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Autor Thema: Prolog: Den Puls der Makropole spüren  (Gelesen 34982 mal)

Beschreibung: Neue Eindrücke, alte Erinnerungen

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Luther Engelsnot

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Prolog: Den Puls der Makropole spüren
« am: 14.09.2014, 21:18:18 »
Vor etlichen Wochen

Es ist die größte Operation die Inquisitor Amadeus Hemlock jemals ins Leben gerufen hat. Schon seit Jahrzehnten schlummerten die Pläne in seinem Kopf, werden die Vorbereitungen umgesetzt und alles arrangiert. Dennoch weiß Hemlock, dass es nicht gut genug ist, dass es nicht genügen würde, um alle seine Akolythen die Unterstützung zu kommen zu lassen, die sie nötig haben. Einige werden versagen, andere sterben, doch dies ist ein Preis der leider entrichtet werden muss. Ein Preis der unvermeidbar ist, denn die Zeit läuft davon. Für ihn, für den Sektor, für die Menschheit. Einer jeder würde sein Mandat bekommen und die Pflichtbewussten belohnt, während diejenige, die sein Vertrauen missbrauchen, gerichtet werden würden. Eine Tat, die ein vielfaches leichter sein würde, sobald Protokoll Deus vult erfolgreich vollzogen wurde. Ein titanenhaftes Unternehmen und die letzte Hoffnung für den Sektor. Vielleicht die letzte Hoffnung für sie alle, für ihn. Furcht trieb ihn an, doch in Furcht kann er vertrauen, sie schützt die Menschheit schon immer. Fürchte den Xenos, fürchte den Dämonen und den Ketzer. Die Gerät rasselnden, die Schläuche pumpten unaufhörlich und Inquisitior Amadeus Hemlock drückt den Knopf. In diesem Moment werden all seine Akolythen die Instruktionen für Protokoll Deus vult erhalten und die Operation starten. Möge der Gott-Imperator ihnen gnädig sein.

Ratcatcher Skie und Oivikki -Oneiros- Yrjönen

Die beiden Frauen befinden sich gerade an Bord eines Transporters, der sie von der Welt Thaur bringen sollen, nachdem sie ein Gerücht nachgegangen sind über einen Totenkult, der die Ruhe der Toten entweiht. Es hat sich jedoch als Fehlgerücht herausgestellt und es waren lediglich einige Adlige, die einen Kult zur Verehrung der Ahnen ausgerufen haben. Es war eine einfache Aufgabe und die beiden entspannen sich gerade in ihrer Kajüte, als es an ihrer Tür klopft. Vorsichtig öffnen sie und findet nur ein Paket, ohne Hinweise darauf woher es kommt. Doch auf dem braunen Paket befindet sich zwei Schleifen. Auf einer steht in schöner Schrift geschrieben Das Leiden ist ein unerbittlicher Lehrer und auf der Anderen Wenn eine Aufgabe es wert ist sie zu erledigen, ist es wert für sie zu sterben. Beide Sprüche wirken merkwürdig vertraut für jeweils eine der beiden Frauen und sie nehmen das Paket mit in das Zimmer. Drinnen finden sich ein Symbol der Inquisition, eine echte Rosette für jeden, sowie zwei Datenblöcke und eine Liste mit Namen samt Bildern, sowie einem kleinen Schriftstück. Sie sollen sich nach Desoleum, ein Ort der Oivikki nicht unvertraut ist, reisen und sich dort mit den Personen aus der Liste zusammenfinden, um Protokoll Deus vult auszuführen. Ein Name der Fremd klingt und doch vertraut. Sie studieren das Material und machen sich auf den Weg…

Vladislav van Strathen

Er berührte die Tasche seines Gehrocks, spürte den zusammengefalteten Brief mit dem großen roten Wachssiegel darin und erinnerte sich genau an den Inhalt. Die kunstvolle Schleife auf der steht Sei ein Segen für deine Verbündeten und ein Fluch für deine Feinde, ein Spruch der vertraut klang und seine Arbeit bisher zusammenfasste. Doch es ist noch mehr in dem großen Brief gewesen, eine Inquisitionsrosette, eine Liste mit Namen samt Bildern, sowie zwei Datenblöcke, die seine Aufgabe beschreiben. Das Protokoll Deus vult. Die Inquisition hat gerufen und ihm bleibt nichts anderes übrig, als dem Ruf zu folgen. Er erwartet die Ankunft des Schiffes, das ihn nach Desoleum bringen würde. Ein letzter Blick, Nebel, ersticktes Hundegebell von den Zwingern im Hof, es war Zeit,… Zeit zu packen,… Zeit für die Inquisition,…

Yalra Al-Rashid

Ihr Leben hat sich grundlegend verändert seit ihrem Zusammenstoß mit der Inquisition. Natürlich schlägt sie immer noch Schädel ein, bildet die Sperrspitze eines Vorstoßes und jagt Kriminelle, aber sie ist offiziell keine Arbitratorin mehr. Ein Umstand der ihr manchmal im Hinterkopf liegt. Aber nicht an diesem Abend, denn sie hat gerade eine Kultstätte eines Seuchenkultes in den Tiefen von Juno gestürmt. Eine Aufgabe, die ihr viel eher liegt, als Hinweisen nachgehen. Sie wischt gerade die Überreste eines Mannes an ihrem Schlagstock an einer Wand ab, als sie plötzlich etwas anderes entdeckt. Ein Paket, welches sie förmlich anzuziehen scheint. Vorsichtig nähert Yalra sich und entdeckt eine geschwungene Schleife mit den Worten [/i]Ketzerei erzeugt Vergeltung[/i], ein Spruch der ihr gefällt, sie an ihre Arbeit erinnert. Sie öffnet wie von alleine das Paket und entdeckt den Inhalt. Eine Inquisitionsrosette, eine Liste mit Namen und Bildern und zwei Datenblöcke die ihre zukünftige Aufgabe beschreiben. Die Liste ihre zukünftigen Begleiter. Protokoll Deus vult, der Name verspricht viel. Klingt wie Gewalt und dennoch abstoßend. Sie schüttelt das Gefühl ab und entfernt sich vom Ort des Geschehens. Der Gott-Imperator hat einen anderen Pfad für sie vorgesehen…

Alpherius Vin

Er befindet sich gerade in Ruhe in seinem Wohnhab. Ab vom Stress, ab vom Leben und in ruhiger Sicherheit, dort wo er seine Schriften studieren kann. Nun nicht mehr gänzlich in Sicherheit, die Inquisition hat ihn erwischt. Seine Korruption, seine verbotenen Gelüste und ihn dennoch am Leben gelassen. Doch nun liegt sein Leben in ihrer Hand und er erwartet den Tag an dem sie es einfordern. Haben sie sein Leben nur verschont, weil er nützlich sein könnte? Weil er sowieso tot ist, wenn sie es wollten? Ist es sadistische Freude? Oder glauben sie wirklich er könnte so etwas wie Erlösung erlangen? Er weiß es nicht, noch nicht und wird abrupt aus seinen Gedanken gerissen, als es an seiner Tür klopft. Vorsichtig nähert Alpherius sich und öffnet sie. Findet nichts als ein Paket auf dem steht Wahrheit ist subjektiv, wie herrlich zweideutig und passend. Er muss fast schmunzeln. Dennoch das Paket weckt seine Neugier und als er es öffnet, bestätigt sich sein Verdacht. Der Tag ist gekommen, der Tag an dem die Inquisition sein Leben einfordert, sein Leben, welches er für Protokoll Deus vult opfern muss. Eine Inquisitionsrosette und zwei Datenblöcken sind alles was sein Leben besiegeln. Seufzend packt er seine Sache und folgt dem Ruf nach Desoleum…

'Legorion Drago' Omega-Arcana-M7

Kaum ist er aus seinem Koma erwacht und wiederhergestellt, findet der Techpriester sich an Bord eines Schiffes wieder. Mitten in einer einzelnen Kajüte und mit nichts als seiner Ausrüstung und einem braunen Paket auf dem in kruder Schrift steht Töte den Xenos, ehe er seine Lügen verbreiten kann steht. Ist dies seine neue Zukunft? Er ist sich nicht sicher und studiert das Paket, welches den neuen Pfad seines wirren Lebens beschreibt. Den Weg in die Arme der Inquisition, ein Zahnrad in einer Operation, ein Teil von Protokoll Deus vult. Zwei Datenblöcke sagen ihm alles was er wissen muss und die glitzernde Inquisitionsrosette bestätigt die Echtheit und Dringlichkeit der Aufgabe. Er hat eine neue Bestimmung gefunden…

An Bord eines Shuttles in Richtung Raumhafen Gyre

Schicksal, Zufall oder höhere Mächte haben die sechs völlig verschiedenen Gestalten zusammengeführt, welche zum Teil noch einmal ihre Datenblöcke studieren. Der Datenblock, der ihrer neue Aufgabe beschreibt[1], und der Datenblock mit den spärlichen Informationen zu Desoleum.[2] Doch was der Techpriester, der Adlige und der uralte Schreiber nicht ahnten, ist die Tatsache, dass das Leben der sechs Insassen verbunden ist. Ein Fakt der, Yalra, Skie und Oivikki bewusst ist, denn sie wurden bereits informiert, dass sie all gemeinsam arbeiten werden. Doch noch bleibt etwas Zeit, ehe sie die Planetenoberfläche erreichen. Etwas Zeit, ehe sie im Feuer geschmiedet werden.
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Ratcatcher Skie

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Prolog: Den Puls der Makropole spüren
« Antwort #1 am: 14.09.2014, 22:01:53 »
Die Frau - das Mädchen? - mit dem schwarzen Haar und den unterschiedlich gefärbten Augen sitzt auf dem Boden, an die bebende Wand des Shuttles gelehnt. Mit ihrem klatschbunten Top und dem fransigen, kurzen Rock über einem an unzähligen Stellen gerissenen schwarzen Ganzkörperschutzanzug wirkt sie wie ein krasser Kontrast zu den drei Herren ihr Gegenüber, welche entweder Roben der imperialen Adepta oder maßgeschneiderte und frisch gesäuberte Kleidung tragen.
Vor ihr auf dem Boden, zwischen ihren Knien, steht ein vor Drähten und Messingplatten strotzendes Gerät, geschwungen und besaitet wie eine Harfe. Der 'Rücken' der Harfe geht in einen verlängerten Stiel mit zahlreichen Tasten über, an dessen Ende eine kurze Metallklinge glitzert. Links von der Frau liegt ein einigermaßen gut geöltes Kettenschwert mitsamt einer abmontierten Gürtelhalterung.
Ihre Finger zupfen wie von selbst an den Saiten ihres Instruments, in einem langsamen Tempo, wie tröpfelndes Wasser. Sie selbst starrt in die Decke, als würde sie durch das Metall in den Himmel blicken können. In ihrem Kopf wechseln sich freudige und traurige Gedanken wie Tag und Nacht ab, und die Melodie, die sie leise vor sich hin klimpert, macht den Wandel jedes Mal mit - mal wird sie etwas lebhafter, mal ebbt sie ab.
Plötzlich senkt die Frau den Kopf und schaut sich unter den Anwesenden um, als wäre sie gerade aufgewacht. Ja, sie hat die vier Fremden schon beim Betreten des Shuttles gesehen. Aber jetzt wird sie sich ihrer wirklich bewusst. Diese Menschen, die unterschiedlicher nicht sein können...
"Wie sind eure Namen?," fragt sie unvoreingenommen in die Runde. In diesem Augenblick wirkt sie ganz besonders jung, kindlich, so dass es schwer fällt zu glauben, dass sie dieselbe Verantwortung, dieselbe Bürde teilt, wie die anderen Insassen des Transporters. "Ich bin Skie Liddle," stellt sie sich selbst vor, ohne das leise Harfenspiel zu unterbrechen. Ihre Stimme klingt klar und melodisch, verbunden mit der Musik fast schon ein wenig hypnotisch. Oder ist es nur eine Einbildung? Eine wahrgenommene Abwechslung vom monotonen Brummen der Shuttleantriebe?
"Greif' ich ein Akkord, gehn sie mit mir fort..."
- In Extremo, Rattenfänger

Alpherius Vin

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Prolog: Den Puls der Makropole spüren
« Antwort #2 am: 14.09.2014, 23:15:55 »
Der alte Adept blick auf, das fahle Gesicht vom Datapad, das er bis eben ausgiebig studierte, in gespenstisch grünes Licht getaucht.

"Mein Name ist Alpherius Vin, junge Frau. mit wem habe ich das Verknügen?"

Prolog: Den Puls der Makropole spüren
« Antwort #3 am: 14.09.2014, 23:51:16 »
Legorion, der mit Abstand größte anwesende im Raum, streicht mit seinen an Schaufeln erinnernden, aber organischen Händen über die Inquisitionsrosette, um sie dann vorsichtig um den Hals zu hägen und unter einer frisch geölten, aber nichtsdesdotrotz rostigen Panzerung zu verbergen. Dann schlägt er den roten Stoff seiner Mechanicus-Robe über das Metall und faltet die nun wieder lleren Hände.
Er hatte nun schon eine ganze Weile mit stummen Nachdenken verbracht, während er teils bewusst, teils unterbewusst der Musik gelauscht hatte.
Warum hatte die Inquisition ihn eingezogen? Er war nie ein Heiliger gewesen.
Seine Interessen hatten auch Bereiche mit einbezogen, deren Inhalte verboten waren.
Begann mit dem heutigen Tag der Weg eines Sünders endlich Buße zu tun? Oder war sein Wissen in dem bevorstehenden Pandämonium fundamental notwendig, um die Zusammenhänge zu verstehen?
Der durch Zufall zum Techpriester erhobene und mit seinem Implantantaten noch nicht so erfahrene Techadept merkt, wie sein Calculus-Implantat arbeitet und sein Gehirn mit Wisen zu speisen ersucht, doch die gewonnenen Erkentnisse flackern nur so in seinem Gehirn und der Adept bekommt Kopfschmerzen.
Die Narbe in seiner Stirn tut plötzlich wieder sehr weh und etwas Blut läuft aus dem Ohr des Akolyten.
Er konnte sich an so vieles nicht erinnern und versuchte er zu verstehen, schmerzten die Bilder in seinem Kopf und die unvertraute Mechanik in seinem Leib fühlte sich wie ein grausamer Fremdkörper an.
Er registriert die Frage der jungen Frau, welche sich vorstellt und dann die Stimme des alten Mannes, welcher den Namen wohl nicht verstanden hat, oder mit seiner Frage etwas anderes zu wissen ersuchte.
Er dreht sich herum. Er betrachtet die Welt aus der Sicht seiner Wahrnehmung... Seiner verschrobenen und seltsamen Wahrnehmung. Sein weltliches graues Auge sieht die Formen und Farben, welches das Licht auf den Oberflächen erzeugt, sein optischer Mechandrit übergagert diese Erkenntnis mit weiteren Wahrnehmungen, indem er die Kontraste verändert, die dunklen Stellen des Raumes zu durchleuchten sucht und sein sehendes Auge... Nunja, er überlagerte all diese Sicht der Dinge und erweiterte sie um eine weitere Ebene.
Wirre Gedanken stören den Techpriester bei seinen Überlegungen, denn er findet keine Antworten auf seine Frage. Doch die Frage der Frau zu beantworten fällt Legorion nicht schwer:
"Guten Tag Frau Skie Liddle. Mein Name ist Legorion Omega-Arcana-M7 und ich komme von Rhodin IV."

Ratcatcher Skie

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Prolog: Den Puls der Makropole spüren
« Antwort #4 am: 15.09.2014, 13:10:41 »
"Skie Liddle, immer noch," erwidert die Harfenspielerin dem geistesabwesend wirkenden alten Adepten. Sie lacht - ein reiner, angenehmer Klang, der der drohenden Verderbnis spottet.
Als der Techpriester sich vorstellt, nickt Skie mit einem leichten Lächeln auf den Lippen. Sie hat die Gewohnheit, Leuten, mit denen sie länger zu tun hat, Spitznamen zu verpassen, aber noch fallen ihr für diese künftigen Gefährten keine guten ein.
Der Blick der jungen Frau verweilt noch etwas länger auf dem Techadepten. Normalerweise ist sie Mechanicus-Dienern begegnet, die völlig emotionslos und wie die Ruhe selbst wirken, aber Legorion macht irgendwie nicht den gleichen Eindruck. Was es genau ist, kann sie nicht so recht festmachen - vielleicht ist es der Umstand, dass seine Hände unbewußt nach Beschäftigung suchen, oder die Art, wie sein Blick wandert. Aber irgendetwas ist an dem Mann besonders.
Die unvermeidliche Frage "Was er wohl denkt?" könnte Skie sogar im Gegensatz zu den meisten Menschen beantworten, wenn sie es darauf anlegen würde. Aber sie geht sehr vorsichtig mit ihren 'Rattenfänger-Zaubertricks' um. Und sie hat auch nicht vor, das Vertrauen ihrer künftigen Mitstreiter, das ohnehin erst aufgebaut werden muss, gleich zu verwirken.
Außerdem hat die Neugier der Vagabundin andere Wege, die sie einschlagen kann. "Rhodin IV? Was ist das für eine Welt?," harkt sie nach, während ihre Finger immer noch an den Saiten ihres Musikinstruments zupfen. Sie wird nie müde, Menschen unterschiedlichsten Schlages kennenzulernen - solange sie ihr nicht den Kopf einschlagen wollen.
"Greif' ich ein Akkord, gehn sie mit mir fort..."
- In Extremo, Rattenfänger

Yalra Al-Rashid

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Prolog: Den Puls der Makropole spüren
« Antwort #5 am: 15.09.2014, 14:43:40 »
Die weißhaarige Frau ist seit einer ganzen Weile in ein kleines Buch vertieft und lässt die scharfen Augen sorgsam über jede Silbe gleiten. Mit einem Ohr lauscht sie der belanglosen Unterhaltung. Die fehlenden Namen kann sie anschließend leicht zuordnen. Ein merkwürdig bunter Haufen.

"Yalra." Kommt es tonlos von ihr, ohne das sie auch nur einen Moment von ihrer Literatur aufsieht. Imperiale Gesetze, gedruckt in Taschenbuchform. Natürlich sind nicht alle darin enthalten, aber doch die Wichtigsten um ihre Arbeit weiterhin ausführen zu können. Noch immer hat sie sich nicht an den Umstand gewöhnen können, das sie offiziell aus dem Dienst raus ist. Dubiose Mittel gehören inzwischen zu ihrem Repertoire - natürlich immer noch im Sinne des Imperators. Aber trotzdem...Viel hatte nicht mehr zur Proctorin gefehlt. Das bedauert sie schon. Andererseits - nach dieser Entwicklung ist ihre Verantwortung weitaus größer. Ihre Aufgabe ist von immenser Wichtigkeit. So oder so darf sie sich keinen Fehltritt erlauben. Keine Schwäche zeigen. Ihr Körper ist wie eine Maschine, zielorientiert und effektiv. Ein Werkzeug, das erst noch beweisen muss, das es tauglich ist. Apropos Werkzeug...Der Techpriester fällt ihr beiläufig besonders auf. Sonderlich mag sie seine Art nicht. Wo steht seine Loyalität? Besser, sie behält ihre...Mitarbeiter im Auge.   
No servant of the Emperor dies unavenged. No enemy of the Emperor escapes unpunished! -Promise of the Pax Imperialis

Alpherius Vin

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Prolog: Den Puls der Makropole spüren
« Antwort #6 am: 15.09.2014, 17:26:24 »
Der alte Mann kichert verlegen.

"Oh, natürlich natürlich, verzeiht. Meine Töchter warfen mir oft Geistesabwesenheit und Zerstreutheit vor,
wenn ich mich in Lektüre vertiefe." Der Adept klopft mit dem Knöchel seines rechten Zeigefingers auf das Datapad.

"Das ist übrigens ein sehr interessantes Instrument, was ihr da mit euch führt, Fräulein Liddle. Darf ich euch fragen, wohin euch euer Weg führt?" erkundigt sich er sich gutmütig.
« Letzte Änderung: 15.09.2014, 17:55:45 von Alpherius Vin »

Prolog: Den Puls der Makropole spüren
« Antwort #7 am: 15.09.2014, 18:12:50 »
Oivikki lehnt sich entspannt zurück und verschränkt ihre Hände als Stütze hinter ihrem Kopf. Sie überlässt es Skie sich vorzustellen und den anderen ihre Namen und Herkunft zu entlocken. das Mädchen hat, wie sie mittlerweile weiß, schließlich eine mehr als nur natürliche Begabung für diese Dinge. Oivikki selbst ist bei ihren gemeinsamen Operationen eher die Frau fürs Grobe, als das Sprachrohr in Verhandlungen und bei der Informationenbeschaffung und natürlich hat sie sets ein wachsames Auge auf Skie, um ihr drohenden Ärger vom Hals zu halten.
"Manchmal ist sie einfach zu unschuldig..."
Sie sind ein gutes, eingespieltes Team und noch ist sich die Ex-Gangerin nicht sicher, was sie von den anderen Personen im Raum halten soll. Sie kennt diese Menschen nicht, aber ihr ist klar, dass ein jeder von ihnen handverlesen ausgesucht wurde und dieses Wissen stimmt sie etwas zuversichtlicher für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Ein Scheitern ist laut dem ihr zugespielten Memo wohl auch ohnehin keine Option.
"Zeit sich vorzustellen..."
Mit einem leichten Seufzer lehnt sich Oivikki vor und stellt mit einer knappen Handbewegung sicher, dass ihre Haare ihre Brandnarben zu einem Großteil verdecken. Sie blickt in die Runde und beschließt sich endlich vorzustellen.
"Ich bin Oneiros."
Nach einem knappen Nicken, ihrer Meinung nach wohl eine angebrachte Geste, lehnt sie sich wieder etwas zurück und wedelt leicht abwesend mit einer Hand, um Skie zu bedeuten ihr Gespräch ruhig weiterzuführen. "Bin ich froh, dass ich das hinter mich gebracht habe. Ich hoffe mein Bike übersteht die Landung unbeschadet..."

Ratcatcher Skie

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Prolog: Den Puls der Makropole spüren
« Antwort #8 am: 15.09.2014, 22:04:27 »
Die 'Bücherwürmer' unter den Anwesenden bringen Skie erneut zum Lachen. Es ist kein boshaftes Auslachen, sondern bloß der Ausdruck ihrer Verwunderung. Dass sich manche Menschen so sehr an das geschriebene Wort klammern, amüsiert sie.
Als der alte Adept von seinen Töchtern spricht, macht es ihn für die Straßenmusikerin gleich sympathischer. Er hat also eine Familie, Kinder. Vielleicht solche schwierigen Gören wie sie selbst. Sie schmunzelt.
"Man sagt, dass es gar nicht aus unserem Sektor stammt," kommt Skie mit verschwörerischer Stimme auf Alpherius' Worte über ihr Instrument zurück. Die Melodie, die sie spielt, wird dabei komplexer, mehrschichtiger.
"Und wohin unser Weg uns führt, das kann ich Euch sagen." Sie wechselt einen kurzen Blick mit der distanziert wirkenden Oivikki und zieht einen Mundwinkel hoch. "Genau dorthin, wie Euch auch. Wir sitzen alle im selben Boot. Wir sind alles Wölfe aus einem Rudel, Früchte vom selben Baum, Noten von derselben Saite."
Das Tempo der Melodie steigt, und auch die Intensivität. Skie schaut wissend drein. "Oder Fliegen im selben Spinnennetz. Kommt auf den Blickwinkel an."
"Greif' ich ein Akkord, gehn sie mit mir fort..."
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Vladislav van Strathen

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Prolog: Den Puls der Makropole spüren
« Antwort #9 am: 15.09.2014, 23:14:03 »
Wie einige der anderen Anwesenden hatte der bleiche, junge Mann mit der kühlen Attraktivität eines scheinbar edlen Geschlechts versonnen in einer zerlesenen, und abgegriffenen Ausgabe von Orleandris Vespenius "Altterranische Aphorismen vorimperialer Zeit" geblättert, hin und wieder seine maßgeschneiderte Weste aus deren Tasche eine silberne Uhrenkette hing über dem gestärkten weissen Hemd geglättet!
Offensichtlich war dem jungen Adeligen zu warm in der Brühe die ein Shuttle Belüftung nannte, woraufhin er den schweren Flakmantel, dessen Preis dem Aussehen nach den Jahreslohn eines Manufoctoriumvorstehers überstieg, und das große, seidene Halsband das eine Schleife bildete neben dem hohen Zylinder abgelegt, das Hemd aufgeknüpft und die Ärmel penibel hochgekrempelt hatte!

Ein Hauch von kostspieligem Lavendelparfum durchzog von ihm ausgehend das Abteil als die junge Musikerin das Wort an die ungleiche Gruppe wandte, und auch er schien erst jetzt wirklich die Divergenz innerhalb der Versammelten wahrzunehmen und in sekundenbruchteilen mit blitzenden Augen abzuschätzen wo man sonst eher die träge Langeweile der herrschenden Klassen im Blick vermutet hätte!
Wer waren diese Menschen? Ein ältlicher Gelehrter, sympathisch auf den ersten Blick! Ein Tech, nicht gerade eine Personengruppe mit der Vladislav viel Kontakt vorweisen konnte, er würde schauen was sich über seine Art herausfinden ließ! Eine Arbitratorin, nichteinmal ihre Ausrüstung verriet sie, er hatte lange genug im Dienste dieser Institution gestanden um allein an der Art wie sie die Mundwinkel anspannte zu sagen das sie eine von der Sorte war mit der man sich nicht anlegte! Und die letzten beiden? Wohl das was auf anderen Welten als Ganger oder Abschaum bekannt war, sein Gegenstück für die gebeutelte Unterschicht in dieser Mission also, ein Gesicht das man Verbrechern präsentieren konnte ohne aufzufallen!
Innerlich nickend applaudierte der Sonderermittler Inquisitor Hemlock für die homogene Zusammenstellung des Einsatzteams, für jede Situation das passende Individuum!
All diese Betrachtungen hatten nur einen Augenblick in Anspruch genommen bevor er aufmerksam der Vorstellung der anderen lauschte, leise,"Concordia res parvae crescunt, discordia maxumae dilabuntur!", murmelnd als das Mädchen den Zusammenbund der Gruppe zur Erwähnung brachte, um daraufhin das Buch in der linken Hand zusammenzuklappen und den Zeigefinger dabei als Lesezeichen nutzend!
"Vladislav Golesh van Strathen, es ist mir eine äusserste Freude ihre Bekanntschaft zu machen junge Miss", hält er ihr auffordernd zum Gruß, ganz den guten Sitten folgend mit nach oben gerichteter Handinnenfläche selbige zum Gruß hin!
"Und natürlich auch die der anderen Anwesenden Gefährten auf dieser Odyssey ins ungewisse", nickt er den Versammelten mit einem strahlenden Lächeln zu das einem das Herz erwärmen könnte wüssten die begrüßten Personen nicht das auch der gepflegte Hochgeborene mit ihnen in diesem Shuttle sitzt weil er auf die eine oder andere Art gefährlich genug ist um der Inquisition von Nutzen zu sein!
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Alpherius Vin

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« Antwort #10 am: 16.09.2014, 18:19:47 »
Der alte Adept hebt überrascht die Augenbrauen.

"Oh, ihr meint, wir alle hier teilen uns den selben Herrn und Meister? Verzeiht einem alten Mann sein Misstrauen, aber ich würde mich doch beruhigter fühlen, wenn ihr mir dafür einen Beweis zeigen könntet. Lieber auf Nummer sicher gehen, versteht ihr?"

Um seinen faltigen Mund bildet sich ein Lächeln.

Ratcatcher Skie

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« Antwort #11 am: 16.09.2014, 22:37:48 »
Um dem Edelmann die Hand zu schütteln, müsste Skie aufstehen und auf ihn zugehen - aber sie zieht es vor, weiterhin an ihrer Harfe sitzen zu bleiben. Dennoch macht sie der Höflichkeit halber eine winkende Handbewegung und lächelt fast schon schüchtern in Erwiderung des Grußes. Der Adlige weckt durchaus ihr Interesse, denn mit der Oberschicht hat die Vagabundin eigentlich kaum etwas zu tun und kennt Grafen, Fürsten und Regenten nur aus zahlreichen Geschichten. Einen in Person zu treffen, ist für sie kein alltägliches Ereignis.
Mit den Händen an den Saiten, wendet die Straßenmusikerin dann den Kopf zu Alpherius und hebt die Braue über dem blauen Auge.
"Einen Beweis? Ich glaubt mir nicht, wenn ich sage, dass wir alle aus dem Schierlingsbecher[1] getrunken haben?", macht sie eine Andeutung auf den Namen des Inquisitors.
 1. Schierling heißt auf Englisch "Hemlock"
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Vladislav van Strathen

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Prolog: Den Puls der Makropole spüren
« Antwort #12 am: 16.09.2014, 22:48:23 »
"Unsere Dossiers waren wohl scheinbar ein wenig unfangreicher als die einiger anderer Anwesender", lächelt Vlad Alpharius an während er mit filigranen Fingern die Kette seiner Taschenuhr aus der Weste zieht und beim Worträtsel der jungen Dame versonnen an ihr reibt, nicht offenbarend das die ihm ausgehändigte, schlichte Inquisitionsrosette in das silberne Uhrmachermeisterwerk eingearbeitet wurde!
« Letzte Änderung: 16.09.2014, 22:56:23 von Vladislav van Strathen »
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Alpherius Vin

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Prolog: Den Puls der Makropole spüren
« Antwort #13 am: 16.09.2014, 22:52:09 »
Alpherius Vins Augen funkeln, die Unterhaltung bereitet ihm sichtlich Freude.

"Oh, es sagt schon viel, sehr viel aus dass ihr dieses überaus seltene Gefäß kennt. Aber woher soll ich wissen,
dass ihr den erfrischenden Inhalt auch wirklich zu euch genommen habt?"

Ratcatcher Skie

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Prolog: Den Puls der Makropole spüren
« Antwort #14 am: 17.09.2014, 00:22:23 »
"Ihr habt einen ganz besonderen Sinn für Ironie," lacht Skie, nachdem Alpherius den Inhalt eines Schierlingsbechers einen 'erfrischenden Trunk' genannt hat. "Aber seid beruhigt, wir alle wurden mit den einzigartigen Blumen beschenkt," drückt sie sich wieder bildlich aus und klopft sich auf eine Rocktasche, in der irgendetwas klappert.
Für einige Sekunden nimmt die Musikerin die Hände von der Harfe, schaut sich mit einem wachen Blick unter ihren Mitreisenden um und greift erneut in die Saiten. Eine rhytmische, lebhafte Melodie erfüllt den Passagierraum.

"Wenn der Tag weicht der Nacht,
Wenn das Licht verliert an Macht,
Verzage nicht;
Wenn die Schwärze kriecht heran,
Wenn die Furcht dich lähmen kann,
Dann denk' an mich;

Sei der Himmel wüst und leer,
Glüh'n die Sterne nimmermehr,
Wir sind noch hier;
Wie der Felsen trotzt dem Wind,
Deinem Herz vertraue blind,
Und halt' zu mir;

Eine Kerze strahlt nicht hell,
Doch sie zündet Lunten schnell,
Der Schatten weicht,
Finsternis, nimm dich in Acht,
Kleiner Funke bannt die Nacht,
Wie wir vielleicht..."
"Greif' ich ein Akkord, gehn sie mit mir fort..."
- In Extremo, Rattenfänger

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