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Autor Thema: [IC] Fiasko auf Eis  (Gelesen 5488 mal)

Beschreibung: Der Akt sich in Szene zu setzen

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Sam Witaker

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[IC] Fiasko auf Eis
« Antwort #90 am: 03.10.2015, 12:07:34 »
Sam wirkt etwas unsicher, als es doch alles nicht so glatt läuft. Er schaut sich etwas nervös um, während er den Stuhl vorzieht und sich setzt. Die Fragen könnten ihn etwas in Schwierigkeiten bringen und er schaut sich erst einen Moment unsicher im Zimmer um. Fokussiert sich auf die Akten in den Regalen, das Bild von einem Haus am See und versucht sein möglichstes jeden Blickkontakt zu meiden.
“Scheiße ich reite mich gerade selbst rein, anderseits ist das alles nicht so schlimm wie ein Mord und hey ich will nicht wegen ihr draufgehen. Alles wird gut. Ich muss mich nur zusammennehmen.“
Sam atmet tief durch und sammelt sich, versucht eine gute Geschichte zu überlegen, während er versucht Trauer und Panik zu bekämpfen.
„Einen Moment, bitte.“
Schindet er mit leicht tränenden Augen mehr Zeit heraus oder versucht es zumindest.
„Also ich weiß nicht genau was das Problem zwischen Marco und Charles war, allerdings beschwerte er sich oft über seinen Arbeitskollegen. Sie hatten wohl ernste Probleme miteinander. Was das Photo angeht. Nun sie kennen unsere Chefin, sie ist sehr auf ihren Ruf gedacht, und nun das Photo ist eher versehentlich entstanden. Scheiß Technik heutzutage kann auch kaum ein Mensch mehr vernünftig bedienen. Ich wollte nur ein Paket in der Poststation abliefern und hatte gerade mein Telefon draußen, um die Adresse zu überprüfen, als ich mitten rein gestolpert bin. Vor Schreck habe ich das Photo gemacht und sie hat es natürlich bemerkt und macht mir seitdem das Leben zur Hölle, damit es nicht rauskommt.“
Erklärt er möglichst gesammelt und völlig untypisch für den Hafenarbeit.
“You want science and studies? Fuck you. I’ve got scars and blood and vomit.”

Marco Manzoni

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[IC] Fiasko auf Eis
« Antwort #91 am: 06.10.2015, 15:49:44 »
Der Sicherheitschef muster Charles kritisch, offensichtlich ist er mit dieser Erklärung alles andere als zufrieden: "Aha. Und Sie wollen mir erzählen, dass jemand wegen dieses Fotos einen anderen Wissenschaftler ermordet, der noch dazu das Foto weder gemacht noch in seinem Besitzt hat, sondern nur ein Gespräch führen wollte? Das ist doch Schwachsinn! Vor allem, wenn ich bedenke, wen Sie hier beschuldigen. Weder Dr. Manzoni noch Dr. Roberts sind mir als besonders gewalttätig begegnet bisher. Da steckt doch mehr dahinter. Also raus damit."

Sam Witaker

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[IC] Fiasko auf Eis
« Antwort #92 am: 06.10.2015, 18:47:13 »
Sam seufzt auf. Er hat gehofft es würde nicht soweit kommen, aber wenn er jetzt nicht mit sich selbst ins Reine kommt, würden die beiden sicherlich davon kommen oder sogar ihn beschuldigen. Die einzige Möglichkeit Kirsten keine Munition zu geben wäre diese bereits selbst zu verschießen. Dennoch graut ihm davor und er zögert einen Moment.
„Ich...“
“Ich bin daran schuld. Er ist nur wegen mir gestorben. Diese ganze Sache war den Ärger einfach nicht wert. Was soll es, der Mörder wird dafür mit seinem Leben bezahlen, und ich bekomme eine Knaststrafe, besser als in dieser weißen Hölle mit der Eisprinzessin zu verrotten. Vielleicht kann ich ja auch Kronzeuge oder so werden. Wie in den Filmen. Es wird schon nicht so schlimm, aber diese ganze Erpresserei, Lügerei und der Schmuggelei hat nichts gebracht.“
Versucht Sam sich selbst Mut zu machen und lässt die Schultern sinken, um dann zu reden.
„Ich...es ist alles komplizierter und es steckt eine Menge Dreck dahinter. Meiner ebenso.“
Sam atmet tief ein und beginnt in einem Redeschwall alles auszuplaudern und zu gestehen, obwohl ihm das wahrscheinlich den Kopf und vielleicht den Rest seines Lebens kosten wird. Er erzählt von seinem gemeinsamen Schmuggeloperationen mit Charles und den Anderen, von der Erpressung Kirstens, dem Fund der Leiche, welche sie beide entsorgt haben, das illegale Eindringen von Marco in die Wohnung von Charles, ja sogar die Tatsache, dass er in Panik auf Marco geschossen hatte. Sam redet sich einfach alles von der Seele und obwohl er sich danach etwas befreiter fühlt, sieht er im harten Blick von Stefan, dass die ganze Sache nicht gut für ihn ausgehen wird...
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Dr. Kirsten Roberts

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[IC] Fiasko auf Eis
« Antwort #93 am: 13.10.2015, 07:21:12 »
Zweiter Akt, vierte Szene

Das künstliche Licht der Leuchtstoffröhren der kleinen Halle ist unruhig und zehrt neben der Kälte und den Schmerzen an seiner Verwundung an den Nerven Marcos. Er steht neben gepackten Taschen und wartet auf die Ankunft des Hubschraubers draußen. Die kleine Halle hatte zugeschneite Dachfenster und zwei Thermofenster an der Längsseite, die fast komplett von Regalen, Kisten und Helikopterbrandbekämpfungskram verstellt sind. Neben der Eingangstür, neben der er Position bezogen hat, gibt es noch die Doppeltür zum Landeplatz, vor der zwei junge Arbeiter in dicker Thermokleidung stehen und sich leise unerhalten, während sie ihre selbstgedrehten rauchen. Die Zeit zieht sich zäh wie ein fast eingefrorener Bach dahin und die Kälte kriecht immer weiter in den Raum. Den heißen, pochenden Schmerz unter dem suppenden Verband betäubt es aber nicht. Die Flasche hochprozentiges sieht immer verlockender aus.

Endlich kann man über das Pfeifen des Windes das Knattern von Rotoren hören. Fluchend spucken die Arbeiter ihre Zigaretten auf den Boden und treten sie aus. Marco greift seine Taschen, da hört er polternde Schritte aus dem Inneren der Station. Gleich darauf schwingt die neben ihm auf und drei Gestalten erreichen den Raum: Der kräftig gebaute und nicht mehr nur aus Muskeln bestehnde Sicherheitsbeauftragte Stephan irendwas mit seiner Glatze; In miefenden, dreckigen Klamotten und unrasiert ein schwitzender und keuchender alter Hausmeister, der aussieht, als ob der Leibhaftige hinter ihm wäre; und irgendsoein Laborhelfer, der neben Marco seine Wohneinheit hat und ihm irgendwo auf den Gängen begegnet war und nun triumphierend (statt nur debil wie sonst) grinst. Er zeigt auf Marco und ruft: "Das ist er, habe ich doch gesagt!" Der Hausmeister schaut schuldbewusst weg, während Stephan ihm den Weg zum anderen Ausgang abzuschneiden sucht: "Herr Manzoni, ich muss Sie dringend bitten, mir zu folgen. Es gibt einige Fragen zu klären!"
Die beiden Arbeiter bleiben an der Tür nach draußen stehen und sehen neugierig herüber.
« Letzte Änderung: 13.10.2015, 13:13:50 von Dr. Kirsten Roberts »
Vizedirektorin McMurdo-Station

Marco Manzoni

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[IC] Fiasko auf Eis
« Antwort #94 am: 16.10.2015, 11:57:28 »
Cazo! So kurz bevor er von dieser verdammten Station weg ist. Naja, vielleicht würde er sich irgendwie da raus winden können. Er setzt ein möglichst unverdächtiges Lächeln auf und antwortet dann dem Sicherheitschef: "Ist das wirklich nötig? Ich habe hier einen Flug zu erwischen. Ein familiärer Notfall, der mich leider zwingt so schnell wie möglich nach Italien zurückzukehren. Schon so wird die Reise eigentlich zu lange dauern. Worum geht es denn? Können wir das vielleicht hier klären?"

Sam Witaker

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[IC] Fiasko auf Eis
« Antwort #95 am: 16.10.2015, 15:28:38 »
Während der Hausmeister sich schuldbewusst hinter Stephan verkriecht und der Laborgehilfe sich ebenfalls zurück hält, stellt sich Stephan direkt vor Marco und baut sich in seiner gesamten Präsenz auf.
„Ich fürchte ihr Flug muss gestrichen werden Herr Manzoni. Es gibt im Moment viel zu viele Ungereimtheiten auf dieser Station, die geklärt werden müssen, und Sie sind ein Teil davon. Sie haben sich unerlaubt den Schlüssel einer anderen Wohnung erschlichen...“
Der Hausmeister nickt eifrig, während der Sicherheitschef fortfährt.
„...und wurden zuletzt mit Charles Miller gesehen, kurz vor seinem Tod. Es gibt einige Dinge, die geklärt werden müssen. Inklusive der Frage, ob Sie die Täter sind. Also kommen Sie bitte mit, damit diese Angelegenheit geklärt werden kann.“
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Marco Manzoni

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[IC] Fiasko auf Eis
« Antwort #96 am: 16.10.2015, 18:01:31 »
Er würde hier also nicht wie geplant raus kommen. Es musste also jemand über Charles gestolpert sein. Hätten Sie nicht wie gewohnt zwei oder drei Wochen brauchen können, um die Leiche zu finden? Dann wäre er wieder in Italien gewesen und damit in Sicherheit. Ein Manzoni wurde nicht einfach so verhaftet. Aber hier? Er würde den Teufel tun und den Preis bezahlen. Nicht angesichts dieses Trunkenbolds und dieser Frau, die ihm all die Probleme verursacht hatte.
Er brauchte einige Augenblicke, in denen er sich bemühte möglichst geschockt zu wirken, dann sprach er wieder: "Charles ist tot? Wann? Wo?" Er atmet einmal tief durch, er kennt die Antwort auf die Frage bereits, aber das würde er sicher nicht verraten: "Das dürfen sie mir natürlich nicht sagen. Also gut, ich werde sie begleiten und ihnen alles sagen, was ich weiß."

Im Büro des Sicherheitschefs angekommen, beginnt er dann mit seiner Geschichte. Der kurze Weg hat ihm geholfen sie etwas besser auszufeilen: "Ich weiß nicht, wie viel Sie schon wissen, also fangen wir ganz vorne an. Vor einigen Monaten bin ich für eine kurze Weile eine "unangemessene Verbindung" mit der Stellvertretenden Stationsleiterin Dr. Roberts eingegagen. War nicht sonderlich geschickt, aber was will man machen. Ich weiß selbst, dass so etwas nicht gut aussieht. Immerhin ist sie in den Kommitees für die Vergabe der Forschungsmittel und man hätte das ganze also Vorteilsnahme auslegen können. Wir wurden irgendwann von einem Lagerarbeiter erwischt, Witwar oder Witaker, glaube ich. Er hat mit seinem Telefon einige sehr geschmacklose Fotos gemacht. Daraufhin habe ich diese Beziehung sofort beendet, aber es war natürlich etwas spät. So wie ich es verstanden habe, hat dieser Mann Dr. Roberts mit den Fotos erpresst, woraufhin sie mich sehr deutlich darauf hingewiesen hat, dass sie sehr wohl die Möglichkeit hat, meinen Aufenthalt hier sehr zu Verkürzen und alles, was ich bisher erreicht habe hinfällig zu machen. Mir blieben wenige Alternativen." Er macht eine Pause, um sich zu sammeln und zu überlegen, wie er am besten weiter machen sollte: "Nun fragen Sie sich sicher, was Charles mit der ganzen Sache zu tun hat. Nun, wie es aussieht ist er ziemlich oft mit diesem Witwar oder wie auch immer er heißt einen Trinken gewesen. Zumindest kannten die beiden sich recht gut. Also hat mich Dr. Roberts "gezwungen" in dessen Quartier nach den Fotos zu suchen. Sie kam gestern morgen ziemlich früh zu mir und hat mir gesagt, Charles sei nicht in seine Quartier und das wäre die Chance für mich, da einzubrechen. Ich hatte ja wenig Alternativen, also habe ich den Hausmeister überredet mir den Schlüssel zu geben. Hab mir ne Geschichte ausgedacht, dass Charles ziemlich betrunken sei und im Labor säße und ich Unterlagen für ihn holen solle, was natürlich nicht stimmte. Also der Teil mit dem Labor, da war ich vorher gewesen und hatte es abgeschlossen, damit niemand zufällig rein stolpert. Aber der Teil, dass er betrunken war schon. Am Abend vorher hab ich ihn das letzte Mal gesehen. Da war er wirklich sturzbetrunken, ist dann aber wieder hinaus gestolpert und hat mich weiter arbeiten lassen. Lebendig, das schwöre ich!"
Erneut atmet er tief durch: "Aber wenn ich drüber nachdenke, hätte er eigentlich in seinem Quartier sein sollen, oder nicht. Naja, scheinbar ist er dort nie angekommen. Auf jeden Fall hat Dr. Roberts mir das ziemlich deutlich gemacht. Also bin ich hin, habe die Akten durchsucht und natürlich keine Fotos gefunden. Dafür aber nen paar ziemlich verdächtige Papiere. Denen ließ sich recht klar entnehmen, dass Charles in irgendwelchen Schmuggel-Aktivitäten verwickelt war und dieser Witwar war sein Komplize, zumindest fing die Unterschrift des zuständigen Hafenarbeiters mit nem großen "Wit" an, den Rest konnte ich nicht so richtig lesen.
Ich hatte keine Fotos gefunden, aber dafür eine Mail von zuhause bekommen. Mein Onkel Roberto ist ziemlich schwer krank und keiner weiß, wie lange er noch hat." Marco ist sich sicher, das diese Geschichte halten würde. Wenn jemand von den Manzonis in Neapel etwas von Onkel Roberto hörte, würden sie schon wissen, was sie antworten mussten. "Also bin ich mit den Papieren zu Dr. Roberts und habe gleichzeitig meinen Antrag auf Sonderurlaub eingereicht. Und damit wären wir bei der Hubschrauberplattform angekommen. Ich weiß natürlich, dass Ihre Aufgabe schwierig ist, aber ich hoffe Sie verstehen auch meine Notlage. Roberto hat mich wie ein Vater aufgezogen. Ich könnte es mir nie verzeihen, wenn ich nicht noch einmal mit ihm sprechen könnte. Ich wäre ihnen sehr dankbar, wenn sie so bald wie möglich meine Abreise gestatten würden."
Der Sicherheitschef mustert Marco noch einmal eindringlich, scheint aber zumindest vorläufig mit der Geschichte zufrieden: "Ich werde sehen, was ich tun kann, aber halten Sie sich bitte vorerst für Rückfragen bereit."
« Letzte Änderung: 16.10.2015, 18:03:13 von Marco Manzoni »

Dr. Kirsten Roberts

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[IC] Fiasko auf Eis
« Antwort #97 am: 20.10.2015, 10:57:36 »
Zweiter Akt, Fünfte Szene

MArcos Reaktion hat es ihr ganz deutlich vor Augen geführt, Kirsten kannte ihn gut genug. Sie musste sich absichern gegen das, was er ihr antun  würde. Der kleine Macho würde, kaum in Italien angekommen, mit seinen Eroberngen angeben, und ihr einen Höllenritt bescheren. Zumindest war das ziemlich wahrscheinlich. Also hatte sich Kirsten gezwungen gesehen, Vorbereitungen zu treffen. Die nächste Nachricht mit ihrer Darstellung der Geschehnisse hat sie ihrem Anwalt zukommen lassen, damit deren Inhalt älter war als Manzonis Diffamierungen. Noch war alles verschlossen und er wartete auf ihre Erlaubnis, es zu öffnen. Vielleicht würde es nicht soweit kommen, es war jedoch besser, vorbereitet zu sein. Kurz gestand sie sich ein zufriedenes Lächeln ein, bevor sie sich auf den Weg machte für den nächsten Schritt.

Ihre Augen waren gerötet und aus ihrer Frisur hatten sich mehrere Strähnen gelöst, als sie beim Direktor direkt gegenüber anklopfte. Ohne auf eine Antwort zu warten öffnet sie die Tür und betritt das Büro, so, wie sie es immer machte. Der Direktor schreckt auf und bemüht sich, sein Telefongespräch so schnell wie möglich zu beenden: "Es tut mir leid, Schatz, die Arbeit ruft. Nein, kann ich nicht, das wäre Missbrauch. Ja, ich hab dich auch lieb." Er nuschelt leise, doch Kirsten versteht jedes Wort. Normalerweise beendete der Direktor seine Telefonate in ihrer Anwesenheit in ruhiger Art, diesmal riecht sie sein schlechtes Gewissen sofort und genießt den schuldbewussten Blick. Hier hatte sie noch alle Fäden in der Hand.
Sie stellt sich vor dem Schreibtisch auf und spricht gehetzt: "Ich weiß nicht mehr weiter, Sie müssen mir helfen! Vor allem muss ich beurlaubt werden, bevor der Schaden für McMurdo sich noch ausweitet!" So jenseits der Kontrolle über sich war sie noch nie bei ihm aufgetreten.
Vizedirektorin McMurdo-Station

Sam Witaker

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[IC] Fiasko auf Eis
« Antwort #98 am: 24.10.2015, 09:46:25 »
Der Direktor rutscht unruhig auf seinem Stuhl hin und her, während sein Blick durch das Büro wandert. Fast so als müsste er die Worte erst noch realisieren oder erfassen. Seine Mundwinkel zucken etwas, ehe er sich zu einer gefassten Antwort durchringt.
„Dr. Roberts, Sie wissen ganz genau, dass Sie ihren Urlaub rechtzeitig einreichen müssen, wenn Sie ihn nehmen wollen. Als Vize-Direktorin haben Sie viel zu große Verantwortung, um plötzlich Urlaub zu nehmen. Ich bin sicher es gibt einen andere Möglichkeiten Ihnen zu helfen. Beruhigen Sie sich erst einmal und erzählen es mir in Ruhe.“
Schlägt der ältere Mann vor und erhebt sich schwerfällig, um einen Wasserkocher anzuschalten.
„Etwas Tee?“
Fragt er mit einer Seelenruhe.
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Dr. Kirsten Roberts

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[IC] Fiasko auf Eis
« Antwort #99 am: 26.10.2015, 19:29:08 »
"Meinetwegen nur Wasser, aber schaden kann es nicht.", antwortet die Vizedirektorin fast gedankenverloren. Sie sieht den leer gewordenen Platz an und erklärt sich: "Ich bitte um meine Beurlaubung, damit es keine weiteren Versuche mehr gibt, meine Position auszunutzen."
Ohne den verwirrt-überraschten Ausdruck auf dem Gesicht des Direktors zu sehen, beginnt sie auszuführen, zunächst noch mit klarer Stimme: "Es hat einige Unregelmäßigkeiten gegeben, denen ich nachgegangen bin und für die ich erst jetzt Beweise in die Hände bekommen habe: Herr Miller und Herr Whitaker haben gefährdete Spezies für skrupellose Käufer organisiert und ihnen zukommen lassen."
Sie zieht einen Umschlag mit Kopien der Beweise hervor und lässt sie auf den Schreibtisch fallen. "Doch ist das leider erst jetzt klar und greifbar geworden, der Skandal für unsere geliebte Station wird nur schwer zu vermeiden sein. Doch der Grund für die Bitte um Ablösung aus meinen Pflichten ist umfangreicher. Der Herr Whitaker hat mich mit Rufmord und anderen, direkteren Drohungen unter Druck gesetzt, noch bevor ich dieser Papiere habhaft wurde. Bisher habe ich ihnen nicht nachgegeben."
Sie verstummt kurz und sammelt sich sichtlich. Etwas Zittern schleicht sich in ihre Stimme: "Er-er hat mehr gegen mich in der Hand..." Ihre Stimme verliert sich erneut und ihr Blick wandert zur Seite.
"Ach, es ist so beschämend!", entfährt es ihr, dann schluchzt sie und hält sich am Tisch fest.
Ein weiteres Mal reißt sie sich deutlich zusammen: "Ich habe mich geschmeichelt gefühlt, als Mr. Manzoni um meine Aufmerksamkeit warb, so wies ich ihn nicht in seine Schranken. Und dann...dann...hat er einfach..."
Sie verfällt ihn haltloses Weinen und bricht in den Stuhl zusammen.
Bevor sie unterbrochen werden kann, setzt sie unter Schluchzern fort: "Es war so erniedrigend, sein Fetisch ist so beängstigend...pervers...Ich weiß garnicht mehr, wie ich irgendwem in die Augen blicken kann. - Er hat mich danach damit erpresst, so wie Whitaker mit Photos davon. - Wenn bekannt wird, das sowas auf unserer Station - mir passiert ist, oh mein Gott! Zum Glück ist Manzoni jetzt weg...." Weiter kommt sie nicht mehr.
Vizedirektorin McMurdo-Station

Sam Witaker

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[IC] Fiasko auf Eis
« Antwort #100 am: 27.10.2015, 09:27:16 »
Der Direktor schüttet Kirsten ein Glas Wasser ein und schaut die Vize-Direktorin mit einem aufmunternden Blick an, damit diese erzählt. Doch das was er zu hören bekommt ist alles nur nicht das was der etwas dickliche Mann erwartet hat. Seine Gesichtszügen zeigen einen Moment Hilflosigkeit im Angesicht der Situation und er wirkt einen kurzen Augenblick so, als wolle er Kirsten tröstend umarmen wollen, aber lässt es dann doch bleiben. Er ringt mit seiner Stimme und bringt dann etwas belebt hervor.
„Das ist ja schrecklich Dr. Roberts. Ich...mir fehlen die Worte. So etwas von Herrn Manzoni hätte ich nie erwartet. Ich fürchte da müssen wir etwas tun. Sie sollten unbedingt mit dem Stationspsychologen reden und ich muss Herrn Kuhn informieren über die Geschehnisse. Die Schmuggelsache ist natürlich auch schrecklich, wie konnte so etwas überhaupt auf unserer Station passieren? Und Herrn Manzoni muss sich auch erklären, aber warum sollte er weg sein?“
Klingt er fassungslos und bricht in hektischen Aktionismus aus, während er zum Telefon greifen möchte.
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Dr. Kirsten Roberts

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[IC] Fiasko auf Eis
« Antwort #101 am: 01.11.2015, 14:12:52 »
"Ja und werde ich.", bestätigt Dr. Roberts und schaut einmal scheu zu ihrem Vorgesetzten hoch: "Manzoni ist in der Elf-Uhr-Maschine. Er verlangte heute von mir eine Sonderbeurlaubung und - und ich sah mich außerstande zu verweigern." SIe scnieft in ein Taschentuch und rührt das Glas weiter nicht an. "Danke für ihre Hilfe, ich wusste wirklich nicht mehr weiter. Wenn nur ich zu Schaden komme,...naja. Aber ich wollte weder der Station noch Ihnen..." Ihre Stimme verliert sich. "Wenn er nur weg bleibt und kein Skandal entsteht!" Innerlich beginnt Kirsten zu grinsen. Das lief nach Plan. Mit etwas Glück wurde Whitaker schnell und ohne Aufsehen aus ihrem Umfeld entfernt und Marcos Ruf...war mit Sicherheit hinüber. Geschah ihm recht.

Der Direktor verzieht das Gesicht, als er von Manzonis Flucht hört, dann nimmt er den Telefonapparat aus dem Raum und sieht noch einmal, ob er das 'Häuflein Elend' vor seinem Schreibtisch alleine lassen kann, während er den Psychologen und die Sicherheit anruft.
Vizedirektorin McMurdo-Station

Dr. Kirsten Roberts

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[IC] Fiasko auf Eis
« Antwort #102 am: 06.11.2015, 06:47:03 »
Zweiter Akt, Sechste und letzte Szene

Sam war kalt. Das lag nicht daran, dass der Raum, in dem er sich befand, schlecht geheizt oder isoliert wäre, nein, an etwas anderem. Er saß im Lagerraum der Sicherheit, wo ein Haufen Aktenschränke und Regale voller Krims und Krams ihm Gesellschaft leisteten. Dinge, die Stefan Kuhn für die Arbeit brauchte oder zumindest jemand dachte, er könnte es mal gebrauchen, und Dinge, die sicher aufbewahrt werden mussten. Nun war er auch so ein Ding. Aber durch die Tür zum Sicherheitsbüro konnte er zwar nichts erkennen dank des Sicherheit-Milchglas, dafür jedoch hören. Und was er gerade gehört hatte? Sie hatten den feinen Herrn Manzoni hereingebracht, er hat es sich gemütlich gemacht und eine Geschichte erzählt, die zwar irgendwie logisch klang, aber von vorne bis hinten nur gelogen war oder zumindest sein musste. Und dann hatten sie ihn einfach entlassen. Während die Kälte einer Betäubung gleich in ihn hineinsickerte, hörte Sam Stephan zu seinem Kollegen sagen, dass sie Dr. Roberts nur über den Direktor habhaft werden würden und sie weder ihm getraut hätten.

Bevor der Sicherheitsmann das Telefon benutzte, klopfte es und jemand trat ein. An den Worten der Anwesenden konnte man ablesen, dass der Direktor selbst hereinkam. Seine Stimme klang aufgeregt: "Herr Kuhn, wie ich hörte, haben sie Herrn Manzoni bereits zu sich geholt, welch glückliche Fügung. Sie müssen dringend Herrn Whitaker und Herrn Miller in Gewahrsam nehmen, sie haben bedrohte Spezies geschmuggelt!" Stephan unterbrach: "Das Gerücht ist mir zu Ohren gekommen und Herr Whitaker ist bereits hier. Herr Miller ist erfroren aufgefunden worden und Herrn Manzoni ist gerade vernommen worden. Er wartet nun auf seinem Quartier auf alles Weitere. Dazu müssten Sie mir helfen, dann Frau Roberts..." "Dr. Roberts, bitte! Und bitte lassen sie uns versuchen, Sie aus dem Spiel zu lassen, sie hat schon genug durchgemacht. Herr Manzoni ist ihr gegen ihren Willen...zu nahe getreten. Diesem Wüstling muss Einhalt geboten werden, vor allem, dass er nicht mehr Frau Dr. Roberts weiterhin quälen kann!", der alte Mann war völlig außer sich. "Und das mit dem Schmuggel ist kein Gerücht, das oist eine bedauerliche Tatsache. Hier, diese Beweise hat Frau Dr. Roberts erlangen können." Ein bißchen Papiergeraschel später murmelt der Sicherheitschef: "Aha, tatsächlich, das ist ja interessant. Und die Originale sind wo?" "Werden Ihnen zugestellt, aber bitte Bedenken Sie, das Ganze muss zurückhaltend gehandhabt werden, ein Skandal würde ein schlimmes Licht auf die Station, deren Führung und Sicherheit werfen." Stephan gab ein Knurren von sich.

Sam trat von der Tür. Sollte er laut geben durch die Tür? Er sah sich um, in diesem Raum war viel zu finden. Sein Blick blieb am Fenster hängen. Selten sah das blendende Weiß so einladend aus...
« Letzte Änderung: 06.11.2015, 22:33:40 von Dr. Kirsten Roberts »
Vizedirektorin McMurdo-Station

Sam Witaker

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[IC] Fiasko auf Eis
« Antwort #103 am: 07.11.2015, 08:40:41 »
Sam schüttelt entsetzt den Kopf und läuft in dem kleinen Raum auf und ab.
“Das kann doch nicht wahr sein? Diese falsche Schlange und dieser schmierige Itaka. Was fällt denen eigentlich ein und warum fallen die anderen darauf rein? Sind die denn völlig dämlich alle hier? Bin ich der einzige mit Verstand?“
Zirkulieren seine Gedanken und er schaut sich in dem Raum um. Sein Blick schweift über die vielen Aktenschränke, aber sie würden ihm wohl kaum helfen, aber er würde sicher nicht so enden wie sein Freund Charles und die anderen müssen für ihre Taten büßen. Ebenso wie er selbst. Er läuft weiterhin Kreise im Raum und irgendwann bleibt er auch am Fenster hängen, sieht das endlose Weiße und erwägt zum ersten Mal wirklich dorthin zu gehen. Er tritt an das Fenster, beäugt es kritisch und mit einem leichten Zittern.
“Nein ich will doch einfach nur weg, weg aus dieser verdammten weißen Ödnis, aus diesem Scheißdreckskontinent bevor ich Irre werde.“
Zwei Pläne bilden sich gleichzeitig in Sams Kopf. Er muss die anderen davon überzeugen was für Schlangen die beiden sind oder wenigstens entkommen, um sie zur Strecke zu bringen.
“Vielleicht werden sie mir einfach zu hören? Vielleicht...anderseits gibt es hier eine Menge Papier...“
Schießt es ihm durch den Kopf und wenig später ist er bei der Tür, klopft heftig dagegen und brüllt nach draußen.
“Sie glauben doch den beiden nicht oder? Nach allem was ich erzählt habe? Die beiden sind so etwas von schuldig. Sie glauben doch nicht wirklich diesen beiden Giftschlagen? Sie haben Charles auf dem Gewissen, verdammt. Das sind Mörder und keine Opfer!“
“You want science and studies? Fuck you. I’ve got scars and blood and vomit.”

Marco Manzoni

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[IC] Fiasko auf Eis
« Antwort #104 am: 07.11.2015, 09:30:47 »
Samm bekommt eine Antwort vom Sicherheitschef: "Ruhe da drinnen, Mr. Witaker. Ich leite die Untersuchung und Sie haben Ihre Aussage bereits gemacht." Anschließend kann er nur noch Wortfetzen von draußen hören, da die beiden offensichtlich nicht mehr so laut sprechen: "Miller ist erfroren? ... schreckliche Umstände ... gute Möglichkeit ... Witaker ... idealer Sündenbock."
« Letzte Änderung: 07.11.2015, 09:32:26 von Marco Manzoni »

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