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Autor Thema: Córrea  (Gelesen 8043 mal)

Beschreibung: Episode 2.1

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Khenubaal

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Córrea
« Antwort #120 am: 24.07.2018, 21:40:34 »
Bei Furiz' Lied schaut Siola verwundert auf - trotz der Feldarbeiter auf dem gut zu Hause, trotz der letzten drei Wochen ist Jareshs Ziehtochter die herberen Töne nicht gewohnt. Doch nach nur einem Liedschlag ist die Überraschung aus ihrem Blick verschwunden und ein mildes Lächeln an dessen Stelle getreten. Das muss man ihr zugute halten: sie versucht sich anzupassen, nicht zu Last zu fallen, nicht aufzufallen. Sie lächelt kurz zu Sanjan rüber, während noch gesungen wird. Bei Mezhegos Rüffel kreuzt sich ihr Blick dagegen mit Amaaras - auch mit einem Lächeln.

Dann ist wieder ein Ruf von Basilio zu hören. Tarqetik grunzt und deutet mit dem Kopf in die Richtung des Korakers. "Man merkt unserem Freund an, dass er aus einem Binnenland stammt, was? Das Meer hat wohl seinen Verstand vernebelt." Der Spruch geht an Bostar - auch die anderen bekommen ihn mit. Wohl nur Basilio nicht - er sitzt zu weit vorn, wo das Getöse der Wellen alles übertönt.[1]

In der besagten halben Stunde kommt das Schiff im Hafen von Prompeldia an. Der Kothon nimmt täglich Dutzende von Handelsschiffen auf und dient zugleich auch als Anlegestelle für die kleine Marine des Stadtstaats. Über die Jahrzehnte ist er immer weiter ausgebaut und befestigt worden. Die natürliche Einfahrt in die Bucht wurde durch steinerne Mauern, die vom Grund aus gebaut wurden, weiter verengt, ein Eisengitter sinkt bei Bedarf bis unters Wasser und versperrt die Durchfahrt. Doch nicht heute Abend - die Sazari darf rein.

Die Karavelle gleitet zwischen kleinen Fischerbooten, dickbäuchigen Handelsschiffen und einigen Fregatten der prompeldischen Marine vorbei. An den Docks wimmeln Matrosen, Lastträger, Besucher, Händler mit Bauchläden und an Ständen. In zweiter Reihe sind Kontore, Ausbesserungsmulden, Tavernen, Gasthäuser. Das beständige Summen von hunderten Stimmen füllt die Luft, gewürzt mit Hundegebell, Geschrei, den Klängen verschiedener Instrumente, dem Klappern, Hissen und Quitschen von Holz, Sandalensohlen, Seil auf Mast, Segeln. Doch es ist der Geruchssinn, der noch vor den Augen und Ohren gefordert wird. Den Gefährten kommt es so vor, als würden Hunderte von Gerüchen sich miteinander vermengen: Fauliger Fisch - Überbleibsel von den Fischauktionen, vertrocknete Innereien an den Docks, eilig rausgeschabt und nicht ins Wasser geworfen; der Schweiß von Dutzenden Männern - Menschen, Kargi, Elfen, sogar Halblinge - von Kindes- bis ins Greisenalter; gebratenes Fleisch, das auf offenen Feuerstellen zubereitet wird, Zwiebeln, unzähligen Gewürze, feuchtes Leder, Färbemittel, hunderte von Waren, die be- und entladen werden und über alledem: Salz und Holz.

Als das Schiff endlich anlegt, ist Siola gerade dabei, ihre Habseligkeiten in ihrem Rucksack zu verstauen. Auch sie hat sich von vielen Dingen im Verlauf der Reise getrennt und nur das Nötigste behalten - ebenfalls ein Lernprozess. Als Grimnir neben ihr auftaucht, krault sie dem Wolf das Fell hinter den Ohren. "Ja, mein Guter. Ich weiß, du passt auf, dass ich nichts vergesse", murmelt sie.

Schließlich ist das Schiff vertäut und gesichert. Eine Holzsteige wird angelegt. Die Gefährten können von Bord. Mezhego verabschiedet sich von allen gebührend. Die Mannschaft in der ihr eigenen Weise laut und mit Witzen, doch herzlich und offen. Vor allem Amaara wird von einigen noch einmal ganz herzlich umarmt - etwas fester und länger, als unbedingt nötig, würde man meinen.

Auch Flannait und El`ssa werden mit netten Worten und besten Wünschen verabschiedet. Furiz schlägt sogar bei El`ssa noch einmal ein Paar Akkorde an, um anzudeuten, dass er das begleitende Trommeln geschätzt hat. Und Sanjan?: So sehr die Seemänner sich Späße erlaubt haben, so offenherzig gehen sie jetzt mit ihm um und wünschen ihm Glück.

Bostar greift Tarqetik an den Unterarm und zieht ihn zu sich heran. "In der Stadt kann man leicht den Kopf verlieren, mein Junge - im übertragenden, aber auch im wörtlichen Sinne. Pass auf, dass dir beides nicht passiert. Wäre schade."

Tarqetik nickt. "Keine Sorge, mein Freund. Meistens sind es diejenigen, die Streit mir haben, die ihre Köpfe verlieren, nicht ich." Er hält kurz inne, wirkt nachdenklich. "Manchmal auch diejenigen, die zu lange in meiner Nähe sind", fügt er etwas leiser hinzu.

Bostar runzelt die Stirn. Er will nachfragen, was damit gemeint war, doch Tarqetik dreht sich um, verhindert die Nachfrage. Der Kempe schaut, wie Siola gerade mit ihrem schweren Rucksack kämpfend den Gehsteig zum Hafen runterläuft. Das Schiff wackelt leicht, ebenso der Steig. Hilfe würde Siola sicher nicht schaden. Doch er schmunzelt nur und schaut wieder zu Bostar. "Sie sagt, sie will sich selbst finden auf dieser Reise. Meiner Erfahrung nach geht das am besten, wenn man seine Päckchen selber trägt."

Noch einmal gibt Tarqetik Bostar die Hand und macht sich ebenfalls auf dem Weg zum Hafen runter. Die anderen Gefährten folgen. Auch Basilio, der von vielen der Matrosen zum Abschluss geherzt wird, ist dabei.

Unten ist das Wirrwarr aus Menschen und Stimmen noch einmal näher, direkter. Es ist schwer, sich ein klares Bild zu machen. Tarqetik schaut zu Amaara rüber. "Nun denn - du bist die Einheimische hier. Ich nehme an, wir sollten uns aufmachen, mit deinem Auftraggeber, diesem Efet zu sprechen. Dem guten Herrn, der ja auch Jareshs Verbindungsmann ist. Ich will das schnell hinter mich bringen, damit hoffentlich noch Zeit bleibt, sich die Tavernen hier genauer anzusehen. Zu schauen, ob das Bier hier anders schmeckt, als im Norden."

Bevor Amaara antworten kann, schneidet ein schriller Schrei durch das Stimmengewirr. "Haltet den Dieb!" als die Gefährten sich umdrehen, sehen Sie, wie ein hagerer Mann hinter seinem Karren hervorspringt und mit dem Finger nach vorne deutet. "Er klaut meine Melonen! Haltet den kleinen Bastard!

Der Finger ist auf einen schnellen Schatten gerichtet. Klein, Flink, vielleicht drei Fuß hoch. In der Menschenmenge ist er zunächst nicht gut auszumachen, doch bald erkennen die Gefährten, wer der Schatten ist. Ein Kind, ein Junge mit dunkler Haut. In jeder Armbeuge klemmt eine Melone, während er sich den Weg durch die Menschenmenge bahnt. Seine Fluchtbahn führt ihn geradewegs auf die Gefährten zu. Noch ein Paar Lidschläge und er wird zwischen ihnen vorbeisausen.[2][3]
 1. Außer, Basilio will: Bei Perception 15 hört er den Kommentar
 2. Wenn jemand den Jungen aufhalten will: Acrobatics 15 - wenn sich mindestens drei SCs dazu entschließen, gelingt es automatisch.
 3. An Amaara:
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Amaara Firron

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Córrea
« Antwort #121 am: 27.07.2018, 00:30:59 »
Eine Weile musste Amaara tatsächlich über El'ssas Frage nach denken und blickte schweigend weiter in Richtung Hafen. Schließlich aber eröffnete sie der Skaldin ihre Gedanken: "Kargi und selbst Sil-Kargi sind in der Stadt nicht ungewöhnlicher als Elfen oder Halbelfen auch. Wenn ich an eurer Stelle wäre, würde ich mir keine Sorgen machen wegen eurer Spezies. Vermutlich wird man an nehmen, dass ihr zu einer der vielen Banden gehört. Das ist eigentlich nicht schlecht, denn in dem Fall werden die Leute versuchen, sich von euch fern zu halten, oder zumindest große Vorsicht walten zu lassen im Umgang mit euch. Schlimmsten falls wird man erkennen, dass ihr von außerhalb seid. Aber auch das bedeutet nur dass ihr gut auf eure Habe Acht geben solltet." Sie nahm sich ein wenig Zeit, um ihr Gegenüber noch einmal in Augenschein zu nehmen. "Ein Schleier würde euch wahrscheinlich nicht stehen, aber das werden wir nicht wissen, bevor wir es aus probiert haben, nicht wahr?" Sie zwinkerte ihr schelmisch zu. "Wenn wir die Zeit dazu finden, können wir ja gemeinsam einen Basar auf suchen und es heraus finden. Ich selbst habe auch schon oft mit dem Gedanken gespielt."

***

Während des Abschieds lässt es sich Amaara auch nicht nehmen, jede der Umarmungen zu erwidern. Es scheint so, dass sie sich im Umfeld dieser Art von Leuten sehr wohl fühlt und den Umgang mit ihnen wohl durchaus gewohnt ist. So ist sie auch weder überrascht noch beschwert sich darüber, dass hin und wieder eine Hand sich ein wenig verirrt, sondern quittiert dies nur mit einem Schmunzeln oder einem Augenzwinkern. "Fragt nach mir, wenn ihr das nächste Mal in Prompeldia an legt. Irgendjemand im Hafen wird dann schon wissen, wo ich zu finden bin, und es würde mich freuen, euch wieder zu sehen.", flüstert sie einigen aus Gewählten zu, bevor sie eine Schau daraus macht, die Planke zum Pier hinunter zu balancieren, nur um auf halbem Weg der gesamten Mannschaft noch einen Kuss zu zu werfen.

Unten an gekommen wird sie aber sofort wieder ernsthaft und Geschäfts mäßig, besonders als sie von Tarqetik an gesprochen wird. Zu stimmend nickt sie, bevor sie antwortet: "Am besten sollten wir zuerst..." Amaara zuckt erschrocken heftig zusammen und verstummt als das Geschrei wegen des Diebstahls los geht. Schnell jedoch erkennt sie den Grund für die Aufregung und im gleichen Moment fallen ihr drei mögliche Verstecke ein, in denen der Junge von seiner Position aus verschwinden könnte.

Die Elfe macht aber keinerlei Anstalten, den kleinen Dieb auf zu halten. Zu oft war sie schon selbst in einer ähnlichen Situation gewesen. "Hoffentlich kennt er sich hier gut genug aus. Seine Wahl der Beute war jeden Falls die eines Anfängers." Unauffällig versucht sie ein paar Schritte zurück zu machen, um dem fliehenden Jungen den Weg zu erleichtern. "Das ist leider die einzige Weise, wie ich dir helfen kann, Kleiner."

El`ssa

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Córrea
« Antwort #122 am: 30.07.2018, 13:05:54 »
Amaaras beruhigende Worte quittiert El'ssa mit einem Nicken und verstaut die Teile ihrer Verkleidung wieder. Ihr ist es sowieso lieber, in natura aufzutreten. Sie sortiert die Informationen, die sie bekommt, weg und daknt schließlich. Auf den gemeinsamen Schleierkauf angesprochen verzieht sie gutmütig das Gesicht und meint: "Ich habe zwar auch meine Zweifel, aber probieren kann man es und ein Besuch beim Basar passt mir gut. In ortskundiger Begleitung umso besser. Sehen wir, wann es geht." Sie nimmt die Verabredung ernst und ist schon gespannt darauf. Sowohl treit sie die Neugier auf die Stadt und ihre Gechichten als auch die Gelegenheit, Amaara besser kennen- und damit einschätzen zu lernen.

Die Veraschiedung von der Crew hat den eher männlichen hart-aber-herzlich-Charakter und der Sängerknabe erntet ein Lachen und ein wirklich sanften Knuff. Tarquetiks Besessenheit mit abgetrennten Köpfen fällt ihr erneut auf, nachdem sie von den anderen die Begebenheit mit dem ersten Überfall gehört hat. Nur - wie spricht man das an?

An Land geht sie gerade kurz ihre Ausrüstung durch und sie hört mit halbem Ohr Amaare zu, als das Geschrei ganz in der Nähe losgeht. Sie runzelt die Stirn und überschaut das Geschehen. Es ist nicht das erste Mal, das sie Zeuge einer solchen Sache wird, und glücklich macht es sie nicht, denn mit Fairness hat es selten zu tun. Jedoch muss Ordnung sein und schweren Herzens ignoriert sie die passive oder ausweichende Gruppe, indem sie dem Jungen mit einem plötzlichen Ausfallschritt den Weg versperrt. Mit einem Arm umarmt sie ihn fast und fragt: "Hey, hey, hey! Immer langsam mit den jungen Pferden! Stimmt das, was er behauptet?" Sie lässt ihn die Melone halten und schätzt innerlich deren Wert, während sie Amaara fragt: "Wie wird hier gerichtet und was erwartet die beiden je nach Ergebnis?" Sollte der Händler jedoch über den Jungen oder die Ware herfallen, würde sie sie erstmal auseinanderhalten.

Basilio Aristide

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Córrea
« Antwort #123 am: 30.07.2018, 23:29:56 »
Sollte Flannait tatsächlich geglaubt haben, Basilios Kurzbogen sei ihrem Langbogen in Punkto Zuggewicht unterlegen, so muss sie überrascht zur Kenntnis nehmen, dass vielmehr das Gegenteil der Fall ist. Sie selbst hat Mühe, ihn zu spannen, ohne dass ihr die Arme zittern, und Siola ergeht's noch schlimmer (weil sie länger zielen muss.) Nun hat Flannait zwar seinerzeit mitbekommen, wie Basilio die Aufforderung eines Halblings zum Armdrücken ausgeschlagen hat—und es für weise befunden, denn sie hätte einen Monatssold auf Oswin gesetzt—aber das heißt offenbar noch lange nicht, dass er ein solches mit ihr selbst als Gegner fürchten müsste.[1]

~~~

Basilio ist der letzte, der sich von den Matrosen losreißen kann. Seine Kameraden haben bereits festen Erdboden unter den Füßen, als der kleine Koraker den Steg herabgeschossen kommt, als sei ein Schwarm Hornissen hinter ihm her. Beim Rest der Gruppe angelangt, schlägt er um sich und klopft sich die Kleidung aus, was den Eindruck, er wolle Ungeziefer verjagen, nur verstärkt. Als er sich endlich so weit gefangen hat, um sich in artikulierten Sprachlauten auszudrücken, statt in panischen Urlauten, bedrängt er Amaara noch völlig aufgelöst: "Bitte bitte sag mir, das ist bloß eine lustige Sitte der Svimohzer und nicht etwa hier in Prompeldia so üblich! Ich meine, die Stadt hat einen derart harten Ruf, das kann einfach nicht hiesige Sitte sein! Dass man sich—unter Männern! kaum vier Tage bekannt! und keine gemeinsame Not durchstanden, keine Schlacht Seite an Seite geschlagen, nicht mit vereinten Kräften knapp dem Tod entronnen!—dass man sich da derart herzt und abknutscht wie selbst Mann und Frau, egal wie arg der Liebesrausch sie packt, dies nicht vor Zeugen täten?"

Noch während Amaara ihn beruhigt (oder auch nicht?), schaut Basilio sich neugierig um. In den letzten vier Jahren ist er zwar in ganz Korak herumgekommen, aber dies ist erst das zweite Mal, nach der kurzen, aber aufregenden Reise nach Ek'Gakel neulich, dass es ihn in ein fremdes Land verschlagen hat. (Außer man zählt den Geheimauftrag dazu, der ihn vor zwei Jahren mit Flannait und ein paar anderen Auserwählten zusammen tief ins feindliche Norga-Krangel geführt hat. Aber na ja, dort ist man halt durch die Wildnis geschlichen, die sieht jenseits der Grenze nicht viel anders aus als auf korakischer Seite.) Das hier ist jedenfalls etwas ganz anderes. Tief atmet er die fremden Düfte ein. Lauscht den fremden Lauten. Lässt das grellbunte Treiben auf sich wirken. Welch Farbenpracht! Was für ulkige Gewänder! Die Gesichter (ja, tatsächlich viele Grünhäute darunter!), die Tiere (wozu braucht das Vieh so viel Fell, bei der Hitze?), die Häuser (über- und untereinander und durcheinandergewürfelt und von vielen fragt man sich, wie können die überhaupt noch stehen), und nicht zuletzt die Waren—alles so exotisch! Am liebsten würde er sich sofort hineinstürzen ins Gewühl...

Den flüchtenden kleinen Dieb bemerkt er gerade rechtzeitig, um aus dem Weg zu springen. Doch jemand anderes packt zu. Ausgerechnet El`ssa. Er schnaubt. Dass sie sich anmaßt, über alles und jeden ein Urteil zu fallen (also ganz besonders über ihn selbst), ist ihm ja bereits aufgefallen. Dass sie sich aber in einem fremden Land gleich, kaum hat sie beide Füße an Land, in Dinge einmischen muss, die sie gar nichts angehen (die Ironie dieses Gedankens entgeht ihm völlig), wie etwa das Stellen von jugendlichen Melonendieben...ohne etwas über die hiesige Justiz zu wissen (wie verfährt man hier mit Dieben?)... ohne die Situation zu überblicken... ohne über die Konsequenzen nachzudenken, für den Jungen aber auch die Gruppe. 'Schlimmstenfalls wird man erkennen, dass ihr von außerhalb seid' meinte Amaara vorhin.

Falsch. Schlimmstenfalls wird gleich bei unserer Ankunft die Obrigkeit auf uns aufmerksam...

"Ähm, wollen wir nicht einfach..." uns unauffällig verdrücken, wäre sein Satz vielleicht weitergegangen, doch dazu scheint es bereits zu spät.
 1. Basilio hat Stärke 12, Flannait 10 (Siola weiß ich nat. nicht; wenn 12 oder mehr, passe ich meinen Post an) und er hat einen Bogen, der zu ihm passt.
« Letzte Änderung: 31.07.2018, 00:10:54 von Basilio Aristide »
"Call no man happy until he is dead."

"War," he sung, "is toil and trouble;
Honor, but an empty bubble."

Flannait Adair

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Córrea
« Antwort #124 am: 31.07.2018, 02:28:21 »
Das Gewimmel, der Lärm, die Farben und besonders die Gerüche, Flannaits empfindliche Elfensinne, zusätzlich geschärft von Jahren als Scout werden von der Stadt nahezu erschlagen. Und dann so viele Gesichter deren grünliche Töne  ihr Kargi-Blut verraten.
All das macht die Halbelfe nervös und angespannt. Korem war wirklich kaum Vorbereitung für das hier. Dort liefen wenigstens keine Kargi frei herum!
Basilios überstürzte Ankunft amüsiert sie. "Stört Dich doch nur, weil es keine holden Damen waren die sich Dir an den Hals geworfen haben." neckt sie mit einem Lächeln.

Aber trotz ihres Amüsements ist sie immer noch nervös genug, dass sie sofort herumfährt als das Geschrei des Händlers anhebt und ihre Waffe bereits halb gezogen hat ehe sie erkennt worum es geht.
Lautlos gleitet die Waffe zurück in ihre Scheide. Flannait mag nicht gerade begeistert von Dieben sein, aber wie Basilio ist sie der Ansicht dass sie besser möglichst wenig Aufmerksamkeit auf sich lenken sollten.
Ausserdem fühlt sie sich unfreiwillig in ihrer Meinung über Menschen bestärkt. In keiner Elfensiedlung müsste ein Kind je stehlen um nicht zu verhungern.
Aber die verdammte Grünhaut muss sich natürlich einmischen, die Aufmerksamkeit auf sie ziehen. "Typisch Kargi, reagieren, ohne nachzudenken!"
Aber anstatt sich einzumischen, behält die angespannte Kundschafterin die umstehenden im Auge. Nur für den  Fall, dass es sich bei dem ganzen um eine Ablenkung handelt. So eine, wie sie und unter anderem Basilio sie selbst  an der Front des öfteren gegen die Grünhäute eingesetzt haben.[1]
 1. Wahrnehmung 23
« Letzte Änderung: 31.07.2018, 02:31:02 von Flannait Adair »
"Nur ein toter Kargi ist ein guter Kargi!"

Sanjan, von den Bahir

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Córrea
« Antwort #125 am: 03.08.2018, 19:07:39 »
Die Verabschiedungen der Matrosen erwidert Sanjan gleichermaßen. Es ist ihr Gebiet und ein ähnliches verhalten gab es auch in fast jedem anderen Stamm. Die geneckte Person muss sich halt ihren Rang in der Hackordnung erstreiten.

So interessiert er von der Stadt auf See war, so angewidert oder besser gesagt überfordert ist er von den Gerüchen an Land. Er fragt sich, wie die Leute nur dieses Gemisch an Gerüchen, und besonders den verfaulten Fisch, ertragen könnt. Mit einem leidigen Blick, sieht er nach seinem Wolf. Dem armen Tier ging es ähnlich, was die hängende Rute andeutet, aber er hielt sich bei Siola auf. Was wiederum gut war.

Als dann der Straßendieb auftauchte, geht es Sanjan ähnlich wie El'ssa. Er macht gerade einen Schritt in den Weg des Jungen, da hat sie ihn aber schon. Das war gut, denn wer stehen bleibt und wegschaut, schaut auch bei schlimmeren Dingen weg. Nun aber mal sehen, was das Recht hier sagt.

Amaara Firron

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Córrea
« Antwort #126 am: 06.08.2018, 05:18:16 »
Basilios Bemerkung macht Amaara schmunzeln. "Ein echtes Land Ei ist er scheinbar. Hätte gedacht, daß jemand der anscheinend schon so viel herum gekommen ist, schon mehr unterschiedliche Arten von Leuten kennen gelernt hätte." Gern hätte sie ihm auf seine Frage geantwortet und ihn damit vielleicht auch etwas beruhigen können, doch da versucht auch schon der kleine Junge zwischen ihnen hindurch zu laufen, wird aber prompt von El'ssa auf gehalten. Die selbst gerechte Handlung der Sil-Kargi ärgert sie so sehr, wie sie sie überrascht. "Das hätte ich nicht von ihr erwartet.", denkt sie sich und wirft ihr einen bösen Blick zu.

Einen Lidschlag später erkennt Amaara jedoch, dass sie sich vor allem über sich selbst ärgert, weil es ihr immer noch nicht gelungen ist, El'ssa richtig ein zu schätzen. So wandert ihr verärgerter Blick nun stattdessen zu dem Jungen, vor dem sie sich nun auf baut - darauf achtend, dass möglichst viele andere sie auch sehen können - und mit lauter Stimme zu schimpfen beginnt: "Dummkopf!", fährt sie ihn an und versucht dabei gar nicht erst, ihren Ärger zu verbergen, sondern nutzt ihn, um ihre Rolle zu spielen,[1] "Muss dir wirklich alles Haar klein erklärt werden?!? Du sollst den Mann natürlich bezahlen, bevor du uns die Melonen bringst! Du bringst Schande über deinen Herrn, wenn du immer wieder handelst, ohne zu denken." Mit einer flinken Hand Bewegung greift sie nach der Tasche des eingeschüchterten, kleinen Kerls, um den Eindruck zu erwecken, die Münzen in ihrer Hand hätte sie ihm ab genommen.[2]

Kaum hört sie die Schritte des aufgeregten Händlers hinter sich an kommen, beendet die Elfe aber auch schon ihre Tirade, dreht sich zu ihm um und verbeugt sich tief vor ihm. "Bitte verzeiht uns die Unerfahrenheit des Kleinen, edler Herr.", spricht sie ihn an, noch bevor er etwas sagt, "Gute Bedienstete sind eine Seltenheit, wie ihr sicher wisst.", dabei reicht sie ihm mit beiden Händen das Geld entgegen, "Natürlich werdet ihr für eure Waren angemessen entlohnt. Und wenn die Melonen Gefallen erregen, wird mein Herr mich sicherlich noch einmal zu euch schicken, um weitere Geschäfts Beziehungen mit euch zu treiben." Mit einer geübten Bewegung schiebt sie fast unmerklich die Ellenbogen zusammen und bringt so ihr Dekolleté noch deutlicher zur Geltung, um die Doppeldeutigkeit ihrer Worte zu unterstreichen. Ihr Gesicht bleibt dabei aber unschuldig und entschuldigend, als wäre dies alles nur ein Missverständnis.
 1. Bluff (wie glaubwürdig bin ich?): 25
 2. Sleight of Hand (um möglicherweise den Bluff zu unterstützen. Wie echt sieht das aus?): 18
« Letzte Änderung: 13.08.2018, 15:58:42 von Amaara Firron »

El`ssa

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Córrea
« Antwort #127 am: 07.08.2018, 11:05:40 »
Die Bemerkungen und Gesichtsausdrücke der anderen ignoriert El'ssa, außer das sie zufrieden registriert, dass auch Sanjan ähnlich wie sie reagiert. Amaaras nächste Handlung provoziert tiefere Furchen auf ihrem Gesicht, denn wohl ist ihr ei solchen Lügengeschichten nicht. Zu ihren Gunsten will sie jedoch annehmen, dass sie die sogenannte Rechtsprechung hier als nicht gerecht, fair und auf Lösung, sondern auf Rache und Machtgebahren ausgerichtet einstuft. In dem Falle wäre sie durchaus zu Kompromissen bereit gewesen. Sie hätte es nur gerne selbst entschieden, so musste sie der Ortskundigen und ihrem Gerechtigkeitssinn vertrauen. Das fiel ihr schwer, doch wollte sie sich nicht in Opposition mit der Gruppe begeben und sah noch nicht, dass das notwendig werden würde.

So ging sie halb auf die Geschichte ein und blieb bei ihrer Einstellung mit den nächsten Worten: "Ohne Konsequenz wird es aber nicht bleiben, keine Sorge." Ihr Blick war jedoch nicht auf den Jungen, sondern auf den Händler gerichtet und war bar aller Freundlichkeit. SIe hatte durchaus schon erlet, dass 'Händler' erst das Geld kassierten und dann das größere GEwicht ihres Wortes ausnutzten, ihren 'Kunden' anzukreiden. Sollte der Diebstahl tatsächlich einer gewesen sein, hoffte sie, dass der Junge es ihnen gegenüber zugab und sie das vermutlich aus der Not geborene Handeln in Zukunft unnötig machen konnten.

Sanjan, von den Bahir

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Córrea
« Antwort #128 am: 07.08.2018, 18:56:40 »
Sanjan hielt sich auch zurück. Er warf nur kurz einen Blick zu Basilio. Hier war wohl eindeutig eine Meisterin der Schlangenzunge am Werk. Da sah Basilio fast wie ein Kücken aus. Wobei er ihm auch am Anfang glaubte. Hier jedoch war das Spiel noch ausgefallener.

Mal sehen ob der Händler die Geschichte schluckte.

Basilio Aristide

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Córrea
« Antwort #129 am: 07.08.2018, 21:50:51 »
Erschrocken und ein wenig beschämt, dass Amaara so viel rascher und schlagfertiger reagiert als er, eilt Basilio an ihre Seite. Als sie ihren "Herrn" erwähnt, richtet er sich zu seiner vollen Größe auf.

"So sehen also Melonen aus!" greift er ihren Faden auf. (Tatsächlich hat er in seinem Leben noch keine Melone gesehen oder gekostet oder auch nur davon gehört.) "Erinnern mich ja irgendwie an Kürbisse. Sind sie auch so lange lagerbar?" Er klopft auf eine der Früchte. "Ja, ich sehe, die Schale ist ähnlich hart. Also durchaus geeignet für den Fernhandel? Wobei... sind sie so schwer, wie sie aussehen? Das Gewicht könnte natürlich ein Problem werden. Hm, man müsste die richtige Kundschaft für Melonen interessieren, um ordentliche Preise verlangen zu können... Oh, ich hätte da schon den richtigen jungen Mann im Auge, der eine Mode daraus machen könnte. Im Ernst! Wenn ich Rufus Borgavi dazu überreden kann, auf einem seiner Feste Melone zu servieren, reißt sich am nächsten Tag ganz P'Bapar darum!"
"Call no man happy until he is dead."

"War," he sung, "is toil and trouble;
Honor, but an empty bubble."

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