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Autor Thema: Der Weihort  (Gelesen 71365 mal)

Beschreibung: Episode 1

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Lîf

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Der Weihort
« Antwort #780 am: 21.05.2020, 11:46:30 »
Während Tristans Rede klappt Lîf einige Male den Mund auf und zu – ein oder zwei Male wohl auch, um scharf, zu protestieren, doch sie scheint sich eines anderen zu besinnen, weil die Vorwürfe ihres Mannes, wenn auch milde formuliert, sie doch treffen. Nachdenklich senkt sie den Blick und nagt an ihrer Unterlippe, ehe sie wieder aufschaut und langsam nickt. "Du hast recht," gibt sie nach einigem Zögern zu, "ich bin vielleicht noch... noch nicht vollständig vorbereitet darauf, eine rechte drudkvinde zu sein." Das Geständnis fällt ihr offenkundig schwer, wie ihre zeitweilig ziellos umherschweifenden Augen deutlich zeigen. Doch sie fasst Tristans Hand und erwidert ihm dann ebenso leise: "Hjaelp mig, og jeg skal prøve det.[1]" Sodann nickt sie ihm noch einmal zu, mit einem angedeuteten Lächeln, und ihre Stimme gewinnt an Sicherheit. "Ich sehe jetzt nach, ob sie auf Schwierigkeiten gestoßen sind. Passt du auf, dass uns niemand in den Rücken fällt?" Dabei berührt sie mit einer Hand eines der Schmuckstücke, die vor ihrer Brust baumeln, führt sie geschlossen zum Mund, haucht hinein und streicht schließlich damit über ihren Stab, der daraufhin sanft zu leuchten beginnt.[2] Den leuchtenden Stab in der Hand, dreht sie sich um und streckt die flammenlose Fackel vor sich, um in die Tiefe zu spähen. Jetzt erst nimmt sie wahr, dass hinter ihr Freydis schon wieder zurück gestiegen kam, und Lîf bleibt offenkundig die Pflicht erspart, sich um etwaige Verletzte zu kümmern – wie der Rotschopf nicht ohne Erleichterung feststellt.

Bei der weiteren Durchsuchung hält sie sich zwar nicht an der Spitze, sorgt aber dafür, jeweils unter den ersten zu sein, die einen Blick in einen neuen Raum werfen können. Im herrschaftlichen Zimmer angelangt zieht sie die Luft vorsichtig durch die Nase ein und blickt sich scharf um. Natürlich bleiben ihre Augen an der großen Bettstatt hängen, und sie ruft halblaut: "Herr Fürst..?" Zu ihren Begleitern meint sie sehr viel leiser: "Lasst uns nicht alle gleich nahe herangehen – wenn dort ein Kranker liegt, ist das wohl ein Fall für Heilkundige." Dabei wirft sie Rogar einen auffordernden Blick zu und tritt selbst einen Schritt nach vorn, ihren Stab weit vor sich gestreckt, um nötigenfalls doch überhängende Bettvorhänge oder andere Sichthindernisse beiseite schieben zu können, ohne sich dem Bett sofort allzu sehr nähern zu müssen.
 1. Värangsk: Steh mir bei, und ich will es versuchen.
 2. Licht

Rogar, Apothekarius

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Der Weihort
« Antwort #781 am: 22.05.2020, 18:35:37 »
"Wenn die hakadischen Ruinen noch zugänglich sind, könnte das hier größer sein, als ihr euch...", brummt der Dain gutmütig in Richtung der Elbe, als er endlich einen Blick auf das Keller"gewölbe" werfen konnte. "...vergesst es, eure Vermutung stimmt, hier ist nicht viel." Doch gerade deswegen sieht er sich gründlich um. Mit Kopfschütteln registriert er die diletantische Abstützung des Tunnels, vom Wasser füllt er sich ein wenig ab zur späteren Untersuchung und den Einsturz studiert er etwas genauer. Auf dem Weg nach oben teilt er mit: "Falls sich jemand fragt, der Einsturz ist nicht erst vor kurzem geschehen, die aktuellen Bewohner werden dahinter eher nichts versteckt haben." Ansonsten überlässt er es anderen, Lif und Tristan ins Bild zu setzen, was unten vorgefunden wurde, es sei denn, sie fragen ihn direkt.

Vorsichtig inspizieren sie den Rest des Hauses, die vielen, nciht gut ins Schuss gehaltenen Besitztümer lassen den Dain seufzen. Weitere Kommentare erspart er sich. Am Herrschaftszimmer angekommen verständigt er sich nonverbal mit Abdo und trabt anschließend misstrauisch in den Raum. Den Geruch und die mangelnde Hygiene reizen seine Nase, er unterdrückt einen Nieser. Lifs Einteilung und Aufforderung beantwortet er mit einem leichten Grinsen. Er stapft vollgerüstet mit Schild und Axt an das Bett heran, lässt die Axt aber zunächst fast am Boden schleifen, um den bedrohlichen Eindruck zu entschärfen. Er achtet darauf, Lif abzuschirmen. Sollte sich nichts rühren, nutzt er seinen Axtstiel, um etwaiges vom Laken verdecktes vorsichtig freizulegen. Andernfalls entschuldigt er sein Eindringen förmlich.

Aeryn

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Der Weihort
« Antwort #782 am: 22.05.2020, 22:11:34 »
Nicht zuletzt aufgrund des doch sehr unangenehmen Geruchs für ihre feine Elbennase, die angebliche Heilerkammer und der Keller waren ja schon schlimm genug gewesen, zieht sich Aeryn ersteinmal aus dem Eingangsbereich zurück. Wenn es um Heilkunde geht, ist sie ohnehin nicht die erste Wahl in dieser Gruppe, und auch nicht die zweite. Zum Glück gibt es mit Lîf und Rogar gleich zwei in der Heilkunst Bewanderte, die dafür weitaus besser geeignet sind. Hoffentlich lauert hier keine Gefahr. Die Elbin will es zwar nicht ansprechen, denn sie hat schon das eine oder andere Mal miterlebt, wie die Heilerin darauf reagiert, aber so ganz behagt es ihr nicht, dass die schwangere Frau vorgeht. Immerhin ist der stämmige Dain direkt an ihrer Seite. Auf ihn konnte man sich verlassen. Das beruhigt die Waldläuferin dann doch ein wenig.

Von daher widmet sie ihre Aufmerksamkeit auch eher der restlichen Umgebung, irgendwo gab es hier ja noch eine ganze Reihe von Mägden, Kindern und sonstigen Menschen, die jederzeit auftauschen konnten.

Freydis

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Der Weihort
« Antwort #783 am: 31.05.2020, 13:53:35 »
Freydis hat nicht das geringste dagegen Rogar und Abdo den Vortritt zu überlassen. Erst als der Zwerg das Bett erreicht folgt die Berührte gerade weit genug um das magische Licht von ihrem Streitkolben auf das Bett fällt.
Kurz schließt sie die Augen um die durch den durchdringenden Geruch wieder aufflammenden Kopfschmerzen
zu unterdrücken. Dann fällt ihr Blick auf den Schreibtisch und die Korrespondenz.
Neugierig tritt sie näher in der Hoffnung eine Ahnung vom Inhalt der Schriftstücke zu bekommen, besonders sollte es Siegel und ähnliche Hinweise auf Absender oder Verfasser der Dokumente geben.[1]
Sollte der alte Fürst nicht mehr hier sein wird sich Freydis intensiver mit den Dokumenten befassen. Irgentetwas liegt hier sehr im argen und die Korrespondenz könnte Hinweise enthalten.
 1. Perception: 15 siehe Würfelthread
« Letzte Änderung: 31.05.2020, 14:00:29 von Freydis »
"The storm is up, and all is on the hazard."

William Shakespeare, Julius Cæsar (1599), Act V, scene 1, line 67.

Gaja

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Der Weihort
« Antwort #784 am: 02.06.2020, 14:45:04 »
"Det er præcis, hvad jeg agter at gøre", erwidert Tristan. "Fordi jeg ved, hvor svært det er at pludselig udføre en rolle, som du ikke forventede før meget senere. Jeg var din alder nu, da Olav døde, og jeg pludselig blev løgmadhur. Men hvis jeg kunne lave det, kan du også."[1]

Gemeinsam setzt die Gruppe ihre Erkundung des stillen Gutshauses fort. Abdo fällt es sicherlich erneut auf, dass offenbar alle Damen zaubern können. Eine jede der drei hält einen magisch glühenden Gegenstand (oder jedenfalls kann er weder Flammen noch einen alchemischen Leuchtstoff erkennen) in der Hand: Freydis ihren Streitkolben, Aeryn ein Stück Holz, und Lîf ihren Wanderstecken.

Im Herrenzimmer angekommen, nähern Lîf und Rogar sich gemeinsam dem großen Bett, Lîf vorsichtig, um den kranken Fürsten nicht zu erschrecken, Rogar dagegen lässt bedrohlich seine Axt über den Boden schleifen. Und als sich daraufhin im Bett nichts rührt, zögert der Dain auch nicht lange, bevor er mit dem Stil seiner Waffe die Decke zurückzieht. Darunter befindet sich kein Kranker, sondern ein Strohsack. Der kindischste Trick aller Zeiten! Ein Stück Schaffell auf dem Kopfkissen, das zuvor knapp unter der Decke hervorlugte, hat wohl den Haarschopf darstellen sollen. Herrje, im Ernst, nur ein Kind konnte sich diesen dummen Scherz ausgedacht haben, ebenso wie nur ein Kind erwarten würde, dass irgendjemand darauf hereinfällt. Wie lange soll, laut der Magd, der Fürst schon krank daniederliegen? Zwei Wochen! (Oder so...)

Derweil interessiert Freydis sich für die fürstliche Korrespondenz. Obenauf ein halbfertiges Schreiben, auf dem die Feder inmitten Tintenklekse hingeworfen liegt; daneben steht das Tintenfäßchen unverschlossen, der Inhalt bereits sehr dickflüssig, als stünde es schon eine ganze Weile lang offen. Auf dem Schreiben fehlt die Unterschrift (aber wer anders als Soren sollte der Verfasser sein?), während die Anrede ihr beinah feindselig ins Auge springt: aha, der Brief war für Pater Halfir bestimmt. Ein Überfliegen der Zeilen lässt drei Absätze (aus einer Masse serviler Schmeicheleien Seiner Allerhöchsten Heiligkeit) hervorstechen:

Willst du nicht doch bald in der Wallfeste Unterstützung gegen die Räuber anfordern? Ich weiß, du sagtest, die Zeit sei noch nicht ganz reif, aber wie lange sollen wir denn noch auf einen dritten Vorfall warten? Im Ort trauen die Leute sich kaum noch aus dem Haus, und hier draußen muss man die Knechte mit dem Stock auf die Felder treiben. Die Ernte leidet...

Uther wird zudem immer ungeduldiger. Einer der Verschollenen ist ein Jugendfreund von ihm (irgend so ein dummer Dorfbursche) und nachdem mein Sohn selbst schon auf Erkundung war (mit diesem unverschämten Wechselbalg Jan! Für den müssen wir auch endlich mal eine Lösung finden, ebenso wie für die Hexe, die er bettet! Fürwahr, ich fürchte um meines Sohnes Seele, bei diesem Umgang!), aber keine Spur der Karawane finden konnte, will er sich nun zehn meiner Männer schnappen und mit ihnen zusammen erneut ausziehen, um einen weiteren Umkreis abzusuchen. Natürlich verbat ich es ihm strengstens!

Aber du hast natürlich recht, dass dies eine einmalige Gelegenheit ist. Je mehr die herbeigerufenen Gotteskrieger im Ort als Retter gefeiert werden, desto leichter lässt sich hinterher ihre permanente Stationierung in Ansdag rechtfertigen, zu unser aller Sicherheit! Womit es uns dann hoffentlich endlich gelingt, das ganze Hexen- und Heidentum auszutreiben, dem vor allem unser Weibervolk noch im Verborgenen anhängt.


Freydis muss an Ninaes Tirade denken, welche die Fee über Abt Halfir losließ. Uthers dritte Mutter Anuk, laut Ninae herzensgut und gänzlich unbegabt in der Zauberei, habe er als Hexe (mit vollstem Einverständnis des alten Soren!) auf den Dorfplatz verbrennen lassen, aus keinem besseren Grund, als dass der Abt ein Exempel statuieren wollte, weil es hier in der Gegend noch zu viele Weiber gebe, die sich, wie Anuk, in Notsituationen mit ihren Gebeten an die Große Mutter (sprich: entweder an Solveig oder an die Feen vom Wasserfall) wandten. Und Freydis erinnert sich auch daran, wie empört Ninae den Sohn des Fürsten verteidigt hat.

Er hat sie nämlich geliebt, die Anuk, fast so sehr wie die eigene Mutter, und Anuk hat ihn geliebt wie einen Sohn, und deswegen weiß ich so genau, dass er auf unserer Seite ist und niemals auf der seines Vaters oder des Abtes, hallt die empörte Stimme der Fee in Freydis' Ohr. Was glaubt ihr wohl, was mit Anuks Tochter geschehen wäre, wenn Uther sie nicht all die Jahre geschützt hätte? Dem armen Mädchen wollte der Abt nämlich auch nachsagen, sie sei eine Hexe. Wie die Mutter, so die Tochter...[2]

Aeryn und Tristan dagegen bleiben als einzige draußen in der Halle. Die Elbin, gewiss, dass Tristan nach drinnen sichert (und der Zwerg im Herrenzimmer), späht misstrauisch nach draußen, ob sich dort inzwischen etwas tut. Einige Mägde sieht sie wohl zwischen den Nebengebäuden und die Kinderschar, aufs Doppelte angeschwollen, tollt ausgelassen durch die Gegend. Die beiden Knechte, die ihr schon vorhin auffielen, sind immer noch dabei, den Zaun zu reparieren. Ansonsten ist es schon seltsam, wie wenig Leute zu sehen sind (und dann fast ausschließlich Frauen und Kinder), wo doch eigentlich Hochbetrieb herrschen sollte, vonwegen Erntezeit.

Da fangen Aeryns spitze Ohren Hufgetrappel auf, dass sich von Süden her nähert. Ein einzelner Reiter, schätzt die Elbin. Bald wird er neben dem Haus in Sicht kommen.
 1. Värangsk: "Genau das habe ich vor. Weil ich doch weiß, wie schwer es ist, wenn man plötzlich eine Rolle erfüllen soll, mit der man erst viel später gerechnet hat. Ich war in deinem Alter, als Olav starb und ich plötzlich Lögmadhur war. Aber wenn ich das geschafft habe, kannst du's auch."
 2. Dies nur zur Auffrischung der Erinnerung, wer Abt Halfir war, bevor er zum Pilz wurde. Weil's so lange her ist. Ninaes komplette Tirade findet sich hier.

Aeryn

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Der Weihort
« Antwort #785 am: 02.06.2020, 16:08:25 »
Aeryn warnt die anderen darüber, dass sich ein einzelnes Pferd nähert, Uther vielleicht, während sie sich selbst eine geeignete Position an einem der Fenster sucht, von wo aus sie den Reiter gut sehen kann, wenn er auf das Gelände kommt, ohne dabei aber aus dem Sichtfeld der anderen zu verschwinden.

Abdo al'Mbabi

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Der Weihort
« Antwort #786 am: 04.06.2020, 18:45:37 »
Abdo will Lîf zunächst entgegnen, dass die Kranken wohl etwas für Heilkundige sind, doch die Kämpfer zunächst klären sollten, ob sich dort wirklich ein Kranker oder doch eine Falle verbirgt. Auf Rogars Blick hin sieht er jedoch davon ab - der Dain vereint beides in sich und solange er vor der Drudkvinde postiert ist, sichert der Ya'Keheter lieber nach hinten ab.

Doch es stellt sich schnell heraus, dass wohl weder ein Kranker noch eine Falle in dem Bett warten - zumindest keine, die sofort zuschnappt. Dennoch verrät der Gestank, dass es nicht allzu lange her sein kann, dass hier tatsächlich noch ein Kranker lag. Aus dem Augenwinkel wahrnehmend, dass Freydis sich den Dokumenten widmet - in denen hoffentlich einige Erklärungen verborgen liegen - widmet Abdo sich jedoch zunächst der aus seinen Augen immer noch nicht komplett gebannten Gefahr. Zwei Dinge sind zu klären: Woher kommt der Gestank? Und gibt es irgendwelche Spuren im Bett, die darauf hindeuten, was hier geschehen ist und was mit der Person passiert ist, die vermutlich vor kurzem noch hier war?[1]

Noch während er über seine Erkenntnisse sinniert, kommt Aeryns Warnung von außen und er sucht den Blickkontakt mit der Elbin um einen Eindruck zu bekommen, von wo sich der Reiter nähert und wo er sich am besten platzieren sollte, um ihn ebenfalls zu erspähen und dabei wenn möglich selbst nicht mitten in dessen Sichtfeld zu trampeln.
 1. Wahrnehmung 16 und 18 zu den beiden Punkten.

Lîf

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Der Weihort
« Antwort #787 am: 06.06.2020, 15:00:21 »
Zunächst zeichnet sich auf Lîfs Miene Erleichterung ab, auch wenn sie ob des reichlich kindischen Tricks kurz den Kopf schüttelt. Kein weiterer Kranker, auch keine tödliche Falle... doch einen Herzschlag später runzelt sie die Stirn und sieht sich misstrauisch um. Allzu oft schon waren die Dinge nicht so, wie sie erschienen, seit sie zu diesem Abenteuer aufgebrochen sind - und fast immer verbarg sich etwas unangenehmes oder gefährliches hinter dem unauffällig wirkenden. Daher bleibt sie angestrengt lauschend an Ort und Stelle stehen, spannt sich wieder an und hält ihren Stab leicht vor sich gestreckt, als wollte sie einen Unsichtbaren abwehren, den sie nicht recht lokalisieren kann. "Herr Rogar," beginnt sie unterdrückt, "das könnte vielleicht doch eine Falle sein, und zwar eine geschicktere, als es auf den ersten Blick scheint. Das alles hier. Es sind fast keine Männer zu sehen, aber all die Weiber und Kinder scheinen sich kaum Sorgen zu machen. Warum? Wir sollten-" In diesem Moment unterbricht Aeryns Warnung sie, und der Rotschopf hebt die Brauen, alarmiert, aber auch neugierig.

Freydis

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Der Weihort
« Antwort #788 am: 06.06.2020, 19:18:37 »
Freydis hat es nicht für möglich gehalten, dass Soren der Vielgeliebte in ihren Augen noch tiefer sinken kann.
Ein Fürst hat die Pflicht die seinen zu Schützen, Soren aber hat die Menschen unter seinem Schutz nicht nur
im Stich gelassen, er wollte Sie auch gleich der Kirche des neuen Glaubens ausliefern. Und offensichtlich war es dem alten Monster völlig egal, wieviele sterben würden bis der Abt geruhte Hilfe kommen zu lassen, damit Er und seine Kirche sich als Retter aufspielen konnten.
In Gedanken entschuldigt sich die Berührte bei Ninae, deren Tirade sie für Übertreibung gehalten hatte.

"Ich weiß ich habe es vorher schon gesagt, aber falls der Alte tot ist ist er wahrlich kein Verlust. Er hat die Räuber gewähren lassen und wollte erst noch einen dritten Überfall abwarten[1], damit der Abt und seine Kirche sich als Retter aufspielen konnten!" Die Kopfschmerzen flammen wieder auf und ihre Augen sind nachgerade leuchten blau so wütend ist die Albionerin über dass, was in ihren Augen ein Verrat des alten Fürsten an den seinen ist.

Damit macht Sie sich daran das Schreiben des Fürsten einzustecken. Dieses Beweismittel muss sichergestellt
werden. Noch ehe sie ihren Rucksack wieder geschlossen hat warnt Aeryn ihre Gefährten  vor dem Neuankömmling.
Rasch schließt Freydis das Gepäckstück und hängt es sich wieder über die Schulter ehe Sie sich aufrichtet und neugierig auf den Neuankömmling lauscht.
 1. Text: Er hat die Räuber und die Seuche gewähren lassen.
Korrektur Gaja: es sind zwei Karawanen verschollen, darauf spielt der Brief an, wenn er von einem zu erwartenden dritten Vorfall spricht. Über die Seuche können Soren und der Abt NICHT kommuniziert haben, sie nahm ja mit dem Angriff auf das Kloster ihren Anfang und der Abt war das erste Opfer.
« Letzte Änderung: 15.06.2020, 13:50:23 von Gaja »
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William Shakespeare, Julius Cæsar (1599), Act V, scene 1, line 67.

Rogar, Apothekarius

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Der Weihort
« Antwort #789 am: 10.06.2020, 16:22:55 »
Rogar entfährt ein leises Schmunzeln, als sich seine ganze Vorsicht als unnötig erweist und er den "Betrug" aufdeckt, im wahrsten Sinne des Wortes. Dann wird er wieder ernst und antwortet Lif, auch wenn er bei seinem Blick auf sie ein wenig das gesicht verzieht: "Diese Lüge lässt sich nur von einem oder einer Eingeweihten aufrechterhalten. Diese Person kann Fremde am Eingang des Raumes stehen lassen und vorspielen, sich um den Kranken zu kümmern. Wem nützt dieses Spiel? Der Herrin des Hauses?" Der Apothekarius lässt Abdo passieren, um dessen Untersuchung nicht zu stören.

Freydis Worte lassen ehrliche Entrüstung und Wut auf seinen Zügen erscheinen. Mit knirschenden Zähnen bestätigt er ihren Plan, die Beweise zu sichern. Aeryns Warnung verhallt nicht ungehört, der Dain steckt Axt und Schild weg und spannt die Armbrust. Seelenruhig fragt er in die Runde: "Einem Fremden wird die gleiche Geschichte aufgetischt werden, ein Rückkehrer wird durch die Bediensteten oder Kinder von unserem Treiben gewarnt. Haben wir vor, unsere Erkenntnisse zu verbergen, um zu beobachten, wohin die Scharade führt, oder befragen wir die Leute direkt?" Sollte der Entschluss zu ersterem fallen, bringt er das Bett schnell in den Ursprungszustand und verlässt mit den anderen den Thronsaal. Andernfalls macht er sich bereit, den ersten, der das Haus betritt, mit der Armbrust willkommen zu heißen.
« Letzte Änderung: 12.06.2020, 14:48:43 von Rogar, Apothekarius »

Aeryn

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Der Weihort
« Antwort #790 am: 14.06.2020, 14:59:31 »
"Wenn es wirklich Uther ist, sollten wir auf jeden Fall mit ihm reden. Es wäre schon interessant, ob er davon weiß, oder wie er auf das alles hier reagiert," meinte Aeryn.

"Allerdings weiß ich nicht, ob wir gleich so aggressiv auftreten wollen," fügte die Elbin mit Blick auf Rogars Armbrust noch an. Sie war nocheinmal kurz zum Eingang des Zimmers gekommen, um sich mit den anderen abzusprechen, brachte sich danach aber wieder an dem Fenster in Position, um den Reiter bei seiner Ankunft beobachten zu können.

Abdo al'Mbabi

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Der Weihort
« Antwort #791 am: 14.06.2020, 16:11:01 »
Abdo verlässt seine Position am Fenster nicht, als er auf Rogars Frage antwortet. "Ich bin für den direkten Weg. Was immer hier gespielt wird, ich halte es für unwahrscheinlich, dass der Reiter nicht mitbekommt, dass wir hier sind. Lasst ihn uns beobachten, wenn er näher kommt, damit wir reagieren können, sobald er gewarnt wird oder wir zumindest wissen, um wen es sich handelt."

Lîf

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Der Weihort
« Antwort #792 am: 14.06.2020, 18:55:26 »
Freydis' Erklärung lässt die Augen Lîfs sich für einen Moment verdunkeln. Dann jedoch scheint sie ihre Gedanken wieder dem unmittelbar bevorstehenden zuzuwenden und nickt zu Aeryns und Abdos Worten. Mit einem Blick auf Rogars Armbrust meint auch sie: "Vielleicht ist es am besten, wenn wir zunächst versuchen, mit Vernunft zum Ziel zu gelangen. Und Ihr könntet sozusagen über unsere Sicherheit wachen, falls wir damit nicht weiterkommen und es zum Streit kommt." Eine geladene Armbrust sollte - so wohl ihre Hoffnung - im Zweifelsfall ein Argument abgeben, das von allzu voreiligen Entscheidungen abhält. Lîf selbst wendet sich der Tür des Zimmers zu, wirkt aber nicht sonderlich bedrohlich, zumal sie sich nur auf ihren Wanderstab stützt.

Freydis

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Der Weihort
« Antwort #793 am: 15.06.2020, 12:50:05 »
Freydis nickt zustimmend.
"Einverstanden." - ist der Ankömmling eingeweiht wird er ohnehin davon ausgehen, dass wir dass Haus zumindest oberflächlich durchsucht haben und ist er es nicht hat es wenig Sinn ihn zu täuschen."
Die Berührte erwähnt nicht, dass Sie auch gar nicht in der Stimmung ist besonders diplomatisch oder subtil
vorzugehen. Momentan würde Sie am liebsten da raus in den Garten stürmen, sich die verlogenen undverschämten Waschfrau greifen und ein paar Antworten aus der Frau rauszuprügeln.
Aber da dass noch nicht wirklich eine Option ist unterdrückt Sie stattdessen einmal mehr die Kopfschmerzen und
bezieht mit erhobenem Streitkolben Stellung neben Lîf. Dabei lässt Sie das Licht der Waffe verlöschen. Es sind genug andere Lichtquellen vorhanden und Freydis hat nicht die Absicht den unbekannten Ankömmling gleich auf den ersten Blick ahnen zu lassen was Sie ist.
"The storm is up, and all is on the hazard."

William Shakespeare, Julius Cæsar (1599), Act V, scene 1, line 67.

Gaja

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Der Weihort
« Antwort #794 am: 15.06.2020, 18:18:33 »
Woher kommt der Gestank? fragt Abdo sich und seine Suche fördert zu Tage: hier lebte einfach ein alter Mann, der kaum auf Reinlichkeit geachtet hatte. Berge getragener, teils besudelter Wäsche (altersbedingte nächtliche Inkontinenz? So genau will man's nicht wissen) liegen überall verstreut; dazwischen zu Boden gefallene Essensreste. Die Bettfelle sind dreckig, die Bettvorhänge auch, und bezüglich des Nachttopfes drängt sich der Verdacht auf (sofern man ihn nicht unter dem Bett hervorzieht, dann wüsste man es sicher), dass er vielleicht nicht geleert wurde. Auf Krankheit – jenseits normaler Altersgebrechen – deutet dabei so recht eindeutig nichts von alledem hin. Auch das Schicksal des Bewohners gibt die Kammer nicht preis. Vielleicht nur so viel: die Kammer scheint seit etlichen Tagen, vielleicht gar mehreren Wochen, nicht mehr bewohnt zu sein.

Eine weitere Untersuchung des Raumes wird durch die Warnung der Elbin, dass ein Reiter sich dem Gut nähere, vereitelt. Nach kurzer Absprache verteilt man sich im Herrenzimmer, um den Neuankömmling zu erwarten: während Aeryn und Abdo sich am nördlichen (zur Hälfte unterirdischen) Fenster postieren, tritt Lîf zur Tür in bemüht willkommen heißender Geste, deren Wirkung durch den grimmig blickenden Gatten rechterseits (die Hand am Schwert, dies aber immerhin nicht gezogen) indes größteils negiert wird. Und dann ist da noch der Zwerg mit gezückter Armbrust, der sich in Deckung des Türrahmes begibt und den Gang hinabzielt. Wer könnte einer solchen Einladung widerstehen?

Dabei fällt auf: Kjartan ist mal wieder verschwunden. Im Mannschaftsraum war er noch dabei und auch in mindestens der ersten Rumpelkammer, bei der zweiten erinnern sich nur Lîf, Abdo und Rogar, ihn noch gesehen zu haben, von denen als einziger dem Zwerg (so im Nachhinein) auffällt, dass Kjartan das Herrenzimmer nie betreten hat. Nur wohin der Kerl statt dessen auf seine naiv-neugierige Art hingewandert ist, weiß auch Rogar nicht. Es hat halt niemand auf ihn geachtet.[1]

Freydis verlässt ihren Platz beim Südfenster und tritt an Lîfs linke Seite, von plötzlicher Rage erfüllt. Verständlich mag dabei der Zorn auf den alten Fürsten sein, doch dieser wird schon bald verdrängt durch eine unbändige Wut auf die nichts ahnenden Waschmagd. Mochten die anderen sich für den herannahenden Reiter interessieren, mochte Aeryn gar die Hoffnung äußern, dass es sich um Uther handeln möge, das alles fand Freydis völlig nebensächlich. Aber diese freche Magd! Am liebsten wurde sie jetzt gleich zu den Nebengebäuden hinüberstürmen und das freche Stück grün und blau prügeln! Welch unverschämte Kreatur, welch verlogenes Biest, welch schamlose Flittchen! Würgen könnte sie sie, an den Haaren reißen, mit beiden Fäusten traktieren, während das elendige Ding heult und kreischt und jammert—Musik in ihren Ohren! Die Augen möchte man ihr auskratzen, die Zähne ins Fleisch schlagen und reißen... das Fleisch von den Knochen... reißen... verdient hat sie es, so und nicht besser, sie alle haben es nicht besser verdient! Der widerliche alte Fürst, der noch widerliche Abt, das ganze heuchlerisch-heilige Pack... zertreten möchte man es, dieses Ungeziefer!

Ganz heiß wird Freydis' Gesicht vor lauter Hass, die Galle steigt ihr bis in die Kehle, Schwindel dreht ihr den Magen um. Erst der Taumel, der sie fast zu Boden schickt, lässt sie aufmerken: hoppla, was ist mit mir los? Wo kommt dieser Hass her? Auf eine einfache Magd, die normalerweise keinen zweiten Gedanken wert wäre? Das bin nicht ich, oder? Das ist doch gänzlich unwürdig![2]

Abdo und Aeryn erhaschen durch das Fenster einen kurzen Blick auf den Reiter auf dessen Weg um das Haus herum. Es handelt sich tatsächlich um Uther. Vor der Tür angekommen, übergibt er sein Pferd einer herbeieilenden Magd (nicht die Gitte von vorhin). Worte scheinen dabei nicht viele gewechselt zu werden. Schon hört man Uther auf den Stufen zur Haustür hinab, dann im Hausflur, dann erblicken ihn Lîf und die anderen drei bei der Tür – und er sie.

Einen Moment steht er verdutzt da. (Stirnrunzelnd, sieht der Zwerg mit seiner besseren Sicht im Dunklen.) Doch dann hellt sich seine Miene auf.

"Ach ja, richtig! Ich hatte ja gesagt, ihr sollt vorbeikommen, nicht wahr? Und versprochen, euch alle Information mitzugeben, die ich über die Räuber habe, und einen Mann, der sich hier auskennt wie kein zweiter und euch zum vermuteten Versteck führen kann. Also jedenfalls in die Gegend, wo sie sich so herumtreiben. Aber bitte kommt da schnell aus Vaters Zimmer heraus. Wenn ihr ihn aufweckt, wird's ein Gezeter geben, dass wir bis zum Abend unsere Ruhe noch nicht wiederhaben! Also kommt, wir gehen in mein Zimmer, das ist hier entlang."

Und er winkt die Gruppe mit der rechten Hand zu sich, während die Linke zum Gang direkt gegenüber der Haustür deutet.

Die auf ihn gerichtete Armbrust scheint er nicht zu bemerken oder zu beachten. Aber er kommt ja auch aus dem Hellen, und Rogar steht hinter dem Türrahmen in Deckung.
 1. Perception-Wurf, s. hier
 2. Freydis: bitte einen Zähigkeitswurf gegen 11. Bei Erfolg ist Freydis sickened (-2 auf Angriff, Schaden, RW, Fertigkeitswürfe); bei Misserfolg ist Freydis nauseated (nur ein move pro Zug möglich, kein Angriff, zaubern oder irgendwas, das Konzentration erfordert.)

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