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Autor Thema: Der Weihort  (Gelesen 61897 mal)

Beschreibung: Episode 1

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Freydis

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Der Weihort
« Antwort #690 am: 24.11.2018, 20:39:39 »
Natürlich hatte Freydis wie jeder normale Mensch dem ertrinkenden Kind helfen wollen, zumal sie wie die meisten Bewohner der Rabenklippe schon als Kind schwimmen gelernt hat. Aber Abdo reagiert schneller als sie und braucht ganz offensichtlich auch keine Hilfe um das Mädchen[1] zu bergen. Ebensowenig wie Rogar und Lîv Hilfe bei der Wiederbelebung brauchen. Sie hat die Fähigkeiten der Drudkvinne schätzen und respektieren gelernt.

So ist die Berührte erleichtert aber nicht überrascht als das Mädchen wieder zu sich kommt. Aber Ärger verdrängt die Erleicherung bei dem unverschämten Tonfall der Wäscherin. Rasch schlägt sie ihren tiefblauen Mantel zur Seite um ihre Kleidung, die sie als Frau von Stand ausweist deutlich zu zeigen. In Haltung und Tonfall ganz die adelige Frau weist sie die Wäscherin mit schneidender Stimme zurecht.

"Nein, " antwortet sie an Siggis Stelle, "wir schickten ihn nach Hilfe, da dieses Mädchen", sie deutet auf das Kind vor Lív, "soeben beinahe ertrunken wäre, wenn wir nicht durch die Gnade der Göttin gerade jetzt eingetroffen wären, so dass wir es retten konnten. Die Kleine benötigt trockene Kleider und eine Gelegenheit sich aufzuwärmen.
Mein Name "
fährt sie fort ohne der Frau Gelegenheit zu einer Antwort zu geben. ist Freydis Redwaldsdottir und ich und meine Gefährten kamen  hier her um Prinz Uthar zu sprechen. Er hat uns Gestern hinauf zum Kloster gesandt um nach dem rechten zu sehen, wir sind hier um ihm Bericht zu erstatten. Also kümmert euch um das Mädchen und meldet unsere Ankunft." kommandiert sie.
Natürlich sind sie nicht nur zum Bericht erstatten hier, aber es scheint Freydis nicht sinnvoll die Dinge komplizierter als nötig darzustellen. Und schließlich sind sie tatsächlich hier um dem Prinzen zu berichten was sie im Kloster vorgefunden haben. - unter anderem.
 1. EDIT Gaja: Das Kind, das Abdo aus dem Fischteich geholt hat, ist ein kleines Mädchen.
« Letzte Änderung: 01.12.2018, 13:33:36 von Gaja »
"The storm is up, and all is on the hazard."

William Shakespeare, Julius Cæsar (1599), Act V, scene 1, line 67.

Gaja

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Der Weihort
« Antwort #691 am: 01.12.2018, 13:41:58 »
Freydis' Auftritt erzielt nicht die Reaktion, die sie sich vielleicht erhofft hat. Ihr adlig blauer Mantel zieht nicht einmal einen flüchtigen Blick an, geschweige denn, dass sich das Waschweib davon beeindrucken lässt. (Womöglich wird die Farbe nur auf Albion als ein solches Erkennungsmerkmal benutzt und hier auf dem Festland gelten ganz andere Regeln? Darauf hat die junge Adlige noch nicht so recht geachtet. Noch sich darüber Gedanken gemacht, dass es hier, da es eine ganz andere und reichhaltigere Vegetation gibt, blaue Farbstoffe vielleicht gar nicht so selten und kostbar sind. Nun ja, das wäre auch nur für eine Kaufmannstochter interessant, die darin eine Geschäftsidee sehen könnte, nicht für eine junge Frau von Stand.)

Auch eilt das Weib keinesfalls los, weder um die Ankunft der Gefährten zu melden, noch macht sie Anstalten, sich um das Kind zu kümmern. Überhaupt scheint die gesamte Schelte völlig an den Waschweib abzuprallen. Ein kleines Mädchen war um ein Haar ertrunken, da hätte man erwartet, die Frau bekäme wohl einen Schrecken. (Eigentlich hätte man erwartet, der Anblick des klatschnassen, noch immer hustetenden Mädchens auf dem Boden würde ein Weib bereits erschrecken, aber vielleicht ist die Magd zu dumm, oder in Gedanken noch zu sehr bei ihrer Wäasche, um aus dem, was sie sieht, den rechten Schluss auf das Geschehen zu ziehen?)

Statt dessen stemmt sich das Weib die Hände in die Seite und erwidert: "Ertrunken? Ach was, so schlimm wird's nicht gewesen sein. Ihr wollt euch bloß wichtig machen. Hier bei uns passiert so etwas nicht. Wir sind hier sicher."

Lîf

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Der Weihort
« Antwort #692 am: 02.12.2018, 13:37:55 »
In Lîf kocht langsam ihr angeborenes Temperament höher. Erst die Zurücksetzung durch Rogar, die sie als neue gewählte Anführerin – nach ihrer Auffassung also als Versöhnerin und ausgleichende Mutterfigur – hingenommen hat, um Streit zu vermeiden. Nun auch noch die seltsam fühllose Reaktion des Waschweibs... es wird ihr zuviel, und sie schaut unwirsch von der kleinen Patientin auf. "Gayas Langmut verlasse mich nicht!" schnaubt sie. "Die Kleine fiel ins Wasser, und unsere Männer haben sie wieder herausgeholt, ehe es zu spät war! Frag doch die anderen Kinder, wenn du uns nicht glaubst! Und sie hat recht" meint sie mit einem Blick zu Freydis. "Der arme Wurm braucht etwas Warmes zum Anziehen und einen Platz am Feuer – siehst du denn nicht, wie totenblass sie ist? Was seid ihr für Weiber hierzulande, dass euch die Kinder nicht heilig sind?!" Ihre Worte klingen vorwurfsvoll, eine Hand hat sie auf dem durchnässten Kind liegen, die andere auf ihrem vorgewölbten Bauch. Man sieht ihrem geröteten Gesicht an, dass sie sich gerade mehr aufregt, als einer Schwangeren gut tun mag. "Die Kleine muss versorgt werden, damit sie sich nicht noch jetzt den Tod holt – BITTE..!" schließt sie ihren Appell in eindringlichem Ton ab.

Abdo al'Mbabi

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Der Weihort
« Antwort #693 am: 03.12.2018, 22:21:17 »
Abdo hat nur Augen für das Kind, welches er den ersten Händen übergeben hat, die sich ihm entgegengereckt haben. Bang beobachtet er die Bemühungen des Dain, das Mädchen wiederzubeleben, und so bemerkt er nicht die Spannungen, die sich unter den anderen, insbesondere Tristan und Lîf, aufbauen. Erst als das Kind jäh zu husten beginnt und das Wasser ausspuckt, das es geschluckt hat, fällt die Anspannung von dem Ya'Keheter ab und er beginnt, wieder an Land zu klettern - wo er gerade wieder festen Boden unter den Füßen spürt, als das Waschweib[1] die Szene betritt.

Völlig außer Fassung ob deren Reaktion steht Abdo erst einmal nur schweigsam und mit offenem Mund da und kann sein Unverständnis nicht verbergen. Was für eine Frau bringt es fertig, ein in Lebensgefahr schwebendes Kind zu ignorieren, ja sogar noch deren Retter zu beschimpfen? Vielleicht ist es die Überraschung, vielleicht aber auch ein Stück Weiterentwicklung: jedenfalls bleibt der Krieger zumindest äußerlich ruhig und geht die Frau nicht an, so wie er es vor kurzem wohl noch getan hätte. Diesen Part überlässt er Lîf, die dafür ohnehin besser geeignet ist. Und so beobachtet er das Geschehen, als er langsam merkt, wie seine Glieder im Wind zu schlottern beginnen, und sich etwas abseits begibt, um seine Oberbekleidung auszuziehen und gegen trockenen Ersatz zu tauschen.
 1. EDIT Gaja: wütend gestrichen. Sie ist nicht wütend, s. auch nächsten Beitrag.
« Letzte Änderung: 09.12.2018, 19:19:17 von Gaja »

Gaja

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Der Weihort
« Antwort #694 am: 09.12.2018, 19:19:46 »
Doch auch Lîfs Ausbruch bringt die Magd nicht aus ihrer Seelenruhe. Immerhin schaut sie jetzt doch in Richtung der Kleinen.

"Ja", meint sie langsam. "Etwas trockenes soll sie sich schon anziehen. So kann sie ja nicht herumlaufen. Komm, Bele." Nach ein paar Schritten in Richtung der Hütten bemerkt die Magd dann aber, dass Bele ihr nicht folgt. "Komm jetzt!" wiederholt sie, doch Bele gehorcht abermals nicht. Da schnaubt die Magd ungeduldig, kehrt jedoch um und hebt das kleine Mädchen auf ihren Arm.

"Was machst du denn auch, kleine Bele. Ganz nass bist du. Da müssen wir dich trocknen, nicht wahr? Und danach setzt du dich ans Herdfeuer, bis dir wieder warm ist, ja?"

Und sie macht sich ohne ein weiteres Wort an die Gefährten in Richtung der Hütten auf.

Aeryn

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Der Weihort
« Antwort #695 am: 10.12.2018, 13:54:23 »
Aeryn beobachtet die Szene misstrauisch. Die Magd scheint in keinster Weise besorgt zu sein, obwohl das Mädchen kurz zuvor noch in einer womöglich tödlichen Gefahr schwebte. Dass ihr die ganze Sache seltsam vorkommt, wundert daher wenig. Aber die Elbin weiß auch nicht so recht, was sie nun daraufhin tun soll. Vielleicht will die Magd nur überspielen, dass sie die Kinder nicht ausreichend im Blick behalten hat, um keinen Ärger mit ihrem Herrn zu bekommen. Auffällig ist aber auch, dass das Mädchen nicht von alleine mitgehen möchte, wie es scheint.

Mit zusammengekniffenen Augen blickt sie der Magd hinterher. Dann schaut sie fragend zu den anderen. Was sollten sie jetzt damit anfangen? Wahrscheinlich einfach garnichts. Sie waren hier auch nur Gäste.

Abdo al'Mbabi

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Der Weihort
« Antwort #696 am: 10.12.2018, 14:44:12 »
Abdo hat gerade erst sein Hemd ausgezogen, als die Magd mit dem Kind auf dem Arm von dannen stapft. Trotz seiner eben noch gehegten Vorsätze hält es den Dunkelhäutigen nun jedoch nicht mehr an Ort und Stelle, und mit immer noch vor Wasser triefenden Hosen und entblößtem Oberkörper eilt er mit einigen schnellen Schritten der Frau hinterher und stellt sich ihr schließlich in den Weg.

"Einen Moment! Vielleicht habt Ihr es überhört, aber wir sind hier, um Prinz Uther Bericht zu erstatten, Eurem Herrn. Er ist doch Euer Herr, oder nicht? Also würdet Ihr uns bitte zu ihm führen?"
Während er die Frau anspricht, wirft er noch einmal einen genauen Blick auf die kleine Bele: Ihr Verhalten der Magd gegenüber kommt ihm doch merkwürdig vor. Zeigt sie irgendwelche Anzeichen von Furcht oder eine sonstige Reaktion auf die sie tragende Frau, die verdächtig wirken könnte?

Gaja

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Der Weihort
« Antwort #697 am: 10.12.2018, 16:00:03 »
Bitte nicht mehr posten. Runde beendet.

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