Autor Thema: Welt 404 - Irgendwo im Nirgendwo  (Gelesen 12042 mal)

Beschreibung:

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Xanxus Sel'Feyren

  • Beiträge: 164
    • Profil anzeigen
Welt 404 - Irgendwo im Nirgendwo
« Antwort #15 am: 03.08.2015, 12:54:03 »
Xanxus sieht sich das Spektakel ein Weile an, verzieht jedoch die Mundwinkel als der Sumpf vor seinen Augen Gestalt annimmt. Der Magier bemüht sich in einigem Abstand über der morastigen Oberfläche zu schweben.
Nachdem die Umgebung sich fertig entfaltet hat und der düstere Palisadenwall im Hintergrund erschienen ist, wendet sich Xanxus mit besorgtem Gesichtsausdruck an Suzaniel.

"Ein fauliger Sumpf? Ihr habt unbegrenzte Entfaltungsmöglichkeiten, könnt eurer Phantasie freien Lauf lassen, die Welt nach eurem Gusto färben - und ihr entscheidet euch für einen muffigen Sumpf?
Lasst mich raten, ihr seid als Kind etwas zu kurz gekommen, hm?

Na sei es drum. Wenn ihr es etwas finsterer mögt, werde ich ein wenig Würze hinzufügen."


Xanxus räuspert sich und hebt die Stimme. Grünlich leuchtender Nebel hüllt ihn ein während er spricht:

Perlen- und rubinenglutend
War des stolzen Schlosses Tor,
Ihm entschwebten schwebend, flutend
Süße Echos, die im Chor,
Weithinklingend, froh besangen
nie verzagend, treu der Pflicht
des alten Königs Wort verlangen
In der Weisheit Himmelslicht.

Doch Dämonen, finstre Sorgen,
Stürzten roh des Königs Thron. –
Trauert, Freunde, denn die Worgen
heulen nun im Schloss voll Hohn!
Was da blühte, was da glühte
all der Glanz von Fern und Weit
Eine welke Märchenblüte
Ist's aus längst begrabner Zeit.

Und durch glutenrote Fenster
Werden heute Wandrer sehn
Ungeheure Wahngespenster
Grauenhaft im Tanz sich drehn;
Aus dem Tor in wildem Wellen,
Wie ein giftig grünes Meer,
Lachend ekle Geister quellen –
Weh, sie lächeln niemals mehr!
[1]
 1. frei nach E. A. Poe

Bruder Yao

  • Beiträge: 198
    • Profil anzeigen
Welt 404 - Irgendwo im Nirgendwo
« Antwort #16 am: 04.08.2015, 22:57:03 »
Bruder Yao verzieht sein Gesicht beide Landschaften missfallen Ihm.
Er spricht zu allen "Einer von uns sollte sich nicht beteiligen. Es könnte eine doppelte Falle sein von der die Raupe nichts weis um uns für immer in Wesen wie die Heuschreck am Anfang zu verwendeln, doch eurem Unfrieden will ich hier nicht allein walten lassen"
Nach einer kurzen Pause spricht er mit in zwei Tonlagen, um den Dialog darzu stellen:
wer bin ich?
ein Schüler Erastil.
wo kommst du her?
aus Magimar.
ah, und was passiert  hier?
die Krähen, Krähen, die Spatzen zwitschern.
und wo denke ich, sind sie jetzt?
in einem Feld von violetter Farbe.
warum?
lila Prunkwinden, Färberdisteln, Astern, Chrysanthemen.
und wenn sie gegangen sind?
dann wird man es das Herbstfeld nennen.
was passiert auf dem Feld?
der Fluss fließt durch, der Wind weht darüber.[1]
 1.  Zengespräch nach ikkyu und ninagawa:

Demiurg

  • Beiträge: 821
    • Profil anzeigen
Welt 404 - Irgendwo im Nirgendwo
« Antwort #17 am: 05.08.2015, 10:37:14 »
Als Xanxus spricht, geht ein Rumoren durch die Welt und hinter dem Palisadendorf erhebt sich donnernd ein Hügel, auf dem sich ein mächtiges Schloss aus dem Boden schiebt. Mehr eine massive Trutzburg als ein Märchenschloss, thront es drohend über dem Dorf. Seine breiten Wehrgänge und die Türme sind unbesetzt, das Tor heruntergelassen, doch der rötliche Schein, der aus den Fenstern uns Schießscharten nach außen dringt, kündet unheilvoll, dass die Festung nicht so verlassen ist wie es scheinen soll. Ein Fledermausschwarm peitscht plötzlich über eure Köpfe, schießt auf das Dorf zu und steigt dann in Richtung des großen Bergfrieds auf, der in der Mitte der Festung in den Himmel wächst und hinter dem ein blutroter Vollmond die Nacht erhellt. Aus dem Dorf hört ihr Schreie, Türen die angstvoll zugeschlagen und Fenster, die eilig geschlossen und verriegelt werden.

Wohingegen sich die Burg und der Mond in warme, verpestete Sumpflandschaft fügen, geht ein kleiner Ruck durch die Welt, als Yao seinen Dialog vorträgt. Zu seinen Füßen verändert sich der Boden. Das gelbliche, kranke Gras weicht einem satten Waldboden. Ein angenehmer Wind umhüllt den Bogenschützen und vereinzelt entstehen Kirschblüten aus dem nichts und segeln sanft um ihn zu Boden. Es ist als würde seine Präsenz die Verdorbenheit des Ortes zurück drängen.


Suzaniel

  • Beiträge: 57
    • Profil anzeigen
Welt 404 - Irgendwo im Nirgendwo
« Antwort #18 am: 05.08.2015, 12:03:18 »
...
« Letzte Änderung: 05.08.2015, 12:49:41 von Suzaniel »

Ranah

  • Beiträge: 16
    • Profil anzeigen
Welt 404 - Irgendwo im Nirgendwo
« Antwort #19 am: 11.08.2015, 21:12:11 »
Die Undine schaut sich die um sich verändernde Welt an und ist ein wenig am lächeln. Doch als der Sumpf der Wiese wich verzog sie das Gesicht "Nun dann lass uns mal ein wenig in die Dunkelheit zurück kehren. Den die Angst lag förmlich in der Luft als am Horizont eine Gestalt am Himmel erschien noch konnte man nicht genau erkennen wer da kam. Doch beim nähern konnte man einen Mann in den mittleren 30 erkennen. Er war Blass und selbst auf der Entfernung konnte man die Roten Augen sehen. Doch das was diesen Mann wirklich ausmacht, sind die Schwingen die aus purer Dunkelheit geformt sind. Mit ein paar Schlägen dieser Flügel landet er in der Burg. Mit dem verschwinden des Mannes scheint auch wieder Leben in die Welt zu kommen." Mit gespannten Augen, schaut Ranah während ihren Worten zum Horizont.

Xanxus Sel'Feyren

  • Beiträge: 164
    • Profil anzeigen
Welt 404 - Irgendwo im Nirgendwo
« Antwort #20 am: 12.08.2015, 15:00:10 »
Xanxus kichert leise.

"Welch tolles Spiel. Wahrhaft, das Wort - nein - vielmehr der bloße Gedanke hat immense Macht an diesem Ort. Erstaunlich mit welcher Geschwindigkeit und Kraft sich diese Welt nach unseren Wünschen entfaltet. Eifrig und dienbar, einem treuen Familiar gleich versucht sie dem Gesprochenen nachzueifern, auch wenn es noch so wiedersprüchlich klingen mag.

Sehen wir uns die Darbietung doch etwas genauer an. Doch halt, sorgen wir doch dafür das wir auch entsprechend empfangen werden!"


Der Magier in seiner neuen, schmächtigen Form reckt eine Arm empor und formt seine Hand zu einer klauenförmigen Siluette vor dem gespenstischen Mond. Mit zitternder Stimme intoniert er:

"Dumpf dringt der Klang von Hufen näher,
das Klappern von eisernen Rädern dringt durch den Wald.
Pferde, das Fell wie Schatten nahen
und ziehen eine Kutsche wie aus seidener Nacht.
Hoch auf dem Kutschbock oben auf,
grinst ein gar schauriger Geselle mit hohem Hut.
Seine Gäste stehen schon bereit,
die Kutschentür schwingt auf und knarzt dabei wie ein Sarg."


Xanxus vollendet das Gedicht indem er die Hand schließt, als könnte er den roten Mond packen.
"Ustalavsche Schauerpoesie, eine traditionelles Stück", fügt der Magier beiläufig hinzu.

Suzaniel

  • Beiträge: 57
    • Profil anzeigen
Welt 404 - Irgendwo im Nirgendwo
« Antwort #21 am: 13.08.2015, 12:24:07 »
"Seid ihr jetzt endlich fertig?" knurrte Suzaniel, welche den immer finsterer werdenden Ausführungen der Anwesenden schweigend lauschte. "Ihr könntet noch ein paar Dämonen beschwören. Oder vielleicht einen Drachen. Oder einen untoten, dämonischen Drachen. Euch ist schon klar, dass wir diese ganzen Schauergestalten, die ihr hier in eurem Wahn herbei erzählt, auch am Ende besiegen müssen, oder? Und so weit ich das sehe, haben wir nicht einmal einen Priester uns, der sich der ganzen Untoten annehmen kann."

Dann blickte sie den Weg entlang, wohl wartend auf die Kutsche, welche sich laut der Erzählung des Magiers ja jetzt nähern müsste. Wie diese den Knüppeldamm überquerte, war natürlich eine andere Frage.

Demiurg

  • Beiträge: 821
    • Profil anzeigen
Welt 404 - Irgendwo im Nirgendwo
« Antwort #22 am: 13.08.2015, 14:56:29 »
Ranahs Worte werfen einen Schatten auf euch, als plötzlich ein geflügeltes Wesen, das eine eine monströse Fledermaus erinnert, über euch hinweg setzt und sich auf das Schloss zubewegt. Schreie dringen aus dem Dorf, als dessen Bewohner den Kopf in den Nachthimmel werfen und das Ungetüm entdecken. Ihr erkennt das Gesicht der Kreatur nur für den Bruchteil einer Sekunde, aber die glühend roten Augen, die wie Tore der Hölle anmuten, brennen sich in die Erinnerung ein. Dann ist die Gestalt schon hinter dem Bergfried verschwunden und Stille kehrt ein.

Zumindest bis Xanxus das Wort erhebt und eine weitere Veränderung durch die Landschaft geht. Das Dickicht des Dschungels und die sumpfige Untiefe, in der ihr euch momentan befindet, hebt sich zu einem Damm, auf dem eine gepflasterte Straße entsteht. Rechts und links des Weges schießen hohe Holzbauten aus dem Boden. Stangen und Kreuze, die über und über mit Talismanen behängt wurden und der Szenerie eine nur noch bizarrere Atmosphäre verleihen.

Dann hört ihr Hufgetrappel. Hinter euch schlängelt sich eine Kutsche auf dem schmalen Weg durch den Sumpf. Vier schwarze Pferde ziehen den Wagen in einem Tempo als würde der Kutscher vor etwas fliehen. Ein Peitschenknall ertönt und die Pferde verlangsamen ihren Schritt. Schweißgebadet traben sie zur eurer Position. Vom Kutschbock des schwarzen Wagens, der Platz für gut acht Gäste lässt und mit Laternen am Kutschendach geschmückt ist, tritt eine ganz in schwarz gekleidete Hünen große Gestalt. Der Mann trägt nur eine einfache Hose und eine Weste sowie einen breitkrempigen Hut unter dem sein mächtiger Rauschebart beinahe sein ganzes Gesicht verhüllt. Die Augen sind klein und schimmern gelblich, auch wenn ihr das im Licht des Mondes nicht genau erkennen könnt. Der Mann öffnet die Kutschentür und blickt dann nur Yao zielstrebig an.

Seine Stimme klingt wie ein Grab als er fragt:

"Ihr wurdet erwartet. Darf ich euch einen Platz in der Kutsche für das letzte Stück Weg anbieten? Mein Meister würde es nicht verzeihen, wenn ich euch warten ließe."

Xanxus Sel'Feyren

  • Beiträge: 164
    • Profil anzeigen
Welt 404 - Irgendwo im Nirgendwo
« Antwort #23 am: 13.08.2015, 15:46:15 »
"Ihr habt vollkommen Recht, Suzaniel. Die Gefahr für uns steigt mit jedem Wort das wir unbedacht aussprechen. Achtet auf das was ihr sagt. Sobald ihr etwas vermutet, sobald sich eine winzige Gedankenknospe empor reckt, wird es sogleich geschehen. Ein Fluch und zugleich ein Segen möchte man meinen und doch ist es schlicht die Regel dieser speziellen, uns anvertrauten Geschichte."

Die dürre Gestalt des Magiers stellt sich vor den hühnenhaften Kutscher und grinsend den Kopf in den Nacken.

"Ich kann es gar nicht erwarten euren Meister kennenzulernen, Kutscher. Den angebotenen Platz nehme ich gerne an."

Mit einem Satz ist Xanxus im Inneren der Kutsche verschwunden.

Suzaniel

  • Beiträge: 57
    • Profil anzeigen
Welt 404 - Irgendwo im Nirgendwo
« Antwort #24 am: 13.08.2015, 16:05:40 »
Ein wenig nachdenklich blickt Suzaniel Xanxus hinterher, welcher in die Kutsche steigt, nachdem sie sich von dem Anblick der unglaublich bösartigen Gestalt erholt hat, zu dem dieser Kutscher sie jetzt kutschieren würde. Vermutlich waren sie "zum Essen eingeladen". Einige Momente dachte die junge Frau über das nach, was ihnen wohl bevorstand, wenn sie sich einfach so, ohne großen Widerstand und ohne Eigeninitiative wegfahren lassen würden. Dann zuckte sie mit den Schultern, machte ein kurzes prustendes Geräusch, und mit einem leisen Schaben zückte sie ihren Rapier aus seiner Gürtelscheide, während ihre andere Hand sich den Parierschild nahm, welcher von ihrem Gürtel hin. Ihre feindseeligen Absichten waren mehr als offensichtlich.

Ranah

  • Beiträge: 16
    • Profil anzeigen
Welt 404 - Irgendwo im Nirgendwo
« Antwort #25 am: 13.08.2015, 17:28:22 »
"Nun ihr habt recht jedes Wort kann ein Feind sein aber mit diesen Worten können wir genau so die Welt in Stücke Reißen. Nun ich werde nicht Nein sagen zu dem Angebot ein Stück gefahren zu werden." Mit den Worten steigt Ranah zu den Zweien in die Kutsche. Dreht sich nur noch kurz zu dem Mönchen um. "Kommt ihr?"

Bruder Yao

  • Beiträge: 198
    • Profil anzeigen
Welt 404 - Irgendwo im Nirgendwo
« Antwort #26 am: 17.08.2015, 21:22:07 »
Er verliert sich in seiner inneren Welt und bemerkte die Veränderungen, die seine Gefährten ausgelöst haben, nicht. Er überlegt ob ein weiteres Gebet oder eine weitere Meditation zu weiteren Erkenntnisse führen werden. Erst mit den Worten Ranah kommt er aus seiner inneren Welt. Die Kutsche, die kampfbereite Suzaniel sowie das seine zwei andern Gefährten sich in er Kutsche befinden kommt ihm sehr merkwürdig  vor. Er sieht  seine Hände an, ob dies jetzt seine Prüfung ist. Er fragt in die Runde "Was ist das Ziel dieser Kutschfahrt und wer erwartet uns? 2