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Autor Thema: Dorwida  (Gelesen 51538 mal)

Beschreibung: Episode 1.1

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Manik

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Dorwida
« Antwort #570 am: 22.11.2015, 20:03:44 »
Ein lautes Lachen schallt über den Platz, ob Jareshs und Jemmas gespielten Disputs.
Ich auch.“, wirft Manik nach Sanjans Antwort auf das Angebot des alten Mannes daher auch direkt ein, immer noch mit einem breiten Grinsen im Gesicht. „Ich weiß nur nicht, wo der Rest schon wieder abgeblieben ist.“, fügt er schulterzuckend hinzu.
Der Blick des Fhokki wandert über den Platz, findet jedoch nur Jamar. „Dort ist einer der Neuen, die uns zugeteilt wurden.“, wirft er auf den Paladin zeigend ein. „Tarqetik ist glaube ich vor uns raus, aber keine Ahnung wohin, Basilio noch drinnen. Übrigens zusammen mit den Kargi. Vielleicht wollt ihr ein paar Worte an einen der Söhne des Guls richten, Jaresh?“. Manik weiß nichtmal, was das für Worte sein könnten, aber es erscheint ihm in dem Moment einfach logisch, schließlich ist Jaresh der Initiator der ganzen ‚Friede mit den Kargi‘ Aktion.
Wie dem auch sei, ich freue mich darauf, euch zu berichten. Und ebenso auf spitze Kommentare und mir unbekannte Getränke.“ Maniks Blick wandert dabei mit breitem Lächeln von Jaresh, zu Jemma und schließlich zum Schamanen, dessen Vorschlag dem Fhokki einige Vorfreude bereitet. Mit Kräutern kann der Dejy offensichtlich umgehen, was schadet es da, das Wissen zum Vergnügen einzusetzen. Oder um seine Sorgen zumindest für einen Abend zu vergessen. „Und eine Möglichkeit, sich bei euch den ganzen Dreck abzuwaschen, gibt es sicherlich auch, oder? Es ist ja ein Wunder, dass ihr uns erkannt habt. Wahrscheinlich hat Jemma mich vor der Stadt gar nicht erspäht oder gehört, sondern einfach gerochen.

Tarqetik

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Dorwida
« Antwort #571 am: 26.11.2015, 09:42:09 »
Tarqetik sitzt über einen Teller mit dampfendem Inhalt gebeugt und saugt gerade an seinen rechten Eckzähnen, wo sich ein Stück Geste verklemmt hat. Nach unter zu Hilfenahme eines Fingers wird das widerspenstige Stück doch noch herausgeholt. Zufrieden mit den kleinen Erfolg greift der Krieger zu dem halbvollen Humpen und spült sich damit den Mund aus. Kurz wird gegurgelt und dann wandert der fast leere Humpen zurück auf den Tisch und mit dem rechten Handrücken wird Bart und Lippen gesäubert.

Gerade als Tarqetik das Mahl bezahlen möchte, bemerkt er den Nomaden, der, den Augenkontakt als Aufforderung angesehen hat, beginnt mit dem Krieger ein Gespräch führen. Die ersten Aussagen sind einfaches Kerngedankengut, eines Mannes, der sich seiner Vergangenheit und seinem Können durchaus sicher sein kann. Doch mit ein paar wenigen Worten, fesselt der Mann sofort Tarqetiks Gedanken, wirft sie zurück. Erinnerungen an Legenden, Geschichten, erzählt von verkrüppelten Gladiatoren und begeisterten blutgierigen Zuschauern. Prompeldia.

Beim Schlafe der Vorangegangen, Zinasthra. Da seid Ihr ja weit gekommen und habt den Sand gegen die Grasebenen getauscht. Was für einen Grund könnte man haben ein profitables Gewerbe wie die Ausbildung von Schlachtvieh aufzugeben, oder sucht Ihr hier nach einer noch besseren Anstellung?
Tarqetiks Ton ist leise aber voller Zynismus. Er steht auf, lässt ein paar Münzen auf den leeren Teller fallen, greift den Humpen und leert sich den restlichen Inhalt in den Mund.

Er betrachtet den Nomaden genau, prüft dessen Gesicht und Hände auf Narben, Brandzeichen oder Markierungen. „Habt Ihr den schon Kargi in der Arena gesehen?“ Tarqetik blickt zum Fenster und meint: „Einen dieser grünen Bullen, geschunden von der Peitsche und getrieben von der Gier seiner Herren, in der Arena ist immer noch ein Unterschied zu einem Kargi, der mit seinesgleichen gegen Eindringlinge sein Heim verteidigt.“

Der Krieger greift sich seinen Waffengurt, schultert diesen mit der Linken und geht einige Schritte auf den dunkel gebräunten Mann zu. „Ich sehe keine Anderen wie Euch. Fahrt Ihr auf eigene Rechnung oder habt Ihr nur per Zufall dieses nette kleine Dorf ausgesucht um“, Tarqetik hebt eine Braue, „vielleicht die Saison mitzunehmen. Zu Tun wird es sicher bald etwas geben und ein begabter Mann wie Ihr, Ihr habt es doch sicher nicht nötig durch die Dörfer zu schleichen. So manch ein Gutsherr würde viel Bezahlen wenn ein Zinasthra als Wache bei Ihm weilen würde. Wer legt sich bei Verhandlungen schon mit einem Kämpfer der Zinasthra an?“

Flannait Adair

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Dorwida
« Antwort #572 am: 28.11.2015, 20:01:16 »
Das die Paranoia ihres Großvaters soweit fortgeschritten ist, dass er einen seiner treuesten Anhänger verbannt überascht selbst Flannait, die alles andere als eine hohe Meinung von ihm hat, so dass sich ihre Augen weiten und sie fast unmerklich die schlanken roten Augenbrauen hebt wärend sie die Augen unverwand auf den Elfen fixiert. "Ich bin kein bischen wie Du!"
"Níl mé toirmeasc!"[1],  Flannait lächelt kalt und bitter
"Ní nach raibh an sean-fhear a thuiscint an-soiléir, thug mé liom dul ar shiúl, ach ní raibh mé ciontaíodh."[2] Sie zögert kurz, so als müsse sie sich über ihre Gefühle erst klar werden,
dann zuckt Flannait die Schultern und die Spannung weicht sichtlich aus dem Körper der Halbelfe:
"Nu toisc fáilte a chur roimh wizards deoraíocht. Agus ná bíodh imní ort an oiread agus is ba mhaith liom grá a fheiceann tú marbh go fóill, a deir an shíl go bhfuil tú chun cónaí i deoraíocht neamhréasúnach inár measc gearr-cónaí neamh-elves dom fiú níos mó. D'fhéadfadh sé a mhúineadh tú go leor. Mar sin, beidh mé a fhágann tú d'aonar chomh fada agus a dhéanann tú dom an tseirbhís chéanna."[3] Dann kehrt die beissende Ironie in ihre Stimme zurück: "Bain sult as do sorcerer saol nua."[4]

Und damit lässt sie den Elfen stehen und hohlt sich bei der Wache am Eingang ihre Waffen zurück ehe sie sich nach Basilio umschaut. Dabei höhrt sie den letzten Teil seiner Worte zu den Kargi.
Allerdings will sie die beiden Grünhäute nicht wissen lassen, dass sie deren primitive Sprache versteht und reagiert daher nicht.
Das der junge Koraker sie als Freundin bezeichnet überrascht sie etwas. Sie hatte ihn gemocht damals an der Südfront, aber Freundschaft. Andererseits, sie hatte ihn vermisst, und nicht nur als fähigen Unteroffizier mit der Bereitschaft zu tun was zu tun war ohne viel Rücksicht auf die Regeln. So gesehen war er wohl tatsächlich ein Freund. Hier in Dorwida jedenfalls derjenige der am nächsten kam. Um eine Konfrontation mit den Kargi zu vermeiden, beschäftigt sie sich damit ihre Grauschimmelstute Caoimhe[5]von dem Pfosten vor dem Gerichtsgebäude loszubinden, an den sie das Pferd bei ihrem Eintreffen gebunden hat,
während sie darauf wartet, dass die Grünhäute verschwinden, damit sie Basilio zumindest einen Teil der vielen Fragen die ihr auf der Zunge brennen stellen kann. Ausserdem dürfte der Korakter wissen wo dieser
Jaresh Dorguln zu finden sein würde. Dort würde sie dann auch die anderen Gefährten etwas näher kennenlernen können. Ausserdem klang es so als würde es da was besseres als Standartwegzehrung zum essen geben, also macht euch vom Acker Grünhäute.
 1. Elfisch: ich bin nicht verbannt.
 2. Elfisch: Nicht dass der alte Mann mir nicht sehr deutlich zu verstehen gab ich solle verschwinden, aber ich wurde nie verurteilt.
 3. Elfisch: Nu denn Hexer, willkommen in der Verbannung. Und keine Sorge, so sehr ich dich immernoch gern tot sehen würde, der Gedanke das Du in der Verbannung unter uns  irrationalen kurzlebigen nicht-Elfen leben musst sagt mir nochmehr zu. Es könnte Dich eine Menge lehren. Also werde ich Dich in Ruhe lassen, solange Du mir den gleichen Dienst erweist.
 4. Elfisch: Genieße dein neues Leben Hexer.
 5. Elfisch Name: beautiful Girl
« Letzte Änderung: 01.12.2015, 00:36:35 von Flannait Adair »
"Nur ein toter Kargi ist ein guter Kargi!"

Jamir Masaad

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Dorwida
« Antwort #573 am: 30.11.2015, 09:38:41 »
Jamir rauchte der Kopf. Derart viele Gesichter, Geschichten samt Irrungen und Wirrungen hatte er nicht erwartet. Er sortierte noch immer die Gedanken in seinem Verstand, als er den Raum verließ. Endlich im Hof angekommen atmete er kräftig durch. Die frische Luft half ihm einen klaren Kopf zu bekommen. Er blickte sich um und strengte sich an, die Gesichter mit Namen zu versehen.

In einer Ecke des Hofes sah er diesen Basilio, der sich als Anführer der Gruppe dargestellt hatte und die beiden Kargis, die wohl keine Gefangen zu sein schienen. Obwohl er sich hierbei nicht ganz sicher war. Also ging er mit kurzen aber anmutigen Schritten auf die Herrschaften zu.

„Ich grüße Euch. Ich musste mir vorerst einen Überblick verschaffen, bevor ich mich einbringe. Da ihr meiner Prüfung standhieltet, will ich euch die Ranas Gnade zuteilwerden lassen, sofern es euch noch danach ist.“ Er hob seine rechte Hand und berührte Basilio am Bein, schloss die Augen und sagte mit fester Stimme: „Ranas, lass diesen Mann genesen damit er in deinem Namen Frieden bringen kann.“ Ein wohlig warmes Gefühl breitete sich in Basilio aus.[1]

Dann wandte er sich den beiden Kargi zu. „Auch ihr sollt Ranas Gnade spüren, da ihr ein wichtiger Teil für den Frieden zwischen Eurem Dorf und Dorwida seid. Ranas sieht es mit Genugtuung wenn sich ein jeder am Frieden beteiligt.“ Mit diesen Worten berührt er auch Barkas und Desto und auch sie spüren wie die göttliche Kraft durch sie fließt.[2]
 1. LoH: 4TP
 2. LoH: jeweils 2TP

Khenubaal

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Dorwida
« Antwort #574 am: 30.11.2015, 12:34:11 »
Der Nomade lächelt bei Tarqetiks Worten. Er stellt seinen Humpen ab und reicht dem Brondabiner die noch kalte, feuchte Rechte zum Gruß. "Semid Qasaar", stellt er sich vor. "Nein - ich biete mich nicht als Söldner an. So weit wird es nicht kommen. Ich war selber Gladiator. Habe mehr als zehn Jahre auf dem heiligen Boden der Arena gestanden. Mein Leben wird immer mit dem blutigen Sand von Zinasthra verbunden sein. Ich habe mir die Arenen von Pekal angesehen und jetzt reise ich zurück."

Qasaad schaut Tarqetik mit einem prüfenden Blick an. "Du hast die Statur eines Gladiators", sagt er. "Viele haben die Statur eines Kämpfers, aber die würden keine drei Minuten auf dem Sand überleben. Nein - du hast die Statur eines Gladiators. Es sind andere Muskelgruppen, die Betonung finden. Eine andere Haltung, als bei Wachen oder Soldaten. Ich kenne mich aus damit."

Der Mann steht von seinem Hocker auf und knallt eine Silbermünze auf den Tisch. Neidur, der Wirt, ist zur Stelle, um diese mit einem leise gemurmelten Dank aufzusammeln. "Der erste Krieger von Prompeldia sieht dir ähnlich. Aber er hat keinen Bart und das Haar ist Pechschwarz. Aber ansonsten sieht er dir zum Verwechseln ähnlich", erzählt Qasaad weiter. "Ich trainiere ihn schon seit vier Jahren. Ein Murmillo. Ich sage dir - das ist der beste Gladiator, den ich erlebt habe, seit Levorus die Freiheit geschenkt wurde. Und dieser Junge ist erst zwanzig. Er tauchte irgendwann auf bei uns, wurde an uns verkauft. Kannte nicht einmal seinen Namen. Und jetzt? Jetzt nennt ihn jeder nur Huschkarl - den Schlächter - und er ist der berühmteste Mann in der Elos-Wüste. Wenn du mal in Prompeldia bist, komm vorbei und sieh ihn dir an. Du wirst es nicht bereuen."

Mit diesen Worten verabschiedet sich Qasaad und verlässt den Mustang. Als Tarqetik kurze Zeit später seinem Beispiel folgt, sieht er, dass auch die anderen Gefährten sich wieder auf dem Platz zusammengefunden haben. Vom redseligen Nomaden fehlt allerdings jede Spur.

* * *

Während Basilio spricht, beruhigt sich Barkas' Mimik. Die Worte scheinen zum Hirogul durchzudringen. Und auch Desto verstummt leicht. Als der Koraker schließlich endet, nickt Barkas. Er will gerade etwas erwidern, als Jamir zu der Gruppe tritt und die Verletzungen der Männer heilt.

Barkas schaut zu dem kleingewachsenen Halbling hinunter - es ist eine komische Szene und Jamir wird auch etwas mulmig zu Mute, als der doppelt so große und wahrscheinlich drei mal so schwere, ungeschlachte Ukhtark auf ihn herabblickt. Doch der Hirogul nickt nur. "Danke, Ramas Mann", sagt er mit seiner inzwischen gewohnten, rissigen Stimme.

"Aking salamat", sagt auch Desto. Jamir kann die Worte nicht verstehen, sich aber denken, was sie bedeuten. Basilio dagegen weiß es sicher. Desto sagt ebenfalls 'Hab' Dank'.

Schließlich wendet sich Barkas wieder Basilio zu und spricht in der Händlerzunge weiter. "Vieles, was du eben gesagt hast, stimmt, mein Freund. Wir Ukhtark sind dir zu Dank verpflichtet und das werde ich meinem Bruder sagen." Dann hält er kurz inne und lächelt. Es ist ungewohnt und kein schöner Anblick. Gelbe Hauer schauen unter den wulstigen, gräulichen Oberlippe hervor. Es ist ein Lächeln, dass viele Menschen wohl eher erschrecken, als milde stimmen würde. Doch für Basilio, der den Mann dahinter kennt, ist es inzwischen ebenso natürlich, wie das Lächeln eines seiner anderen Gefährten. "Und Maru sage ich es auch", fügt Barkas hinzu. "Und wenn es daran geht, für den Frieden anzutreten, hoffe ich, dass der Serogul und die Dariba mich unterstützen werden."

Mit diesen Worten schaut Barkas zu Desto und dann zu Sanjan, Manik und Kirus, die bei Jaresh und Jemma stehen. "Für uns wird es Zeit, aufzubrechen. Ich verabschiede mich noch kurz von den anderen und wir reiten los." Dann schaut er wieder zu Basilio und reicht ihm die Hand. "Wir sehen uns in drei Tagen auf dem Feld vor Gulasado."

Nach dem Händedruck verabschiedet sich Barkas auch bei Jamir, dem eben aus der Schenke kommendem Tarqetik und der vorhin gesichteten Gruppe. Dann sitzen die beiden Kargi auf und reiten los Richtung Kezhdal.

Da bemerkt Basilio, das Flannait eben in seine Richtung blickt.

* * *

Elrynor lächelt bei Flannaits Worten nur kalt. Schließlich murmelt er: "Ádh mór i an deoraíocht deonach."[1] Damit dreht sich der Ivsaar um und geht in Richtung seines Pferdes. Tharon, seine Luchsin, folgt ihm gehorsam, nicht ohne Flannait noch ein letztes mal anzufauchen.

Als Flannait wieder auf den Platz zurückkehrt, bemerkt sie, dass Elrynor nicht mehr da ist und auch sein Pferd scheint zu fehlen. Hat er sich von den anderen verabschiedet? Sie weiß es nicht. Dann machen sich die Kargi auf und stoßen zu der größeren Gruppe dazu. Basilio steht allein und wird gerade auf sie aufmerksam.

* * *

Jaresh und Jemma nehmen Sanjans Angebot, noch einen Kräutersud am Abend beizusteuern, gerne und erfreut an. Als Manik nach einem Bad fragt, lächelt der ehemalige Bürgermeister breit. "Aber sicher - ich lasse das Bad füllen und auch die Sauna einheizen und dann könnt ihr euch den Dreck vom Leib schrubben. Das habt ihr euch redlich verdient!"

Ein angeregtes Gespräch entspinnt sich. Sanjan bemerkt, wie Kirus an Jemma herantritt und ihr von Hrothgars Auftrag erzählt. Die Halblingsfrau ist zunächst überrascht, hört aber immer interessierter zu, während der junge Dejy vom Überfall, den zur Hilfe eilenden Gefährten und dann von hrothgars Entscheidung erzählt, ihnen den Wagen zu überlassen. Sie nickt mehrmals.

Plötzlich sind Schritte zu hören und das Gespräch bricht ab. Die beiden Kargi - Barkas und Desto treten an die Gruppe heran. Jemma schaut die beiden hochgewachsenen Ukhtark von unten aus an und Manik bemerkt, wie die pfiffige Händlerin kurz schlucken muss. Dann fängt sie sich aber wieder, schaut zum Fhokki und lächelt diesen vielwissend an.

Barkas macht noch einen Schritt vor und reicht seine riesige, ungeschlachte PRanke Jaresh Dorguln zum Gruß. "Gul Jaresh", sagt er mit ruhiger Stimme, "ich bin Barkas, Sohn des Hulad, Hirogul der Ukhtark. Im Namen meines Vaters und meines Stammes zolle ich dir Respekt für deine Freundschaft zu den Ukhtark. Hab' Dank dafür, diese Männer" - er macht eine Handbewegung, die die Gefährten umfassen soll - "als Unterhändler geschickt zu haben. Sie haben einen Krieg zwischen meinem und deinem Stamm verhindert."

Jaresh - die Witze sind vergessen, der alte Mann ist ernst und gerührt von den Worten des Kargi - erwidert den Händedruck. Er zuckt kurz zusammen, anscheinend hat Barkas zu stark zugedrückt. Der Kargi räuspert sich entschuldigend und lockert die Finger, Jaresh lächelt. "Hab Dank, Barkas, Sohn des Hulad. Richte Gul Hulad aus, dass seine Freundschaft unvergessen ist. Ich danke im Namen aller Menschen von Dorwida, für seine Weißheit und sein bedächtiges Handeln." Jaresh kennt noch gar nicht die Einzelheiten der Reise - offensichtlich ist das eine rituelle Formel, denn inwieweit Gul hulad weise oder bedächtig gehandelt hat, muss er erst von den Gefährten erfahren.

Doch Barkas ist zufrieden mit der Antwort. Er verabschiedet sich von Manik, Sanjan und sogar von Kirus und winkt dann auch Tarqetik zu. Dann sitzen die beiden Kargi auf und reiten los.
 1. Elfisch: Viel Glück in der freiwilligen Verbannung.

Sanjan, von den Bahir

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Dorwida
« Antwort #575 am: 30.11.2015, 14:52:04 »
Mit der Hand auf der Brust verabschiedet sich auch Sanjan von den beiden Kargi. Später wird es sicher sehr nützlich sein auf mit den Kargi gut Freund zu sein, doch zuerst musste der Plan der Frau überstanden werden. Wieder zu den anderen blickend, hebt Sanjan die Hand. „Ich habe noch einen Auftrag von der Frau. Mit den Arzt und Kräuterkundlern soll ich reden für einen Plan, aber den Weg zu dir kenn ich und das Wasser sowie die Sauna wird auch dann noch warm sein.“ wieder lächelt Sanjan breit. „Uh das wird eine Nacht, zusammen in der Sauna mit einem guten Tropfen.“ Auf das freud er sich besonders. Der Trunk wirkte bei Hitze noch besser und nach diesen Tagen hatten sie es sich wirklich verdient. „Ich kenne ja den Weg zu dir. Es wird auch nicht lange dauern.“ Mit gehobener Hand verabschiedet er sich von der Gruppe. Nickt Kirus noch einmal zu und macht sich dann auf den Weg zum Kräuterkundigen. Der müsste ja wissen wo der Feldarzt der Soldaten ist.

Basilio Aristide

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Dorwida
« Antwort #576 am: 30.11.2015, 20:25:36 »
Rana. Dieser Name wird in Korak nur von den verträumtesten Zeitgenossen ab und an in den Mund genommen, meistens dann, wenn es mal wieder darum geht, einen Waffenstillstand mit den Grünhäuten auszuhandeln, von welchem alle wussten, dass er eh nicht lange halten wird. Nur einige wenige, zumeist Jüngere, geben die Hoffnung nicht auf—die Älteren haben schon zuviele Verträge mit Norga-Krangel zerbrechen sehen.

Aber was redet der Kerl da von Prüfung? Aber ah, lass ihn reden, solange er von Gnade redet. Heißt das, er hat sich endlich entschlossen... ah, ja, das heißt es!

Seltsam verlegen—so zumindest kommt es Basilio vor, andere würde es vielleicht als bescheiden oder unaufdringlich interpretieren—legt der Halbling seine Hand auf Basilios Knie, nicht auf die ebenso leicht erreichbare Schulter oder Arm.

Und dann verschlägt es Basilio erst einmal die Sprache. Er ist noch niemals von einem Priester geheilt worden; bislang hat es für seine Verletzungen immer der Feldscher getan. Aber das hier ist... ganz anders. Er muss sich mächtig zusammenreißen, um nicht aufzuseufzen oder gar vor Wohlgefühl aufzustöhnen. Wo die wärmende Kraft seinen Körper passiert, verschwinden die Schmerzen, kehrt Ruhe ein. An der wehen Schulter langt sie leider erst ganz zum Schluss an, als sie selbst schon im Schwinden begriffen ist, und so reicht es dort nicht ganz, aber ah, so wohl hat Basilio sich nicht mehr gefühlt, seit er daheim aufgebrochen ist!

Er öffnet die Augen, die auch er unbewusst geschlossen hat. "Danke." Mehr fällt ihm dazu nicht ein. Ha, als hätte ihm jemand bei Tisch das Salz herübergereicht. Er versucht es noch einmal mit etwas mehr Nachdruck, wenn schon nicht Eloquenz. "Das tat wirklich gut, also, äh, vielen Dank. Und bei dem Überblick, da können meine Kameraden und ich sicher gleich helfen. Da drinnen, da mussten wir nur noch schnell die Dinge erledigen, die eben noch rasch erledigt werden mussten..."

Er beobachtet, wie Jamir sich auch um die beiden Ukhtark kümmert. Ein Krieger des Friedens. Irgendwie widersprüchlich. Hoffentlich ist er keiner von denen, die ständig predigen, Friede könne nur mit Gewalt durchgesetzt werden, und damit jedem übers Maul fahren, der an eine andere Art von Frieden auch nur zu glauben wagt. Solche Leute kennt Basilio zur Genüge. "Erst, wenn wir Norga-Krangel in den Staub getreten haben, kann es Frieden geben!" Na ja, so ungefähr drückt Feldmarschall Tagikil[1] sich gerne aus, ohne des Generals Irritation zu bemerken, die sich allerdings auch nur in einem unmerklichen Zucken um die Augen herum ausdrückt. So subtil, dass Basilio sich nicht ganz sicher ist, ob er es nicht dazugedichtet hat. Nicht von ihm erfunden jedenfalls sind die Worte des Generals, die dieser hinter verschlossener Tür sprach und in alleiniger Anwesenheit von Basilio selbst und Hauptmann Kolyak, gerichtet an letzteren: "Ich will Alternativen, Anatol! Ohne Hilfe von Ek'Gakel... kurz vor dem Staatsbankrott... wer weiß, wie lange die Zwerge ihren Teil noch leisten wollen oder Ek'Kasel und P'Bapar... und ringsum die Hurra-Schreier, die unverdrossen Hurra und Hau drauf schreien! Hat denen in der Schule keiner das Rechnen beigebracht?"

Beim Gedanken an diese Szene muss Basilio—bei allem Ernst der Lage—lächeln. Jamir schaut gerade herüber. Möglich, dass dieser das Lächeln auf sich bezieht. Eigentlich sieht der Halbing ja nicht wie ein fanatischer Kriegstreiber aus, beschließt Basilio. Man soll keine vorschnellen Schlüsse ziehen.

Als Barkas sich verabschiedet, ist Basilio einmal mehr bass erstaunt, wie seine Rede bei diesem angekommen ist. Wie, was, wer? An welcher Stelle habe ich ihn an irgendwelchen Dank erinnert, zu dem sein Stamm mir verpflichtet sei? Können sie denn gar nicht anders denken als in Kategorien von Pflicht, Schuld und Ehre? Nicht, dass mir diese Worte nicht auch viel bedeuten, aber... also, ich sprach, wenn ich von etwas in der Größenordnung sprach, doch eigentlich von Vertrauen. Stell ich mich so ungeschickt an oder Barkas oder ist unsere Denkart am Ende so verschieden, dass wir gar nicht anders können, als an einander vorbeizureden und aus allem einen unterschiedlichen Schluss zu ziehen?

Aber da Barkas offenbar zufrieden ist mit dem, was er verstanden hat, hütet Basilio sich, da irgendwas korrigieren zu wollen.

"Gutes Gelingen!" wünscht er ihm statt dessen in der Handelssprache. "Aber Maru sagst du besser, was für ein schrecklicher Kerl ich bin! Ein ganz schlimmer Schwerenöter, kannst du ihr versichern. Jeder Frau, der wir begegnet sind, habe ich schöne Augen gemacht, allenorts habe ich hübsche Freundinnen, sogar unter den Elfen, kein Rock ist vor mir sicher, wenn deren Trägerin nicht schnell genug wegläuft!" Er schaut dabei vielsagend in Richtung Flannait, die gerade ebenfalls herüberschaut, und zwar mit einem derart eisigen Blick, dass er sich unwillkürlich davor wegduckt—und überlegt, ob sie wohl in ihrem Leben schon einmal einen Rock getragen hat, irgendwie kann er es sich nicht vorstellen—bevor er seinen Faden (oder Seemansgarn) unverdrossen weiterspinnt: "Ein Herzensbrecher, wie er im Buche steht! Nur nicht einlullen lassen soll sie sich von meinen hübschen Worten! Besser wär's für sie und mich, wenn du ihr das alles so erzählst."

Er versucht munter zu klingen, als spräche er von einer Tändelei und nicht von einer Herzensangelegenheit. Für jemanden, der ihn nicht kennt, klingt er wohl auch so.[2] Nur das Augenzwinkern, das man hätte erwarten können, das will ihm nicht gelingen.

"Bis in einigen Tagen", verabschiedet er die beiden Kargi und sieht ihnen noch eine Weile lang nach.

Als sich kurz darauf Flannait nähert, streckt er ihr eine Hand hin. Wer weiß, wenn sie gutgelaunt ist—aber wie sollte sie in dieser Situation gutgelaunt sein?—zieht sie ihn ja vielleicht auf die Beine.

"Du hattest Fragen? Immer her damit. Ich habe auch einige an dich, vor allem natürlich, wie's dir in den letzten beiden Jahren ergangen ist. Was dich hierherführt ist weniger schwer zu erraten. Aber vielleicht suchen wir uns am besten erst mal ein privateres Plätzchen, vorzugsweise mit Speisen und heißem Wasser in der Nähe. Dank Jamir spiele ich tatsächlich mit dem Gedanken, aufzustehen und ein solches ausfindig zu machen. Da hinten stehen irgendwo meine Kameraden herum, man sollte sich absprechen. Irgendwie habe ich das Bedürfnis, wenn mir schon niemand auf die Schulter klopft für meinen Beitrag zum Abwenden einer Katastrophe, mir wenigstens von irgendwem ein Abendessen spendieren zu lassen! Verzeih die vielen Worte, ich bin gerade ein wenig wie im Rausch. Ha, im Gerichtssaal warst du gar nicht dabei, oder? Nein, sonst hätte ich dich ja gesehen. Oder vielleicht hab ich's nicht, ich war ziemlich aufgeregt..."
 1. Oberster Priester des Vlad-Tempels (Temple of Armed Conflict) in Korak und einer von General Garnaks wichtigsten militärischen Beratern.
 2. Bluff = 16
« Letzte Änderung: 01.12.2015, 01:34:48 von Basilio Aristide »
"Call no man happy until he is dead."

"War," he sung, "is toil and trouble;
Honor, but an empty bubble."

Manik

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Dorwida
« Antwort #577 am: 01.12.2015, 22:47:21 »
Manik kann seine Vorfreude auf den Abend, ein heißes Bad, ein anständiges Mahl, einen leckeren Trunk, nicht verbergen, das will er aber auch gar nicht. Ein breites Lächeln zeichnet sich auf dem Gesicht des Fhokki ab, das man so nicht allzuhäufig sieht und nur noch breiter wird, als Jemma bei den Kargi schlucken muss. Er zwinkert ihr schelmisch zu.
"Bis die Tage!", wirft Manik den Kargi noch hinterher, als sie aufbrechen und schaut den beiden nachdenklich hinterher.

Eine wohlige Wärme überkommt den Fhokki, als er an das erste Zusammentreffen mit den grobschlächtigen Kargi zurückdenkt, große Reiter auf prächtigen Rössern, während er ein Bad genommen hat, an den Ritt durch Kezhdal, an die Rede vor den Ältesten. Froh ist er gewesen, als sie zu den Elfen aufgebrochen sind, die Kargi hinter sich lassend. Damals ist ihm das richtig vorgekommen. Jetzt nicht mehr. Denn bei den Gedanken an die Elfen weicht die Wärme Kälte. Wie es seinem Landsmann Ragnar wohl grade geht? Müßig darüber nachzudenken, mehr als reine Spekulation würde sowieso nicht herauskommen. Und seit dem ist es bergauf gegangen. Eine Spur zu Helga! Wer hätte das erwartet. Dank Bosol weiß er, wo er sie findet und schon bald, macht er sich auf den Weg dorthin.

Ein durchaus zufriedenes aber auch müdes Lächeln setzt bei Manik ein, als er nochmal in die Runde schaut. "Also. Gehts los? Ich kann es kaum erwarten. Und wenn ihr jetzt fragt 'Was?'", er schaut kurz zu Jemma, von der er am ehesten irgendeinen spitzen Einwurf erwartet und fährt kurz darauf fort "antworte ich 'Alles'"

Flannait Adair

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Dorwida
« Antwort #578 am: 02.12.2015, 00:11:26 »
Einmal mehr entlockt Basilio Flannait mit seinem Wortschwall ihr so seltenes Lächeln.
Ich hab Dich wirklich vermisst Du verlogener kleiner Bastard - Von wegen rein zufällig hier Basilios glattzüngige Erklärung für seine Anwesenheit in Dorwida hält sei bestenfalls für die halbe Wahrheit.
"Nein, ich fürchte ich und Jamir sind erst gegen Ende dazugerufen worden. Und nun auf die Füße mit Dir." und während sie mit der Linken ihr Pferd am Zügel hält greift die zierliche Halbelfe mit der Rechten das Handgelenk des Korakers und zieht ihn auf die Füße.
"Wenn ich mich nicht irre sind wir von einem gewissen Jaresh Doguln zu Bad und Abendessen eingeladen worden. Ich nehme an Du weißt wer das ist und wo der zu finden ist? Auf dem Weg kannst Du mir deine Gefährten vorstellen und mir berichten warum das Gerücht über dein Ableben das an der Front umging so übertrieben war." Das Lächeln verschwindet als Flannait Basilio direkt in die Augen blickt ohne ihren Griff um sein Handgelenkt zu lösen und sie wechselt unvermittelt ins kalamarische "e poi si riferire a me dalla vostra visita a Jaylin e mio cugino. vale a dire la verità!"[1]  Der Wechsel in die Spache ihrer Mütter und ihr Tonfall machen unmissverständlich klar dass sie sich nicht leicht mit einer Lüge wird abspeisen lassen,
aber auch das dies ein Gespräch ist das in vertraulicherer Umgebung als dem Marktplatz von Dorwida stattfinden wird. Sie mag dort nicht willkommen sein, zumindest nicht solange mein Großvater lebt, aber es ist immernoch ihr Zuhause und auch wenn sie dem alten Mann keine Träne nachweinen wird gibt es doch noch ein paar Elfen in Jaylin an denen ihr sehr liegt. Erst als sie Verständnis in Basilios braunen Augen liest lässt sie sein Handgelenk los.
"Aber nun lass uns deine Gefährten, ein Bad und ein gutes Abendessen finden. Hast Du ein Pferd?"
und über deine grünhäutigen Freunde reden wir besser nach dem Essen, es könnte mir sonst den Appetit verderben."
 1. "und dann wirst Du mir von eurem Besuch in Jaylin und meiner Cousine berichten. und zwar die Wahrheit!"
« Letzte Änderung: 02.12.2015, 00:16:03 von Flannait Adair »
"Nur ein toter Kargi ist ein guter Kargi!"

Basilio Aristide

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Dorwida
« Antwort #579 am: 02.12.2015, 12:57:36 »
"Ableben?" entfährt es Basilio. "Nein, wie seid ihr denn darauf gekommen? Abkommandiert wurde ich, mehr nicht. Da sieht man mal wieder: Soldaten sind schlimmer als Waschweiber, wenn es um Tratsch und wilde Gerüchte geht."

Er klopft sich den Staub vom Hosenboden und rückt dann seinen Gürtel zurecht. Dabei vermisst er etwas.

"Waffen", murmelt er und sieht sich nach dem Kerl um, bei dem er sie abgegeben hat—ohne Erfolg.

"Ich muss wohl noch kurz vorne vorbei. Pferd? Ja, eins von den riesigen Kargibiestern da. Meine Stute steht in Kezhdal. Du würdest das mit dem Abendessen also auch so sehen: dass dieser Jaresh uns dazu einläd? Ja, er hat sich wohl nur ein wenig undeutlich ausgedrückt, als er vorhin ausrichten ließ, er wolle einige von uns sprechen, oder dem Soldaten, der die Nachricht überbrachte, ist da was durcheinander geraten. Also, ich schätze mal, Jaresh ist der grauhaarige Kerl, mit dem Manik gerade spricht. Die adrette Halblingsdame daneben heißt Jemma und arbeitet für ihn. Vielleicht stellen wir uns geschwind vor, bevor wir unsere Waffen holen. Wer weiß, ob die Leute danach noch da wären. Sanjan ist ja auch schon wieder verschwunden. Herrje, das geht alles schneller, als man den Kopf wenden kann. Manchmal wünsch ich mir militärische Disziplin zurück!"

Er hält inne, um Luft zu holen. Und wo er gerade dabei ist, holt er mehrmals tief Luft.

Und du hast gedacht, es sei Gryphius, der so viel redet, und auch nur ihm gerät alles wirr durcheinander? Ein geschwätziger Händler eben, während deine Worte und Gedanken natürlich militärisch geordnet und präzise sind? Ha! Jetzt reiß dich mal am Riemen. Wer zu viele Worte macht, wird nicht gehört, weil die wichtigsten untergehen.

"Jedenfalls bin ich froh, dass du an unserer Front nicht dein Ableben gefunden hast."

Dass er eine Front grundsätzlich für keinen Ort hält, an dem Frauen sich herumtreiben sollten, behält er wie immer, wenn Flannait in der Nähe ist, wohlweislich für sich. Wobei: Halblinge sind irgendwie genauso fehl am Platze an einer Front, zumal an der korakischen Südfront. Dementsprechend hat Basilio dort auch genausoviele Halblinge wie Frauen getroffen: einen. Ebenfalls ein guter Späher. Oswin hatte er geheißen. Weniger flink mit dem Messer als Flannait, dafür ungeschlagen im Steine schleudern. Aus Nahkämpfen hielt er sich jedenfalls raus, dabei hatte er Oberarme und Schultern so breit wie dieser Jamir hier mitsamt den Schulterpolstern seiner Rüstung. (Die Aufforderung zum Armdrücken hat Basilio seinerzeit ausgeschlagen—zur allgemeinen Heiterkeit.)

Er wendet sich an den Halbling. "Und was führt Euch nach Dorwida, werter Jamir? Das dürfte eine spannende Geschichte sein!"

Dabei macht er eine einladende Geste in Richtung Manik und den anderen. Die drei setzen sich in Bewegung.
« Letzte Änderung: 02.12.2015, 23:30:33 von Basilio Aristide »
"Call no man happy until he is dead."

"War," he sung, "is toil and trouble;
Honor, but an empty bubble."

Jamir Masaad

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Dorwida
« Antwort #580 am: 02.12.2015, 23:36:42 »
Der Halbling nimmt Basilios Redeschwall zur Kenntnis, versucht aber nur das zu verwerten, was für ihn von Bedeutung ist. So drückt er den Rücken durch und antwortet: „Ich fürchte die Geschichte ist weniger spannend als erwartet. Ich diene dem Orden, der es sich zur Aufgabe machte für Frieden in allen Landen zu sorgen. Dorwida steht kurz davor, seinen Frieden zu verlieren. Zumal wollten die Führer des Ordens sehen, wie gut ich mich außerhalb der sicheren Mauern des Klosters mache. Ich solle meine eigenen Erfahrungen mit den Leuten machen. Mit den Leuten, die tagtäglich den Frieden bedrohen. Ich solle lernen was sie antreibt und wieso. Naja jetzt bin ich hier“, sagt er mit einem Schulterzucken.

„Meine Waffen will ich auch wieder an mich nehmen und dann muss ich etwas speisen. Mir brummt jetzt schon mein Magen vor lauter Hunger.“


Tarqetik

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Dorwida
« Antwort #581 am: 03.12.2015, 23:02:08 »
Tarqetik tritt wieder auf den Hauptplatz. Den Waffengurt immer noch geschultert wirft er einen Blick quer durch die Menschen und über ihre Köpfe. Er dreht den Kopf zur Seite und spuckt aus.

Heiliger Boden, hat der Kerl gesagt. Tarqetik schmeckt noch die leichte Süße des Bieres auf seiner Zunge.
Mit einem Mal meint er wieder den trockenen Geschmack von Sand auf seinen Lippen zu fühlen. Der Wind streicht ihm in die Augen. Klappernde Klänge von Schuhen auf dem Lehmboden der Straßen, die Augen der Menschen, die in Ansehen. Eine Gesichtslose Menge und klatschende Töne. Die Häuser werfen ihre Schatten breit über die Straßen, wie die Sonnendächer und an ihrer Fassade bricht sich der Schall. Ein Echo. Entfernt aber noch immer klar und deutlich. Diese Schreie nach Blut gemischt mit dem tosenden Applaus, wenn einer zum letzten Mal in den Sand fällt. Tarqetik schüttelt kurz den Kopf und die Traumbilder verlassen sein Gehirn und werden wie Wassertropfen an den Haaren abgeschüttelt.

Für immer mit dem blutigen Sand verbunden sein. Nun, ein Lügner war dieser Qasaar nicht. Ein Gemüt wie ein Fleischerhund, aber er hat durchaus Recht, denkt sich Tarqetik als er langsam über die Straße geht. Statur einen Gladiators? Die Narben noch, aber sonst. Ausgebildet um zu unterhalten, Kunststücke mit dem Schwert aufführen. Richtig stehen, den Leuten Einblicke geben. Doch im echten Kampf? Brutale direkte Angriffe, schnell und wendig bedeuten nichts, wenn keiner neben einem Steht. Auch wenn es etwas weich klingt. Als Söldner hatte er im Kampf mehr Freundschaft in einem Kampf als in allen Jahren der Arena.

Tarqetik stampft weiter auf seine neuen bzw. erneuten Kameraden zu. Seine Augen zu engen Schlitzen gedrückt, das Haar hängt unsauber in die Stirn.
Huschkarl – der Schlächter. So einen Namen würde sich doch keiner selbst geben. Nun die Kasse stimmt für den der ihn erfunden hat sicher. Nun, so als Murmillo. Das Gesicht verdeckt, der große Helm. Ein Name der am Aussehen hängt und vielleicht irgendwann auch vom Sande verschluckt wird.

Auf dem Platz trifft der Krieger auf den Halbling mit dem offenen und direkten Blick und die Elfin, die sich anscheinend gut mit dem Händler Basilio verträgt. Sie alle stehen bei Manik und Jemma. Diese Zwei scheinen wohl zu wissen, wie man den Tag am besten und sinnvollsten beenden kann, zumal auch diesen, nachdem sie doch länger als er im Ratshaus saßen, der Sinn nach einem vollem Magen stehen muss.

Khenubaal

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Dorwida
« Antwort #582 am: 06.12.2015, 17:51:36 »
Nach und nach sammeln alle Gefährten ihre Waffen ein und machen ihre Pferde los. Der alte Gutsherr und ehemalige Bürgermeister von Dorwida hat keine Schwierigkeiten damit, auch die drei neuen Gesichter mit auf sein Gut einzuladen. "Wer das Vertrauen von Sanjan gewonnen hat, oder von Lihana Ejdarn empfohlen wird, ist bei mir willkommen", sagt er, während er Flannait, Jamir und Basilio nacheinander die Hand reicht. Dann bricht die Gruppe rittlings und im langsamen Trab gen Westen auf.

Manik, Jemma und Kirus reiten nebeneinander. Der junge Dejy erzählt weiter seine Geschichte. Die Halblingsfrau fragt mehrmals nach Hrothgar, erinnert sich an einzelne Episoden. Anscheinend kennt Sie den Zwerg aus früheren Unternehmungen gut. Sie lässt keinen Zweifel daran, dass sie Kirus natürlich bei sich aufnehmen werde, bis Hrothgar ihn wieder in Dorwida abholen will. Kirus dagegen schweigt bei diesen Worten und schaut zu Manik hinauf. Seine Augen suchen Sanjan, der jedoch noch nicht bei der Gruppe ist - da er den Schamanen nicht erblickt, senkt er den Blick wieder und murmelt nur "Vielen Dank, Herrin."

Tarqetik reitet vorn mit Jaresh - die beiden Männer unterhalten sich, doch Jaresh zügelt sein Interesse weitestgehend, da er die ganze Geschichte erst hören möchte, wenn alle beisammen sind. Als der Brandobiner ihm von seiner kürzlichen Begegnung im Mustang erzählt, lacht Jaresh kurz auf. "Zinasthra ist wirklich legendär", sagt er. "Ich habe einen Geschäftsfreund gehabt, in Betasa. Bei seinen Anfängen war er Lannista gewesen und hatte bis zuletzt noch einen Ludus. Ich habe bei ihm einige Gladiatorenkämpfe gesehen - in der Hauptstadt, seinerzeit auch in Pekal. In Prompeldia bin ich aber noch nie gewesen. Ich hätte den Mann aus dem Mustang gerne kennengelernt."

Basilio, Jamir und Flannait sind ebenfalls zusammen unterwergs. Die Halbelfe und der Koraker würden wohl gerne ausführlicher und vertraulicher miteinander reden, doch die anderen sind zu nah dran dafür, um Geheimnisse auszutauschen. So müssen die beiden entscheiden, was auf dem viertelstündigen Ritt für fremde Ohren bestimmt ist, und was nicht.[1]

Sanjan trennt sich in Dorwida von den anderen und nimmt sich noch die Zeit, mit Koch und Feldscher zu sprechen. Zu seiner Freude haben die beiden die meisten, benötigten Kräuter. Was nicht auf Lager ist, werden sie besorgen. So kann der Schamane recht schnell zu den anderen aufschließen und erreicht die Gruppe, kurz bevor diese an den Toren von Gut Dorguln ankommt.

Das Anwesen und die Weizen- und Weidefelder der Dorguln erstrecken sich hinter dem hölzernen Zaun und glitzern grün und golden in der Sonne. Es ist keins der größten Gestüte um Dorwida, doch es ist eines der ältesten, wie auch die Familie Dorguln eine der ältesten Familien des Dorfes ist. Es hat gutes Weideland mit einem schönen und großzügig gebauten Anwesen aus Holz. Ein halbes Dutzend Arbeiter ist auf den Feldern zu beobachten. Diese sind in Parzellen eingeteilt. Zwei kleinere Rinderherden weiden auf dem Gras.

Jaresh streckt sich kurz in den Steigbügeln und beschirmt die Augen mit der Rechten. "Beide Schornsteine qualmen", sagt er schließlich mit einem Lächeln. "Die Saune wird bereits aufgeheizt und das Essen dürfte dampfen, wenn wir ankommen."

~ ~ ~ ENDE KAPITEL 1.1: DORWIDA ~ ~ ~

 1. Wenn jemand von euch - nicht nur Flannait und Basilio - auf dem Ritt etwas kundtun möchte, kann er das gerne in seinen nächsten Beitrag einbauen

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