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Autor Thema: Der Weihort  (Gelesen 81465 mal)

Beschreibung: Die Seuche von Ansdag

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Lîf

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Der Weihort
« Antwort #885 am: 24.02.2021, 19:29:53 »
Lîfs Hände graben sich in Tristans - des Fremden - Gewand. Obwohl ihre Augen feucht schimmern, liegt eher ohnmächtige Wut als Trauer in ihrem Blick. Die Zähne der drudkvinde knirschen hörbar aufeinander. Bei den Worten des Dämons und dem Handel, den er Abdo vorschlägt, faucht sie: "Nein! Du gehörst nicht in unsere Welt - gib Tristan frei und geh dahin zurück, woher du gekommen bist!" Ohne dass sie es in ihrer Erregung bemerkt, werden ihre Hände härter, fast knorrig, und überziehen sich mit nadelspitzen Dornen[1] Zwischen den zusammengebissenen Zähnen zischt sie Abdo zu: "Trau diesem Ding nicht! Alles was es will ist Unheil anrichten und Leid verbreiten." Man sieht ihr regelrecht an, dass sie sich ohne zögern auf diesen Gegner stürzen würde, um ihn mit ihren Zähnen und den - nunmehr - dornenübersäten Händen zu zerfetzen, würde er sich nicht hinter, oder besser gesagt in Tristan als Schutzschild verbergen.
 1. Holzfaust

Rogar, Apothekarius

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Der Weihort
« Antwort #886 am: 07.03.2021, 11:18:17 »
Auf Abdos Frage schüttelt der Dain bedauernd den Kopf: "Bedaure, Dämonenkontrolle ist nicht mein Gebiet, nur die Vorbereitung für den Kampf und die Heilung danach. Einer meiner Reisegefährten - den, den ich noch nicht wiedergefunden habe - wäre ein besserer Berater."

Auf die Provokationen des Dämons in seiner Sprache reagiert er erst mit verärgert verzogenem Gesicht, dann einem müden Lachen: "Gallwch chi ddweud faint rydych chi'n ei ddeall. Nid ydym yn gwadu bod hud yn bodoli, rydym wedi dysgu bod y pris i'w dalu amdano yn rhy uchel. RYDYM yn fwy datblygedig, rydym yn hŷn, ac rydym yn defnyddio ein hoes i ddysgu go iawn. Rydym yn anrhydeddu ac yn cadw profiadau ein cyndadau. Pam ydych chi'n meddwl bod gan ein harwyddion y pŵer i'ch dal yn ôl?! A datblygu'n gyflymach? Go brin eu bod allan o'u crud ac wedi dysgu cerdded, yna maen nhw'n pasio cyn iddyn nhw ddysgu unrhyw beth mewn gwirionedd. A phwy oedd eisiau adeiladu yn y nefoedd lle gallwch chi gwympo ac amddiffyn eich hun yn erbyn gelynion o bob cyfeiriad? Go brin eich bod chi'n hoffi'r gragen o fod gyda'r etifeddiaeth waed hon yn fy synnu. Rydych chi'n sylweddoli nad yw'n ddigon, iawn?"[1] Ohne den besessenen Tristan aus den Augen zu lassen, hängt Rogar seine Axt weg und entnimmt seinem Rucksack ein Seil.

Wie beiläufig beginnt er, das Wesen auszufragen: "Was war denn eigentlich dein Abkommen mit ihr?" - Er nickt in Richtung Merves leblosen Körper. - "Was habt ihr im wechselseitigen Namen angestellt?" Abdo warnt er fast beiläufig: "Darauf würde ich an eurer Stelle nicht eingehen." Lifs Vorbereitungen provozieren einen besorgten Gesichtsausdruck: "Gobeithio na fyddant yn mynd yn wallgof ar unwaith. Byddai hi'n sicr yn difaru. "[2]

In Richtung der Elbin ruft er: "Danke für eure Hilfe und Glückwunsch zu eurer Treffsicherheit. Könnt ihr euch um den Fokus des Fluches kümmern?" Wobei er deutlich jede, auch die tödliche, Lösung in Betracht zieht.



Freydis beobachtet still und etwas abgerückt das Geschehen. Sie zerbricht sich den Kopf, ob sie nicht doch einen nichttödlichen Weg zur Rettung des Fokuslebewesens oder Tristans findet. Wozu hatte sie sich all die Jahre mit all den Büchern herumgeschlagen, wenn sie nun, in der konkreten Situation, keinen guten Rat weiß?[3] "So leid es mir um den Fokus tut, könnte man den Dämon vielleicht in ihn binden und sie gemeinsam erledigen?", grübelt sie.
 1. 
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 2. 
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 3. Wissenwürfe: Fluchfokus: Arkanes 13/Geschichte 10 - Tristans Besessenheit: Arkanes 10/Geschichte 22
« Letzte Änderung: 07.03.2021, 14:07:56 von Rogar, Apothekarius »

Aeryn

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Der Weihort
« Antwort #887 am: 07.03.2021, 11:43:10 »
Noch ist Aeryns Blick fix auf Merle gerichtet, der Bogen gespannt, ein Pfeil auf sie zielend, aber die Zauberin scheint sich wirklich nicht mehr zu regen. Auf Rogars Zuruf reagiert die Elbin dann mit einem schlichten Nicken und springt gewandt von den Fässern herunter. Ihre Augen wandern kurz zu der Szene, die sich um Lîf und Tristan herum abspielt, aber Aeryn weiß, dass sie dabei nicht viel helfen kann. Ihr einziger Weg, den Dämon daran zu hindern weiter Unheil anzurichten, bedeutete den Wirtskörper zu töten... Tristan. Sie hofft innerlich, dass die anderen einen besseren Weg finden würden.

Mit vorsichtigen Schritten nähert sie sich der großen Statue im hinteren Teil des geräumigen Kellers. Von dort hatten sie erst vor Kurzem ein jämmerliches Wimmern vernommen. Hier würde sie die Person finden, die gemeinhin als der Fokus bezeichnet wurde. Für Aeryn war es aber eher ein Opfer der finsteren Magie, derer sich Merle bemächtigt hatte. Aber was es auch war, der Fluch musste gebrochen werden und wenn Freydis Recht hatte, dann war dem armen Teufel hier ohnehin nicht mehr zu helfen. Ein Gnadenstoß mochte der humanste Weg sein, das Leiden zu beenden.

Die Waldläuferin wirft sich den Bogen über die Schulter und zieht stattdessen ihr Langschwert. Ein Moment der Konzentration lässt die Klinge aufleuchten, hell wie eine Fackel[1]. Dann geht sie weiter auf die Statue zu.
 1. Light auf das Schwert

Urian

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Der Weihort
« Antwort #888 am: 11.03.2021, 22:10:06 »
Der Dämon blinzelt Abdo verwirrt an. "Was immer du da für eine Sprache sprichst, ich verstehe kein Wort. Du bist wohl nicht von hier? Die hiesigen kenne ich nämlich alle. Wahrscheinlich hätte mir deine sonderbare Hautfarbe schon ein Hinweis sein sollen. Sag, wo kommst du her?"

Lîf dagegen ermahnt er in ernstem Ton. "Tut mir leid, so funktioniert das Universum nicht. Eine Welt gehört demjenigen, der sie für sich erobern und verteidigen kann." Er runzelt die Stirn ob Lîfs Anschuldigung. "Und was du da unterstellst vonwegen, wir wollten hier Unheil anrichten und Leid verbreiten, das ist doch absurd. Glaubst du wirklich, das sei unser Ziel? Ein Wolf, der ein Schaf reißt, versucht der, Unheil anzurichten oder Leid zu verbreiten? Nein, er will nur überleben. Genau das wollen wir auch. Es ist das Geburtsrecht eines jeden Wesens: alles zu tun, was dem eigenen Überleben dient. Nichts anderes zählt. Das Universum ist ein kalter, gleichgültiger Ort."

Ihre Holzfaust lässt ihn erst stutzen, dann erfreut auflachen. "Ha, schau an. Noch eine, die mehr efeyga ist als Mensch. Das macht deinen Vorwurf aber noch ungerechter: wir Skoll-Hati haben nicht weniger Anrecht darauf, diese Welt zu besiedeln, als die Menschen. Oder die Dain. Oder die Elben", fügt er mit entsprechenden Seitenblicken hinzu. "Denn wirklich hierher gehören tun nur die... wie nennt ihr sie nochmal? Erdkinder?  Vielleicht noch die Riesen, bei denen bin ich mir nicht sicher. Deinen Begleitern jedenfalls könnte ich mit gleichem Recht anraten wie du mir: geht doch dahin zurück, woher ihr gekommen seid!"

Rogars lange Rede in der Zwergensprache lässt ihn dagegen die Augen verdrehen. Antworten tut er diesmal in Suli. "Nein, nein. Also, jetzt bin ich gänzlich enttäuscht von euch. Bislang dachte ich, wenigstens ihr Dain wäret, als einzige Bewohner dieser Welt, dem albernen Magieglauben entwachsen. Begreifst du nicht: alles, was ihr als Magie bezeichnet, ob jemand Blitze schleudert oder Dornen aus seinen Hände wachsen lässt oder deine Gedanken zu lesen scheint, das alles lässt sich rational erklären. Wissenschaftlich."

Als Rogar ihn nach dem "Abkommen" fragt, folgt sein Blick dem des Zwergen. "Wie, du meinst mit ihm? Ach, da steckt nicht viel dahinter. Ab und an kommt er an und verkündet, er habe mal wieder einen ganz großen Plan, wie wir mit unseren Zielen endlich weiterkämen. Dann fragt er gern in unsere Runde: Wer  von euch ist dabei? Und wer am lautesten 'Hier!' schreit, der darf mit. Was soll ich sagen. Ich glaub' zwar nicht, dass viel daraus wird, aber ich nutze jede Gelegenheit, um mal wieder unter Leute zu kommen. Untätigkeit ertrage ich ganz schlecht. Ich denke, darin sind wir uns ähnlich." Der letzte Satz ist an Abdo gerichtet, offenbar als weiteres Argument für die angebotene "Partnerschaft".

Je länger Abdo dem Dämon lauscht, desto unwirklicher fühlt er sich. So hat er noch nie einen Dämon reden hören. Dass er reden kann, hat den Ya'Keheter dabei weniger überrascht, als die Art, wie er so unbekümmert daherplaudert. So mühelos, fehlerfrei, in der Landessprache wie offenbar auch in Rogars Muttersprache. Und dabei wie ein Mensch klingt. Menschliche Sichtweisen und Sprecharten glaubhaft imitiert. Das kennt Abdo aus seiner Heimat anders. Die Male, da er einen Dämon hat sprechen hören, das klang anders. Die Sprache geradebrecht, die Intonation gegen alle Sinnhaftigkeit, die Gedankenwelt, die sich dahinter erahnen ließ... so bizarr, so durch und durch fremd. Nicht nur "Dalaran-fremd" oder "Elbisch-fremd" oder auch "Ninae-fremd", sondern schlichtweg nicht mehr nachzuvollziehen. Ein einziges Rätseln, was der Dämon gemeint haben könnte, welcher dann umgekehrt die Antwort der Menschen miss- oder gar nicht verstand. Eine mühsame Sache. Kein Vergleich mit dem, was sich ihm gerade bot.

Auch Aeryn hat einen Dämon wie diesen noch nie erlebt. Sie allerdings hat einen Dämon noch niemals sprechen gehört. Zischen, fauchen, und offenkundig den eigenen Rängen Befehle erteilen, ja, aber Konversation betreiben? Absurd.[1] Dennoch folgt sie kommentarlos Rogars Vorschlag, sich doch mal um den Fluch zu kümmern. Vorsichtig nähert sie sich dem Ort, von dem das ganze Unheil, das Ansdag und Umgebung befallen hat, ausgeht. Und obwohl die Halle dank Uther nahezu taghell erleuchtet ist, zaubert die Elbin ein Licht auf ihr Schwert, denn ihr Licht ist warm, wie der Schein eines Feuers, nicht so kalt und blau wie das andere, das sie an einem vereisten See denken lässt, auf dem sich die Wintersonne spiegelt.

Je weiter sie sich der die Statue inmitten des Podestes nähert, desto ärger fröstelt sie. Das bilde ich mir ein, denkt sie zunächst, doch bald darauf stößt sie mit jedem Atemzug Wölkchen aus.

Eine jämmerliche Kreatur hockt da angekettet vor ihr: die Augen blinzeln blind, Nase und Ohren sind grotesk verwachsen, unter bläulich verquollener Haut zeichnen sich schwarze Adern ab, vom schneeweißem Haar klammern sich vereinzelte Strähnen an den fast schon mumifizierten Schädel, über zu spitzen Zähnen hängen die Lippen in Fetzen, dabei in steter Bewegung, während gurgelnde Wimmerlaute aus seiner Kehle steigen. Die Kleidung eines korpulenten Mannes hängt besudelt um den bis auf Skelett abgemagerten Leib.[2] Auf Aeryns Annäherung reagieren tut der Mann nicht.
 1. Wie im Drachen gesagt: Aeryn hatte zuvor nur mit den (größtenteils) untoten Horden in Linsberg zu tun.
 2. Um Freydis' Würfe kümmer ich mich im nächsten Beitrag. Gerade steht sie noch da und grübelt.

Lîf

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Der Weihort
« Antwort #889 am: 13.03.2021, 14:29:20 »
Lîf hat für nichts mehr Augen und Ohren außer für das Wesen, das sich hinter dem Leib ihres Tristan vor ihr verbirgt und sie aus diesem sicheren Refugium heraus verhöhnt. Die junge drudkvinde knirscht vor ohnmächtiger Wut mit den Zähnen. Ihre Hände zittern regelrecht, während sich die Finger mehrmals öffnen und wieder zu Fäusten schließen. "Kalt und gleichgültig ist die Welt vielleicht für dich und deinesgleichen!" stößt sie erbittert hervor. "Aber der warme Schoss Gayas gebiert Leben und schenkt Ihren Kindern auch Freude. Das ist es, was du uns neidest - weil du keine Freude und keine Liebe kennst, willst du sie auch anderen nicht gönnen!" wirft sie dem Wesen erregt vor.

In ihrem Zorn hält sie Tristan sogar die geballte Faust mit den spitzen Dornen direkt vor die Augen. Doch sie kann ihm nicht einmal die Haut ritzen: Langsam öffnen sich ihre Finger wieder, und die gefährlich aussehenden Dornen schrumpfen zusehends, um bald wieder gänzlich verschwunden zu sein. Erneut zittert Lîfs Hand, aber diesmal nicht mehr vor Wut, als sie über Tristans Haar streicht. Dafür rinnen jetzt Tränen aus ihren Augen. "Lass ihn frei" kommt es ihr mit heisere Stimme über die Lippen. "Wie kannst du jemals hoffen, Wärme zu spüren, wenn du dich nur von der Gier leiten lässt wie ein Raubtier? Was ist ein geraubtes Leben wert..?"

Urian

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Der Weihort
« Antwort #890 am: 20.03.2021, 20:19:23 »
"Freude und Liebe?" sinniert der Dämon. "Ach ja, das ist zwar elends lange her, aber ich kann mich schon noch daran erinnern, wie sich das anfühlte. Wärme auch. Eure Welt ist kalt. Wisst ihr überhaupt, wie unsagbar kalt eure Welt ist? Na gut. Solange ich in einem von euren Körpern bin, lässt es sich so gerade eben noch ertragen. Aber sonst? Brrrrrr." Er schüttelt sich.

Kjartan, vielleicht besorgt, der Dämon will sich aus Abdos Griff losreißen, eilt hinzu und packt ihn ebenfalls.

Doch der Dämon macht keinerlei Anstalten, sich zu befreien. Sein Blick gilt Lîf. Ihm gelingt es wohl, seine Linke zu befreien, um damit Lîfs Hand zu umfassen, welche gerade noch Tristans Haar gestreichelt hat. Nach einer Weile lässt er los und streicht ihr statt dessen sanft eine Träne von der Wange.

"Ein geraubtes Leben höhnst du, als sei es nichts wert. Dabei sehe ich doch, dass dieses geraubte Leben dir noch eine ganze Menge wert ist. Aber ich bot doch schon eine Lösung an: ein einfacher Tausch, und der Kindsvater ist wieder dein. Wenn es euer dunkelhäutiger Kamerad nicht sein will, dann bietet mir einen anderen an. Das Blondchen hier täte es zur Not auch," er nickt über die Schulter, Richtung Kjartan, "obwohl genauso schmalschultrig wie dein Tristan. Oder wie wäre es mit dem schläfrigen Kerl da vorne am Eingang...? Der sieht so aus, als könne er eine Axt schwingen!"

Wie zur Antwort gibt Uther ein paar Schnarchlaute von sich und wälzt den Kopf unruhig hin und her.

"Es darf auch jemand sein, den ihr nicht ausstehen könnt. Gibt es niemanden, mit dem ihr noch ein Hühnchen zu rupfen habt? Ich bin auch gar nicht wählerisch. Nur kräftig sollte er sein. Und noch ein paar Jährchen Leben in sich haben. Also, was ist?"

Abdo al'Mbabi

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Der Weihort
« Antwort #891 am: 28.03.2021, 17:02:39 »
Abdo reagiert mit wachsendem Unglauben auf die Rede dieses Wesens. Es verhält sich ganz und gar nicht wie die Shetani aus seiner Heimat - zumindest denjenigen, mit denen er zu tun hatte. Doch ein verabscheungswürdiges Wesen ist es so oder so, man nimmt ja nicht einfach Besitz von einem fremden Menschen. Dass der Dämon seine Sprache nicht versteht, lässt ihn auch rätseln; die allgemeine Lehrmeinung in seiner Heimat war, das manche Shetani zwar in einer Sprache kommunizieren können, dies aber nur Ausdruck eines für den menschlichen Geist nicht fassbaren Verständnisses des Gesagten auf einer außerweltlichen Ebene ist. Will sagen: Nach Abdos Erwartung hätte der Dämon seine Sprache verstehen müssen. Sind die hiesigen Dämonen also doch etwas anderes als die Shetani seiner Heimat? War seine ganze Reise umsonst?

Für den Augenblick jedoch steht Tristans Schicksal im Vordergrund, und so wiederholt er seine Aufforderung: "Lass Tristan mit uns reden, wenn es dir ernst ist und er wirklich noch da drin ist. Beweise mir das erst, bevor ich überhaupt darüber nachdenke, meinen Körper mit dir zu teilen."

Aeryn

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Der Weihort
« Antwort #892 am: 29.03.2021, 10:45:40 »
Aeryn geht nochmal in sich. Ist dies wirklich der einzige Weg? Ist es das, was sie hier tun müssen? Immerhin handelt es sich hier - irgendwie - immer noch um ein menschliches Wesen. Und, wenn ihre Vermutung zutrifft, den Lord dieses Hauses, Uthers Vater. Ihn zu töten, auch wenn es in seinem Zustand vielleicht eine Gnade ist, kann die Elbin zumindest nicht so leichtfertig entscheiden.

Sie blickt zu Freydis herüber, die Zauberin wirkt in Gedanken versunken. Sie winkt ihr zu, bedeutet ihr, selbst einen Blick auf den "Fokus" zu werfen. Sie kennt sich schließlich am besten damit aus.

Urian

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Der Weihort
« Antwort #893 am: 29.03.2021, 15:11:31 »
"Beweisen? Wie soll ich dir das beweisen?" fragt der Dämon. "Entweder du glaubst mir, wenn ich bei meiner Kriegerehre schwöre: Euer Tristan ist noch hier, unversehrt, und im Tausch gegen einen Ersatzkörper werde ich den seinen auch unversehrt verlassen. Oder du glaubst, ich bin ein Schuft und ein Lügner ganz ohne Ehre, in welchem Fall du mir auch nicht glauben würdest, wenn ich Tristan ans Ruder lasse, denn du sähest darin nur einen Täuschungsversuch meinerseits."

Doch nicht jeder lauscht dem Dämon so gebannt wie Lîf und Abdo. Aeryns Hauptmerk gilt dem, was von Soren, dem Vielgeliebten übrig geblieben ist, und Freydis blickt mit gerunzelter Stirn von Soren zu Tristan und wieder zurück. Gerade öffnet sie den Mund und beginnt: "Ich glaube, wir hatten bei uns auf Albion mal einen ähnlichen Fall, aber das ist sehr lange her, noch bevor Jork Kuijt sich zum König krönen ließ." Doch bevor sie die Geschichte erzählen kann, winkt Aeryn sie zu sich herüber.

Freydis wagt sich ein paar Schritte näher. Schweißperlen stehen ihr auf der Stirn. Ihre Wangen glühen. Während Aeryn fröstelt, als sei Winter, und ihr Atem Nebelwölkchen bildet, geht es Freydis andersherum: jeder Schritt Richtung Statue bringt sie näher ans Feuer. Auf halber Strecke hält sie inne.

"Ich kann nicht näher heran. Es ist zu heiß..."

Der dritte im Bunde derjenigen, die dem Dämon nur mit halbem Ohr lauschen, ist Kjartan. So eifrig er Abdo zur Hand geeilt ist, diesen festzuhalten, so rastlos schweift sein Blick nun durch den Raum: von Uther zu Merle zu Soren zu dem vergitterten Gang im Norden, und wieder zurück zu Soren, Merle...

"Äääh", macht er alarmiert. "Äh, Leute..."[1]

"Aber gut!" lenkt der Dämon ein. "Wenn es dir so am Herzen liegt... und als Zeichen meiner Aufrichtigkeit... übergebe ich gerne für eine Weile an den Kindsvater..."

Er schließt die Augen und sofort erschlafft sein Körper. Ein sanftes Schütteln[2] bringt den Bewusstlosen noch einer glaubhaften Weile, mit glaubhaftem Stöhnen, zu sich.

"Was...?" krächzt Tristan, noch bevor die Augen ganz auf sind. "Wo...?" Er hebt den Kopf, erblickt Lîf, Erleichterung glättet seine Miene, doch als er die Hand nach ihr ausstrecken will, stellt er fest, dass er sich nicht rühren kann.

"He, was soll das? Was ist los? Ist die Schlacht geschlagen? Haben wir verloren? Wie lange war ich weg?" Und zu Lîf gewandt, fügt er hinzu: "Du er meget bleg. Hvad er der galt med dig? Er jeg så hårdt såret denne gang? Døde en af de andre?"[3]

Er windet sich in der Umklammerung, erhascht einige Blicke in den Raum, kommt zu einer Schlussfolgerung.

"Was immer zu tun ist, Wunde ausbrennen oder Pfeilspitze herausreißen – tut's einfach! Keine Rücksicht!"
 1. @ alle: Wer wissen will, was Kjartan beunruhigt, der darf auf perception würfeln.
 2. davon gehe ich jetzt einmal aus, und wenn weder Abdo noch Lîf ihn schütteln, dann täte es Kjartan.
 3. Värangsk: "Du bist ja ganz bleich. Was ist dir? Hat's mich diesmal so arg erwischt? Hat's einen der anderen erwischt?"

Lîf

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Der Weihort
« Antwort #894 am: 29.03.2021, 17:06:35 »
Es ist Lîf unschwer anzusehen, wie es in ihr arbeitet. Kaum etwas anderem als ihrem Tristan schenkt sie Beachtung. Vielleicht ist es mehr ein Instinkt, der sie kurz in Kjartans Richtung blicken lässt, als der so eigenartig seine Worte dehnt[1]. "Tristan..." flüstert sie heiser und legt eine Hand auf seinen Unterarm, "det er ikke det. Intet kødsår. Dæmonen..."[2] Dann versagt ihr die Stimme. Wenn es nur darum ginge, eine Wunde auszubrennen, sie würde es mit eigener Hand tun, ohne zu zögern..! Stumm sieht sie zu den anderen, während ihr schwere Tränen aus den Augen quellen. Ihre Wut versiegt allmählich wieder angesichts der schrecklichen Hilflosigkeit, die sie verspürt.
 1. Wahrnehmung: 21 - allerdings würde ich hier wegen der Situation mit Tristan freiwillig einen gewissen Abzug einrechnen.
 2. Värangsk: Das ist es nicht. Keine Fleischwunde. Der Dämon...
« Letzte Änderung: 29.03.2021, 17:08:15 von Lîf »

Tristan

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Der Weihort
« Antwort #895 am: 29.03.2021, 18:56:06 »
"Was ist mit dem Dämon? Ist er entkommen? Hat er dir etwas angetan?" Tristan versucht abermals, einen Arm loszubekommen, doch dann ist er auf einmal ganz still.

"Nein", sagt er. "Es war ein Traum. Ein völlig wirres Zeug, wie ich es noch nie in meinem Leben geträumt habe, aber ein Traum. Nicht wahr?" Sein flehender Blick geht zu Lîf, Bestätigung erheischend.

Abdo al'Mbabi

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Der Weihort
« Antwort #896 am: 29.03.2021, 19:10:40 »
"Frag ihn etwas, das nur er wissen kann." sagt Abdo leise zu Lîf. So sehr er auch glauben möchte, dass tatsächlich Tristan spricht, so sehr misstraut er dennoch dem Dämon, oder was immer die Kreatur vorgibt zu sein.

"Was ist los?" zischt er Kjartan zu, verärgert über die erneute Ablenkung. Er wirft nur einen schnellen Blick in dessen Richtung, zu kurz, um irgendetwas genaueres mitzubekommen.[1]
 1. Wahrnehmung 14 (oder 16)

Lîf

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Der Weihort
« Antwort #897 am: 31.03.2021, 21:45:48 »
"Nein, nein, mir - uns beiden - geht es gut" versucht Lîf Tristan zu beruhigen und legt bei ihren Worten eine Hand auf ihren Bauch. Sie schluckt hart, nickt jedoch Abdo zu und wendet sich dann wieder an ihren Mann: "Tristan, der Dämon... wir haben ihn nicht besiegt" beginnt sie, und man merkt ihr an, wie schwer es ihr fällt ruhig zu bleiben. Ein wenig trotzig wirkt es, wie sie sich die Tränen aus den Augen wischt, ehe sie leise fortfährt: "Liebster, ich bete, dass es nur ein böser Traum ist..." Ihre Stimme wird eindringlicher. "Du musst mir eine Frage beantworten, Tristan. Das ist wichtig! Meine alte Lehrmeisterin, wie hieß sie? Du erinnerst dich doch noch an sie, nicht wahr?" Sie sieht ihn an, in ihrem Blick liegt deutlich erkennbar Anspannung.

Urian

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Der Weihort
« Antwort #898 am: 01.04.2021, 11:44:13 »
"Die alte Esja?" fragt Tristan verwundert. "Wie könnte ich mich nicht an sie erinnern? Sie war schon unsere drudkvinde, als ich auf die Inseln kam, und noch in diesem Frühjahr hat sie unsere Drachen gesegnet, bevor wir auf Fahrt gingen. Aber jetzt ist sie tot und meine Leute sind auf dem Festland gestrandet ganz ohne Gajas Beistand, denn du wolltest zu den deinen zurück, und das alles ist leider kein böser Traum. Ich verstehe nicht, was das alles mit unserer momentanen Lage zu tun hat."

Bevor Lîf antworten kann, wird sie von einer Bewegung im Augenwinkel abgelenkt. Auch Abdo schaut in die Richtung, in welche Kjartan mit aufgerissenen Augen starrt.

Merles Leiche liegt dort und scheint zu brodeln. Stoff reißt, hängt in Fetzen. Jetzt hören die beiden auch ein Gluckern und Scharren: das Gluckern kommt von der inzwischen nahezu formlosen Fleischmasse, welche einmal das Weib des Fürstensohns war, das Scharren von den Leichen der gefallenen Gegner, welche über die Boden auf sie zugleiten wie Eisenspäne auf einen Magneten, zum Schluss mehr fließen, um sich dann mit ihr zu einer enormen Masse zu vermengen. Noch bevor der letzte Arm darin verschwunden ist, erhebt sich die Masse zu einem grotesken Monster. Ein geschwollener Leib, ein Maul mit viel zu vielen Zähnen, und Gliedmaße, die an den unmöglichsten Stellen herausragen: zwei klauenbewehrte Arme dort, wo man sie erwarten würde (noch halbwegs erkennbar die der Wolfskreatur), zwei kurze dünne im Gesicht, zu beiden Seiten des Maules, einer irgendwo an der Hüfte, noch ein Schwert schwingend, zwei lange, tentakelartige auf dem Rücken, die wild umherpeitschen. Der Gestank, der auf einmal den Raum erfüllt, lässt die Gruppe würgen.[1]





Runde 8 – Kampf 4: Das Herz der Finsternis
2 Minuten sind seit Runde 7 vergangen.
 1. Bitte einen fortitude save von allen (Gift).
Und einen perception-Wurf von denen, die noch nicht gewürfelt haben.

Abdo al'Mbabi

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Der Weihort
« Antwort #899 am: 01.04.2021, 23:41:09 »
Die Antwort Tristans überzeugt Abdo, ohne dass er Lîfs Reaktion dazu sehen muss. Zu unschuldig ist die Reaktion ihres Gatten, als dass es eine List des Shetani sein kann. Doch bevor er weiter darüber nachdenken kann, was nun zu tun ist, sieht er im Augenwinkel etwas, das sich schnell als die größere Gefahr entpuppt - zumindest zum jetzigen Zeitpunkt.

Ein Monster, an Grauenhaftigkeit kaum zu überbieten, erhebt sich da aus Merles und den anderen Überresten, und Abdo ist zu geschockt, als dass er rechtzeitig reagieren könnte, um das Ganze vielleicht noch zu verhindern. Doch so übel dieses Wesen aussieht, spürt Abdo auch eine gewisse Befriedigung: Das hier ist die Art von Shetani, mit der er umgehen kann. Dumpfe, hirnlose Wesen, abscheulich im Äußeren, und leicht als Feind zu identifizieren. Nicht verschlagene Wesen in der Gestalt von Freunden.

Doch da ergibt sich bereits das nächste Problem. Ist er doch gewillt, sich in vorderster Front in den Kampf zu werfen, hält er doch noch Tristan umklammert, damit der Shetani in ihm nicht noch mehr Unheil anrichten kann. Ohne Zweifel würde der Dämon die Gelegenheit nutzen und sich sofort gegen sie wenden. Fragend blickt er sich um, sieht die Gesichter von Rogar, Lîf, Kjartan. Kjartan!
"Kjartan, pass auf diesen hier auf. Fessle ihn, notfalls schlag ihn nieder. Lass dich nicht von seinem Äußeren blenden!" ordnet er an und hofft, dass der junge Mann dem Sirrti gewachsen ist.

Doch darauf muss er nun vertrauen, und den neuen Feind im Blick, überbrückt er schnell die kurze Distanz zu der Monstrosität und beginnt, jede verwundbar scheinende Stelle mit Schlägen und Tritten zu übersäen - mit gemischtem Erfolg.[1]
 1. Ich nehme an, 10 trifft nicht und 24 trifft. Dann 7 Schaden.
« Letzte Änderung: 02.04.2021, 01:04:54 von Abdo al'Mbabi »

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