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Autor Thema: Dorwida  (Gelesen 48978 mal)

Beschreibung: Episode 1.1

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Manik

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Dorwida
« Antwort #15 am: 19.10.2014, 17:48:08 »
"Deswegen sind wir hier." erwidert Manik lächelnd. "Der Ruf Dorwidas nach Unterstützung erreichte uns selbst in Robuselido und so machten wir uns auf den Weg hierher. Wisst ihr," fuhr der Waldläufer fort, "ihr schient grade nicht sehr erfreut darüber, dass ihr den Kargi-Abschaum noch eine Woche lang am Leben halten müsst. Ich kann das verstehen. Bewacher ab- und Nahrung bereitstellen, für Einen der in ein paar Tagen zum Glück ohnehin zum Tode verurteilt werden wird. Es gibt Menschen die bräuchten die Nahrung, die nun verschwendet wird, damit der Verbecher bei seinem Prozess noch halbwegs stehen kann, viel dringender. Vielleicht kann euch so mancher Söldner schon diese Nacht behilflich sein, falls ihr versteht?"
Als Manik diese Worte ausgesprochen hat, flucht er innerlich über sich selbst, er war gradezu mit der Tür ins Haus gefallen.
Das entspricht ganz und gar nicht deinem Plan, behutsam an die Sache ranzugehen, du Idiot. Doch nun ist es zu spät. Hoffentlich stimmt meine Vermutung und der Bürgermeister hält tatsächlich nicht zuviel davon, den Kargi noch eine Weile gefangen zu halten. Die Frage ist nur... wäre das nicht eher ein weiteres Indiz dafür, dass hier irgendwas nicht stimmt?
« Letzte Änderung: 19.10.2014, 20:22:28 von Khenubaal »

Ragnar Sturmschild

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Dorwida
« Antwort #16 am: 20.10.2014, 21:15:07 »
Der junge Krieger bleibt kurz in der Tür stehen und blickt sich im Schankraum um. Die Schänke ist fast leer, ein für ihn durchaus nicht unerfreulicher umstand. Mit schweren Schritten steuert er den Tresen an und blickt dem Wirt fest in die Augen. "Sagt habt ihr auch einen großen Humpen Wacholderbeeren-Met in eurem Angebot ".

Sanjan, von den Bahir

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Dorwida
« Antwort #17 am: 20.10.2014, 21:28:16 »
Bei dieser Nachricht senkt Sanjan den Blick und knurrt nur. Grimnir eilt rasch ein Stückchen voraus. Er hat die Verzweiflung  der Frau gespührt und hält nun die Nasen in den Wind. Das was er wittert, scheint dem Wolf nicht sehr zu gefallen und auch Sanjan gefällt die Nachricht ganz und gar nicht. Ein Bär war schon ohne das er in Panik war gefährlich und dieser Bär musste in Panik sein. Viellicht hatte dieser Pishu ihn auch noch verletzt. Das war einfach nur übel.

Mit ernster Miene blickt Sanjan zu Jaresh. „Lass mich versuchen den Bär zu beruhigen. Mit Glück ist er noch blind vor Panik.“ zur Frau blickend spricht der junge Druide dann weiter „Hat Pishu ihn verletzt? Wenn ja wird es sehr schwer. Einem Bär wird normaler weise aus dem Weg gegangen, besonders wenn er verletzt ist.“ wieder zu Jaresh gewendet „Eine Bärenhatz habe ich noch nie gemacht. Für den Fall das ich den Bär nicht mehr beruhigen kann, oder er zu schwer verletzt ist, müssen wir ihn töten. Sind gerade noch mehr Jäger auf deinem Hof? Wenn ja, sie werden für genau diese Fälle gebraucht. Doch bei den Ahnen, ich hoffe den Bären noch beruhigen zu können.“
Der junge Druide blickt weiter zum alten Mann. Wenn dieser sein ja geben würde, hieß es keine Zeit mehr zu verliehren. Sein Herz pochert schon wie wild, denn ein Bär war wirklich kein Kinderspiel.

Khenubaal

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Dorwida
« Antwort #18 am: 21.10.2014, 10:06:25 »
   Während der Waldläufer spricht, beobachtet er das Antlitz seines Gegenübers. Er hat das Gefühl, als würde der ausgesprochene Gedanke dem Bürgermeister durch den Kopf gehen, allerdings nur kurz. Nach einigen Augenblicken schüttelt der Mann seinen Kopf. "Ich verstehe, worauf ihr hinauswollt. Auch ich war der Meinung, dass man in diesem besonderen Fall, in dem die Schuld ja faktisch schon bewiesen ist, auf den langwierigen Prozess verzichten können wird."
   Mit einem Blick zu dem Revier des Sheriffs und zum Rathaus fährt er dann bedächtig fort: "Allerdings hatte Sheriff Gelspad mit seiner Aussage auch irgendwie recht: 'Gesetz ist Gesetz'. Wir werden nun wohl oder übel die Zeit abwarten. Soll der Kargi noch ein paar Tage länger schmoren. Hauptsache, er wird dann gerichtet."
   Der Bürgermeister blickt noch einmal auf den Rappen von Manik und dann auf die imposanten Waffen, die der Waldläufer mitführt. "Ich sehe allerdings, dass ihr gut vorbereitet seid für den Angriff auf die Kargi. Ich hoffe sehr, dass ihr und ihr Freund, der nun in der Schenke ist, morgen früh euch bei uns melden werdet. Bitte richtet das auch ihm aus, wenn ihr ihn seht."
   Mit diesen Worten nickt der Bürgermeister Manik noch einmal zu und begibt sich in das Ratshaus.

Khenubaal

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Dorwida
« Antwort #19 am: 21.10.2014, 10:28:16 »
   Bei Ragnars Frage zieht der Wirt überrascht die Augen hoch."Werter Herr - das hier ist Dorwida. Wir freuen uns schon, wenn wir überhaupt Met haben. Wacholderbeeren-Met - damit kann ich leider nicht dienen. Den hatten wir nur einmal in den letzten Jahren, das war, glaube ich, vor vier Wintern... Oder sogar fünf?"
   Kurz scheint der Mann in Gedanken zu versinken, allerdings merkt er am Gesichtsausdruck des Fhokki vor sich, dass es besser wäre, in die Gegenwart zurückzukehren. "Jedenfalls", sagt er mit einem Räuspern, "haben wir derzeit zwei Fässer Met, mit einer Prise aus Äpfeln gepresstem Schnaps vermischt, im Angebot. Eine Lieferung aus Pekal - kam mit einer der letzten Karawanen vor zwei Monaten. Der wird euch bestimmt schmecken."
   Mit diesen Worten stellt der Wirt einen großen Humpen des Gebräus vor Ragnar auf dem Tresen ab. Während der Fhokki den Humpen zum Mund führt, sieht er aus den Augenwinkeln, wie die kleine Gestalt in der Ecke des Zimmers, die ihm bereits beim Reinkommen aufgefallen war, sich aus den Schatten löst und auf den Stuhl neben ihm setzt.
   Überrascht sieht Ragnar, dass es sich nicht um ein Kind handelt, sondern um einen Halbling, und zwar einen weiblichen. Die Haut ist bronzefarben und die Wangen von Sommersprossen übersät. Stark gelocktes, dunkelbraunes Haar fällt Nackenlang in einem Wirrwarr nach hinten und zu den Seiten und bedeckt so auch die Ohren. Sie schaut mit klugen, grauen Augen zu Ragnar auf und lächelt diesen gewinnend an.
   Am Körper trägt sie praktische und unauffällige Kleidung, doch Ragnar sieht, dass diese trotzdem von guter Qualität ist. Unter einer braunen Lederweste - bestickt mit einigen interessanten Symbolen, erkennt man ein baiges Leinenhemd. Eine dunkelbraune Hose wird von einem Ledergürtel mit kunstvoll gefertigter Schnalle an den Hüften gehalten. Die Hosenbeine stecken in weichen Wildlederstiefeln.
   Mit dem Lächeln auf den Lippen sagt der Halbling. "Wachholderbeeren-Met. Ein gutes Getränk. Ich durfte es zuletzt im Herbst genießen, auf einem Zwischenstopp in Eg'Kasel." Sie deutet mit dem Finger auf den Humpen von Ragnar und ruft dem Wirt zu: "He, Naidur. Für mich bitte auch einen."
   Der Wirt lächelt zurück. "Natürlich, Jemma." Einige Augenblicke später steht auch vor dem Halbling ein entsprechender Humpen.
   Sie prostet damit dem Wirt und Ragnar zu und nimmt einen großen Schluck. Dann wendet sie sich wieder an den Fhokki und fährt in etwas leiserem Ton fort. "Ich habe gesehen, wie du und dein Freund in der Menge standet, als der Kargi eben vorgeführt wurde. Ihr wart ja auf den Pferden nicht zu übersehen, aber auch als ihr abgestiegen seid, wart ihr noch eine imposante Erscheinung. Ich nehme an, ihr seid hier, weil ihr Hirams Herolde gehört habt, die nach Unterstützung für den Kampf gegen die Kargi gerufen haben. Ihr wollt euch also wahrscheinlich morgen früh für diese Aufgabe einschreiben.
   Aber was wäre, wenn ich euch sage, dass ein Freund von mir euch ein besseres Angebot machen kann? Ihr würdet mehr verdienen. Es wäre - wenn es gut geht - mit weniger Blut verbunden. Und: ihr würdet dabei auch noch einer guten Sache dienen. Einer besseren, als dieser Hals-über-Kopf-Strafexpedition.
   Ihr könnt euch sowieso erst morgen früh einschreiben. Ihr habt also diesen Abend hier frei. Würdet ihr die Zeit nutzen, euch das Angebot meines Freundes anzuhören?"
   Mit diesen Worten nimmt die Halblingsfrau noch einen tiefen Schluck und wischt sich mit dem Handrücken den Mund ab. Während Ragnar noch überlegt, was er antworten soll, sagt sie: "Ach ja - wo bleiben meine Manieren?" Sie streckt die Hand zum Gruß entgegen. "Mein Name ist Jemma Thorgrimm."

Khenubaal

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Dorwida
« Antwort #20 am: 21.10.2014, 10:45:02 »
   Jaresh nickt Sanjan zu und zieht die Magd hinter sich aufs Pferd. Die beiden Männer geben ihren Pferden die Sporen.
   "Ich denke, der Bär hat nur einen Kratzer, keine ernsten Verletzungen. Aber er bäumt sich immer wieder auf und brüllt - es scheint richtig wütend zu sein", sagt Inga, während sie durch das Tor auf das Gestüt reiten und Kurs auf die Einzäunung nehmen, in der der Bär wütet.
   Jaresh schüttelt den Kopf. "Leider habe ich derzeit nur Feldarbeiter da, keine erfahrenen Jäger. Ein Glück, dass du da bist, Sanjan. Vielleicht kannst du uns helfen. Ich hoffe, wir können den Bär beruhigen. Aber falls das nicht gelingt, müssen wir ihn schnell töten. Wenn er eines der Rinder verletzt oder gar tötet, wird die ganze Herde in Paik geraten und durchgehen. Dann verliere ich wahrscheinlich die Hälfte der Tiere."
   Wenige Augenblicke später kommen die beiden Männer an der Einzäunung an. Schon vorher ist das Brüllen des mächtigen Tieres zu sehen. Ein halbes Dutzend Männer stehen um die Einzäunung herum. Einige haben Heugabeln in der Hand. Andere Prügel und Lassos. Jedoch sind es alles Arbeiter - die Angst ist Ihnen ins Gesicht geschrieben und sie trauen sich nicht näher heran. Einer von ihnen liegt sogar etwas abseits auf dem Boden. Sein Bein ist blutüberströmt. Das muss wohl Pishu sein. Neben ihm kniet eine junge Frau mit langem, schwarzem Haar und heller Haut. Sie legt dem ann gerade einen Verband an. Als sie die Reiter hört, blickt sie auf und Sanjan erkennt Siola, die wunderschöne Nichte des alten Mannes neben sich, die er vor etwas mehr als einem Jahr behandelt hatte. Normalerweise würdewohl ein herzliches Lächeln auf ihren Lippen liegen, doch jetzt ist ihr hünbsches Gesicht mit Sorgenfalten belegt. Und der Grund ist offensichtlich.
   Der Bär in der Einzäunung ist ein mächtiges Tier - und er ist außer sich. Sein Gebrüll erfüllt immer wieder die Luft. Er stampft von einer Seite der Einzäunung zur nächsten und stellt sich immer wieder auf die Hinterbeine auf. Jedes Mal, wenn er wieder nach vorne auf die Vorderbeine kracht, geht eine Erschütterung durch den Boden und schreckt die Rinder noch mehr auf. Diese haben sich bereits in der dem Bär gegenüberliegenden Seite der Parzelle aneinandergedrängt - dicht am Zaun.
   Jaresh steigt vom Pferd ab und vergewissert sich, dass es Siola gut geht. Danach wechselt er ein paar Worte mit einem der Vorarbeiter und blickt zu Sanjan. "Noch ein paar Minuten und die Herde geht durch. Kannst du eventuell etwas machen? Und: wie sollen wir dir helfen? Soll jemand mit dir rein und dir den Rücken decken? Oder brauchst du etwas anderes?"
   Während er auf die Antwort wartet, ruft er zu einem der Männer. "Lidur, hole schnell die beiden Kompositbögen aus dem Haus!"
« Letzte Änderung: 21.10.2014, 11:35:43 von Khenubaal »

Manik

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Dorwida
« Antwort #21 am: 21.10.2014, 19:52:28 »
Nachdenklich blickt Manik dem Bürgermeister hinterher, auf das Rathaus. Hätte er ihn zumindest fragen sollen, ob er mit dem Gefangenen sprechen darf? Wie dem auch sei, dazu ist es nun zu spät.
Der Blick des Waldläufers geht kurz zu dem Gebäude, in dem der Sheriff mit dem Gefangenen verschwunden ist, doch nach kurzem Nachdenken entscheidet er sich, zunächst zu schauen, wie es seinem Gefährten derweil ergangen ist. Langsamen Schrittes geht Manik Richtung des Gebäudes, bei dem es sich offensichtlich um die Schänke handeln muss und betritt dieses schließlich.
Im Eingangsbereich bleibt er kurz stehen und blickt sich um, es ist schummrig und nicht sehr voll. Insbesondere letztes freute den Waldläufer sehr. Weniger Leute, weniger Trubel.
Seinen Gefährten erblickt er schließlich am Tresen sitzend. Verwundert zieht Manik eine Augenbraue hoch und geht schließlich auf den Krieger zu.
Als Gruß nickt er nur. "Wie ich sehe, habt ihr bereits eine Freundin gefunden."

Sanjan, von den Bahir

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Dorwida
« Antwort #22 am: 21.10.2014, 20:46:06 »
Auch Sanjan steigt von seinem Pferd ab. Grimnir war schon bis zum Zaun vorgelaufen. Der Bär war ein imposantes Tier und im Wald wäre er ihm aus dem Weg gegangen. Doch nun konnte er nicht. Die Idee mit den Bögen gefiel Sanjan nicht besonders aber wenn er den Bären nicht beruhigen konnte oder ihm nichts Besseres einfiel blieb kaum eine andere Wahl. Doch jetzt denkt Sanjan erst einmal nicht an den Tot des Bären. Er nickt Siola kurz zu, für mehr war wirklich keine Zeit, und lasst den Blick über das Gehege und den Bären streifen.[1] Mit Glück gab es irgendwo Deckung, wohin er sich verziehen konnte, wenn das Beruhigen nichts brachte oder die Lücke, durch die der Bär gebrochen war, war noch in Lauf Nähe. Schließlich müsste er, falls alles nichts half nur so schnell wie möglich vor dem Bär wegrennen und warum nicht gleich in die Richtung, die allen helfen würde. Auch fragte er sich, warum der Bär sich immer wieder aufbäumte. War er doch mehr verletzt als angenommen?

Dann, als er sich einen Überblick verschafft hatte, fragt er Jaresh „Wäre es möglich die Rinder in Das Nachtbargehege zu lassen. Ihnen mehr Fluchtraum zu geben?“ Wenn das möglich war, hätten sie zumindest schon die Rinder gerettet.
 1. Wahrnehmung 25
« Letzte Änderung: 21.10.2014, 20:48:09 von Sanjan »

Ragnar Sturmschild

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Dorwida
« Antwort #23 am: 22.10.2014, 19:09:10 »
" Ich weis nicht ob sie eine Freundin ist, sie hat sich gerade eben erst Vorgestellt "  Ragnar schnuppert am Met, wie gerne hätte er jetzt einen Humpen Wacholderbeeren- Met wie er ihn im Rundschild getrunken hatte, bevor er seine Heimatdorf verließ, jedoch musste dieser genügen. Er nahm einen tiefen Zug aus dem Humpen und lässt den Honig- Wein durch seine Kehle laufen, bevor er sich wieder an seinen Gefährten wendet. " Sie sagt sie heißt Jemma Thorgrimm und hätte ein Angebot zu unterbreiten aber alles weitere soll sie selbst erklären ".

Khenubaal

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Dorwida
« Antwort #24 am: 22.10.2014, 21:12:34 »
   Bei Ragnars Worten lächelt Jemma - sie hat offenbar beschlossen, die Worte der beiden Männer, die in ihrem Beisein in der dritten Person sprechen, nicht als Beleidigung, sondern als einen Witz aufzufassen, der das Eis brechen soll.
   Sie reicht Manik die Hand, als Ragnar ihren Namen nennt, und wiederholt sich kurz: "Ich habe eben eurem Kameraden erzählt, dass ein Freund von mir euch ein anderes Angebot machen möchte, als das des Stadtrats - ein besseres, sowohl finanziell, als auch moralisch, wie ich glaube. Ich nehme an, da die Anmeldung erst morgen früh erfolgt, dass ihr am heutigen Abend noch Zeit hättet. Würdet ihr euch das Angebot meines Freundes anhören?"
   Die Halblingsfrau nimmt noch einen tiefen Schluck aus ihrem Humpen und wartet auf die Entgegnung der beiden Fhokki.
« Letzte Änderung: 22.10.2014, 21:12:58 von Khenubaal »

Khenubaal

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Dorwida
« Antwort #25 am: 22.10.2014, 21:25:11 »
   Jaresh nickt auf Sanjans Frage hin. "Ja - das wäre möglich. Es ist eine gute Idee. Wir werden versuchen, die Rinder in das östliche Gehege abzulassen. Dort sind zwar einige Tiere, die spezielles Futter bekommen, aber das spielt jetzt keine Rolle."
   Der alte Mann dreht sich zu seinen Arbeitern um und ruft: "Edgar! Balon! Kommt mit, wir müssen ins östliche Gehege und die Rinder reinlassen!"
   Während die Männer auf den Ruf ihres Herren reagieren und zu euch eilen, schaut sich Sanjan die Situation genau an. Das Gehege ist quadratförmig angelegt, es ist ungefähr 300 Fuß lang und 200 Fuß tief. An einer seiner langen Seiten - im Norden - bildet der Zaun zugleich auch das Ende des Gestüts. Der Bär ist auf dieser Seite, im Westen durch den Zaun gebrochen und kam so auf das Gestüt. Derzeit stampft er am östlichen Zaun des Geheges entlang, rauf und runter. Inzwischen hat er die Rinder so weit verschreckt, dass diese sich alle im westlichen Drittel des Geheges am Zaun drängen und dieser sich inzwischen auch bedenklich unter dem Gewicht neigt. Falls Jaresh und seine Männer nicht rechtzeitig das Tor aufschließen, wird der westliche Zaun in Kürze nachgeben.
   Der Bär selbst scheint nur eine kleine Verletzung am rechten Hinterbein davongetragen zu haben. Es sikert ein wenig Blut heraus - allerding scheint das Tier nicht ernsthaft behindert, sondern eher durch die Wunde wütend zu sein. Langsam löst es sich immer mehr vom Zaun bei seinen Ausflügen und steuert auf die Mitte der Einzäunung zu, wasauch die Nervosität der Rinder weiter steigert. Sanjan schätzt, dass die Tiere bei weiterer Annährung des Bären durchgehen werden.
   Das alles sieht der Druide einge Meter vor dem südlichen Zaun des Geheges stehend - vor ihm ebenfalls ein Tor, genau wie auch am östlichen Zaun.

Sanjan, von den Bahir

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Dorwida
« Antwort #26 am: 22.10.2014, 23:28:23 »
Insgesamt stellte es eher eine Schlechte Situation dar. Der Durchbruch des Bären lag zu weit im Nordwesten, als dass Sanjan ihn einfach herausführen könnte. Denn bei diesem Versuch würden die Rinder wohl durchgehen. Wenigstens sind Jaresh und seine Männer auf dem Weg, den Rindern eine weitere Fluchtmöglichkeit zu bieten. Sehr gut, aber sie mussten nicht nur schnell sondern auch vorsichtig sein. So ein panisches Rind war mindestens genauso gefährlich wie ein Bär.

Noch einmal kontrolliert der junge Druiden den Sitz des Speeres auf seinem Rücken. In der größten Not musste er ihn so schnell in die Hände nehmen können, auch wenn er eher ungern gegen den Bären antreten würde. „Siola, schließe das Gatter hinter mir.“ Ohne weitere Worte ging er auf das Gattertor vor ihm zu. Er muss so oder so hinein aber wenigstens hatte er einen Plan. Drinnen wollte er nicht sehr lange bleiben, das östliche Gatter war sein Ziel. Dort wollte er durch den Zaun schlüpfen und an ihm entlang nach Norden laufen. Wenn er weit genug oben war, sollte es dann wieder zurück ins Gehege mit dem Bären gehen. Mit Glück könnte er ihn beruhigen und wenn nicht, so war der Durchbruch auch nicht mehr weit.
Mit dem jungen Druiden betrat auch Grimnier das Gatter. Der Wolf hatte respekt vor dem Bären aber seinen Freund würde er nicht alleine lassen.[1]
 1. Ini: Sanjan 4 Grimnir 22
« Letzte Änderung: 22.10.2014, 23:33:15 von Sanjan »

Manik

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Dorwida
« Antwort #27 am: 23.10.2014, 17:35:15 »
Als der Halbling Manik die Hand anbietet, nimmt er an und schüttelt sie, doch bevor er sich vorstellen kann, fängt die Frau schon an zu sprechen. Die offenbar forsche, direkte Art der Halblingsdame bringt ihn zum schmunzeln.
„Sehr erfreut, Jemma, mich nennt man Manik, interessante Sache, die ihr da ansprecht, doch zunächst… was trinkt ihr da?“ Er guckt sowohl Ragnar als auch Jemma kurz abwechselnd an, fährt dann aber sofort, mit dem Finger auf den Humpen seines Gefährten zeigend, an den Barmann gerichtet, fort: „Ich hätte gerne auch was zu trinken“.
Anschließend wendet er sich wieder an Jemma. „Also, was ist das für ein Freund von dem ihr da sprecht?“
« Letzte Änderung: 23.10.2014, 17:35:59 von Manik »

Tarqetik

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Dorwida
« Antwort #28 am: 24.10.2014, 10:22:37 »
Als das Geschrei am Marktplatz die meisten Menschen an sich bindet, stehen abseits der Menschentraube, im Schatten des Vordaches eine Schmiede zwei Menschen. Gestikulierend und feilschend, wird der Wert eines Wetzsteines ausgehandelt. Nach dem Vergleich mit der restlichen Ware, lässt der Verkäufer im Preis nach und gibt dem Käufer eine Münze aus dem gerade eingenommen Geld zurück. Beides, die Münze und der Wetzstein verschwinden in den Taschen des Käufers.
Den Anderthalbhänder in einem Ledergurt über die Schulter geschwungen, verlässt Tarqetik den Schmied und tritt ins Tageslicht des Dorfplatzes zurück.

Die dunkelbraunen, fettigen Haare, durch ein Schweißband am Hinterkopf zusammen gepresst, glänzen im Sonnenlicht. Der Bart ist halbwegs gepflegt und verdeckt kleinere Narben. Der Schuppenpanzer zeigt einige Flickspuren und vereinzelt fehlt schon ein Metallplättchen, wo schon das dunkelgrüne Tuch der Untergewandes zuerkennen ist. Am Gürtel hängen, neben den Handschuhen und ledernen Gürteltaschen, ein Haken an dem ein Eisenhelm baumelt und ein großer Lederbeutel. Die hohen Lederstiefel, sind vom Straßendreck und Abnutzungsspuren geprägt.
Eine Hand über die Augen, um sie vorm Sonnenlicht zu schützen, blickt Tarqetik über den Dorfplatz, um sich einen Eindruck von den Geschehnissen zu machen. Er greift sich den Speer und den Schild, die an einem Holzpfeiler des Vordaches der Schmiede lehnen und stampft Richtung seines braun-weiß gescheckten Pferdes.

Tarqetik befestigt sein Schild am Sattelknauf und schiebt den Speer seitlich unter die Steigbügel. Die Satteltaschen auf der Kruppe des Pferdes befestigt, flattert Tarqetiks Blick auf das Aushängeschild der Taverne. Er greift in eine Tasche und holt die eben vom Schmied erhaltene Münze heraus, schnippt sie in die Luft und fängt sie im Fluge wieder ein und verstaut dieses dann wieder an ihrem Platz. Tarqetik kontrolliert noch einmal die Befestigung seiner Habe an seinem Pferd und marschiert alsdann über den Platz auf die Taverne zu.

Der Gaststube keine Beachtung schenkend, stellt sich der Krieger neben Jemma, nickt dieser zu, während er sein Schwert neben sich an die Teke lehnt. Ein Blick auf die Flüssigkeit in Jemmas Humpen, der mit einem dezenten Schnüffeln quittiert wird, reagiert Tarqetik auf die Gesprächsparnter von Jemma und entbietet diesen ebenfalls ein kurzes Nicken. Ein Fingerzeig an den Schankwirt, mit beiden Händen einen Humpen gestikulierend formend, blickt sich der Krieger in der fast verwaisten Stube um, und spricht, gleichsam an Jemma und sich selbst gerichtet: „So gerne ich meine Zeit auch mit Halblingen und grenzwertigen Met verbringe; wenn wir nicht bald mit der Arbeit starten, wird der Staub in meiner Börse schwerer sein als das Metall in meinen Händen.“
« Letzte Änderung: 24.10.2014, 15:02:54 von Tarqetik »

Khenubaal

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Dorwida
« Antwort #29 am: 24.10.2014, 18:32:02 »
Bei Sanjans Worten nickt Siola. Er sieht in den Augen der jungen Frau, dass sie ob der Situation besorgt ist - um den verletzten Pishu, den sie behandelt; um ihren Onkel, der gerade mit zwei der Feldarbeiter das westliche Tor aufzumachen versucht; und ja - auch um ihn und Grimnir.
   Aus den Augenwinkeln sieht der Druide, dass Jaresh und die beiden Männer bald das Tor zum westlichen Gehege erreichen werden. Danach müssen die Männer aber noch rein, bis zum anderen Tor vorstoßen und dieses aufmachen.
   Dies wissend setzt Sanjan seinen Fuß in das Gehege. Zuächst scheint der Bär keine Notiz von ihm zu nehmen; er macht noch einige Schritte und Siola hinter ihm macht das Gattertor wieder zu und bindet es mit einer Kette fest. Da will der Druide sich weiter zum östlichen Tor aufmachen, doch anscheinend kommt er dem Bären dabei zu nahe. Plötzlich richten sich die Augen des mächtigen Tieres auf den Druiden und er brüllt ihn an. Danach wendet sich das Tier mit dem ganzen Körper dem neuen Eindringling zu, richtet sich drohend auf den Hinterbeinen auf, um noch einmal zu brüllen und dann mit den Vorderbeinen hart auf dem Boden zu landen und diesen zu erschüttern. Offensichtlich ist das eine Drohgebärde - und sie zeigt Wirkung, indem sie Grimnir provoziert. Der Wolf heult den ungleichen Gegner ebenfalls an und entblößt instinktiv die Reißzähne, aber er bleibt an der Seite von Sanjan.
   Dieses ganze Spiel hat jedoch etwas Gutes - Sanjan bemerkt, dass der Bär, nun mit ihm als neuen Fixpunkt, von den Rindern abgelassen hat. Diese sind immernoch aufgeregt, gehen aber nicht durch. Vielleicht verschafft die Einmischung des Druiden Jaresh, Edgar und Balon die nötige Zeit, um das Tor aufzuschließen und die Tiere herauszulassen.
   Allerdings kann Sanjan seinen ursprünglichen Plan, bis zum östlichen Gattertor zu laufen und dann weiter gen Norden, nun zunächst nicht umsetzen. Der Bär würde ihm den Weg abschneiden oder eventuell durchgehen und die Verfolgung aufnehmen. Es bieten sich nun mehrere Alternativen - kämpfen? Einen Versuch unternehmen, das Tier mit seinen Fertigkeiten zu beruhigen? Versuchen, ihn weiterhin abzulenken, in der Hoffnung, dass er nicht durchgeht und angreift? Oder der Rückzug durch das südliche Tor - Siola steht bereit, um es rasch aufzuschließen. Eins ist klar - um Jaresh und seinen Männern die nötige Zeit zu verschaffen, die Herde hinauszuführen, braucht es noch etwas noch ein paar Minuten.
   Plötzlich hört er ihre Stimme hinter sich. "Lidur kommt mit den Bögen zurück. Wir versuchen, dir Deckung zu geben." Eine gute Nachricht - auch wenn auf die Schießkünste der Feldarbeiter nicht unbedingt Verlass sein dürfte.

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