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Autor Thema: Die Waisen von Niewinter  (Gelesen 34132 mal)

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Yzwaz

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #765 am: 02.06.2019, 12:12:38 »
Yzwaz war, dank seiner geringen Größe, irgendwo und irgendwie unbemerkt mit in den Raum geschlüpft. Nun schlurfte er mit gebeugtem Rücken umher und besah sich Regale, Truhen und sonstige Einrichtungsgegenstände, wobei er gelegentlich leise ächzte und schnaufte, als habe er Kreuzschmerzen. Besonders aufmerksamen Beobachtern würde allerdings nicht entgehen, dass der Stock, auf den sich der Grauhäutige scheinbar bei jedem Schritt schwer stützte, in Wirklichkeit gar nicht den Boden berührte - es fehlte nämlich das laute Pochen von Holz auf dem Boden. Sollte er sich von einem seiner Begleiter entsprechend gemustert sehen, würde Yzwaz das Gesicht zu einem von tausend Falten unkenntlich gemachten Grinsen verziehen. Schließlich aber räusperte er sich gedämpft in seiner typischen Art und flüsterte: "Hrm. Genug wir sind, um die Tür und einiges hiervon zugleich zu untersuchen. Anfangen uns lasst. Hrm?"

Vorbis

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #766 am: 04.06.2019, 00:19:01 »
Vorbis sah schnell, dass die anderen sich auf die vielversprechenden Versteckmöglichkeiten stürzten, um diese zu durchsuchen. Sein eigener Blick jedoch blieb an den Regalen mit den Schriftrollen und Folianten hängen: Schon als Kind war er ein unverbesserlicher Bücherwurm gewesen und hatte Wissen aller Art aufgesogen, wo immer er es finden konnte. Als niemand ihn direkt aufforderte, etwas anderes zu tun, ging er zum ersten Regal und musterte die Buchdeckel, pickte sich wahllos die eine oder andere Schriftrolle heraus, um zu sehen, um was es sich handelte, und blieb, falls er etwas Interessantes finden würde, etwas länger an einem Dokument hängen.[1]
 1. Investigation 4

Idunivor

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #767 am: 05.06.2019, 11:16:18 »
Die Waisen machten sich also daran, das Büro des Protektors zu durchsuchen. Scarletts Untersuchung der Tür förderte dabei wenig interessantes zu Tage, außer dass sie der Tür, durch die sie in das Büro gekommen waren, der Machart nach sehr ähnlich war. Ob es auf der anderen Seite einen ähnlichen Sicherungsmechanismus gab, wie bei der anderen ließ sich von hier allerdings nicht feststellen. Sicher war zumindest, dass auf dieser Seite der Tür keine magischen Runen angebracht waren. Da sie den Schlüssel nicht hatten, würden sie auch hier ihre Dietriche bemühen müssen, um zu sehen, was sich auf der anderen Seite befand.
Indessen suchten Maldrek und Melandor die Wände ab, doch hier schien es keinerlei Geheimfächer oder verborgene Verstecke zu geben. Die Wände waren massiv und nirgends fanden die zwei irgendwelche Hohlräume, egal wie gründlich sie alles abklopften.
Yzwaz indessen fand in den Schränken einiges von Interesse. Etwa die Hälfte war verschlossen, sodass er hier nicht weiter kam ohne Gewaltanwendung, aber in den übrigen befanden sich neben einigem ziemlich teurem Besteck, mehreren ebenso wertvollen Getränken und einer Sammlung goldener Becher und Karaffen - der Kelch den sie suchten, war aber dem Augenschein nach nicht darunter - auch mehrere Beutel mit Münzen.[1] Das Schwert sah ähnlich wertvoll aus, allerdings fiel es dem Gnom schwer es genauer in Augenschein zu nehmen, denn er reichte mit seine Nasenspitze so gerade bis an die Kante des Kamins.
Vorbis kam indessen bei seiner Untersuchung nicht wirklich schnell vorwärts, denn schon nach wenigen Augenblicken verlor er sich in einem der Dokumente, einem Bericht eines Tyr-Klerikers, der über den Wiederaufbau der Halle der Gerechtigkeit sprach und dabei allerlei Anekdoten über frühere Ereignisse, die Gräber des großen Hauleth Nie und viel anderes interessantes einflocht, sodass der Priester schnell vergaß, wieso er eigentlich diese Dokumente anschaute.
 1. Wenn du davon etwas einstecken möchtest, müsstest du es sagen
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Vorbis

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #768 am: 06.06.2019, 14:43:05 »
Vorbis hatte schnell alles um sich herum vergessen, während er den Bericht über die Hallen, in denen er früher selbst gelebt hatte, und deren Geschichte las. Er hätte wohl noch Stunden weiterlesen können und wäre wahrscheinlich an jedem anderen Schriftstück genauso hängengeblieben, hätte er nicht aus dem Augenwinkel plötzlich einen Lichtschein gesehen. Mit einem Schrecken ließ er die Schriftrolle fallen, die er gerade in Händen gehalten hatte: Waren sie wirklich schon so lange hier, dass die Sonne wieder aufging? Doch dann blickte er sich um und sah, dass die anderen ebenfalls noch am Suchen waren - so viel Zeit konnte nicht vergangen sein.

Doch er stand auf und ging zu dem Fenster, durch das er eben etwas gesehen hatte. War es nur ein kurzes Aufblitzen gewesen, oder konnte er etwas Ungewöhnliches erkennen?
"Habt ihr das auch gerade gesehen?"

Idunivor

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #769 am: 06.06.2019, 18:10:18 »
Vrobis trat an das Fenster, allerdings war der Anblick, der sich ihm bot alles andere als beruhigend. Man konnte es nicht perfekt sehen, weil die Ruinen des Schlosses Nie im Weg waren, aber das dunkle Meer beim Nordhafen reichte als glänzende Spiegelfläche aus. Es bestand kein Zweifel, am Nordufer der Stadt wütete ein gewaltiges Feuer. Es mochte gar sein, dass weite Teile der Bauten am Hafen in Flammen standen, denn der Priester sah trotz des schlechten Blickwinkels einige Flammenzungen in den Nachthimmel hinaufschlagen. So einen Brand hatte es in Niewienter nicht gegeben seit der Hitzenun lange vor Vorbis' und seiner Geschwister Geburt ausgebrochen war und seine glühenden Geschosse auf die Stadt geschleudert hatte.
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Melandro

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #770 am: 07.06.2019, 11:15:50 »
Nachdem er mit Maldrek, der natürlich nichts fand, alles durchsucht hatte, ließ Melandro noch schnell den ein oder anderen wertvollen Gegenstand den Yzwaz aufgetan hatte, in seiner Tasche verschwinden. Wenn man schon in einer der nobelsten Adressen der Stadt einstieg, dann sollte sich das auch lohnen!

Zufrieden darüber, dass die Wachen der schlau gelegten, falschen Fährte folgten, blickte der Pirat verwundert zu seiner Schwester, die sich bis jetzt nicht des Schlosses angenommen hatte. Ein fragendes Gesicht machend, kniete sich der Halbelf dann vor das nächste Schloß und nahm an, dass Scarlett einfach eingeschüchtert durch seinen Erfolg bei der vorherigen Türe war und sich es nun nicht zutraute die nächste Tür selbst zu öffnen.

Sich von seiner hübschen Schwester assistieren lassend versuchte der Schurke sein Können erneut.[1]
 1. Die Glücksserie geht weiter: ob mit oder ohne Advantage DC: 24 beim Schlösser öffnen.

Maldrek

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #771 am: 07.06.2019, 12:20:39 »
Maldrek ging zu Vorbis ans Fenster, nachdem ihre Suche erfolglos geblieben war. Er war entsetzt als er das Ausmaß des Feuer erahnen konnte. "Mein Gott, was kann das ausgelöst haben?" Gleichzeitig übte das feuer eine gewisse Faszination auf ihn aus. Er hatte schon immer Feuer geliebt. Die tanzenden Flammen und das Licht und die Schatten, die sie warfen, er wusste nicht, ob es seinem Volk im Blut lag, er hatte auch viele Menschen getroffen, die wie gebannt in die nächtlichen Lagerfeuer gestarrt hatten. Und ihn beeindruckte immer die Macht der Flammen, schon ein mittleres Feuer konnte gefährlich werden, wenn man nicht aufpasste. Aber dieses Feuer dort. Ein Schauder lief ihm über den Rücken. Er konnte seinen Blick nicht abwenden, auch wenn er mit Grauen an die Bewohner und Feuerbekämpfer dachten, die dort vermutlich gerade um ihr Leben kämpften oder es riskierten, um das Feuer zu löschen.

"Wir müssen uns beeilen, wir müssen uns das ansehen, später."Gleichzeitig war es auch eine Chance für sie. Das feuer würde die Wachen, wahrscheinlich sogar alle im Haus des Protektors ablenken, das konnte ihnen vielleicht helfen, den Kelch zu finden. Er starrte immernoch in die Flammen, während Melandro an der Tür werkelte.
« Letzte Änderung: 07.06.2019, 12:20:57 von Maldrek »

Scarlett

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #772 am: 07.06.2019, 12:25:14 »
Scarlett hatte mit dem Öffnen der Türe gewartet, da sie nicht nocheinmal unvorbereitet einen Alarm auslösen sollten. Zwar rechnete sie nicht wirklich damit, zumal auch die magischen Runen fehlten, aber man konnte nie wissen. Als die anderen mit der Durchsuchung des Raumes - die erwartungsgemäß nicht viel hilfreiches zu Tage gefördert hatte - endlich fertig waren, konnten sie sich nun also dem Schloss widmen.

Durch Vorbis Frage aufgeschreckt, warf Scarlett im Anschluss auch einen Blick aus dem Fenster. Ihre Hände ballten sich zu Fäusten, als sie die brennenden Häuser sah.

"Es hat begonnen. Die Zeit läuft uns davon. Wir müssen den Kelch finden!"

Idunivor

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #773 am: 07.06.2019, 15:49:28 »
Während Scarlett zum Fenster ging, nutzte Melandro die Zeit, um die Tür zu untersuchen und sich dem Schloss zu widmen, das diese versperrte. Es kostete ihn wieder einiges an Mühe, da dies ebenso gut gefertigt war, wie das, das er zuvor geöffnet hatte. Aber es gelang ihm, allerdings befand sich auf der anderen Seite nicht, wie von Scarlett erhofft eine Schatzkammer oder etwas ähnliches, sondern stattdessen blickte der Halbdrow in einen luxuriös eingerichteten Empfangssalon. Er ähnelte in seiner Ausstattung dem Büro, nur dass es hier offenbar mehr Sitzgelegenheiten gab, da es weniger darum ging zu arbeiten, sondern vielmehr Besprechungen abzuhalten. Ein großer Tisch mit einem Dutzend Stühlen dominierte das Zentrum, aber es gab dazu noch Sessel und Sofas, zudem Regale mit Kunstgegenständen, Gemälde und verzierte Vorhänge.
Durch die Fenster der Nordwand drang auch hier schwach der Schein des Feuers, das einige Hundert Meter entfernt wütete. Dies war offenbar auch von den Wächtern bemerkt worden, denn auch wenn der Alarm inzwischen verstummt war, so vernahm Melandro jetzt doch durch die geöffnete Tür des Salon Rufe, die durch das Haus hallten, auch wenn er nicht ausmachen konnte, wonach hier geschrien wurde.
« Letzte Änderung: 07.06.2019, 15:49:47 von Idunivor »
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Melandro

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #774 am: 07.06.2019, 20:28:00 »
Zufrieden sein Werk betrachtend, stahl sich ein selbstgefälliges Grinsen auf Melandros Züge als er sich langsam erhob um die aufrichtige Bewunderung seiner Geschwister entgegen zu nehmen. Es war kein einfaches Schloss gewesen, doch er – Melandro; Orbus Waise - hatte sich der Aufgabe gestellt und sie zum Wohle aller gemeistert. Besonders von Scarlett, die dererlei Dinge kundig war, erwartete er Anerkennung für das Geleistete.

Doch anstatt ihm die gebührenden und ungeteilten Aufmerksamkeit und Bewunderung zuteil werden zu lassen, starrten lieber alle aus dem Fenster und ergötzten sich an einem kleinen, unbedeutenden Feuer, welches mit seinem Licht ihre Aufmerksamkeit fesselte, als wären sie Motten anstatt … nun was sie auch immer waren.

Theatralisch seufzend, verstaute der Dieb sein Handwerkszeug und machte sich daran das Zimmer in dem sie derzeit standen noch etwas genauer zu untersuchen. Besonders das Schwert über dem Kamin, die von Yzwaz entdeckten Säcke mit dem eindeutig zuordenbaren Klimpern und das teuer aussehende Besteck gefielen im gut und so ließ er die Dinge in seine Beutel verschwinden, während sich die anderen immer noch am Flammenschein ergötzten.

Auf diese Art wieder ein wenig getröstet, warf der Halbdrow einen Blick hinter die so eben geöffnete Türe und hustete dann leise um seinen Geschwistern zu signalisieren, dass sie ihre Schaulust nun bitte etwas zähmen sollten damit sie nun endgültig den Kelch finden konnten.
« Letzte Änderung: 07.06.2019, 20:28:35 von Melandro »

Yzwaz

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #775 am: 08.06.2019, 11:30:51 »
Yzwaz hob die Augenbrauen bei der recht eigenwilligen Demonstration Melandros zu seiner Auffassung von Eigentum. Da der Grauhäutige weltlichen Besitz aber ohnehin als eine überflüssige Sache ansah, wo er nicht zur Erhaltung von Körper und Geist diente, zuckte er nur die Schultern und brummelte in sich hinein. Er selbst ließ die Geldmünzen achtlos wieder dorthin fallen, wo er sie gefunden hatte. Auf die Frage des Klerikers antwortete er gar nicht erst. Der Gnom hatte bei seiner Suche, nicht so sehr abgelenkt vom Glanz der Edemetalle wie manches seiner Geschwister, den hellen Schein nämlich ebenfalls bereits bemerkt. Er war flink auf ein Möbelstück geturnt, um von diesem erhöhten Standort aus einen guten Blick durch das Fenster zu haben. Langsam nickte er einige Male und meinte dann in Scarletts Richtung: “Uns beeilen wir müssen. Hrm! Sonst sich bald selbst zerstört haben die Stadt wird.“ Womit er von seiner luftigen Position auf den Boden hopste und mit der Spitze seines Stocks auf Melandro wies. “Ihm folgen uns lasst, bevor nur mit glitzerndem Tand statt des Kelchs hier heraus wir kommen!“

Idunivor

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #776 am: 16.06.2019, 09:45:47 »
Die Waisen durchsuchten also auch diesen Raum und wurden leider genauso wenig fündig, wie zuvor in dem Büro. Entweder war der Kelch nicht hier oder er war zu gut versteckt. Und langsam aber sicher, wurde die Luft für sie im Anwesen dünner, denn es erwachte vollends zum Leben. Allzu bewusst wurde ihnen dies, als sie auf dem Flur ein Gespräch mithörten: "Mein Herr Protektor, eure Ritter sind im Erdgeschoss versammelt und erwarten eure Befehle." Es musst ein Diener sein, der mit Dagult Nieglimm selbst sprach. Keiner der Waisen hatte den Adligen aus Tiefwasser je getroffen, aber seine Stimme war trotz der Krise fest und entschlossen: "Gut, es gilt jetzt schnell zu handeln. Und findet mir endlich diesen Eindringling! Das sind zu viele Zufälle auf einmal, hier ist etwas am Werk und ich will wissen, was es ist."
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Scarlett

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #777 am: 21.06.2019, 12:35:28 »
"Okay, sehen wir uns noch um, solange es geht. Danach sollten wir wohl besser verschwinden und nochmal wiederkommen, wenn Vorbis den Aufbewahrungsort des Kelches erspüren kann," meinte Scarlett und wirkte auch gleich einen Illusionszauber, der sie wie eine Söldnerin aussehen ließ, die man hier so vielleicht antreffen konnte. Wenn sie jemand bei ihrem Streifzug sehen würde, könnte sie sich auf diesem Wege vielleicht eher herausreden. Außerdem würde man sich wenn nicht an ihr richtiges Aussehen erinnern oder sie gar erkennen.

"Ich lasse Bubo hier. Wenn er euch in Richtung der Türe führt, dann bin ich dort und möchte, dass ihr sie von innen öffnet. Wenn er heftig mit den Flügeln schlägt, solltet ihr schleunigst verschwinden!"

Dann schlich sie sich leise aus dem Raum heraus[1] und versuchte sich einen Überblick zu verschaffen[2], was für Räume es hier oben noch gab und wo sie vielleicht noch einen Blick hineinwerfen konnte.
 1. Stealth 18
 2. Perception 12, Investigation 4
« Letzte Änderung: 21.06.2019, 12:36:05 von Scarlett »

Idunivor

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #778 am: 21.06.2019, 15:19:10 »
Scarlett gelangte in einen breiten Flur, von dem gleich ein halbes Dutzend Türen abging. Bei einer konnte sie sich denken, dass diese in das Treppenhaus führen musste, über das sie selbst in den ersten Stock gelangt waren. Bei den anderen war es ihr allerdings ein Rätsel. Drei waren in zu ihrer linken nur mit wenigen Metern Abstand und die übrigen zwei befanden sich am anderen Ende des breiten Flurs, der von vier Ritterrüstungen "bewacht" wurde direkt nebeneinander. Sie waren allesamt verschlossen und es sah nicht so aus, als gäbe es hier schnell etwas zu finden. Das würde eine Weile dauern.
Stattdessen wurde Scarlett auch mehr von der Treppe an der rechten Seite angezogen, die hier nach unten in die Halle und nach oben in den zweiten Stock führte. Denn vom Treppenabsatz aus konnte sie die Stimme des Protektors vernehmen, der hastig aber bestimmt Befehle gab: "Also gut, Von Donnergrimm und Ralendar, Ihr führt je eine Patrouille zu diesem Brand. Findet raus, was da vor sich geht und helft so gut ihr könnt. Von Donnerbaum, Ihr sicher die Brücken. Ich will nicht, dass Leute alle hier in die Enklave fliehen, die sollen gefälligst dabei helfen den Brand zu löschen. Und informiert die Kleriker des Tyr, vielleicht hat der ein oder andere von ihnen einen Zauber bereit, der hier von Nutzen sein könnte. Und Ihr, Sir Herondalis, haltet die Enklave im Blick, die ganze Nacht herrschte schon Chaos, jetzt kommt ein Brand am Nordufer dazu und jemand bricht in dieses Anwesen ein. Hier ist mehr am Werk. Ich erwarte stündliche Berichte!" Es kam eine einstimmige Antwort: "Jawohl, mein Herr, oberster Protektor!" und Scarlett konnte die schweren Stiefel hören, die sich im Erdgeschoss in Bewegung setzen, um die Befehle von Dagult Nieglimm auszuführen.
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Melandro

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #779 am: 23.06.2019, 10:06:21 »
Bubo im Auge behaltend, vertraute der Halbdrow einstweilen Scarlett soweit, dass er sich anderen Dingen widmete. Das Gold, Besteck und die sonstige Beute verstaute er an seiner Person, so dass es ihn nicht behinderten. Das lange Schwert steckte er in seinen Rucksack und versuchte die Klappe von diesem zu schließen.

Zufrieden mit seinem Werk linste der Pirat nach draußen und versuchte einen Blick auf seine Ziehschwester zu erhaschen. Langsam wurde es wirklich Zeit, dass sie sich von hier zurück zogen. Ohne Vorbis Gabe schien es in diesem riesigen Haus wirklich die Suche nach der Nadel im Heuhaufen zu sein. In einem sehr gefährlich belebtem Heuhaufen. So spontan und lustig die Sache auch angefangen hatte, nun wurde der Boden heiß und sie sollten wohl zusehen, hier mit heiler Haut heraus zu kommen.

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