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Autor Thema: Kapitel 1.5: Die Pflicht der Klinge.  (Gelesen 15056 mal)

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Midori

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Kapitel 1.5: Die Pflicht der Klinge.
« Antwort #180 am: 08.08.2016, 19:37:38 »
Gehorsam nickt Midori und versucht dabei, Shun so gut zu stützen wie sie es nur kann. Der Zustand der Dienerin bestätigt ihre Annahme nur, dass sie noch nie einen Winter im Freien verbracht hat. Aber Schaden Freude ist das letzte, was Midori nun in den Sinn kommen würde. Gerade jetzt braucht man ihre Hilfe zu sehr. Gerade jetzt erinnert sie Shuns Krankheit zu sehr an den Zustand, in dem sie ihre letzte Herrin hatte zurück lassen müssen.

Mühsam bringt sie Shun in das Haus, wobei diese kaum noch zu bemerken scheint, was um sie herum vor sich geht. Man würde aber von den Dienern ohnehin erwarten, vor ihren Herren hinein zu gehen, wie sie weiß. An der Tür hilft sie ihr noch dabei, ihre Schuhe aus zu ziehen, bevor sie sie direkt zur Feuer Stelle bringt vor der sie sie in angemessener Entfernung hin setzt: dicht genug, um sie warm zu halten aber nicht so dicht, dass sie von Funken getroffen werden oder gar bei einem Schwäche Anfall hinein fallen könnte.

"Haltet durch. Ich bin sicher, euer Glücksaffe wird euch helfen können.", flüstert sie ihr zu während sie ihr die Decke über die Schultern legt, die ihr selbst zuvor von Naomi gegeben wurde. Dabei versucht sie so zuversichtlich wie möglich zu klingen. Einige Sekunden legt sie die Hand auf Shuns Stirn, um ihre Temperatur fühlen zu können. Sie scheint geradezu zu verbrennen. Danach legt sie das Ohr an ihren Rücken und ist erschrocken über das rasselnde Geräusch, das sie zu hören glaubt. Innerhalb kürzester Zeit muss sich bei der Seppun Dienerin eine schwere Krankheit entwickelt haben. "Bitte wartet hier. Ich bin bald zurück. Ich verspreche es."

Rasch rennt Midori wieder hinaus und schlüpft dabei in ihre Geta, ohne überhaupt stehen zu bleiben. Ihr zerrissener Yukata ist in diesem Fall sogar von Vorteil, wie sie mit einem ironischen Gedanken bemerkt. Lässt er ihr doch mehr Bein Freiheit, um schneller laufen zu können. Draußen schaut sie sich hastig um auf der Suche nach dem Vanara, der seine Heil Künste schon einmal unter Beweis gestellt hatte. "Takanarasama! Takanarasama!", ruft sie dabei immer wieder seinen Namen, versucht aber, die Herren nicht mit ihrer Hast zu stören oder gar zu verunsichern.

Ein leises Knurren, das aus dem Schnee selbst zu kommen scheint, lässt sie plötzlich erstarren. Es dauert einige Sekunden lang, bis sie die Umrisse eines jungen Schnee Leoparden aus machen kann, der sie aus leuchtenden Augen an starrt. Ein leises Kichern von weiter oben lässt sie auf blicken. Der Vanara hatte sich auf den Ast eines Baumes zurück gezogen und betrachtet von dort aus nun das Schauspiel. Midori weiß nicht, ob sie seinen Gesichts Ausdruck als Belustigung oder als Drohung auf fassen soll. Ebenso ist sie sich nicht sicher, welche der beiden Optionen ihr mehr Sorgen machen soll. Endlich findet sie ihre Stimme wieder: "Takanarasama, wir brauchen eure Hilfe.", fleht sie, wagt es aber immer noch nicht, einen Muskel zu bewegen, "Seppun Shunsan ist sehr krank. Sie hat hohes Fieber und das Atmen fällt ihr schwer. Außerdem ist sie so schwach, dass sie kaum stehen kann." Midori hofft dass der Glücksaffe sich nicht dadurch beleidigt fühlen würde, seine Heilkunst an eine einfache Dienerin zu verschwenden. "Ich flehe euch an: Helft ihr wenn ihr könnt. Ein so zartes und zerbrechliches Wesen wie sie wird sonst die Nacht sicher nicht überstehen." Bewegungslos verharrt sie im Schnee, auf die Reaktion des Vanaras wartend. Würde er seine Raubkatze auf sie hetzen? Werde er sie gar selbst mit seinen eigenen Klauen zerfleischen? "Nein. Ich habe gesehen, wie gutherzig er ist. Er wird ihr sicher helfen."

Seppun Naomi

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Kapitel 1.5: Die Pflicht der Klinge.
« Antwort #181 am: 10.08.2016, 18:04:15 »
Shun scheint vor Fieber völlig neben sich. Sie murmelt zusammenhanglos und macht Ansätze von Gegenwehr gegen ihre Verfrachtung ins Haus und ans Feuer, doch hat sie keine Kraft. Unter Midoris deutlichen Griffen und Worten sackt sie schließlich in sitzende Position und verstummt. Wie verzaubert starrt sie ins Feuer.

Tadao bringt die Pferde hinter das Haus, entlädt sie und sattelt sie ab. Er beobachtet das Mädchen und entscheidet, dass er nichts auszusetzen hat an ihren Handlungen. Trotzdem kümmert er sich höchstselbst um Naomis Reittier, bevor er dem Mädchen eine Kleinigkeit aus den Vorräten zukommen lässt und das Gepäck ins Haus bringt. Ruhig beobachtet er das Geschehen, bevor er ausmacht, welche Ecke er als Lagerplatz seiner Damen in Anspruch nehmen kann. Zunächst bringt er alles dorthin, dann spannt er eines der Seppuntücher, um die Sicht zu nehmen. Hiromis Gepäck landet ebenfalls dort.

Naomi nimmt den vorgesehenen Platz als Gast neben Masato ein, nicht ohne vorher ihre Schwerter gut sichtbar innen neben dem Hütteneingang abzustellen. Sie bleibt in ihrer Rüstung, wenn auch gelockert, und nimmt die Haltung eines Kriegers ein statt der einer Edelfrau. Sie wartet still auf Shuns Präsenz, da sie dem Gastgeschenk des Magistraten an die Bauernfamilie gerne noch etwas hinzufügen würde. Als sie eine Weile nicht auftaucht und die Tafel noch nicht begonnen zu haben scheint, erhebt sie sich erneut und sieht sich um. Dabei entdeckt sie die Dienerin nur noch halb in die Decke eingewickelt und neben dem Feuer liegend. Flink begibt sie sich hinüber und unersucht sie besorgt. Solange ihr noch keine Aufmerksamkeit geschenkt wird, beginnt sie sich, um das Mädchen zu kümmern.

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