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Autor Thema: Teil I: Die Frostblume  (Gelesen 30404 mal)

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Ksynthral

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Teil I: Die Frostblume
« Antwort #225 am: 22.08.2016, 22:55:16 »
Oben auf dem Dach konnten sie die Leibgardisten Befehle brüllen hören. Ritter Goldklee tobte in seinem Zimmer und die Söldner atmeten schwer. Der Feind war bezwungen. Vor ihnen lag die Leiche ihres Auftraggebers - Ritter Goldklee. Oder zumindest jemand der so aussah wie er.

Unter dem blutroten Nachtgewand schien sich etwas zu regen. Unmerklich. Der Brustkorb des Ritters fiel langsam in sich zusammen. Die Arme wurden knochiger. Das Haar fiel vom Haupt. Die Züge des Gesichts, ausgemergelt, blass. Die Hautfarbe fahl. Die Augen traten weit in den Schädel hinein, grau. Der Mund zu einer dürren Fratze verzogen. Die Verwandlung schien abgeschlossen: Der Tod hatte den Bann gebrochen.

Glücklicherweise blieb das Wesen tot. Aber so etwas hatten die drei Söldner noch nie zuvor gesehen. Zumindest schienen sie den richtigen Ritter getötet zu haben.
« Letzte Änderung: 22.08.2016, 22:59:51 von Ksynthral »

Nam-Ray

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Teil I: Die Frostblume
« Antwort #226 am: 25.08.2016, 10:50:17 »
Nam-Ray löste sich aus seiner starre und stürzte zu Welp. Er musste ihm helfen, dringend. Seine flammende Hand erlosch im Lauf und legte sich warm auf den verletzten Gefährten. Nam-Ray versuchte an Ort und Stelle seinem Freund zu helfen so gut es ging.[1]
 1. Heilkunde: 15

Navanolan

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Teil I: Die Frostblume
« Antwort #227 am: 26.08.2016, 14:23:48 »
Navanolan zog eine schmerzerfüllte Grimasse. Der Angreifer war besiegt, aber für welchen Preis? Die tiefen Stiche in seinem Fleisch würde der Ritter, ja die ganze Situation nicht zu würdigen wissen.
Der Elf keuchte, gab sich einen kleinen Anstoß und lief zu den zusammengefallenen Resten des Angreifers hinüber. Mit seinem Schwert schnitt er das Nachthemd entzwei und betrachtete, was sich darunter verbarg. Was war das?
Erst jetzt erkannte er Welp, der scheinbar Tod auf dem Boden lag, Blut in seinem struppigen Fell.

Kann ich euch helfen? trat er an Nam-Ray heran, der neben seinem Gefährt auf dem Boden kauerte.
« Letzte Änderung: 26.08.2016, 14:24:08 von Navanolan »

Kaelsos

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Teil I: Die Frostblume
« Antwort #228 am: 26.08.2016, 16:58:06 »
Mit einem abschätzigen Blick beobachtete Kaelsos die Transformation des Gegners. Der unwirkliche Anblick erinnerte ihn an eine Überlieferung aus einem uralten Buch, welches er vor vielen Jahren im Kloster gelesen hatte[1]- zumindest solange bis ihn einer der Priester mit dieser ungeheuerlichen Lektüre erwischte. Er versuchte sich zu erinnern..

Dann tauchte der Schmerz wieder auf. Der falsche Ritter hatte ihn zwar schwer verwundet, aber keine überlebenswichtigen Organe verletzt. Er brauchte viel Ruhe, aber es würde gehen. Nam-Ray versorgte Welp bereits. Bevor er sich jedoch selbst zurückziehen konnte, gab es noch einige Dinge zu klären.

Schafft Goldklee hier runter! rief er zum Dach hinauf. Unmut brodelte in ihm. Er wollte Antworten.
 1. Wissen Arkanes: 19

Ksynthral

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Teil I: Die Frostblume
« Antwort #229 am: 28.08.2016, 11:58:28 »
Nam-Ray verband die Wunden Welps mit Fetzen seines Gewands. Es war zerissen durch die Angriffe des falschen Ritters. Und er konnte es sinnvoll einsetzen. Seine Fertigkeiten reichten aus um den Blutfluss zu stillen. Die Atmung des Wolfes beruhigte sich. Aber er bewegte sich immer noch nicht. Lag bewusstlos, aber stabil. Der Tiergefährte war gerettet.

Navanolan wusste nicht was das für ein Wesen war. Der blutverschmierte Körper offenbarte ihm auf den ersten Blick keine weiteren Informationen. Knochiges Etwas, das etwas Anderes gewesen war. Was die Hügel des Nordens nicht alles für Überraschungen bereithielten. Besser - für Gefahren.

Die Leibgarde reagierte sofort auf Kaelsos Ruf. Sie kletterten zurück ins Zimmer. Sahen ein, dass die Söldner die Situation unter Kontrolle hatten. Von Goldklee war kein Laut zu hören. Dann ein Scheppern, Schritte und gemeinsam mit ihrem Anführer traten zwei Leibgardisten um die Ecke. Sie blieben in einigem Abstand stehen. Goldklee hob zitternd die Hand - er hatte inzwischen seine Rüstung angezogen und war bewaffnet:

"Was bei allen guten Göttern ist das?"

Nam-Ray

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Teil I: Die Frostblume
« Antwort #230 am: 29.08.2016, 23:20:54 »
Nam-Ray hörte Navanolan kaum ob der Sorge über seinen Freund. Als die Worte jedoch endlich einen Weg in sein Hirn fanden, wannte er sich an den Elfen

Habt Dank. Ich werde als bald darauf zurück kommen. viel seine Knappe, brüchig auf Elfisch formulierte Antwort aus. Der echte Ritter hatte die Truppe erreicht und Nam-Ray schaute ihn finster an. Seine Aufmerksamkeit galt seiner Wut, welche er auf die Ritter entsandt. Sich selbst vermochte er in diesem Moment nicht die Schuld zu geben, ob gleich er zu lange untätig herum gestanden hatte. Diese Erkenntnis würde sich erst später in sein Hirn und Herz bohren. Jetzt wollte er wissen, was hier los war.
Als er sich versichert hatte, dass Welp vorerst außer Gefahr war, stand er auf und schaute den Ritter weiter finster an.

Wir hofften ihr könntet uns dies beantworten. sprach er im bemüht ruhigen Tonfall.

Ksynthral

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Teil I: Die Frostblume
« Antwort #231 am: 30.08.2016, 08:14:38 »
"Nein. Kann ich nicht."

Stotterte Goldklee verdutzt über den Nachdruck mit dem Nam-Ray seine Frage formuliert hatte. Wiederholte sich:

"Nein. Ich wurde aus dem Schlaf gerissen. So wie ihr vermutlich. Und angegriffen. Das da - ",

er zeigte auf das fremdartige Wesen am Boden.

"Hat sich meiner Gestalt bemächtigt - oder nicht? Ihr seid doch magisch begabt: Kennt ihr solche Bestien nicht? Ich habe so etwas noch nie gesehen."

Er schüttelte den Kopf. Unwissend, oder zumindest gut schauspielernd.

"Eine Verschwörung...",

murmelte er und hob langsam den Kopf - blickte die Söldner an.

Kaelsos

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Teil I: Die Frostblume
« Antwort #232 am: 30.08.2016, 22:56:34 »
Es ist ein Gestaltenwandler.. unterbrach Kaelsos. Ihr könnt Euch sicher bereits denken, wo ihre Talente liegen. Er wandte seinen Kopf zu Goldklee und blickte ihm eindringlich in die Augen. Der hier wollte vermutlich noch nicht mal den großen Auftritt haben, welchen er bekommen hat. Dieses mal hatten wir mehr Glück als Es.

Er konnte den Wahnsinn in des Ritters Augen nicht ausstehen. Seine Hand verkrampfte und schmerzte noch von der Wucht des tödlichen Hiebes. Sehr wahrscheinlich angeheuert... schlussfolgerte er. Er wollte Goldklee die Möglichkeit zum Reden geben. Der Unmut in ihm wuchs.

Nam-Ray

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Teil I: Die Frostblume
« Antwort #233 am: 01.09.2016, 19:05:47 »
Nam-Ray hatte sich von dem Ritter abgewandt und wieder seinem Freund zu gedreht und zu ihm gebügt. Das Geschwafel gefiel ihm nicht. Er war sich in keinster Weise sicher, ob der Ritter log oder wirklich keine Ahnung hatte, welches Unheil sie hier traf, doch des Respektes diesem Menschen gegenüber war er überdrüssig und drehte ihm lieber den Rücken zu, als noch ausfallender zu werden. Langsam kroch die Erkenntnis in ihm hoch, selber zu wenig getan zu haben, um seinem Freund zu helfen, doch Selbstmitleid und Vorwürfe brachten ihn nun nicht weiter. Außerdem bot der Ritter eine vorzügliche Zielscheibe der Wut.

Als Kaelsos sprach wandte er sich zu ihm und ertappte sich dabei diesem Weggefährten immer mehr zu vertrauen. Doch tiefer konnte er nicht über seine Beziehung zu diesem neuen Mitstreiter reflektieren da sich seine Wut und Angst über mögliche weitere Angriffe immer mehr einen Weg zur vollen Präsens seiner Aufmerksamkeit bohrte. Er Kanalisierte sie in Neugier.

Was könnte dieses... Wesen angeheuert haben? fragte er mit etwas ruhigerer Stimme in die gesamte Runde, jedoch innerlich eigentlich nur an Kaelsos und vor allem den Ritter gewandt.

Navanolan

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Teil I: Die Frostblume
« Antwort #234 am: 09.09.2016, 22:05:23 »
Navanolan verzog das Gesicht beim Betrachten des toten Körpers. All seine Glieder schmerzten. Die Stiche des Gestaltenwandlers, wie Kaelsos ihn genannt hatte, bluteten stark, doch der Schmerz durchzog seinen gesamten Leib.

Den Ausführungen der Anderen hörte er halbherzig zu. Warum sollte man sich in die Gestalt des Ritters verwandeln? Worin lag der Mehrwert, wenn man doch nur Nachts über die Dächer der dunkel daliegenden Häuser wandelt. Navanolan wollte sich noch keinen Reim darauf machen. Sollten die anderen sich darüber den Kopf zerbrechen. Lange würde er schon nicht mehr beim Ritter Goldklee unter Lohn stehen müssen.

Der Elf zog seine Pfeile aus dem toten Körper und begutachtete sie sorgfältig. Leider war nur noch einer zu gebrauchen, den anderen zerbrach er und warf ihn achtlos hinter sich.

Kaelsos

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Teil I: Die Frostblume
« Antwort #235 am: 10.09.2016, 22:35:47 »
Die eigentliche Frage wäre doch eher warum? antwortete der Kleriker. Was motiviert einen Gegner dermaßen? Das Verlangen nach Blutsteinen? Wohl kaum... Er wollte wissen was hier vor sich ging. Ich sorge mich um das Wohlbefinden unseres ehrenwerten Ritters. Die unglaubwürdige Ernsthaftigkeit in seinem Tonfall würde nur einem Dummkopf entgehen.

Seit seiner kurzen Anwesenheit hatte Kaelsos das auffällige Verhalten des Ritters bemerkt. Dieser war weder auf irgendeine Weise beschränkt, noch ein Irrer. Vermutlich stecke deutlich mehr dahinter, als die Söldner zu registrieren vermochten. Er wandte seinen Blick abermals zu Goldklee.[1]
 1. Motiv erkennen gg. Goldklee (Vertrauenswürdigkeit/ Verzauberung) 13

Ksynthral

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Teil I: Die Frostblume
« Antwort #236 am: 11.09.2016, 13:08:25 »
Goldklee zuckte zusammen. Der Glanz seiner Augen erlosch. Es wurde ruhig.

"Ich weiß wovon ihr sprecht, Kaelsos. Davon habe ich schon einmal gehört. Fürwahr - angeheuert. Das klingt logisch."

Er wischte sich das Haar aus der einst so stolzen Stirn:

"Aber wieso verdächtigt ihr mich irgendetwas mit dieser - Sache - zu tun zu haben. Ihr habt mir gerade eben das Leben gerettet. Dafür danke ich euch!"

Er winkte der Leibgarde zu. Ein Lederbeutel voller Münzen landete klimpernd vor Kaelsos Füßen.

"Ist es nicht an euch herauszufinden wer das Wesen hier angeheuert hat? Blutsteine hin oder her. Hier an der Gruft ist alles anders."

Seine Stimme zitterte. Obwohl Kaelsos ihn nicht zu durchschauen vermochte: Jeder konnte spüren, das hier etwas nicht stimmte. Aber wollte Goldklee nicht reden, oder konnte er nicht. Oder aber - irrten sie sich schrecklich?

"Jemand der unsere Reise gefährdern will, natürlich. Und unser - Wohlbefinden."

Kaelsos

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Teil I: Die Frostblume
« Antwort #237 am: 23.09.2016, 01:17:37 »
Mit der rechten Hand stütze sich der verwundete Kleriker kurz auf dem Knie ab, um nach dem Beutel zu greifen. Er klemmte ihn kurzerhand an einem Riemen und warf den Anderen einen vielsagenden Blick zu. Der Erlös würde später aufgeteilt werden.

Ich verdächtige Niemanden, solange wir keine konkreten Hinweise haben.
Er kniff die Augen zusammen.
Jedoch werdet auch ihr einsehen, dass jede Information den Unterschied zwischen Erfolg und Niederlage, Überleben und Tod ausmachen wird.
Seine Gedanken hefteten sich an ein Bild von Bryndis blutigem Leichnam. Er schüttelte ihn ab.
Zwei Nächte und zwei Angriffe auf unsere Unternehmung? Wer auch immer dahinter steckt meint es außerordentlich ernst! Weitere Verluste sind in Eurem Sinne nicht tragbar.
Die Stimme des finsteren Schattens schallt durch seinen Kopf. Der Irre Blick des Gestaltenwandlers bohrte sich tief in seine Seele. Kaelsos schüttelte sich unmerklich.
Wenn ihr etwas wisst.. er neigte respektvoll seinen Kopf ..so bitte ich euch, euer Wissen mit uns zu teilen.[1]
 1. Goldklee Überreden 11
« Letzte Änderung: 23.09.2016, 01:20:31 von Kaelsos »

Nam-Ray

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Teil I: Die Frostblume
« Antwort #238 am: 28.09.2016, 15:42:31 »
Nam-Ray hockte wieder neben seinem Weggefährten und täschelte ihm den Kopf. Dieser atmete ruhig und gleichmäßig, aber sein Körper zitterte Leicht. Nam-Ray horchte dem Gespräch aufmerksam zu und betrachtete Navanolan bei seinem Tun. Er hoffte inständig, dass Kaelsos Erfolg haben würde, dem Ritter etwas zu entlocken. Für ihn war sicher, dass dieser mehr wusste als er zugab, doch er wollte sein eigenes Gesprächsglück nicht heraus fordern, dafür war er innerlich zu aufgebracht.

Ksynthral

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Teil I: Die Frostblume
« Antwort #239 am: 30.09.2016, 00:13:11 »
Der Ritter blickte Kaelsos etwas länger an als vielleicht nötig. Atmete tief durch, dann sagte er:

"Fürwahr, da mögt ihr Recht haben. Aber für heute ist genug. Ich fürchte ihr solltet weiter eurem Auftrag nachgehen, wenn wir in einer solchen Gefahr schweben! Mit etwas mehr Aufmerksamkeit vielleicht."

Auf seiner Stirn konnte Kaelsos die Adern pochen sehen. Der Ritter schien sich nicht wohl zu fühlen.

"Ihr sprecht nicht unklug. Ich will mit euch reden - nur mit euch. Kommt morgen früh auf mein Zimmer. Ich werde die Leibgarde informieren. Dann fragt was ihr wissen wollt."

Er machte eine einladende Geste mit der Hand. Unscheinbar.

"So, und jetzt entschuldigt mich, ich werde mich zur Ruhe legen. Und hoffe auch, dass es dabei bleibt."

Der Ritter machte Anstalten sich wieder ins Haus zu bewegen. Und kurz darauf wurde es ruhig um die drei Söldner und den schwer verwundeten Welp.

Die Nacht war finster und kalt.
« Letzte Änderung: 30.09.2016, 00:14:04 von Ksynthral »

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