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Autor Thema: Geschichte I - Ein normaler Tag in Inaba  (Gelesen 15381 mal)

Beschreibung: Eine alltägliche Geschichte

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Luther Engelsnot

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Geschichte I - Ein normaler Tag in Inaba
« am: 02.12.2015, 17:32:25 »
Es ist ein warmer Frühlingstag in Inaba, der kleinen japanischen Stadt, welche vor langer Zeit ihren Anfang als Kohlestadt genommen hat, und sich an die Ausläufer eines großes Gebirges schmiegt. Der Schnee ist inzwischen geschmolzen und die Flüsse Talwärts tragen reichlich Wasser, aber zumindest diese Jahr ist eine kleine Flut ausgeblieben und die Götter strahlen milde auf den Ort herab. Die Sonne steht hoch am Horizont und die unzähligen alten Bauten der Stadt erstrahlen in frischer Farbe. Nur eine Tatsache stört das idyllische Stadtbild, riesige gelbe Kräne finden sich im westlichen Teil der Stadt in dem ein merkwürdiger grauer Kasten entstehen soll. Doch zumindest an diesem Tag merkt man davon nichts in dem uralten Wald am Rande der Stadt. Trotz der Tatsache, dass in früheren Zeiten viel der Vegetation für den Bergbau abgeholzt und nur langsam wieder aufgeforstet wird, steht dieser Wald schon seit ewigen Zeiten und blockt das Sonnenlicht teilweise aus. In seinem Schatten finden sich Wunder und Orte aus einer anderen Zeit. Orte wie der kleinen Schrein an dessen Erbauung sind in Inaba wohl Niemand mehr erinnert. Es ist noch früh am Tag und um diesen Uhrzeit ist es hier meist still. Die älteren Leute machen sich meist später auf den Weg und die Jugend interessiert sich selten für das alte Bauwerk und wenn doch, kommen sie meist erst wenn sie das große Gebäude Namens Schule verlassen haben oder wenn ihre Eltern Zeit dazu finden. Es ist die perfekte Zeit um ungestört sein, denn nur wenige Personen sind anwesend. Person wie die Füchsin Kitsuko, die sich um den Schrein kümmern und ihr Hüter ist, der Häsin Arisu, die in direkter Nähe ihren Bau hat, oder dem Hund Takeo, der von Zeit zu Zeit nach beiden schaut und sich mit ihnen trifft. Auch dieser Tag ist solch ein Tag, der verspricht ruhig und beschaulich zu werden.
« Letzte Änderung: 02.12.2015, 17:32:33 von Luther Engelsnot »
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Kitsuko

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Geschichte I - Ein normaler Tag in Inaba
« Antwort #1 am: 03.12.2015, 17:52:55 »
Über einen gewundenen Pfad erreicht man ein paar einfache steinerne Stufen, die eine sachte Erhebung heraufführen. Zu allen Seiten ist sie dicht von Bäumen und Buschwerk gegen Blicke von draußen versteckt. Aber die Hügelkuppe selbst stellt eine freie Fläche dar, die man nach den Stufen durch einen Torii (rotes, geschwungenes Holztor) betreten kann. Ein kleiner, überdachter hölzerner Brunnen direkt neben dem Weg hält die Besucher zur Reinigung an und übers Gelände sind diverse alte und verwitterte Toros (Steinlampen) und Fuchsstatuen verteilt, die nur wenig mehr als 1m hoch sind. Der Balken für die Ema (Holztäfelchen mit Wünschen) schließt direkt an den Brunnen an. In der hinteren Hälfte steht der Schrein selbst, ein fensterloses Holzhäuschen mit umlaufender Terrasse und hölzernem Geländer. Das alles ist auf einem flachen Steinsims errichtet, das man mit fünf Steinstufen erklimmen kann. So erreicht man die saisen-bako (Holztruhe), in die die Gaben entrichtet werden können, daneben hängt das Seil der Glocke, die am Giebel des weit überstehenden, leicht geschwungenen Dach aus Holzschuppen befestigt ist. Die Tür zum Heiligtum ist verschlossen und versiegelt, aber das Gebäude ist etwas langgestreckt und hat eine weitere, verschlossene Tür auf der Rückseite.

Auf der Terrasse stolziert Kitsuko, ihr Fell glänzt geschmeidig orangebraun, selbst in diesem Zwielicht. Als sie der anderen gewahr wird, stellt sie die Ohren auf, steckt ihre Schnauze zwischen dem Geländer heraus und begrüßt sie mit leiser Stimme: "Ah, ehrenwerte Gäste. Welch ein Glanz an diesem heiligen Ort. Ich danke euch für euren Besuch. Gibt es einen Grund für diese Ehre? Oder kann ich euch etwas anbieten?" Sie legt ihren Kopf ein wenig schief und blinzelt.
« Letzte Änderung: 26.01.2016, 18:43:07 von Kitsuko »

Arisu

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Geschichte I - Ein normaler Tag in Inaba
« Antwort #2 am: 03.12.2015, 19:19:16 »
Bunt schillernd im Licht der Sonne zieht ein Schmetterling seine verwirrenden Bahnen zwischen den Baumstämmen hindurch. Immer wieder leuchten seine Flügel auf, wenn er aus dem Schatten eines der alten Riesen fliegt und durch die Lichtbahnen gleitet, die sich von den unregelmäßigen Lücken des Blätterdachs bis zum Boden erstrecken. Er setzt seinen Weg unbeirrt fort, ungestört im Schutz der Vegetation. Dabei flattert er auch an einem kleinen Hügel am Rand einer Lichtung nahe des Schreins vorüber, den Eingeweihte als einen Kaninchenbau erkennen würden. Wie von einem unsichtbaren Zauber angezogen verharrt er eine Weile vor dem kleinen, nach warmer, weicher Erde riechenden Loch des Eingangs, schwirrt hin und her, bis sich aus dem dunkel eine kleine, feuchte Nase schiebt und nervös schnuppert.

Es dauert eine Weile, bis der Nase ein pelziger Kopf mit zwei langen Ohren folgt. Große, runde Knopfaugen folgen dem Flug des bunten Falters, und ein flauschig wirkendes Kaninchen hoppelt langsam aus dem Bau hinaus. Die Lauscher spielen, während es sich auf die Hinterläufe aufrichtet und sich mit den Vorderpfoten die Nase reibt. Dann schnuppert es nochmals in Richtung des Schmetterlings. "Hallo, du! Bleib doch da..!" Das bunte Tierchen reagiert scheinbar nicht, sondern steigt in die Höhe und flattert über das Gras der Lichtung dahin. Das Kaninchen schaut ihm nach, dann macht es einige rasche Sprünge in das noch vom Tau feuchte Gras und beginnt hinter dem Schmetterling her durch das saftige Grün zu tollen. Die fröhlichen Bocksprünge lassen das auf den ersten Blick rundliche Tier plötzlich flink und behände wirken, als würde es vor Lebensfreude schier platzen.

Takeo

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Geschichte I - Ein normaler Tag in Inaba
« Antwort #3 am: 04.12.2015, 07:55:36 »
Auf halber Höhe zwischen Schrein und Kaninchenbau sitzt ein gefährlich aussehender Hund: Ein durch und durch muskulöser Körper mit kurzem, mittelgrauem Fell, ein äußerst kräftig aussehendes Gebiss unter hängenden Lefzen, und dazu noch ein schwarzes Halsband mit silbernen Stacheln. Erst ein Blick in die sanftmütigen Augen des kleinen Kolosses verrät, dass er bei weitem nicht so gefährlich ist, wie er scheint.

Entspannt setzt er sich auf den Waldboden, und beobachtet das Spiel des Kaninchens, bevor er sich dem Fuchs zuwendet. "Die Ehre ist wie immer auf meiner Seite", antwortet er mit dunkler, fester Stimme. "Der Grund für meinen Besuch ist, wenn ich ehrlich bin, das Nachbarskind. Ein Jahr alt, der Kleine, und hat meinen Schwanz als interessantestes Spielzeug der Welt entdeckt."
Er sieht sich um zu seinem kurzen, geraden Schwanz, als wolle er prüfen, ob noch alles an seinem Platz ist. "Ich mag die Menschen, aber die Großen mehr als die Kleinen."

Wer Takeo kennt, weiß, dass dies nicht stimmt, und dass er vermutlich eine sehr, sehr lange Zeit des Schwanzziehens über sich hat ergehen lassen, bevor er in den Wald geflüchtet ist. Im Augenblick aber glaubt er selbst an das, was er sagt.

Dann fällt sein Blick auf den Waldboden unter ihm, und die kleinen Schlappohren stellen sich interessiert auf. "Oh, was ist das denn?" Er scharrt den weichen Waldboden mit seiner linken Pfote zur Seite, bis ein kleines, dunkelbraunes Etwas zum Vorschein kommt. Ein leichtes Grinsen erscheint in seinem Gesicht, als er sich vor seinem Fund auf den Boden legt, kurz daran schnüffelt und ihn dann mit der Schnauze aufnimmt. "Kastanie", erklärt er kauend, "wohl noch aus dem letzten Herbst übrig geblieben."

Plötzlich hält er inne, und die Ohren legen sich schuldbewusst nach hinten. Mit der halb zerkauten Kastanie im Maul schaut er zwischen Arisu und Kitsuko hin und her. "Möchte jemand was abhaben?" fragt er mit vollem Mund.
« Letzte Änderung: 08.12.2015, 22:21:36 von Takeo »

Arisu

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Geschichte I - Ein normaler Tag in Inaba
« Antwort #4 am: 06.12.2015, 12:45:18 »
Das kleine Kaninchen hat das Haschmichspiel mit dem bunten Schmetterling nach einer Weile aufgegeben und hoppelt langsam zu seinen Freunden. Indem sie die Füchsin mustert und sich erneut mit den Pfoten ihre winzige Nase reibt, setzt sich Arisu wie eine winzige Fellsphinx unter das Geländer und schaut zu ihr hoch. "Puh, was bist du heute wieder ernst..!" An einigen Grashalmen mümmelnd meint sie dann undeutlich: "Ein föner Tag heute, waf? Wir follten gemeinfam waf unternehmen!" Darauf wirft sie einen Blick zu Takeo, der mit der halb zerbissenen Kastanie im Maul auf sie hinunter schaut.

Zögerlich hoppelt sie näher an ihn heran, und ihr Näschen zittert nervös, als sie schnuppert. Schließlich rümpft sie es ein wenig. "Vielen Dank, aber ich bleibe lieber bei meinem gewohnten Essen." Dafür macht sie jedoch von einem anderen Angebot Gebrauch, von dem der Hund noch nichts wissen kann, weil er es gar nicht ausgesprochen hat: Sie hoppelt ganz an ihn heran, drängt sich gegen seine Flanke, dreht sich dort einige Male um ihre eigene Achse und hat sich schließlich zu einem flauschigen Pelzball gerollt an ihn gekuschelt. Sichtlich zufrieden mümmelt sie vor sich hin, ihre Knopfaugen blinken aus ihrer gemütlichen lebenden Höhle zu Kitsuko hinauf.

Kitsuko

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Geschichte I - Ein normaler Tag in Inaba
« Antwort #5 am: 07.12.2015, 18:05:58 »
Kistuko richtet ihren Kopf gerade und blickt zu Takeo: "Ihr sprecht von Katsou, nicht wahr? Wie nett, dass ihr ihm ein wenig eurer Zeit geschenkt habt, Samurai des Tages. Ihr seht es richtig, den Jungen und den Alten gegenüber muss man mehr Nachsicht walten lassen." Kurz geht ein Blick zu der jagenden Arisu hinüber, aber er ist nicht unfreundlich. "Danke, nein, aber wenn es euch noch an etwas fehlt, werde ich mich darum kümmern.", lehnt sie das Angebot ab und setzt sich in Bewegung. Mit ein paar Schritten springt sie durch das Geländer, nahe der Opfertruhe und läuft die Treppe herab. Vor Takeo und Arisu setzt sie sich auf ihr Hinterteil und sieht aus wie das lebendig gewordene Äquivalent einer der Statuen.

"In der Tat ein schöner Tag, und noch sehr ruhig.", bestätigt sie ihre Freundin. Dann erklärt sie ihre Sprache: "Ich möchte es euch gegenüber nicht an Respekt mangeln lassen, dies bestimmt die Wahl meines Ausdrucks. Habt Ihr eine bestimmte Idee, was ihr unternehmen wollt?"
« Letzte Änderung: 26.01.2016, 18:47:00 von Kitsuko »

Arisu

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Geschichte I - Ein normaler Tag in Inaba
« Antwort #6 am: 22.12.2015, 14:36:21 »
Aus ihrer bequemen Position heraus mustert die Häsin Kitsuko. Dabei stellen sich ihre Ohren auf – und mögen Takeo damit durchaus den Blick versperren – wie sie es stets tun, wenn sie jemandem ihre ganze Aufmerksamkeit schenkt. Die förmliche Ausdrucksweise der Füchsin scheint in Arisu aber keineswegs den Drang zur Nachahmung zu wecken. Sie blickt ihr Gegenüber aus unbesorgt strahlenden Knopfaugen an und überlegt dann – dies wird deutlich, als eines ihrer höchst beweglichen Ohren in der Mitte abknickt und quasi auf Halbmast hängt. "Hmmm... wir könnten Verstecken spielen. Das macht Spaß! Was meint ihr?" Sie weiß zwar, dass sie gegen die feinen Nasen ihrer Gefährten keine guten Chancen hat, aber das kann weder ihre Laune noch ihre Lust auf das Spiel trüben.

Kitsuko

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Geschichte I - Ein normaler Tag in Inaba
« Antwort #7 am: 23.12.2015, 14:42:56 »
Die Füchsin lässt es sich nicht anmerken, ob sie davon beleidigt ist, dass ihr nicht in der gleichen Form geantwortet wird wie sie selbst benutzt. Sie wirkte schon immer wie aus einer anderen Zeit stammend. Manchmal fällt es ihr schwer, den schnellen und ungewohnten Ausdrucksweisen der anderen zu folgen, aber sie hat eine hohe Kontrolle darüber, was nach draußen durchschimmert.

Während ihr Schwanz von einer Seite zur anderen streicht und hinter ihr hervorlugt, schiebt sie ihren Kopf hin und her, um den Blickkontakt mit Takeo zu halten, obwohl Arisus Ohren dazwischenkommen. "Meiner Meinung nach gibt es nichts gegen diese Beschäftigung einzuwenden. Wie steht ihr dazu, ehrenwerter Krieger? Und auf welche Regeln wollen wir uns einigen? Was sind die Grenzen des Suchgebietes, wer sucht und welche Kräfte sind erlaubt?"
« Letzte Änderung: 26.01.2016, 18:49:34 von Kitsuko »

Luther Engelsnot

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Geschichte I - Ein normaler Tag in Inaba
« Antwort #8 am: 27.01.2016, 23:32:25 »
Takeo lässt es stoisch über sich ergehen, als Arisu sich bei ihm ankuschelt, denn es ist immer noch besser als weiteres ziehen an seinem Schwanz. Er legt sich ebenfalls hin und schmiegt sich an das flauschige Häschen, um ihr Wärme und Zuneigung zu spenden. Da Niemand etwas vom dem gefundenen Fressen wollte, kaute der Hund weiter auf der Kastanie herum, bis das Gespräch auf eine andere Tätigkeit gelenkt wurde. Der Hund sperrte die Ohren auf und würde liebend gerne noch etwas Zeit verbringen. Aber es wäre angesichts seiner Spürnase sicher nicht fair und außerdem hatte sein Frauchen befohlen, dass er nicht zu lange heute fortbleibt. Takeo erhebt sich mit einem entschuldigend Hundeblick in Richtung von Arisu wieder und schüttelt den Kopf schnell von links nach rechts und wieder zurück.
„Ich muss leider schon wieder weg. Aber es war schön euch beide zu sehen.“
Verabschiedet der Hund sich und sprintet davon, tiefer in den Wald und in Richtung von Inaba.
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Piri

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« Antwort #9 am: 28.01.2016, 00:47:51 »
PLUMPS!
Takeo ist wohl einen Augenblick zu früh aufgesprungen - das Kätzchen mit dem getigerten Rücken und dem weißen Bauch, das aus dem bebenden Gebüsch gesprungen kommt, landet in der leeren Mooskuhle. Seine Öhrchen sind aufgestellt, das Schwanzfell aufgebauscht.
"Nächstes Mal aber!"
Erst dann scheint das Kätzchen die anderen beiden Tiere am Schrein wahrzunehmen. Es setzt sich hin, schleckt eine Pfote an und fängt an, seinen Hinterkopf zu putzen.
"Hallo Kitsuko-sensei! Arisu-chan!," begrüßt Piri ihre Freunde. Der Häsin verpasst sie gleich auch eine wortwörtliche Katzenwäsche, denn wenn jemand weiß, wie man Öhrchen putzt, dann wohl eine Katze!
Kurz darauf springt sie allerdings auch schon wieder auf, um schnuppernd hin und her zu tigern.
"Ich hab Hunger," vermeldet das Kätzchen. "Wart ihr heute schon in der Stadt? Die Menschen machen heute so viel Lärm bei der Fischhütte. Und es riecht da auf einmal so gräßlich. Der gute Fisch!" Bei dem Gedanken an einen saftigen Tunfischhappen läuft Piri das Wasser im Mund zusammen.
ニャ ニャ!

Arisu

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« Antwort #10 am: 28.01.2016, 17:21:32 »
Mit eingeknickten Ohren sieht die Häsin Takeo nach, als er sich verabschiedet. "Ooooch, schaaaade..!" schmollt sie ein wenig und schüttelt sich dann. Es war wirklich warm und bequem, an sein Fell gekuschelt zu dösen... "Komm bald wieder!" ruft sie ihm noch nach, bevor sie sich mit beiden Vorderpfoten die winzige Nase reibt. Dann hoppelt sie ein paar Schrittchen im Kreis herum, legt den Kopf schräg und späht erst mit einem bedauernden "...gerade wo wir uns einig waren, was wir spielen wollen..." zu der Füchsin, dann zu Piri.

Als das Kätzchen beginnt, ihre Ohren zu säubern, rollt sie sich kichernd auf den Rücken und strampelt mit ihren kräftigen, langen Hinterläufen in der Luft. "Niiiicht, das kitzelt..!" hechelt sie und rollt dabei von einer Seite auf die andere. Ihre pelzigen Vorderpfoten tasten spielerisch nach Piri. Als das Kitzeln an ihren langen Lauschern überstanden ist, rollt sie sich wieder herum, richtet beide steil auf und schaut die kleine Katze aus ihren dunklen Knopfaugen an.

"Hunger habe ich auch" meint sie zustimmend. "Aber Fisch..?! Puuuh... der riecht doch nie gut! Wir sollten lieber mal beim Gemüsehändler vorbeischauen. Ah, was ich da schon für feine Sachen abgestaubt habe..!" Sie patscht begeistert mehrmals ihre kleinen Pfoten zusammen, während ihre Ohren die Bewegung nachahmen. Dann richtet sie sich auf und späht zu Kitsuko. "Was meinst du? Sollen wir? Sollen wir, hm?" Sie scheint von der Idee regelrecht begeistert. "Überleg doch nur mal: Frischer Salat, oder vielleicht ein paar saftige Möhren..!"

Kitsuko

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« Antwort #11 am: 29.01.2016, 06:43:22 »
"Das ist zwar zu bedauern, aber es ist selbstverständlich, dass Pflichten ein höheres Gut sind. Alles Gute und Erfolg, Krieger des Tages.", verabschiedet sich die Füchsin vom Hund. Und zuckt zusammen, als das Kätzchen aufschlägt. Sie antwortet freundlich auf die Begrüßung: "Willkommen zurück, gelehrige Schülerin. Es ist eine Freude, das so viele den Ort mit ihrer Präsenz beehren." Sie geduldet sich, bis die beiden ihren Spaß beendet haben und klinkt sich erst im folgenden Gespräch wieder ein. "Prir hat wohl die Zubereitung des Fisches gerochen?", fragt sich Kitsuko amüsiert. "Und schon wieder geht es ums Essen. Fehlt eigentlich nur noch der Tanuki." Sie selbst hatte noch keinen Hunger. "Wenn ihr Hunger habt, sollte etwas dagegen getan werden. Auch wenn wir gerade eher geneigt gewesen zu sein schienen, einer Zerstreuung nachzugehen.", spricht sie und setzt mit einem kurzen, raubtierhaften Grinsen hinzu: "Ich brauche noch nichts, auch wenn mir alles schmecken würde. Zu eurem Glück seid ihr ja nicht mehr klein." Sie verdreht ihren Kopf gedankenverloren: "Obwohl, so ein wenig frittiertes Tofu." "Das Beste wäre es wohl, einen Ort zu finden, wo die Menschen all die gewünschten Speisen zum Verkauf anbieten."

Fujinuki

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« Antwort #12 am: 30.01.2016, 09:21:00 »
Langsam schiebt sich ein graubraune Fellmatte, die an einen pelzigen Fußabtreter erinnert, aus dem Unterholz des Waldes auf die Wiese, die den Schrein umgibt. Kurz hebt sich ein ebenso flauschiger Kopf aus dem höheren Graß und schaut sich nach allen Seiten um. Als das Wesen niemanden entdeckt, setzt es seine Tauchfahrt durch das Gras in Richtung Schrein fort und nutzt dabei auch die Fuchs-Statuen als Deckung.
Schließlich ist der Marderhund, denn um einen solchen handelt es sich, an der Terrasse des Schreins angekommen. Noch einmal schaut er vorsichtig in der Umgebung umher und hört jetzt Stimmen von der anderen Seite. Flink huscht er die Treppe empor auf die Terrasse und beugt sich neugierig schnuppernd in die Kiste mit den Opfergaben. Ein wenig enttäuscht, das so früh am Tag die Gaben noch recht wenige sind, greift er sich trotzdem die einzige Frucht und beißt genüsslich hinein. Leicht klebriger, aber wunderbar süßer Saft rinnt ihm an den Seiten der Schnauze hinab und wohlig seufzt er bei dem Bissen auf. Doch dann schaut er sich gehetzt um.
Hat ihn jemand gehört?
Schnell läuft er wieder die Treppe hinunter und umrundet den Tempel, als wäre nichts gewesen, die Frucht noch im Maul.
Wie Fujinuki es sich gedacht hat, findet er auf der Rückseite seine Freunde und Bekannten, die sich anscheinend gerade über eines seiner liebsten Themen unterhalten: Essen.
Kurz setzt er die Frucht ab und ruft ein "Guten Morgen alle zusammen!", bevor er sich mit seiner Beute den anderen nähert. Dort angekommen setzt er sich gemütlich hin und knabbert weiter an dem süßen Stück.
"Man sollte immer was Essen, wenn man kann! Wer weiß, wann es das nächste Mal etwas gibt.", nimmt er Kitsukos Kommentar auf. Allerdings vermeidet er es, ihr in die Augen zu schauen. "Ich könnte den ganzen, lieben, langen Tag essen." Er klopft sich mit seiner Pfote auf den Bauch, der über die Wintermonate während des Schlafes ein wenig geschrumpft ist. "Bin schon ganz mager.", hängt er ein wenig traurig klingend an.
 
« Letzte Änderung: 30.01.2016, 09:25:59 von Fujinuki »

Kitsuko

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« Antwort #13 am: 31.01.2016, 11:42:40 »
"Kaum spricht man vom Essen, ist er da.", denkt die Füchsin amüsiert, bemerkt dann aber die Spuren der Mahlzeit. "Lass mich raten...malc schauen." Während ihr Körper in der gleichen aufrechten Haltung verharrt, verdreht sie den Kopf, um Fujinuki direkt anzusehen: "Seid ebenfalls willkommen, freundlicher nusutto. Stets seid ihr ein Quell der Freude und Unterhaltung, in diesem Punkten bereichert ihr die Runde. Da ich euch aber dieses Mahl noch nicht angeboten habe, nehme ich an, ihr werdet es ersetzen?" Ihr Lächeln passt nicht ganz zu den blitzenden Knopfaugen.

Arisu

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« Antwort #14 am: 31.01.2016, 12:43:43 »
Die Knopfäugelchen der Häsin glänzen bei Kitsukos Worten. "Ja, eine tolle Idee! Weißt du denn so einen Ort?" fragt sie begeistert. Dann hoppelt sie zu der Füchsin und sieht sie mit schräg gelegtem Kopf an, einen Lauscher steil aufgerichtet, den anderen nachdenklich eingeknickt. "Hmmm... das wäre gut. Nuki-kun kann uns bestimmt helfen – der riecht doch alles Essbare schon von weitem" kichert Arisu. Als der Marderhund wie gerufen erscheint, dreht sie sich zu ihm um, wobei ihr Näschen nervös in seine Richtung zu schnuppern beginnt. Auf seine Klage hin hoppelt sie die kurze Strecke zu ihm, mustert ihn eingehend und meint dann "Guten Tag, Nuki-kun! Na, ich finde, sooo mager bist du nun auch wieder nicht." Die Nase dicht über dem Boden, stupst sie seinen Bauch leicht an. "Ganz schön rund!" kommentiert sie respektlos und klopft mehrmals energisch mit einem Hinterlauf auf den Boden.

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