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Autor Thema: Der Weihort  (Gelesen 66523 mal)

Beschreibung: Episode 1

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Hjálmarr

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Der Weihort
« Antwort #15 am: 27.12.2016, 22:37:31 »
Hjalmarr erwidert einen Tag darauf vom Rücken seines Pferdes den Blick der jungen Frau, die er zugegebener Maßen als attraktiv empfindet und nickt ihr kurz für die anerkennenden Worte zu. Den Mund verzieht er dabei nicht, das ist nicht nötig, denn er lächelt ständig, wenn auch grotesk. Vermutlich spricht sie ihn deshalb auf seine alte Wunde an. Sein starrer Blick klebt an den Rücken der restlichen Gruppe. "Ich danke euch, aber dies wird nicht mehr verheilen, egal welches Kraut ihr auch nutzen würdet." Dann wendet er sich zu ihr, dabei streift sein Blick mit fester Miene den Ausdruck Tristans und er fügt verschwörerisch hinzu. "Das ist keine Wunde, sondern ein Mal. Ein Mal, dass ich bis an mein Lebensende tragen werde." Ohne weiter darauf einzugehen dreht Hjalmarr sich um und versucht mit den anderen Schritt zu halten, als sie etwas Tempo zulegen

~~~

Hjalmarr entweicht ein gepresstes ironisches Lachen, als Aeryn die über die Verteidigung der Grenzen Dalarans spricht, doch er ignoriert das Gefasel über Einigkeit. "Was tut ihr dann hier, Aeryn? So spricht man euren Namen doch aus nicht. Warum seid ihr hier und nicht an der Seite eurer Berater, um für eure eben geforderte Einigkeit zu kämpfen?" Seine raue Stimme verdeutlicht seine düstere Stimmung, die den Mann in den letzten Tagen ereilt hat. Je näher sie dem Wall gekommen waren, umso schlimmer wurde es.

Er mustert die Elfe und versucht ihr Verhalten zu verstehen, während er auf eine Antwort wartet.


Aeryn

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Der Weihort
« Antwort #16 am: 28.12.2016, 00:34:57 »
Aeryn sieht den Mann mit der grässlichen Narbe an, aber eine wirkliche Reaktion zeigt sie nicht, als er seine Frage stellt.

"Ich bin losgezogen, um herauszufinden, was es mit den Erzählungen zu tun hat," erklärt die Elbin. "Den Erzählungen von einer Rebellion gegen den Teufel, der auf dem Thron sitzt. Solange dieser Zustand anhält, wird es immer nur noch schlimmer."

"Das hat mich hierher geführt, und wenn ich kann, werde ich gerne helfen. Und irgendwo muss man ja anfangen, also warum nicht hier?"

Freydis

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Der Weihort
« Antwort #17 am: 30.12.2016, 02:14:34 »
Freydis war von der Bitte Lord Ayrins die Expedition in den Süden zu begleiten nicht wirklich begeistert gewesen, zuweit würde sie dieser Auftrag von Kromdahl und der Front mit den Gelspad entfernen. Als sie dann noch erfuhr wer die Gruppe anführen sollte war sie kurz davor gewesen abzulehnen. Die milde ausgedrückt ablehnende Haltung der meisten Behadrim gegenüber berührten wie ihr ist ihr aus diversen Büchern und Berichten nur zu bekannt.
Andererseits hatte sie ihren Auftrag zumindest vorläufig erfüllt gehabt und gerade begonnen sich zu langweilen und so eine Ahnung gehabt, dass sie ohnehin gehen würde.
Also hatte sie Lord Ayrins Garantie, das ihr von den Behadrim keine Gefahr drohe akzeptiert und zugesagt, dass Vertrauen Lord Ayrins und damit Herzog Kirks I. zu gewinnen war schließlich eines der Ziele mit denen die junge Berührte nach Fersland gereist war.
Das hatte sie aber nicht daran gehindert sich den anderen lediglich als Freydis Sturmkrähe vorzustellen. Allerdings hat sie nur ein Geheimnis daraus gemacht wer sie ist, nicht was sie ist. Jeden Abend hat sie wenn die anderen die Fackeln entzündeten lediglich den Streitkolben von ihrem Rücken genommen und dessen oberes Ende mit einem kurzen Moment der Konzentration zum leuchten gebracht  und einem aufmerksamen Beobachter könnten die gelegentlich schmerzhaft verkrampften weißknöcheligen Hände oder die zusammengebissenen Zähne aufgefallen sein wenn sie einmal mehr mit den Schmerzen zu kämpfen hat. 
Allerdings hat sie ihre Mitreisenden aufmerksam beobachtet um sich ein Bild von ihnen zu machen, schließlich sollen sie in den kommenden Tagen zusammenarbeiten.
Die Rollen die Lord Ayrin Aeryn, Tristan und  Talahan zugedacht hat sind ihr ziemlich klar, Elfen haben einen schon legendären Ruf als Waldläufer und Spurenleser und die beiden Männer wissen offensichtlich gut mit dem Schwert umzugehen. Aus dem dunkelhäutigen Fremden wird sie nicht recht schlau, aber er macht zumindest einen selbsbewussten und durchtrainierten Eindruck auch wenn er keine sichtbare Waffe trägt.
Was den Strategen aber geritten hat den offenbar kranken Mann mit der aufgeschlitzten Wange und eine Schwangere mit auf die Reise zu schicken ist ihr eher schleierhaft,  auch wenn sich Lifs Anwesenheit sich vielleicht durch ihr Ehe mit dem Rûngarder erklären lässt.
"Sie hat recht." kommentiert sie nun das Gespräch der Elfe mit dem entstellten Mann. "Seit der verdammte Ursupator den Thron gestohlen hat er sich noch nicht einen Tag um den Kampf gegen die Dämonen gekümmert. Stattdessen haben seine Kolkar freie Hand während sie plündernd und mordend über das Land ziehen. Wenn Gelspad auf dem Thron bleibt ist es nur eine Frage der Zeit bis Dalaran überannt wird. Wenn auch die See Albion und die anderen Inseln eine weile schützen mag, soweit ich weiß hat noch niemand herausgefunden wie gut Dämonen schwimmen können." dabei klingt sie nicht wie man erwarten könnte zornig sonder eher lakonisch bis zynisch.
"The storm is up, and all is on the hazard."

William Shakespeare, Julius Cæsar (1599), Act V, scene 1, line 67.

Khenubaal

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Der Weihort
« Antwort #18 am: 30.12.2016, 23:08:34 »
Bei Abdos lauten Überlegungen, Aris wäre unzufrieden mit dem Volk gewesen und hätte die Shetani daher geschickt, zieht der Paladin überrascht die Brauen zusammen, verkneift sich aber einen Kommentar. Als der Ya'Keheter dann aber fragt, ob Talahan selbst gegen die Dämonen gekämpft habe, nickt dieser mit einem grimmigen Grinsen. Unwillkürlich fährt eine Hand hoch zur Narbe an der Wange, die behandschuhten Finger betasten das Mal. Da beginnt auch schon Aeryn zu sprechen und der Kämpe hält sich zurück, hört ihren Ausführungen ebenso wie denen von Hjalmarr und Freydis zu.

Schließlich meldet aber auch er sich zu Wort: "Da hörst du es, Südmann. Die Viecher kommen aus den Bergen. Linsberg hat zu leiden, aber die größte Ballung" - Talahan deutet mit der Rechten Richtung Gjolkard-Wall - "findest du hinter dieser Mauer. Das heißt: noch ein bisschen weiter. Dort liegt das Herzogtum Jongot und dahinter die Berge von Jonmarr. Die ersten Dämonen sind dort aufgetaucht, Jahrzehnte lang kamen sie nirgendwo sonst heraus - nur da. Und auch heute noch ist das ihr aktivstes Gebiet. Der Wall ist die letzte Verteidigungslinie. Wenn Herzogtum Vander und die Clans von Jongot fallen, soll er die Dämonen aufhalten, bis die anderen eine Verteidigung organisieren können."

Der Paladin hält inne, fährt sich wieder mit den Fingern durch den Bart. Dann schaut er zurück. "Ich habe heute viel von Einigkeit gehört, der es angeblich bedürfe. Ich habe da meine Zweifel, ob das helfen wird. Die Kuijts saßen ein knappes Jahrhundert auf dem Thron von Arteus und hatten ein geeintes Dalaran. Und die Dämonen sind trotzdem immer noch da und ihre Zahl größer, als je zuvor. Ändert natürlich nichts daran, dass Wejt I. ein selten hinterhältiger Bastard ist..."

* * *

Der restliche Weg zum Weihort verläuft ereignislos. Die Pferde tragen ihre Reiter im leichten Gallop über die letzten Meilen und schon bald durchbrechen braune Streifen wie ein Flickenteppich das Grün der Steppe - die ersten gesäten Felder von Mais und Starkweizen, die wie Vorboten die Siedlung hinter der nächsten Biegung ankündigen, kommen in Sicht. Der Urdan-Wald ist so nah, dass einzelne Bäume bereits klar zu erkennen sind und Erlstav[1], der erste und kleinste Gipfel der Bergkette, wirft seinen Schatten über den Pfad.

Ein kleiner Bach plätschert lautstark seinen steinigen Pfad entlang. Das klare Bergwasser wirft die Sonnenstrahlen im kalten Weiß zurück. Bevor die ersten Hütten des Dorfes in der Ferne auftauchen, deutet Talahan noch einmal nach links auf den Hang des Erlstav. Als die anderen Gefährten seinem Blick folgen, erkennen sie oberhalb der Baumgrenze eine kleine, steinerne Festung, die sich trotzig an die steile Felswand klammert. Die Feste ist weit entfernt und nicht gut zu erkennen - doch sie ist da. "Sirssudo", erklärt Talahan. "Die heilige Feste. Angeblich hat dort der Prophet seine Weihe empfangen. Eine kleine Enklave der treusten und gläubigsten Männer soll den Ort bewachen. Seit mehr als einem Jahrhundert ist der Kontakt streng reguliert. Wer das Heiligtum betritt, verlässt es nie wieder."

Einige der Gefährten nicken - kennen die Geschichte aus Erzählungen und Büchern[2]. Abdo dagegen hört diese zum ersten Mal. Doch bevor jemand nachhaken kan, schälen sich auch schon die ersten Hütten des Weihorts aus den Grün- und Blautönen des Horizonts. Der Paladin richtet seinen Blick wieder nach vorn. "Da wären wir", murmelt er. "Seid wachsam. Wir haben keinen einzigen Bauern auf den Feldern angetroffen. Und auch keinen einzigen Hirten - nur zwei unbewachte Herden. Das gefällt mir nicht."

* * *

Auch das Dorf selbst scheint auf den ersten Blick wie ausgestorben. Zwei Dutzend Hütten zu beiden Seiten des Pfades sind schnell passiert. In Dorfmitte schneidet ein weiterer Weg den ersten im rechten Winkel, der Treffpunkt ist ein eingestampfter, staubiger Platz, bekränzt von einem Halbkreis an hölzernen Hütten und Häusern.

Wege gehen in alle vier Himmelsrichtungen und verzweigen sich. Hütten säumen ihre Ränder. In der Mitte des Platzes stehen drei hölzerne Tränken, zu einem Dreieck geformt. Ein brauner Rappen ist unweit an einen Pfahl vor einem der Häuser angebunden. Es wiehert, als es die Neuankömmlinge bemerkt. Ein Geräusch, dass ob der sonstigen Stille gespenstisch laut erscheint. Dann wird es von einem Summen abgelöst. Nein - es ist nicht ein Summen. Die Gefährten suchen nach der Quelle des Geräuschs und erkennen eine Moskitowolke über dem Kadaver eines weiteren Pferdes am gegenüberliegenden Ende des Platzes.[3]

"Bei den Neun Höllen" murmelt der Paladin. Unwillkürlich geht seine Rechte hoch und er tippt mit Zeige- und Ringfinger gegen das Zeichen auf seiner Stirn. Die Art, auf die die Gläubigen des Einen Gottes diesen um Schutz ersuchen. Gleich nachdem er die Geste vollendet hat, verzieht der Kämpfer wütend den Mund und lässt den Arm wieder sinken.

Da fällt sein Blick wieder auf eine der Tränken und er fixiert etwas mit den Augen. Auch die Gefährten bemerken es nun. Ein schmächtiger Mann kniet mit dem Rücken zu ihnen vor einer der Tränken, hat sich vornübergebeugt und scheint aus selbiger zu trinken. Die einzige Menschenseele, die die Gruppe bisher ausmachen konnte.

Talahans Pferd wiehert auf, der Kämpe muss es mit einem "Hoo!" beruhigen. Wind kommt auf, treibt kleine Strohbälle über den Dorfplatz, pfeift in den Baumkuppen. Eine gute Meile entfernt is bereits die Brandung des Großen Meeres zu hören. Der Paladin beruhigt seinen Rappen, lehnt sich nach vorn und ruft: "Gruß, Bauer! Was ist hier los, dass niemand sich blicken lässt?" Keine Antwort. Der Mann rührt sich nicht.
 1. Edit Gaja: Berg umgenannt (Ersta=>Erlstav)
 2. Skill-Check auf Knowledge (religion) oder Knowledge (history) DC 12
 3. Wer mag, kann sich umsehen, ob er sonst noch etwas oder jemanden bemerkt via Skill-Check auf Perception. Ich antworte dann in Abhängigkeit vom Ergebnis.
« Letzte Änderung: 16.02.2017, 11:02:31 von Gaja »

Aeryn

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Der Weihort
« Antwort #19 am: 31.12.2016, 04:19:17 »
Aeryn hatte bereits bei der ersten Warnung ihres Anführers diesem kurz zugenickt und den Bogen bereitgemacht. Während sie sich langsam durch das Dorf bewegen, blickt die Waldläuferin sich aufmerksam um[1]. Die Elbin sucht vor allem aber auch nach Spuren am Boden, um vielleicht daraus schließen zu können, was hier vorgefallen sein könnte[2].
 1. Wahrnehmung 18 (20 gg. Menschen)
 2. Überleben 24 (26 gg. Menschen)

Hjálmarr

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Der Weihort
« Antwort #20 am: 31.12.2016, 11:14:52 »
Hjálmarr bleibt stumm auf seinem Pferd sitzen, lenkt es jedoch in die vordere Reihe, um mehr erkennen zu können. Dieser Ort hält eine seltsame Stimmung bereit und der Behadrim hat vermutlich Recht mit seinen Worten. Hier scheint Seltsames am Werk zu sein. Der Mann über dem Trog könnte auch ein Betrunkener sein, der in seinem Suff die Tränke der Gäule mit seiner Flasche verwechselt hat und dann dort eingeschlafen ist. Die Tatsache, dass in einem Bauern Nest jedoch um diese Zeit sonst kein reges Treiben herrscht und ein Pferd im Staub der Straße verendet, ist nicht so einfach zu erklären.

Sein Blick schweift über die Häuser um ihn herum. Alles scheint dunkel und verlassen.[1] Über die Tröge hinweg besieht er sich den Pferdekadaver und versucht offensichtliche Wunden und somit die Todesursache zu erkennen.[2]
 1. Perception 3
 2. Heal 15

Abdo al'Mbabi

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Der Weihort
« Antwort #21 am: 31.12.2016, 11:40:30 »
Die Ausführungen des Paladin und der anderen Mitglieder der Gruppe machen Abdo nicht unbedingt Hoffnung darauf, schnell Hilfe für Ya'Kehet zu erhalten. Im Gegenteil sieht es eher so aus, als würde Dalaran dem Ansturm der außerweltlichen Brut ebenfalls nicht mehr lange standhalten können. Dennoch kann er in dem Gespräch einiges über den hiesigen Kampf erfahren, wenn auch immer wieder die Rede auf die politische Situation im Lande zu sprechen kommt, die ihm beim besten Willen eher den Kopf verdreht, als dass er sich merken könnte, wer hier gegen wen kämpft oder intrigiert. Er muss der Elbin, bei deren Andeutung ihres Alters er zunächst schwer schlucken musste, dabei recht geben: Solange die einzelnen Häuser hier gegeneinander Krieg führen und keine einheitliche Front gegen die Dämonen bilden, sieht es schlecht aus für Dalaran. Offenbar ist vielen der Herrschenden die Schwere der Situation gar nicht bewusst.

* * *

Schon auf dem Weg zu ihrem Ziel wird deutlich, dass irgendetwas hier nicht stimmt. Auch wenn Abdo ob der fehlenden Verwüstungen nicht annimmt, dass Shetani hier gewütet haben, so verheißt die Stille dennoch nichts Gutes, und die Aufmerksamkeit des Mönches ist geschärft, als sie das Dorf erreichen.[1] Der Kadaver des Pferdes fällt ihm sofort ins Auge, und es bedarf keiner großen Intelligenz, um zu wissen, dass auch mit dem über die Tränke gelehnten menschlichen Körper etwas nicht stimmen kann. Nachdem die Figur auf den Gruß des Paladins nicht reagiert, steigt Abdo mit einem Schwung von seinem Pferd ab und nähert sich der Gestalt zu Fuß, wobei er sich bereitmacht, jederzeit auf einen möglichen Angriff zu reagieren. Als er nur noch einen Schritt hinter dem Mann steht, fasst er diesen an der Schulter ...
 1. Wahrnehmung 17

Tristan

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Der Weihort
« Antwort #22 am: 31.12.2016, 13:34:44 »
Das Gespräch über Dämonen lässt Tristans Miene immer finsterer werden. Und hierhin hast du dein schwangeres Weib geführt, in die Nähe von all dem! Wie konntest du das zulassen?

Die Vermutung des Fremden über die Herkunft der Dämonen aber lässt ihn aufhorchen. Aris scheint ja der Name seines Volkes für den Einen Gott zu sein, so wie Abdo ihn als Schöpfer, der schon immer da war, beschreibt. Der Eine Gott also soll die Dämonen geschickt haben, um die Menschen für ihre Arroganz zu strafen? Sie sind seine Heerscharen? Mit welchem Auftrag? Abdos Beschreibung seiner Heimat nach könnte man denken: die Menschheit auszulöschen.

Irgendjemand müsste diesem Abdo sagen, dass er so etwas hierzulande besser nicht in Gegenwart gläubiger Anhänger des Einen Gottes sagen sollte, wenn er von ihnen nicht gesteinigt oder erhängt werden will. Doch ihr Paladin schweigt dazu.

Die Mönche von Gotburg haben viel über Dämonen geredet und gegen jeden gewettert, der sich ihrer Meinung nach mit einem solchen eingelassen hatte. Das Leben, laut ihrer Lehre, sei ein ständiger Kampf gegen diese von Urian geschickten Kreaturen und ihre Anhänger auf Erden. Und beides sahen sie überall. Denn der Kampf sei nicht nur ein äußerlicher, er fände auch im Inneren jedes Menschen statt. Ein Trunksüchtiger schlägt seine Kinder? Ein Dämon müsse in diesen Mann eingefahren sein, dessen Schwäche ausgenutzt haben. Ein Weib lässt sich vom Nachbarn betten? Der Dämon der Fleischeslust müsse ihr ausgetrieben werden! Allein lebenden Kräuterweiblein, besonders den erfolgreichen, sagten sie dagegen gerne eine Buhlschaft mit einem Dämon nach oder gar mit Urian selbst, als Bezahlung dafür, dass er ihr übernatürliche Fähigkeiten verlieh. Überhaupt war 'Fleischeslust' in ihren Augen immer eine Schwäche, die den Dämonen Tür und Tor zur menschlichen Seele öffneten.[1] Dementsprechend hart wurden die Novizen bestraft, die man dabei erwischte, wie sie das natürlichste ihre Bedürfnisse stillten.

Und jetzt erfährt Tristan mal so eben nebenbei, dass die Dämonen nur aus den Bergen kommen, dass sie sich von einer hohen Mauer abhalten lassen, also keinesfalls körperlos und allgegenwärtig sein können.

Es ist wohl alles Unfug, was die Mönche ihm damals eintrichtern wollten. Angefangen mit ihrem Einen Gott, den 'Vater im Himmel', der alles erschaffen haben soll. Nun, vielleicht hat er die Welt erschaffen, aber die Menschheit? Die Elben? Die Zwerge? Auch die Tiere? Die soll 'er' geboren haben? Welch absurder Gedanke! Leben kann nur eine Frau geben. Das Leben, ihr aller Leben, hat Gaja geboren.

Aber die Lehre der Mönche braucht die Dämonen, erkennt Tristan, um den Gläubigen mit Angst und eingeredeten Schuldgefühlen zu Demut und willenlosen Gehorsam zu zwingen. Mich täte es nicht wundern, wenn der Glaube an den Einen Gott zurselben Zeit aufkam, in der die Dämonen bei uns einfielen. Ich muss unsere Elbin mal fragen, vielleicht weiß sie es aus Geschichten ihres Volkes. Wer weiß, vielleicht war es am Ende der Prophet selbst, der diese Kreaturen in die Welt rief, weil diese sich nur mit ihrer Hilfe zu seinem Glauben bekehren ließe, der aus jedem freien Mann einen Knecht Gottes macht! Zumindest aber scheint der Unterschied zwischen unserer und Abdos Heimat zu sein, dass wir den Dämonen seit Jahrhunderten standhalten, die seine aber innerhalb einer Generation überrannt wurde, am Ende weil dort der Glaube an Aris, den Einen Gott, offenbar allgegenwärtig ist. Die Knechtschaft geht bei ihnen schon so weit, dass sie die Schuld für die Dämonen bei sich wähnen! Damit wären es nicht die Anhänger des Einen Gottes, sondern Gaja selbst und die Kraft, die sie durch ihre Anhänger erhält, die sich bei uns den Dämonen seit jeher entgegenstellt.

Es gibt aber noch eine andere, banalere Erklärung.

"Ich denke, die Dämonen sind hier, weil sie hier sein wollen. Sie wollen unsere Welt für sich erobern. Vielleicht ist ihre eigene bedroht oder einfach zu klein geworden für ihre anwachsenden Scharen. Es ist weder unsere Schuld noch Gajas noch die des Einen Gottes. Wir Menschen, Elben und auch die Dain sind diesen Kreaturen bloß im Weg."

Und die einfachste Erklärung ist meist die richtige.

Der Anblick der heiligen Feste[2] kurz darauf jagt Tristan einen Schauer durch den Leib, weit mehr als zuvor der Anblick des Dämonen-Walles. Talahans Erklärung trägt einiges dazu bei. Wer würde sich dort einsperren lassen wollen, an diesem düsteren Ort—freiwillig! Und doch besteht ein guter Teil des Schauers aus Ehrfurcht, so sehr Tristan sich dagegen wehrt. Ganz leugnen kann er die Existenz und die Macht des Einen Gottes nicht.

~~~

Auf dem verlassenen Dorfplatz hilft Tristan als erstes Lîf vom Pferd, damit sie kein so leichtes Ziel abgibt, dann zieht er Schwert und Schild, stellt sich deckend vor sie, in ihrem Rücken das Pferd, und schaut sich um. Lugt jemand aus einem Türspalt hervor oder zwischen Fensterläden hindurch? Der Bauer dort—trinkt er oder hängt er ertränkt über dem Trog? Wirkt der ganze Ort nicht wie nach einem Überfall, nur ohne Brandschatzen und allzu wildem Plündern?[3]
 1. Hoffe, das passt so, Meister. Die Mönche von Gotburg waren ja ein wenig extrem in ihren Ansichten, vonwegen absolutes Schweigegebot für Novizen. Sonst korrigier mich bitte.
 2. knowledge (religion) = 12
 3. Perception = 19 (nat. 20)
« Letzte Änderung: 31.12.2016, 13:36:08 von Tristan »

Lîf

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Der Weihort
« Antwort #23 am: 31.12.2016, 21:52:00 »
Lîf hat bei Talahans Worten nachdenklich genickt – die Geschichte hat sie bereits in ihrer Jugend gehört, und später von ihrer Lehrmeisterin[1]. Und auch wenn sie ihr nicht gefällt, ist sie doch davon überzeugt, dass sie einen sehr wahren Kern enthalten muss. Als die Hütten in Sicht aufgetaucht sind, hat sie sich umgeblickt und die Stirn gerunzelt. "Da seid Ihr nicht allein, Paladin!" hat sie leise genug gesagt, um nicht von ihm gehört zu werden. Denn ihr konnte eine solche Situation ebenso wenig gefallen wie dem heiligen Krieger, auch wenn sie in vielerlei anderer Beziehung sicherlich keine vergleichbare Position beziehen würde – sie roch zu sehr nach dem Tod, dem Widerpart all dessen, das die Große Mutter geschaffen hat.

* * *

Im Dorf angelangt richtet sich der Rotschopf leicht im Sattel auf und schaut sich aufmerksam um, obwohl von ihrer Position aus nicht allzu viel zu erkennen ist[2]. "Große Mutter, steh uns bei..." murmelt sie und legt eine Hand auf die Stelle, an der sie eine polierte kleine Wurzel an einem Lederband unter ihrem Kleid um den Hals trägt. Ihre Augen folgen Talahan, während er sich dem Mann zuwendet, und dann auch dem Mönch, der sich dessen regloser Gestalt nähert. Ein kurzer Blick streift ihren Mann, als er ihr aus dem Sattel hilft. Dann sieht sie sich erneut um. Ihre Augen suchen nach dem Rappen und bleiben auf dem Tier ruhen. "Was hast du miterleben müssen..?" fragt sie leise und macht einen Schritt in seine Richtung. Dabei hebt sie eine Hand leicht an, als wolle sie das Pferd anlocken oder beruhigen.
 1. Wissen (Religion) 14
 2. Wahrnehmung 13

Khenubaal

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Der Weihort
« Antwort #24 am: 01.01.2017, 13:24:58 »
Ruhig un mit geübten Schritten übernimmt Aeryn die Vorhut. Die Spitze des angelegten Pfeils zeigt schräg nach unten, Kopf und Schussrichtung schwingen parallel nach links und rechts, während die Elbe die Gassen und dann den Platz abschreitet. Sie kann zunächst nicht viel Ungewöhnliches erkennen: die Spuren auf den Pfaden entsprechen dem typischen Muster der Dorfgeschäftigkeit, nur dass sie ein wenig alt scheinen, als ob seit einigen Tagen viel weniger Menschen hier unterwegs waren, als sonst. Aber es gibt weder tiefe Eindrücke von Soldatenstiefeln der durchreitenden Reiterkollonen, noch Blut- und Kampfspuren im Matsch des Platzes.

Dann sieht sie ein silbernes Spiegen in der Ferne und fokussiert die gegenüberliegende Gasse auf der anderen Seite des kleinen Platzes. Zunächst hatten die drei Tröge den Blick auf den schmalen Durchgang zwischen einem größeren Haus, wohl der Taverne des Ortes, und einer kleineren Hütte versperrt, doch jetzt erkennt die Elbe ein bräunlichen, aufgedunsenen Leib im Matsch. Es ist ein Schwein, der Körper st aufgedunsen, der Mund offen. Es liegt in einer Lache, wahrscheinlich Blut und andere Körperflüssigkeiten. Die Sonnenstrahlen spiegeln sich n der Oberfläche, tauchen die Szenerie in ein grässliches Licht. Der Mund des Tieres scheint offen, der Bauch aufgeschlitzt - oder abgenagt? Das Darmgeflecht und weitere Innereien ergießen sich aus der aufgerissenen Bauchdecke wie der Inhalt eines kaputten Warenwagens in die Nässe. Ein halbes Dutzend Ratten krabbeln im Fleischeslabyrinth herum, drücken sich an den Darmschläuchen entlang hinein in die Rippenkammer, knabbern, fiepsen. Es ist ekelerregend.

Der tote Rappen zeigt keine so offensichtlichen Verletzungen. Hjalmarr erkennt einige blaue Flecken, die auf Schläge oder innere Blutungen hindeuten und auch einige offene, blutige Geschwüre, doch keine Kampfverletzungen. Weiße Striche ziehen über den toten Leib - zu den Fliegen haben sich auch Maden gesellt. Der Mann am Trog rührt sich immer noch nicht. Ein Klirren zerreißt die unvollkommene Stille, lenkt die Aufmerksamkeit der Männer und Frauen auf sich. Talahan hat seinen Bihänder aus der Rückenscheide gezogen, kneifit die Augen gegen die schrägen Strahlen der Abendsonne zusammen und besieht Gassen und Fenster. Ganz leicht lässt er sein Pferd Abdo folgen und deckt den Rücken es Südländers, immer bereit, einzugreifen.

Derweil nähert sich Abdo dem regungslosen Mann. Er ist noch einen halben Dutzend Schritte von ihm entfernt; erkennt, dass die Hände sich nicht am Rand des troges festklammern, sondern eher an gekrümmten Fingern herabhängen. Kurz schaut sich der Ya'Keheter um, erblickt Tristan. Dieser nickt ihm zu - auch er hat es erkannt.

Während sich Abdo weiter an den Mann heranpirscht, schaut der Rungarder zu den Fenstern und Türen der umstehenden Häuser. Zunächst scheint alles verlassen. Eine Bewegung! Aber das ist Lif, die sich dem verängstigten Pferd nähert, das eben geschnaubt hatte. Das einzige Wesen bis jetzt, das Lebenszeichen von sich gibt. Sie legt eine Hand an die Schnauze des Stute und diese hört auf, herumzutänzeln, beruhigt sich ein wenig.

Tristan will bei dem Bild lächeln, da sieht er einen Schatten aus den Augenwinkeln. Hinter einem der schweinsblasebespannten Fenster scheint sich etwas zu tun...

Abdo ist am Mann am Trog. Der Kopf schwimmt mit dem Gesicht im Wasser, goldenes Haar wellt sich an der Oberfläche, wie Algen...

Tristan sieht Silhouetten hinter dem Fenster auftauchen, ein Klicken, als würde jemand den Rahmen lösen...

Abdo greift die Schulter des Mannes, zieht ihn zurück, den Kopf aus dem Wasser. Der Körper kippt kraftlos nach hinten und der Mönch fängt ihn auf. Das Gesicht ist nun nach oben gen Himmel gerichtet. Es ist kein Mann, ein Junge, von vielleicht zwölf oder dreizehn Wintern. Die Augen sind geschlossen, das Gesicht trotz der kalten Nässe gerötet. Abdo weiß sofort, dass er noch nicht tot ist - der Körper glüht förmlich, so heiß ist er.

Ein wildes Trommeln, dass die Pferde scheu zu machen droht und die Aufmerksamkeit aller gewinnt. Tristan hat's gesehen. Ein Mann hat den Fensterrahmen abgenommen, schaut heraus, trommelt wie wild mit den Fäusten gegen die äußere Hauswand. Hinter ihm huschen weitere Schatten. "FASST IHN NICHT AN! LASST IHN IN FRIEDEN ZU GOTT GEHEN!", schreit er.

Aeryn

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Der Weihort
« Antwort #25 am: 01.01.2017, 14:50:31 »
Aeryn ist es ein Rätsel, was hier vorgefallen sein muss. Spuren von Kämpfen, oder gar von Eindringlingen, die dies angerichtet haben könnten, kann die Elbin keine ausmachen. 'Was ist hier geschehen?' fragt sie sich in Gedanken, während sie sich stets in alle Richtungen umblickend, langsam voranschreitet. 'Sind sie alle dem Wahnsinn verfallen?' Es war die beste Erklärung, die sie im Moment hatte. Schritt für Schritt geht sie leise und geschmeidig voran, hält sich dabei immer wenigstens ein halbes Dutzend Schritte von den ekelerregenden Kadavern entfernt. Der Bogen ist gespannt und kann jederzeit einen Pfeil in Richtung eines plötzlich auftauchenden Feindes feuern.

Dann durchreißt ein Schrei die gruselige Szenerie. Die Waldläuferin wirbelt herum, um zu sehen, wo der Mann sich befindet, der sie gerade angeschrien hat. Im ersten Moment kann sie die Worte nicht ganz einordnen, bis ihr klar wird, dass er nicht sie sondern Abdo damit meint. Die Elbin verharrt schließlich auf der Stelle, zielt in Richtung des Fensters und wartet ab, was weiter geschieht, jederzeit bereit, ihren Gefährten beizustehen, wenn es dazu kommen musste.

Lîf

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Der Weihort
« Antwort #26 am: 01.01.2017, 15:39:20 »
Leise hat die Druidin auf das scheue Pferd eingeredet, hat ihm mit einer Hand sanft über die Nüstern gestrichen und begonnen, in eines der nervös zuckenden Ohren des Tiers zu flüstern, ihre Lippen fast in der Mähne vergraben. Dabei hat sie sich ganz leicht gegen die Flanke, den Hals des Tiers gelehnt, so dass ihr leicht gerundeter Bauch sich gegen den Tierleib presst. Innige Berührungen, ein Streicheln, ein Handauflegen, lassen fast den Eindruck entstehen, sie rede mit dem Pferd wie mit einem Freund oder einem Geliebten. Ihre Aufmerksamkeit ist ganz auf ihr Tun konzentriert, weiß sie doch ihren Mann hinter sich – und dass sie auf Tristans Schutz vertrauen kann. Gerade hat sie einen leisen Singsang angestimmt und die Hand zu einer komplexen Geste erhoben[1], als sie das Trommeln vernimmt und den Mann entdeckt, der in Richtung der Gruppe brüllt. Langsam kehrt der Fokus in Lîfs leicht abwesend wirkenden Blick zurück, und sie mustert den Fremden von ihrer Position aus, während ihre Hände beruhigend das Pferd streicheln, das erneut zu tänzeln beginnt. Ihre Lippen flüstern leise: "Sei ruhig, mein Schöner, ruhig..." und hauchen einen Kuss auf das Fell des Pferdes, ohne dass ihr Blick sich von dem Mann abwendet.
 1. Ich wollte eigentlich Mit Tieren sprechen zaubern, spare das aber mal wegen der Unterbrechung auf
« Letzte Änderung: 01.01.2017, 15:39:46 von Lîf »

Abdo al'Mbabi

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Der Weihort
« Antwort #27 am: 01.01.2017, 16:31:35 »
Als Abdo sich der Gestalt nähert und den Kopf im Wasser treiben sieht, ist ihm klar, dass dem Mann nicht mehr zu helfen ist. Doch kaum berührt er ihn, stößt er einen kurzen Schrei der Überraschung aus: Der Junge, denn darum, das erkennt der Mönch nun, handelt es sich, ist offenbar noch am Leben!
Gleichzeitig beginnt in der Nähe das Geschrei eines Mannes, doch der Mönch hat zunächst nur Augen für den Jungen. Er legt diesen auf den Boden und dreht ihn auf die Seite, damit er das Wasser ausspucken kann, doch Abdo ist sich nicht sicher, ob es nicht bereits zu spät ist. Verzweifelt ruft er in Richtung Lîfs, die unterwegs bereits zu erkennen gegeben hat, dass sie in der Heilkunde bewandert ist: "Der Junge lebt noch! Hilfe, um Aris' Willen!"

Freydis

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Der Weihort
« Antwort #28 am: 01.01.2017, 21:50:41 »
Freydis hat in den Büchern ihrer Mutter genug über den Weiheort gelesen[1] um schon als sie sich dem Ort näherten zu wissen, dass hier etwas ganz und gar nicht in Ordnung war.
Nervös sieht sie sich nach einer Erklärung um als die Gruppe den verlassenen Dorfplatz erreicht.[2]
Sie versucht sich ihre Angst nicht anmerken zu lassen als sie vom Rücken ihres Pferdes steigt und den Streitkolben vom Rücken nimmt. Zum ersten mal in ihrem Leben wünscht sie sich den Lektionen des alten Gerbold, dem Waffenmeister auf Burg Ravensklippe über dem Umgang mit der Waffe mehr Aufmerksamkeit und Zeit gewidmet hätte. Was ihr als langweilig, anstrengend und nicht wirklich notwendig erschienen war, wann sollte sie als das best behütete Geheimnis und mit ihren zunehmenden Fähigkeiten in der Magie das schon brauchen, mag hier den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen.
Als auch der Palladin seine Waffe zieht, wird sie noch nervöser, dieser Mann, der in Situationen wie dieser soviel mehr Erfahrung hat erwartet offenbar einen Kampf. Den Streitkolben mit der rechten fest umklammert vollführt die junge berührte mit der linken Hand   eine rasche Abfolge komplexer Gesten die in der wie zur Abwehr mit der Handfläche nach aussen gestreckten Hand enden.[3]
Da sie von Heilung keine Ahnung hat reagiert sie nicht auf Abdos Hilferuf, ist aber bereit Líf und Tristan zu
begleiten. Das der Mann am Fenster auftaucht erfüllt sie fast mit Erleichterung: Überlebende konnten ihnen immerhin erklären was hier vorgefallen war und womit sie es zu tun hatten. Nach einem Angriff sieht es selbst für ihre ungeübten Augen nicht aus, eher nach einer Seuche die Tier und Menschen angefallen hat. Furcht vor Ansteckung würde erklären, warum sich niemand um die Kadaver gekümmert hat. Bei dem Gedanken muss Freydis schlucken. Nichts in ihrem Arsenal ist geeignet sich gegen eine Seuche zu wappnen. "Mutter Gaya schütze uns!" fleht sie in Gedanken.
 1. Knowledge(History) 21
 2. Perception: 16
 3. Zauber: Mage Amor
« Letzte Änderung: 01.01.2017, 21:51:02 von Freydis »
"The storm is up, and all is on the hazard."

William Shakespeare, Julius Cæsar (1599), Act V, scene 1, line 67.

Tristan

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Der Weihort
« Antwort #29 am: 01.01.2017, 22:03:58 »
"Ob das der Gaul von Lord Ayrins Späher ist?" fragt Tristan, als er schützend hinter seine Frau tritt. Etwas länger als notwendig bleibt sein Blick an Lîf hängen, wie sie sich mit ihrem ganzen Leib zärtlich an das verängstigte Tier schmiegt.

Wenn ich vor ihr eingestünde, dass ich schon die ganze Zeit, seit wir auf dem Festland unterwegs sind, mindestens ebenso viel Angst habe wie der Gaul da, ob sie sich dann mit derselben Innigkeit an mich schmiegen würde?

Im nächsten Moment aber gilt seine volle Konzentration wieder der grausigen Szene auf dem Dorfplatz. Der Gaul vor ihm, trägt er am Sattel oder Zaumzeug irgendwelche Erkennungszeichen, die auf Lord Ayrin oder das Haus Bulvaj deuten? Nicht, dass Tristan sich mit sowas auskannte, er würde Talahan auf seine etwaigen Funde aufmerksam machen müssen.

Dann das Haus, vor dem das Tier festgemacht war—ein Gasthaus? Oder was?

Der Schreihals dort drüben—irre? Wie war sein Blick? Stand ihm der Schweiß auf der Stirn? Seine Kleidung: teuer, ordentlich? Oder gewöhnliche Arbeitskleidung, vernachlässigt? Überhaupt, was ist das für einer, dass er sich hier als Anführer aufspielt, der auf diese seltsame Art Verstärkung herbeitrommelt?[1]

"In Frieden zu Gott gehen?" murmelt er spöttisch. "Bei Gott gibt es nur Einsamkeit und Stille. Das verwechseln manche gern mit Frieden."

Als Abdo Lîf um Hilfe anruft, zuckt Tristans besorgter Blick sofort zu ihr zurück.

"Wahnsinn, Seuche, kannst du erkennen, was hier los ist, drudkvinde?" fragt er sie halblaut.

Dass er sie mit ihrem offiziellen Titel anspricht, kehrt mit einem einzigen Wort die Machtverhältnisse zwischen den beiden ins Gegenteil: statt dass er als Mann seinem Weib befiehlt, was zu tun sei, ordnet er sich als Clansmann dem Urteil und Ratschluss seiner Druidin unter.

"Aber bitte, falls es eine Seuche ist... nicht anfassen...", kann er sich dennoch nicht versagen, sie zu ermahnen.
 1. Perception = 19 (nat. 20): Tristan sucht an Pferd, Haus und Schreihals Hinweise. (Neu gewürfelt.)
« Letzte Änderung: 02.01.2017, 20:19:42 von Tristan »

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