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Autor Thema: Der Weihort  (Gelesen 32242 mal)

Beschreibung: Episode 1

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Freydis

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Der Weihort
« Antwort #645 am: 02.07.2018, 19:31:04 »
Auch Freydis nickt nach anfänglichem Erstaunen zustimmend. Man kann Abdos Bilanz wahrlich nicht als großen Erfolg sehen, auch wenn die Berührte Zweifel hat, dass ein anderer aus ihrer Gruppe, sie selbst eingeschlossen, es viel besser hätte machen können. "Ich respekiere eure Weisheit, Druidkvinne." meint sie zu Lív gewandt, "und werde eurer Führung folgen. Aber ich bin von adeligem Blut und schulde euch weder Gehorsam noch Gefolgschaft über das hinaus, was ich freiwillig gebe." stellt sie klar.
« Letzte Änderung: 04.07.2018, 17:23:04 von Freydis »
"The storm is up, and all is on the hazard."

William Shakespeare, Julius Cæsar (1599), Act V, scene 1, line 67.

Abdo al'Mbabi

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Der Weihort
« Antwort #646 am: 03.07.2018, 12:16:58 »
Abdo síeht den Neuankömmling verständnislos an. Der Mann hat sich gerade erst freiwillig gemeldet, sich ihnen im Kampf gegen den Fluch anzuschließen, und er muss kurz überlegen, um sich dessen Namen wieder in Erinnerung zu rufen. Karsten? So oder so ähnlich, für ihn klingen die dalaranischen Namen ohnehin alle gleich fremd. Die Lobhudelei des Mannes jedenfalls ist ihm peinlich, und Abdo überlegt kurz, ob er nicht vorschnell gehandelt hat, dessen Hilfsangebot so schnell anzunehmen.

"Ich bin ein ganz normaler Mensch. Mut gehört nicht dazu, sondern Not und Verzweiflung, die mich hierher geführt hat. Wir können uns gerne später näher miteinander bekannt machen, wenn du versprichst, mich normal wie jeden anderen zu behandeln. Aber eins kann ich gleich sagen: In mir steckt nicht ein Funken Magie." erwidert der Ya'Keheter mit seinem kehligen Akzent.
« Letzte Änderung: 03.07.2018, 12:18:55 von Abdo al'Mbabi »

Lîf

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Der Weihort
« Antwort #647 am: 03.07.2018, 12:51:57 »
Man sieht es Lif an, dass sie eine gewisse Erleichterung verspürt, als sie Aeryns Nicken erwidert. Zu Freydis gewandt meint sie: "Ich habe nicht die Absicht, Befehle zu erteilen wie ein Anführer im Kampf. Diese Pflicht wird Abdo nach wie vor erfüllen. Ich will mich der Aufgabe stellen, unserer Gruppe zu sein, was eine Dienerin Gayas in der Gemeinschaft oder eine Mutter in der Familie ist: die Versöhnerin. Ich werde euch allen zu raten suchen, damit es nicht zu Uneinigkeit und Streit kommt. Dazu erbitte ich von euch nur, dass ihr euch an mich wendet und meinen Rat hört, wann immer es danach aussehen sollte. Und zwar nach Möglichkeit, ehe Worte oder Taten des einen den anderen verletzen mögen." Womit sie sich noch einmal im Kreis umsieht, ob jemand sich damit nicht einverstanden zeigt.

Rogar, Apothekarius

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Der Weihort
« Antwort #648 am: 04.07.2018, 16:42:48 »
Rogar hat den Rückzug von Abdo und Lif nicht weiter beachtet, in seinem Kulturkreis wurde Privatsphäre streng beachtet. Als der dunkelhäutige Kämpfer dann nach der Rückkehr und dem Zusammenrufen, dem er nur langsam gefolgt war, seine Führerschaft an Lif abtritt, ist er überrascht: "Nid wyf erioed wedi gweld nac wedi clywed unrhyw beth fel hyn gyda'r bobl ifanc hyn. Yn y bôn, rwy'n iawn, yn enwedig fel fferyllydd, rwy'n arfer cael aelodau mwy o aelodau profiadol ac aelodau o'r brif wraig o'm blaen. Dim ond, a oes rhaid i berson nad yw'n gallu atal eu tafodau gael ei gyfnewid am un arall?"[1] Seinen Ärger über die zwar vergangene, aber für ihn noch frische Beleidigung herunterschluckend neigt er leicht den Kopf, ohne den Blick von den beiden zu lassen: "Wenn ihr es so wollt und dies bei euch üblich ist, verweigere ich mich nicht." Es ist zu merken, dass noch eine Menge mehr mitschwingt und nicht gesagt wird, doch scheint es nicht rein negativer Natur zu sein. Gerade die aktuell anliegende Aufgabe passt schließlich gut zu den Fähigkeiten der Heiler.
 1. 
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Gaja

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Der Weihort
« Antwort #649 am: 06.07.2018, 18:13:44 »
Wie sehr die Müdigkeit Abdos Aufnahmefähigkeit beeinträchtigt, lässt sich auch daran erkennen, dass er auf das Stichwort, das unter normalen Umstände sofort sein Interesse geweckt hätte, gar nicht reagiert: Dämonen. Solveigs Lehrmeister kämpft also gegen diese und weist auch seine Schülerin im Kampf gegen sie an. Zudem handelt es sich bei ihm offenbar um eine Kreatur, die eine noch höhere Lebensspanne als Elben oder Zwerge besitzt—wie alt Zwerge werden können, weiß Abdo zwar nicht, aber Elben gibt es in seiner Heimat sehr wohl und von ihnen ist ihm bekannt, dass sie etliche hundert Jahre erreichen können. Und der Großvater dieses Mannes hat, will man zwergischer Geschichtsschreibung trauen, gar Dinge von vor zwei oder drei Jahrtausenden zu berichten gewusst? Doch auch dieser Gedanke zieht an Abdo vorbei wie ein vom Sturm gepeitschter Wolkenfetzen; genauso hoffnungslos wäre es, nach ihm zu haschen.

Als Abdo Schwester Hildegerd die Wertgegenstände des Abtes präsentiert, blinzelt diese zunächst verwirrt, bis sie begreift, worum es geht. Doch auch als ihre Miene sich erhellt, zögert sie noch, danach zu greifen.

"'Strebt nicht nach weltlichen Gütern', sprach Javrud also zu den Neunen, 'sondern nach Läuterung  eures Geistes. Denn Besitz erzeugt Gier, und Gier ist die Mutter aller Sünden." Die fromme Schwester schlägt dabei ein Kreuz auf ihrer Brust, nach Art der Behadrim: Mund und Stirn mit dem Daumen der locker geballten Faust, die Schultern mit den Fingerspitzen, zuletzt das Herz mit der flachen Hand.

"Bruder Meirik ist entkommen, sagtet Ihr vorhin?" wendet sie sich an Halfdan.

Dieser nickt. "Mit etlichen anderen. Wollten sich zur Feste am ander'n Ende des Walls durchschlagen. Mit etwas Glück wimmelt's hier in ein paar Tagen vor Gotteskriegern." Er unterbricht sich, um etwas auszuspucken, auf dem er seit längerem herumkaut, besinnt sich aber gerade noch eines besseren. "Oder auch nicht. Wer weiß, ob sie durchgekommen sind, oder wie schnell man dort auf ihre Bitte reagiert. Wenn überhaupt."

Hildegard nickt ernst. "Dann werde ich die Sachen so lange in Verwahrung nehmen, bis Bruder Meirik zurückkommt und entscheiden kann, was damit geschehen soll." Endlich nimmt sie die Wertsachen von Abdo entgegen.

Um eine Sorge erleichtert, atmet Abdo ein wenig auf. Auch der Streit zwischen Zwerg, Solveig und Freydis scheint inzwischen beigelegt, und als er Lîf daraufhin beiseite zieht, nimmt sie ihm auch eine dritte Sorge ab, die besonders schwer auf ihm gelastet hat. Auf diese Weise beruhigt, ordnen sich auch seine Gedanken wieder ein wenig. Was er jetzt braucht, was sie alle brauchen, ist eine anständige Nachtruhe.

~~~

Derweil offenbart Kjartan seltsame Ansichten über Leben und Tod, dass Tristan sich fragen muss: Folgt er nun Gaja oder dem Einen? Weiß er es selbst? An ein Leben nach dem Tod scheint er jedenfalls nicht zu glauben: weder an das verborgene Reich Hel, in dessen drei Ebenen die Ahnen und all die anderen Geister wandeln und von wo aus sie beschworen werden können oder von selbst erscheinen, noch an die sieben Himmelreiche, zu denen die Seelen der Tüchtigen nach ihrem Tod auffahren und wo sie sich auf die große Schlacht vorbereiten, die an jenem Tag ausbrechen wird, da Gaja sich zum Sterben niederlegt. Wenn von allen Seiten Gajas Feinde—die Frost- und die Feuerriesen, Urian mit seinem Dämonen und Hela, die Herrscherin der Unterwelt—über sie herfallen, da sie ihre Schwäche wittern, wird es die Aufgabe dieser Tüchtigen sein, die feindlichen Heerscharen lange genug abzuwehren, bis Gaja eine neue Welt geboren hat.

Doch zu den Ansichten der Pfaffen passen Kjartans Worte ebensowenig. Zwar verleugnen auch sie das Leben nach dem Tod, glauben weder an Himmel noch Hel, nicht an den großen Kampf in Gajas Namen, nicht an Geister noch Ahnen, aber sehr wohl an mehr als ein Leben. Ihnen zufolge, so lehrte es sie Javrud, ihr Prophet, werden die Seelen der Menschen (und der anderen sterblichen Völker) hier auf Erden wiedergeboren, denn ein Leben ist nicht genug, um sich von der Sünde freizumachen und die geistige Vollkommenheit zu erlangen.[1]

Nicht, dass Tristan die Verwirrung des Mannes nicht nachempfinden könnte; ihm war es damals ähnlich ergangen, als er sich nach sieben Jahren Klosterleben unter den Rûngardern einleben musste. Der Spruch, welchen Kjartan zitiert, klingt in der Tat seltsam. Wen zitiert Kjartan da? Wortwörtlich? Oder bringt er da etwas durcheinander? Ganz entfernt klingt es ja nach etwas, dass der Prophet gesagt haben könnte, nur scheint das Hinterste nach vorne gekehrt, die Wirkung zur Ursache geworden zu sein.

"Ich glaube, das ist die stark verkürzte Fassung folgender Worte des Propheten"—den hier gerade eigentlich jeder zitierte, erst Solveig, dann Hildegerd, dann Kjartan (hier blieb es beim redlichen Versuch), dann würde Tristan mal zeigen, wer dies von allen am besten kann—"die da lauten: 'Was aber ist der Lohn dessen, der sein Leben lang hart im Dienste der Gemeinschaft gearbeitet hat, für sie sein Leben riskiert hat, die Gesundheit ruiniert? Noch härtere Arbeit, noch größere Gefahren, noch ärgere Prüfungen in seinem nächsten Leben, denn er hat gezeigt, dass er die einfacheren bestehen kann. Beschwert euch also nicht über die Mühen eures Lebens, denn je größer sie sind, desto näher seid ihr dem Einen. Jede Herausforderung, die ihr meistert, bringt euch einen Schritt weiter auf dem Weg zu ihm, welcher von uns allen als einziger vollkommen ist und dem sich nur der nähern darf, der alle Schwächen des Geistes hinter sich lässt und sich selbst der Vollkommenheit nähert.' Ich glaube, das meintest du mit deinem Spruch: der, dessen Leben am elendsten und damit hassenswertesten erscheint, der ist dem erstrebten Gewinn, nämlich der Vollkommenheit seiner Seele, am nächsten."

~~~

Was Abdo und Lîf miteinander ausgemacht haben, ist den anderen schnell erklärt und es regt sich auch kein nennenswerter Widerspruch. Freydis' Pochen auf ihre adlige Herkunft, welche sie über die anderen erhebt und damit von jeglichem Gehorsam entbindet, entlockt Tristan nur ein Kopfschütteln (über so viel Torheit) und eine Grimasse (wie von Schmerzen).

"Jeg forstår ikke, hvorfor I efterligner frankernes adel", raunt er seinem Weib zu. "En fri mand skylder ikke nogen lydighed, han følger sin jarl eller sin drage leder, så længe de gør det godt. Jeg troede, at folk i Albion havde mere mening!"[2]

Ansonsten kommentiert er die Sache nicht weiter. Warum sollte Lîf nicht hier im kleinen die Aufgabe erfüllen, die ihr seit Esjas Tod unter den Jarlsöern obliegt? Und Abdo will er gerne als Drachenführer akzeptieren—solange er seine Sache gut machte. (Allenfalls einen Stich tut's ihm, denn er muss dabei an die Seinen denken und daran, dass er und Lîf ihnen eigentlich zur Seite stehen sollten, jetzt mehr als je zuvor! Es wird Zeit, dass man den Auftrag hier endlich mal erledigt, oder vielmehr endlich überhaupt einmal angeht, dann in Kromsdag berichtet und rasch zu Lîfs Eltern weiterzieht, und dann endlich zu den Seinen zurück, die gestrandet, ohne Hab und Gut, ohne Jarl und drei Viertel ihrer kampftauglichen Männer, in der feindlichen Fremde!)

Und so ist bald alles besprochen. Die sechs Heilerinnen sehen so erschöpft aus die Gruppe selbst, weshalb man sich bald darauf zur Nachtruhe begibt. Rogar und Abdo bleiben bis zum Morgen zur Beobachtung im Heilerzelt, während Lîf, Freydis, Aeryn, Tristan und Kjartan den Bunten Hahn aufsuchen, in welchem man ja schon eine Schlafkammer für sieben Personen bezahlt hat. Auch Halfdan zieht sich dorthin zurück. Dort angekommen, führt Frida sie in ein Nebengebäude. (Sollten sie Halfdan dazu einladen, da sie zwei freie Bettstellen hätten, kommt er gerne mit.)

Der Weg führt durch die Küche des Hauses, wo die drei geretteten Novizen auf zwei Bänken direkt vorm Herdfeuer liegen; die beiden jüngeren bereits schlafend. Frida stellt den Gefährten erstaunlich wenige Fragen und fast ausschließlich solche, die man von einer Gastwirtin erwarten würde. Habt ihr noch Hunger? Findet ihr euch zurecht? Braucht ihr noch etwas? Oder wollt ihr selbst kochen? Meine Speisekammer steht euch offen. Nur ganz zum Schluss, als die Gefährten sich bereits in ihrer "Kammer" umschauen—vier Bettbänke für je zwei, eine kleine Feuerstelle in der Mitte mitsamt großem Suppenkessel, zwei Truhen und allerlei Haken für die Habe, Kochgeschirr und allerlei Nützlichem—fragt Frida sie: "Ist es denn endlich vorbei? Ist die Gefahr gebannt?"

Nach der Antwort, wie sie auch ausfällt, zieht Frida sich dann zurück und die Gefährten fallen in die Felle.

Die Nacht vergeht ohne besondere Vorkommnisse. Auch beim Frühmahl haben sie die Wahl: selbst kochen, hier unter sich, oder begeben sie sich in den Gastraum? Danach gilt es, die üblichen Vorbereitungen zu treffen, doch natürlich drängt es alle zurück zu Solveigs Hütte und dem Heilerzeit, um nach Abdo und dem Dain zu sehen.

Auch für Abdo und Rogar vergeht die Nacht ohne Vorkommnisse. Die Patienten schlafen ruhig, die Heiler ebenso, und die Wachen wachen.[3]
 1. Soviel wissen Freydis und Lîf auf jeden Fall. Aeryn, Rogar, Abdo und Kjartan dürfen aber gern auf knowledge (Lokales), würfeln, ob sie eine 10 erreichen; dann haben sie davon auch schon gehört. Tristans folgende Erklärung dürfte aber für alle, die nicht die Worte des Propheten studiert haben, neu sein.
Wichtig ist mir hier die Aufklärung, dass die Anhänger des Einen sich vom christlichen Glauben doch stark unterscheiden, dass sie nämlich NICHT an die Erlösung vom/Auferstehung nach dem Tod glauben. Da sind die Gaja-Gläubigen näher dran (+ ihre Fassung des Ragnarök). Die Anhänger des Einen glauben an Reinkarnation. Die Seelen werden also auf der Erde wiedergeboren, so wie ja auch das große Versprechen des Einen ist, dass—wenn alle Sterblichen sich zu ihm bekehrt haben und die Sünde überwunden—der Himmel AUF ERDEN einkehren wird.
 2. Värangsk: "Ich verstehe nicht, warum ihr den Franken ihr Adelstum nachmacht. Ein freier Mann schuldet niemandem Gehorsam, er folgt seinem Jarl oder seinem Drachenführer, solange sie ihre Sache gut machen. Ich dachte, auf Albion hätten die Leute noch mehr Verstand!"
 3. Ihr könnt eure Vorbereitungen schildern (Zauber und so), oder euch auch zum Heilerzelt schieben.
Eure hp erholen sich ein wenig – im Kampffaden schon eingetragen. Abdos Conschaden geht auch um einen runter. Zur etwaigen Hilfe der Heilerinnen zur weiteren Heilung schreibe ich im nächsten Post etwas, das wird mir hier zu viel.
« Letzte Änderung: 06.07.2018, 18:23:13 von Gaja »

Lîf

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Der Weihort
« Antwort #650 am: 07.07.2018, 10:41:22 »
Halbwegs zufrieden mit der getroffenen Übereinkunft und gerade darum darauf bedacht, keinen Anlass zu neuem Hader zu geben, nimmt Lîf die leise geraunte Bemerkung Tristans hin, ohne zu widersprechen. Stattdessen konzentriert sie sich auf ihre neue Aufgabe und übernimmt im Gasthaus angekommen sogleich die Rolle des weiblichen Haushaltsvorstands für ihre kleine Gemeinschaft: Die junge drudkvinde führt das Gespräch mit der Gastwirtin und versichert ihr, dass man alles habe, vorerst mit einer Kleinigkeit zu essen auskomme, weil alle sehr müde seien, dass sie gern selbst das Kochen bei der nächsten Mahlzeit übernehme und ansonsten alles in Ordnung sei (nachdem sie sich gewissenhaft davon überzeugt hat, dass dem tatsächlich so ist). Auf die Frage nach dem Stand der Dinge hingegen verweist sie auf Aeryn, Freydis und das Mannsvolk, insbesondere auf Abdo – da sie ihre Aufgabe ernst nimmt, folgt sie auch der Tradition, nach der die Weise Frau nicht in erster Linie zuständig für das ist, was zu den Kriegsdingen gehört. Dies fällt anderen zu.

Recht bald legt sie sich zur Ruhe und mahnt auch die anderen, dieses zu tun, um Kräfte zu sammeln. Nach den Verwundeten schaut sie sicherheitshalber noch einmal, ehe sie mit Tristan unter die Felle schlüpft. Am nächsten Tag ist sie wohl als erste wach, um im Schein der aufgehenden Sonne ihre morgendlichen Gebete an die Große Mutter zu verrichten und diese um neuerlichen Beistand zu bitten. Danach macht sie sich daran, aus Korn, Käse und einigen Kräutern aus den unergründlichen Taschen ihrer Schürze eine dampfende Morgenmahlzeit zu bereiten, die alle sättigen und möglichst lange vorhalten soll. Auch die Verwundungen verlangt sie alle nochmals zu sehen, um zu beurteilen, wie die Heilung über Nacht vorangeschritten ist.

Kjartan

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Der Weihort
« Antwort #651 am: 08.07.2018, 16:34:10 »
Kjartan war nach der gemeinsamen Besprechung noch ein wenig wach geblieben. Er hatte sich vorgenommen, sich noch ein wenig bei den Heilerinnen umzuhören und somit mehr über die Gruppe herauszufinden. Der erste Abend war, so musste er zugeben, nicht besonders gut verlaufen. Sie hatten ihn höflich willkommen geheißen, seine freundlichen Worte aber zurückgewiesen und auch mehr als eine misstrauische Frage war gestellt worden. Insbesondere wusste Kjartan nicht, was Tristan von ihm halten mochte. Kjartan nahm sich vor, in Zukunft besonders darauf zu achten, was er von sich preis gab. Aber anscheinend erzählte Tristan um so lieber von sich. Also würde er ihm Gelegenheit dazu geben. Und was Abdo anging - nunja, dieser Mann mit der dunklen Hautfarbe faszinierte ihn. Er war nicht nur aus fremden Landen, sondern vielleicht gar aus einer anderen Welt. Er hatte es geleugnet, ein Magier zu sein. Aber was hieß das schon? Er hatte vielleicht nicht anders antworten können, denn immerhin begegnete man Magie hierzulande mit Argwohn. In Kjartans Vorstellung war Abdo ein mächtiger Zauberwirker und lebhaft stellte er sich vor, wie er Kolkhar in Stein verwandelte und Dämonen zu Sztaub verbrannte. Vielleicht würde er eines Tages Zeuge seiner Magie werden. Und vielleicht würde Abdo ihm auch ein bisschen was beibringen. “Jetzt sei nicht töricht! Du bist so magisch wie ein Stein! An Dir ist gar nichts besonderes. Ganz gewöhnlich bist Du.“, so sagte er sich. Doch die kindlichen Gedanken ließen sich nicht vertreiben und so fiel Kjartan in einen tiefen Schlaf und träumte von allerlei Wundern und Gestalten.

~~~

Am nächsten Morgen wacht Kjartan gut gelaunt auf. War er gestern mit gespaltenen Gefühlen ins Bett gegangen, was die Gruppe anging, so ist er heute viel entschiedener, ihnen folgen zu wollen. Dies liegt nicht so sehr daran, dass er nun fühlt, dass ihre Begrüßung vielleicht doch herzlich waren (eigentlich hat er heute noch stärker das Gefühl, dass auch ohne ihn irgendwelche Unstimmigkeiten zwischen den Männern und Frauen bestehen), sondern dass er weiterhin bei Abdo sein will, jenem wundersamen Mann aus dem Osten (alles Wundersame kommt aus dem Osten!).

Am Frühstückstisch angekommen begrüßt er alle sehr freundlich und erkundigt sich, ob sie wohl genächtigt haben. Enttäuscht stellt er fest, dass Abdo nicht hinzugekommen ist. Also nimmt er schweigend sein Frühstück ein.
« Letzte Änderung: 19.07.2018, 10:15:19 von Kjartan »

Aeryn

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Der Weihort
« Antwort #652 am: 09.07.2018, 16:56:45 »
Aeryn hatte Frida in groben Zügen erklärt, was für sie wichtig war. Der Fluss war durch dämonischen Einfluss[1] verseucht und sie haben im Kloster die Quelle gefunden und für's Erste auch aufhalten können. Der Fluss sollte also in nächster Zeit wieder reines Wasser führen, wenn die Verschmutzung weggeschwemmt wurde. Allerdings war die Sache noch nicht ganz ausgestanden, daher sollten sie weiter auf der Hut sein.

Das Abendmahl und die Nachtruhe taten der Elbe gut, auch wenn sie noch lange nicht bei vollen Kräften war. Zumindest konnte sie sich wieder recht normal bewegen, ohne übermäßig vorsichtig zu sein.

"Unsere Wunden sind immer noch schwer. Es wird noch einige Tage dauern, bis wir vollständig genesen sind. Wir sollten auf der Hut sein und uns in nächster Zeit möglichst keine größeren Schlachten liefern."
 1. auch wenn das vielleicht nicht ganz stimmt

Rogar, Apothekarius

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Der Weihort
« Antwort #653 am: 11.07.2018, 23:07:04 »
Bevor sich die Gruppe für den Tag auflöste und zu ihren Bettstätten einkehrte folgte Rogar der religiösen Diskussion. Zu seinen bisheriugen Kenntnissen passten die mit Worten gebauten Bilder nicht, aber was sollte er auch erwarten von nicht rein auf geschriebenem Wort basierenden Vorstellungen? Da das Jungvolk jedoch häufig empfindlich auf seine Einwendungen reagiert, belässt er es für diesen Abend dabei. Eher macht er sich eine Notiz, Solveig nach ihrem Lehrmeister fragen zu wollen.

Die weiteren Abendstunden verbringt der Dain auf seiner Bettstatt, beendet die Pflege und Kontrolle seiner Ausrüstung und wendeet sich seinen Aufzeichnungen zu. Zunächst überprüft er ihre Vollständigkeit, dann vervollständigt er seine Notizen für den Tag, bevor er schließlich zu übertragen beginnt. Darüber wird es so spät, das er sein Werk unvollständig abbricht.

Der Schlaf ist unruhig, aber nicht ohne Erholung. Am nächsten Morgen kontrolliert er seine Asurüstung, macht einige leichte Ertüchtigungsübungen, würgt das Frühstück runter und hilft, so man ihn lässt, bei der Versorgung der Patienten. Solange nichts getan wird, was sie seines Wissens nach gefährdet, macht er alles mit und ergänzt es, wo es möglich ist. Sich selbst untersucht er auch, bevor er zu seinen Aufzeichnungen zurückkehrt und parallel wartet, was der Tag bringen wird. Sollte Solveig den Anschein erwecken, ansprechbar zu sein, würde er sein Glück versuchen.

Gaja

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Der Weihort
« Antwort #654 am: 17.07.2018, 13:18:02 »
Mit Sonnenaufgang sind auch die Heilerinnen aus Hildridsrast wieder auf den Beinen. Die drei Novizinnen kümmern sich um die Schlafenden, waschen und füttern diese einer dünnen Suppe. Bei letzterem geht Solveig ihnen zur Hand, denn es braucht jeweils zwei dazu: eine stützt den Schlafenden, dass dieser halbwegs aufrecht sitzt, die zweite füttern ihn. Der Patient selbst schluckt zwar, scheint aber nicht wirklich zu Bewusstsein zu kommen: der Blick geht in die Ferne, sieht nichts um ihn herum, und die ermunternde Zurede der Heilerinnen entlockt ihm kein Wort.[1]

Abdo und Rogar haben bereits gefrühstückt und noch immer tauchen ihre Gefährten nicht auf. Dafür bringen Dorfbewohner mehrere neue Patienten, um die sich die drei Heilerinnen kümmern. Die ersten drei werden wieder nach Hause geschickt, denn es handelt sich um gewöhnliche Erkrankungen (Fieber, verdorbener Magen), nicht um die Seuche. Gerade, als Hildegerd sich endlich einmal von den Neuankömmlingen losreißen kann und sich um Abdo und Rogar kümmern will, taucht endlich auch der Rest der Gruppe auf. Abdo ist der erste, auf den Hildegerd den Segen des Einen herabruft. Kühl sind ihre Hände auf seinen Schläfen und kühl ist der Strom, der von Kopf bis zu den Füßen durch seinen Körper fließt, doch keinesfalls unangenehm—nicht einmal für ihn, der die Hitze gewohnt ist und den sogar der hiesige Sommer frösteln lässt—sondern erfrischend, reinigend, belebend, wie ein Bad im kühlen Bach an einem staubig heißen Tag.

Als nächstes kümmert Hildegerd sich um Tristan und wendet sich danach an die Elbin. "Ist es dir recht, wenn ich meinen Gott anrufe, um seinen Segen auf dich herabzurufen? Ich weiß, ihr Elben bevorzugt die Mutter."

Doch Aeryn hat nichts gegen die Hilfe. Seit die Schüler des Propheten ausgezogen waren, um die ganze Welt zu ihrem Glauben zu bekehren—also vor etwa drei Jahrhunderten—war kein Missionar mehr zu den Elben gekommen; anders als Lîf, Tristan, Freydis und Kjartan hat sie selbst bisher also keine schlechte Erfahrung mit dessen Anhängern machen müssen. Und was macht es schon, was für Worte die Heilerin bei ihrem Zauber murmelt?[2]

Zum Schluss legt Hildegerd, nicht ohne ebenfalls zuvor zu fragen, ihre Hände auf Rogars Schläfen—so er es zulässt. Anders als seine Kameraden fühlt er sich danach aber nicht erquickt und voll einsatzbereit, sondern kaum besser als zuvor. Etwa wie ein Verdurstender, dem man eine halbe Kelle Wasser geschöpft hat.

"So, tut mir leid, aber der Tag wird noch lang. Ich muss mit meinen Kräften haushalten", erklärt sie mit einer gewissen Schärfe in ihrem Ton. "Aber ich sehe, ihr tragt genügend Heilwasser bei euch, um vollständig zu regenerieren."

Mit diesen Worten widmet sie sich einer Gruppe von Neuankömmlingen, die eine junge Frau hereintragen, welche sich etwa in dem Zustand befindet, in der man vor zwei Tagen den Jungen Gus in der Pferdetränke fand.
 1. @ Rogar: Du kannst Solveig gerne dabei ansprechen.
 2. Hildegerd zaubert cure ___ wounds für insgesamt 4d8 + 4x (frei verteilbar auf die Patienten) – Abdo: voll; Aeryn: voll; Tristan: voll; Rogar + 4hp.
@ Aeryn: Ich bin mal von deiner Zustimmung ausgegangen. (Mir fiel erst später ein, dass Hildegerd wohl fragen würde.)
« Letzte Änderung: 17.07.2018, 13:58:14 von Gaja »

Aeryn

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Der Weihort
« Antwort #655 am: 17.07.2018, 14:19:08 »
Aeryn hatte ganz sicher nichts gegen die Hilfe der Heilerin. Zum einen war es natürlich wichtig, dass sie wieder zu Kräften kam, denn das würden sie brauchen. Aber auch im Allgemeinen hegte die Elbin keinen Groll gegen die Dienerinnen und Diener des Einen. Es war kein Glaube, dem sie sich selbst verschrieben hatte oder je tun würde, aber es war auch kein Glaube, der dem ihren komplett entgegenstand. Die Mutter und der Eine standen für verschiedene Aspekte des Lebens. Es mochte Differenzen geben und andere Ansichten, aber letzendlich standen sie alle auf derselben Seite und gegen dasselbe Übel. Und das war es, was in diesen Tagen zählte.

Daher gab sie der Heilerin natürlich ihre Zustimmung und bedankte sich für die heilenden Kräfte, die sie mit ihrer Magie herbeigerufen hatte.

Abdo al'Mbabi

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Der Weihort
« Antwort #656 am: 17.07.2018, 16:50:43 »
Die Reaktion auf seine Ankündigung begeistert Abdo zwar nicht unbedingt, er ist aber dennoch nicht ganz unzufrieden. Auch wenn es das eine oder andere Grummeln gab, gab es dennoch keine Einwände - was sicherlich damit zusammenhängt, wie er annimmt, dass auch die anderen seine Führungsqualitäten kritisch einschätzen.

Am meisten hat ihn Freydis überrascht mit ihrer Aussage, von adligem Geblüt zu sein. Hat sie das vorher schon einmal gesagt? Der Ya'keheter kann sich zumindest nicht daran erinnern, aber womöglich hat er die Worte auch nur einfach nicht verstanden. Ihm ist es ohnehin einerlei, für ihn und die Mission spielt es keine Rolle. Und zuhause hat die Bedeutung von Adel rapide an Wert verloren, als die Shetani keine Unterschiede darin machten, ob sie Lehmhütten oder Paläste zerstörten.

Rogars Reaktion war ebenfalls abzusehen. Der Dain scheint weder ihn noch Lîf besonders zu schätzen, wobei Abdo inzwischen davon ausgeht, dass diese Abneigung sich auf das ganze Menschengeschlecht bezieht. Komischerweise schien das Verhältnis zu Beginn ihrer Bekanntschaft (was nun wirklich nicht lange her ist) deutlich besser zu sein - dem Gotteskrieger fällt aber trotz allem Grübeln kein Grund ein, weshalb sich etwas geändert haben soll.

Nachdem dies geklärt und Abdo doch eine gehörige Last von den Schultern gefallen ist (er kann tatsächlich körperlich spüren, wie die Muskeln in seinem Brustkorb und den Schultern ihre Beklemmung langsam lösen), fällt er endlich in einen tiefen und erholsamen Schlaf. Dabei stört es ihn auch nicht mehr, dass Hildegerd ihn im Krankenlager behält, und es vergehen sicherlich zehn Stunden, bis er wieder die Augen zum inzwischen hellem Tag öffnet.

~~~

Ausgeruht und erholt erhebt Abdo sich von seinem Lager und stellt fest, dass Rogar bereits zum Frühstück gegangen ist - wohin auch der Ya'Keheter nun strebt. Auf dem Weg sieht er die Prozedur, mit der die in künstlichem Schlaf gehaltenen gefüttert werden, und erschaudert innerlich bei dem Gedanken, dass auch ihm ein solches Los blühen könnte. Nachdenklich erreicht er daher den Frühstückstisch, wo Rogar seine Mahlzeit beinahe beendet hat, und setzt sich mit einem knappen Morgengruß zu dem Dain.
Das Mahl verläuft schweigsam, denn Abdos Gedanken sind bei der kommenden Aufgabe. Auch wenn die Nachtruhe ihn erholt hat, spürt er doch, dass er immer noch sehr schwach auf den Beinen ist - zu schwach, um sich auf die womöglich gefährliche Suche nach dem Ursprung des Fluches zu machen. Doch hierbleiben will und kann er ebenfalls nicht. In sich versunken wegen dieses Zwiespalts, kaut er lustlos auf einem Stück trockenen Brotes herum, ohne in seiner In-sich-Gewandheit irgendetwas wahrzunehmen.

Erst auf den dritten Anruf hin bemerkt er daher, dass der Rest der Gefährten nun ebenfalls angekommen ist, und auch Hildegerd etwas von ihm zu wollen scheint.
Was die Heilerin dann mit ihm anstellt, verschlägt ihm restlos die Sprache: Schon die Berührung Talahans war eine Offenbarung für ihn gewesen, doch selbst diese magische Heilung scheint gering im Vergleich zu dem, was Hildegerd tut. Das Gefühl, das sich in ihm breitmacht, ist unbeschreiblich, und als er zur Probe aufsteht und den Rücken streckt, sind all seine Schmerzen komplett verflogen.

"Heri, oh mponyaji mkuu. Kwa kweli unapaswa kusimama juu ya Ari."[1] flüstert er ehrfürchtig und verbeugt sich tief. Schließlich sind nun nicht nur seine Schmerzen Vergangenheit, sondern auch die Sorgen, wie es nun weitergehen soll. Gemessen am gestrigen Tag fühlt er sich nun bereit zum Bäume ausreißen und blickt Lîf an, der nun die Pflicht zufällt, über die weiteren Pläne zu entscheiden.
 1. Sei gesegnet, oh mächtige Heilerin. Du musst wahrlich hoch in Aris' Gunst stehen.

Lîf

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Der Weihort
« Antwort #657 am: 20.07.2018, 19:41:02 »
Da Lîf die aufgehende Sonne jeden Morgen mit einer stillen Andacht begrüßt, wird sie Zeuge der Bemühungen, die die Heilerinnen unternehmen. Ihre Miene hat sich beim Anblick der Kranken und ihres Zustands verdüstert. Ein wenig eifersüchtig auch, mit verkniffenem Mund, sieht sie der heilenden Prozedur zu, der ihre Gefährten unterworfen werden, tröstet sich aber mit dem Gedanken, dass diese Hilfe eine höchst notwendige ist und ihre eigenen Kräfte schont, so dass sie im Fall einer Notlage jederzeit selbst noch einmal eingreifen kann. Bei der morgendlichen Mahlzeit ist der Rotschopf aber bereits wieder besserer Stimmung, zumindest macht sie den Anschein. Tristan hat sie mit einem sanften Händedruck begrüßt.

Sie blickt sich unter ihren Gefährten um und fragt schließlich: "Alsdann, wie geht es euch? Können wir den Aufbruch ins Auge fassen, oder plagen jemanden die Folgen unseres letzten Abenteuers noch zu sehr?" Offenbar hat sie nicht vor, ihre neue Führungsrolle mit einem Befehlston zu verbinden – widerstrebt ihr als Verehrerin der Großen Mutter doch jegliche Autorität, die sich nicht zugleich mit (mütterlicher oder väterlicher) Güte und Fürsorge verbindet. Zwar hat auch Abdo seine Aufgabe nicht mit dem Habitus eines Offiziers zu erfüllen versucht, doch führt sie seinen geringen Erfolg eher darauf zurück, dass der Dunkelhäutige in dieser ihm so fremden Umgebung unsicher ist und das auch spürbar ausstrahlte.

Rogar, Apothekarius

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Der Weihort
« Antwort #658 am: 23.07.2018, 06:58:31 »
Das seine Unterstützung in der Versorgung der Kranken ignoriert wird, ärgert Rogar, doch es hält ihn nicht davon ab, weiterzumachen. Das Frühstück sättigt ihn nicht, von daher ergänzt er es um etwas aus seinem eigenen Vorrat. Die Geleenheit, Solweig anzusprechen, lässt er sich nicht entgehen: "Fräulein Solveig, hättet ihr ein wenig Zeit für ein paar Worte? Eure Ausbildung und euer Meister bergen ungewöhnliches Wissen, was meine Neugier weckt." Gleichzeitig studiert er sie, um seine Einchätzung ihrer Abstammung - wenn möglich - zu bestätigen[1].

Die mangelhafte Heilung lässt er zu und unerdrückt das Bedürfnis, etwas zu antworten. Zuviel Respekt hat er vor Frauen und Heilern, als dass er sie auf fehlerhafte Argumentation aufmerksam macht. Er ist allerdings überrascht und fragt sich, wie ihr sein Besitz der Phiolen gesegneten Wassers bekannt wurde. Nutzen will er sie nicht, erstens könnte ein Notfall im Kampf auftreten und zweitens zeigten eine bisherigen Erfahrungen, das er keinen Nachschu erwarten kann.

Die Gruppe begrüßt er höflich und packt seinen Krempel zusammen, während er auf Lifs Frage antwortet: "Meine Verwundungen sind auf dem Weg der Besserung, aber ohne Unterstützung wird das Risiko bestehen, dass sie wieder aufbrechen. Auch meine Physiologie braucht etwas, sich wieer herzustellen. Andererseits ist es nicht so schlimm, das uns das aufhalten muss." Er schätzt das Risiko, in einen entsprechend gefährlichen Kampf wie am Vortag zu geraten - bei den bisherigen Plänen - als nicht sehr hoch ein.
 1. Wissen(Natur)15

Freydis

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Der Weihort
« Antwort #659 am: 28.07.2018, 00:34:45 »
Müde und mit schmerzendem Kopf hat Freydis keinerlei Lust einen Streit mit Tristan vom Zaun zu brechen und so tut sie lieber so als hätte sie seine gemurmelte Bemerkung zu Lîv überhört oder nicht verstanden. Aber sie ist schweigsam und grüblerisch. Vor dem Einschlafen kehren ihre Gedanken zu den Aufzeichnungen des Dain zurück.
Nur gut kann sie sich den Dain vorstellen wie er bei Lampenlicht im Heilerzelt die Ereignisse - und Erkenntnisse - des Tages in seinem Buch festhält. "Eigentlich eine sehr gute Idee. Ein bischen wie das Logbuch eines Schiffes. Vielleicht sollte ich mir auch so ein Buch besorgen - aber hier in der Gegend wird es sowas höchstens oben im Kloster geben - also bei einer anderen Gelegenheit." nimmt sie sich vor ehe sie einschläft.

Eine volle Nacht  Schlaf wirkt Wunder gegen Freydis Kopfschmerzen und so ist die Berührte beim gemeinsamen Frühstück beinahe guter Laune, die angesichts Lîvs Kochkünsten nur noch besser wird.
"Von mir aus kann es gleich losgehen. Aber ich wurde auch nicht verletzt."
« Letzte Änderung: 28.07.2018, 00:35:06 von Freydis »
"The storm is up, and all is on the hazard."

William Shakespeare, Julius Cæsar (1599), Act V, scene 1, line 67.

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