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Autor Thema: Der Weihort  (Gelesen 69608 mal)

Beschreibung: Episode 1

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Lîf

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Der Weihort
« Antwort #780 am: 21.05.2020, 11:46:30 »
Während Tristans Rede klappt Lîf einige Male den Mund auf und zu – ein oder zwei Male wohl auch, um scharf, zu protestieren, doch sie scheint sich eines anderen zu besinnen, weil die Vorwürfe ihres Mannes, wenn auch milde formuliert, sie doch treffen. Nachdenklich senkt sie den Blick und nagt an ihrer Unterlippe, ehe sie wieder aufschaut und langsam nickt. "Du hast recht," gibt sie nach einigem Zögern zu, "ich bin vielleicht noch... noch nicht vollständig vorbereitet darauf, eine rechte drudkvinde zu sein." Das Geständnis fällt ihr offenkundig schwer, wie ihre zeitweilig ziellos umherschweifenden Augen deutlich zeigen. Doch sie fasst Tristans Hand und erwidert ihm dann ebenso leise: "Hjaelp mig, og jeg skal prøve det.[1]" Sodann nickt sie ihm noch einmal zu, mit einem angedeuteten Lächeln, und ihre Stimme gewinnt an Sicherheit. "Ich sehe jetzt nach, ob sie auf Schwierigkeiten gestoßen sind. Passt du auf, dass uns niemand in den Rücken fällt?" Dabei berührt sie mit einer Hand eines der Schmuckstücke, die vor ihrer Brust baumeln, führt sie geschlossen zum Mund, haucht hinein und streicht schließlich damit über ihren Stab, der daraufhin sanft zu leuchten beginnt.[2] Den leuchtenden Stab in der Hand, dreht sie sich um und streckt die flammenlose Fackel vor sich, um in die Tiefe zu spähen. Jetzt erst nimmt sie wahr, dass hinter ihr Freydis schon wieder zurück gestiegen kam, und Lîf bleibt offenkundig die Pflicht erspart, sich um etwaige Verletzte zu kümmern – wie der Rotschopf nicht ohne Erleichterung feststellt.

Bei der weiteren Durchsuchung hält sie sich zwar nicht an der Spitze, sorgt aber dafür, jeweils unter den ersten zu sein, die einen Blick in einen neuen Raum werfen können. Im herrschaftlichen Zimmer angelangt zieht sie die Luft vorsichtig durch die Nase ein und blickt sich scharf um. Natürlich bleiben ihre Augen an der großen Bettstatt hängen, und sie ruft halblaut: "Herr Fürst..?" Zu ihren Begleitern meint sie sehr viel leiser: "Lasst uns nicht alle gleich nahe herangehen – wenn dort ein Kranker liegt, ist das wohl ein Fall für Heilkundige." Dabei wirft sie Rogar einen auffordernden Blick zu und tritt selbst einen Schritt nach vorn, ihren Stab weit vor sich gestreckt, um nötigenfalls doch überhängende Bettvorhänge oder andere Sichthindernisse beiseite schieben zu können, ohne sich dem Bett sofort allzu sehr nähern zu müssen.
 1. Värangsk: Steh mir bei, und ich will es versuchen.
 2. Licht

Rogar, Apothekarius

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Der Weihort
« Antwort #781 am: 22.05.2020, 18:35:37 »
"Wenn die hakadischen Ruinen noch zugänglich sind, könnte das hier größer sein, als ihr euch...", brummt der Dain gutmütig in Richtung der Elbe, als er endlich einen Blick auf das Keller"gewölbe" werfen konnte. "...vergesst es, eure Vermutung stimmt, hier ist nicht viel." Doch gerade deswegen sieht er sich gründlich um. Mit Kopfschütteln registriert er die diletantische Abstützung des Tunnels, vom Wasser füllt er sich ein wenig ab zur späteren Untersuchung und den Einsturz studiert er etwas genauer. Auf dem Weg nach oben teilt er mit: "Falls sich jemand fragt, der Einsturz ist nicht erst vor kurzem geschehen, die aktuellen Bewohner werden dahinter eher nichts versteckt haben." Ansonsten überlässt er es anderen, Lif und Tristan ins Bild zu setzen, was unten vorgefunden wurde, es sei denn, sie fragen ihn direkt.

Vorsichtig inspizieren sie den Rest des Hauses, die vielen, nciht gut ins Schuss gehaltenen Besitztümer lassen den Dain seufzen. Weitere Kommentare erspart er sich. Am Herrschaftszimmer angekommen verständigt er sich nonverbal mit Abdo und trabt anschließend misstrauisch in den Raum. Den Geruch und die mangelnde Hygiene reizen seine Nase, er unterdrückt einen Nieser. Lifs Einteilung und Aufforderung beantwortet er mit einem leichten Grinsen. Er stapft vollgerüstet mit Schild und Axt an das Bett heran, lässt die Axt aber zunächst fast am Boden schleifen, um den bedrohlichen Eindruck zu entschärfen. Er achtet darauf, Lif abzuschirmen. Sollte sich nichts rühren, nutzt er seinen Axtstiel, um etwaiges vom Laken verdecktes vorsichtig freizulegen. Andernfalls entschuldigt er sein Eindringen förmlich.

Aeryn

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Der Weihort
« Antwort #782 am: 22.05.2020, 22:11:34 »
Nicht zuletzt aufgrund des doch sehr unangenehmen Geruchs für ihre feine Elbennase, die angebliche Heilerkammer und der Keller waren ja schon schlimm genug gewesen, zieht sich Aeryn ersteinmal aus dem Eingangsbereich zurück. Wenn es um Heilkunde geht, ist sie ohnehin nicht die erste Wahl in dieser Gruppe, und auch nicht die zweite. Zum Glück gibt es mit Lîf und Rogar gleich zwei in der Heilkunst Bewanderte, die dafür weitaus besser geeignet sind. Hoffentlich lauert hier keine Gefahr. Die Elbin will es zwar nicht ansprechen, denn sie hat schon das eine oder andere Mal miterlebt, wie die Heilerin darauf reagiert, aber so ganz behagt es ihr nicht, dass die schwangere Frau vorgeht. Immerhin ist der stämmige Dain direkt an ihrer Seite. Auf ihn konnte man sich verlassen. Das beruhigt die Waldläuferin dann doch ein wenig.

Von daher widmet sie ihre Aufmerksamkeit auch eher der restlichen Umgebung, irgendwo gab es hier ja noch eine ganze Reihe von Mägden, Kindern und sonstigen Menschen, die jederzeit auftauschen konnten.

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