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Autor Thema: Córrea  (Gelesen 51119 mal)

Beschreibung: Episode 2.1

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Khenubaal

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Córrea
« Antwort #105 am: 02.04.2017, 22:03:35 »
El'ssas Kampflied entfaltet mit jedem Augenblick mehr und mehr Wirkung bei ihren Gefärten. Während sich Tarqetik wieder auf die Beine kämpft, fallen die anderen wie wild über die letzten Überlebenden der Meute her, die noch nicht im Wäldchen Schutz gesucht haben.

Grimnir, Sanjan und Flannait nahezu zeitgleich die letzte überlebende Hyäne und den auf dem Boden liegenden Gnoll an - beide hauchen nach tödlichen Wunden ihr Leben aus. Ihr Blut färbt das Gras unter den Leichen rot.[1]

Der letzte überlebende, durch El'ssas Peitsche gegeißelt, schaut entgeistert zu Basilio auf. Die Worte des Korakers klingen nicht nur in dessen Ohren seltsam flasch betont, doch zu eindeutig ist die Situation rundherum, zu groß die Übermacht der Feinde und zu aussichtslos die eigene Lage, als dass der Gnoll aufbegehren würde.

Kurz fletscht er die Zähne, ein blutiger Film umrandet die vergilben Reißzähne, doch dann wiecht die Agression aus dem Blick des Hundeartigen. "Umusa", murmelt er widerwillig. Basilio kennt das Wort nicht, kann kein Gnollisch. Reymun, der Krieger, den er eben gerufen hat, dreht sich überrascht um. Langsam zieht er den Helm vom Kopf und wirft ihn ins Gras neben der Hyänenleiche. Goldbraunes Haar kommt zum Vorschein und ein ebensolcher Vollbart. Kurz erkundigt er sich, ob es seinen beiden Begleitern gut geht. Als diese Nicken, macht er sich auf zu Basilio und dem gefangenen Gnoll.

Dabei zieht er etwas aus seiner Satteltasche hervor, es scheint auf den ersten Blick etwas kleines zu sein, was in blauen Stoff eingewickelt ist. Den Gegenstand hält er in der Linken, sein Schwert in der Rechten - dunkler Lebenssaft rinnt immer noch die Blutrinne der Klinge herunter, tropft hinab aufs Gras.

Der Gnoll richtet sich leicht auf auf den Ellenbogen. "Umusa", wiederholt er. Der Krieger tritt näher und Basilio erkennt, dass dem Mann die linke Ohrmuschel fehlt. die Hat drumherum sieht verunstaltet aus - wie von Vebrennungen.

Reymun hält vor dem Gnoll inne und streckt ihm den Gegenstand in seiner Linken entgegen - nun können der Koraker, aber auch die übrigen Gefährten, die näher herangekommen sind, erkennen, worum es sich dabei handelt: um eine kleine Stoffpuppe, ein Kinderspielzeug; besundelt mit Dreck und Blut.

"Ngaba you mean? Ngaba ubulele intombazana encinane abagxeka ngelikhulu? Phendula!", die ersten beiden Sätze klingen wie Fragen. Das letzte Wort schreit Reymun voller Zorn den Gnoll ins Gesicht, so dass dieser vor Schreck zusammen zuckt.

Die Augen des Gnolls weiten sich vor Schreck, als er es sieht. "Umusa", murmelt er noch einmal, doch es ist wohl die falsche Antwort. Reymun schüttelt den Kopf. "Nein - keine Gnade", antwortet er gedankenverloren in der Handelssprache. "Ukhuko umusa"

Er hebt sein Schwert an. Im letzten Moment, bevor der Krieger zusticht, wendet ich der Gesichtsausdruck des Gnolls. Ein Wilder, ein Barbar, ja - aber er findet seinen Stolz wieder. Er faucht den Mann wütend an und entblößt ein letztes Mal die Zähne. "Wir haben genossen!", ruft er - dann bohrt sich die Klinge des Mannes tief in seinen Hals, beendet jeden Ruf und sein Leben.

Reymun steht noch einige Augenblicke über der Leiche, als wäre er in einem Tunnel. Die Brust des Mannes hebt und senkt sich schwer, als er versucht, seine offensichtliche Wut im Zaum zu halten. Schließlich ist es so weit und er wendet sich an Basilio. "Habt Dank", murmelt er. "Ohne euch hätten wir es nicht überlebt. Man hat uns ausgeschickt, nach einer verschollenen Reisegruppe zu suchen. Wir haben ihre Überreste gestern gefunden. Alle tot und verunstaltet. Auch die beiden Kinder..." - er hält kurz inne, der Blick geht unbewusst zur Puppe in der eigenen Hand.

"Wir waren bereits auf dem Rückweg, um zu berichten, als die Gnolle über uns herfielen. Der Wille der Götter, erst sie und dann euch zu schicken - wir schulden euch euer Leben."

Die beiden anderen Soldaten haben sich aufgerafft, kommen ebenfalls dazu. Einer stützt den anderen. Auch sie murmeln Worte des Dankes. El'ssa hält sich noch im Hintergrund, die Blicke sind vornehmlich auf Basilio gerichtet und die Männer noch geschockt vom Kampf. Offensichtlich hat keiner der drei Koraker sie bis dato bemerkt, sonst wäre zumindest Überraschung in den Blicken zu erkennen.
 1. An sich wäre nur die Hyäne tot und der Gnoll noch am Leben, aber da er nur noch wenige HP auf Lager hat, wäre das nur eine Formalie, die uns noch eine Runde/eine Woche Realzeit kostet - daher überspringe ich den Punkt.

Grimnir

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Córrea
« Antwort #106 am: 02.04.2017, 22:58:25 »
All dies interessierte Grimnir recht wenig. Unruhig blickte er sich um. Kein Feind mehr in Sicht, aber sein Blut war noch voller Wallungen. Das Lied beschwingte ihn noch immer und so lächste er nach Blut.[1] Da jedoch kein Feind mehr lebte musste eine der Leichen her. Hyäne war normalerweise nicht nach seinem Geschmack aber ihr Fell störte ihn schon die ganze Zeit. Also begann er ihr, der Hyäne gerade gefallen war, das Fell und die Haut vom Leib zu reißen.
Nachdem seine Begierde vollends erfüllt hatte, schnaubte er seinen Gegner verächtlich an. Den letzten blutigen Riss an Haut spukte er die rote Lache. Dann trottete er ab um sich im Grad sauber zu reiben.
 1. dritte uns damit letzte Runde

Sanjan, von den Bahir

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Córrea
« Antwort #107 am: 02.04.2017, 23:15:05 »
Eine kurze Weile beobachtet Sanjan seinen tierischen Freund. Als er sich sicher ist, dass dieser keinen der Gefährten blind angehen würde, wendet er sich ab.
Langsam geht er dann über das Schlachtfeld. Schaut ob eines von den am Boden liegenden Gestalten ein Soldat ist, welchen noch geholfen werden kann. Aber gerade sah es nicht danach aus. Die Gnolle hatten mehr als gute Arbeit geleistet. Bei der Hinrichtung kam der Schamane etwa zur selben Zeit wie die Soldaten an. Er warf Basilio einen vielsagenden Blick zu, bevor er die drei Soldaten ansprach. „Im Wagen ist mein Heilerzeug. Kommt ich versorge eure Wunden.“ seine Stimme war bei den Worten sehr ruhig. Er blieb auch nicht sehr lange bei den vieren und der Leiche. Schnurr gerade ging er zurück zum Wagen wo er ein paar Worte mit Siola wechselte. Er sagte ihr, dass so ein Kampf aussieht. Wenn es nicht um eine Jagt ging. Er selbst schien sowas auch nicht zu billigen. Auch sagte er ihr, dass gleich die Soldaten kommen würden und bat sie darum, ihm beim Versorgen der Wunden von den Gefährten und den Soldaten zu helfen. Kurz darauf machte er sich daran sein Heilerbündel hervor zu suchen.

Basilio Aristide

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Córrea
« Antwort #108 am: 03.04.2017, 13:59:47 »
"Oh, um uns wäre es genauso geschehen gewesen, wenn ihr nicht gerade hier in der Gegend Jagd auf Gnollbanden gemacht hättet, die harmlose Reisende überfallen. Ich denke, in der Hinsicht schulden wir einander nichts", sagt Basilio großzügig. Anders als Reymun hofft er sehr, dass es nicht die Götter sind, die für dieses Zusammentreffen gesorgt haben, wenn zwei Kinder dafür sterben mussten.

Doch nicht ganz so ruhig, das Leben an der Ostfront. Als Südfrontler redet man die hiesigen Probleme wohl gerne klein, das ist schon ein wenig arrogant. Die Gnolle müssen schon auch ein großes Problem sein, wenn Reymun sich sogar die Mühe macht, deren Sprache zu lernen. Wahrlich, wir sind von Feinden umringt wie kein zweites Land auf dem Kontinent.[1]

Noch zu berauscht von ihrem Sieg und seinem eigenen triumphalen Beitrag, bringt allerdings nicht einmal die Nachricht des schrecklichen Massakers Basilio so ganz auf den Boden zurück. Zu wild schlägt das Herz ihm noch im Hals, zu misstrauisch streift sein Blick über das Schlachtfeld, ob nicht irgendwo noch etwas zuckt. Doch allmählich besinnt er sich wieder auf seine Rolle. Keiner der drei Soldaten kommt ihm bekannt vor, also spricht nichts dagegen, die geplante Tarnung aufrecht zu erhalten—und das nach seinem wilden Kampfschrei, dem unerschrockenen Vorstürmen, den tödlich-zielsicheren Streichen. Reymuns Todesstoß hat Basilio hingenommen, ohne mit der Wimper zu zucken, auch das gilt es rasch zu überspielen, ebenso wie den Umstand, dass seine Kleidung bis auf die Haut mit Feindesblut getränkt ist.

"Geschieht das hier häufiger, dass Gnollbanden so weit ins Landesinnere eindringen?" fragt er den Offizier. (Apropos, welchen Rang hat denn der werte Herr? Basilio schielt unauffällig auf das entsprechende Abzeichen.) "Dann sollte ich das nächste Mal besser die doppelte Anzahl Söldner für diese Strecke anheuern. Oh je, woher den Sold bloß nehmen? Ha, denkt euch bloß! Erst letzte Woche hat sich so ein Rüpel am Tresen über mich lustig gemacht: Wozu ein Pfeffersack wie ich denn ein Schwert bräuchte? Ja, was glaubt der denn? Dass einem Händler das Geld von allein in den Schoß fällt und daher nichts als der Geiz ihn davon abhält, seine Handelszüge mit einer kleinen Privatarmee zu sichern? Oder meint er, der Fernhandel sei in etwa so gefährlich, wie einen Korb Kohlrüben über den Ladentisch zu schieben?"

Und schon ist er wieder da, der plappernde Gryphius Hengrimm, als sei er niemals fortgewesen. Fast macht es Basilio ein wenig Spaß, sich vor seinen Landsleuten so unmilitärisch zu geben.[2] Wenn da nicht die gefallenen Kameraden wären...

"Mein Fahrer ist übrigens tatsächlich ein passabler Heiler", wendet er sich daher an die beiden Soldaten, die sich noch nicht entschließen konnten, Sanjans Aufruf zu folgen.

Und die Vermummte da drüben war die Schülerin einer Dariba—ach nein, in El`ssas Richtung schauen wir lieber gar nicht...

"Übrigens, Aristide meine Name." Ein guter kalamarischer Name, wie er auch in Pekal sehr beliebt ist, und nicht einmal gelogen! Denn so ganz klar sind die Spielregeln nicht: darf er jetzt wieder lügen, auch in Sanjans Anwesenheit, oder gilt noch dessen Versprechen, ihm dafür den Arm abzuhacken? Aber erstens belügt er ja nur die eigenen Landsleute, da hat ihm kein Außenstehender was reinreden zu wollen, und zweitens kam der Vorschlag, sich als Händler auszugeben, diesmal ja sogar von Sanjan selbst. "Und ich würde gern so bald wie möglich weiter, das heißt sobald alle Wunden versorgt sind und, ähm, alle Gäule wieder eingefangen." In plötzlicher Panik schaut er sich um. Wo ist sein Pferd nach seinem Absprung hingesprengt? "Elsa, kümmerst du dich darum?" ruft er ihr zu, ihren Namen absichtlich weich aussprechend, damit er nicht kargisch klingt.

Basilio wagt es nicht, sich genauer nach der akuellen Gefahrenlage in der Gegend zu erkundigen, da er ihre geplante Route nicht preisgeben will.
 1. Was weiß Basilio über die Gnollplage an der Ostfront?—Gewürfelt 19, je nach erforderlichem Wissensskill also: 22 (Politik), 25 (local), 27 (Militärwissen)
 2. Bluff = 24
« Letzte Änderung: 03.04.2017, 14:05:00 von Basilio Aristide »
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"War," he sung, "is toil and trouble;
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El`ssa

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Córrea
« Antwort #109 am: 03.04.2017, 19:41:03 »
Mit dem Abflauen der Wirkung ihres eigenen Ansporns und dem Fallen beziehungsweise Hinrichten der letzten Feinde kommt auch die Halb-Kargi wieder runter. Sie verschafft sich einen Überblick über die Situation, während sie ihren Schild weghängt und die Peitsche einrollt. Sie wäscht diese kurz mit etwas Wasser aus dem Schlauch und kontrolliert dann ihre Verkleidung. Sitzen Kleidung, Stiefel, Handschuhe und Verbände noch ordentlich? Als sie sicher ist, das nur noch die Augen und die Nasenlöcher zu sehen sind, hört sie auch schon Basilios Anweisung.

El'ssa brummt eine kurzen, bestätigenden Laut und nickt. Sie wendet ihr Pferd und passiert Tarquetik. Leise flüstert sie dem Verletzten zu: "Heilung?" Entsprechend der Antwort verhält sie sich, dann beginnt ihr Blick, die Pferde zu suchen. Dabei streift er Amaara. El'ssa rekapituliert das Kampfgeschehen und stellt mit etwas Überraschung fest, dass diese eingegriffen hatte. War das nur ihr Einfluss oder konnte sie mehr? Die Elfe gibt ihr schon wieder ein Rätsel auf. Sie würde ein Gespräch suchen müssen.

Zunächst lässt sie es und wendet sich ihrer Aufgabe zu. Bei Basilios Verletzungen geht sie davon aus, dass Sanjan sich kümmert und ihre Nähe bei den Korakern nicht gewünscht wird. Sie macht sich auf den Weg, die Pferde einzusammeln. Ihre Krähe bleibt zurück, die inspiziert die frischen Leichen auf Essbarkeit.
« Letzte Änderung: 04.04.2017, 06:13:43 von El`ssa »

Amaara Firron

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Córrea
« Antwort #110 am: 05.04.2017, 02:39:21 »
Der Kampf ist vorüber. Der letzte der Besiegten liegt hilflos am Boden. Amaara weiß, was das bedeutet: Er wird gnadenlos abgeschlachtet werden. So ist es auch in Banden Kriegen, wieso sollte es in anderen Schlachten anders sein? Die Verlierer werden getötet wenn sie es nicht schaffen, zu fliehen. Die Hinrichtung mag sie sich nicht an sehen und so nutzt sie die allgemeine Ablenkung, um unbemerkt ihren Dolch wieder an sich nehmen zu können. Geschickt versteckt sie ihn wieder an ihrem Körper.

Als sie zurück zur Gruppe kommt, die sich um den Gnoll versammelt hat, dem noch das Blut aus dem Hals läuft, hört sie noch gerade wie Basilio den korakischen Soldaten anschwindelt. "Er ist wirklich gut.", muss sie zu geben, "Er hat zwar einen ganz anderen Stil als ich, aber wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich ihm glauben... wenn ich irgend jemandem glauben würde."

Um seine Geschichte nicht auf fliegen zu lassen, setzt sie ihr unschuldigstes Gesicht auf und stellt sich dicht neben ihn, jedoch brav einen Schritt zurück. Sie wirft jedem der Soldaten ein schüchternes Lächeln zu und richtet ihren Blick dann wieder zu Boden. "Es wird euch freuen, zu hören, dass die Ladung noch voll ständig und unbeschädigt ist, Meister Aristide.", lässt sie ihn mit leiser Stimme wissen.

Tarqetik

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Córrea
« Antwort #111 am: 05.04.2017, 08:46:15 »
Kurz schnauft der Söldner bevor er seinen Körper aufrichtet und wieder auf die Füße kommt. Das Blut der Hyäne klebt überall an seiner Rüstung. Er fährt mit der behandschuhten Hand darüber und verwischt das rote Zeugs sogar noch mehr als dass es abgehen würde.
Ein Seufzer der Deprimierung entfährt ihm, als es sich des blutigen Schlamassels bewusst wird.

Da aber allen Anschein nach nichts gebrochen oder sonst wie verletzt ist, lässt Tarqetik einen Blick über das Schlachtfeld wandern. Die Soldaten freunden sich bereits mit dem Rest der Mannschaft an, von der niemand wirklich Schaden genommen hat. Unterm Strich gut gelaufen. Apropos Laufen. Wo könnte sich nur das Pferd hin verdrückt haben. Die treue Stute war sicher nicht ein Feigling doch eine tiefe Verletzung könnte das Tier durchaus verstört haben. So macht sich nun der Söldner auf die Suche nach dem treuen Gefährten und wenn es sich passend ergibt, nach einem Fluss oder zumindest etwas mit viel Wasser darin.
Der restlichen Szenerie schenkt er keine Beachtung. Schiffe, die des Nachts vorüberziehen.

Schwertklinge wird noch rasch abgeputzt und dann samt Schild mitgenommen. Wer weiß, was da noch an anderen Tieren und Geschöpfen in dieser Gegend lauert.

Flannait Adair

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Córrea
« Antwort #112 am: 09.04.2017, 17:57:26 »
Mit einer raschen Bewegung wischt Flannait ihre blutige Klinge an der Kleidung eines der gefallenen Gnolle sauber und schiebt sie zurück in die Scheide auf ihrem Rücken. Ein paar Schritte weiter findet sie ihren Bogen wohlbehalten wo sie ihn fallengelassen hatte. Erst danach sieht sie sich nach ihrem Pferd um. Der Spur des Tieres zu folgen wird nicht möglich sein, zwischen den Hyänen einerseits und den diversen anderen Pferden andererseits ist es nicht einmal Flannaits geschultem Auge möglich sie Spur "ihrer" Stute zu infizieren.[1]
Aber das Tier würde sich schon anfinden. So folgte die Halbelfe schlicht der erst besten Pferdespur die weg vom Kampfplatz führte. Egal wessen Tier, es musste ohnehin eingefangen und zuückgebracht werden.
 1. Survival: 8
« Letzte Änderung: 23.07.2018, 21:38:43 von Flannait Adair »
"Nur ein toter Kargi ist ein guter Kargi!"

El`ssa

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Córrea
« Antwort #113 am: 23.04.2017, 09:07:35 »
Eine stolze Verneinung ihres Heilungsangebots zu bekommen, damit hätte El'ssa noch gerechnet, aber komplett ignoriert zu werden, das geht ihr gegen den Strich. Sie war extra leise und zurückhaltend, um ihm entgegen zu kommen, aber das ärgert sie jetzt. Mühsam beherrscht zischt sie zwischen zusammengepressten Zähnen hervor: "Du verhältst dich dumm - eine unbehandelte Wunde kann dir deine Gesundheit und Kampfkraft nehmen, wovon willst du dann leben?!" Zur Unterstreichung verpasste sie ihm einen sanften Tritt gegen die Schulter, bevor sie sich auf den Weg machte, die Pferde zu suchen. Und sich abzukühlen, bis ihr bewusst wurde, dass ihr Verhalten auch nicht gerade angemessen gewesen war.

Khenubaal

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Córrea
« Antwort #114 am: 08.07.2018, 14:18:06 »
~~~ Drei Wochen später, an Bord der Sazari, acht Meilen von der Küste von Prompeldia ~~~

"Als würde sie brennen", sagt Tarqetik gedankenverloren.

Bostar prustet zu Antwort: "Ha!" Er legt dem Mann die Hand über die Schulter und beugt sich zu ihm hinüber. "Weißt du was, Tarqetik? Ich bereise die Meere um Tellene seit mehr als zwei Jahrzehnten. Ich habe die Kupferbeschlagenen Türme von Bet Kalamar in der Sonne blitzen sehen, bin durch die Mewzhana-Bucht gesegelt in den legendären Hafen von Monam-ahnozh, ich bin durch die Zinnentore der Kriegshäfen von Dalen und Cosolen gedriftet, wo man sich fühlt, als würde man freiwillig in den Bauch eines Riesenhais einfahren... Aber Prompeldia in der Abenddämmerung - es gibt nichts vergleichbares..."

Der brandobinische Kämpe und der altgediente Steuermann der Sazari stehen am Bug der zweimastigen Karavelle an der Reling gelehnt und schauen hinaus auf das beeindruckende Schauspiel. Hinter ihnen - hinter dem Schiff, hinter dem Horizont - geht die lodernd rote Sonnenscheibe in einem zunehmend unwirklich scheinenden Himmel unter. Das Wasser scheint wie lebendes Metall, ein Grau und Grün, dass an den Schaumkuppen der Wellen fast schon silbern leuchtet. Möwen ziehen über den orangenen Himmel,  und werfen lange, verzerrte Schatten über das Wellengeflecht.

Vor ihnen dann die Küste. Und Prompeldia. Kothon - der natürliche Hafen, nun ausgebaut und befestigt - die Stadtmauern, unten aus dem massiven Granit der Elenonberge, ab Mannshöhe aus rotem Sandstein und Ziegeln, dahinter das massive Geflecht von Häusern, Terassen, Flachdächern, Türmen und Zwischenmauern, einer Stadt von Hunderttausend, die sich von der Küste nach oben in die Steinhänge frisst. "Die Stadt zwischen den zwei Meeren", weil hinter Prompeldia noch ein anderes Meer liegt. Das große Sandmeer der Elos-Wüste.

Und das alles blitzt nun auf - die Turmdächer schimmern golden und rot, wie geschmolzenes Kupfer, der Sandstein scheint wie im Glutofen zu brennen. Violette blitzer durchziehen die Landschaft, wo jedes Stück Metall und jedes Fenster das Sonnenlicht bricht und zurückwirft. Die ganze Stadt scheint im Feuer zu stehen - einem Feuer, das nichts beschädigt und doch allgegenwärtig ist. Eine passende Metapher für diese Stadt, den vor allen anderen Dingen ist Prompeldia eben das: ein Glutofen, in dem seine Bewohner und Besucher täglich auf's Neue Glück und Unglück schmieden.

* * *

Drei Wochen sind vergangen, seit die Gefährten auf ihrem Weg nach Korak den Kampf mit den Gnollen und Höllenhyänen überstehen mussten. Drei Wochen, in denen sie die beschwerliche Reise nach Prompeldia Schritt für Schritt bewältigt haben.

Nach dem Abschied von den korakischen Kriegern ging es weiter in Basilios Heimat. Wie verabredet, meidete der kleine Treck Korem, schlug sich nach Süden entlang des Banader durch und versuchte schließlich, in einem der Dörfer entlang des Flusses sein Glück, eine Fahrtgelegenheit runter zur Elosbucht zu finden.

Was sie stattdessen fanden, war verstörender wie verständlicher Fremdenhass. El'ssas Herkunft ließ sich spätestens im Gasthaus nicht mehr geheimhalten und der Besitzer setzte sie nur aufgrund der misslichen Lage und der Aussicht auf seltene Einnahmen nicht vor die Tür. Auf der Straße musste die Gruppe mehrmals Beschimpfungen über sich ergehen lassen und zweimal gab es sogar Steinwürfe in ihre Richtung. Der Hass auf den Feind aus dem Süden ist groß nach so vielen Jahrzehnten Krieg.

Mit einem der schmalbäuchigen Frachter ging es weiter den Banander hinab nach Baneta. Eine beschwerliche Überfahrt, vor der sie die Pferde und den von Jaresh geliehenen Wagen zurückließen. Besonders für Siola, die die Schiffsfahrten nicht gewöhnt war, war dies abermals eine große Umstellung. Die Tage dienten jedoch auch dazu, dass sich die Gefährten besser kennenlernten. Auch wenn die Atmosphäre angespannt war - die Geheimhaltung, ständige Raumknappheit auf der kleinen Kogge und die zum Teil hitzigen Charaktere der Gruppe ließen gar nichts anderes zu - fand die Gruppe doch zu einem praktischen Miteinander zusammen.

In Baneta waren die Gefährten dann endlich am offenen Meer angekommen. Nach den beiden entbehrlichen Wochen war die Versuchung groß, einige Tage in den Annehmlichkeiten der hellen und lebendigen Küstenstadt zu verbringen. Siola strahlte über das ganze Gesicht beim Blick aus dem Hafen. Basilio fand sogar Zeit, mit Flannait den Markt nach Geschenken für zu Hause abzusuchen. Nur Sanjan und Grimnir schienen sich in dieser Menschenansammlung weniger wohl zu fühlen, als zuvor im Dickicht des Waldes, durch den die Fahrt sie geführt hatte. Für Amaara war es eine neue Erfahrung - eine weitere Großstadt neben Prompeldia; so anders, und doch in vielem so gleich. Tarqetik dagegen wanderte den ganzen Abend Gedankenversunken durch die Straßen und ließ sich nicht anmerken, was ihn genau treibt. Dennoch schien er mit jeder Meile, die sie Prompeldia näher kamen, immer in sich gekehrter. Insbesondere Amaara fiel das auf, die den Kämpen immer wieder beobachtete, aber auch den anderen Gefährten entging die Veränderung nicht.

Am nächsten Tag nach der Ankunft bestiegen sie dann die Sazari. Es war wieder einmal nicht einfach, ein Schiff zu finden, welches gleich vier Frauen, darunter zwei Halbelfen und eine Sil-Karg, aufnehmen wollte. Doch Mezhego, der svimohzische Kapitän der Karavelle, nahm sie mit knappen Worten, aber einem ehrlichen Lächeln gegen die übliche Gebühr für die Überfahrt an Bord. Damit begann die letzte Etappe der Fahrt. Die Mannschaft - Mezhego selbst, sein Steuermann Bostar und ein knappes Dutzend an Matrosen - nahm die Gefährten gut auf. Natürlich bestaunten die Männer die illustre Gesellschaft die ersten Tage und selbstverständlich versuchten sich alle Männer bis auf Kapitän und Steuermann irgendwann an den Frauen an Bord. Mit Ausnahme von El'ssa, an die sich nur zwei der tapfersten herantrauten. Siola lächelte die Avancen weg und hier und da musste auch mal Grimnir böse knurren. Doch Mezhego hatte die Männer gut ausgewählt. Niemand wurde zu aufdrunglich oder gar handgreiflich. Es war ein beeindruckend guter Haufen geprägt von Einfachheit, Ehrlichkeit und Kameradschaft.

Bostar und Tarqetik fanden überraschenderweise zueinander. Sicherlich halfen auch zwei durchgebecherte Nächte am Bug des Schiffes, aber die Männer hatten eindeutig neben dem hochprozentigem Gebräu sich auch viel zu erzählen.

Vier Tage - dann Prompeldia.

* * *

"Segel auf Halbmast!", ruft Mezhego. Die Männer führen aus. Die Sazari drosselt die Geschwindigkeit und hält auf den Kothon zu. Alle Mann sind nun oben versammelt.

"In einer halben Stunde sind wir drinnen" murmelt Bostar. "Dann heißt es Prompeldia."

"Prompeldia, Prompeldia" Furiz - der kleingewachsene Ausguck, ein junger Mann von vielleicht siebzehn Sommern - summt eine Melodie und zupft an seiner Kithara. Dann beginnt er zu spielen und stimmt ein unter den Seemännern der Gegend wohlbekanntes Liedchen an.

"Die Mädchen von Prompeldia,
die tun es für ein Goldstück - ja.
Und in Shrogar-Provaaz, das ist kein Stuss,
da treiben sie's für einen feuchten Kuss.
Doch zieht dich wahres Feuer an,
Dann nimm ein Weib von Mielenon!
"

Die Männer brechen in fröhliches Gelächter aus, bis schließlich Mezhego herantritt und Furiz mit einem vernichtenden Blick aburteilt. Der kleine Ausguck schaut dann verlegen zu den weiblichen Besuchern an Bord und nuschelt eine Entschuldigung. Dabei errötet er so sehr, dass die anderen Männer abermals lachen müssen.
« Letzte Änderung: 09.07.2018, 12:50:52 von Khenubaal »

Basilio Aristide

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Córrea
« Antwort #115 am: 09.07.2018, 22:12:00 »
Den ersten Tag ihrer Schiffsreise hing Basilio über der Reling. Oder über einem Eimer. Was immer in der Nähe war. Aufschauen tat er selten; auf Spott reagierte er gar nicht. (Und Spott gab es einigen. Bloß weil Basilio nicht darauf antwortete, hieß das noch lange nicht, dass er ihn nicht sehr wohl hörte. "Habt ihr das schon mal erlebt? Dass einer... noch bevor wir richtig aus dem Hafen sind...? Dabei geht doch kaum ein Lüftchen! Das Wasser... spiegelglatt nenne ich sowas... höchstens leicht bewegt..." So und so ähnlich amüsierten sich die Matrosen über ihn.) Am zweiten Tag war ihm schon wohler—solange er an Deck blieb und aufs Meer hinausblickte. Die folgende Nacht war wieder grauslich. Liegen ging gar nicht. Im Liegen war alles noch zehnmal so schlimm. Am Tag darauf wurde die Sache nicht besser, zumal der Wind auffrischte; gegen Nachmittag so sehr, dass man die Passagiere bat, unter Deck zu verschwinden. (Hier gab Basilio den Eimer nicht aus der Hand.)

Am Morgen des vierten Tages aber sprang er, nachdem er tatsächlich ein wenig Schlaf gefunden hatte, mit einem triumphierenden Aufschrei auf die Beine und war bis zum Abend nicht dazu zu bewegen, auch nur einen Moment irgendwo still zu sitzen. Und so trifft es sich, dass, als Prompeldia flammend rot in Sicht kommt, Basilio rittlings auf dem Bugspriet sitzt, die Arme ausgebreitet, nass bis auf die Haut von emporpeitschender Gischt, und lacht wie ein Irrer.[1]
 1. Geglückte Würfe gegen Seekrankheit am 2. und am 4. Tag (16 bzw. nat. 20).
« Letzte Änderung: 09.07.2018, 22:32:10 von Basilio Aristide »
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Sanjan, von den Bahir

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Córrea
« Antwort #116 am: 10.07.2018, 07:34:02 »
Je tiefer sie in die Heimat von Basilio vordrangen umso stiller wurde Sanjan. Die Fremdenfeindlichkeit schien ihm gar nicht zu behagen und da sie einen Einheimischen dabeihatten, brauchte er sich auch nicht um Akzeptanz zu bemühen. Stattdessen merkte er sich den Hass und würde wohl nur sehr unfreiwillig wieder durch dieses Land reisen.
Abends, zu den anderen, war er offener. Jedoch musste er sich innerlich fragen ob Basilio in sich einen ähnlichen Hass trug und es nur gut verschleiern konnte.



Als es darum ging, sich von den Pferden zu verabschieden, verließ der Schamane das Dorf und kam nur mit den zusammengerollten Decken wieder. Anstelle sein Pferd im Stall des Dorfes zu lassen oder es zu verkaufen, ließ er es frei. Das Pferd würde schon seinen Weg finden und so die Ahnen wollten würden sich ihre Wege wieder kreuzen.

Auf dem Frachter blieben er und Grimnir immer dicht zusammen. Wobei es dem Wolf deutlich besser gefiel auf dem Wasser zu fahren als dem Halbelf. Der Wolf hielt sich oft an der Rehling auf, ließ sich den Wind um die Nase wehen und bellte einige der Fische an.



Auf der Sazari wandelte sich das Verhalten der beiden. Grimnir blieb fast automatisch in Siolas nähe und genoss auch diese Reise, während Sanjan eher unter Deck, zusammengerollt in seinen Decken und Fellen lag. Schon in Baneta machte der Halbelf große Augen. So viel Wasser, welches auch noch widerlich schmeckte, hatte er noch nie gesehen. Er hatte es sich noch nicht mal vorgestellt. Ähnlich wie Basilio bekam er ein mulmiges Gefühl in der Magengegend nur weigerte er sich in seinem Stolz vor den Seeleuten oder gar den Anderen sich zu übergeben. Hierfür nutzte er die Nacht und Momente wo er sich unter Deck unbeobachtet fühlte.
Immer wieder kaute er, so er mal auf dem Deck war, auf irgendwelchen Blättern herum. So zur Mitte der Fahrt ließ Siola dann eine Bemerkung fallen, dass die Steppenbewohner wie Sanjan sich gerade mal über Wasser halten können. Das brachte aber zumindest bei den Seeläuten mehr Spott als Mitgefühl. Teilweise war ihr Spott sogar ziemlich derb und sie schienen sich einen Spaß daraus zu machen den Halbelf auf das Deck zu locken. Sei es mal indem er seine Felle trocknen musste, weil ein Seemann ausversehen einen Eimer Wasser über sie gekippt hatte, oder weil sie ihm am Stolz packten und zum Armdrücken, kleinen Rangelleien oder halt männlicher Seemannsarbeit herausforderten.

Als Bostar ihre Ankunft verkündete, schaute der Halbelf aus der Lucke zu den unteren Ebenen. Innerlich freute er sich, dass die Überfahrt bald zu Ende sein sollte. Heraus wollte er zuerst nicht, aber am Ende stand er doch auf Deck, nahe dem Mast, weil einer der Seemänner natürlich genau in dem Moment durch genau diese Lucke nach oben musste. Knurrend ließ er sich am Mast nieder und beobachtete Basilio wie er sich über das baldige Ende dieser Schiffsfahrt zu freuen schien. Oder könnte er dem kleinen Menschen, jetzt etwas von seinen beruhigenden Kräutern abgeben? Er hatte vielleicht noch ein zwei Blätter und würde die wohl seinen Vorrat in nächster Zeit wieder auffüllen können.
« Letzte Änderung: 10.07.2018, 09:44:05 von Sanjan, von den Bahir »

Amaara Firron

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Córrea
« Antwort #117 am: 10.07.2018, 23:31:20 »
Kaum hatte Amaara die Melodie erkannt, stimmte sie auch schon mit in den Gesang ein. Nur ein paar Monate an den Docks zu arbeiten reichte aus, um die beliebtesten Seemanns Lieder auswendig zu kennen. So kam es auch, dass sie zur gleichen Zeit wie Furiz beschämt zu Boden schaute und eine Entschuldigung murmelte, als sie sich von dem strafenden Blick Mezhegos getroffen fühlte. Das allgemeine Gelächter klärte die Stimmung aber wieder etwas auf und Amaara gab sich wieder dem Anblick von Prompeldias Küste hin. "Jetzt bin ich also wieder auf dem Weg nach Hause."

Nach Hause... Bostar hatte Recht: Prompeldia im Sonnen Untergang ist wirklich ein Atem beraubender Anblick. Und seit vielen Jahrzehnten war es nun auch ihre Heimat. Obgleich sie dort mehr Schicksals Schläge als sonst irgendwo erlebt hatte, war dies dennoch der einzige Ort, an dem sie sich zu Hause fühlen konnte... was auch immer das bedeuten mochte.

Über ihre Gefühle mochte sie aber immer noch mit niemandem sprechen, noch war sie ja nicht einmal in der Lage, sie vor sich selbst ein zu gestehen. Zum Glück schienen derlei Fragen während der Fahrt auch selten jemanden interessiert zu haben. Sowohl Tarqetik als auch Sanjan und sogar Basilio waren während der Fahrt auf fällig still und schienen erst jetzt, da sie sich dem Hafen näherten, wieder munterer zu werden. Bald würden also wieder die Fragen an fangen, zumindest bezüglich ihrer Vergangenheit. "Ich sollte mir besser schon ein paar Antworten bereit legen..."

Ein nachdenklicher Ausdruck legte sich auf das Gesicht der Elfe als sie versuchte, sich zu erinnern, was sie von sich verraten hatte während der Abende, an denen sie mit den Matrosen getrunken hatte, mit denen sie sich sehr schnell vertragen hatte. Mit diesem Schlag von Leuten war sie schon lange gut vertraut, aber mit dem verdächtig klaren was-auch-immer-das-war, was sie gern tranken und ihr etwa genau so gern an boten, war zumindest ihr Körper noch nicht so vertraut. Die Arme auf die Reling gestützt versank sie in schweigsame Grübelei während das Treiben im Hafen immer deutlicher in Sicht kam.

El`ssa

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Córrea
« Antwort #118 am: 22.07.2018, 12:34:48 »
Auf den Teilen der Reise, die nicht in den engen Wänden eines Schiffbauches stattfanden, behielt El'ssa ihre Verkleidung und hielt sich zurück. Ihr Trommelrhythmus beschleunigte Pferd- und Fußmärsche, abends half sie eim Lagern, wenn es sich als notwendig erwies.
So wie sie sich um ihr Pferd gekümmert hatte, so hat war El'ssa aufmerksam, was die Bedürfnisse ihres Rabenvogels anging. Der hielt sich gerne auf Masten und Takelage auf und ließ sich davon auch nicht abbringen.
Auf den Schiffen wirkte die Halb-Kargi nicht, als wenn es ihr etwas Neues wäre, und sie musste einsehen, dass über so langen Zeitraum die Tarnung nur schwer aufrechtzuhalten war. Auf der Sazari half sie nicht ei den klassischen Aufgaben, kleineres Flickwerk an Personen und Material nahm sie durchaus auf. Sie beobachtete mit Skepsis Tarquetik, der ihr schon im ersten gemeinsamen Kampf als nicht ganz im Hier und Jetzt aufgefallen war. Die beiden Matrosen, die sich an sie herantrauten, hatten es nicht einfach. Sie unterdrückte ihr Genervtsein nur unzureichend und gab höfliche Antworten, schließlich knallte sogar ein Tampe in deren Richtung. Zunächst war es damit ruhig geworden, doch später gerieten die beiden über sie sogar in Streit. Rechtzeitig vor Handgreiflichkeiten ging der Maat dazwischen und ie kamen mit einer leichten Strafe davon. Danach war der Autausch friedlicher und weitere Missverständnisse wurden vermieden.
Jeden Gesang, auch Amaaras und den des Ausgucks am Ankunftstag, begleitete El'ssa mit einem Schlagrhythmus mit eziehungsweise auf was auch immer sich gerade fand: Eine Planke, ein Faß,... Über den Inhalt von Furiz' Lied rollte sie nur die Augen.

Basilios Seekrankheit bedachte sie zu keinem Moment mit einer Beleidigung oder anderem, und als sie feststellte, dass er nicht gut anzusprechen war, ließ sie ihn komplett in Ruhe. Seinen leicht überdrehten Auftritt nach der 'Heilung' quittierte sie mit einem Grinsen, bevor sie wieder ernst wurde. Ihren Scherz über das jugendliche Alter fand ie erneut bestätigt, aber nicht zu seinem Nachteil. Sanjans Unwohlsein versuchte sie mit Gesprächen und Liedern zu bekämpfen, ihn zu verteidigen beschränkte sie auf ein absolutes Minimum, um seinen Stolz nicht zu verletzen. Lieber half sie ihm, die Ergebnisse der 'Scherze' zu mildern (Felle trocknen, Schmerzen lindern).

Sonst hatte die Halb-Kargi Amaara auf der Reise nur beobachtet, mitgespielt bei Gesängen oder notwendige Worte gewechselt. Sie wusste nicht recht, was sie mit ihr anfangen sollte. Nun aber stellte sie sich neben der Elfe an die Reling und wandt sich ihr direkt zu: "Fräulein Firron, ihr kennt das Land besser." Dabei nickte sie zum Festland hinüber. "Welcher Auftritt bringt weniger Komplikationen mit sich: Der der Kargi oder der der Verschleierten?" Sie trug wie immer ihre Rüstung, Waffen, Rucksack, Stiefel, Handschuhe und Mantel, aber ihr Gesichtstuch und -verbände hatte sie noch in den Händen.

Flannait Adair

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Córrea
« Antwort #119 am: 23.07.2018, 23:24:35 »
Während der ganzen Reise gibt sich Flannait keine Mühe ihr Misstrauen gegenüber El`ssa zu verbergen.
Ansonsten erfüllt sie ihre Rolle als Scout und findet zwischendurch sogar Zeit Siola eine Einweisung ins Bogenschießen zu geben - mit Basilios Kurzbogen, den für Flannaits Langbogen fehlt dem Mädchen noch die Kraft.
Aber die Unterweisung mit dem Schwert überlässt sie anderen. Erstens hat sie keine zweite Elfenklinge und ausserdem bräuchte es Jahre dem Mädchen auch nur die Grundlagen beizubringen.

Der Anblick des Meeres beindruckt sie fast so sehr wie Sanjan. Während ihrer Zeit in Korak hatte sie Geschichten über das große Wasser gehört und während ihres jüngsten Aufenthalts in Korem sogar ein paar Gemälde gesehen, aber keine Beschreibung und auch kein Meisterwerk konnte einen wirklich auf das Original vorbereiten.
Anders als der arme Basilio und Sanjan leidet Flannait nicht an der Seekrankheit, zumindest lässt sich die stolze Adair nichts anmerken. Auch vor etwaigen Annährungsversuchen hat Sie spätestens nach dem ersten Morgen an Bord Ruhe.
Auf dem Ritt hatte sie kaum Gelegenheit zum Training gehabt, und so war die Halbelfe noch vor Sonnenaufgang ist  mit ihrer Klinge auf dem so früh noch leeren Achterdeck erschienen und hatte die nächste Stunde damit verbracht, ungeachtet des schwankenden Decks unter ihren Füßen ihre Kunst zu trainieren, genau wie am darauf folgenden Tag.  Und nur ein sehr dummer oder sehr tollkühner Matrose wäre danach noch auf dumme Gedanken gekommen.
Ab da reicht auch der abfällige, eisige Blick aus den Augen der Halbelfe um all zu dumme und vorlaute Witze auf Basilios Kosten zum verstummen zu bringen.
Das Tarquetik promt die Gelegenheit ergreift sich zu besaufen überrascht  sie längst nicht mehr, aber das Amaara dem Trunk anscheinend auch nicht abgeneigt ist fördert die Elfe nicht gerade in Flannaits Ansehen.

Als schließlich Prompeldia ist auch sie zwar auch von der puren Schönheit des Anblicks beeindruckt, vor allem aber von der  schieren Größe der Stadt.
Weder ihre Kindheit ín Cilorealon noch ihr späteres Leben in Jaylin und Korak haben sie auf den Anblick sovieler Menschen an einem Ort vorbereitet. Korem ist im Vergleich beinahe ein zu groß geratenes Dorf.
Die halbefische Kundschafterin ist hier eindeutig aus ihrem Element. Ihr bleibt nur wachsam zu bleiben und zu hoffen, dass andere in der Gruppe in diesem Gewimmel da drüben besser zurecht kommen.
"Nur ein toter Kargi ist ein guter Kargi!"

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