügte er hinzu: "Scheiße ist wirklich das einzige Wort dafür."
 1. ... erkannte Will in ungewohnter Klarsicht. (sense motive = 18)
« Letzte Änderung: 02.07.2015, 14:19:35 von William Marlowe »
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Gelirion

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Geisterstadt
« Antwort #611 am: 02.07.2015, 20:29:13 »
Für diese Worte funkelte Gelirion den armen William mehr als Böse an. „Taktgefühl wird hier wohl nicht beigebracht.“ sagte er eiskalt wie wohl nur von Stand. Auch wenn es die Wahrheit war was er sagte, so war es nicht gerade der rechte Moment.
Er ging einige Schritte und ließ die Toten hinter sich. „Heißt wir sind wieder bei null. Durch die Tunnel kommen wir nicht, den Anderen klar zu machen das wir es wollen ist schwerer geworden und aufs Tor zu geht auch nicht mit den Untoten auf dem Platz. Vorschläge?“

Schnüffler

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Geisterstadt
« Antwort #612 am: 02.07.2015, 20:30:45 »
"So weit sind wir noch nicht. Ich sagte nur, dass wir die Sache noch einmal in Ruhe besehen müssen. Arjen hatte irgend eine Vorrichtung gesehen, wenn ich ihn richtig verstanden habe. Wir sind nur umgekehrt, weil - ich ein Geräusch gehört hatte."

"Hör mal..., sollen wir sie... begraben?", fragte Schnüffler Gelirions Rücken.
« Letzte Änderung: 02.07.2015, 20:32:45 von Schnüffler »
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William Marlowe

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Geisterstadt
« Antwort #613 am: 03.07.2015, 09:36:35 »
'Und dir hat die Mama nicht beigebracht, dass man "Danke" sagt, wenn jemand einem das Leben rettet', hätte Will am liebsten erwidert. 'Und "Entschuldigung", wenn man jemanden im Stich lässt, der daraufhin fast von untoten Monstern aufgefressen wird.'

Er schluckte beides runter. Er musste mehrmals schlucken, bis das meiste davon unten war. Ein kleiner Rest blieb auf seiner Zunge zurück, doch den grummelte er so leise in seinen dünnen Bart, dass man schon sehr genau hätte hinhören müssen, um die Worte zu verstehen.[1]

Mit Ysari im Arm, gesellte Will sich zu Omrah und Arjen. Er hielt dem Jungen das Tier entgegen.

"Ihm geht's gut, aber er hat dich vermisst", sagte er. Das 'ihm' und das 'du' ließ sich auf jeweils zwei Personen beziehen. "Um was für eine Vorrichtung geht es denn? Braucht ihr noch Hilfe?"
 1. 
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« Letzte Änderung: 03.07.2015, 12:34:14 von William Marlowe »
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Gelirion

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Geisterstadt
« Antwort #614 am: 03.07.2015, 12:48:10 »
Gelirion lauschte zwar, doch brabbelte der Schauspieler das ganze leise genug. Im Endeffekt war es ihm auch egal. Viel mehr wurmte ihn, dass Schnüffler in der Situation gerade klarer denken konnte als er selbst. Für ihn als Angehörigen wäre eine Beerdigung die zweite, nein dritte Handlung gewesen. Stattdessen wollte er weiter. Weg von diesen Ort, weg von der schrecklichen Erinnerung, die doch so tief eingebrannt war. Keine weiteren Verletzungen zulassen, denn es fühlte sich gerade so an, als Beerdigung das anstellen. Nach seiner Tradition könnte er sie auch nicht beerdigen[1] und die Feuerbestattung als Alternative war in den Tunneln auch nicht gerade möglich.

„Ihrem Geist habe ich die letzte Ehre erwiesen, ihrem Körper vermag ich es nicht. Denn hier können wir kein Feuer entfachen.“ Der Gedanke an eine Erdbestattung kam ihm nicht wirklich.
 1.  deferiere es mal als „Luftbestattung“ was in einer Wüste passen könnte - also auf einen Podest unter freien Himmel

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