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Autor Thema: Heiliger Boden  (Gelesen 76787 mal)

Beschreibung: Kapitel 1

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Heiliger Boden
« Antwort #810 am: 22.09.2015, 16:48:15 »
Für Harry:

"Meine Liebe, ich möchte gerne, dass Du Dich hier versteckst. Ich sage es Dir frei heraus, die kommenden Minuten werden die gefährlichsten Deines Lebens werden. Darum musst Du ganz besonders artig sein und tun, was ich Dir sage. Suche Dir ein Versteck und komme nicht wieder heraus, bevor wir Dich herausrufen. Nur unter einer Bedingung darfst Du das Haus verlassen, nämlich dann, wenn das Feuer hierher gelangt ist und wir noch nicht wieder zurück gekommen sind. Hast Du mich verstanden? Ja, Du wirst Dir keine Schwierigkeiten machen. Und wenn Du es dann hinter Dich gebracht hast, wenn Du wieder bei Deiner Familie bist, dann werden sie Dich alle bewundern. Denn Du wirst schöner und mutiger aus allem hervorgehen. Und nun, wollen wir es angehen."

Zu seinen Gefährten sagte Harry etwas mürrischer: "Lasst es uns schnell hinter uns bringen, bevor ich mir ein paar vernünftige Gedanken machen kann. Geh Du vor, Jurij, und ich folge Dir."
"Man muss auch das Allgemeinste persönlich darstellen."
- Hokusai

Jurij Klee

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Heiliger Boden
« Antwort #811 am: 27.09.2015, 16:17:11 »
„Dir ist schon klar, dass der Weinkeller unter einem Schuppen liegt? Sie hier zu lassen ist nicht gerade schlau. Willst du es dir noch einmal überdenken Harry.“ Jurij vermied bei seinen Worten eine bissige Bemerkung. Denn noch war deutlich zu hören, dass er Harrys Anschuldigung, egal wie möglich sie war, nicht so schnell vergessen oder verzeihen würde. Wenn Harry nicht einlenkte hieß es also ohne das Mädchen zum Weinkeller. Eine dumme Entscheidung, dumm besonders da sie die Kleine so in Gefahr brachten, egal ob sie hier blieb oder mitkam. Hieß das etwa sie könnten nicht beide Frauen retten? Ja, Jurij war sauer und würde auf Risiko Spielen aber in Wirklichkeit wollte er wohl nicht zwischen dem Leben dieses Mädchens und dem im Keller entscheiden. Im Prinzip lud er diese Entscheidung gerade Harry auf, dem der die Kleine nicht einfach wegbrachte. Hierbei fragte er sich jedoch langsam, ob es so richtig war. Schließlich hatte er sich mit Henry hineingesteigert den Keller zu stürmen.
Wenn du etwas machst, mache es mit jeder Faser deiner Selbst. -Status-

Rillfarsell

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Heiliger Boden
« Antwort #812 am: 28.09.2015, 05:46:53 »
Rillfarsell wunderte sich über seine Begleiter. Sie stellten dem Mädchen, warteten aber nicht auf ihre Antwort, sondern gingen zu einem ganz anderem Thema über. Da war es für das Feenwesen nicht verwunderlich, daß die Gefühle strapaziert wurden. Auch weil Harry ja bis vor kurzem selbst unbemerkt von seinem Gast übernommen worden war. So konnte eine Zusammenarbeit ja nur schiefgehen. Es nahm sich vor, auf dem Flug mit dem Luftschiff mal mit allen zusammen zu reden, damit zukünftig solche Situationen weniger werden würden.
Aber jetzt gab es Dringenderes, weshalb Rillfarsell sich erst mal nicht einmischte.
Als sie sich jetzt aber auf den Weg machten, merkte es kurz aus der Unsichtbarkeit etwas an.
"Ich kann einigen von euch eine magische Rüstung geben, wenn ihr wollt. Dann seid ihr ein wenig besser geschützt." Es macht sich nichts daraus, ob das Mädchen durch die plötzliche Stimme noch mehr verschreckt würde, die aus dem Nichts zu kommen schien. Oder eigentlich doch... es amüsierte das Feenwesen ein wenig.

Sternenblut

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Heiliger Boden
« Antwort #813 am: 28.09.2015, 07:55:47 »
Wenn auch inhaltlich nicht ganz einig, machte sich die Gruppe doch geeint auf den Weg nach unten. Einige der Ganoven, die hier lebten, kamen ihnen entgegen, doch Jurijs finsterer Blick hielt sie alle davon ab, jemanden aus der Gruppe anzusprechen.

Unten angekommen, zeigte sich die Eingangshalle menschenleer. Schnell suchten die Gefährten ein geeignetes Versteck für das junge, eingeschüchterte Mädchen, und fanden bald in einem Seitengang eine kleine Abstellkammer für Putzzeug. Im Flur direkt daneben war ein Fenster, somit eine gute Fluchtmöglichkeit, selbst wenn das Feuer schon nah war. Und während eines Feuers oder Kampfes würde sicherlich niemand nach dem Wischmob suchen.

Nachdem sie die junge Gefangene Obayifos in ihrem Versteck untergebracht hatten, gingen sie weiter in Richtung der Kammer, in der Jurij die Gefangene des Bandenchefs mit seinem Opfer zurückgelassen hatte. Auch auf diesem Weg hielt ihn niemand auf, auch wenn das eine oder andere Bandenmitglied den fremden Besuchern argwöhnische Blicke zuwarf.

In dem Schuppen mit der Weinkelterei angekommen, öffnete Jurij den Geheimgang und führte seine Gefährten nach unten. Dort standen sie nun, direkt vor der schweren Tür, hinter welcher der Anführer der Wölfe vermutlich gerade ein Mädchen folterte.
"Ein Blick in die Welt beweist, dass Horror nichts anderes ist als Realismus." - Alfred Hitchcock

Rillfarsell

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Heiliger Boden
« Antwort #814 am: 30.09.2015, 06:22:05 »
Bevor sie das Mädchen in der Kammer zurückließen, machte Rill noch auf die Eimer aufmerksam, die hier standen.
In einem Brandfall könnte durchaus jemand darauf kommen, das Haus löschen zu wollen. Deshalb schlug das Feenwesen vor, diese mit einem Mob vor der Kammer zu lassen. Nur für den Fall.
Außerdem wiederholte es sein Angebot eines Schutzzaubers. Als Harry darauf hinwies, daß er diesen selbst beherrschte, fragte es noch mal direkt bei Henry und Jurij nach. Sollten diese nicht Einspruch erheben, wirkte Rillfarsell während sie nach unten gingen, jeweils eine magische Rüstung auf sie. Aber auch bei Kara fragte das noch immer unsichtbare Feenwesen nach.

Bevor sie die Tür öffneten, atmete Rillfarsell noch mal tief durch. Physische Konflikte waren nicht gerade seine liebste Beschäftigung. Aber hier ging es wohl nicht anders, schließlich war ein unschuldiges, so hoffte es jedenfalls, Lebewesen in Gefahr.

Henry

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Heiliger Boden
« Antwort #815 am: 01.10.2015, 18:37:32 »
Henry versuchte, das Angebot des Feenwesens zu ignorieren, und erst als er direkt angesprochen wurde verneinte er. "Nein, ich brauche das nicht.", sagte er schroff. Trotz seiner Freundschaft mit Harry konnte er sich nicht an den Gedanken von Magie gewöhnen. Für ihn blieb Magie etwas Böses, zumindestens Bedrohliches. So in etwa wie Whiskey in heißem Tee. Man unterschätzte systematisch die Wirkung und auf einmal war man nicht mehr man selbst.
"Be just, and fear not: Let all the ends thou aim'st at be thy country's, Thy God's, and truth's." - Shakespeare: King Henry VIII., Act 3, Scene 2

Harry Webster

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Heiliger Boden
« Antwort #816 am: 03.10.2015, 10:47:11 »
Nachdem Harry das Zimmer in Brand gesteckt hatte, fühlte er sich besser. Endlich mal alles rauslassen, nicht immer zurückhalten! Endlich einmal seine Drachennatur, die er meistens unterdrücken musste, ausleben! Seine Wut verrauchte im gleichen Maße, wie die Einrichtung des Zimmers in Rauch und Flammen aufging.

Dennoch gefiel ihm ihre kopflose Aktion noch immer nicht. Sie sollten einfach das Mädchen in Sicherheit bringen so wie geplant! Und das Mädchen selbst? Nun, er hatte ja eigentlich mit etwas jüngerem gerechnet, als von "entführtem Mädchen" die Rede war, und einem richtigen kleinen Mädchen hätte er die Frage ja gar nicht erst gestellt, es hätte ja auch keinerlei Verantwortung für das, was danach geschähe. Nun war es aber eine junge Frau—eine hinreißend hübsche junge Frau und wirklich haargenau sein Typ—und hatte somit ein Mitspracherecht, eigentlich sogar eine Mitsprachepflicht, aber sie schien nicht einmal in der Lage, ihre Situation und ihre Optionen zu begreifen, geschweige denn, dass sie eine sinnvolle Meinung dazu äußern könnte. Sein Lebtag hatte Harry noch keine Frau, jung oder alt, getroffen, die so wenig für sich selbst sprechen konnte, die so dermaßen unselbständig und hilflos war. Außer in alten Filmen. In sehr alten Filmen. Das entfachte nun einerseits seinen Beschützerinstinkt umso mehr, andererseits wurde er—unter dem Zeitdruck und im Anblick der zu erwartenden Gefahren—ungeduldig mit ihr. Und so ermahnte er sie wie ein Kind, brav zu warten, bis "die Erwachsenen" zurückkämen. Er konnte kaum glauben, dass diese Worte aus seinem Mund kamen.

Dann drängten die anderen schon weiter und Harry konnte nichts weiter für Meliana tun, als sich mit einem Händedruck zu verabschieden, der Meliana hoffentlich ein wenig Trost und Mut zusprach.

"Schön, ich bin bereit", sagte er leise zu den Kameraden. Er fischte ein kleines Stück Leder aus einer seiner Manteltaschen, ballte die Faust darum und schlug damit ein Kreuz von der Stirn bis zum Bauchnabel und von der linken zur rechten Schulter. "Armamentum incantatoris!" Für einen kurzen Augenblick glitzerte und knisterte die Luft um ihn herum und als er die Faust öffnete, war das Lederstück verschwunden. Dann zog er aus einer anderen Manteltasche seine Smith & Wesson, lud sie und spannte den Hahn.[1] "Oder vielmehr jetzt."
 1. Mage Armor, 4h AC +4
« Letzte Änderung: 03.10.2015, 16:07:34 von Harry Webster »
My name is Harry Aleister Mulholland Webster. Conjure by it at your own risk.

Paranoid? Probably. But just because you're paranoid doesn't mean that there isn't an invisible demon about to eat your face.

Jurij Klee

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Heiliger Boden
« Antwort #817 am: 04.10.2015, 16:24:56 »
Jurij zögerte, willigte aber zur Magie der Fee ein. Eine magisches Rüstung hörte sich spannend an und schließlich hatte er weder so ein, wohl schrecklich schweres, Metallding an wie Henry noch konnte er tricksen wie Harry, Kara oder Rillfarsell. Trotzdem standen ihm di Nackenhaare zu Berge als seine Rillfarsell Magie wirkte.
Unten im Keller, es war nicht gerade viel im Raum, blickte er zu Henry. Dieser meinte ja, Jurij solle sich hinter ihm halten. Er deutete nur mit einer Kopfbewegung auf die Tür, welche sie nehmen mussten und zog einen seiner Schlagstöcke.“
« Letzte Änderung: 04.10.2015, 16:25:26 von Jurij Klee »
Wenn du etwas machst, mache es mit jeder Faser deiner Selbst. -Status-

Sternenblut

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Heiliger Boden
« Antwort #818 am: 04.10.2015, 21:35:21 »
So vorbereitet, öffneten die Gefährten schließlich die Tür mit dem großen Drehrad. Den Raum dahinter kannte Jurij bereits; schmal, stickig und durchdrungen vom Geruch nach frischem und getrocknetem Blut. Die Szene jedoch hatte sich bereits etwas verändert. Die Kleider der Frau, die in den an der Decke festgemachten Ketten herunterhing, waren zerrissen worden. Sie sah noch mitgenommener aus; Striemen einer Peitsche zogen sich über ihren ganzen Körper. Die Peitsche selbst, eine dreischwänzige Ausgabe, lag achtlos weggeworfen an der Wand daneben.

Hinter der Frau kam ein Halbork zum Vorschein. Er band sich gerade die dunkelgrüne Stoffhose zu. Das blutverschmierte Hemd hatte er abgelegt, so dass seine gewaltigen Muskelpakete deutlich zu sehen waren.

Der Halbork erblickte Jurij, und lächelte. "Hast du doch noch Zeit zum Spielen? Du kannst die nächste Runde einläuten, wenn du willst." Sein wölfisches Lächeln ließ seine klein ausgeprägten Hauer zum Vorschein kommen.

Dann stockte er. Sah in die Gesichter der "Besucher" seiner fackelbeleuchteten Folterkammer. Und sein Blick verfinsterte sich. "Irgendwie habe ich geahnt, dass etwas nicht stimmt. Du bist nicht Oba, richtig?"
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Sternenblut

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Heiliger Boden
« Antwort #819 am: 04.10.2015, 21:53:23 »
Candal nahm das Getränk Olgas entgegen, und grinste sie dabei an. "Kein Problem damit, wenn er mich umkippen lässt." Er trank den Becher auf einen Schluck leer, starrte Olga dann mit geweiteten Augen an, und wurde anschließend von einem Hustenanfall durchgeschüttelt. Während Candal nach Luft rang, antwortete der zweite Gefangene auf Olgas Fragen.

"Hört auf, mich zu nerven. Es dauert nicht mehr lange, dann hab ich es hinter mir. Warum sollte ich es rauszögern wollen? Damit deine Leute mich noch länger foltern können?" Er spuckte aus.

Schließlich kam Candal wieder zu Sinnen. "Ihr habt nicht übertrieben, werte Olga", kommentierte er den Trunk der Zwergin. Sein Gesicht war hochrot angelaufen, und er schnaufte noch immer. "Vergesst den da, er ist schon zu lange hier."

Langsam richtete er sich auf. "Euren Worten entnehme ich, dass ihr entweder eine gute Schauspielerin seid oder nicht zu den Wölfen gehört. Da es keinen Unterschied macht, gehe ich einfach vom besseren aus. Zu meinen Verbrechen: Nun, ich habe dem Falschen einen Geldbeutel abgeschnitten, einen, in dem ein wichtiges Schmuckstück war. Eines, das die Wölfe für sich beansprucht hatten. Und die Wölfe bestiehlt man nicht. Dumm war nur, dass ich nicht wusste, dass mein Opfer zu den Wölfen gehörte."

Er schnaufte noch einmal kräftig, und deutete dann erneut auf Olgas Trunk. "Könnte ich noch einen haben? Belebt, muss ich sagen."

Er lachte, und lehnte sich an die Zellenwand. "Zu der Frage, wo wir hier sind: In einem der versteckten Gefängnisse der Wölfe. Und falls euch das nichts sagt: Ein Ort, an den man gebracht wird, um noch eine Weile gefoltert zu werden, bis sie einen hier unten verrotten lassen. So tief unter der Erde, dass niemand deine Schreie hören kann."

Candal grinste - ein freudloses Grinsen, hinter dem Verzweiflung verborgen war. "Und ich, Candal Graegor, bin durch einen dummen Irrtum hier gelandet, kurz nachdem ich geglaubt hatte, den Fang meines Lebens gemacht zu haben. Tja, und das da drüben, das ist Samu. Mit ihm habe ich etwas weniger Mitleid als mit mir selbst, nicht nur, weil er nicht ich ist, sondern vor allem, weil er früher selbst zu den Wölfen gehört hat, bis er versucht hat, seinen Boss übers Ohr zu hauen."

Sein Grinsen wurde etwas breiter, vermischte sich mit Schadenfreude. "Im Grunde sind wir aus ganz ähnlichen Gründen hier, nur dass er von Gier getrieben war, und ich vom Hunger. Vielleicht gehe ich deshalb anders mit der Situation um: Trotz der Folter haben sie uns hier in den letzten Tagen zumindest etwas zu essen gegeben." Er lachte, als hätte er einen wirklich guten Scherz gemacht.
"Ein Blick in die Welt beweist, dass Horror nichts anderes ist als Realismus." - Alfred Hitchcock

Harry Webster

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Heiliger Boden
« Antwort #820 am: 05.10.2015, 09:49:01 »
Als Harry die geschundene Frau und ihren grinsenden Folterknecht erblickte, wollte er, entgegen seiner zynischen Worte zuvor, dass Folter und Tod allgegenwärtig seien und man nun einmal nicht jeden retten könne, einfach nur noch eins: vorstürmen, am liebsten mit erhobenem Schwert (huch, woher kam denn der Gedanke?) und den grinsenden Kopf des Halborks vor ihm abtrennen, dass das Blut nur so spritzte. Das Knurren, das ihm aus der Kehle drang, klang nicht menschlich.

Doch wie tötete man jemanden, der, wenn es stimmte, dank finsterer magischer Rituale unsterblich war, vielleicht gar unverwundbar? Was wäre seine Achillesferse, wenn es eine solche gab? Und wie würde eine solche Magie wohl funktionieren? Saugte der Kerl vielleicht mithilfe eines Artefaktes die Lebenskraft aus seinen Opfern (und man müsste nur dieses zerstören)? Oder handelte es sich um einen einfachen Pakt, dass also der Dämon für die Unsterblichkeit sorgte und die Opfer nur seinem Vergnügen und undurchschaubaren Zielen dienten? Dann sähe es finster aus vonwegen Achillesferse. Waren ihre Dämonen schon mächtig genug, um einen solchen Pakt zu gewähren?[1]

Oder haben wir es hier gar mit dem Tempelmörder zu tun?

Nun, über all das hätte Harry besser vorher auf dem Zimmer nachdenken sollen. Da aber hatte die Sorge um Meliana (und ihre bloße Nähe) ihn zu sehr abgelenkt. In der jetzigen Situation fiel ihm jedenfalls nichts besseres ein als drei Namen: Achilles, Conganchas, Siegfried. Also was mochte die verwundbare Stelle des Halborks sein: Ferse, Fußsohle, oder doch das Lindenblatt auf der Schulter?

Sich ritterlich auf den Feind stürzen, um die holde Maid zu retten, war aber nur einer von zwei Impulsen, die Harry nahezu gleichzeitig überkamen. Sein zweiter Impuls sagte ihm, dass—bei einem über ihren Aufmarsch gänzlich unüberraschtem Boss—in einem Gangstermovie jetzt links und rechts hinter ihnen dessen henchmen auftauchen müssten. Er lugte kurz über die rechte Schulter und spitzte die Ohren. Obwohl er niemanden hinter sich erspähte, stellte sich ihm der gefühlte Nackenkamm auf.[2]
 1. Knowledge (arcana) = 17 (inkl. 1 Punkt Lasciel)
 2. perception = 17; Initiative = 5
« Letzte Änderung: 05.10.2015, 14:21:44 von Harry Webster »
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Paranoid? Probably. But just because you're paranoid doesn't mean that there isn't an invisible demon about to eat your face.

Olga Eisental

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Heiliger Boden
« Antwort #821 am: 06.10.2015, 11:22:13 »
Geduldig sah Olga ihrem Gegenüber zu und wartete ab, auch wenn sie ein leichtes Schmunzeln nicht unterdrücken konnte. Nichtzwerge waren ja oftmals ein wenig schwach auf der Brust – es wunderte sie also nicht, dass ihre Liköre und Schnäpse bei jemandem wie Candal gehörige Wirkung zeigten. Indem sie sich kurz umwandte, wölbte sie ihre vollen Lippen zu einem halb schnippischen, halb mitleidsvollen Lächeln. "Meine Leute sind weit weg von hier – ich weiß nicht einmal, wie weit. Und sie würden ganz gewiss niemanden foltern!" Dann schaute sie wieder Candal an und runzelte nun doch leicht besorgt die Stirn. Sein roter Kopf wollte ihr nicht recht gefallen. "Hm... vielleicht hätte ich ihn mit Wasser verdünnen sollen – auch wenn es schade drum gewesen wäre" murmelte sie mehr zu sich selbst.

Aufmerksam hörte sie ihm dann zu, indem sie nachdenklich einen ihrer schweren, glänzenden Zöpfe durch die Hand gleiten ließ. "Diese Wölfe, von denen Ihr sprecht, wer oder was sind sie? Nennen sich die Herrscher in diesem Land so?" Man hörte ihr den Widerwillen gegen die Unbekannten angesichts der Schilderungen Candals dabei deutlich an. Auf seinen Wunsch nach einem weiteren Schluck zögerte sie sichtlich und musterte ihn sehr eingehend. "Seid Ihr sicher, Herr Candal? Ich weiß nicht, ob ein zweiter Becher für Euch nicht, mh, ein wenig kräftig wäre..." Doch schließlich siegte ihr weiches Herz, und sie schenkte ihm mit einem leichten Seufzen und einem: "Aber nicht auf einmal austrinken!" noch einmal etwas in den Becher. Während sie den Schlauch sorgfältig zustöpselte und wieder verstaute, wandte sie sich erneut Samu zu. Ihr Blick ruhte mit einer Mischung aus Mitleid und Zweifel auf ihm, doch sie sagte nichts, sondern schien zu überlegen, während sie die Hände in die Hüften stemmte.

Jurij Klee

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Heiliger Boden
« Antwort #822 am: 06.10.2015, 14:12:31 »
Jurij biss die Zähne zusammen. Ihm vielen gerade die übelsten Schimpfwörter für diesen wiederlichen Halbork ein. Seine freie Faust schloss und öffnete sich immer wieder. Er musste sich zusammenreißen um nicht einfach vorzustürmen und seinen Schlagstock in die Weichteile dieses Kelrs zu vergraben. "Richtig, ich bin nicht Oba." zischte er wüttend den Halbork an und überließ Henry den ersten Schlag.[1]
 1. Ini: 18
« Letzte Änderung: 06.10.2015, 18:45:58 von Jurij Klee »
Wenn du etwas machst, mache es mit jeder Faser deiner Selbst. -Status-

Henry

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Heiliger Boden
« Antwort #823 am: 06.10.2015, 16:48:52 »
Henry konnte später nicht sagen, was da über ihn gekommen war. War es rechtschaffener Zorn gewesen oder ein Impuls der Dämonenfrau Lilith. Als er die Szenerie sah und verstand, was sie nicht hatten verhindern können, schritt er langsam auf den Halbork zu und setzte mit seinem Säbel nach ihm. Erst im allerletzten Moment gab er dem Säbel eine Drehung, dass er nicht auf die verletzlichsten Regionen zielte[1]. Eine grimmiger Gesichtsausdruck ersetzte jedes Wort. Henry wollte Gerechtigkeit für die junge Frau. Er musste sich anstrengen, sich selbst zu beherrschen, um den Halbork nicht mit dem nächsten Hieb zu enthaupten.
 1. Ini: 18 / Move-Action: Laufen und Waffe ziehen / Standard-Action: Angriff :: Att: 18 / Dmg 8 / Challenge:: Verbündete erhalten +1 Att auf den Halbork + Andere Feinde als der Halbork erhalten +2 Att auf Henry / Henrys AC liegt bei 27 (defensiv kämpfen)
« Letzte Änderung: 06.10.2015, 16:51:15 von Henry »
"Be just, and fear not: Let all the ends thou aim'st at be thy country's, Thy God's, and truth's." - Shakespeare: King Henry VIII., Act 3, Scene 2

Sternenblut

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Heiliger Boden
« Antwort #824 am: 08.10.2015, 10:17:22 »
Candal nahm den zweiten Becher mit einem dankbaren Nicken an. Auf Olgas Frage lachte er leise. "Das wären sie gerne, ja. Die Wölfe sind machtgierige, brutale, gnadenlose Verbrecher. Das Problem ist, sie sind wirklich gut in dem, was sie tun. Die Gerichtswache schnappt höchstens mal eine der Pfoten - so nennt man auf der Straße die Wölfe der untersten Reihe. Aber die Anführer kommen immer ungeschoren davon. Keine Beweise, Zeugen haben zu viel Angst, um auszusagen, und selbst wenn es Beweise gäbe, müsste man überhaupt erst jemanden aus der obersten Riege finden." Er zuckte mit den Achseln, nahm einen kleinen Schluck, und kämpfte mit einem leichteren Hustenanfall, den er jedoch schnell wieder in den Griff bekam.

"Die Wölfe... sie sind ganz einfach die gefährlichste Verbrecherorganisation hier in der Hauptstadt, wenn nicht sogar im ganzen Land."
"Ein Blick in die Welt beweist, dass Horror nichts anderes ist als Realismus." - Alfred Hitchcock

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