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Autor Thema: Der Weihort  (Gelesen 81653 mal)

Beschreibung: Die Seuche von Ansdag

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Abdo al'Mbabi

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Der Weihort
« Antwort #630 am: 12.06.2018, 15:41:50 »
Ein weiteres Mal droht Abdo die Müdigkeit zu umfangen, die er seit jenem Kampf gegen den Abt in sich spürt. Auch die Ruhepause im Kloster hat daran wenig geändert, auch wenn er nach außen noch immer versucht, den Schein zu wahren. In Wirklichkeit spürt er zwar die Dringlichkeit, sich endgültig um den Fluch zu kümmern, der Talahan und die anderen auf ihren Krankenlagern weiterhin befallen hat, aber innerlich wünscht er sich nichts sehnlicher, als dem Vorschlag Hildegerds Folge zu leisten und sich auszuruhen.

So nimmt er den aufkeimenden Streit erst wahr, als die Emotionen bereits hochkochen. "Schon wieder!" kann er nur denken, denn um mäßigend einzugreifen, ist er in seinem Zustand außerstande - nicht dass er es bisher jemals geschafft hätte, irgendetwas zu bewirken statt einer Verschlimmerung. Glücklicherweise schreitet Lîf ein, während Abdo sich noch einmal mit Überlegungen trägt, die spätestens seit der Begegnung mit Ninae in ihm keimen. Die ganze Zeit über hatte er gehofft, Talahan womöglich doch wohlauf und bei Kräften hier wiederzusehen, um ihm die Bürde der Verantwortung zurückzugeben. Denn eine Sache ist dem Ya'Keheter inzwischen klar geworden: Er ist kein guter Anführer. In seiner Heimat, wo die Not und der gemeinsame Feind die Menschen zusammengeschweißt haben, mag dies angehen. Doch hier, wo er sich immer wieder inmitten offener Auseinandersetzungen um Religion und Kultur wiederfindet, die er nicht versteht, ist er einfach nur überfordert.

"Mir fällt nur noch eine Frage ein: Wann sollen wir aufbrechen? Heute ohnehin nicht mehr, und ich denke, morgen werde ich soweit bei Kräften sein."
Dass Hildegerd ihn nicht gehen lassen wollte, ignoriert er dabei und hofft, dass sie das Thema fallen lässt. Ob er am nächsten Tag wirklich bereit ist, falls sie einem Feind gegenüberstehen sollten, daran hat er große Zweifel. Doch ein längerer Aufenthalt hier kann er nicht verantworten, wenn er die Lager voller Opfer der Seuche (oder des Fluchs) sieht. Und genauso wenig könnte er die anderen in Gefahr schicken und selbst hier in Sicherheit zurückbleiben.

"Lîf, auf ein Wort, wenn wir hier fertig sind?"

Dann fällt ihm doch noch etwas ein, und er wendet sich zu Hildegerd. "Eines noch. Wir Haben einige Wertgegenstände aus dem Zimmer des Abts gerettet, um sie vor Plünderungen zu bewahren. Wer ist nun sein Nachfolger und hat einen Anspruch darauf, wo der Abt tot ist?"
« Letzte Änderung: 12.06.2018, 16:02:33 von Abdo al'Mbabi »

Lîf

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Der Weihort
« Antwort #631 am: 13.06.2018, 09:45:26 »
Als Abdo sie unvermutet anspricht, wirft ihm die drudkvinde einen überraschten Blick zu. Dennoch nickt sie und meint freundlich: "Natürlich, gern. Sollen wir ein wenig beiseite gehen?" Sie, die auch jetzt wieder die Hand unbewusst auf ihrem gewölbten Bauch liegen hat, bringt seinen Wunsch nach einer Unterredung - seiner Miene und der Wortwahl nach wohl einer unter vier Augen - ganz automatisch mit dem Gedanken in Verbindung, er wolle sie in ihrer Eigenschaft als Heilerin sprechen. Ein Gebrechen vielleicht, dessen er sich schämt... was wissen sie letztendlich über Gesundheit und Leiden der Menschen in jener Gegend der Welt, aus der er kommt?

Der dunkelhäutige Mann scheint sich bei ihren gemeinsamen Abenteuern als äußerst robust erwiesen zu haben, hat aber andererseits schlimmes durchgemacht beim Kampf gegen den ehemaligen Abt und seine Diener. Und selbst wenn da nicht ihr Schwur zur Großen Mutter wäre, Leid und Not stets nach ihren Möglichkeiten zu lindern: Sie hat nicht vergessen, dass er zu ihrer Verteidigung geeilt ist. Daher weist der Rotschopf nur mit der freien Hand ein wenig zur Seite und schreitet langsam abseits. Sollte Abdo ihr folgen, spricht sie ihn mit gesenkter Stimme an: "Also, was kann ich für dich tun, Krieger?"

Abdo al'Mbabi

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Der Weihort
« Antwort #632 am: 13.06.2018, 14:02:53 »
Abdo folgt der Heilerin, auch wenn Hildegerd noch nicht auf seine Frage geantwortet hat - dies lässt sich auch später noch klären, und wenn Lîf jetzt gerade Zeit für ihn hat, möchte er diese Gelegenheit auch nutzen.

Als sie ein wenig abseits von den anderen stehen, fällt dem Gotteskrieger nicht wirklich ein, wie er sein Anliegen ansprechen soll, also fällt er direkt mit der Tür ins Haus: "Talahan hat einen Fehler gemacht, als er mir aufgetragen hat, uns anzuführen. Es gab Streit um Streit in der Gruppe, und meine Worte haben meist nur Öl ins Feuer gegossen. Meine Handlungen hätten uns fast ins Verderben geführt. Eigentlich wollte ich Talahan die Bürde zurückgeben, sobald wie zurück sind, und mich dann auf den Weg zur Front machen, um gegen die Shetani zu kämpfen. Aber er liegt im tiefen Schlaf, und es sieht so aus, als wäre unsere Mission noch nicht zu Ende.
Deshalb möchte ich, dass du die Gruppe anführst. Jeder von uns respektiert dich, und du hast einen kühleren Kopf als ich und die meisten anderen. Ich weiß, es ist eine schwere Last, aber wenn wir diesen Fluch finden wollen, müssen wir alle Opfer bringen."


Als er geendet hat, blickt Abdo die Heilerin traurig, aber erwartungsvoll an.

Freydis

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Der Weihort
« Antwort #633 am: 13.06.2018, 17:13:03 »
Obwohl Solveig wirklich, aber wohl aus Versehen, einen wunden Punkt bei ihr getroffen hat wäre Freydis wohl nicht so aus der Haut gefahren wenn sie nicht solche Kopfschmerzen hätte und nach dem langen Tag so über die Maßen erschöpft wäre.
Aber ehe sie sich bei der Heilerin entschuldigen kann mischt Rogar sich ein, und auch wenn sie sich an seinem Tonfall stört, grundsätzlich hat der Zwerg recht. Blos kommt die Berührte erneut nicht zu wort ehe Solveig den Dain abkanzelt. Normalerweise hätte sie nicht übel Lust Rogar gegen den überzogenen Angriff der Heilerin in Schutz zu nehmen, aber hier scheint ihr Deeskalation angebrachter. Und viel weniger anstrengend.
So reibt sich Freydis die schmerzenden Schläfen ehe sie entschuldigend die Hände senkt. "Ihr habt natürlich recht Solveig. Verzeiht, aber wir sind alle müde und erschöpft und entsprechend reizbar." sie lächelt schief und versucht die Anspannung mit Humor aufzulockern. "und wenn ihr unseren Streit fortsetzen wollt, könnten wir dass dann bitte auf Morgen verschieben?"
"The storm is up, and all is on the hazard."

William Shakespeare, Julius Cæsar (1599), Act V, scene 1, line 67.

Lîf

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Der Weihort
« Antwort #634 am: 14.06.2018, 15:07:11 »
Verwunderung zeichnet sich zunächst auf Lîfs Gesicht ab, als Abdo mit seinem Anliegen herausrückt. Dann macht diese einem erschrockenen, allmählich immer nachdenklicheren Ausdruck Platz, und schließlich schaut sie ihn ernst und ein wenig traurig an. "Oh weh, Krieger" seufzt sie. "Wir müssen bei dir den Eindruck hinterlassen haben, wir seien ewig nur am Streiten wie hungrige Wölfe, die sich um ein Wild zanken." Sie fasst Abdos Hand und drückt sie. "Sei versichert, es lag nicht an dir!" sagt sie fest. "Du konntest unsere Sitten und Gebräuche, all die Befindlichkeiten und verletzlichen Stellen nicht kennen. Talahan hat Vertrauen in dich geäußert, und wenn ich auch nicht seinem Glauben anhänge, so halte ich ihn doch für einen ehrenwerten und vor allem erfahrenen Mann. der solch ein Urteil nicht leichtfertig fällt."

Sie nimmt auch seine zweite Hand, und es hat den Anschein, als fließe durch ihre Handflächen eine kaum wahrnehmbare Wärme auf ihn über[1]. Damit lächelt sie ihm aufmunternd zu, seufzt noch einmal und nickt dann. "Wenn es dir ganz ernst damit ist, will ich versuchen, ob ich diese Pflicht erfüllen kann. Doch müssen wir zuvor die anderen fragen. Weiber wie ich sind hierzulande oft die Ratgeberinnen jener, die befehlen – doch ob sie alle bereit sind, mich als Anführerin zu akzeptieren, weiß ich nicht. Für gewöhnlich hat es gute Gründe, dass die drudkvinde sich aus derlei heraushält. Allerdings gebe ich zu, die Situation ist eine besondere und mag also besondere Wege erfordern. Ich könnte gewiss auf deine Unterstützung zählen, Krieger, nicht wahr?"
 1. Ich hoffe, ich nehme mir hier keine zu große Freiheit, indem ich Lîfs Wesenszug "Göttliche Berührung" hier mal als allgemeine "Good Vibes" interpretiere.

Rogar, Apothekarius

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Der Weihort
« Antwort #635 am: 16.06.2018, 23:22:33 »
Als Solveig ihren Ärger auf Rogar statt auf Freydis entlädt, werden seine Augen schmaler sowie seine Nase und Stirn krauser. Mit Sicherheit sind seine Gedanken wesentlich unfreundlicher als seine Worte es vorher waren und wieder sind: "Das war eine Rechtfertigung und ich würde euch nicht auffordern, mit dem Sprechen aufzuhören. Das Versehen ist nachvollziehbar, ebenso wie der mangelnde Wille zur offiziellen Rücknahme bei der Art und Weise, wie ihr angegangen wurdet." Eigentlich scheint er noch weiteres sagen zu wollen, dann mischt sich Lif ein. Sofort fährt sein Kopf herum und sein Blick wird kein bißchen freundlicher. "Ist es. Verletzt es, dies auch als derjenige, der das Wort aussprach, einzugestehen?", grummelt er mehr, als das er spricht. Freydis Entschuldigung wirkt auf den Dain halbgar, aber immerhin als ein Versuch. Der Humor entgeht ihm völlig, zumindest diesmal. Er unterdrückt ein Schulterzucken und sagt: "Einverstanden und wenn es noch notwendig ist..." Sollte kein Erwiderung kommen, wendet er sich ab und sucht mit seinem ganzen Krempel eine Bettstatt. Nach Abladen und eEinrichten sieht er alles durch, repariert und wartet, was es notwendig hat, und kopiert anschließend seine letzten Notizen in seine Aufzeichnungen, nachdem er ihre Vollständigekeit geprüft hat.
« Letzte Änderung: 16.06.2018, 23:22:44 von Rogar, Apothekarius »

Abdo al'Mbabi

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Der Weihort
« Antwort #636 am: 17.06.2018, 13:46:04 »
"Und genau darin liegt das Problem." erwidert Abdo der Rothaarigen. "Ich kenn eure Sitten nicht und werde sie auch so bald nicht kennenlernen. Ich mag Talahan sein Urteil nicht vorwerfen, doch auch erfahrene Männer können einmal irren. Und der Irrtum liegt in der Art der Führung, die wir brauchen. Das hier ist keine organisierte Armee, die einen Anführer braucht, der Befehle gibt. Das könnte ich wohl.
Aber wir sind alle freiwillig hier, und jede Person hat ihren eigenen Willen und eigenen Stolz. Es kann nicht einer Befehle geben und die anderen folgen. Jemand muss die Gruppe in ihrem Inneren zusammenhalten, zwischen den kulturellen Unterschieden vermitteln. Das kann ich nicht.

Aber du könntest es. Mit Befehlen kommst du sowieso nicht weit. Und weil du eine Frau bist: Aeryn und Freydis sind auch Frauen, Tristan hört auf dich, auch wenn er es manchmal nicht zugeben will. Ich würde dir folgen. Höchstens Rogar mit seinem Dickschädel könnte aufmüpfig werden - bei ihm werde ich dich unterstützen, wenn es notwendig wäre."

Lîf

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Der Weihort
« Antwort #637 am: 18.06.2018, 11:01:29 »
Immer nachdenklicher nickt Lîf. "Ich glaube, ich verstehe, was du meinst" erwidert sie dem Dunkelhäutigen schließlich. Dann huscht kurz ein Schmunzeln über ihre abgespannt wirkenden Züge. "Die Gemeinschaft zusammenhalten und ausgleichen – ohne es zu wissen, hast du gerade ziemlich genau beschrieben, welche Aufgabe Weiber wie ich in unserem Land haben: Die drudkvinde sollen nicht nur Wunden des Körpers heilen, sondern auch Verletzungen der Seele – sie sind, in mancherlei Weise, die Mütter aller, und wie eine gute Mutter müssen sie versöhnen. Es ist ein wenig beschämend, das zuzugeben, aber du, Krieger, als Fremder hast mich soeben an meine althergebrachten Pflichten erinnert." Langsam lässt sie seine Hände los, streicht mit einem leisen, ergebenen Seufzer über ihren Bauch und nickt Abdo dann nochmals zu. "Ich will mein bestes versuchen. Und was deine Hilfe angeht, so werde ich sie gern annehmen. Dieser Rogar scheint manchmal etwas aufbrausend zu sein." Mit einem Mal lacht sie unbeschwert wie ein junges Mädchen. "Was man aber auch von mir sagen könnte. Du wirst auch an deiner neuen Aufgabe viel zu tun haben" prophezeit sie mit einem schelmischen Funkeln in den Augen, ehe sie mit einem fragenden Blick zurück zu den anderen nickt.

Kjartan

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Der Weihort
« Antwort #638 am: 19.06.2018, 17:53:54 »
Kjartan schaut sich im Kreis seiner neuen Gefährten um und runzelt unwillkürlich die Stirn. "Ich bin wohl in einem schlechten Moment dazugestoßen. Sie haben einen starken Willen, jeder für sich, und vielleicht sind die Ereignisse wohl zu verwirrend und gravierend gewesen. Es fehlt an einer starken Stimme, die alle zusammenhält. Aber ich werde es nicht sein.", denkt er sich. Er lächelt Tristan unsicher zu. "Das ist sehr interessant. Ich glaube selbst nicht daran, was die Missionare und Priester sagen und ihre Lehre scheint mir nicht demütig sondern demütigend zu sein. 'Wer sein Leben hasst, wird es gewinnen!', so sagen die Prediger. Das kann mir keiner erklären. Das Leben sollte so voller Freude und Ehren sein, wer bräuchte eines danach? Aber nunja, ich merke gerade, dass ich ins Reden komme und das gar nicht gut ist. Vielleicht sprechen wir später einmal, wenn es uns danach verlangt. Fürs erste wäre es wichtiger, eine Entscheidung zu treffen. Ich für meinen Teil bin gesund, doch ihr seht verletzt aus. Wollt ihr Euch nicht auskurieren und wir brechen danach aus? Das war es doch, was wir uns dachten?"

Abdo al'Mbabi

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Der Weihort
« Antwort #639 am: 26.06.2018, 16:33:55 »
Froh darüber, dass Lîf seinen Argumenten nun doch folgen kann, lächelt Abdo die Heilerin erleichtert an. "Ich werde dir folgen und dich unterstützen, so weit es in meiner Macht steht." erklärt er feierlich, um dann nachdenklicher anzufügen: "Wenn ich jedoch sehe, wie gering meine Kräfte sind verglichen mit euren Zaubern, weiß ich nicht, ob das ausreichen wird."

Dann jedoch zeigt sich eine deutlich wahrnehmbare Veränderung an dem dunkelhäutigen Krieger. Als ob ihm eine tatsächliche Last von den Schultern genommen wurde, steht er plötzlich trotz seines immer noch geschwächten Zustandes aufrechter, wirkt größer, und scheint erfüllt zu sein mit einer neuen Entschlossenheit. "Wir werden diesen Fluch vertreiben!" verspricht er der Drudkvinde. "Doch zuerst müssen wir den anderen mitteilen, was gerade beschlossen wurde. Und wir werden ja sehen, wer etwas dagegen einzuwenden hat."
Beim letzten Satz schlägt Abdo mit einem Zwinkern die geballte Faust in seine flache Hand.

Nachdem er sich damit dies nun endlich von der Seele geredet hat, kehrt der Ya'Keheter zusammen mit Lîf zurück zu den anderen, gerade als Kjartan seine Fragen stellt.
"Lasst uns gemeinsam etwas abseits gehen! Ich habe euch etwas zu sagen. Danach können wir beschließen, wann wir aufbrechen wollen."

Rogar, Apothekarius

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Der Weihort
« Antwort #640 am: 27.06.2018, 04:58:53 »
Kjartan bekommt vom Rogar die Antwort: "So sieht es aus, auch wenn der Fluch sich währenddessen weiter ausbreiten mag." Dann ist er wieder bei seinen Aufzeichnungen. Als ihr aktuell designierter Anführer genau das und noch etwas anderes abseits Gruppenfremder besprechen möchte, schaut er wieder auf. Leicht irritiert zuckt er mit den Schultern und steht auf. Das Schreibmaterial nimmt er gleich mit für weitere Notizen und harrt schweigsam der Dinge, die da kommen.

Lîf

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Der Weihort
« Antwort #641 am: 27.06.2018, 10:28:41 »
In Abdos Begleitung kehrt der Rotschopf zu den anderen zurück. Sie versucht gelassen zu erscheinen, kann aber nicht vollkommen verbergen, dass sie angespannt ist. Da sie dem dunkelhäutigen Krieger ein Versprechen gegeben hat, ist sie verpflichtet - wie die zuweilen recht holprig zusammenarbeitende Gruppe auf den Wechsel reagieren wird und ob sie ihre Zusage überhaupt einhalten kann, steht jedoch auf einem anderen Blatt. So sucht sie Tristans Nähe, um ihre Selbstsicherheit zu stärken, und setzt eine entschlossene Miene auf. Abdo nickt sie kaum merklich zu.

Abdo al'Mbabi

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Der Weihort
« Antwort #642 am: 28.06.2018, 10:47:54 »
Entschlossen, diese Sache schnell und schmerzlos hinter sich zu bringen, versucht Abdo, mit wenigen Worten Tatsachen zu schaffen:
"Wie ihr wisst, hat Talahan nach seiner Verwundung mich dazu bestimmt, uns anzuführen. Das, was im Kloster geschehen ist, hat mich davon überzeugt, dass ich dazu nicht geeignet bin. Ich kenne das Land, die Sitten und Gebräuche hier zu wenig, und habe schlicht versagt dabei, Einheit in die Gruppe zu bringen.
Deshalb habe ich Lîf gefragt, ob sie bereit ist, diese Bürde zu tragen. Ich habe lange nachgedacht, und bin überzeugt, dass sie am besten für diese Aufgabe geeignet ist. Denn es geht nicht darum, im Kampf an der Spitze zu marschieren - das werde ich weiterhin tun. Es geht darum, einen Ausgleich zu schaffen zwischen uns allen, und den Verstand einzusetzen."


Nach dieser kurzen Ansprache blickt der Ya'Keheter von einem zum anderen, in der Hoffnung, ein zustimmendes Nicken zu erhalten; zumindest aber abwartend, ob es Einwände geben mag.
« Letzte Änderung: 28.06.2018, 10:48:21 von Abdo al'Mbabi »

Aeryn

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Der Weihort
« Antwort #643 am: 28.06.2018, 12:32:38 »
Aeryn verstand zwar nicht, was daran so wichtig war, einen Anführer zu haben, aber den anderen schien diese Art von fester Struktur wichtig zu sein, daher hatte sie auch keine Einwände dagegen. Lîf schien ihr eine gute Wahl zu sein, vermutlich war sie wirklich besser geeignet als Abdo. Außerdem war es vielleicht ein weiterer Grund für sie, sich etwas mehr zurückzuhalten, was ihrem ungeborenen Kind sicherlich nicht schaden würde.

"Ich finde die Idee gut," sagte sie nur knapp, begleitet von einem zustimmenden Nicken.

Ihre größere Sorge war der Zustand, in dem viele von ihnen sich nachwievor befanden. Etwas Ruhe würde ihnen gut tun.

Kjartan

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Der Weihort
« Antwort #644 am: 02.07.2018, 16:21:46 »
Kjartan kam nicht umhin, vor Staunen den Mund offen stehen zu lassen. Im Leben hätte er nicht geglaubt, dass der dunkelhäutige Krieger namens Abdo die Gruppe angeführt hatte. Er musste ein großer Krieger sein, dass die anderen ihm das Vertrauen geschenkt hatten. Doch es entsprach wohl der Wahrheit, dass Abdo dieses Land und seine Sitten nicht kennen konnte. “Fürwahr, Ihr müsst ein ganz besonderer Mensch sein, dass Ihr den Mut habt, in Fremde Lande zu reisen, und mehr noch, dass man Euch zutraut, eine Gruppe anzuführen. Es zeugt von Eurer Demut und Weisheit, dass Eure Euch zugedachte Autorität zum Wohle der Gruppe abzugeben. Nachdem ich so viel Bewundernswertes an Euch finde, drängt es mich mehr über Euch zu erfahren. Woher kommt Ihr und was sucht Ihr hier? Seid Ihr ein Zauberer? Verzeiht meine kühne Vermutung, aber ich sehe nicht, dass Ihr eine Waffe führt. Vielleicht können wir uns später unterhalten, während die anderen sich ausruhen.

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