Autor Thema: Epilog - Lichter der Zukunft  (Gelesen 5962 mal)

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Idunivor

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Epilog - Lichter der Zukunft
« am: 10.05.2014, 11:37:30 »
Lichter der Zukunft

17. Marpenoth im Jahr des Aufstiegs des Elfenvolkes 1375 TZ

Ganz Myth Drannor hatte sich auf der Lichtung versammelt, die bis vor wenigen Zehntagen noch namenlos gewesen war. Jetzt kannte jeder ihren Namen: Ruid quarlani - die Lichtung der Seele. Das einst freie Feld war jetzt gefüllt mit jungen Setzlingen, einer für jeden Elfen, der zu seinen Füßen begraben worden war. In der Mitte stand ein schon deutlich größerer Baum. Seine Rinde ist silbrig und glatt wie Marmor, seine Blätter sind golden. Zu seinen Füßen ruht die Frau in ihrem Grab, die den Traum Myth Drannors hatte Wirklichkeit werden lassen. Königin Amlaruil selbst war zum Festland zurückgekehrt, um diese Gabe für Ilsevele Miritar zu bringen. Es war der Baum der Seelen, geboren aus einem Samen des Baumes, den Corellon selbst zum Schutz seines Volkes auf Immerdar gepflanzt hatte. Für Jahrzehnte hatte er Auseriel beschützt, bis die Zuflucht ihr Ende fand und jetzt würde er dasselbe für Myth Drannor tun. Die Elfen ganz Faerûns hatten wieder einen sicheren Hafen auf dem Festland, dieser Baum war ein deutliches Zeichen dafür.
Um ihn hatten sich die Anführer des wiedergeborenen Reiches Cormanthor versammelt. Hier stand Fflar Starbrow Melbruth, der Waffenmeister und Träger von Ary'Velahr'Kerym. Seine Augen waren von tiefer Trauer gekennzeichnet, ob der Verluste, die er erlitten hatte. Auch seine Truppen hatten in den Kämpfen gegen Aulmpiters Schergen gelitten und viele waren gefallen, aber die Wunde in seinem Herzen schmerzte schlimmer als das. An seiner Seite stand Araevin Teshurr, der Erzmagier von Myth Drannor, der wie gewohnt etwas fehl am Platz zwischen all den Elfen wirkte. Sein Antlitz strahlte die außerweltliche Macht aus, die er in sich trug und seine Augen schienen nicht nur auf den Baum der Seelen zu blicken, sondern zugleich auch auf viele andere ferne Orte, die sonst niemand sehen konnte. In dem Kreis von Elfen standen auch Daried Selsherryn in seinem roten Panzer, Arias Ulondarr in seinen grünen Roben und Torinkas Zoy'kinal in der Kriegsausrüstung der Dunklen Rächer. Auch Caelreth Maerdrym hatte seinen Weg in diesen erlesenen Kreis gefunden. Die vergangenen Schlachten hatte ihn als ranghöchsten Priester des Corellon in Myth Drannor zurückgelassen und so trug er die für seinen Gott typischen azurblauen Roben, die von feinen silberfäden durchwirkt sind. Auch Königin Amlaruil und ihre Begleiter stehen hier, direkt neben den Helden des letzten Krieges, den Elfen die Ary'Faern'Kerym zurück nach Myth Drannor gebracht hatten, den Elfen, die sich Aulmpiter entgegengestellt und ihn bezwungen hatten. Vagor, Selenia und Tsaer wurde jetzt umso schmerzlicher die Lücke bewusst, die in ihre Gemeinschaft gerissen wurde. Ihre Gedanken wandern zu Talindra, die in den weiten der Ebenen verschwunden bleibt und zu Taeglyn, der unter einen Baum in nur wenigen Metern Entfernung ruht inmitten der Helden des letzten Krieges, unter denen Taeglyn grundsätzlich als einer der ersten genannt wird. Schon jetzt ertönen Lieder in den Gasthäusern Myth Drannors, die den schelmischen Mondelfen in der Erinnerung bewahren würden.
Der Kreis wird geschlossen von Myriil Haladar, die eine einfache grüne Robe angelegt hat. In den Tagen nach der Schlacht hat sich mehr und mehr gezeigt, wie tiefgreifend ihre Begegnung mit Ary'Faern'Kerym die Sonnenelfe verändert hat. Es scheint beinahe so als wäre sie eine andere Person geworden und wie schon während der Schlacht, als alles verloren schien, blickten auch jetzt die Bewohner Myth Drannors zu der Frau auf, die zu einem Symbol des Verlustes geworden war, den sie alle erlitten hatten. Aber sie war zugleich auch ein Symbol der Hoffnung, denn niemals wankte Myriil im Kampf für Ilseveles Traum, den Traum von einem geeinten Myth Drannor. Das ist es auch, wovon die Sonnenelfe bei der Begräbnisfeier für all die Gefallenen spricht, die auf Ruid quarlani ihre Ruhe finden sollten: "Dieser Ort soll ein Mahnmal sein für die Zukunft. Er soll uns immer daran erinnern, welchen Preis wir für den Traum gezahlt haben. Ilsevele Miritar hat alles für uns gegeben, sie hat alles dafür gegeben, damit wir wieder eins sein können. Damit wird den Cormanthor wieder unsere Heimat nennen können. Vor ihrem letzten Opfer hat sie es gesagt: Dieser Traum ist Wirklichkeit. Hier. Jetzt. Für immer. Und Ilsevele Miritar ist die Königin dieses Traums. Es mag der Tag kommen, an dem auch Ar'Cor'Kerym zu uns zurückkehrt. Dieser Tag wird der Tag sein, an dem ein neuer König oder eine neue Königin des Traums ihren Platz in unserer Mitte einnimmt. Aber bis zu diesem Tag wird unsere Königin hier an diesem Ort sein. Wenn von neuem Zwietracht uns zu spalten droht, dann werden wir uns hier versammeln und uns an das erinnern, was uns eint. Wenn neue Gefahren am Horizont stehen, dann werden wir uns hier versammeln und uns an das erinnern, was uns Kraft gibt. Niemals werden wir das vergessen, wofür dieser Ort steht. Niemals werden wir vergessen, was Ilsevele Miritar für uns bedeutet. Und niemals werden wir vergessen, wie viel jeder einzelne Elf, der hier mit unserer Königin seine Ruhe gefunden hat für ihren Traum zu geben bereit war. Sie sollen uns Erinnerung und Zeichen für eine Zukunft sein, die strahlender wird, als wir es uns in dieser Stunde der Trauer vorstellen können. Egal wie dunkel die Welt uns auch scheinen mag. Ilsevele Miritar und die Tausend von Ruid Quarlani werden uns ein Licht sein, das unseren Weg erleuchtet. Hier. Jetzt. Für immer." Wie als eine Bestätigung ihrer Worte beginnen der Baum der Seelen und alle zarten Setzlinge zu glimmen und erleuchten wie ein eigener Sternenhimmel die wolkenlose Nacht.
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Idunivor

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Epilog - Lichter der Zukunft
« Antwort #1 am: 10.05.2014, 11:40:22 »
Der nächste Schritt - Abschluss für Taeglyn Sternenschritt

Unendlich weit entfernt von Prunk, Trauer und Siegesfreuden schwebt eine Seele unter den vielen die gegangen sind. Fetzen der Erinnerung sind alles was ihr geblieben sind aus einem erfüllten Leben im Licht der Sonne, an der Seite von wahren Freunden und Geliebten.

Nun steht der nächste Schritt auf der Reise bevor.

Während der größte Teil in Corellons weißem Wald Einzug hält, bleibt diese Seele zurück und treibt weiter ziellos durch das obskure Nichts. Die Zeit vergeht und nimmt sich mehr von sich, ehe jäh eine Richtung eindeutig offenbar ist in die es das sich sehnende Bewusstsein zu ziehen beginnt.

Mit dem Gefühl nach entbehrungsreicher Reise endgültig heim zu kehren, steigt diese bestimmte Seele empor und lässt wirklich alles hinter sich zurück um nackt und unbeschwert voran zu kommen. Ganz oben, im ewig Dunklen weit jenseits Faeruns, wartet ein Platz der nur für sie bestimmt ist. Ein Platz an Erevans Seite; ein neues Gestirn so hell und froh im dunklen Blau der Weite, dass ihn selbst die Bewohner der Stadt der Geschichten mit freiem Auge erblicken.

Unter seines gleichen angekommen, strahlt Taeglyn Sternenschritts Seele unermesslich heiter und lichterfüllt. Vielleicht würde sie eines fernen Tages zurückkehren und auf Erden erneut strahlen, doch das zählt nun nicht, den Morgen ist nichts als Schall und Rauch - nur dieser ewig währende Augenblick existiert.
« Letzte Änderung: 28.05.2014, 14:44:17 von Idunivor »
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Vagor o Rûn

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« Antwort #2 am: 11.05.2014, 11:25:33 »
Die Zeit des Wartens beginnt - Interludium für Vagor o Rûn

Eine einsame Träne rollt über die Wange des Klingensängers. Die Zeremonie war ihrem Anlass entsprechend würdig, und er empfand es nur als richtig das Myriil sie geleitet hatte. Die Sonnenelfe hatte sich gewandelt. Und er hatte ihren Vorschlag, statt eines neuen Monarchen einen Kronrat zu bestimmen zugestimmt. Zwar hatte er Angst, dass hier wieder Querelen der alten Familien ausgetragen werden würden, doch sah er neimanden geeignet für die Krone. Auch das Myriil dem Rat vorstehen sollte, fand seine Zustimmung. Lediglich die Tatsache, das man ihm einen Platz im selbigen angetragen hatte, bereitete ihm Unbehagen. Er hatte mit sich gehadert, die Fehler die er in der Schlacht gemacht hatte wogen für ihn zu schwer. Es war schließlich ein Gespräch mit dem zurückgekehrten Waffenmeister Fflar gewesen, dass ihn überzeugt hatte. Dieser Krieger, selbst in tiefer Trauer, hatte mit ihm über das Wesen der Führerschaft gesprochen. Das es wichtig war Entscheidungen zu treffen, und dass aus falschen Entscheidungen lernen sollte, und sich nicht lähmen lassen. Er hatte von dem Traum der Königin gesprochen, davon, dass der Traum immer noch lebte. Und das dieser Traum Elfen wie Vagor benötigte, Elfen die mit dem Herzen und nicht mit Macht dachten. Schließlich hatte Vagor zugestimmt.
Er streicht über seine neue Uniform und denkt über seine aktuellen Titel nach. Erster Verteidiger Myth Drannors. Kommandeur der Palastwache. Die erste Rolle würde er erfüllen können. Er hatte schon Ideen, die einigen im Kronrat eher weniger schmecken würden. Den bei aller Schöhnheit die der Wald um sie herum barg, oder wieder zeigen würde, es würde Veränderungen geben. Er hatte bereits Boten zur Rabenzitadelle geschickt. Die Zeit der Hochmagie war vorbei, die Stadt würde neben ihrem Mythal auch mundanere Verteidgungen brauchen. Und wenige verstanden die Verteidigung besser als die Zwerge. Auch plante er gewisse Regeln zu lockern, um interessierten Menschen den Zugang zum Klingentanz zu ermöglichen, und damit die Zahl der Verteidger der Stadt zu erhöhen. Einheit statt Rassismuss. Sie würden sich nicht verstecken wie es Rhymanthiin tat, sie konnten es auch gar nicht. Dazu war Myth Drannor zu bekannt. Ihr Weg mußte Offenheit und Wachsamkeit sein. Ihren Feinden ob militärisch oder politisch einen Schritt vorraus sein. Nicht dass es einen Mangel an solchen gegeben hätte. Und sie würden sich vorbereiten.
Vagor würde sich vorbereiten. Der Kampf gegen Alumpiter hatte ihm seine Schwächen aufgezeigt. Seine Unfähigkeit seine Freunde zu schützen. Und so würde er lernen. Und es würde Lehrer geben. Myriil hatte bereits zugestimmt ihn zu Unterichten, in Magie und Klingentanz. Tatsächlich hatten sie schon angefangen im Anbruch der Dämmerung zu trainieren, beide entschlossen sich zu verbessern, und die Waffengänge nutzend um ihren Schmerz und ihre Erinnerungen zu verarbeiten. Und es würde andere Lehrer geben. Sein Vater hatte sich dazu überreden lassen nach Myth Drannor zurück zu kehren. Wenn er soweit wahr würde er nach Haluraa reisen, und dort studieren. Und er konnte auch einen weiteren Lehrer nicht ausschließen, dessen Namen er wohlweißlich noch nichteinmal dachte.
Er würde bereit sein wenn Alumpiter zurückkehren würde. Falls er zurückkehren würde. Denn Vagor war kein Elf des Wartens. Auch wenn er noch mit niemandem darüber gesprochen hatte, so hoffte er doch dem Daemonfürsten zuvor zu kommen. Ihn aufzuspüren und zu vernichten. Endgültig. Und so zumindest eine Bedrohung Myth Drannors abzuwenden.
Sein Friede würde warten müssen. Und sein Wunsch nach selbigem hatte sich gewandelt. Er sucht keinen Frieden für sich, sondern Frieden für seine Stadt.



Selenia

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Epilog - Lichter der Zukunft
« Antwort #3 am: 19.05.2014, 13:11:12 »
Zwischen den Welten - Abschluss für Selenia

Selenia war als Teil einer diplomatischen Delegation aus ihrer Heimat Sildëyuir nach Myth Drannor gereist. Das ist nun bereits etliche Monate her. In ihrer Traumruhe sieht sie oft ihre Heimat in der außerweltlichen Zuflucht und dem durch Portale damit verbundenen Yuirwood. Dennoch, oder vielleicht gerade deswegen, verspürt die Sternenelfin kein Heimweh. Sie fühlt sich mittlerweile in Cormanthyr ebenso zuhause. Nein, wenn sie etwas von diesem Ort forttreibt, dann ist es eher eine innere Unruhe, die sich gerade in den letzten Tagen wieder verstärkt bemerkbar macht. Als sie sich entschlossen hatte, in Myth Drannor zu bleiben, hatte sie gespürt, dass sie hier eine wichtige Aufgabe zu erfüllen hatte. Jetzt, im Rückblick auf die vergangenen Wochen und Monate, weiß sie, dass sie richtig gehandelt hatte. Sie war viel gereist, in ihrer Zeit hier. Eigentlich hat sie Myth Drannor noch immer nicht in seiner ganzen Pracht erfahren können, war sie doch die meiste Zeit unterwegs gewesen. Und wenn sie hier vor Ort war, dann gab es meist Wichtigeres zu tun.

Jetzt, wo ersteinmal Ruhe eingekehrt ist, kann sie sich etwas mehr Zeit nehmen, um die Schönheit dieses Ortes zu erfassen. Auch wenn die Schlacht ihre Zeichen hinterlassen hat, und gerade die Umgebung um die Stadt herum stark gelitten hat, so bleibt ihr Antlitz doch weiterhin bestehen. Die Wälder werden wieder ergrünen und irgendwann wird dieser schreckliche Tag in Vergessenheit geraten. Genau wie es schon einmal geschehen war. Dies durfte nicht passieren. Aulmpiter war zwar geschlagen, aber nicht besiegt. Er würde wiederkommen. Er selbst hatte es angekündigt. Es würden viele Jahre, Jahrzehnte, oder gar Jahrhunderte vergehen. Und mit jedem Tag würde sein Schatten schwinden und die Erinnerung verblassen. Doch es war wichtig, dass man sich seiner erinnerte, denn er würde wiederkommen und die Elfen mussten bereit sein, wenn dieser Tag kommen würde. Vielleicht würde Taeglyns Geist einst diejenigen leiten, die diese Aufgabe übernehmen würden, so wie auch sie selbst von den Geistern der Verstorbenen geleitet worden waren. Es war ein schöner Gedanke, denn er würde bedeuten, dass Taeglyn nicht umsonst gestorben war. Vielleicht würden die Barden Lieder verfassen, Lieder die die Elfen an den Schrecken erinnern würden, schöne Lieder und zugleich schreckliche Lieder. Wie auch immer es geschehen sollte, es durfte nicht vergessen werden. Sie selbst würde es niemals vergessen.

Doch wenn dieser Tag einst kommen wird, werden es andere sein, die sich dieser Aufgabe stellen müssen. Selenia würde Myth Drannor bald verlassen. Ihre Aufgabe hier war erfüllt und die Unruhe in ihr wuchs von Tag zu Tag. Sie würde nicht mehr lange bleiben können. Es zog sie in die Ferne, nicht zurück in ihre Heimat, sondern zu anderen Orten. Fremden Orten, die sie noch nicht gesehen hatte. Ein paar Tage, vielleicht auch ein paar Wochen, würde sie noch in Cormanthyr verweilen. Helfen, wo sie helfen konnte. Ausruhen und Kraft schöpfen. Kraft, für die lange Reise, die noch vor ihr lag.

Tsaer Herbstabend

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Epilog - Lichter der Zukunft
« Antwort #4 am: 26.05.2014, 11:02:13 »
Wer den Verrat verstehen will, muss ihn selbst versuchen - Abschluss für Tsaer

Für Tsaer war dieses Ende auch ein Anfang. Er hatte erlebt, dass der Verrat nicht immer passierte. Das er überall lauerte hatte sich jedoch auch mehr als nur deutlich gezeigt. Viele der ungeklärten Dinge gaben ihm noch immer ein Rätsel auf - Was war wirklich mit Talindra geschehen? Wieso hatte die Kriegsklinge Myriil die Kraft genommen und was hatten die Dämonen zuvor mit der Klinge angestellt? Wieso war Aulmpiter so schnell geflohen und hatte sich nicht etwa nur anders positioniert? Das alte Leben hatte Tsaer nicht mehr viel zu bieten. Sicher würden seine Stiefeltern ihn nun, da er ein Held geworden war, benutzen um etwas von seinem Ruhm ab zu bekommen. Sicher würden die Druiden nun  nicht weniger abgeneigt gegen diesen Sonderling sein, sondern sich höchstens noch in Ihrer Sache bestärkt fühlen, weil er das Gleichgewicht wohl möglich zu sehr beeinflusst hätte oder nicht genug. Nein, dieses alte Leben hielt für ihn nichts mehr.

Statt dessen war in Tsaer in den letzten Tagen ein Entschluss gereift. Er würde noch ein paar Tage in Myth Drannor verweilen und das Leben kosten. Vielleicht lies sich sogar die Halbelfe auffinden, mit der er das ganze Abenteuer eingeleitet hatte. Bei dem Gedanken daran muss Tsaer lächeln. Aber dann würde er losziehen. Er wollte mehr lernen über die Facetten des Verrats, über diese durch und durch schlechte Welt. Was war es, dass dafür sorgte, dass das Böse sich nicht vollends durchsetzte? Das Leute wie diese Elfen und Elfenfreunde die hier versammelt waren wider aller Vernunft gegen das Böse antraten und auf jeden, der dem Verrat verfiel ein Dutzend anderer kam, die es nicht taten? Er hatte bereits mit den Befehlshabern gesprochen. Sie wussten noch nicht wie sie ihn einsetzen würde, aber das reich hatte noch genügend Feinde und selten bot jemand freiwillig an, als Spion in Feindes Reihen überzutreten.
« Letzte Änderung: 26.05.2014, 11:02:29 von Tsaer Herbstabend »

Idunivor

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Epilog - Lichter der Zukunft
« Antwort #5 am: 26.05.2014, 20:30:26 »
Ein Platz in der ersten Reihe

Nezras war mehr als zufrieden mit dem Ausgang der Angelegenheiten. Aulmpiter war zwar nicht besiegt aber doch so sehr geschwächt, dass er sich um ihn keine Gedanken zu machen brauchte. Und dank seiner Magie würde er jetzt an den politischen Beratungen der Elfen Myth Drannors teilnehmen können. Er würde hören, welche Pläne sie machten, er würde sehen, wen sie zu bekämpfen hatten und er brauchte sich dafür nicht einmal aus seinem Refugium heraus zu bewegen. Als Anführer der Palastwache würde er vermutlich auch den ein oder anderen Kampf zu Gesicht bekommen. Das würde sicherlich spannend werden
Vielleicht würde er irgendwann diesem Sonnenelfen sogar eine Nachricht zukommen lassen, um sich für all die Unterhaltung zu bedanken, die er ihm beschert hatte. Aber noch nicht jetzt. Fürs erste galt es sich noch ein wenig mit der Politik Myth Drannors zu beschäftigen und am Abend war er auf eine Feier bei Lord Rekovsa eingelanden. Auch das würde sicherlich gute Unterhaltung bringen. Nezras, der einst der Verräter geheißen hatte, lehnte sich in seinem Sessel zurück, griff nach seinem Weinglas und schloss die Augen, um zu sehen, was gerade in Myth Drannor geschah.
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Idunivor

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« Antwort #6 am: 26.05.2014, 20:59:38 »
Ein Versprechen für die Zukunft

Nach der Zeremonie auf der Lichtung der Seelen kehrte Myriil Haladar zurück ins Schloss Cormanthor. Sie hatte in ihrem Traum vor der Schlacht mehr gesehen als Ilseveles Schicksal. Sie hatte etwas gesehen, durch das sie endlich verstehen konnte, warum Ary'Faern'Kerym sie abgelehnt hatte. Diese Waffe war nie für ihre Hand bestimmt gewesen und sie hatte ihr eine Lektion erteilt, die Myriil niemals in ihrem Leben vergessen würde. Sie hatte auch zuvor treu zu Myth Drannor gestanden, aber dabei war sie in manchem Moment auch sich selbst im Weg gewesen. Das war jetzt vorbei. Noch vor einem Monat hätte sie sich freiwillig für die Rolle angeboten, die der Kronrat von Myth Drannor an sie heran getragen hatte. Sie hätte sich selbst für eine geeignete Sprecherin der Elfen Myth Drannors gehalten und genau deshalb war sie es damals nicht gewesen. Aber das hatte sich jetzt geändert. Als die anderen Ratsmitglieder einstimmig sie zu ihrer Sprecherin bestimmt hatten war keiner so überrascht gewesen wie Myriil selbst.
Alles, was die Sonnenelf wollte, war den Traum lebendig zu halten für den Ilsevele gestorben war. Sie wollte keine Macht, dieses Verlangen hatte sie mit ihrer magischen Macht verloren. Doch sie hatte schließlich eingesehen, dass genau das sie zu einer geeigneten Sprecherin für die Elfen Myth Drannors machte. Niemand verstand Verlust so wie sie es tat. Doch jetzt Arkanistenturm des Schlosses Cormanthor, in der kleinen Kammer, in deren Mitte die Kunstklinge schwebte, spürt Myriil diesen Verlust nicht. Sie bemerkt jeden Tag, das das Gewebe, mit dem sie so lange verbunden war, fort ist. Und auch wenn es wiederkehrte würde sie es nie mehr so einsetzen wie zuvor. Aber das änderte nichts daran, dass Ary'Faern'Kerym noch immer einen würdigen Träger suchte. Und Myriil verstand besser als alle anderen, was dieses Schwert suchte. Die Herrin Mondbogen hatte es ihr sehr klar gezeigt, sie hatte ihr ein Gesicht gezeigt, eine Hand, die die Göttin für würdig erachtete, getragen von zwei silbernen Drachen. Sie verstand noch nicht alles, aber sie verstand einiges. Früher hätte sie sich ihrer Magie bedient, um all die Fragen zu beantworten, die sich ihr jetzt stellten. Aber heute nicht mehr, selbst wenn sie gekonnt hätte, hätte sie es nicht getan.
Sie würde an der Spitze des Rates stehen aber das würde sie nicht von ihrer Suche abhalten. Die Augen der Sonnenelfe ruhten auf der Klinge, die in dem kleinen Raum schwebte: "Ich weiß wer dich tragen wird und ich werde die Hand herbringen, die dich ergreifen und sich deiner würdig zeigen wird. Das Verspreche ich."
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Idunivor

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Epilog - Lichter der Zukunft
« Antwort #7 am: 26.05.2014, 21:13:54 »
Das Böse schläft nie

Aulmpiter fluchte als er im Nichts wieder auftauchte. Er war sich sicher gewesen es endlich geschafft zu haben. Er hatte sich gründlich vorbereitet und doch hatte man ihn wieder aufgehalten. Die Elfen hatten nicht mit ihm gerechnet und er hatte sie beinahe in die Knie gezwungen. Aber eine Hand voll von ihnen hatte gereicht. Nur wenige hatten von seiner Rückkehr gewusst, aber die verfluchten Elfengötter müssen ihnen beigestanden haben, sodass sie in der Lage waren ihn zurückzuschlagen. Ihn!
Noch einmal würde ihm das nicht passieren. Er war schon einmal viele Jahrhunderte eingesperrt gewesen ohne etwas unternehmen zu können. Damals hatte er nur Pläne geschmiedet und das würde er auch jetzt wieder tun. Doch seinen ersten Plan hat er bereits gefasst. Wenn seine Diener ihn zurückbringen konnten, dann würde ihm das auch für Malmishaer und Gaulguth gelingen. Er würde das Khov'Anilessa wieder vereinen und wenn es Jahrhunderte oder gar Jahrtausende in Anspruch nahm. In der Zwischenzeit würden auch die langlebigen Elfen seinen Namen wieder vergessen haben, bis er dann zurückkehrte. Stärker als jemals zuvor. Und ein drittes Mal würde Myth Drannor ihm nicht entgehen...
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Idunivor

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« Antwort #8 am: 26.05.2014, 21:15:22 »
---Ende---
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