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Autor Thema: Heiliger Boden  (Gelesen 113136 mal)

Beschreibung: Kapitel 1

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Jurij Klee

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Heiliger Boden
« Antwort #675 am: 15.06.2015, 11:33:29 »
Jurij klatschte sich bei Harrys Aussagen an den Kopf. „Harry, du versteht es noch nicht.“ Der Mann hatte wirklich gar nichts verstanden, konnte scheinbar nicht einmal zuhören. Beim Zen ging es nicht nur um Harmonie und Balance sondern um das Finden seines inneren Gleichgewichts, seines inneren Selbst. Harry war offensichtlich nicht zufrieden damit was er war und verfluchte seine Gene, seine Fähigkeiten und einfach alles was ihm zu dem machte was er war. Hierbei sah er dann auch nicht, dass er sehr wohl eine Wahl hatte. Jeder hatte eine Wahl. Rillfarsells Worte unterstützten ihn bei diesen Gedanken. Den Kommentar, dass jemand der sein Herz nicht kannte, nicht wissen kann wo sein Herz ruht, verkniff sich Jurij momentan. Er bemitleidete mehr Harry.  Dass das Feenwesen englisch konnte, überraschte ihn weniger. Er nahm sich eher vor, darauf zu achten was er in seiner Muttersprache oder auch anderen Sprachen sagte. Denn hier offenbarte sich, dass man nicht wissen konnte wer alles mithörte.
« Letzte Änderung: 15.06.2015, 11:35:43 von Jurij Klee »
Wenn du etwas machst, mache es mit jeder Faser deiner Selbst. -Status-

Henry

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Heiliger Boden
« Antwort #676 am: 15.06.2015, 12:46:40 »
Henry musterte seinen Freund und fuhr sich nachdenklich durch den Bart. "Ich glaube, Harry, Du steigerst Dich da gerade in etwas hinein. Du hörst uns nicht richtig zu. Und Du redest davon, die Kontrolle zu verlieren, bevor es überhaupt eingetreten ist. Was verunsichert Dich so sehr? Ist es das Treffen mit dem Drachen? Wenn es diesen Drachen überhaupt gibt..." Die letzten Worte hatte er mehr zu sich selbst gemurmelt. Aber mittlerweile hatte er genug erlebt, so dass er die Existenz eines 3000-jährigen Drachens nicht mehr prinzipiell verneint hätte. Innerlich seufzte er. Dämonen, Drachen, Ebenenverschiebungen. Gab's nicht alles auch eine Nummer kleiner?

Fragend blickte er auf, als Aria den Raum verließ. "Entschuldigt mich bitte.", murmelte er halblaut und stand dann ebenfalls auf. Draußen, auf dem Flur, lächelte er Aria abwartend zu, so dass sie sprechen konnte.
"Be just, and fear not: Let all the ends thou aim'st at be thy country's, Thy God's, and truth's." - Shakespeare: King Henry VIII., Act 3, Scene 2

Rillfarsell

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Heiliger Boden
« Antwort #677 am: 15.06.2015, 13:25:23 »
Auf Harrys Frage hin lachte das Feenwesen wieder auf und antwortete dann mit singender Stimme.
"Ich bin .... ein Unterhalter, Harry. Damit ich auf ein breites Publikum eingehen kann, muß ich auch ihre Sprache sprechen. Und so hilft mir die Magie dabei, wenn ich es wünsche." Noch war Rillfarsell nicht bereit, den anderen von seinen Erlebnissen während der wilden Zeit auf der "Erde" zu erzählen. Schließlich waren einige von ihnen anscheinend "gesetzestreu". Wie würden sie also reagieren, wenn es freimütig davon erzählte, daß es illegale Drogen in rauhen Mengen zu sich genommen hatte? Auch die Rechtfertigung, es nur getan zu haben, um sich wieder "zu Hause" zu fühlen, wäre vielleicht nicht genug. Es würde noch eine Weile warten.
Es hoffte, daß seine kleine Ausrede nicht so einfach durchschaut würde.[1]
 1. Ich mach mal nen Bluff-Wurf: 23
« Letzte Änderung: 15.06.2015, 13:28:10 von Rillfarsell »

Harry Webster

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Heiliger Boden
« Antwort #678 am: 15.06.2015, 13:48:34 »
Jurijs Kommentar entlockte Harry nur ein Schulterzucken, doch als Henry ihn bezichtigte, nicht richtig zugehört zu haben, verdrehte er die Augen. Ja was, hatten sie ihm etwa zugehört? Oder nahmen sie ihn nicht ernst? Taten sie es als schamlose Übertreibung ab, wenn er sagte, er würde am liebsten gerade jemanden in Stücke reißen würde? Einen von ihnen gar, mangels anwesender Alternativen? Außer Aria natürlich. Die würde er am liebsten auf der Stelle vernaschen, obwohl sie ziemlich wütend auf ihn zu sein schien—oder vielleicht gerade deshalb. Verflixt, er musste sich Aria wirklich aus dem Kopf schlagen. Sie hatten wahrlich größere Sorgen! Aber ein jeder—ob Dämon, Drache oder Mensch—will nun einmal, was er will. Wer konnte schon sagen, ob es der Mann war, der Aria am meisten begehrte, oder der Drache, der sich vermehren wollte um jeden Preis, oder Lasciel, die schon beim ersten Anblick hin und weg war von der Dame. Und nur die leise Stimme der Vernunft hielt ihn zurück. Das waren, so gesehen, drei gegen einen.

"Ich steiger' mich in was hinein...", murmelte Harry. "Genau."

Der Blick, der Henry auf den Gang folgte, war voller Neid. Selbst als die Tür zufiel, starrte er den beiden noch eine ganze Weile lang nach. Endlich, mit sichtlicher Mühe, wandte er sich ab.

"Magie, Rillfarsell, echt, die hilft dir dabei?" fragte er gespielt munter.[1] "Sowas hätten wir daheim gebrauchen können, da wär uns über die Jahrtausende manch ein Missverständnis erspart geblieben. Und mir wäre was erspart geblieben! Was hat Großvater Mortimer mich mit Latein gequält! Drakonisch, nun, das fiel mir weniger schwer, aber bei Alt(!)-Griechisch habe ich dann gestreikt und auch später bei Italienisch. Wir native speakers behaupten ja gerne, dass Englisch viel leichter und viel schneller als andere Sprachen zu erlernen sei, schließlich gibt es hunderte von Millionen Menschen auf der Welt, die es mühelos und im Handumdrehen als Zweitsprache erlernen, während nur sehr wenige von uns es schaffen, jemals eine Zweitsprache zu lernen, in der wir dann mehr sagen könnten als: Hola, soy Harry. Cómo llama usted? Und auf dieser Feststellung ruhen wir uns aus, ohne uns so recht zu überlegen, dass wir damit eigentlich behaupten, als Kultur die am wenigstens komplexe Sprache entwickelt zu haben, sprich: statt zuzugeben, dass wir einfach nur unglaublich faul sind, sagen wir lieber, wir seien dumm. Von daher war's für mein Hirn vielleicht doch nicht so schlecht, dass ich zwei Sprachen ganz ohne Magie lernen musste."
 1. Sense Motive = 16
« Letzte Änderung: 15.06.2015, 20:02:49 von Harry Webster »
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Jurij Klee

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Heiliger Boden
« Antwort #679 am: 15.06.2015, 16:01:29 »
Während also Harry weiter im Selbstmitleid zerfloss, legte Jurij seine Hände mit dem Handrücken nach unten auf die Knie. Langsam atmete er ein uns aus. Konzentrierte sich auf die Atmung und ließ seine Gedanken treiben. Fetzen von Erinnerungen glühten vor seinem inneren Auge auf. Mal der Name einer Geschichte, mal das Bild eines Drachen, dann aber auch Bilder über die Kämpfe von Drachen und Dämonen. Irgendwann begann er den Strom zu lenken. Sie Gedanken um ihre Situation zu machen. Natürlich hatte er Harrys Befürchtungen verstanden und wiegelte sie nicht blindlinks ab, doch war es interessant. Sie würden die Stadt verlassen und dadurch die Wirkarbeit ihrer Dämonen einschränken. Eigentlich war es sogar ein guter Plan. Sie aber auch die Dämonen mussten sich immer wieder auf neues Situationen, neue Begebenheiten einstellen. Keiner würde ein Netz von tiefen Verbindungen aufbauen können. Nur oberflächlich. Ja dieser Nachteil würde den Dämonen sicherlich nicht gefallen. Keine Drückerbande mehr, keine großen Untergrundnetzwerke. Nur das von einen Tag auf den anderen Leben. Ja, es war grausam das Mädchen jetzt alleine zu lassen aber wenn Obayifo in der Nacht nicht auftauchen würde, wäre die Bande vielleicht geschwächt, so dass die Gerichtswache eingreifen könnte.[1] Noch dazu, wenn Henry nachfragen würde, könnte er bei Aria die Information absetzen, dass er ja Unterlagen hat, wo ein Versteck der Bande ist. Diese Informationen müssten nur die Gerichtswache erreichen und schon sah es so aus, als ob Jurij keine Wahl hätte. Mit glück war damit für die Dämonen seine Zugehörigkeit immer noch zweifelhaft, denn er würde immer noch nicht offen gegen einen vorgehen. Das war eine viel zu große Dummheit.[2] Langsam bevor diese Gedanken im Bilderwirrwarr überhandnahmen, konzentrierte er sich wieder auf seine Atmung und öffnete die während der Zeit des Nachdenkens geschlossenen Augen.

Jurij holte tief Luft und stand auf. „Genug von diesem Rumgeeiere. Harry, du bist gegen den Drachenbesuch. Ich bin aber dafür den Drachen zu besuchen, Henry, Kara hatten sich ähnlich geäußert. Rillfarsell wie steht es mit dir?“ er blickte zu der Fee aber dann auch zu Kara. „Wenn ich mich irre könnt ihr das ruhig sagen und natürlich holen wir von Henry, wenn er wieder da ist, seine Bestätigung. Doch momentan sieht es mehr danach aus, als dass wir den Drachen besuchen müssten. Jedenfalls wenn Rillfarsell und Kara meine Worte bestätigen. Darum sollten wir nun darüber nachdenken, was wir dem Drachen sagen und wie wir vorgehen.“ Kurz schwieg er und blickte zu den beiden. „Also, ich wäre dafür erst anzufragen ob er uns empfängt und dann könnten wir sagen, dass wir Geschichtsforscher sind. Im Grunde stimmt das auch, denn wir Forschen nach der Geschichte. Irgendwie wirken wir ja auch wie eine Abenteurergruppe auf Schatzsuche. Rillfarsell als gewitzter Barde, der Gruppe bei Laune hält und mit seinem natürlichen Wissen über die Magie bei Forschungsarbeiten sehr hilfreich ist. Kara, eine Taschendiebin und Priesterin, welche sich zum Informationen beschaffen sehr gut eignet. Henry, der gottesfürchtige Krieger, das Schild gegen Feinde. Ich, der mit Henry zusammen für die Sicherheit der Gruppe sorgt und nebenbei noch alle mit Zenfragen nervt. Und du Harry.“ dabei blickte er zu Harry und öffnete leicht die Arme so als müsse er ihn willkommen heißen. „Der selbstzweifelnde Drachenfeenspross mit einer Feurigkeit die meine übersteigt aber auch mit dem Talent hinter Geheimnisse zu kommen. Wir brauchen den Drachen nicht zu belügen, nur Vorsichtig die Wahrheit nur stückweise preisgeben. So wie wir auch, außerhalb solch einer Einsamkeit nie wieder über unsere alten Heimaten reden sollten. Wir wirken damit nur Irre und vielleicht auch noch gemeingefährlich und bringen nebenbei noch Unschuldige in Gefahr.“
 1. Plan verschleiern: 15 gegen 13 -> Erfolg
 2.  Plan verschleiern 15 gegen 13 -> Erfolg
« Letzte Änderung: 14.07.2015, 10:27:18 von Jurij Klee »
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Harry Webster

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Heiliger Boden
« Antwort #680 am: 15.06.2015, 19:45:45 »
"Geschichtsforscher!" rief Harry und klatschte begeistert in die Hände. "Auf Schatzsuche! Den passenden Hut dafür hab ich schon, da brauch' ich bloß noch eine Peitsche!"

Und er schmetterte laut einen bekannten theme song.[1]. Als er zum langsamen Teil kam, wurde ihm langweilig und er brach ab.

"Wer weiß, vielleicht war der Drache von Asemna ja schon einmal auf der Erde. Da wird er uns auf die Schliche kommen, sobald wir den Mund aufmachen. Aber, wie ich schon sagte: mir soll's gleich sein. Lasst uns also dem Drachen ins Maul hüpfen! Auf, wo geht's hier zum nächsten Zeppelin?"
 1. den hier
« Letzte Änderung: 15.06.2015, 21:44:11 von Harry Webster »
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Sternenblut

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Heiliger Boden
« Antwort #681 am: 15.06.2015, 22:40:48 »
Arias Gespräch mit Henry - nur für Henry zu lesen! (Anzeigen)
"Ein Blick in die Welt beweist, dass Horror nichts anderes ist als Realismus." - Alfred Hitchcock

Henry

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Heiliger Boden
« Antwort #682 am: 16.06.2015, 19:10:09 »
Henrys Gespräch mit Aria (Anzeigen)
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Rillfarsell

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Heiliger Boden
« Antwort #683 am: 17.06.2015, 14:28:48 »
Rillfarsell sah Harry weiter belustigt an.
"Natürlich hilft sie mir. Ich bin Magie und sie wirkt in und um mich herum. Durchdringt mich. Verbindet mich mit allem um mich herum."
Wer konnte schon sagen, ob Geoge Lukas nicht auch dem Feenwesen begegnet war und einiges von seiner Lebensweisheit aufgeschnappt hatte, als er StarWars schrieb.
Auch Jurij bekam eine Antwort.
"Ich dachte, es wäre aus meiner Aussage klar gewesen, daß ich durchaus bereit bin, einen Drachen zu besuchen. Anscheinend habe ich diese Sprache noch nicht so verinnerlicht, daß ich unterschwellige Botschaften mitschicken kann."
Als Harry dann noch anfing, ein Lied zu singen, merkte Rillfarsell auf und began, erst mitzusummen und dann die Melodie aufzugreifen und mitzusingen.
Als Harry dann abbrach, konnte es sich nicht verkneifen einen Kritikerkommentar abzugeben.
"Das war schon ganz gut, Harry, für einen Chorknaben. Durchaus ausbaufähig. Du solltest ein paar Gesangsstunden bei mir nehmen. Dann machen wir aus dir noch einen guten Solisten." Wieder piepste es belustigt vor sich hin.

Harry Webster

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Heiliger Boden
« Antwort #684 am: 17.06.2015, 15:10:44 »
Harry lachte, als Rillfarsell Obi-wan Kenobi zitierte, und als Rillfarsell sich ihm dann noch als Gesangslehrer anbot, schüttelte er sich vor Lachen.

"Und gleich erzählst du mir"—seine Stimme wurde tief—"'No, I'm your father. Search your feelings. You know it to be true. Luke, you can destroy the emperor. He has foreseen this. It is your destiny. Join me and together we can rule this galaxy!'

Dann wurde er wieder ernst. "Legt Magie dir auch die Worte von Filmfiguren meiner Welt in den Mund? Ich denke da eher, du warst schon mal dort. Als einzige Alternative kann ich mir nur vorstellen, dass du, seit wir uns kennen, in meinen Gedanken herumschnüffelst."

Harrys Stimme war kalt, als er dies sagte: in seinen Worten schien eine Drohung mitzuschwingen, obwohl er ganz still dort saß. Tatsächlich saß er zum ersten Mal still, seit sie das Zimmer betreten hatten; vielleicht sogar, seit Rillfarsell ihn kannte. Harry blinzelte nicht einmal und kein Atem schien seine Brust zu heben. Nur sein Blick flackerte.

"Warum lügst du uns an?"
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Rillfarsell

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Heiliger Boden
« Antwort #685 am: 17.06.2015, 15:49:28 »
Auf Harrys Zitat hin, leckte Rillfarsell den Kopf ein wenig schief und sah in fragend an.
"Ich verstehe nicht. Ich kann keine Kinder zeugen. Dafür bin ich nicht ausgestattet. Und euer Gehabe um Liebe und Sex verwirrt mich auch zu sehr, als das ich es bedauern würde.
Und ich wußte nicht, daß dein zweiter Name Luke ist. Und warum sollte du dich in den Krieg einmischen, gegen den du vorher noch so gewettert hast."

Endweder war Rillfarsell sehr gut darin, sich zu verstellen, oder er wußte wirklich nicht, wovon Harry da sprach.
Als Harry dann das Zitat etwas erklärte, mußte Rillfarsell wieder etwas amüsiert auflachen.
"Filmfiguren! Hattet ihr davon nicht vorhin schon öfter gesprochen? Das ist doch auch so was wie Theater, wenn ich euch richtig verstanden hab. Da gibts doch dann ein Stück, daß sie aufführen, oder?
Nun, eure Stückeschreiber müssen dann wohl eine der universellen Wahrheiten in eines dieser Stücke eingebaut haben. Denn nichts anderes ist diese Verbindung in und durch Magie.
Du müßtest es eigentlich selbst spüren, Harry. Jedes Mal wenn du einen Zauber wirkst."

Mit seiner entwaffnenden, singenden Art zu Sprechen versuchte das Feenwesen, Harry zu beruhigen und von den Tatsachen abzulenken.[1]
 1.  Bluff: 25
« Letzte Änderung: 17.06.2015, 15:57:12 von Rillfarsell »

Harry Webster

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Heiliger Boden
« Antwort #686 am: 18.06.2015, 01:23:48 »
"Nein, das scheint dann wohl bei einem Drachen anders zu funktionieren", sagte Harry, regungslos wie zuvor. "Ich spüre die Magie in mir und ein wenig auch um mich herum, aber sie verbindet mich mit niemandem. Wenn ich zauber, existiert nur sie und ich und allenfalls noch mein Ziel. Und mehr als eine Quelle, aus der ich Kraft schöpfe, ist mir die Magie dabei im Grunde nicht. Jedenfalls mache ich mir keinerlei Gedanken darüber, was sie unabhängig von mir ist oder tut; mich interessiert nur, wie ich sie für mich nutzen kann."

Der flackernde Blick, mit dem er Rillfarsell erfasst hatte, änderte sich bei seinen Worten nicht[1], sodass die Fee sich nicht sicher sein konnte: hat die Ablenkung geklappt? Verbal darauf eingegangen ist er ja, aber warum guckt er mich noch immer so an?
 1. Sense Motive = 17 + 5
« Letzte Änderung: 18.06.2015, 01:29:58 von Harry Webster »
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Kara Kulenov

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Heiliger Boden
« Antwort #687 am: 18.06.2015, 16:33:50 »
Kara grübelte etwas. Bevor sie etwas konstruktives vorbrachte, sagte sie dann noch: "Könntet Ihr das mit der fremden Sprache bitte lassen. Ich verstehe kein Wort davon. Was soll f-i-l-m sein? Ich kann das nicht ganz nachvollziehen. Manches aus Eurer jeweiligen Heimat kenne ich einfach nicht. Aber kommen wir zu wichtigerem als zu meiner Unkenntnis.

Henry ist zwar noch nicht da, aber ich will mal zumindest ein bisschen weiter über Vortrag reden, den wir beim Drachen vorbringen. Die Kunst an Irreführungen ist, dass es selbst mit Zaubern schwer zu entlarven sein muss. Wir sind Geschichtsinteressiert wegen unserer Dämonen, das ist ja keine Lüge. Aber es führt trotzdem etwas in die Irre. Wir dürfen eben nicht zu dick auftragen und uns gleich als Geschichtsforscher ausgeben. Nun wird es etwas heikler: Irgendwie müssen wir auch begründen, warum wir von der restlichen bzw. neueren Geschichte keine Ahnung haben. Da müssen wir wiederum ein bisschen was risikieren. Wir sagen ganz allgemein, dass wir die meiste Zeit abgeschieden von dieser Welt gelebt haben, deswegen kennen wir uns mit der neueren Geschichte nicht so gut aus. Auch das ist ja keine Lüge: abgeschieden von dieser Welt lebten wir ja, weil wir von ganz woanders herkommen. Für unsere Ausrüstungen brauchen wir eine Erklärung. Deswegen die Formulierung "die meiste Zeit". Ein bisschen haben wir diese Welt ja schon kennengelernt, deswegen ist auch das nicht gelogen.

Die Kunst ist es auch so wenig wie möglich zu sagen und viel mehr Fragen zu stellen.

Wollen wir denn das Szenario noch etwas weiter spinnen? Uns ganz bestimmte Situationen überlegen, die passieren könnten? Welche Fragen würde denn der Drache stellen, wenn er Personen sieht, die so wie wir aussehen? Ich wollte einfach mal beim Pläne schmieden den Anfang machen. Man muss für solche Pläne eigentlich kein professioneller Betrüger oder Priester des Schattenfürsten sein. Vielleicht habe ich Euch ja auf Ideen gebracht oder vielleicht hat eine jahrelange Betrügerin aus eurer Sicht eine schlechte Täuschung in dem Raum geworfen. Ich bin für Kritik immer offen."


Kara wollte einfach einmal sehen, wie ihre restlichen Gefährten Intrigen schmieden würden. Sichtlich gespannt schaute sie in die Runde.
 

Harry Webster

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Heiliger Boden
« Antwort #688 am: 18.06.2015, 17:52:33 »
Harry lauschte Karas Rede aufmerksam. Ungefähr nach der Hälfte, als es absehbar wurde, dass sie noch eine ganze Menge mehr zu sagen hatte, wandte er sich von Rillfarsell ab und widmete ihr seine volle Aufmerksamkeit.

Als sie sich mehrmals eine Betrügerin—gar eine professionelle—nannte, grinste Harry so breit, dass man seine Weisheitszähne sah. (Man konnte nur hoffen, dass es die Weisheitszähne waren und man sich nicht zusätzlich auch noch verzählt hatte, denn sonst hätte Harry mehr Zähne im Mund als ein normaler Mensch. Seine Eckzähne, so mochte einem aufmerksamen Beobachter auffallen, waren länger und spitzer als normal und dabei leicht gebogen.)

"Das klingt alles sehr wohlüberlegt, liebe Kara, und unter normalen Umständen wäre es ein guter Plan, dem ich mit Freuden zustimmen würde, denn ein solches Spiel tät mir durchaus gefallen. Auch würde ich Euch wirklich zu gern in Aktion erleben. So ein Drache aber, mit seinen dreitausend Jahren, dürfte wohl jede Lüge, die eine Menschenkopf sich ausdenken kann, schon mehr als einmal gehört haben. Ich spreche da aus Erfahrung. Sima Qian, der goldene Drache, den Henry und ich in Jurijs Heimatstadt trafen, war ein läppisches Jahrtausend älter, und dem hätte ich wirklich nichts erzählen können, und wie gesagt, ich kann mich eigentlich auch ganz gut verstellen. Der einzige Grund, warum er nichts über unsere Gäste herausgefunden hat, ist der, dass wir zu der Zeit selbst noch nichts von ihnen wussten."
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Sternenblut

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Heiliger Boden
« Antwort #689 am: 19.06.2015, 06:54:06 »
Nur für Henry (Anzeigen)

Die Tür öffnete sich wieder, und Aria kam herein. "Entschuldigt die Unterbrechung." Sie ging zurück zu ihrem Platz und setzte sich, ohne jemanden anzusehen. Auch Henry kam wieder zur Tür herein, und ging zu seinem vorherigen Platz. Dann war es doch Aria, die sich wieder an die Gruppe wandte.

"Dann ist es wohl jetzt Zeit für eine Entscheidung? Ich werde mich raushalten, dies hier ist eure Sache - aber wofür auch immer ihr euch entscheidet, ich begleite euch, solange ihr mich dabei haben wollt."

Arias Worten folgte eine weitere, kurze Diskussion, die schließlich zu einer endgültigen Entscheidung führte: Sie würden den Drachen in Asemna kontaktieren, dabei als Geschichtsforscher auftreten, und bei einer Einladung des Drachen versuchen, durch Arias Kontakte einen Platz in einem nach Asemna reisenden Zeppelin zu ergattern - sofern ihre Annahmen in dieser Hinsicht stimmten. Da es sicherlich etwas dauern würde, bis alles organisiert war, würden sie in der Zwischenzeit dem ursprünglichen Plan nachgehen und versuchen, so vie, wie möglich über das verschwundene Mädchen herauszufinden.

Dabei gab es zwei Dinge zu beachten: Henrys Treffen mit dem Gelehrten in der Bibliothek, und sie mussten noch einen genauen Weg vereinbaren, wie sie eigentlich das verschwundene Mädchen suchen wollten. Der offensichtlichste Weg, den wiederum Aria in den Raum warf, war, dass Jurij sein "Doppelleben" nutzte: Wenn er als Obayifo auftrat, hätte er Zugang zu der Organisation der Wölfe, und könnte vielleicht Obayifos persönliche Notizen oder ähnliches einsehen. Aria riet dabei davon ab, dass Jurij alleine ging.

Gefährlich würde der Versuch ohnehin werden, und es war unklar, wie die Wölfe auf weitere "Gäste" reagieren würden. Aber nach allem, was Jurij wusste, hatte Obayifo eine hohe Position inne, und würde vermutlich kaum hinterfragt werden. Wenn es aber zu einer Enttarnung kommen sollte, dann wäre es gut, wenn Jurij nicht alleine wäre.[1]

Doch das größte Problem würde zunächst sein, die Wölfe überhaupt zu finden. Die beste Chance hätten sie vermutlich, wenn Jurij noch einmal zu Ferrigan ging und ihn um Unterstützung bat. Er würde mit Boldon Kontakt aufnehmen können, der ihnen dann hoffentlich verriet, wo die Wölfe eines ihrer Verstecke hatten, und wie Jurij dort hereinkam.

Somit stand der Plan - nur wenn sie bei Ferrigan nicht weiter kämen, müssten sie noch einmal diskutieren. Also verabschiedeten sie sich von Arias Bekanntschaft, der ihnen sein Haus zur Verfügung gestellt hatte, und machten sich auf den Rückweg zum Tempeldörfle. Dort angekommen, verabschiedete sich auch Aria, um alles Nötige zu organisieren. Im Portal wollten sie sich wiedertreffen.

Jurij führte die Gruppe zum Gebäude der Gerichtswache, wo sie - bis auf Jurij - in einen Warteraum geführt wurden. Jurij erhielt - zum Glück - schnell einen Termin bei Ferrigan. Der Inspektor schien wenig begeistert, nickte aber. "Das muss Boldon entscheiden, auch wenn ich es für eine schlechte Idee halte, wenn ihr dort hingeht." Jurij hatte ihm keine Details erzählt, dennoch kam der Inspektor seiner Bitte nach und schrieb einen entsprechenden Brief. Zehn Minuten später, die Jurij im Warteraum bei seinen Gefährten verbrachte, erhielten sie einen Antwortbrief.

Harry hatte die Zeit genutzt, eine Landkarte zu studieren, die in dem Raum an der Wand hing, und sich draußen auf dem Gang mit der einen oder anderen Gerichtswache zu unterhalten. Rillfarsell beschäftigte sich mit dem Singen eines kleinen Liedes, Henry wandte sich seinen Gebeten zu, und Kara dachte über ihr früheres Leben nach, und wie sehr die letzten Ereignisse sie verändert hatten.

Schließlich kam ein junger Mann der Wache mit einem versiegelten Brief zu ihnen. Jurij öffnete ihn. Der Brief zeigte eine Karte vom Tempelviertel, in der eines der Gebäude markiert war.[2]

Der Brief enthielt zudem einen Zettel mit einem einzigen Satz darauf: "Die Nacht gehört den Göttern." - vermutlich ein Code, den Jurij brauchen würde, um hereingelassen zu werden.

Damit waren sie soweit: Sie waren bereit, den Unterschlupf der gefährlichsten kriminellen Organisation der Stadt aufzusuchen. Ihnen blieb nicht viel Zeit: Den Rückweg zur Bibliothek eingerechnet, hatten sie noch eine gute halbe Stunde Zeit für ihre Aktion.

Auf einmal wurde Harry schwindelig. Benommen stolperte er zu einem der kargen Holzstühle, die an der Wand standen, und setzte sich hin...
 1. Ich habe das jetzt einfach mal bestimmt, damit wir hier keine Trennung der Gruppe hinnehmen müssen.
 2. Eintrag 6 auf der Karte: http://games.dnd-gate.de/index.php?topic=8221.msg940104#msg940104
« Letzte Änderung: 19.06.2015, 07:30:17 von Sternenblut »
"Ein Blick in die Welt beweist, dass Horror nichts anderes ist als Realismus." - Alfred Hitchcock

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