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Autor Thema: Musa, mihi causas memora, quo numine laeso  (Gelesen 10040 mal)

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Cei Maiante

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Musa, mihi causas memora, quo numine laeso
« Antwort #15 am: 25.01.2015, 17:48:37 »
An was für eine trostloses Stück Land waren sienur gespühlt worden. Hatte Neptun ihnen doch nicht geholfen sondern sie nur nicht in sein Nasses grab ziehen wollen? Sollte jetzt ein anderer Gott sie haben? Charis umgriff seinen Speer fest. Auf den ersten Blick war es aussichtslos, aber so einfach wollte er sich nicht geschlagen geben. Er brachte Thémis und die meisten ihrer Sachen zu einer alten Frau, welche auf die Kinder aufpasste, während ihre Eltern weitere Sachen die Klippe hoch brachten. Nach einigen Worten, hatte er ihr Thémis anvertraut. Seinem Bruder schien dies aber nicht zu gefallen. Er schnappte sich die Hand seines Bruders und blickte hinauf. Tröstend legte dieser ihm seine freie Hand auf den Kopf. „Ich … ich muß gehen, mein kleiner Bruder.“ Bei den Worten versuchte Charis aufmunternd zu lächeln auch wenn ihm nicht danach war. "Keine Sorge ich verspreche dir, ich komme wieder. Ich lasse dich nicht allein.“ Nachdem er sich gelöst hatte, wendete er sich rasch um und schritt auf Trios zu. Dabei murmelte er ein Gebet zu Apollon, dass er auf seinen Bruder aufpassen möge.

Als Trios in Hörweite war, erhob er seine Stimme. „Ich werde dich auch begleiten.“ dabei kam er näher und legte seine linke Hand auf die Schulter von Trios. So als würde er ihn umarmen, beugte er sich vor. Doch war es nur eine leichte Umarmung, denn der Medico überbrachte die schlechte Nachricht mit den Heilersachen. „Fast alle Kräuter sind nicht mehr da oder zu gebrauchen. Wir können nur noch wenige behandeln und dann haben wir neben Hunger und durst noch ein weiteres Problem.“ Als er sich löste, lächelte er Trios gezwungen an. „Wenn du erlaubst werde ich wie die Frau da mir schon mal einen Überblick verschaffen.“ Mit dem Kopf deutete er auf Iliana die gerade das alte Flussbett untersuchte.

Dann ging er auch schon ein paar Schritte weiter. Ließ Trios und Iphitos auf andere Kunschafter warten. Sein Blick schweifte über die Landschaft. Er suchte nach Landmarken oder anzeichen von Pflanzen. Etwas musste es hier doch geben.[1] Nachdem er sich einen Überblick verschafft hatte, und so noch Zeit war, ging er in die Hocke. Sein Blick wanderte über den kargen Boden. Vielleicht fand er Anzeichen von Pflanzen oder eine Fährte. Irgendetwas musste es doch hier geben. Etwas das als Medizin oder essen taugte.[2]
 1. Wahrnehmung 27
 2. Überleben 26
« Letzte Änderung: 25.01.2015, 17:49:35 von Charálampos »

Aristeas

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Musa, mihi causas memora, quo numine laeso
« Antwort #16 am: 27.01.2015, 10:14:44 »
Unsicher blickt sich der Sohn des Mars um. Blickte auf die niedergeschlagenen Mienen der überlebenden Trojaner- und auf den tiefen Ausdruck der Resignation, der in vielen  von ihnen stand. Aristeas weiss dass er kein Späher ist- nie einer gewesen ist, sondern der Sohn einer Fischerin und der Ziehsohn eines Schmiedes, der vermutlich noch heute auf der Schmiede Eisen in Form hämmern würde, wäre sein Vater nicht der Kriegsgott gewesen...

Manchmal sehnt er sich zu diesen einfachen Tagen am Amboss zurück- aber heute hat er diese Wahl nicht. Heute muss er wieder mit gutem Beispiel vorrangehen. Die Männer inspirieren- und sich beweisen, wie an jedem Tag. "Wir werden doch wohl ein paar Hölzer finden können um uns um ein Schiff zu kümmern. Wir haben gerade den Zorn des Neptun erlebt, der versucht hat uns zu töten. Wir sind aus einer brennenden Stadt entkommen, lebend. Da wird es doch wohl ein Leichtes sein, ein bisschen Baumaterial und Nahrung zu finden, oder?"

Seine Worte sollen aufmunternd klingen. Aufbauend. Aber es ist schwer, aufmunternd zu klingen wenn man sich selbst nicht vertraut.[1] Also versucht er, es durch praktische Nützlichkeit auszubügeln. Lässt seine Sinne über die Umgebung wandern[2]- den Helm immer noch unter den Arm geklemmt, den Speer und den Schild lässig in einer Hand.
 1. Charisma (oder Bluff) 13
 2. Wahrnehmung 26 mit nat. 20
« Letzte Änderung: 28.01.2015, 13:20:28 von Aristeas »

P. Vergilius Maro

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Musa, mihi causas memora, quo numine laeso
« Antwort #17 am: 30.01.2015, 09:09:23 »
Einsam und verloren, zurückgelassen ohne ein Spur von Hoffnung oder eine Hoffnung auf Hilfe, schweiften erschöpfte Augen über das Land. Kein Zeichen von Bewegung zwischen den leblosen Erdschollen, alles ist gefüllt von trister Leere. Ohne einen anderen Weg machten die Trojaner sich auf, ließen die Ihren zurück, entschlossen in dieser Trotlosigkeit irgendetwas zu finden.
Der einzige Pfad, der sich auftat, war das Flussbett, seines Wassers beraubt, und lange blieb die Wanderung ohne Ereignis und ohne ein Ziel. Doch dann entdeckten Sie, was einst eine Insel im Fluss, jetzt ein Hühel im Staub war. Und auf diesem Hügel, erhob sich die erste Pflanze, in diesen toten Landen. Einst war es ein majestätischer Baum, seine Wurzeln gruben tief in die Erde, reichten bis hinab zu den Schätzen des Pluto und seine Wipfel ragten empor, grüne Gehege für die geflügelten Vögel. Seine Rinde war damals leuchtend braun, sein Duft süß wie Honig.
Doch nichts war geblieben von all dieser Pracht. Wie die Finger eines Greises, dessen Hände jeder Kraft verloren haben, klammerten sich die Wurzeln an den Boden. Kein Vogel baute sein Nest zwischen den blattlosen Zweigen, die sich wie Dornen gen Himmel streckten. Grau war die Rinde und der Geruch von Tod und Verwesung, wie er einst über den Gestaden Pergamums gelegen hatte, nachdem Hektor den Menoitiden gefällt und die Danaer ins Meer zurückgetrieben hatte.
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Merope

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« Antwort #18 am: 30.01.2015, 22:02:46 »
Merope hatte sich dem kleinen Erkundungstrupp angeschlossen, einem Impuls folgend, der wohl zum Einem ihrer natürlichen Neugier zuzuschreiben war, zum Anderen aber wohl auch ihrer geringen Begeisterung für Arbeiten, die beim Aufbau eines Lagers anfielen. Also hatte sie sich ihre Rüstung übergeworfen, ihren Bogen genommen und sich den Kriegern um Trios und Aristeas angeschlossen ohne um Erlaubnis zu bitten oder eine Antwort zu erwarten.

Langsam bereute sie ihren Entschluss jedoch. Noch nie hatte sie etwas so langweiliges wie das hier erleben dürfen. Das Land war eine leere Ödnis, die sich vor allem durch die Abwesenheit von allem anderen auszeichnete. Nach kurzer Zeit trabte Merope unachtsam hinter den anderen her, in Gedanken verloren leise eine Melodie vor sich her summend, als plötzlich alle stehen blieben und sie dadurch beinahe mit Charis zusammenstieß.

Vor ihnen erhob sich ein kleiner Erdhaufen, der von einem seit langer Zeit toten Baum gekrönt war. Verständnislos und stirnrunzelnd sah Merope ihre Begleiter einen nach dem anderen an und blickte dann zu dem Gewächs, dass sich einem gebrochenen Knochen aus einer Wunde gleich aus dem Erdreich schälte.

"Warum halten wir, hier gibt es doch nichts zu sehen? In dem Baum dort steckt weniger Leben als in dem Holz unseres Schiffes." murrte sie um dann verbittert fortzufahren "Als wir aufbrachen war mein Herz noch voller Freude ob unseres Überlebens. Doch nun finden wir uns an einem derart kargen Ort wieder, und es scheint je weiter wir gehen nur noch mehr Staub zu geben."  Frustriert warf sie ihre Arme nach oben und setzte sich an den Hang direkt unterhalb des Baumes. Sie verschränkte die Arme vor dem Bauch und blickte Trios als auch Aristeas an, die sie als die Anführer dieses Unternehmens ansah. Die Frustration wich ein wenig aus ihrer Miene, jedoch war leicht zu erkennen, dass sie lediglich der aufkommenden Angst wich "Was, wenn das hier so weitergeht?" Doch Merope wagte es nicht ihre Gedanken auszusprechen. Wenn sie diese Frage stellen würde, dann müsste sich auch fragen, warum die Götter ihnen solch ein Schicksal sandten und darauf gab es lediglich eine Antwort, die sie nicht hören wollte.

"Also was nun?" fragte sie stattdessen "Gehen wir weiter den Fluss entlang oder versuchen wir es mit einer anderen Richtung?"
Ein Weib ist allmächtig. Wehe dir, wenn sie mit ihren schwachen Händen in die Räder deines Schicksals greift: zitternd wirst du zum Stillstand kommen! -Georg Weerth

Iliana

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« Antwort #19 am: 31.01.2015, 18:34:33 »
Iliana war, als die kleine Schar sich aufmachte, den Fluß entlangzuwandern, vorgelaufen. Sie blieb stets in Sicht- und Rufweite, doch war sie doppelt so schnell wie ihr Bruder. Sie lief das Ufer des Flusses entlang und wich immer wieder für eine kurze Strecke zur Seite ab, wenn der Abstand zu den anderen zu groß wurde. So kam sie als erste bei dem Baum an und wartete am Stamm stehend auf den Rest. Sie nutzte die Zeit, in zu untersuchen[1] und nachzusehen, ob er erklimmbar wäre[2]. Sie wollte die Aussicht nutzen, um weitere Landmarken ausfindig zu machen[3].
 1. Wissen Natur 21, Überleben 14
 2. Klettern 19
 3. Wahrnehmung 24

Triophthalmos

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Musa, mihi causas memora, quo numine laeso
« Antwort #20 am: 01.02.2015, 18:46:55 »
Der Krieger mit dem Pferdehelm hatte nickend jedes Angebot, ausgesprochen oder unausgesprochen, begrüßt und bekräftigt. Es war ein gänzlich fremder und karger Ort und nur sich selbst in scheinbar endloser, langweiliger, trister, enervierender Tristesse und Ödnis zu haben, war selbst für einen Mann wie Trios, der in Zeiten der Krise die Einsamkeit so sehr schätzte, untragbar. Dieser berühmte, seelenrüttelnde Unterschied zwischen Ruhe, die angenehm und gewollt war, und Stille, die unerträglich und zerstörerisch war. Und so war er sogar froh, dass Aristeas sich ihnen anschloss, und der Krüppel, der ihm unmoralisch schien, wie die stumme Frau, die immer voranlief, als wäre sie besser zum Kundschaften geeignet, zumindest bis sie den ersten Zyklopen traf. Und so war es nicht an ihm, seine Gefährten zu bemessen, und ihnen zu sagen, wie sie zu folgen oder wohin sie zu treten hatten. Die Phase der Führerschaft, die in ihm aufkam, war so schnell beendet, wie sie aufkam. Nichts mehr als eine kurze Dünung der Wellen in der See der Gleichgültigkeit. Die Ödnis des Ortes färbte auf Trios ab und er fühlte sich in der sandig-steinigen Leere verloren und zusätzlich zur schweren Reise ermattet.

"Den Fluss hinab.", antwortete Trios schnell und zuerst kurz angebunden, während er den Baum nur knapp beachtete. Ein flüchtiger Blick, eine Einordnung, was dies einstmals für ein Baum gewesen war. Ein genauerer Blick auf den Boden, ob er starke Spuren von Bimsstein oder ähnlichen fand, ein Zeichen dafür, dass Vulcanus sich dieses Ortes als Amboß bedient hatte[1]. Sein Wissen reichte aus, zu wissen, welche Pflanzen in welchem Terrain wuchsen, zumindest die häufigsten Pflanzen, allerdings hatte er nie besonders viel Ahnung von ihren Eigenschaften gehabt. Sorge würde ihm dementsprechend nur machen, wenn es eine Zypresse, der Baum der Unterwelt, war. Nichts wäre ein schlechteres Omen für ihre weitere Reise.

Triophthalmos blickte wieder zu Merope. Er sah in ihr die selbe Tristesse, in ihren Worten denselben Ausdruck, den er auf seiner Seele lasten fühlte. Das Nichts war erdrückend, und kaum gelang es einen Gedanken zu fassen, der einen aus dieser Trostlosigkeit entreißen konnte. Er musste klarer antworten. Worte musste diese unerträgliche Breiigkeit des Seins in diesen gähnenden Momenten aufrütteln, und war es nur für einen Augenblick. "Wir sollten dem Flussbett weiter bis zur Quelle folgen. Es wird uns mindestens an einen Ort führen, an dem wir das Land überblicken können. Vielleicht haben die Götter zumindest einen grünenden Strauch an diesem oberweltlichen Tartarus versteckt."

Dann wartete Trios ab, ob die anderen sich noch weiter mit dem Baum beschäftigen wollten, oder ob sie wie Iliana schon fortgingen und sich langsam von der Gruppe trennten. Trios blickte dabei zu Charis, musternd, ob er in dessen Augen auch sehen konnte, dass er langsam an der Öde verzweifelte. Aus Gewohnheit versuchte er seinem besten Freund ein aufmunterndes Lächeln zu schenken. Er selbst könnte ähnliches zumindest gerade gebrauchen.
Wenn sich keiner weiter um den toten Baum scherte, führte er die Gruppe weiter das Flussbett entlang.
 1. Wahrnehmung 14 und Wissen (Geographie) 16
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P. Vergilius Maro

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« Antwort #21 am: 01.02.2015, 20:56:03 »
Doch bevor die Dardaner dem Pfad folgen konnten, den der Krieger mit dem Pferdehelm vorgegeben, erklang eine Stimme. Nicht mehr als ein Flüstern und doch zu hören. Sie dringt aus dem Holz selbst, das knöchern und tot gen Himmel ragt. Klagend ist sie und doch irre von einem Wahn: "Wo issst ess? Ich erinnere mich noch an ess. Einssst war esss hier, flossss um mein Heim, hielt mich am Leben. Warum ist esss fort? Wohin ist esss gegangen. Bringt esss mir zurück. Bringt esss her, ich brauche esss. Ohne esss vergehe ich sssterbe ich. Wo issst esss? Bringt esss her."
Erst jetzt auf den zweiten Blick wurden die Trojaner gewahr, welchen Ursprung dieses Stimme hatte. Zwischen der brüchigen Rinde blickten Augen hervor. Kalt und gefüllt von Hass. Zorn und Wahn standen auf dem Gesicht, das einstmals schön gewesen sein mag. Zarte Züge waren verzerrt. Sanfte Augen gefüllt von Wut. Langsam und doch bestimmt schälte sich die dürre Gestalt aus der Rinde. Ebenso ausgemergelt wie der Baum war sie, kaum mehr als ein Schatten ihrer selbst. Und doch war sie sich ihrer Umgebung bewusst. Ihre Augen huschten von einem Gesicht zum nächsten und ihr Flüstern drang an die Ohren der Dardaner: "Wo issst esss? Bringt esss mir!"
« Letzte Änderung: 02.02.2015, 08:45:41 von P. Vergilius Maro »
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Cei Maiante

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« Antwort #22 am: 01.02.2015, 21:55:47 »
Wie auch den anderen machte diese Tristes Charis zu schaffen. War sein Blick neben der Erschöpftheit noch wach und suchend, so ebbte es mit der Zeit ab. Schließlich sah er nur Steine, Sand und noch mehr Steine. Sicher, einige konnten bestimmt zum heilen verwendet werden aber ohne Nahrung und Wasser sah es eher schlechtaus.

Als sie den Baum erreichten und Merope fast mit ihm zusammengestoßen war, blickte er die Frau finster an. Sie hatte wohl einen Spaziergang durch die königlichen Gärten erwartet oder sonst etwas. Jedenfalls verhielt sich so. Doch aufgeben wollte er nicht. Das reine Vorhandensein des Baumes erfreute Charis Augen. Es zeigte, dass es neben dem Wasser des Flusses auch Natur auf dieser Insel gegeben hatte. Etwas was sie so eindeutig bis jetzt noch nicht vor Augen hatten. Wenn die Götter diese Insel nicht verflucht hatten, so würde wohl Trios Recht behalten. Die Quelle war ein lohnendes Ziel. Müde, aber noch mit reichlich willen nicht aufzugeben erwiderte er den Blick und das Lächeln seines Freundes. Sie waren noch nicht am Ende und es war zu früh aufzugeben.

Gerade als er weiter gehen wollte, erklang die leise Stimme. Plötzlich war er wieder Wach, fühlte nicht mehr den anfangenden Schmerz in den Füßen oder die Stellen wo seine nassen Kleider gescheuert hatten. In Kampfbereiter Pose blickte er sich um, irgendwo musste doch die Quelle der Stimme sein. Die Quelle, welche so sehr nach dem Nassen Glück forderte. Dann realisierte er, dass der Baum, etwas am Baum sprach. Dass sich aus dem Holz ein Wesen schälte. „Eine Dryade.“ Entfuhr es ihm. Dabei machte er einen guten Satz nach hinten. So ein ausgemergeltes Wesen zutreffen, war nicht gut. Da könnte auch gleich eine Harpyie vor ihnen auftauchen. Denn wer könnte schon sagen, was es in seiner Verzweiflung, seinem Hunger tat und auf welche Ideen es kommen mochte.

Iliana

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Musa, mihi causas memora, quo numine laeso
« Antwort #23 am: 03.02.2015, 19:48:30 »
Iliana hatte gerade festgestellt, dass klettern wohl gut möglich ist, als die Stimme erklang. Sie trat einen Schritt zurück und beobachtete neugierig das Geschehen. Furcht schien der Baumgeist nicht zu wecken, stattdessen gab sie einen leisen, langgezogenen Ton von sich: Mitleid vielleicht? Sie neselte ein wenig an ihrem Gepäck und löste ihren Wasserschlauch. Charálampos Ausruf ließ sie zusammenzucken und sie sah zu ihm herüber, den Kopf leicht schräg. Als die Blicke sich trafen, wandt sie sich wieder dem Baumgeist zu. Sie zeigte kurz ihren Wasserschlauch vor, dann fing sie an, ihn auf das Wurzelwerk auszugießen. Sie wanderte um den Baum herum und goß immer wieder ganze Schlauchfüllungen auf die Insel und das Wurzelwerk. Ihr Gefäß schien nicht leer zu werden.[1]
 1. wiederholte Anwendungen Waser erschaffen

Iphitos

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Musa, mihi causas memora, quo numine laeso
« Antwort #24 am: 03.02.2015, 20:45:55 »
Hinkend erreicht Iphitos den Baum als letzter, gerade als die Dryade ihren Unterschlupf verlässt.
"Keine Angst, Dryaden sind nicht bösartig solange man nicht sie oder ihre Bäume bedroht.
meint er zu Charis als der zurückweicht.
Er ist nicht überrascht als Iliana der Nymphe zu trinken gibt, schließlich ist Dryade eine wenn auch sehr entfernte  Verwandte und als Nymphe des Waldes besonders der Diana verbunden.[1]
"Wir sollten herausfinden was mit dem Fluss passiert ist, wir brauchen das Wasser mindestens so
dringend wie sie, und vielleicht kann sie uns sagen wann das Wasser verschwunden ist und
ob dies plötzlich geschehen ist oder der Fluß über längere Zeit ausgetrocknet ist."

Darüber hatte der Seher auf dem Weg hierher bereits gegrübelt, war aber zu keinem eindeutigen
Schluss gekommen.[2]

 1. Wissen (Religion) 25
 2. Wissen (Geographie) 7 (natürliche 1)
« Letzte Änderung: 03.02.2015, 20:49:56 von Iphitos »
"Mens agitat molem" - "Der Geist bewegt die Materie" - Ovid
scio et prospicio

Triophthalmos

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« Antwort #25 am: 04.02.2015, 14:03:44 »
Triophthalmos zuckte kurz zusammen, als er die Stimme des Baumwesens hörte, hatte er sich doch gerade dem Baum abgewandt und war im Begriff gewesen, das Flussbett entlangzuwandern. Da sein Speer in seiner Hand lag, war es purer, ausreichender, antrainierter Reflex gewesen, seinen Speer direkt in Richtung der Stimme zu halten, noch ehe sein Kopf das Wesen in seiner vertrockneten Knorrigkeit überhaupt erfasst hatte. Doch Iphitos' schnelle Erklärung, brachte ihn dazu, diesen schnell wieder zu senken.

Trios beschloss, seinen Mund zu halten und sich nicht in das Gespräch einzumischen, auch da er sah, dass Iliana scheinbar einen Gegenstand besaß, der unendlich Wasser bereithielt, während Iphitos behauptete, dass sie selbst das Wasser des Flusses bräuchten. Könnten sie nicht Iliana auf Ewigkeit an diesen leeren Flusslauf stellen und warten, bis ein neuer Fluss entstanden war? Konnte sie ihr nicht diesen Gegenstand schenken, und so ihr Wohlwollen erlangen?
Aber auch das Wesen, mochte es eine vertrocknete Dryade sein oder nicht - Trios hatte vorher nie eine gesehen - schien nicht in der Verfassung, zu viele Fragen auf einmal behandeln zu können, zu viele Stimmen auf einmal einordnen zu können. Und da die anderen einen Plan zu haben schienen, war es an Trios zu schweigen.

Seine Aufmerksamkeit war jedoch geweckt und sein Gefühl flüsterte ihm weitere Gefahren ein, sodass der Krieger mit dem Pferdehelm die Umgebung aufmerksam im Auge behielt[1], und seinen Speer in der Hand behielt. Denn was würde passieren, wenn die Dryade neidisch würde auf das endlose Wasser und es der Iliana zu entreißen drohte?
 1. Perception 11
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Cei Maiante

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Musa, mihi causas memora, quo numine laeso
« Antwort #26 am: 05.02.2015, 10:19:24 »
Ähnlich wie Trios sah es Charis. Er ließ sich nicht von Iphitos Worten beruhigen, behielt sogar eine Kampfhaltung ein. Schließlich, was würde den Baum mehr gefährden als eine Dürre und auch ein verletztes Tier unterschied nach kaum noch wer ihm diese Verletzung zugefügt hatte. Die Spitze des Speeres zeigte aber nicht mehr auf die Dryade. Dies war aber mehr dem Blick von Iliana geschuldet. Denn ihr Umgang mit dem Wesen schien Charis kurz zu verwirren.

Zu Iphitos gewendet sagte er „Dann fragt es wenn ihr es wollt. Ich bleibe aber außerhalb der Reichweite ihrer Äste und Wurzeln.“

P. Vergilius Maro

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« Antwort #27 am: 11.02.2015, 18:10:39 »
Wie Wasser in der Wüste im Sand verschwindet, so saugten auch die Wurzeln des Baumes die Flüssigkeit auf, die Iliana dort vergoss. Doch statt wieder aufzublühen, blieb die Rinde rissig und der Boden brüchig. Die Nymphe zischte weiter mit ihrer leisen Stimme, indem sie sagte: "Mehr, gebt mir mehr! Gebt mir allesss, wasss ihr habt. Ich brauche esss allesss ohne esss kann ich nicht weiter machen. Er lässsst mich nicht. Gebt esss mir. Gebt esss mir jetzt." Ihre Augen zucken irren hin und her, während ihre blassen Hände das matte Haar durchfurchen. Langsam, kaum merklich Schritt sie auf Iliana zu, ihr Blick gefangen von dem magischen Quell, den die Seetochter bei sich trug.
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Aristeas

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Musa, mihi causas memora, quo numine laeso
« Antwort #28 am: 12.02.2015, 08:01:20 »
Schon den Schild zur Hälfte erhoben, tritt der Sohn des Mars zwischen die Nymphe und die Meerestochter. "Du wirst ihr Wasser nicht nehmen- nicht ohne dass sie es wünscht." Mit einem harten Stoß rammt er den Speer neben sich in den Boden, so dass er tatsächlich für den Moment keine Waffe in Händen hält. "Ich bin Aristeas, ein Sohn des Mars. Furcht und Schrecken sind meine Brüder- und mein Zorn ist die Geißel dutzender Feinde gewesen. Mein Name flößt den Begleitern des Agamemnons noch heute Furcht ein. Ich werde nicht zulassen, dass du meinen Gefährten Leid antust." Das vernarbte Gesicht zieht sich zu einer knurrenden Fratze zusammen, und nur mit Mühe kann der Krieger sich davon abhalten, zum Angriff überzugehen, wie es der archaischere Teil seines Erbes verlangt- aber trotz seiner Beherrschung bahnt sich jener Teil in seine Ausstrahlung einen Weg, lässt jene von schwächerem Gemüt kurz erschaudern- und mit etwas Glück die Nymphe ebenso.[1]
 1. Einschüchtern 35

Cei Maiante

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Musa, mihi causas memora, quo numine laeso
« Antwort #29 am: 12.02.2015, 08:51:06 »
Weiter entfernt vom Baum hat auch Charis seinen Speer in den Boden gerammt. Denn auf diese Entfernung, war ein Speer eine lächerliche Waffe. Sein Bogen war hierfür viel besser geeignet. Dafür geeignet um, sollte die Nymphe wirklich blind vor Durst sein, was er ja befürchtete, sie mit Pfeilen zu spicken.

Auf jeden Fall gefiel es ihm nicht, wie sie sich Iliana und deren Wasserquell näherte. Aber Aristeas war schon zur Stelle. Seine kräftige Stimme, welche gut zu hören war, gepaart mit seinen Gesten jagten Charis einen Schauer über den Rücken. Ja, das war halt ein Sohn des Mars und es war gut, dass er keiner ihrer Feinde war.

Für einen Augenblick lößte sich dann sein Blick vom Geschehen am fast toten Baum. Er blickte zu Trios, um zu erkennen ob auch sein Freund für einen Kampf bereit war.
« Letzte Änderung: 12.02.2015, 10:37:15 von Charálampos »

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