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Autor Thema: Und ich nenne dieses Stück... ABRA KADAVER!  (Gelesen 14389 mal)

Beschreibung: [Uhrwerk 39, Teil 2 ~ In einer Stadt, am Ende der Zeit...]

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Wellby

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Und ich nenne dieses Stück... ABRA KADAVER!
« am: 28.07.2014, 12:08:58 »
« Letzte Änderung: 19.05.2015, 15:35:12 von Wellby »
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Wellby

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Und ich nenne dieses Stück... ABRA KADAVER!
« Antwort #1 am: 31.07.2014, 19:14:39 »
Finsternis


Die kalte, undefinierbare, alles-verschlingende Dunkelheit hatte sie erfasst und hielt sie in ihrem stählernen Griff. Eisern. Gefühllos. Atemraubend.

Sieben Seelen. Erwählt vom Schicksal. Vom Geist der Maschine auserkoren. Dazu verdammt, ihr Leben der Stadt zu opfern.

Doch etwas war falsch. Jemand hatte sich Zugriff verschafft und das Grim Noria verdorben.

Eine Macht, jenseits der Spiegel.

Das Böse.

Das Dunkle Drüben ward gekommen. Und noch bevor die Uhrwerksbrigadiere sich ihrer Bestimmung bewusst wurden, hatte man sie außer Gefecht gesetzt.


'… Und siehe dort, jenseits der Mauer...

… Die Toten scharren in verdorbner Erde...

… Im Schatten, drohend auf der Lauer...“


Raben. Zu Dutzenden versammelten sie sich in den Winden über Mechanika. Überall schossen schwarze Federn hervor. In jeder Gasse hallte das Krächzen grauer Schnäbel...

Eine dunkle Wolke verräterischer Unheilbringer glitt durch die von Blitzen erhellte Nacht über jene Mauern, welche das Volk am Leben erhielten, hinaus in die ewige Verderbtheit des Ödlands.

Jenseits der Reichweitenlinien, nicht weit ab des Brethonn Klammes, hatte sie jemand gerufen.

Verzweifelt krallte sich Kilian Brightmore in den Staub und versuchte, seinen geschundenen, Blut verschmierten Körper von ihm weg zu ziehen. Das um sich schlingende Feuer der abgestürzten, am Fels geborstenen Himmelsschwert erfüllte die Nacht mit gespenstisch tanzendem Licht, als die Funken an den uralten, toten Ästen und verkümmerten Überresten einstiger Bewaldung leckten und sich langsam ausbreiteten. Der erste Offizier der Kaserne Apostaria, Schildwächter der Eisernen und Verteidiger der Stadt war am Ende und wagte es dennoch nicht, aufzugeben. Er konzentrierte seine schwindenden Sinne und kanalisierte die Qual der todbringenden Wunden, welche seinen geschundenen Körper übersäten. Verfaulter, modriger Geruch biss in seiner Nase, als einer der verstümmelten Thors ebenfalls von dem Feuer ergriffen wurde. Kilian zwang sich unter unendlicher Pein, bei Bewusstsein zu bleiben.

Denn er wusste, es gab Schlimmeres, unendlich Grausameres als den glückseligen Tod am Ende seiner Existenz.

Und deshalb durfte der Schwarze Mann ihn nicht bekommen.

Randall Flagg beobachtete ihn. Seine pechschwarzen, schulterlangen Haare umsäumten die leichenblasse Fratze, welche in dem Licht der züngelnden Flammen gar wahnsinnige, diabolische Züge annahm. Er ließ dem ersten Offizier Zeit. Nur wenige Meter trennten ihm von dem verkrüppelten Mann, doch Flagg verharrte an Ort und Stelle. Er wollte Brightmore Hoffnung geben. Den Schimmer eines Auswegs. Ihn glauben lassen, dass sein Schicksal noch nicht besiegelt wäre.

Denn nichts liebte der Schwarze Mann mehr, als das Entsetzen in den Augen, wenn seine Beute realisierte, dass die letzten Augenblicke ihrer kümmerlichen Existenz aus nichts anderem als bloßen Lügen bestanden hatten. Die Panik, das Adrenalin. Der Wahn.

Köstlich.

Er beschloss voll Vorfreude, dass Kilian Brightmore weiterleben sollte. Zumindest für eine Weile...

Plötzlich verspürte er die Ankunft der Raben und reckte den Kopf nach oben, gleich einer Hyäne, welche den süßlichen Geruch halb vergorenem Aases im Wind erhascht.

Die pechschwarzen Vögel waren gekommen um ihrem Meister zu berichten.

Ein Schwarm aus Federn fegte über den Schauplatz des Massakers hinweg. Krallen gruben sich in erkaltetes Fleisch. Schnäbel bissen, zerrten, rissen. Ein Festmahl für das Unheil. Ein Schmaus für die Verdammten!

Ein Vogel ließ sich sanft auf der Schulter Flaggs nieder. Unheilige, stumme Worte wurden auf eine Art gesprochen, wie es selbst die Altvorderen nicht gewagt hätten, sich zu verständigen. Eine Nachricht, so furchterregend, wie sie überraschend war. Doch das Ende der Erzählung hielt eine Wende für den Schwarzen Mann bereit, welche er sich selbst in seinen kühnsten Träumen von Vernichtung und Teufel nicht hätte ausmalen können.

Randall Flagg begann zu lächeln und eine Stimme, so grausam wie das Wehklagen tausender Schlachtfelder ließ den ersten Offizier, Kilian Brightmore bis ins Mark erzittern.

„Wahrlich überraschend dreht sich der Wind in dieser Nacht, Mister Brightmore. Wundersam, äußerst wundersam.“

Und zum ersten Mal seit seiner Ankunft auf dieser Welt begann er, das Schicksal in Frage zu stellen.

Von Verzweiflung und Heldenmut gepackt, hielt der mutige Offizier in seiner Bewegung inne, ergriff den verborgenen Colt in seinem Stiefel und rollte sich auf dem Boden zur Seite, um den Schwarzen Mann ins Visier nehmen zu können. Unter ohrenbetäubendem Krachen entlud er die sechs einzelnen Kugeln der Waffe, begleitet von einer meterlangen Rauchsäule, direkt in den Oberkörper des Wesens.

Flagg riss den Kopf nach hinten. Ein Wahnsinn erregendes Lachen hallte durch die Einsamkeit der Brethonn Ebene, als er die geschleuderten Patronen mit seinem Körper empfing und die Kugeln, ohne in der Bewegung innezuhalten, direkt durch ihn hindurch glitten.

Ja, heute war eine wahrlich tolle Nacht! Der Schwarze Mann war guter Dinge. So lange war es her, dass er nicht gewusst hatte, was sich hinter dem Horizont vor ihm verborgen hielt! Niemals hätte er sich ausmalen können, dass diese unerwarteten Gegebenheiten, welche seine Wiedererweckung begleiteten, sein Gemüt so sehr erhellen würden. Seine Vorfreude war entfacht.

Oh ja, Kilian Brightmore durfte noch ein wenig weiterleben...
Und seine Schreie würden die Grundfesten Mechanikas erzittern lassen!


"… Genannt der scharze Mann,

… denn Pein war sein Wille,

… Des Drübens Untertan!“


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Wellby

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« Antwort #2 am: 31.07.2014, 19:17:56 »
Der Teleportationsfluch verlor synchron seine Wirkung. Als die kanalisierte, dunkle Energie der Falle so schnell und lautlos verschwand, wie sie erschienen war, erwachten die sieben Auserwählten nahezu gleichzeitig, im selben, verdorbenen Atemzug.

Vor wenigen Momenten befanden sie sich noch mitten in ihrem Leben. Manche von ihnen hatten gerade die neu erworbene Freiheit mit Schmaus und literweise Sola lite gefeiert. Andere steckten bis zum Hals in ihren eigenen, todbringenden Problemen... Als der Geist der Maschine, DEUS EX MACHINA ihre Seelen ergriffen und von dieser Ebene der Realität gerissen hatte.

Doch die wohl platzierte Falle hatte gesessen.

Anstatt im Uhrturm der Ewigkeit zu erwachen, sich ihrer neuen Aufgabe bewusst - und vom Volke gefeiert zu werden, umschloss sie lediglich eine träge, zähe und undurchdringliche Schwärze...

Es dauerte einen Augenblick und den kläglichen Versuch eines gescheiterten Atemzugs, damit die Fremden feststellen konnten, dass sie sich unter Wasser befanden! Dunkle, gänzlich lichtlose Strömungen sogen an ihren Körpern. Es war nahezu unmöglich, auf Anhieb festzustellen, wo sich überhaupt die Oberfläche befand!

Doch ein auftauchender, von der Flüssigkeit gebrochener Lichtschimmer am Rande ihres Blickfeldes bot ihnen plötzlich eine Chance.[1]
 1. Bitte von jedem einen Schwimmen-Wurf gegen SG 12 - Einschränkungen: Haze - Sickness; Isamu Tanaka -4 wegen den Handschellen!
« Letzte Änderung: 31.07.2014, 19:24:14 von Wellby »
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Flinkhand

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« Antwort #3 am: 01.08.2014, 11:19:43 »
Flinkhand erwacht aus seiner Starre, als er das kühle Nass um sich herum spürt. Gerade noch ist er auf der Starsse gewesen, zerfressen von Wut auf die Raben, die seinen Bruder geholt hatten. Und jetzt ist er seinen Bruder gefolgt. Wieder entführt, doch diesmal nicht von einem fiesen Schläger und seinen Gesellen, sondern von gar fürchterlichen, koboldfressenden Raben. Seine Lungen fangen an zu brennen. Der Bold versucht mit ein paar Stössen an die Oberfläche der Flüssigkeit zu gelangen, doch scheint seine Kraft dafür nicht auszureichen, langsam beginnt er wieder, die gewonnenen cm nach unten zu sinken. Da erkennt er ein Licht, ein Ziel, auf das er hinarbeiten kann. Dann kommen Gedankenblitze, hell und schmerzend. Flink in den Fängen des Hirnsaugers - und sein Bruder rettet ihn. Flink in der Gefangenschaft von Schmitz - und Haze rettet ihn. Flink in einem Tümpel Wasser, langsam nach unten sinkend - doch kein Haze ist da, um ihn zu retten. Haze, gefressen von 1000 und aber 1000 Raben, die höhnisch krächzen: "Komm ins Licht! Komm ins Licht!" Ist denn dann das Licht wirklich ein anstrebenswerter Punkt, wenn die dämonischen Tiere von ihm verlangen, dorthin zu gehen? In seine Vision von seinem Bruder und den Raben mischen sich Schemen, die ihn umgeben und scheinbar auch zum Licht wollen. Gesichter und Schatten flirren vorbei? Haze? Aber schon ist das Gesicht wieder weg, als Flink nochmals ein paar cm noch unten sinkt.

Abraham Harker

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« Antwort #4 am: 01.08.2014, 21:02:55 »
Um Harker herum ist es Dunkel. Um ihn herum sind Schemen- Menschen. Bolde. Er erkennt die Schemen deutlich- aber die Oberfläche? Irgendwo muss eine Oberfläche sein. Probeweise schwimmt der Revolverheld in eine Richtung. Dann in eine andere Richtung? Oder in die selbe Richtung? Er weiss es nicht. Er schwimmt einfach- ohne zu wisen wohin. Ohne zu wissen ob in den Tod oder in das erlösende Oben, das kostbare Luft verheisst- Luft, die gegen das Brennen in seiner Kehle, in seinen Lungen hilft.

Das Wasser wird noch dunkler- und Harker glaubt nicht, dass es diese Seele noch freigeben wird...

Dass sie ihn viel lieber verschlingen wird.
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« Antwort #5 am: 02.08.2014, 11:26:36 »
Mit einem Mal wurde Haze mit einem seltsamen Licht umfangen und im nächsten Moment befand er sich Starre. Er versuchte dagegen anzukämpfen, doch Hände, Arme und Füsse wollten ihm nicht mehr gehorchen. Was hier geschah, war schlimmer, als jede Magenverstimmung. Panik ergriff den Bold. Reglos und Gefangen zu sein, das war seine geheime Angst. Ausgeliefertsein und nicht Herr seines Geschicks zu sein, das war die grausamste Vorstellung für Haze.

Dann aber, mit einem Mal, kam er frei. Es war, als würde eine große Hand, die ihn gefangen gehalten hatte, sich öffnen. Haze realisierte, dass er sich nun unter Wasser befand. Verzweifelt strampelte er mit allen Gliedmaßen. Natürlich kam er so nicht vorwärts. Haze sah sein Ende kommen.

Sein Leben zog an ihm vorrüber: Da waren Haferkekse, Kompott, Mettbrötchen, Grillteller, Reservoir Dogs usw. usf.

War das sein Ende?
« Letzte Änderung: 02.08.2014, 20:40:54 von Inspektor Haze »
Der kluge Kämpfer zwingt seinem Gegner seinen Willen auf, doch er läßt nicht zu, daß der Gegner ihm den seinen aufzwingt. - Sun Tse

Lavinia Crankrats

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« Antwort #6 am: 02.08.2014, 17:01:15 »
Der Druck des Soges schwächte langsam ab, sodass sich Lavinia erstmalig wieder etwas bewegen konnte. Nach wie vor spürte sie den Bären in ihrer Gürteltasche leicht zappeln, er war also mit ihr gekommen. Aber wohin war er mit ihr gekommen und was genau war denn eigentlich passiert? Das letzte woran sie sich erinnern konnte war, als Jack blutüberströmt vor ihr zusammenbrach und sie im gleichen Moment diesen stechenden Schmerz vernahm, der ihr die Sinne raubte.

Aber was genau war das eigentlich? Es kam so plötzlich und so eigenartig, wurde sie etwa angegriffen? Oder lag es an dem Bären der sich in ihrer Tasche befand und mit einer so heimtückischen Falle ausgestattet war, die erst nach einer Zeit zündete? Ein fauler Zauber, steckt etwa noch mehr hinter der Fassade des Plüschtieres? Eines war jedoch klar - Einen so starken Schmerz hatte sie noch nie verspürt, zumal er sich an einer Stelle in ihrer Hand sammelte und dort ein Epizentrum der Impulse schuf. Das sonderbare daran, dass sie jedoch nicht erkennen konnte wieso, war die Tatsache dass sich ihre Hand warm, ja fast sogar heiß anfühlte. Noch jetzt war ihr übel, doch als sich langsam der Druck von ihrem Körper hob, fing sie wieder an sich zu entspannen und atmete reflexartig ein. Was ein großer Fehler war.
Hustend röchelte sie nach Luft und verspürte augenblicklich wie sich ihr Mund mit Wasser füllte.

"Was zum, wo bin ich hier!" dachte sie im gleichen Moment und bemerkte erst dann, dass sie sich in einem scheinbar endlosen Loch dunkler Schwärze befand, gebrochen von einem leichten Lichtschimmer, der von weiter oben durch das Wasser stach. Plötzlich schoss etwas vor ihrem Auge vorbei, so schnell dass sie nur noch ein wabbern an ihrer Haut verspürte.[1] Ein Fisch? Nein, es war größer als ein Fisch, viel größer. Im Schemen des gebrochenen Lichtes konnte sie etwas erkennen, das stark nach einem Kobold aussah. Aber was sollte ein Kobold hier unten im Nirgendwo zu suchen haben?
Augenblicklich fiel ihr wieder ein, dass sie das ja auch nicht wusste, was sie hier eigentlich zu suchen hatte. Sie hastete herum, als sich Panik in ihrer Brust breit machte. "Scheiße, was mach ich eigentlich, ich muss hier raus! Ich krieg keine Luft mehr!"

Doch das Gewicht ihres Rucksackes, der mit Wasser voll gesogenen Kleidung, der Gürteltasche mit Bär und unnützem Ballast erschwerte ihr den Weg zur rettenden Wasseroberfläche. Wild strampelnd schlug sie um sich, schneller und schneller und doch schien es als würde sie sich nicht vom Fleck bewegen.[2]
 1. 18 Wahrnehmung
 2. 7 Schwimmen
Status Lavinia Crankrats

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Wellby

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« Antwort #7 am: 03.08.2014, 10:03:58 »
Die Wassermassen schienen undurchdringlich, als die sieben Auserwählten sich ihrer Situation bewusst wurden. Mit aller Macht kämpften sie gegen den Sog an, welcher unabwendbar an ihren Körpern zog. Doch der Schock der Teleportation durch Raum und Zeit hing ihnen nach wie vor mehr als nur im Nacken und ließ die Menschen und Kobolde weiter orientierungslos im trüben Gewässer verweilen. Der Druck in ihren Ohren, der Mangel an Atemluft und die Strömung unter der Oberfläche forderten ihren Zoll. Wo die Schurkin und jene beiden Bolde es schafften, ihre Sinne zu konzentrieren und sich gegen die Sogwirkung zu stemmen, scheiterten der von der magischen Droge ausgezehrte Alchemist, der Acquisitor und der  mit Handschellen gefesselte Barde daran, den Fluten Einhalt zu gebieten und gerieten in ihren Anstrengungen lediglich einige Meter weiter nach unten. Die todbringende Flüssigkeit wurde dort bedeutend kälter und die Verzweiflung der drei Brigadiere stieg unbarmherzig, als das verschwommene Licht am Ende ihres Blickfeldes immer kleiner wurde...

Lediglich das gezeichnete 'Wort der Hoffnung', genannt Irene 'Die Faust' Tanner machte ihrem Namen alle Ehre und schaffte es binnen weniger Augenblicke, trotz den - durch das Metall wesentlich schwereren - Fäusten, ihre Schwimmzüge zu koordinieren und sich im Wasser abzustoßen; dem fremden Licht entgegen. Sie nutzte den so gewonnenen Schwung, um sich mit einem raschen Blick, genauer in dem trüben, dunklen Gewässer um zu sehen. Scheinbar war sie nicht alleine mit ihrem Schicksal. Ihre geschulten Augen erhaschten die Umrisse mehrerer, anderer Gestalten, welche sich verzweifelt gegen die Kraft der Sogwirkung stemmten. Ohne nachzudenken griff sie mit ihrer stählernen Umarmung nach der nächst besten Person und riss diese mit sich selbst nach Oben, an die dringend benötigte, frische Luft.[1]

Mit lauten, keuchenden Atemzügen erreichten Irene Tanner und Lavinia Crankrats die Wasseroberfläche. Die beiden kannten einander nicht, doch das Schicksal hatte sie in diesem Augenblick zusammengeführt. Wellen hoben ihre Körper, als die beiden Frauen ihr Gleichgewicht fanden und sich schließlich über Wasser halten konnten. Wo waren sie nur gelandet? Was war das für ein Ort?

Ein trüber Nebel lag auf dem Fluss, in dem sie sich befanden und verhinderte, dass die beiden großartig mehr sehen konnten,  als das dichte, ins Schwarze übergehende Grau der Dunstschwaden, welche einer Decke gleich auf der Szenerie gebetet, lagen. Kälte. Undurchdringlicher, beißender Frost schlug ihnen entgegen und, gepaart mit der reißenden Temperatur des Gewässers, ließ binnen Sekunden ihre Lippen gänzlich bleich werden. Dort war auch das Licht, welches ihnen, einem Leuchtturm an stürmischen Küsten gleich, den Weg zum nahen Ufer zeigte.

Ein Lagerfeuer.

Doch die beständige Bewegung der Wellen erschwerte auch hier jegliche, weitere Erkenntnis.

Irene und Lavinia waren bisweilen außer Gefahr und hatten es geschafft, ihre Lungen mit dringend benötigter Atemluft zu füllen. Jedoch hing das Schicksal der anderen Auserwählten weiter auf Messers Schneide und der Fluss griff wieder und wieder, gar unbarmherzig nach ihren Leibern![2]
 1. Lavinia, Flinkhand und Abraham haben ebenfalls mehrere andere Gestalten unter Wasser entdeckt.
 2. Bitte erneut jeder Schwimmen würfeln - gegen SG 12; Abraham, Razhan und Tanaka gegen SG 13. Wenn jemand mehr als 18 wirft und sich über die anderen bewusst ist, kann er einen anderen Brigadier mit nach oben ziehen. Lavinia und Irene können ebenfalls versuchen, jemandem zu helfen - gegen SG 18. Scheitern bedeutet allerdings nicht, dass sie wieder unter Wasser gefangen sind. Sie erreichen dann vor dem nächsten Auftauchen einfach niemanden.
« Letzte Änderung: 03.08.2014, 11:12:59 von Wellby »
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Abraham Harker

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« Antwort #8 am: 03.08.2014, 18:28:22 »
Lange schon ist es nicht mehr Luft, die seine Lungen zum Brennen bringt. Er hat schon mehr als einmal ein Wenig kostbaren Odem gegen kaltes Wasser eingetauscht- immer nur ein kleiner Schluck, aber genug, dass Furcht in sein Herz kriecht. Orientierungslos taumelt er durchs Wasser- ohne einen Plan, wie er hier hinauskommen soll.
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Razhan

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« Antwort #9 am: 04.08.2014, 03:11:09 »
Übelkeit umfängt den Alchemisten und Feuchtigkeit. Die Überraschung sitzt so tief in seinen Knochen, dass er nicht mit der neuen Situation klar kommt. Langsam sinkt er immer tiefer. Durch seine müden Augen erkennt er wie er sich immer weiter von dem schimmernden Licht über ihm entfernt. Die Oberfläche? Was ist hier los? Haben die Anstrengung und die Chemiekalien denen er sich in den letzten Tagen... Wochen... ja Monaten ausgesetzt hat ihren Tribut gefordert? Ist dies nur ein schlimmer Albtraum? Alles seitdem er auf das Dach geklettert ist? Dafür ist die schmerzende Gier nach Luft einfach zu groß. Selbst in den schlimmsten Träumen wacht man bei solchen Gefühlen auf. Das Licht er muss ans Licht. Seine Ressourcen sind erschöpft. Doch eine Idee hat er noch. Er schluckt den letzten Rest Luft den er im Mund hat und trinkt seinen Trank. Obwohl es Unterwasser garnicht so leicht ist bekommt er genug davon seinen Rachen hinuntergespült. Binnen Sekunden beginnt er auf das doppelte an zuwachsen.[1] Vielleicht kann er mit der neu gewonnen Kraft nach oben schwimmen.[2]
 1. Enlarge Person
 2. Schwimmen 34
« Letzte Änderung: 04.08.2014, 03:21:14 von Razhan »
Wir sind zu allem bereit, aber zu nichts nutze.

Flinkhand

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« Antwort #10 am: 04.08.2014, 07:34:45 »
Wieder versuchte Flink an die Oberfläche zu kommen, jedoch schafft er es nicht, auch nur einen cm nach oben zu kommen. Die Bemühungen des Boldes enden in einem wilden Strampeln.
« Letzte Änderung: 04.08.2014, 07:35:12 von Flinkhand »

Isamu Tanaka

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« Antwort #11 am: 04.08.2014, 13:35:22 »
Benommen hatte der Barde die Augen geöffnet. Er wusste nicht wo er war, was passiert war. Nur die nasse Kälte, welche ihn umfing nahm er war. Sein erster gescheiterter Atemzug erweckte seinen Körper zu Leben. Panik durchströmte ihn, als er merkte mitten im Wasser zu sein und dazu noch gefesselt. Er verschwendete keine Gedanken daran wie er hier her gekommen war, denn er glaubte es zu wissen. Doch einfach ertrinken, diese Genugtuung wollte er Alberto nicht geben.

Das Licht, da musste es nach oben gehen, so versuchte er darauf zu zu schwimmen oder besser gesagt zu strampeln. Schließlich hatte er nie schwimmen gelernt. So war es auch nicht verwundertlich, dass er nicht einen Millimeter vorran kam. Er sank sogar noch tiefer in die Dunkelheit. Verzweifelt blickte er er sich um. Sichte nach etwas zum Abstemmen, zum hochkommen. Er erblickte nichts der gleichen, nur andere Körper. Zuerst dachte er an andere Opfer, doch rasch merkte er, dass sie sich bewegten. Auch sie versuchten an die Oberfläche zu kommen. Refelxartig versuchte er um Hilfe zu rufen, doch damit verlohr er noch mehr Luft und schluckte einiges an Wasser. Sein Herz schlug immer Schneller und er verfluchte seine es nie Schwimmen gelernt zu haben.
Status
Das Spiel zu erkennen, heißt nicht das Spiel zu können.

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« Antwort #12 am: 05.08.2014, 00:05:54 »
Dunkelheit umfängt Irene Tanner und für einige Sekunden schwebt sie orientierungslos darin herum, bevor sie versucht zu atmen und dabei schnell merkt, dass es sich um Wasser handelt. Gerade hatte sie noch in der Himmelsschwert, weit über den Wolken gestanden und sich auf den Kampf ihres Lebens vorbereitet. Sie war Feuer und Flamme und fest entschlossen gewesen – selbst jetzt spürt sie noch das Adrenalin, dass durch ihren durchtrainierten Körper gepumpt wird. Was war dann passiert? Tot konnte sie nicht sein, denn sie bezweifelte, dass sie nach ihrem Tod irgendwo unter Wasser aufwachte. Irgendetwas musste zwischen ihrem Weg von der Himmelschwert auf die Brethonn Ebene passiert sein, auch wenn sie sich nicht daran erinnerte, abgesprungen zu sein.

Doch "Die Faust" hat sich ihren Spitznamen nicht verdient, indem sie viel nachdenkt oder erst einmal gründlich ihre nächsten Taten überlegt. Sie handelt – und zwar sofort. Ihre Instinkte leiten sie und bisher hatte das gut funktioniert. Irene dreht sich in dem Wasser um sich selbst und erkennt Schemen einiger Menschen und auch Kobolde. "Überlebende Soldaten der Himmelsschwert?" Das Licht am Ende ihres Sichtfeldes ist ein wahrer Hoffnungsschimmer und ohne zu zögern, fängt sie an, darauf mit kräftigen Bewegungen ihrer Metallfäuste zuzuschwimmen. Auf dem Weg an die Oberfäche des Wassers, greift sie sich mit einer Hand grob eine der Gestalten im Wasser und zieht sie mit nach oben.

Erst als sie die Wasseroberfläche erreichen, erkennt Irene, dass es sich nicht um einen der Soldaten der Himmelsschwert handeln konnte. Eine weitere Frau wäre ihr sicherlich aufgefallen. Doch jetzt war keine Zeit irgendwelche Fragen zu stellen und so begnügt sich Irene damit sich ein Bild von ihrer Lage zu machen. Sie sieht sich kurz um und mit einem "Bin gleich wieder da!" holt sie tief Luft und verschwindet sofort wieder in die Fluten, um ein Ertrinken der anderen Menschen und Kobolde zu verhindern, die sie vorhin gesehen hatte. Bisher ist sonst niemand aufgetaucht und das macht ihr Sorgen. 
Mit einigen kräftigen und geübten Schwimmbewegungen nährt sie sich der nächsten Gestalt. Der Größe nach zu urteilen, muss es sich um einen Menschen handeln. Sie greift mit einem Arm um den Körper des Menschen und fängt an, sofort wieder in Richtung Oberfläche zu schwimmen. Dort angekommen sieht sie den beiden Menschen ins Gesicht. Irene zeigt in Richtung des Lagerfeuers und atmet dabei tief durch, um sich und ihren Körper für einen Moment zu beruhigen.

"Da vorne ist ein Lagerfeuer. Wenn ihr nicht dabei helfen könnt, die anderen an die Oberfläche zu ziehen, dann helft euch gegenseitig und macht euch schon mal auf den Weg. Wir treffen uns dort später wieder!" Irenes Stimme hatte automatisch und unbewusst einen Befehlston angenommen, der keine Widerrede duldete. Sie ist weder wütend, noch will sie den beiden etwas böses aber wenn sie nun mal nicht schwimmen und den anderen helfen konnten - und so hatten ihre kläglichen Versuche für sie unter Wasser ausgesehen - dann sollten sie zumindest versuchen sich selbst zu helfen. Im Moment hatten die Personen unter Wasser die höchste Priorität.

Lavinia Crankrats

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« Antwort #13 am: 05.08.2014, 10:52:09 »
Lavinia erstarrte, als sich eine der Gestalten hastig auf sie zu bewegte, knapp war sie davor sich zu wehren, als sich eine Hand um ihren Körper schlang und sie mehr als nur abrupt nach oben riss. Kurz dachte sie, das Wesen würde sie angreifen, doch nach einem genaueren Blick erkannte sie, dass es sich nicht um einen Feind handeln konnte, sondern eher einem Opfer dass in der selben verzwickten Situation wie sie verharrte.
Als sie bemerkte, dass sich das Wesen, eine Frau menschlicher Gestalt Richtung Licht zubewegte, versuchte sie so gut es die Panik zuließ mitzustrampeln.
Immer schneller werdend, die Frau schien große Kraft zu haben, bewegten sie sich auf das rettende Licht zu als Lavinia bereits merkte, dass sich ihre Lungen mit Wasser füllten, da sich ein stechender Schmerz in ihrer Brust breit machte.
Kurz, nicht mehr weit...

Lavinia holte tief Luft, als sie die kühle Frische in ihrem Gesicht verspürte. Hustend versuchte sie den Schmerz in ihren Lungen loszuwerden, der sich durch die eisige Luft und den Windzug noch zu verstärken schien. Ihr war schlecht und ihre Ohren pochten vor Taubheit, sie spuckte überschüssiges Wasser aus, auf diese Nahtoderfahrung hätte sie ihresgleichen gerne verzichten könnten. Unterbewusst bewegte sich ihre Hand zu ihrer Gürteltasche. Der Bär hatte wohl eher seinen Verstand erlangt, denn die Gürteltasche war geschlossen und der Bär saß im scheinbaren trockenen. Bevor sie überhaupt realisierte was eigentlich passiert ist, vernahm sie nur ein taubes Geräusch und eine hastige Bewegung der Frau, ehe sie wieder im Wasser verschwand.

Erst dann bemerkte sie, wie sehr sie fror. Das Wasser war eisig und der starke Wind lies das Wasser auf ihrer Haut zu kleinen Kristallen gefrieren. Langsam aber sicher kam auch ihre Wahrnehmung zurück und das schmerzende Gefühl in ihren Gliedern wich einer angenehmen Taubheit.
Plötzlich schoss der Kopf der Frau wieder durch die Fluten, die einen weiteren Menschen nach oben gezogen hatte, einen jungen hübschen Mann, der ebenso schmerzerfüllt hustete wie sie. Bevor sie reagieren konnte, schob die Frau den Mann in ihre Arme, sodass ihre Wangen trotz Kälte leicht erröteten. Als sie jedoch merkte, wie das Gewicht des Schönlings sie nach unten zog, konnte sie ihre Fassung wiedererlangen und strampelte um sich selbst und ihn über Wasser zu halten. Knapp war sie davor ihn anzubrüllen warum er nicht selbst schwamm, als sie bemerkte dass seine Hände gefesselt waren. Mit einer ruckartigen Bewegung zog sie ihn etwas nach oben um ihn besser umfassen zu können.

Diese Frau rief ihr etwas zu, etwas von einem Ufer und einem Lagerfeuer, von wegen wenn wir nicht helfen können sollen wir uns selber helfen und noch vieles mehr, was plötzlich einer tiefen Empörung wich. Woher nahm sich die Frau das Recht, so mit ihr zu sprechen, war sie doch weder ihr Vorgesetzter noch hatte sie sie jemals zuvor gesehen. Wahrscheinlich war sie ein Soldat oder gehörte vielleicht sogar zu den höheren Viechern der Crustwalls. Lavinia blickte erbost und war kurz davor ihr ihren Namen zu zu brüllen, der sich doch ziemlich bekannt in der Militärszene gemacht hat. Doch sie besann sich eines besseren, als ihr die gefährliche Situation erneut bewusst wurde.

"Scheiße, was soll den das alles hier..." Lavinia hustete wütend aus Angst vor der gegenwärtigen Situation und packte den Mann mit einer Hand um die Brust. "Hey, hör mir mal zu, wenn du willst das wir beide überleben, dann musst du ruhig bleiben, du bist mir so schon zu schwer. Wenn du dich dann noch übermäßig bewegst, ziehst du uns beide unter Wasser. Am besten ist es, du versuchst dich so ruhig wie möglich zu verhalten und legst dich auf den Rücken, damit du an der Wasseroberfläche schwimmst. Und auch wenn du deine Hände vielleicht nicht bewegen kannst, drück uns trotzdem die Daumen dass ich uns heil ans Ufer bring..."

Sie schluckte um die letzten gestotterten Worte zu verschlingen. Da war es erneut, das immer stärker werdende Gefühl von Panik, dass hinter ihren Ohren pochte und ihren Magen rumoren lies. Ignorierend versuchte sie Richtung Ufer zu schwimmen und doch, so sehr sie sich auch anstrengte, der rettende Boden unter den Füßen schien nicht näher zu kommen.
« Letzte Änderung: 05.08.2014, 16:06:16 von Lavinia Crankrats »
Status Lavinia Crankrats

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Isamu Tanaka

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« Antwort #14 am: 05.08.2014, 17:05:00 »
Ein fester griff um seinen Körper lies den Jungen Barden noch etwas mehr an Luft verlieren. Ehe er es richtig fassen konnte, wer ihn dort aus den dunklen Fluten holte, spürte er schon die kalte Luft und den Husten der ihn ergriff. Mit Hilfe der zweiten Frau konnte sich Tanaka gerade so an der Oberfläche halten. Immer wieder schluckte er jedoch Wasser, besonders weil die zweite Frau ihn nur gerade so an der Oberfläche halten konnte. Seine Panik hatte sich nicht wirklich gelegt.

Von den Worten seiner Retterin bekam er nur wenig mit und nach den Anweisungen der zweiten Frau, die ihn nun hielt, schaute er sie panisch Fragend an. Auf dem Wasser liegen, das war für ihn als Nichtschwimmer lächerlich. Wie sollte das gehen? Aber er überwand seine Skepsis und versuchte es wenigstens. Nach einigen Versuchen schaffte er es dann. Seine Körperspannung reichte aus um ihn in der Waage zu halten und die Füße konnte er zum fortbewegen benutzen. Schließlich gab es eine Richtung die Rettung versprach.
Zusammen kamen die beiden dadurch der Rettung wenigstens etwas näher und die zweite Frau konnte sich mehr auf ihre Sicherheit konzentrieren.
Status
Das Spiel zu erkennen, heißt nicht das Spiel zu können.

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