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Autor Thema: Kapitel 2: Stürmische Zeiten  (Gelesen 16443 mal)

Beschreibung: Fackeln im Sturm

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Luther Engelsnot

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Kapitel 2: Stürmische Zeiten
« am: 25.06.2016, 19:54:28 »
Die letzten zwei Tage sind weit anstrengender gewesen, als Lulu gehofft hatte. Nachdem Ausflug in die Zone hatte sie eigentlich eine längere Ruhepause dringend nötig gehabt, aber das Schicksal meinte es wohl anders mit der Chronisten. Erst tauchte ein Fremder am gestrigen Tag auf und stellte die Arche damit auf den Kopf und zwang die Chronisten sich damit auseinanderzusetzen. In einer Eilversammlung wurde entschieden in Zukunft Fremde aufzunehmen, wenn sie sich an die Regeln hielten. Die meisten Chronisten stimmten dem zu, auch wenn der ein oder andere anmerkte, dass Fremde gefährlich sind und der Älteste eigentlich die Entscheidung treffen sollte. Aber der Älteste ist wie so oft in den letzten Monaten nicht ansprechbar. So mussten die Chronisten entscheiden und hofften die Leute würde dem folgen. Zu allem Überfluss erfuhr Lulu erst danach, dass Spinner sie gesucht hatte. Doch zu ihrer Enttäuschung scheint er schon bereit mit den Anderen und Seiren, der neu ernannten Bossin von Rex ehemaliger Gang, in die Zone gegangen zu sein. Ein Ort zu dem Lulu nicht wirklich schnell zurückkehren wollte, aber es nagte an ihr. Immerhin hatten sie so Niemand mit, der sich mit Verletzungen und Krankheiten oder gar der Fäulnis auskannte. Mit Besorgnis musste sie an den letzten Ausflug denken, der ohne ihre Anwesenheit mindestens für Truknur tödlich geendet hätte. Es nützte jedoch nichts und Lulu sah sie noch am selben Tag mit neuen Herausforderungen konfrontiert, denn in der Arche brach die Hölle los. Sie hatte wie viele der Chronisten alle Hände voll damit zu tun sich um Verwundete, schwer zusammengeschlagene und sogar einem Todesfall zu kümmern. Die Ursache war schnell heraus gefunden, denn es schien zwischen Seirens Gang und Stonzlachs Leuten zu offenen Kämpfen gekommen, mit schweren Verletzten auf beiden Seiten. Es Novum in der Arche, denn bisher beschränkte sich die Gewalt auf kleinere Rangeleien und Erpressung. Es scheint als hätte jemand das Streichholz entzündet, um die explosive Stimmung in Flammen aufgehen zulassen oder zumindest wirkte es so. Lulu konnte darüber nur den Kopf schütteln und war den ganzen letzten und diesen Tag damit beschäftigt die Auswirkung dieser Kämpfe zu behandeln. Wenigstens schien sich Scarlet daraus zu halten und manche munkeln sogar Kämpfe unterbinden, ehe es noch weiter ausartete. Nur Grimm war davon völlig unberührt und die meisten hoffte sie würde keinen Profit aus der ganzen Lage schlagen. Aber die Hoffnung wurde nur zum Teil zerschlagen. Denn tatsächlich machte Grimm einen Zug, einen überraschenden. Es schien wohl der perfekte Moment für eines ihrer Projekte zu sein. Während Stonzlach und Seirens Leute sich gegenseitig aufrieben, machten sich Grimms Leute daran zur Brücke zu ziehen und diese zu reparieren oder wenigstens eine provisorische Lösung zu schaffen. Anscheinend wollte sie die Arche mit dem Rest der Zone verbinden, zu welchem Zweck würde sich wohl erst zeigen müssen.
Doch um darüber nachzudenken, hat Lulu erst gegen Abend Zeit und Ruhe. Als sie sich gerade entspannt, taucht jemand überraschendes auf. Sara, die Frau von der manche sagen, dass sie fast unzertrennlich mit Seiren scheint. Sie informiert Lulu darüber, dass ihr Boss und Spinner sowie der Rest am Ufer erblickt wurden und jeden Moment übersetzen würden. Sie bittet Lulu mitzukommen, falls jemand Hilfe braucht. Erschöpft, aber bereitwillig macht sich die Mutantin auf den Weg.

Nach mehreren Stunden steht das selbst gebaute Boot und sieht weit besser aus, als das letzte Werk von Spinner. Es wirkt geradezu stabil. Die Sonne neigt sich inzwischen schon wieder leicht gen Horizont und unter gemeinsamer Anstrengung schieben sich das Boot ins Wasser, während Calvic fasziniert auf die Arche schaut. Er wirkt ein wenig überwältigt und klammert sich hilfesuchend an seine eigenen Utensilien. Nur etwas flüstert er.
„So viel kalter Stein. So wenig Mycel. Dieser Ort braucht dringend Mycels Berührung.“
Doch währenddessen ist das Boot bereits bereit und unter Ashleys und Truknurs mächtigen Ruderbewegungen bewegen sie sich zum Ufer, um in zwei Zügen alle rüber zu bringen. Dabei erwartet sie auf der anderen Seite bereits Sara in Begleitung von Lulu. Sara sieht dabei jedoch sehr besorgt aus und verschwendet keine Zeit, als Seiren das Ufer betritt.
„Wir haben ein Problem.“
Eröffnet sie und schaut sich angespannt um, scheinbar darauf bedacht, dass jeden Moment mehr Leute auftauchen könnten. Calvic hingegen springt förmlich vom Boot und mustert mit großen Augen seine Umgebung.
« Letzte Änderung: 25.06.2016, 22:13:57 von Luther Engelsnot »
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Seiren

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Kapitel 2: Stürmische Zeiten
« Antwort #1 am: 25.06.2016, 22:33:04 »
Noch bevor Sara auch nur ein Wort gesagt hat, ist Seiren klar, dass es Schwierigkeiten. Das Gesicht ihrer "Schwester" vermag sie zu lesen, wie ein Buch und Sara geht es wohl nicht anders. Vermutlich vermag sie die Erschöpfung und Verwirrung auf Seirens Zügen zu sehen, die der Ausflug in die Zone bei der Bossin hinterlassen hat, aber das würde sie jetzt nicht davon abhalten, sich sofort diesem Problem zu widmen. Ohne viel Umschwiefe zieht sie Sara ein bisschen zur Seite, damit diese ihr ohne allzu viele neugierige Hörer, schildern kann, was geschehen ist: "Was ist passiert? Stonzlach und seine Schläger?"
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Lulu

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Kapitel 2: Stürmische Zeiten
« Antwort #2 am: 26.06.2016, 02:17:14 »
So unglücklich Lulu über die offenen Auseinandersetzungen in der Arche auch ist, das Versorgen der verwundeten Backsteinbirnen hat ihr immerhin geholfen, ihren ersten, ziemlich traumatischen Ausflug in die Zone einigermaßen zu verarbeiten. Nicht, dass sie jetzt ohne zu zögern wieder hinausrennen würde, aberwenigstens muss sie nicht mehr ständig an hinter jedem Trümmerhaufen lauernde Todeswürmer und Gewehrschützen denken. Und während sie Wunden verbindet und Gelenke einrenkt, hat die Chronistin das Gefühl, etwas ausrichten zu können und nützlich zu sein.
Angesichts der ausbrechenden Unruhigen und den Entdeckungen der letzten Tage, an denen sie selbst beteiligt gewesen ist, hat die Mutantin jedoch nicht den Eindruck, dass sich der gewohnte, wenn auch raue, Alltag bald wieder einpendeln wird. Der Älteste hat kaum noch Kraft, zu nicken oder den Kopf zu schütteln, und mittlerweile dürfte selbst Bobo gerochen haben, dass nichts mehr so ist wie früher. Obwohl Lulu die eine oder andere Geschichte aus den alten Zeiten gelesen hat, muss sie sich eingestehen, dass es in Wirklichkeit schier unmöglich ist, dem ungebildeten Mutantenhaufen Vernunft einzubläuen. Selbst Scarlet, mit ihrer ganzen Ausstrahlung und sinnvollen Argumenten, kann Stonzlach und Seinesgleichen nicht einfach davon abhalten, sich wie Arschlöcher zu benehmen. Dass vom Ältesten keine klugen Ratschläge mehr kommen, und dass da draußen in der Zone noch mehr Mutanten leben, die eine zerstrittene Arche überrennen könnten, soweit wollen die meisten gar nicht denken. Wie sollen sie da noch den nächsten Winter überleben?
Als die Chronistin sich nach einem langen Tag voller medizinischer Tätigkeit mit leichten Kopfschmerzen hinsetzen will, um ein paar Skizzen in ihr Notizbuch zu kritzeln, bringt Sara ihr Neuigkeiten, die sie sofort aufspringen lassen. "Okay, okay, bin auf'm Weg!," packt sie das Buch weg und macht sich daran, der Frau zu folgen. Ihre Erleichterung, dass die Expeditionstruppe es nach Hause geschafft hat, wird überschattet von Angst, dass es vielleicht nicht alle sind. "Wieviele sind es? Alle sechs?," harkt Lulu noch unterwegs nach, doch als sie am Ufer ankommt, stellt sie fest, dass es sogar mehr sind.
"Ihr lebt! Na gottseidank!," läuft die dunkelhäutige Frau auf ihre Mitmutanten zu. Fast will sie anfangen, Umarmungen zu verteilen, aber aus irgendeinem Grund kommt es ihr auf einmal sehr peinlich vor. Ob es mit dem ersten Ausflug in die Zone zu tun hat?
"Jemand verletzt? Braucht ihr Hilfe? Ihr seht echt schlimm aus!," setzt die Chronistin lieber eine 'professionellere' Miene auf, als sie die Rückkehrer mustert - und den neusten Neuzugang, den sie noch weniger kennt als Xaalis. "Hey! Wer bist du?," richtet sie sich an Calvic, verwundert, aber nicht unfreundlich.
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Luther Engelsnot

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Kapitel 2: Stürmische Zeiten
« Antwort #3 am: 26.06.2016, 08:57:01 »
Sara verschränkt die Arme und schüttelt den Kopf.
„Stonzlach ist nicht das Problem, also er ist ein Problem, aber nicht das Problem. Ich meine du hast damit gerechnet, dass er unsere Einmischung nicht einfach hinnimmt, als du uns losgeschickt hast und Stonzlachs Leute haben reagiert wie erwartet. Natürlich habe sie es nicht hingenommen. Es gab Kämpfe, manche haben wir gewonnen andere verloren, andere haben wir vermieden. Manche Leute waren dankbar, andere nicht. Aber wir haben ein Zeichen gesetzt, auch wenn einige von uns gerade zusammengeflickt werden und wohl ein paar Tage nicht einsatzfähig sind. Das Problem sind Danube und Rubki. Natürlich hätte wir ohne ihre Hilfe nicht so viel ausrichten können, aber die beiden haben es übertrieben. Sie haben einen von Stonzlachs Männer zu Brei geschlagen. Tot. Ermordet. Kein Unfall. Das ist das Problem. Stonzlach wird das weder hinnehmen noch auf sich beruhen lassen und der Rest der Arche fragt sich gerade, ob du nicht noch schlimmer als Stonzlach sein könntest. Jemand umbringen hat selbst Stonzlach nicht getan. Selbst er achtet das Gesetz und bläut es seinen Männer ein. Zumindest offiziell.“
Erklärt sie und seufzt am Ende, gar nicht glücklich über die gesamte Entwicklung.

Calvic hingegen wird einen Moment aus seinen Tagträumen gerissen und humpelt zu Lulu. Die kleine Gestalt ist voll geladen mit verschiedensten Krempel und kann sich kaum gerade auf den Beinen halten deswegen. Er versucht die Parodie einer Verbeugung und stellt sich vor.
„Calvic, ein Diener Mycels. Diese Leute haben den armen Calvic vor den schrecklichen Canem gerettet und einen Platz unter ihnen angeboten, um Mycels Visionen zu verbreiten und mehr Akolythen für den strahlenden Engel und ihre Kinder zu finden. Auserwählte wie John.“
Erklärt er mit verzückter, aber wenig angenehmer Stimme.
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Seiren

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Kapitel 2: Stürmische Zeiten
« Antwort #4 am: 26.06.2016, 10:21:29 »
Seiren hatte immer gewusst, dass die beiden auf Dauer Probleme machen würden, aber sie hatte gehofft, dass sie mehr Zeit haben würde bis sie sich um die zwei kümmern musste. Also flucht sie leise: "Diese Idioten, das könnte alles ruinieren." Es kostet sie einen Augenblick sich zu sammeln und einen Plan zu formen, so schnell handeln zu müssen gefällt ihr nicht, aber eine Idee hat sie schon: "Sorg dafür, dass die ganze Truppe sich versammelt, wir müssen die beiden rauswerfen, anders geht es nicht. Aber wir können sie nicht einfach Stonzlach überlassen, dann glaubt niemand mehr, dass wir in der Lage sind irgendwen zu beschützen. Ich muss mit Scarlett reden, und zwar schnell. Und mit Lulu auch, aber erst mit Scarlett, das ist wichtiger."
Angesichts der Spannungen in der Arche, sieht sich Seiren schnell nach ihrem "Schatten" um, als sie Ashley erblickt ruft sie: "Ash! Komm, wir müssen dringend was erledigen." Es gefällt ihr nicht vor Scarlett zu Kreuze zu kriechen, aber sie sieht keine Alternative. Scarlett, Grimm, die Chronisten, mit all denen würde sie sprechen müssen. Die Arche brauch etwas, um mit Mord umzugehen, es muss Möglichkeiten geben Danube und Rubki zu bestrafen. Und das muss funktionieren, ohne dass Stonzlach einfach die Entscheidungen trifft oder der Stärkste entscheidet. Seiren hätte soetwas lieber aus einer Position der Stärke heraus initiiert, wenn sie sich des Ausgangs sicher sein konnte, aber jetzt bleibt ihr keine Wahl. Sie braucht Scarlett als Verbündete, dann würde sie die Chronisten auch auf ihre Seite bekommen. Grimm würde am schwersten werden, aber wenn sie zustimmte, dann bliebe Stonzlach keine Wahl sich ebenfalls anzuschließen.
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Ashley

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Kapitel 2: Stürmische Zeiten
« Antwort #5 am: 26.06.2016, 10:53:43 »
Ash ist anzumerken, dass sie froh ist, wieder die gewohnte Umgebung zu sehen. Sie hat zwar die Möglichkeit genossen, sich außerhalb der Grenzen der Arche einmal im wahrsten Sinne des Wortes die Beine zu vertreten, aber die Fremdheit dessen, was sie gesehen hat, wirkt beängstigend auf sie. Das dunkelhäutige Gesicht der Mutantin strahlt, als man ankommt, ihre diversen Blessuren und die Erschöpfung scheint sie in diesem Moment gar nicht mehr zu spüren.

Auf Saras Bericht runzelt sie nur die Stirn und schaut ihren Boss an, wie sie es meist tut, wenn jemand schnell so viel sagt und sie nicht mehr ganz mitkommt. Aber dass es Ärger gibt, hat sie durchaus herausgehört. Sie nickt daher nur mit einem "Klar, Boss", als Seiren sie zum Mitkommen auffordert. Lulu hat sie fröhlich angelächelt und gemeint: "Is nix wildes, das wird bestimmt wieder heil." Da hat sie doch schon weitaus schlimmere Prügel bezogen.

Seiren

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Kapitel 2: Stürmische Zeiten
« Antwort #6 am: 26.06.2016, 11:02:40 »
Die Tatsache, dass die andere Frau nicht wirklich beunruhigt scheint von den neuen Entwicklungen, sondern gewohnt einsilbig ist, ist erfrischend für die Bossin, aber dennoch ist sie beunruhigt und redet mehr mit sich selbst als mit Ashley, als sie sich in Richtung von Scarletts Gebiet auf macht. So ohne weiteres würde sich das nicht reparieren lassen: "Danube und Rubki haben etwas sehr dummes getan. Etwas, das nicht besser als das ist, was Stonzlachs Leute mit Bobo gemacht haben. Eigentlich ist es sogar schlimmer. Damit dürfen sie nicht durchkommen. Und das schlimmste ist, dass die Leute dadurch einen falschen Eindruck davon haben, was wir hier tun wollen. Das müssen wir schnell gerade rücken."
« Letzte Änderung: 26.06.2016, 12:49:07 von Seiren »
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Luther Engelsnot

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Kapitel 2: Stürmische Zeiten
« Antwort #7 am: 26.06.2016, 14:10:51 »
Sara nickt und beginnt Seiren zu folgen.
„Ich sorge dafür, dass sie alle da sind, wenn du kommt. Allerdings wird das einigen nicht gefallen. Die beiden haben ganze Arbeit dabei geleistet Stonzlach die Stirn zu bieten und ich weiß nicht wie gut der Rauswurf wirklich aufgenommen wird, warum mussten die Idioten es auch übertreiben.“
Stimmt sie zu und macht sich daran getrennte Wege von Seiren zu gehen.
„Scarlett ist glaube ich dabei mit ihren Leuten weiterhin das Feld aufzuziehen. Ich sehe dich dann und denke auch an dich selbst, du siehst nicht gerade fit aus. Immerhin scheint sich der Ausflug ja gelohnt zu haben.“
Weist sie mit einem Lächeln auf das merkwürdige Artefakt, das Seiren mit den Anderen in der Zone geborgen hat. Sara macht sich auf den Weg den Rest zusammenzutrommeln, während Ashley und Seiren sich, ohne auf den Rest zu warten, aufmacht um Scarlett zu finden. Tatsächlich hat Sara recht gehabt, denn der charismatische Rotschopf ist auf der Fläche zu finden, die einmal die Felder werden sollen. Während Lemmy, Josh und Renee versucht den trockenen Boden umzupflügen koordiniert Scarlett das Ganze. Als Seiren mit Ashley näher kommt zieht Scarlett die Augenbrauen zusammen und winkt Lemmy heran, ehe sie den beiden gegenübertritt. Die Bossin versucht dabei dennoch eine neutrale Haltung zu bewahren und schaut sogar mit einem bedauernd Blick zu Ashley.
„Du bist also wieder da? Was führt dich ausgerechnet zu mir?“
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Seiren

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Kapitel 2: Stürmische Zeiten
« Antwort #8 am: 26.06.2016, 21:52:48 »
Seiren ist froh, dass sie Scarlett so schnell gefunden hat, dann würde das vielleicht doch alles noch funktionieren: "Kannst du dir das nicht denken? Du hast doch sicher mitbekommen, was passiert ist. Wäre ich hier gewesen, hätte ich es verhindert, aber das war ich nicht. Versteh mich nicht falsch, ich stehe zu der Entscheidung, Stonzlach die Stirn zu bieten, aber ich will keinen offenen Krieg in der Arche. Und ich glaube, dass du das auch nicht willst. Ich glaube außerdem, dass du auch nicht willst, dass Stonzlach noch mehr Einfluss gewinnt und dass es dir und deinen Ideen entgegen kommt, wenn es jemanden gibt, der Stonzlach offen die Stirn bietet, denn dann brauchst du das nicht tun.
Aber wir brauchen Mittel und Wege, zu entscheiden, wie wir mit deutlichem Fehlverhalten hier in der Arche umgehen. Und Mord zählt dazu. Ich will die Verantwortlichen nicht Stonzlach zum Fraß vorwerfen, aber wir können so etwas auch nicht einfach passieren lassen und dann weiter machen. Früher hätten wir den Ältesten um Rat gefragt, aber das ist jetzt nicht mehr möglich. Also müssen wir selbst entscheiden.
Und deshalb bin ich hier, weil ich deine Hilfe brauche. Wir sind uns in vielem nicht einig und ich bin noch ziemlich neu, was diese ganze Boss-Sache angeht, aber ich glaube wir wollen beide, dass Mord in der Arche nicht ungestraft geschehen kann. Deshalb möchte ich dir vorschlagen, dass wir ein Gericht bilden, um zu entscheiden, was mit denen Geschehen soll, die andere Bewohner der Arche töten. Irgenjemand muss in diesen Dingen entscheiden. Und ich schlage vor, dass wir das tun, du und ich, aber nicht allein, sondern zusammen mit Grimm und mit den Chronisten, denn sie haben noch Kontakt zum Ältesten. Und sogar mit Stonzlach. Ich kann ihn nicht leiden, aber ohne ihn wird es nicht gehen. Fünf Stimmen und die Mehrheit entscheidet, was passieren soll. So erhalten wir die Ordnung hier in der Arche. Verhindern, dass es zu völligem Chaos kommt. Es ist keine perfekte Lösung und es wird wahrscheinlich nicht für immer funktionieren, aber es ist besser als das Chaos, was uns ansonsten droht.
Entgegen dem, was man vermutlich sorgt, will ich keinen offenen Kampf in der Arche. Aber ich habe es satt, dass Stonzlach jeden herumschubst wie er will. Irgendwann würde das auch dich betreffen und wenn du hier mit mir zusammen arbeitest, dann brauchst du dir deine Hände nicht schmutzig machen und keiner von deinen Leuten gerät in Gefahr.
Die Chronisten werden das kaum ablehnen, ihnen liegt ebenfalls am Frieden in der Arche. Und wenn du dabei bist, dann kann ich auch Grimm überzeugen mitzumachen. Wenn es so weit ist, wird auch Stonzlach sich anschließen. Es ist die beste Lösung für alle Beteiligten, egal wie wenig es einzelnen gefallen mag." Und Seiren gefällt der Vorschlag eigentlich nicht. Sie würde gern ohne eine solche Ordnung leben, ohne Regeln, die andere ihr diktieren konnten, selbst wenn sie selbst an ihnen mitgeschrieben hat. Aber das ist jetzt da Danube und Rubki ihr diesen Mist eingebrockt haben, erstmal nicht mehr möglich. Sie hofft inständig, dass Scarlett das ähnlich sieht, wie sie.
« Letzte Änderung: 26.06.2016, 21:54:07 von Seiren »
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Truknur

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Kapitel 2: Stürmische Zeiten
« Antwort #9 am: 26.06.2016, 23:29:43 »
Truknur, immer noch geschwächt, verfolgt das Gespräch mit finsterer Miene. Das einzige, was ihn glücklich stimmt, ist Lulus Anblick - ihre Rückkehr aus dem Exil.

"Nein, Lulu - alles gut, wenn man es so nennen kann.",

lügt der Hüne und ist bemüht stramm und gerade zu stehen. Allerdings durchzuckt ihn dabei ein grober Schmerz - durchaus wahrzunehmen für alle anderen.

Zu dem Gespräch und den Vorfällen in der Arche weiß der Vollstrecker noch nicht recht etwas zu sagen. Er schüttelt nur den Kopf:

"Da haben wir den Salat. Ganz toll. Verdammte Dreckskerle!"

Als Seiren dann fort ist lässt er sich zu Boden sinken, winkt John heran.

"Wir müssen reden - ihr alle - kommt näher."

Lulu

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Kapitel 2: Stürmische Zeiten
« Antwort #10 am: 27.06.2016, 01:37:02 »
"Ok-kay," ist Lulu von Calvics Vorstellung etwas überrumpelt, aber sie weiß auch nicht, was sie von einem Mutanten von außerhalb der Arche eigentlich erwarten sollte. Gut, Xaalis wirkt jetzt nicht ganz so anders, die Kerle im schwimmenden Stahlkoloss waren es aber schon!
"Ich bin Lulu. Willkommen in der Arche, wenn ich das so sagen darf. Ich schätze, wir sollten dir 'ne Bleibe besorgen?," hat die Chronistin sich schnell gefangen. Von Seirens Plänen, sich um den buckligen Fremden zu kümmern, weiß sie logischerweise noch nichts. "Dann kannst du uns gerne von den Canem und Mycel erzählen, wenn hier mal Ruhe ist."
Mit einem grummeligen Seufzer sieht sie Ash abwinken und mit Seiren (die außerdem ein neues Mitbringsel am Rücken trägt) von dannen ziehen, während Truknur ebenfalls seinen Zustand herunterspielt.
"Ihr müsst hier nicht einen auf knallhart machen," schnalzt die dunkelhäutige Mutantin mit der Zunge. Blickkontakt vermeidet sie. "Die Arche braucht euch!"
Als der Hüne sich hinsetzt und die anderen auffordert, sich für eine Besprechung zu ihm zu gesellen, lässt sie sich nach einigem Zögern im Schneidersitz nieder.
"Was habt ihr draußen gefunden? Und wie macht sich Seiren so? Jetzt, wo sie Rex' Laden führt," sprudelt die Neugier ganz von allein aus der Chronistin heraus. "Ach, ich rede zu viel."
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Ashley

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Kapitel 2: Stürmische Zeiten
« Antwort #11 am: 27.06.2016, 11:11:01 »
Lulus Worte hat Ash mit einem verwirrten Stirnrunzeln beantwortet, zumal die Chronistin Seiren und sie nicht direkt angesehen hat. Ratlos folgt sie ihrem Boss und wirft beim Gehen noch einen oder zwei Blicke zurück. Doch noch bevor sie ihre Frage so recht formuliert hat, ist der Boss auch schon im Gespräch mit Scarlett – und jetzt raucht der dunkelhäutigen Mutantin erst recht der Kopf. Die zwei Frauen reden so viel und so schnell, dass Ash schon nach kurzer Zeit abschaltet und sich damit begnügt, neben ihrem Boss zu stehen. Gelegentlich schüttelt sie ihre kräftigen Beine aus, macht ein paar Schritte hin und her. Dann wieder schiebt sie mit dem Fuß kleine Sandhügelchen zusammen, die sie kurz darauf mit einem gezielten Tritt durch die Gegend kickt.

Es ist ihr anzusehen, dass sie keine Ahnung hat, worum genau es geht. Zwei von Seirens Leuten haben Mist gebaut, und der Boss ist sauer darüber, das hat sie mitbekommen, ja. Aber der Rest... Kampf, Arche, Chronisten, Gericht, Frieden, der Älteste – alles wirbelt in ihrem Kopf herum und bildet einen bunten, undurchschaubaren Brei. Obwohl sie noch immer mit den Blessuren ihres Ausflugs zu tun hat, seufzt die Mutantin leise: So eine herzhafte Prügelei oder irgendwas anderes zu tun für ihre Muskeln wäre ihr deutlich lieber..!
« Letzte Änderung: 27.06.2016, 11:12:20 von Ashley »

Spinner

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Kapitel 2: Stürmische Zeiten
« Antwort #12 am: 27.06.2016, 11:28:03 »
Zufrieden betrachtet Spinner das Boot. Diesmal ist es deutlich besser gelungen als das letzte - Übung macht eben doch den Meister. Zwar bietet es nicht genug Platz für die gesamte Gruppe, aber mehr Material hatten sie nicht gefunden, und im Zweifel wollte Spinner lieber etwas haltbares bauen als ein Floß, dass zwar mehr Leute fasst, aber spätestens am Ziel wieder absaufen würde.

Dass auf der anderen Seite etwas nicht in Ordnung zu sein scheint, bemerkt Spinner erst, als er mit der ersten Gruppe am Übersetzen ist - natürlich hat er darauf bestanden, selbst Tester seines Machwerks zu sein, bevor andere am Ende noch damit untergehen. Zunächst jedoch ist er einfach nur überglücklich, Lulu wieder wohlbehalten zu sehen, um die er sich zuletzt große Sorgen gemacht hatte, als sie fast die ganze Zeit bei den Chronisten verbracht hatte und er sie kaum zu Gesicht bekam.

Als Lulu auf die Reisenden zuläuft, kann Spinner sich nicht beherrschen und stürzt sich in eine heftige Umarmung mit ihr. Nach ein paar Augenblicken merkt er jedoch, wie ihm das Blut in den Kopf schießt, und auch Lulu sieht peinlich berührt aus, als er sie wieder loslässt.
"Tschuldigung, ist sonst nicht so meine Art. Weißt du ja." murmelt der Tüftler, als nun auch die anderen sich versammeln.

Nun bekommt er auch mit, dass neben ihm Sara, eine von Seirens Vertrauten, erregt mit ihrer Anführerin spricht: Offenbar ist etwas schlimmes passiert, und Spinner erschauert, als er das Wort Mord hört. Hin- und hergerissen entscheidet er sich schließlich, Seiren und ihre Bande dieses Problem unter sich lösen zu lassen, obwohl er schon wieder die nächste Zerreißprobe für die Arche fürchtet. Immerhin ist ihm Seiren auf ihrem Ausflug in die Zone doch recht vernünftig vorgekommen, und so hofft er einfach, dass die Sache, um was auch immer genau es geht, nicht innerhalb von kurzer Zeit zur Eskalation kommt.

Stattdessen wendet er sich wieder Lulu zu, die sich in der Zeit die anderen angesehen und sich Calvic vorgestellt hat. er kann ihr nicht verdenken, dass die merkwürdige Gestalt sie irritiert - schließlich ist es ihm nicht anders ergangen. Aber Calvic hat etwas dabei, das Lulu unbedingt sehen muss; und der Tüftler ist bis zum Platzen gespannt, was es mit dem Buch des Eremiten auf sich hat. 
"Calvic", spricht er den Verrückten ruhig an, "Lulu ist eine unserer Gelehrten, eine sehr weise Frau! Denkst du, sie darf in deinen heiligen Schriften lesen?"
Zu Lulu fügt er erklärend an: "Er hat ein echtes Buch, aber keiner von uns kann sowas ja entziffern. Aber vielleicht stehen da ja Geheimnisse von früher drin! Ach ja, hier ist noch was. Truk, kannst du mir mal die Flasche geben? Ich habe eine Flasche gefunden, mit Schriftzeichen drauf. Vielleicht kannst du das auch lesen!"

Luther Engelsnot

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Kapitel 2: Stürmische Zeiten
« Antwort #13 am: 27.06.2016, 22:57:48 »
Scarlett ist tatsächlich etwas überrascht und überfahren von dem Vorschlag den Seiren dort unterbreitet. Seiren die für etwas völlig andere bekannt ist und deren Entscheidung den Rotschopf tatsächlich auf dem falschen Fuß erwischt und verunsichert. Das kann Seiren deutlich sehen[1] und würde sie möglicherweise empfänglicher machen. Dennoch gibt es einen kurzen Moment des Zögerns, auch wenn die Bossin merkt, dass sie Scarlett erreicht hat.[2]
„Du weiß genau, dass ich gegen Stonzlach stehe, aber nicht so, dass ein offener Krieg daraus wird oder Leute unnötig gefährdet werden. Die Bewohner müssen selbst die Augen aufmachen und sich dagegen entscheiden. Wenn wir ihnen diese Entscheidung aufzwingen wird es nur noch mehr Leid geben, deshalb ja ich weiß genau was du alles angerichtet hast. Meine Leute haben schließlich dafür gesorgt, dass Ashley versorgt wird und auch deine Leute versorgt werden, ehe sie dort schwer verletzt krepieren. Genauso wie Stonzlachs Leute.“
Wirft sie einen mitfühlenden Blick zu der Sklavin, deren Schicksal sie wahrscheinlich wirklich bedauert.
„Aber du weiß auch wofür ich stehe. Das was du vorschlägst wäre nur noch eine stärkere Etablierung einer autokratischen Regierung. Eines Regime von Wenigen. Ich werde also nur zustimmen, wenn dir bewusst ist, dass das nur eine temporäre Maßnahme ist und ich möchte, dass das Volk eine Stimme bekommt. Jemand den nicht wir aussuchen, sondern der Zufall, sollte als sechste wirklich neutrale Stimme mit darüber entscheiden. Einverstanden?“
Nennt Scarlett ihre aus ihrer Sicht mehr als nachvollziehbaren Bedingungen.

Lemmy hingegen scheint ebenso dumm aus der Wäsche zu schauen wie Ashley und kaum etwas zu verstehen. Er kratzt sich während der Verhandlung den Hintern und schaut nur in der Gegend umher, während die beiden viel intelligenteren Frauen ihren Deal aushandeln. Letztendlich nähert er sich etwas Ashley und scheint den Versuch eines Gesprächs zu eröffnen.
„Und warum bist du bei deinem Boss?“

Währenddessen bei den Anderen reagiert Calvic bei der Bitte von Spinner etwas ungehalten.
„Heilige Schriften von Mycel. Nur ein Auserwählter darf sie lesen, nur ein Akolyth. Niemand sonst kann die wahre Bedeutung verstehen. Lulu muss sich beweisen und von Mycel gesegnet werden, dann kann Calvic ihre heiligen Worte, ihre engelhaften Geheimnisse und das kollektive Wissen ihrer Kinder teilen.“
Erklärt er überzeugt von sich selbst und wirft dabei einen nervösen Blick zu Truknur, immer noch etwas mitgenommen von seinem damaligen Auftreten.
Xaalis hingegen ist etwas mitgenommen von dem ganzen Ausflug und auch Rosie ist nicht in bester Verfassung. Er schaut zum Rest und schüttelt den Kopf.
„Wenn ihr wieder einen Ausflug macht, sagt Bescheid. Ich gehe mich hin hauen und außerdem braucht Rosie etwas ordentlich zwischen die Zähne. Man sieht sich.“
Verabschiedet sich der Mutant mit dem Eisenkiefer vom Rest.
 1. 2 Stunts für 2 Doubt
 2. Erfolg bei Manipulate
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Lulu

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Kapitel 2: Stürmische Zeiten
« Antwort #14 am: 28.06.2016, 01:50:04 »
Lulu prustet bei Spinners Worten laut los.
"Hör mir auf, weise! Wenn ich weise wär', würden mehr Leute auf mich hören und nicht erst mit Beulen und Wunden zu mir kommen," nimmt sie das Kompliment bescheiden auf. Dann mustert sie den buckligen Fremden, als er ominöse Dinge von sich gibt.
"Wissen sollte man immer teilen, Calvic," nimmt die Chronistin eine andere Position an - immerhin weiß sie nicht, wie das mit dem 'kollektiven Wissen' wirklich gemeint ist. Trotzdem versucht sie, freundlich und geduldig zu klingen - der merkwürdige Mycelverehrer ist schließlich an einem fremden Ort voller fremder Mutanten. "Gerade, wenn es wichtiges Wissen ist. Hier können aber sowieso nur die wenigsten lesen. Sag mal, wer hat dir eigentlich das Lesen beigebracht?," drängt sich der neugierige Gedanke an die Oberfläche, ehe die Mutantin auf Mycel zu sprechen kommt.
« Letzte Änderung: 28.06.2016, 01:51:09 von Lulu »
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