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Autor Thema: Der Weihort  (Gelesen 67754 mal)

Beschreibung: Episode 1

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Rogar, Apothekarius

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Der Weihort
« Antwort #735 am: 31.01.2020, 10:05:04 »
Nachdem der Dain einen Blick in den Raum hinein geworfen hat, macht er Platy für andere, da er nichts Gefährliches sieht. Wiederverwertbares bergen würde er erst beginnen, wenn klar wäre, dass es keinen Besitzer mehr gibt oder sie das sichern für den nächsten Erben übernehmen müssen. Kjartans Präsentation lässt er kommentarlos, auch wenn er sich seine Gedanken macht. Woher hat er das? Immerhin sind sie so selten und kostbar, dass man sie nur in äußersten Notfällen einsetzen sollte.

Freydis Informationen nimmt er mit einem Nicken zur Kenntnis und kommentiert: "Herauszufinden, was mit den vier los ist, dafür sind wir hier." Lifs Ansage, sie sei am besten geeignet, sich um das leidende Wesen zu kümmern, bestätigt er mit einem kurzen: "Keine Frage. Wenns vor Leiden von Sinnen ist, helfe ich gerne." Ihr Murren provoziert nur zuckende Schultern, ihre letzten Worte zu dem Schutz durch ihre Macht zieht er zwar nicht in Zweifel, denkt aber mehr an ihren schwangeren Zustand und schüttelt irritiert den Kopf. Da er jedoch sowieso zufrieden ist mit den Ergebnissen der Erkundung bisher, schließt er sich der Bewegung Richtung Wimmern an, um die Damen notfalls verteidigen zu können. Ein wenig Abstand hält er zum wimmernden Wesen, um es nicht weiter zu verängstigen. Stattdessen behält er von der Mitte des Raumes lieber die Zugänge im Blick.

Aeryn

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Der Weihort
« Antwort #736 am: 31.01.2020, 11:17:02 »
"Na, dann lass uns mal sehen, was wir für den Kleinen tun können," meint Aeryn zu Lîf und schickt sich an, voranzugehen. Auch wenn sie sicher ist, dass Lîf mit dem Tier besser umgehen kann als sie selbst, so wissen sie doch nicht ganz genau, was da noch alles in der Dunkelheit laueren könnte.

Gaja

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Der Weihort
« Antwort #737 am: 31.01.2020, 20:51:16 »
Es dauert nicht lang, da geschieht, was Tristan vorhersah: sein Weib verliert die Geduld und prischt in Richtung des Wimmerns. Noch schneller als er reagiert allerdings die Elbin, die sich Lîf sofort, nein, nicht in den Weg stellt, aber doch energisch die Vorhut übernimmt. Tristan bezieht daher Position an Lîfs Seite, um nach links (und notfalls nach hinten) zu sichern, sollte etwas auf der Kellertreppe oder hinter der Tür drei Schritte weiter lauern.

Doch niemand springt die drei aus den Schatten an. Sie erreichen die hintere Wand, vor der die beiden Webrahmen stehen. Eine Dachluke sorgt hier für Licht, aber auch mehrere Fenster. Nach links bildet die Bretterwand mit der Außenwand einen zwei Schritt breiten, zehn Schritt tiefen Gang ohne weiteren Abzweig, nur mit einem weiteren Fenster an seinem Ende. Hier stehen noch etliche Körbe mit Wolle, Spindeln, und fertigem Garn. An den Wänden hängen Bündel von Färberpflanzen zum Trocknen.

Das Wimmern kommt von zwischen den vielen Körbern. Wer sich darüber beugt, erblickt eine quirliges Gewimmel aus Pelz, Pfoten, Köpfchen und Schwänzchen (von denen mal das eine, mal das andere nach oben zeigt). Ein Versuch, die Zahl der Welpen mit einem Blick zu erfassen, scheitert daran, dass diese viel zu eifrig dabei sind, übereinander und durcheinander zu krabblen. Begleitet wird das ganze von kläglichen, verlassenen, hungrigen Lauten.

Nun doch auch neugierig geworden, folgt Freydis den anderen beiden Frauen (und Tristan) in einigem Abstand.


Abdo al'Mbabi

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Der Weihort
« Antwort #738 am: 01.02.2020, 17:19:23 »
Zunächst sieht Abdo den jungen Kjartan verständnislos an, dann erinnert er sich dunkel an die Phiolen, die der Dain damals an sich genommen hat. Doch was will Kjartan ihm damit sagen?
"Was ist das?" fragt er daher zurück. "Weißt du etwa, was man damit anfangen kann?" Er kann sich dunkel an heiliges Wasser erinnern, ohne mehr darüber zu wissen. Immerhin weiß er aus seiner Heimat von Alchimisten, die mächtige Tränke brauen können, doch zum einen hat er von so etwas hier noch nicht gehört, zum anderen konnte so eine Phiole genauso gut ein mächtiges Gift enthalten, und Abdo hatte nicht vor, Versuchskaninchen zu spielen.

Kurz überlegt Abdo, ob er Widerstand leisten soll, denn schließlich ist dort hinten eine weitere Tür, hinter der vor seinem geistigen Auge ein Dämon lauert. Doch was soll er gegen die drei Frauen schon ausrichten? - und so lässt er geschehen, was ohnehin nicht zu ändern ist, und sorgt lieber dafür, dicht hinter den dreien zu bleiben, um im Notfall zur Stelle zu sein.
Doch dann entdecken die Frauen etwas, was ihre Aufmerksamkeit zu fesseln scheint, und als Abdo näher tritt, sieht auch er das Knäuel aus Welpen. Sofort ist es um seine Fassade geschehen, und er kniet auf dem Boden und schnappt sich eines der halbverhungerten Wesen. "Mbwa mzuri ni nani?"[1] redet er in seiner Heimatsprache auf das Welpen ein, und die anderen können sich nur verwundert ansehen, welche Verwandlung gerade mit dem sonst so auf seine Haltung bedachten Ya'Keheter vor sich gegangen ist.
"Du bist ja ganz verhungert." Als er das sagt, kramt er auch schon in seiner Tasche und zieht kurz danach ein Stück Trockenfleisch aus seinen Rationen hervor, von dem er kleine Stücke abbricht und sie dem Hund hinhält, sehr darauf bedacht, dass das winzige Wesen sich nicht überfrisst. Natürlich dauert es nicht lange, bis die anderen Welpen mitbekommen, was hier geschieht, und so verteilt er weiter kleine Bissen, bis das Stück Fleisch aufgebraucht ist.
 1. "Wer ist ein guter Hund?"
« Letzte Änderung: 02.02.2020, 13:35:14 von Abdo al'Mbabi »

Lîf

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Der Weihort
« Antwort #739 am: 02.02.2020, 11:55:58 »
Zunächst befremdet es Lîf, wie sie alle zu ihrem Schutz voraneilen oder sie abzuschirmen versuchen. Doch die unwirsche Reaktion, die sich auf den Zügen der reizbaren jungen Frau abzuzeichnen beginnt, wird alsbald von einer besorgten Miene verdrängt, als das klägliche Wimmern erneut erklingt. Sie folgt Aeryn und späht gespannt in die Halbschatten. Kaum hat sie die Welpen erkannt, da nickt sie kaum merklich, da sich ihre vage Ahnung bestätigt hat. Ohne noch lange zu fackeln, kniet sie sich - ein wenig mühsam und mit einem leisen Schnaufen - vor die armen Tiere und greift sich auch schon das erste, um es routiniert zu untersuchen. Ist das Tierchen krank, leidet es unter Parasiten, oder hat es einfach nur Hunger?[1]

Doch bei allem Elan, mit dem sie vorgeht: Wer geglaubt hat, sie würde mit einem entzückten Gesichtsausdruck anfangen, die Kleinen zu streicheln und zu herzen, sieht sich getäuscht. Vielmehr wirkt sie geübt und zielgerichtet in ihren Bewegungen, ganz darauf konzentriert, das Leid der Tierchen zu lindern, während sie mit leiser Stimme in einem beruhigenden Singsang zu ihnen spricht. Dabei unterbricht sie sich allerdings immer wieder kurzatmig, was der Wirkung einigen Abbruch tut[2]. Sollte sie feststellen, dass hier lediglich ein wenig Futter und Wasser fehlen, tut sie das ihre dazu, das nötige aus ihren Vorräten beizusteuern. Beim Anblick Abdos allerdings werden ihre energischen Züge weicher und weicher, bis sie endlich lächelt und dem Ya'Keheter freundlich zunickt. So Aeryn sich zu ihnen gesellt, übergibt ihr Lîf die Tiere, die sie untersucht hat, und sagt ihr jeweils, worauf zu achten ist: "Den Kleinen hier fass vorsichtig an, er ist nervös" oder "Keine Sorge, sie will dich nicht beißen, sie hat nur Hunger" etwa.
 1. Probe Mit Tieren umgehen: 21
 2. Probe auf Tierempathie: 7

Rogar, Apothekarius

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Der Weihort
« Antwort #740 am: 04.02.2020, 07:10:19 »
"Dem soll besondere Heilkraft innewohnen. Es ist selten und sehr wertvoll. Gut, das ihr eine Portion habt, damit seid ihr für den äußersten Notfall gerüstet. Wir können euch oder ihr könnt einen von uns, sollten jemand im Kampf von seinen Wunden überwältigt werden, wieder stabilisieren.", mischt sich der Apothekarius dann doch ein, als zumindest einer Partei des Gesprächs um das heilige Wasser nicht klar zu sein scheint, was es ist.

Als das Winseln identifiziert wird, ist er angerührt. So viel frisches, aktives Leben - auch wenn es ihm nicht gut geht - ist ihm eine Freude. Auch er fragt sich, wo das Muttertier ist, und bleibt an seiner Position hinter der Gruppe, knapp neben dem Übergang zwischen diesem und dem Hauptraum stehen. Dabei wechselt sein wachsamer Bick zwischen den noch nicht geöffneten Türen des Hauptraumes, der Tür aus diesem Raum und der Kellertreppe hin und her. Kurz überlegt er, ob er auf die Armbrust wechseln soll, verwirft den Gedanken aber wieder.

Aeryn

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Der Weihort
« Antwort #741 am: 06.02.2020, 11:48:18 »
"Sie scheinen etwas Schwierigkeiten mit dem Essen zu haben," bemerkt Aeryn und fragt sich, woran das wohl liegen könnte[1].

Ansonsten gesellt sich die Elbin zu Lîf und unterstützt die Heilerin so gut es geht. Vorsichtig nimmt sie die untersuchten Welpen entgegen und setzt sie nach und nach auf dem Boden ab, wobei sie sie aber genau im Blick behält, damit die Kleinen nicht einfach abhauen.
 1. Wissen (Natur) 16

Gaja

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Der Weihort
« Antwort #742 am: 09.02.2020, 17:14:06 »
Zu Rogars Erklärungen nickt Kjartan eifrig, auch wenn die Worte "selten und sehr wertvoll" ihm ein abschätziges "Pfft" entlocken. Ob dieses "Quellwasser"[1] nun aber den alchemistischen Tränken seiner Heimat ähnelt, kann Abdo auch nach der Erklärung, sie stabilisierten einen Kämpfer, der sonst von seinen Wunden bereits überwältigt würde, nicht so recht sagen. Alchemistentränke lassen einen Kämpfer etwa seinen Schmerz vergessen oder versetzen ihn in einen Kampfrausch, oder sie vertreiben für eine kurze Weile jegliche Erschöpfung, machen ihn schneller oder stärker oder schärfen seine Sinne, lassen ihn Hitze oder Kälte ertragen oder alle Furcht vergessen. Heilende Tränke gibt es wohl auch, aber diese sind fürs Krankenlager geeignet, nicht für den Kampf, ihre Wirkung offenbart sich in Tagen, nicht in Augenblicken. Quellwasser. Der Name hilft ja nun gar nicht weiter.

Vielleicht schaut Abdo noch immer verwirrt oder skeptisch, jedenfalls sieht Kjartan weitere Überzeugungsarbeit vonnöten. "Oh ja, wenn du verletzt bist und trinkst das Wasser, dann heilst du sofort. Ich habe leider nur noch die beiden Fläschchen hier—eins für dich und eins für mich—obwohl ich vier eingesteckt habe, als der Bruder Wulfhart mal nicht aufpasste, aber zwei habe ich schon selbst getrunken, die hatten mich aber auch zugerichtet, bloß weil sie mich mit Ninae erwischten."

Er hält inne und schaut auf einmal erschrocken. "Aber für einen Dieb dürft ihr mich nicht halten! Nämlich die eigentlichen Diebe sind die Mönche, die so tun, als gehörte das Wasser ihnen. Da solltet ihr Ninae einmal wettern hören! Für alle sei das Wasser da, die von der Quelle für würdig befunden werden, schimpft sie, aber die Mönche spielen sich auf, als dürften sie das entscheiden! Der Prophet selbst war ein würdiger Mann, auf ihn lässt Ninae nichts kommen, sie hat ihn ja noch kennengelernt. Javrud hieß er damals einfach bloß und als Prophet wurde er auch noch nicht verehrt. Aber die Quelle habe ihn von der ersten Begegnung an für würdig befunden, so würdig, dass sie mit ihm zeit seines Lebens das Lager teilte. Das macht ihn in Ninaes Augen quasi zu einem Familienmitglied. Aber glaubt Ihr, dies fände in der Überlieferung seiner Lebensgeschichte eine einzige Erwähnung? Pfft. Davon wollen die Mönche nichts wissen. Keusch und enthaltsam habe er angeblich gelebt und darin wollen sie es ihm gleichtun, um besser gewappnet zu sein gegen die Einflüsterungen der Dämonen!"

Kjartan hält stirnrunzelnd inne. Seine Erzählung scheint vom Weg abgekommen zu sein. Eine kurze Überlegung bringt ihn zurück zu dem, was er hat sagen wollen. Sein Gesicht hellt sich auf.

"Genau! Nicht als als Prophet wurde er nämlich damals verehrt, sondern weil er als einziger etwas über die Dämonen wusste und wie man sie bekämpfen kann, und er brachte alle zusammen, die dabei helfen wollten: Menschen, Elben, Zwerge, und so weiter. Er forderte sie auf, ihre alten Streitigkeiten zu vergessen und sich zusammenzutun, denn sonst wäre es für sie alle das Ende. Sogar Ninae und ihre beiden Schwestern vertragen sich seither mit ihren Nachtgeschwistern. Einen Pakt hat man damals geschlossen, dort bei der Quelle—Elb, Mensch, Zwerg, Riese[2], Kolkar und Fee—dass man zusammen die Dämonen bekämpfen wolle. Und dass jeder von ihnen, der im Kampf gegen die Horde verletzt würde, an der Quelle Hilfe fände. Jeder, versteht ihr? Und über Jahrzehnte lief alles gut, aber kaum war Javrud tot, nahmen seine Anhänger die Quelle in Beschlag und bauten eine Feste drumherum und bestimmten, dass fortan nur wer an ihren Einen Gott glaubt auch von dem Wasser trinken darf. Eine Frechheit, sagt Ninae, und sie würde sich bestimmt sehr freuen, wenn sie wüsste, dass ich einem ihrer Befreier etwas von dem Wasser gegeben habe."

Kjartan schließt seine Rede mit einem befriedigten Nicken.

~~~

Die Ankunft so vieler Zweibeiner verursacht bei den Welpen große Aufregung. Einzelne Schreckmomente kommen wohl vor, bei denen ein Tier vor Angst quietscht oder zurückweicht, doch überwiegt das kindliche Urvertrauen und die Not. Ob die zupackende Lîf, der verzückte Abdo oder die eher zurückhaltende Aeryn, die Welpen bedrängen alle mit nämlichem Eifer: überall wird beschnuppert, erkundet und beleckt, gestubst und mit großen Augen angebettelt. Auf Lîfs Versuch, sie zu beruhigen, reagieren sie ebensowenig wie auf Abdos Zuspruch (obwohl seine Fleischbrocken sie doch anlocken, allerdings fallen ihnen die Happen immer wieder aus dem Maul, was ihr Interesse daran aber kaum mildert). Auch Aeryns Sorge, die Kleinen könnten abhauen, ist unbegründet. Schon ein Schritt Entfernung zu den Geschwistern lässt jeden kleinen Ausreißer winselnd zur Gruppe zurückjagen.

Lîf kommt zu dem Schluss, nachdem sie ein paar von ihnen in der Hand hatte (manche vielleicht auch zweimal), dass die Tiere wohl hungrig und durstig sind, aber noch nicht ausgehungert. Sie sind wohl erst seit kurzem auf sich allein gestellt. Seit gestern vielleicht oder allenfalls den Tag davor. Wo wohl ihre Mutter ist? Die Kleinen scheinen dem Säugealter noch nicht ganz entwachsen zu sein, auch wenn sie bereits kleine Zähnchen bekommen. Vorkauen müsste man das Fleisch, so wie das Muttertier es täte. Oder vielleicht nähmen sie auch Milch von einem anderen Tier an?

Letzeres erkennt auch Aeryn. Dass die Tiere von der Mutter wohl noch gesäugt werden und allenfalls erste, vorgekaute Fleischmahlzeiten bewältigen können.

Rogar hat weniger Zeit für die Welpen. Er behält die Kellertreppe im Auge.
 1. Aeryn hatte im Zimmer des Abtes das Etikett laut vorgelesen.
 2. Edit Gaja: hatte ich vergessen...
« Letzte Änderung: 15.03.2020, 11:40:47 von Gaja »

Lîf

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Der Weihort
« Antwort #743 am: 11.02.2020, 18:45:18 »
Lîf überlässt die Männer ihrem Gespräch und kümmert sich um die Welpen. Man merkt dem Rotschopf regelrecht an, dass es ihr gut tut, sich bei etwas betätigen zu können, das ihren Fähigkeiten entspricht und ein sichtbares Ergebnis zeitigt: Ganz allmählich wird ihre konzentrierte Miene etwas weicher, als sie erleichtert sieht, dass es den Tieren den Verhältnissen entsprechend gut geht. Ein gewisser Mangel an Nahrung lässt sich ausgleichen – viel wichtiger, dass immerhin diese unschuldigen Wesen von keinem düsteren Fluch, keiner Seuche oder anderem Ungemach betroffen sind. Es scheint der jungen Frau, als sende ihnen die Große Mutter persönlich ein Zeichen, dass nicht alles hoffnungslos und verloren ist: Hier gibt es junges, gesundes Leben! Es dauert auch nicht sehr lange, bis ihr einige der unternehmenderen Welpen auf dem Schoß sitzen oder auf ihr herumzuklettern versuchen, zumal sie offenkundig weiß, wie man junge Hunde anzufassen hat.

"So können sie es noch nicht fressen, dafür sind sie noch zu klein" erklärt sie Abdo, indem sie auf die Fleischbrocken weist. "Am besten wäre, wir finden Milch" sinniert sie kurz, nimmt dann eines der Fleischstücke und kaut eine Weile darauf herum, auch wenn es in diesem Zustand wahrhaftig nicht schmeckt. Doch sie beweist einmal mehr, dass sie ein echtes Landkind ist und sich in solchen Fällen nicht ziert wie eine edle Dame. Das angekaute Stück nimmt sie dann und bietet es den Welpen an, während sie mit einem leisen Seufzen meint: "Aber so mag es zur Not auch gehen. Ihre Mutter ist ja nicht mehr da, sonst täte sie es für die Kleinen." Vorgekaute Fleischstückchen verteilend und die Streicheleinheiten verteilend, welche die Tiere willig annehmen, sieht sie sich um und nagt an ihrer Unterlippe. "Ich frage mich nur, was danach mit ihnen geschehen soll. Wenn wir sie hier lassen, zögern wir ihr Ende nur heraus. Ohne jemanden, der sich um sich kümmert, können sie nicht überleben." Ist es ein Zufall, dass bei diesen lauten Überlegungen ihr Blick mehrmals über Tristan gleitet und danach schließlich an ihm hängen bleibt..?

Aeryn

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Der Weihort
« Antwort #744 am: 13.02.2020, 14:10:50 »
Da Lîf die Situation voll im Griff hat, richtet Aeryn sich auf, nachdem sie soweit geholfen hat, wie sie konnte.

"Die Welpen sind noch jung und offensichtlich noch nicht allzu lange hier alleingelassen. Fahren wir am besten mit der Durchsuchung fort, dann finden sich schon Antworten," schlägt Aeryn vor. "Beispielsweise, warum die Mutter nicht hier ist. Wir können sie ja nicht einfach mitnehmen, ohne zu wissen, wie die Lage hier ist."

"Und vielleicht finden wir ja hier auch etwas Milch..."

Tristan

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Der Weihort
« Antwort #745 am: 16.02.2020, 17:56:13 »
Tristan hat sich von den Welpen nur kurz ablenken lassen, bevor er sich wieder auf die nahe Tür, die Treppe und die Eingangshalle konzentrierte. Regelmäßig schweift dabei sein Blick über die Schulter zu seinem Weib, sodass er ihre bittenden Blicke (und Worte) wohl mitbekommt. Alarmiert weicht er einen Schritt zurück.

"Aber Lîf!" Er klingt verzweifelt. "Das sind doch...", er zählt mit lautlos sich bewegenden Lippen, "neun Stück. Neun! Einen kann man sich vorstellen, zwei vielleicht, wenn Du einen so anschaust... aber neun!"

Aeryns Worte beruhigen ihn dann aber ein wenig. "Genau", pflichtet er der Elbin bei. "Wir wissen ja noch gar nicht, ob sie tatsächlich verwaist sind. Und selbst wenn, dann würde Uther sich ja wohl kümmern oder sein Weib. Lasst uns also erst einmal nach denen schauen."

Freydis

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Der Weihort
« Antwort #746 am: 16.02.2020, 18:10:04 »
Freydis nickt zustimmend. Falls das Schicksal der Welpen sie rührt lässt sie es sich nicht anmerken. Sie zieht ihren Streitkolben schließt kurz die Augen und bring den Kopf der Waffe zum leuchten.[1] um endlich für mehr Licht zu sorgen.
"Du hast recht." meint sie dann zu Tristan. "Hier stimmt ganz eindeutig gewaltig was nicht und es ist wohl höchste Zeit rauszufinden was!""und wenn wir es aus diesem verdammten unhöflichen und verlogenen Miststück von Magd herausprügeln müssen!" ergänzt sie in Gedanken bemüht ihre steigende Wut auf Gitte unter Kontrolle zu halten. "also, erst den Rest des Hauses oder gleich den Keller?" fragt sie in die Runde.
 1. Cantrip: Light
« Letzte Änderung: 16.02.2020, 18:12:37 von Freydis »
"The storm is up, and all is on the hazard."

William Shakespeare, Julius Cæsar (1599), Act V, scene 1, line 67.

Rogar, Apothekarius

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Der Weihort
« Antwort #747 am: 17.02.2020, 05:36:47 »
Kjartans abfällige Reaktion auf seine Einschätzung des Wertes des Quellwassers lässt Rogar die Stirn runzeln, erst recht, als er nach aktuellem Recht quasi einen Diebstahl zugibt. Der Rest der Geschichte lässt in dafür aufhorchen und er zerbricht sich den Kopf, ob er Ninaes Version der Geschichte irgendwie bestätigen kann.[1] Abgesehen davon bleibt er still und überlässt es Abdo, ob und wie er mit dem Geschenk umgehen möchte.

Bei der Versorgung der Welpen beteiligt er sich nicht, stattdessen bleibt er aufmerksam, was die Zugangswege zur Gruppe angeht. Aeryns und Tristans Argumenten, sie erst einmal nach der Versorgung zurückzulassen, bis sie wissen, voran sie sind, stimmt er innerlich zu. Er hätte noch ergänzt, dass man sie, sollte das Befürchtete im Keller zu finden sein, nur zusätzlicher Gefahr aussetzt und sie einen am effektiven Kämpfen hindern. Mit Murren denkt er daran, dass er nur begrenzt geheilt ist. Auf Freydis Frage antwortet er: "Ich empfehle ein kurzer Blick durch den Rest des Hauses, bevor wir den unterirdischen Teil inspizieren. Da haben wir eine höhere Chance auf normale Wesen, denen wir dann nicht für den Einbruch im Keller Rede und Antwort stehen müssen."
 1. Wissen (Geschichte): 19

Abdo al'Mbabi

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Der Weihort
« Antwort #748 am: 18.02.2020, 00:06:05 »
Es dauert nicht lange, bis auch Abdo bemerkt, dass seine angebotene Mahlzeit für die Welpen nicht das richtige ist, und so nickt er Aeryn zustimmend zu: "Ja, lasst uns das restliche Haus durchsuchen. Zuerst hier oben, dann den Keller."
Den angebotenen Trank nimmt er nach etwas Zögern dankend an, obwohl ihm nicht wohl dabei ist, mögliches Diebesgut an sich zu nehmen. Die Geschichte, die Kjartan auftischt, erscheint ihm reichlich wirr, doch letztlich obsiegt die Erinnerung an ihren Kampf im Kloster und Rogars Worte zur Wirkung des Trankes, um ihn zu überzeugen, das Geschenk doch anzunehmen.

Nachdem er sich von den Welpen gelöst hat, sieht er sich nach der nächstgelegenen Türe um und steuert darauf zu. Irgendwer muss ja hier im Haus sein, so vermutet er, und wenn nicht, so kann es zumindest nicht lange her gewesen sein und es müsste noch Spuren oder andere Anzeichen geben. Auch die Mutter der Welpen sollte eigentlich noch hier sein, auch wenn Abdo sich große Sorgen macht, was sie hinter den restlichen Türen und im Keller wohl finden werden. Und schließlich hält er immer noch ein Auge dafür offen, ob irgendwo Milch oder andere für die Welpen geeignete Nahrung zu finden ist.

Lîf

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Der Weihort
« Antwort #749 am: 22.02.2020, 13:33:46 »
Da sie die einzige ist, die bei den Welpen zurückbleibt, sieht sich Lîf einer regelrechten Belagerung ausgesetzt. Sie lässt sich davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Während Welpen an ihren Händen lecken, auf ihrem Schoss herumklettern und der eine oder andere auch versucht, ob die eigenen Zähne wohl stärker sein mögen als ihre Kleidung, erwidert sie Tristans Protest erst einmal nur mit einem langen, stummen Blick. Dann sagt sie ruhig, aber sehr bestimmt: "Wenn sich ihre Mutter nicht noch findet, bleibt uns nur, sie mitzunehmen oder sie zu töten. Einfach so zurücklassen kann ich sie nicht." Wie die Große Mutter selbst, die Leben spendet, es aber auch nimmt, scheint es für Lîf nur die Wahl zu geben, entweder alles für das Überleben der Tiere zu tun oder aber ihr Leiden so kurz wie möglich zu halten. Für den Moment gießt sie Wasser aus ihrem Vorrat in eine flache Schale und sieht den Welpen beim Trinken zu, während sie einen besonders zutraulichen kleinen Kerl streichelt, der sich gegegn ihren Bauch lehnt und hingebungsvoll an ihrem Daumen nagt.

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