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Autor Thema: Die Waisen von Niewinter  (Gelesen 8453 mal)

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Melandro

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #360 am: 26.02.2018, 10:10:56 »
Mit einem huldvollen Neigen seines Kopfes nahm der Halbdrow Maldreks Worte auf, bot Scarlett seinen Arm zum einhacken an, und schritt hoch erhobenen Hauptes auf den Eingang zu um Einlass zu erhalten und sich drinnen etwas um zu sehen.

Für den Fall, dass zum Beispiel Vorbis mit seiner eher ... groben Verkleidung Probleme haben sollte herein gelassen zu werden, würde ihm Melandro beistehen um mit süßen Worten und glänzenden Münzen vielleicht soweit nach zu helfen, dass sich eine Lösung finden würde.

Sollten sie das Etablissement betreten können, so würde der Pirat vorschlagen, dass sie sich trennen sollten um so schneller und vor allem unauffälliger einen Überblick über diesen Ort zu gewinnen.

Bis auf - ja im Haus der 1000 Gesichter gibt es einen Mann mit einer Fuchsmaske - hatte er leider nichts in Erfahrung bringen können. Nun, es würde spannend werden ...

Vorbis

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #361 am: 26.02.2018, 14:50:36 »
Vorbis tat es Maldrek gleich und nahm sich eine der bereitliegenden schwarzen Masken, während er seine selbst improvisierte säuberlich zusammenfaltete und unter seine Kleidung schob, seinen ohnehin schon stattlichen Bauch noch etwas weiter aufpolsternd.
Dann folgte er mit einiger Nervosität Melandro und Scarlett durch den Eingang des Etablissements, nicht wissend, was ihn drinnen erwartete, doch innerlich das Schlimmste fürchtend. Was würde es dort drinnen zu sehen geben? War es ein Umschlagort für Verbrechen? Ein Haus der Sünde? Nur eins wusste er: Sie suchten nach einem Mann mit einer Fuchsmaske - also beschloss Vorbis, sich komplett auf das Auffinden einer solchen zu konzentrieren und alles andere so weit es ging zu ignorieren.

Idunivor

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #362 am: 04.03.2018, 14:35:53 »
Nachdem die Masken ausgewählt und aufgesetzt waren, die Münzen bezahlt und in einem kleinen Vorraum sämtliche Waffen abgelegt worden waren und sich folglich in der Obhut zweier sehr kräftig gebauter maskierter Diener befanden, wurden die Waisen in das eigentliche Haus der Tausend Gesichter vorgelassen. Schnell war klar, dass dies ein besonderer Ort sein musste, denn anders als der Großteil Niewinters, insbesondere hier am Nordufer, waren kaum Spuren von der Zerstörung zu entdecken, die die Stadt in dem vergangenen Jahrhundert heimgesucht hatten.
Denn die Waisen betraten eine Eingangshalle, die alle drei Stockwerke überspannte. Zwei Galerien säumten diese Halle, auf denen die sechs direkt verschiedene Gestalten entdeckten, die allesamt ebenfalls Masken trugen. Dazwischen waren mehrere Diener unterwegs, die wie die am Eingang weiße Kleidung und weiße Masken trugen. Alles war luxuriös eingerichtet, verteilt in der Halle standen Sofas und Sessel. Breite Treppen führten hinauf in die zwei oberen Stockwerke von denen aus man in Seitengänge gelangte, in denen sich abgetrennte Räume befanden für diejenigen Gäste, die es nach mehr Privatssphäre verlangte, als die Masken allein sie bieten konnten.
Die Waisen blickten sich um und auf den ersten Blick konnten sie keine Fuchsmaske entdecken. Es gab zwar einige durchaus extravagante Masken, ganz ähnlich wie Scarletts eigene Eulenmaske, aber es waren ebensoviel einfache Masken zu sehen. Die Paare und kleinen Gruppen, die miteinander sprachen, bestanden meistens aus einem Mann oder einer Frau mit einer besonderen Maske und ansonsten einfachen Masken. Einige Besucher waren allein und hielten entweder den Eingang im Blick oder sie standen gut sichtbar in der Eingangshalle, damit man ihre Masken genau sehen konnte. Vom Fuchs gab es hier jedoch keine Spur.

Melandro

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #363 am: 05.03.2018, 10:23:49 »
Melandro schlenderte mit Scarlett an seiner Seite in das Haus der Tausend Gesichter, heimlich und ein wenig schadenfroh darüber lachend, dass er von nun an wohl nie wieder unbewaffnet sein würde, selbst wenn er seine geliebten Messer übergeben musste.

Drinnen angekommen, blickte er sich mit vor Staunen leuchtenden Augen um. Soviel Luxus und Pracht hatte er schon lange nicht mehr gesehen. Und die Leute mit denen er normalerweise zu tun hatte waren nicht in der Lage sich so etwas zu leisten, sondern gaben ihr Gold lieber für schnelle Genüsse aus, als es durch ... Möbel zur Schau zu Stellen. Wenn er eines - hoffentlich nicht allzu fernen - Tages endlich zu Reichtum gekommen war, so würde er sich auch eine Villa ausgestattet wie diese hier erobern und ausstatten, versprach er sich selbst.

An seine Geschwister gewandt meinte er schließlich als er soweit war: "Wollen wir uns aufteilen? Das hier sieht doch recht ... groß aus."

Yzwaz

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #364 am: 05.03.2018, 12:55:28 »
Mit ziemlicher Mühe hatte Yzwaz eine der einfachen Masken übergestülpt. Offenbar war niemand auf die Idee gekommen, dass gewisse Zeitgenossen eine etwas größere Nase besaßen als andere, wodurch der Sitz einer Maske nicht ganz unerheblich beeinträchtigt werden konnte. Obwohl er genauso gut ein Schild mit seinem Namen vor sich hätte hertragen können, war der Gnom aber offenbar zu dem Schluss gekommen, dass es hier um die Geste ging. So marschierte er als reichlich kurze, von einem bodenlangen Umhang verhüllte Gestalt mit einer auffällig ausgebeulten Maske neben den anderen Waisen her, unerschütterlich wie immer. "Mehr hören wir können, wenn an verschiedenen Orten wir sind" stimmte er Melandros Vorschlag zu. Dabei ließ er seine Blicke über die Galerien schweifen ließ, auf der Suche nach dem Unbekannten. "Vielleicht in einem der oberen Bereiche fündig wir werden..." brummte der Grauhäutige.

Vorbis

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #365 am: 05.03.2018, 18:15:09 »
Vorbis war ein wenig überwältigt, als er das Haus betreten hatte. Natürlich hatte auch er nicht erwartet, dass der Fuchs einfach so dastehen würde, um sich befragen zu lassen. Aber die Anzahl der Leute hier machte ihm doch etwas zu schaffen. Was, wenn der Fuchs hier das Sagen hatte? Wie würde er wohl darauf reagieren, dass Fremde sich nach ihm erkundigten? Würde plötzlich ein Mob von Maskierten sich auf sie stürzen?

Der Vorschlag, sich zu verteilen, war daher genau das, was er nicht hören wollte. Es war in der Gruppe schon gefährlich genug; was sollte er alleine tun, falls er den Fuchs finden sollte?
"Vielleicht zwei Gruppen?" versuchte er daher den Vorschlag zu entschärfen. "Was soll einer allein schon tun, wenn er den Fuchs findet? Er kann ja nicht mal die anderen informieren." hoffte er, dass seine Argumentation bei den anderen auf fruchtbaren Boden fiel.

Maldrek

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #366 am: 08.03.2018, 11:25:45 »
Maldrek sah das ähnlich wie Vorbis. Er wusste nicht recht, was er hier tun sollte, das war nicht seine Welt. Er konnte ja nicht einfach herumstehen und Masken anstarren. So griff er gerne den Vorschlag des Bruders auf. "Vorbis hat Recht. Einzelpersonen, die hier niemand kennt, fallen sicher eher auf. Wenn du willst können wir zusammen bleiben, vielleicht möchte sich ja noch jemand anschließen. Melandro wird sicher alleine losziehen, aber vergiss nicht, das wir hier nach jemandem suchen. Und vielleicht sollten wir uns in zwei Stunden hier wieder treffen, um zu besprechen, wie es weiter gehen soll."

Melandro

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #367 am: 08.03.2018, 17:56:33 »
"Immer diese haltlosen Unterstellungen und Falschheiten, Maldrek." schüttelte Melandro in ostentativ zur schau gestellten Verletztheit den maskierten Kopf. "Von alleine hat doch niemand gesprochen. Orbus wäre traurig wenn er dich wieder so lügen hören müsste ..." Mit unglücklichen Lauten - nicht ganz unähnlich denen von Yzwaz - seine Aussage unterstreichend, wandte sich der Halbelf ab. Offensichtlich "enttäuscht" von dem Tiefling.

In Richtung Vorbis nickend, sprach er dann aber weiter: "Zwei Gruppen? Warum nicht? Aber lasst uns dann da hinten" dabei zeigte er auf eine Sitzgruppe in einem benachbarten Zimmer "einander wieder treffen. Hier so direkt hinter dem Eingang will es mir nicht klug erscheinen."

Seine hinter der Maske verborgenen Augen über die Menge streifen lassend, wartete der Pirat auf andere Vorschläge oder Zustimmung, machte sich dabei aber schon seine Gedanken wie er hier vorgehen könnte.

Yzwaz

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #368 am: 08.03.2018, 19:50:55 »
Unter der ausgebeulten Maske des Gnoms kamen ein paar "Hrm" und "Hm" hervor, die Yzwaz schließlich mit einem "Einverstanden ich bin. Hrm?" und einem Nicken unterstrich. Seine Augen wanderten über die versammelten Gäste, deren Maskerade ihn höchlichst zu verwundern schien, der Ausdauer nach, mit der er seinen dichten, kaum zu verbergenden Bart strich. "Gehen uns lasst" meinte er schließlich und hob den dürren Zeigefinger, um in seiner gewohnten Art zu verkünden: "Denn meist länger es dauert, wenn zum Weisen kommen der Berg soll."

Scarlett

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #369 am: 09.03.2018, 07:57:37 »
Scarlett zweifelte doch ein wenig daran, dass sie hier irgendwie fündig werden könnten. Natürlich mochte es sein, dass sie einfach Glück hatten und jemanden in einer Fuchsmaske ausfindig machen konnte. Nur, ob das dann auch die gesuchte Person war? Und vor allem... was dann?

Viele Informationen würde man hier jedenfalls kaum erlangen können. Man konnte ja schlecht irgendwen fragen. Und generell waren die Besucher hier sicherlich sehr auf ihre Privatsphäre bedacht. Deswegen genau kamen sie ja her.

Insofern erhoffte sich die junge Frau eher wenig und folgte den anderen, oder einem Teil, wenn sie sich entschlossen, in kleinere Gruppen aufzuteilen, und hielt Augen und Ohren offen.

Vorbis

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #370 am: 10.03.2018, 14:48:52 »
Vorbis war fast ein wenig amüsiert über die Planlosigkeit seiner Geschwister, wäre er nicht selbst so nervös gewesen. Immerhin waren sie es doch, die sich bei solchen Gelegenheiten immer wohl gefühlt hatten, die keine Probleme hatten, ein Gespräch an sich zu ziehen und nie um eine Antwort verlegen waren. Er selbst hatte da schon deutlich mehr Probleme und hielt sich eher an einem Getränk fest, um etwas Sicherheit zu bekommen. Bei diesem Gedanken sah er sich um, wo er hier ein solches bekommen konnte.

"Na dann gehen wir doch, Maldrek. Und nachher treffen wir uns dort hinten." Auch Vorbis hatte natürlich keinen Plan, außer sich erst einmal umzusehen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Art von Etablissement dies hier eigentlich war. Und wenn er keinen Mann mit Fuchsmaske sehen würde, dann könnte man ja auch einfach mal nach dem Fuchs fragen.

Idunivor

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #371 am: 14.03.2018, 18:09:17 »
Scarletts Zweifel waren mehr als berchtigt, denn die Waisen hatten kaum Glück mit ihrer Suche. Ein Fuchs war hier weit und breit nicht zu sehen und sobald sie sich einer Gruppe, die sich unterhielt zu sehr näherten, verstummten diese und gaben kein weiteres Wort mehr von sich. Jedermann hier schien - wenig überraschend - sehr auf die Wahrung seiner Geheimnisse bedacht und es ließ sich kaum etwas herausfinden.[1]
Bei seinem Versuch Informationen aus einem der Diener heraus zu bekommen, stellte Melandro zu seiner Entgeisterung fest, dass dieser entweder sehr strikte Anweisungen hatte, nicht mit ihm zu sprechen oder dazu gar nicht in der Lage war, denn alles was ihm - selbst als er Münzen versprach und präsentierte - entgegengebracht wurde war Schweigen und Kopfschütteln, bevor sich der Maskierte wieder seinen Aufgaben, welche auch immer das sein mochten, zuwandte.
 1. Ich bin mal wieder davon ausgegangen, dass ihr nicht direkt nach dem Fuchs fragt

Vorbis

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #372 am: 19.03.2018, 16:33:27 »
Je länger sie in diesem Haus herumliefen, desto frustrierter wurde Vorbis. Was hatten sie sich eigentlich dabei gedacht, einfach hierher zu kommen und zu hoffen, diesem Fuchs über den Weg zu laufen? Es war eigentlich nicht weiter verwunderlich, dass sie keinen Erfolg hatten. Die Veranstaltung selbst behagte Vorbis ebenfalls überhaupt nicht. Er war gutem Essen, Alkohol und einer Unterhaltung durchaus nicht abgeneigt, aber dies hier war offensichtlich keine Feier, zu der sie eingeladen waren, und es schien, als ob jeder der Anwesenden seine eigene Agenda hätte.

Als er merkte, dass auch seine Geschwister keinen rechten Plan hatten, wie sie hier nähere Informationen bekommen sollten, reichte es dem Priester endlich. Trotz seiner Ängste ging er auf die erstbeste Gruppe zu, deren Gespräch wie immer verstummte, als er sich näherte, und fokussierte die Person darin mit der ungewöhnlichsten Maske, wobei er seine Unsicherheit so weit es ging zu überspielen versuchte.
"Entschuldigt vielmals, aber ich suche den Fuchs. Könnt Ihr mir vielleicht behilflich sein?" Gleichzeitig versuchte der Kleriker, das zu wiederholen, was er am Vortag bei der Befragung des Zwerges getan hatte - was immer es war, vielleicht war Oghma ihm erneut wohlgesonnen.

Yzwaz

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #373 am: 19.03.2018, 20:08:43 »
Yzwaz, der aufmerksam um sich schauend und horchend umhergelaufen war, ohne das geringste von Interesse zu erlauschen, beschloss irgendwann mit seinem üblichen Gleichmut, sich nicht weiter darüber aufzuregen und stattdessen zu seinen Kameraden zurückzukehren. Vielleicht hatte ja einer von ihnen mehr Glück gehabt. Da Vorbis mit seiner Figur nur wenig schwerer als der grauhäutige Winzling in der Menge auszumachen war, wandte er sich zielstrebig in Richtung der ersten Gestalt, die er für den Kleriker hielt. Dabei schleifte sein langer Umhang wie eine Schleppe hinter ihm her.

Idunivor

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #374 am: 19.03.2018, 21:38:07 »
Die Maskierten blickten Vorbis sichtlich überrascht an angesichts dieses Bruchs der Etikette, so viel konnte er ohne Schwierigkeiten auch an den Augen und der Körperhaltung erkennen. So war die Antwort, die er erhielt, recht schroff, aber zumindest nicht allzu unfreundlich: "Ich fürchte da können wir euch nicht weiterhelfen. Einen Fuchs haben wir nicht gesehen." Doch gleichzeitig hörte Orbus die nicht ausgesprochenen Gedanken des Maskenträger, der ihm soeben geantwortet hatte: "Armer Narr. Er hat offenbar keine Ahnung, worauf er sich einlässt. Wenn man den Fuchs sprechen will, schickt er Nachricht. Das weiß doch jeder. Man fragt nach ihm im Großen Gasthaus und er meldet sich."
Die Maskierten wandten sich auch schon wieder ab, um wieder ihren geheimen Angelegenheiten nachzugehen und der Priester ahnte, dass sie auch über ihn sprechen würden, aber er hatte, was er wollte.
« Letzte Änderung: 19.03.2018, 21:39:41 von Idunivor »

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