Autor Thema: Kapitel III: Das Lied der Zeiten  (Gelesen 786 mal)

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Ayleen Chepi Anitsiskwa

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Kapitel III: Das Lied der Zeiten
« Antwort #15 am: 02.12.2019, 07:16:46 »
Die Schakerei in ihrem Rücken nehmen Ayleens spitze Ohren durchaus wahr, mehr als ein unauffälliges Augenverdrehen provozieren sie aber nicht, vor allem, da sie Mühe hat, Schritt zu halten. Eigentlich hält sie sich immer für trainiert, aber ihr neuer Körper und diese Umgebung verlangen ihr mehr ab. So bleibt sie still und lässt die Eindrücke auf sich wirken. Auch dieses Dorfleben hier gefällt ihr, doch lässt sie es sich nicht anmerken und reagiert auch nicht auf die Blicke, die sie auf sich ziehen. Ganz unnahbare Prinzessin stolziert sie zum Lagerfeuer.

Sie neigt kurz den Kopf, um Respekt zu zeigen, dann sieht sie den Friedensbringer direkt an. Sie antwortet ihm auf ihrem indianischen Akzent: "Seid gegrüßt, Friedensbringer. Ich bin" - kurzes Zögern - "Ayleen Anitsiskwa, dies sind meine Reisegesellschaft:" und sie stellt alle vor mit Fingerzeig. "Nicht alle sind unserer Zunge mächtig, ich werde daher gelegentlich übersetzen." Was sie dann auch tut.

Solange kein Platz angeboten wird, bleibt Ayleen stehen und erklärt sich: "Danke für euer Willkommen. In der Tat brauchen wir Hilfe. Das Orakel sprach davon, dass ihr uns den Weg weisen könntet. Wir suchen eine der unseren, die vor uns hier Orientiertung und Verständnis gesucht hat, als Fremde hier. Wir wollen sie finden und ihr auf der Suche nach einem neuen Wächter helfen." Aufmerksam beobachtet sie die Reaktionen ihres Gegenübers. Sollte er nicht erkennen lassen, dass er versteht, wen sie suchen, würde sie noch eine Beschreibung, basierend auf den Worten des Orakels, nachschieben.

Changeling

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Kapitel III: Das Lied der Zeiten
« Antwort #16 am: 03.12.2019, 19:23:20 »
Laura Anns Knicks scheint den Friedensbringer zu überraschen. Er schaut sie verwundert an, ehe er diese für sie alltägliche, hier aber vermutlich eher unbekannte Geste begreift und kurz lächelt. Ein kaum merkliches Nicken begleitet dieses Lächeln, da sein Blick auf die ineinander verschlungenen Hände der beiden Satyrn fällt. Erst als Eddy sich ziemlich hörbar räuspert und Ayleen ihn anspricht, weist er mit einer Hand auf das Feuer. "Setzt euch, wärmt euch am Feuer" sagt er schlicht und nimmt auch selbst wieder mit untergeschlagenen Beinen Platz. Dabei können sie an seinen nackten Armen ein Spiel perfekt geformter Muskeln sehen – wenn ihnen dabei ein Gedanke kommt, dann am ehesten der an eine der klassischen griechischen Statuen, die ihnen in der Schule Direkter Morten, mit Leib und Seele Humanist, gelegentlich in schönen Bildbänden gezeigt hat. Die Gesichtszüge des Friedensbringers allerdings weisen nur teilweise europäisch wirkende Merkmale mit merklichen indianischen Spuren auf. Nachdem die Gefährten sich rund um das Feuer niedergelassen haben, lässt der Felsmann sie und ihr eigenartiges Gegenüber allein und zieht sich zu seinen Leuten zurück, die der Gruppe nunmehr auch kaum noch große Beachtung schenken.

Ricky scheint ähnlich beeindruckt wie Laura Ann. Der Junge flüstert ihr zu: "Ich glaube nicht, dass er zu ihnen gehört. Er wirkt wirklich ganz anders." Der Erwähnte hört das Tuscheln der Satyrn nicht, oder er gibt es zumindest höflich vor. Aufmerksam lässt er den Blick seiner hellen Augen über jeden einzelnen streifen. Etwa länger bleibt er an Eddy und insbesondere an dem Folianten Goibnius hängen. Schließlich aber sagt er mit Betonung: "Willkommen nochmals dir, Ayleen Anitsiskwa, und deinen Gefährten." Dann zieht ein rasches Schmunzeln über seine Lippen, und jetzt erst bemerken sie alle mit Erstaunen, dass sie ihn auch ohne die Übersetzung des Mädchens verstehen: Der Friedensbringer spricht, und ihnen allen ist klar, was er zum Ausdruck bringen will. Welcher Sprache er sich allerdings bedient, das ist schwer zu sagen... es wirkt fast wie in einem Traum, völlig klar und doch nicht mit Händen zu greifen. Bedächtig verschränkt er seine Arme, nickt noch einige Male und erklärt dann: "Ich wusste, dass ihr kommen würdet. Die Geister sandten mir Träume." Das klingt so natürlich und selbstverständlich, als habe er gerade erklärt, Wasser getrunken zu haben.

"Oh ja," fügt er nach einer kurzen Pause hinzu, ohne dass man ihm so etwas wie Überraschung anmerken würde, "ihr meint das tapfere junge Mädchen, das nichts von seinem Mut weiß... ja, mir wurde berichtet, dass sie hier war. Sie brach auf, kurz ehe ich eintraf. Ihr Schicksal ist eines von großer Bedeutung, das weiß ich – doch welche ihre Rolle genau sein wird, vermag ich nicht zu erkennen. Noch nicht. Die Nebel der Zukunft sind schwer und dicht!" Er deutet auf das Buch auf Eddys Schoß, das der Troll nach wie vor hütet wie seinen Augapfel. "Wie ich sehe, seid auch ihr mit dem Wächter bekannt." Eddy schreckt hoch und fasst das Buch unwillkürlich fester. Sein Gesicht zeigt Überraschung, wohingegen die Mienen von Ricky und Sonnenauge die reinen Fragezeichen sind. Sie verstehen offenbar nicht, was der Friedensbringer meint. "Wie meinen Sie das?" stößt Eddy endlich hervor, und die schlanke Gestalt neigt leicht den Kopf. "Allüberall hat der Wächter Feinde, denn viele wünschen die Tore auf immer geschlossen zu sehen. Dass er aber Freunde hat, die noch nicht einmal um seine schwere Bürde wissen, verwundert mich. Hat er euch denn nicht mehr von sich erzählt? Von seinen Aufgaben, von dem Pfad, den er bewacht?" Sonnenauge fasst sich trotz seiner Jugend recht schnell. Er raunt den anderen aufgeregt zu: "Der Wächter, von dem das Orakel sprach – ihr müsst ihm schon begegnet sein, auf der anderen Seite des Tors!" Eddy dagegen scheint mit einem Mal sehr nachdenklich.

Ayleen Chepi Anitsiskwa

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Kapitel III: Das Lied der Zeiten
« Antwort #17 am: 10.12.2019, 06:36:44 »
Der Aufforderung zum Sitzen kommt Ayleen nach, wobei sie ihren Bogen über ihre Schulter lehnt. Sie dankt für die Einladung und fragt sich auch, welchem Volk der Friedensbringer angehört. Sie lässt ihn zunächst reden und wirkt keinesfalls irritiert von den Worten über die prophetischen Träume. Auch seine Feststellung, dass sie bereits einen Wächter kennengelernt haben, erschüttert sie nicht. Die Reaktionen der anderen lassen sie ein wenig Schmunzeln. "Er spricht von Herrn Phelps und seniem Projektor.", erklärt sie, als ob es keine neue Erkenntnis für sie wäre. Die Erinnerung an die Bedrohung, die grauen Herren, jagen ihr allerdings einen Schauer über den Rücken. Das Phelps auch in Realität alt ist und eine Ablösung braucht, so wie sich abzeichnet, bedauert sie schon ein wenig. Sie kennt ihn zwar noch nicht gut, hoffte aber noch eine Menge zu lernen aus dieser Bekanntschaft.

Die Neuigkeiten zu Tiffany freuen sie, auch wenn sie nicht so detailliert sind wie gedacht. Daher lankt sie das Gespräch in eine andere Richtung: "Haben die Träume euch noch mehr verraten, was hilfreich für uns sein könnte?" In Richtung der Gruppe rfagt sie: "Habt ihr Fragen?" Um dann die fleischgewordene griechische Statue zu bitten: "Könnt ihr uns bitte den Weg, wenn möglich auch den Plan unserer Freundin erklären?"
« Letzte Änderung: 17.12.2019, 08:49:03 von Ayleen Chepi Anitsiskwa »

Laura Ann

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Kapitel III: Das Lied der Zeiten
« Antwort #18 am: 27.12.2019, 21:17:30 »
Laura Ann setzt sich neben Ricky auf den Boden, streicht die Falten ihres Rocks glatt. Nervös legt sie ihre Beine mit überkreuzten Hufen mal nach rechts, mal nach links. Sie blickt in die Runde und hebt dann eine Hand. "Ich möchte gerne wissen, wie wir den Weg gegen die grauen Herren verteidigen können. Und ist Tiffany wie Ayleen, Eddy oder wie Ricky und ich? Ich meine, vielleicht können wir sie leichter finden, wenn wir das wissen." Ihre Fragen sind nicht so intelligent wie Ayleens, doch sind Satyre nicht für ihre tiefen Weisheiten bekannt.

Nervös spielt sie mit dem Saum ihres Rockes, schaut zu dem Friedensbringer. Je länger sie spricht, desto mehr röten sich ihre Wangen. Schließlich tastet sie wieder nach Rickys Hand, um sich zu beruhigen.

Changeling

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Kapitel III: Das Lied der Zeiten
« Antwort #19 am: 02.01.2020, 15:14:04 »
"Phelps, na klar!" Eddy nickt, ohne den Friedensbringer aus den Augen zu lassen. "Er hat mir ein paar Sachen erzählt, die ich nicht verstehen konnte. Jetzt wird mir einiges klar: Er muss selbst schon hier gewesen sein. Er... Teufel!!" Der Troll schüttelt verwundert den Kopf. "Leute: Ich glaube, wenn alles stimmt, was er mir gesagt hat, muss er wahnsinnig alt sein! Das waren alles Sachen, die er selbst erlebt hat. Nicht so wie wir bei diesem Geistreise-Ding – er selbst, versteht ihr?!" Sonnenauge wiegt den Kopf. "Es könnte sein. Unsere Sagen erzählen, dass die Wächter ganz besondere Leute sind." Der Friedensbringer lächelt unergründlich. "Oh ja. Ihr habt die Große Geistreise gemacht, also wisst ihr, dass Zeit nicht einfach nur ein einzelner Pfad ist, auf dem man immer vorwärts wandert. Sie verzweigt sich, es gibt Gabelungen und Irrwege, Stellen, an denen sie auf sich selbst trifft... Ein Wächter steht, ein kleines bisschen, neben dem Fluss der Zeit. Aber dennoch: Kein Wächter lebt ewig." Ricky hört stumm zu, mit offenem Mund. Er hält Laura Anns Hand fest und scheint kaum mitzukommen bei all dem, was er hört.

Der Friedensbringer schaut in die Runde, lächelt dann erst dem Satyrmädchen und darauf Ayleen zu. "Fragen, die zeigen, das ihr über einen Sinn für das Praktische wie auch über Weitsicht verfügt" fasst er dann die unterschiedlichen Begehren der Mädchen zusammen. "Nun, was die einfachste Frage angeht: Das Mädchen, das ihr vermisst, trägt das Erbe derer in sich, die sich
Sluagh nennen. Sie sind stille Leute und tragen oftmals große Trauer in sich. Doch durch ihre Art, alles aufmerksam zu beobachten, besitzen sie manche Weisheit, an der es anderen mangelt. Es heißt, dass sie am höchsten Zurückhaltung und Höflichkeit, Stille und Heimlichkeit schätzen." Er stößt einen Ast tiefer in das Lagerfeuer, das daraufhin heller auflodert, ehe er fortfährt: "Was ihr Plan ist, das liegt vor meinen Augen verborgen. Doch ich weiß, dass sie ebenso wie ihr die Große Geistreise angetreten und dabei womöglich etwas über ihr Schicksal erfahren hat, dem sie mit ihrem Handeln zu folgen oder auch zu widerstreben versucht. Ein Krieger der Felsleute hat sich erboten, sie zu begleiten. Sie wandten sich nach dem Sonnenaufgang und wollten den Immergrünen Wald erreichen. Doch der Weg dorthin führt entweder um die Ausläufer der Berge herum und über einen Teil der Singenden Ebene, in dem kriegerische Stämme wohnen, oder durch den Frostsumpf – ein sehr viel kürzerer, aber auch gefährlicher Weg. Es soll dort unheimliche Wesen geben...
[1]"

"Und die grauen Männer? Sie hat recht" wirft Eddy ein und deutet auf Laura Ann. "Was können wir gegen die machen?" Darauf wiegt der Friedensbringer langsam den Kopf. "Nun, ich weiß nicht genau, was für Männer das sind, doch ich ahne es. Vielleicht könnt ihr mir mehr über sie erzählen?" Er stochert weiter im Feuer herum und blickt nachdenklich in die Flammen. "Sind sie, was ich glaube, dann habt ihr hier, auf dieser Seite des Tores, wenig von ihnen zu befürchten. Sie sind sozusagen das Gegenteil all dessen, was diese Welt ausmacht, und würden hier vergehen, einfach verlöschen wie eine winzige Flamme in einem Meer aus feuchten Nebeln. Doch auf der anderen Seite haben sie mehr Macht. Sie formen eure Welt nach ihrem Sinn, ganz allmählich, aber unermüdlich. Ihr tut gut daran, ihnen auszuweichen, wann immer ihr könnt. Ist es gar nicht anders möglich, müsst ihr euch eurer Kräfte besinnen und sie weise einsetzen, um ihnen zu entkommen. Noch besser ist es, wenn ihr Freunde findet, die euch helfen! Man sieht es nicht jedem ohne weiteres an, doch es gibt immer noch manchen bei euch, der nicht zwischen den Welten wandert, aber tief in sich die Sehnsucht nach dem spürt, was die Menschenkinder sonst nur noch in ihren Träumen erlangen können. Findet solche Leute und sucht in ihnen die fast erloschene Flamme neu zu entzünden! Helft ihnen, die Schönheit dieser Welt zu erfahren, damit sie sie in ihrer verteidigen helfen! Nur wer weiß, wofür er streitet, wird den Mut finden, sich so schrecklichen Gegnern zu stellen, wie ich sie in euren grauen Männern vermute."
 1. Wenn ihr schauen wollt, ob euch mehr über diese Gegenden einfällt, könnt ihr entweder auf Int+Occult würfeln (Sagen, Legenden, alte Geschichten) oder Int+Survival (praktisches Wissen über Landschaft und Bewohner), Schwierigkeit jeweils 7.

Ayleen Chepi Anitsiskwa

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Kapitel III: Das Lied der Zeiten
« Antwort #20 am: 16.01.2020, 10:19:30 »
Ayleen lässt sich keine Verurteilung von Lauras Fragen anmerken, innerlich ist sie angetan von ihrer sich wandelnden Art, sich mehr einzubringen. Ricky enttäuscht sie da eher im Moment. Die Indianerin hört Eddy höflich zu, als er von Phelps erzählt, doch wirkt es nicht überrascht oder beeindruckt. Aufmerksamer ist sie, als der Friedensbringer spricht. Für sein Lob bedankt sie sich mit einem Nicken und beginnt sofort zu grübeln, als sie von den Orten hört, die auf Tiffanys (und ihrer eigenen) Reiseroute liegen können. Die Informationen zu Tiffanys Wesen und den Grauen Männern registriert sie, seufzt aber innerlich über die vorgeschlagene Taktik: "Aus dem Weg gehen kann ich, aber mich verbünden und andere für etwas begeistern? Ich bin doch nur eine Rothaut in deren Augen - und wenn man etwas richtig gemacht haben will, sollte man es selbst tun!" Um sicher zu gehen, dass die Identifikation des Friedensbringers zu den Grauen Männern passt, bietet sie an, von ihnen zu erzählen und tut es bei Annahme auch.

Im Anschluss teilt sie die Ergebnisse ihrer Grübeleien mit. Ein klare, volle Stimme erzählt: "Zu den beiden Reiserouten und dem Ziel trage ich einige Erinnerungsstücke in mir: Zunächst das Ziel: Im Immergrünen Wald residiert eine aus dem Land eurer Vorfahren zugezogene Feenkönigin. Sie hat sich mit dem Geist des Waldes verbunden und schützt ihn mit mächtiger Zauberkraft. Herzlich willkommen sind Fremde dort nicht, Stolz und Misstrauen bestimmen dort den Umgang mit ihnen." Sie legt eine Kunstpause ein, auch weil ihr noch nicht klar ist, was Tiffany dort will.
"Auf dem längeren Weg kommen wir durch einen Teil der Singenden Ebenen, in dem im Gegensatz zu unserem bisherigen nomadische und aggressivere Stämme leben. Pferde und Büffel sind ihnen heilig, sie respektieren Mut, Kampf- und Jagdgeschick. Im Frieden werden uns ihre Schamaninnen willkommen heißen, im Krieg geraten Reisende schnell mal unter die Räder und werden vom Kriegshäuptling...willkommen geheißen." Etwas betreten schweigt Ayleen, denn obwohl diese Stämme in der von ihr geschätzten traditionellen Weise leben, zeigen sie auch deutlich, welche Schwächen diese Lebensweise hat - Aggression und Brutalität führen zu ausufernden Auseinandersetzungen.
Sie sammelt sich kurz und setzt ihre Erzählung fort: "Der kürzeste Weg führt durch den Frostsumpf. Gleichzeitig ist es der gefährlichere. Dort finden zum einen böswillige Geister und vergessene Wesen ihren Unterschlupf, die andernorts keinen Platz haben. Außerdem muss man aufpassen, denn der Sumpf ist vielerorts nur passierbar, wenn das Eis hält, und das ist nicht immer zuverlässig."

Sie sieht zum Friedensbringer: "Habe ich etwas vergessen, was wissenwert wäre?" In Richtung ihrer Kameraden schließt sie: "Auch wenn ich glaube, ich könnte besser mit den Kriegern der Ebene verhandeln als einen Weg durch gefährliches Gelände zu finden - was aber auch geht - plädiere ich für die kürzere Route. Entweder holen wir Tiffany dort ein oder wir überholen sie und können sie am Wald erwarten. Andersherum laufen wir Gefahr, am Wald nur wieder ihren nächsten Schritten nachfolgen zu müssen. Wie ist eure Meinung?"
« Letzte Änderung: 30.01.2020, 21:36:39 von Ayleen Chepi Anitsiskwa »

Laura Ann

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Kapitel III: Das Lied der Zeiten
« Antwort #21 am: 28.01.2020, 05:05:26 »
Die Satyrin lauscht aufmerksam den Ausführungen des Friedensbringers und im Anschluss Ayleens. Satyre mögen eine offene Landschaft, in der sie rennen und springen können. "Ich gebe zu, dass ein Sumpf voller unbekannter Wesen mich ein wenig ängstigt. Genau wie ein Wald mit mächtigen Bewohnern." Sie sieht zu ihren kleinen Hufen, die nicht für weichen Untergrund gemacht sind, versinken sie doch leicht. Viele Wälder sind zu dicht zum Rennen. Doch dann hebt sie den Blick, schaut Ayleen direkt an. "Deine Argumente sind schlüssig. Wir haben ein Ziel: Tiffany. Was sie durchmacht, so ganz alleine...". Laura Ann schluckt und atmet tief durch ehe sie weiter spricht. "Ich bin froh und dankbar, dass wir diese Reise nicht alleine machen müssen. Ich vertraue dir Ayleen. Der Weg durch den Sumpf ist gefährlich. Doch mit dir als unserer Führerin werden wir es schaffen."

Schnell sieht sie zu Ricky, drückt seine Hand fester. Danach zu Eddy, der es im Sumpf auch nicht leicht haben wird. Schließlich schaut sie mit einem unsicheren Lächeln wieder Ayleen an.

Changeling

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Kapitel III: Das Lied der Zeiten
« Antwort #22 am: 02.02.2020, 13:27:05 »
Der Friedensbringer neigt leicht den Kopf und erwidert Ayleen: "Viel kann ich nicht mehr hinzufügen, womit euch gedient wäre. Zum Frostsumpf habe ich die Sage gehört, dass dort ein Eisdrache von titanischer Größe tief unter der Erde schlummert. Sein Atem soll es sein, der der ganzen Gegend seinen Stempel aufprägt. Doch es erinnert sich wohl kaum jemand so weit zurück, um sagen zu können, was hiervon wahr ist und was nicht. Allenfalls vielleicht der Gemahl der Königin im Immergrünen Wald..." Eddy fällt an dieser Stelle ein: "Goibnius Buch weiß auch viele Dinge! Ich werde gleich nachher suchen, ob ich was zu diesem Drachen oder dem Sumpf finde." Der Friedensbringer nickt. "Das wäre sicherlich weise. Ich will dafür sorgen, dass ihr an Ausrüstung bekommt, was ihr braucht. Auch Waffen werdet ihr vielleicht brauchen. Und womöglich findet sich unter den Felsleuten ein Führer, der euch begleitet."

Als man über die möglichen Reiserouten diskutiert, wiegt Eddy bedenklich seinen gehörnten Kopf. Es ist dem großen, massigen Troll anzusehen, dass ihm ein Marsch über sumpfiges Gelände gar nicht behagt. Dennoch nickt er widerstrebend. "Schätze, du hast recht" murmelt er in Ayleens Richtung. Während Sonnenauge die Arme verschränkt und mit gleichmütigem Gesicht verkündet: "Ich werde euch begleiten, gleich welchen Weg ihr wählt", reibt sich Ricky einige Zeit lang an der Schläfe und scheint intensiv nachzudenken. Dann räuspert sich der Satyrjunge. "Ich glaube, ich erinnere mich auch dunkel an was, das mit diesem Sumpf zu tun hat..." Als ihn alle anschauen, grinst er verlegen, kratzt sich im Nacken und erklärt: "Na ja... es geht um so eine Art Quelle oder Teich irgendwo mitten drin. Und an dem Wasser soll was ganz besonderes sein. Ich weiß leider nicht, was, aber wenn ich in die Nähe komme, finde ich auch den Weg dahin."

"Und wozu soll das gut sein, wenn wir noch nicht mal wissen, was an dem Zeug so besonderes ist? Wozu sollen wir's denn dann verwenden?!" wirft Eddy knurrend ein. Der Friedensbringer runzelt die Stirn und scheint antworten zu wollen, doch diesmal ist es Sonnenauge, der sich zu Wort meldet: "Wenn es mit diesem Wasser eine besondere Bewandtnis hat, kann es uns sehr nützlich sein. Einer Königin kann man nicht einfach so gegenübertreten. Wir sind weder berühmte Krieger noch große Medizinleute. Bestimmt würde es sie freundlich stimmen, wenn wir ihr ein Geschenk mitbringen." Hier hakt der Friedensbringer wieder ein: "Das denke ich auch. Wenn ihr mit Hilfe eures jungen Freundes hier einen Quell ausfindig machen könnt, aus dem ein wundersames Wasser entspringt, dürfte sie ein wenig davon wahrscheinlich erfreuen. Nicht viele wagen sich ohne Not in den Sumpf, also ist sicherlich sehr schwer an dieses Wasser zu kommen. Ich selbst weiß leider nichts darüber zu sagen."

Ricky, der zunächst noch etwas verlegen gewirkt hat, scheint bei dieser Reaktion ein wenig zu wachsen. Mit einem vorsichtigen Lächeln, in das sich jetzt auch Stolz mischt, schaut er sich unter den Gefährten um. Seine Hand gleitet um Laura Anns Hüfte. Er hält sie nun, wie er es in Gatsburg von den Jungs gesehen hat, die ihr Mädchen an den Sonntagen ausführen, und wirkt etwas selbstsicherer. "Okay," meint er sichtlich erfreut, "ich werd' mein bestes tun!" Der Friedensbringer schaut in die Runde. "Nun,, mir scheint, ihr habt euch für eine Route entschieden. Ich würde vorschlagen, ihr ruht euch noch einmal aus, ehe ihr den Marsch antretet. Auch brauche ich etwas Zeit, um von den Felsleuten zu erbitten, was ihr braucht, und nach einem Begleiter zu fragen."

Ayleen Chepi Anitsiskwa

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Kapitel III: Das Lied der Zeiten
« Antwort #23 am: 05.02.2020, 19:07:18 »
Ayleen murmelt ein bestätigendes "Verständlich.", als Laura ihren Respekt vor dem Sumpf und dem Wald betont. Was ihre Zustimmung und ihr Lob angeht, zaubern sie tatsächlich ein schwaches Lächeln auf die Züge der Indianerin: "Danke für das Vertrauen. Während ich vieles darüber weiß, wie man sich in der Natur zurechtfindet, möchte ich nicht behaupten, mich daran erinnern zu können, diesen Sumpf persönlich betreten zu haben." Insgesamt taut sie mehr auf als im Internat oder zu Beginn der Reise. Nach dem Schock aufgrund einiger Erkenntnisse aus ihrer Geistreise tut ihr Zuspruch gut, auch wenn sie sich schwertut, es sich anmerken zu lassen.

Die Zustimmung zur Reiseroute nimmt Ayleen mit einem Nicken zur Kenntnis und bestätigt auch Eddys Idee, im Buch nachzulesen. Den Worten von Ricky und dem Fraiedensbringer folgt sie aufmerksam. Ricky und Sonnenauge erhalten ein: "Das ist eine gute Idee! Und gut zu wissen, dass sich außer mir noch einer im Sumpf zurechtfindet." Letzteres klingt Leuten, die sie aus dem Internat kennen, wirklich ungewohnt. Die Angebote des Friedensbringers nimmt sie dankbar an: "Vielen Dank, die Pause und die Unterstützung hilft uns sehr. Falls es etwas gibt, was wir tun können?"

Als sich die Runde auflöst, wendet sie sich an den Rest ihrer Reisegruppe: "Eddy, du wolltest zunächst im Buch nach weiteren Informationen suchen. Ich würde mich gerne, bevor wir uns zur Ruhe legen, mit meinen Erinnerungen vertraut machen. Nach der Geistreise brauche ich ein wenig Sport. Außerdem will ich die Erinnerungen in meine Bewegungsabläufe integrieren. Will noch jemand trainieren, zum Beispiel, um sich mit Waffen vertraut zu machen?"

Laura Ann

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Kapitel III: Das Lied der Zeiten
« Antwort #24 am: 14.02.2020, 16:55:00 »
Kurz schaut das Satyrmädchen zu Rickys Hand um ihrer Hüfte, dann lächelt sie. Es fühlt sich nicht verkehrt an und scheint niemanden zu stören. "Woher weißt du das mit der Quelle? Aus einem Traum? Einer Geschichte? Hat es dir jemand erzählt? " Ihr neugieriges Lächeln liegt ganz auf ihrem Freund und ihr Stert zuckt immer wieder schnell hin und her.

Erst als alle aufstehen hüpft Laura auf ihre Hufe und zieht Ricky mit sich. Beide treten händchenhaltend neben Ayleen. Laura blickt die Indianerelfe mit größer werdenden Augen an und legt den Kopf schief, als diese anbietet, ihnen den Umgang mit Waffen näher zu bringen. "Oh, das würdest du tun? Danke, das wäre klasse. Ich kann nicht mit Waffen umgehen... außer denen einer Frau.. aber die zählen hier nicht. Und die hier-" sie fasst sich an die zierlichen Hörner  " - helfen auch nicht wirklich. " Vor Aufregung plappert das Satyrmädchen nicht nur, es hüpft auch in kleinen Sprüngen auf der Stelle.

"Was bringst du uns bei? Kämpfen mit dem Messer? Mit dem Bogen?" Völlig aus dem Häuschen hüpft sie weiter und erstarrt. In einem kleinen Moment bricht ein Tagtraum hervor. Sie erinnert sich daran, wie ihr als Kind ein Stock, den sie im Garten gefunden hatte und wie ein Schwert geschwungen hatte, von der Nanny weggenommen wurde. "Für Mädchen schickt sich das nicht." Dann hatte die Nanny den Stock mit beiden Händen zerbrochen und in den Müll geschmissen. Mit Tränen in den Augen hatte Laura ihr dabei zugesehen. "Aber Ivenhoe hatte auch eines und ..." -"Ivenhoe ist ein Ritter und Ritter sind Männer." Wieder im Hier und Jetzt schüttelt Laura den Kopf und sieht Ayleen an. "Mädchen können kämpfen. Du bist das beste Beispiel dafür. Ich bitte dich, zeige mir wie es geht."

Zögernd dreht Laura sich zu Ricky. "Ich weiß, dass du mich verteidigen wirst, sollte ich angegriffen werden. Aber es könnten zu viele Gegner sein..." Ihr Blick ist unsicher, sie möchte ihn nicht verärgern.
« Letzte Änderung: 14.02.2020, 16:58:17 von Laura Ann »

Changeling

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Kapitel III: Das Lied der Zeiten
« Antwort #25 am: 16.02.2020, 14:29:35 »
Der Friedensbringer macht sich auf den Weg, bei den Felsleuten für die Dinge zu sorgen, welche die Gefährten seiner Ansicht nach für ihre nächste Reiseetappe benötigen werden. "Ein netter Kerl" meinte Ricky, der ihm nachblickt, ein wenig respektlos, macht aber mit seinem fröhlichen Grinsen klar, dass der hochgewachsene Fremde ihm wohl wirklich sympathisch ist. Eddy brummt dazu nur und nickt. Er sagt zu Ayleen gewandt: "Das werde ich tun. Ich sage euch nachher, was ich so rausfinden konnte. Schätze, dass uns alles nutzt, was wir an Wissen über dieses Eis-Sumpf-Ding kriegen können." Auf Laura Anns Frage an den Satyrjungen kratzt der sich wieder im Nacken und meint, nachdenklicher geworden: "Ich weiß es gar nicht genau – ich erinnere mich einfach daran. Wenn das stimmt, was das Orakel gesagt hat, dann war ich wohl schon mal da – oder einer von meinen Vorfahren. Oder ich werde noch hinkommen... oder, mh... irgendwie so?" Hier wird sein Grinsen verlegen. So recht scheint er mit der Viel-Einheit der Erinnerungen noch nicht zurechtzukommen. Sonnenauge wirft an dieser Stelle ein: "Es ist verwirrend, du hast recht. Aber ich denke, wir sollten fürs erste einfach dankbar dafür sein, dass du es weißt. Warum und woher, das können wir klären, wenn wir Zeit dafür haben."

Eddy, der ebenfalls aufgestanden ist, das Buch unter dem Arm, überragt nun wieder alle mindestens um Haupteslänge. Er mustert Laura Ann, dann Ayleen und meint zu den Mädchen: "Ihr habt nicht viel Kraft – die beste Waffe für euch wäre ein Speer. Damit könnt ihr viel durch Technik und Beweglichkeit ausgleichen." Der Flussmann wendet sich daraufhin ebenfalls an Laura Ann und Ayleen: "Meine Leute fischen und jagen schon immer mit dem Speer. Wenn ihr wollt, kann ich euch zeigen, wie man damit umgeht." Ricky, den Laura Anns Geständnis offenbar nicht beleidigt hat, scheint im Gegenteil von dem Eifer des Satyrmädchens angesteckt zu werden. "Hey, vielleicht wäre es am besten, wenn wir
alle üben? Dann können wir es den Viechern zeigen, die in diesem Eisloch hausen!" Seine Beine beginnen leicht zu zucken wie bei einem Hund, der dringend Auslauf benötigt: Offenbar verspürt er ebenfalls einen starken Drang, sich zu bewegen. Eddys Gesicht verzieht sich zum ersten Mal, seit sie ihn als Troll kennen, zu so etwas wie einem Grinsen. "Nun gib mal nicht so an, du halbe Portion" meint er eher gutmütig. "Lernt erst mal, euch nicht gegenseitig zu erstechen, dann sehen wir weiter. Wenn es wirklich ernst wird, stehen Sonnenauge und ich vorn, klar?" Ein klein wenig erinnert er die Gefährten gerade wieder an den Sportunterricht im Internat – das einzige Fach, in dem die Sportskanone immer geglänzt hat, während die übrigen Schüler zumeist wie Sandsäcke am Barren hingen.

Ayleen Chepi Anitsiskwa

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Kapitel III: Das Lied der Zeiten
« Antwort #26 am: 17.02.2020, 05:59:58 »
Lauras begeisterte Annahme ihres Vorschlags entlockt Ayleen ein Lächeln, dass sogar ein wenig beschämt wirkt, als sie als Kämpferin gelobt wird. Dann wird sie wieder ernst und korrigiert Lauras Vorstellungen: "Wenn das hier eine Pistole wäre" - sie hebt ihren Bogen - "wäre es leicht, etwas weiterzugeben. Ans Bogenschießen kann ich mich erinnern, nicht jedoch ans Tomahawk oder Messer. Eher daran, wie man so etwas aus dem Weg geht. Den Bogen kann ich dir in Erinnerung rufen, falls du ihn schon kennst, sonst ist die Zeit für heute zu begrenzt. Was den Nahkampf angeht, fragen wir besser Eddy."

Eddys Einschätzung bestätigt Ayleen und meint dann, den Bogen in der Hand: "Ich halte mich besser aus der direkten Konfrontation heraus und suche hierfür Ziele." Zur Verteilung der Positionen im Kampf hat die Indianerelfe keine Einwände, erinnert nur daran: "Falls einer der Felsleute mitkommt, kann er hoffentlich auch die Front halten." Eddys körperlichen Fähigkeiten hatte sie wenig entgegen zu setzen, aber im Internat hatte sie selbst Ordentliches leisten können. Es war überdurchschnittlich genug, dass die Lehrerin sie nicht einfach durchfallen lassen konnte. 'Kein Wunder bei einer Wilden!', suggerierte sie allerdings stets. Sie schmunzelte, bevor sie begann, ihren Plan umzusetzen.

Laura Ann

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Kapitel III: Das Lied der Zeiten
« Antwort #27 am: 21.02.2020, 06:42:41 »
"Ein Speer... ja das ist eine gute Idee" Laura Ann sieht zu dem hünenhaften Eddy auf. "Man kann ihn mit beiden Händen führen, aber auch werfen. Er durchdringt sogar dichtes Fell." Kurz ist sie von ihrer eigenen Aussage verwirrt, doch dann denkt sie an das, was Ayleen sagte: sie erinnert sich an das Schießen mit Pfeil und Bogen. Genauso erinnert Laura Ann sich daran, wie sie selbst schon als Kind den Umgang mit dem Speer erlernte. Natürlich sind die Speere der Flussleute anders als die, an die sich das Satyrmädchen erinnert. Doch das Prinzip ist dasselbe.

So stehen kurze Zeit später Ricky und Laura Ann vor Sonnenauge, jeder mit einem Speer in den Händen. Sie üben Ausfallschritte, wie man sich mit dem Speer bewegt, ohne seine Kameraden zu gefährden. Für Nahkampfübungen nehmen die drei aber doch lieber Stöcke ohne gefährliche Spitzen. Natürlich nutzen die Satyre zwischendurch immer wieder ihre körperlichen Besonderheiten. Sie springen weiter als es Menschen möglich ist, sind flink und stehen kaum mal still. Am Ende sind sie verschwitzt, ausgepowert und zufrieden. "Im Falle eines Kampfes überlasse ich den Großen gerne die erste Reihe." sagt Laura lachend, als sie sich am Ende auf den Boden plumpsen lässt.

Changeling

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Kapitel III: Das Lied der Zeiten
« Antwort #28 am: 22.02.2020, 15:02:50 »
So machen sich die Gefährten daran, sich zu üben und auf die kommenden Fährnisse vorzubereiten, so gut es ihnen möglich ist. Eine große Hilfe sind ihnen Eddy und der Flussmann. Während Sonnenauge Laura Ann und Ricky zunächst einmal darin unterweist, wie man einen Speer führt, um sich durch Reichweite und Beweglichkeit Gegner vom Hals zu halten, gesellt sich der Troll erst zu ihnen, nachdem er einige Zeit in seinem großen Buch nachgeschlagen hat. Einer der Felsleute hat ihm, wohl auf Bitte des Friedensbringers, einen kunstvoll gearbeiteten Schild mit der Zeichnung eines widderähnlichen Tiers gebracht, den der blauhäutige Hüne leicht mit einer Hand führen kann. Dennoch bemerken Sonnenauge und die beiden Satyrn bald, dass das mehrlagige Leder des Schilds hart wie Stein und mit den Spitzen der Speere kaum zu durchdringen ist.

Auch lernen sie, dass es gar nicht so einfach ist, sich zu behaupten, wenn der baumlange Eddy mit tiefem Gebrüll auf sie zustürmt und der schwere Kopf seines Streitkolbens durch die Luft pfeift - dank seiner langen Arme besitzt auch er eine beachtliche Reichweite. Und so sind sie froh, dass man sich darauf geeinigt hat, ihn im Falle des Falles die erste Reihe bilden zu lassen. Ayleen findet bei ihren Zielübungen mit dem Bogen weniger Unterstützung, denn diese Waffe scheint bei den etwas schwerfällig wirkenden Felsleute nicht sehr üblich - zumal sie hier auch noch keinen einzigen Baum entdeckt hat, dessen Holz sich zum Bogenbau eignen würde. Dafür jedoch hat der Friedensbringer ihr einige recht gut klingende Tipps gegeben, wie man anhand von Blicken und Bewegungen eines Gegners ahnen kann, wann er zuschlagen will. Inwieweit diese Lektion sich in der Praxis bewähren wird, muss sich allerdings noch zeigen...

Als sie endlich erschöpft ihre Übungen beenden und von den Felsleuten zu einer einfachen Abendmahlzeit eingeladen werden, berichtet Eddy, was er aus Goibnius Buch in Erfahrung hat bringen können. Manches davon ist ihnen schon bekannt, anderes dagegen neu: Die Königin ist durch ihren Gemahl mit dem Immergrünen Wald verbunden. Es heißt, dass sie jedes Wesen spüre, das in den Wald eindringt, und dass Bäume und Tiere ihrem Willen gehorchen - wer ihr nicht willkommen ist, kann endlos durch das Unterholz irren, ohne den Platz zu finden, an dem sie Hof hält. Dieser soll sich inmitten des Waldes auf einer Lichtung im Schatten eines uralten, mächtigen Baums befinden, der ihrem Gemahl heilig ist. Auch sagt das Buch, dass die Königin ihr Volk schon lange vor der Ankunft im Immergrünen Wald auf einer langen Odyssee durch viele Welten führte, immer auf der Suche nach einem Ort, an dem sie in Frieden und Abgeschiedenheit leben könnten. Daher sind ihr viele Geheimnisse und Zauber bekannt, die sie im Laufe ihres langen Lebens gelernt hat.

Der Weg durch den Frostsumpf kann nicht ohne Gefahr beschritten werden. Nach Eddys Worten ist die einzige Möglichkeit, als Fremder die gefährlichen Stellen tauenden Eises zu vermeiden, sich an den Bewohnern des Sumpfes zu orientieren. Denn diejenigen Kreaturen, die lange im Sumpf leben, werden allmählich vom frostigen Atem des schlafenden Drachen vereinnahmt und lernen die Pfade zu wittern, auf denen sein eisiger Puls schlägt. Allerdings erfasst die Kälte aus der Tiefe auch ihre Herzen, weswegen besonders von den ältesten dieser Wesenheiten keine Gnade zu erwarten ist. Am wenigsten sagt das Buch über die geheimnisvolle Quelle. Nur dass ihr Wasser Kundigen, Schamanen und ähnlichen Wissenden für starke Zauber dienen kann und daher gerade von solchen sehr geschätzt wird. Auch belebend soll es wirken und den Mut in niedergeschlagene Herzen zurückbringen.

Über diese Schilderungen vergeht viel Zeit, und die Dunkelheit ist schon hereingebrochen, als Eddy sie beendet. Ehe sie sich zur Ruhe begeben, besucht der Friedensbringer sie noch einmal und berichtet ihnen, dass er für eine Ausrüstung gesorgt hat, die ihnen hoffentlich auch im schwierigen Gelände des Sumpfes gute Dienste leisten wird. Auch spricht er davon, dass einer der Felsleute sich überlegen will, sie zu begleiten, jedenfalls bis zum Sumpf. "Ihr dürft das nicht als Zeichen mangelnden Mutes oder von Gleichgültigkeit sehen" sagt er abschließend. "Die Felsleute sind wie die Berge, in denen sie leben: Es dauert lange, bis sich ein Steinchen bewegt, manchmal viele Jahre. Doch wenn sie sich zu etwas entschlossen haben, dann bewegen sie sich so unaufhaltsam fort wie eine Lawine."