Autor Thema: [Szene 6] Ein tiefer Quell, der dem Felsen entspringt  (Gelesen 1201 mal)

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Josei Kimiko

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[Szene 6] Ein tiefer Quell, der dem Felsen entspringt
« Antwort #15 am: 01.03.2018, 06:46:22 »
Tsuyoshis Ausbruch hat die Dame in nahezu jeder Hinsicht ignoriert, außer dass sie mit dem Fortfahren gewartet hatte, bis er sich gefangen hatte beziehungsweise zum Weitermachen aufforderte. Das Lob, so überaschend es auch für Josei Kimiko kommt, provoziert keine beschämte Reaktion. In diesem Punkt gewinnt entweder ihre Beherrschung oder die Ablenkung durch die besprochene Situation die Oberhand. So blickt sie ihn weiter an, doch etwas konzentriertes kehrt in ihre Augen ein. In kaum wahrnehmbarer Weise verzieht sich ihr Gesicht und man gewinnt den Eindruck, ein Schatten wäre darauf gefallen.

"Ich danke euch sehr für diese Worte, doch bin ich nicht unbetroffen im Anblick dieser Gefahr. Um sie angemessen zu adressieren hielt ich eine gefasste Darstellung für die richtige. Um eure Fragen zu beantworten und mit der Situation umzugehen, hilft keine Panik oder Verzweiflung." Trotz allem hat sich ein resigniert-lakonischer Ausdruck eingeschlichen.

Zu seinen weiteren Worten nickt sie zunächst nur bestätigend, In Gedanken analysiert sie sie bereits. Bei den ehrlosen Bauern und Straßenkötern überlegt sie, ob sie wohl selbst dazugezählt wird. Am Hofe ihres Mannes waren diese und schlimmere Vergleiche nicht selten aufgrund ihrer Herkunft. Dann wischt sie den Gedanken aber zur Seite, denn woher sollte der Mann diesen ihren empfindlichen Punkt kennen? Sollte er weiter eine Scharade spielen, hat sie keinen Fehler bemerken können und an irgendeinem Punkt würde er sicher einen machen, wenn er kein Samurai und ein Späher der Räuber wäre. So entschließt sie sich, noch etwas forscher zu werden, während ihre übliche Beherrschung wiederkehrt: "Da habt ihr sicher recht, doch verstehe ich nur wenig vom Geschäft der Männer. Um weitere Fragen zu beantworten oder eine Bestätigung zu erhalten, könnten die Flüchtlinge hereingerufen werden - so es euch genehm ist." Sie entfaltet ihren Fächer und nimmt wieder ihre Rolle als adelige Dame ein. Nur das ihre jetzige Sitzposition dies quasi mit dem jungen Krieger verbindet, so dass sie quasi gemeinsam residieren, mit ihr in hervorgehobener Position nach ihm.

Tsuyoshi

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[Szene 6] Ein tiefer Quell, der dem Felsen entspringt
« Antwort #16 am: 01.03.2018, 13:53:56 »
Gemessen nickt der Ronin zu dem Geständnis Kimikos, nachdem er sich wieder beruhigt hat. Eine Dame vergibt sich nichts, wenn sie ihre Angst zugibt. Dennoch bewundernswert, wie gut sie diese unter Kontrolle zu haben scheint – Gleichmut im Angesicht der Gefahr ist eine Tugend, die wahrlich jeder Samurai zu schätzen weiß. "Ein weiser Standpunkt" sagt er ruhig. Dabei lässt er seinen Blick auf der Frau ruhen, denn dass sie mit irgendetwas hinter dem Berg hält, über etwas nachzudenken scheint, ist unschwer zu bemerken. "Kein Wissen über die Kriegskunst zu haben, ist für eine Dame kein Fehler" gibt er auf ihre Entschuldigung zurück. Ihm entgeht die Geste nicht, mit der sie sich in gewisser Weise zwischen ihm und neu hinzukommenden positioniert. Mit einem knappen Nicken gibt er sein Einverständnis und sagt: "Es wird interessant sein, zu hören, was sie zu berichten haben." Dann setzt er eine undurchdringliche Miene auf und erwartet die Ankunft der Flüchtlinge.

Josei Kimiko

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[Szene 6] Ein tiefer Quell, der dem Felsen entspringt
« Antwort #17 am: 01.05.2018, 23:32:17 »
Kimiko senkt die Augen und nickt sanft: "Es wird geschehen, wie ihr es wünscht." Sie schließt geräuschvoll ihren Fächer, legt ihn mit einem Klacken auf dem Tischchen vor sich ab (ohne ihn loszulassen) und hebt ihn wieder. Nach dem Öffnen verbirgt sie ihr Gesicht wieder teilweise hinter dem Accessoire.
Das Signal ist offensichtlich erwartet worden, denn sogleich hört man leise Schritte, die sich schnell entfernen.

Kurz darauf eine Gruppe gedämpfter Schritte, die zurückkommen. Während drinnen sich die Stille langsam ausdehnt und Kimikos Augen kurz zum Raumeingang hinüberschnellen, kann man von draußen hektisch gezischtes Sprechen wahrnehmen. Als endlich Ruhe einkehrt, ertönt ein Klopfen. Mit Aufforderung wird die Tür aufgeschoben und die Besitzerin kniet mit gesenktem Kopf am Eingang. Hinter ihr hocken die beiden Jungendlichen, die Tsuyoshi im Eingangsbereich des Hauses überrascht hatte, jeweils mit einem Knie auf dem Boden und tief verneigt.

Erneut senkt sich Stille über die Anwesenden, bis Izumi anhebt: "Ihr wünscht die Überlebenden zu befragen." Dann dreht sie den Kopf und zischt die beiden hinter sich an, die sich endlich in Bewegung setzen. Sie hasten quasi nach vorne, ohne irgendwelche Form, und werfen sich mit unziemlich weitem Abstand vor dem Krieger auf den Boden, bis ihre Stirn denselben küsst. Einer stammelt "H-he-herrrr?", der andere zittert wie Espenlaub. Bei aller Beherrschung kann Kimiko ein leicht genervt-enttäuscht oder peinlich berührtes Augenrollen nicht unterdrücken. Als sie Tsuyoshis Blick bemerkt, weicht sie diesem aus und wendet sich stattdessen an die beiden Jugendlichen: "Shou, Ryu, ihr werdet Tsuyoshi-sama seine Fragen wahrheitsgemäß und kurz - ohne etwas zu verschweigen oder zu ergänzen - beantworten." Damit übergibt sie das Wort zurück an den jungen Herren. Eine Beruhigung, dass sie sicher währen, scheint sie nicht über ihn hinweg geben zu wollen. Der junge Krieger kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass er genauso unter Beobachtung steht wie die beiden Jünglinge.
« Letzte Änderung: 06.05.2018, 06:54:33 von Josei Kimiko »

Tsuyoshi

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[Szene 6] Ein tiefer Quell, der dem Felsen entspringt
« Antwort #18 am: 05.05.2018, 19:38:12 »
Eine Hand auf dem Knie, die andere auf halber Strecke zwischen der Teetasse und seinem Daisho, wartet der Ronin mit unbewegtem Gesicht. Zumindest bemüht er sich, Wissbegier und Ungeduld zu verbergen, die seiner Würde allzu sehr schaden könnten. Als die Shoji-Tür aufgleitet, wendet er nach einer genau bemessenen Pause den Kopf – der Rest seines Körpers bleibt unbewegt – mustert die Frau und die beiden Jungen und nickt ihnen kurz zu. Das reichlich ungeschickte Verhalten der beiden kommentiert er nicht. Keine der Frauen kann es ahnen, doch in dem jungen Samurai, der auf dem Land inmitten von Bauern aufgewachsen ist, wecken die Burschen eher eine Regung zum Grinsen denn den Wunsch, ihnen den Kopf abzuschlagen.

"Kommt her" fordert er sie schließlich auf. "Hierher!" Um deutlicher zu werden, weist er mit einer herrischen Geste dort auf den Boden, wo sie sich korrekterweise befinden müssten. Dann zieht er die Brauen zusammen. "Und schaut nicht wie erschrockene Schafe! Es will euch ja keiner etwas tun, ihr Tölpel." Nur ein kurzes Zucken des Mundwinkels verriete einem sehr scharfen Beobachter, dass ihn die Sache sogar ein wenig amüsiert. Rasch wird er jedoch wieder ernst, als die zwei sich beeilt haben, seinen Worten Folge zu leisten. Er lässt den Blick zwischen ihnen hin und her wandern, ehe er sagt: "Ich hörte, dass euer Dorf überfallen wurde. Erzählt mir, was sich zugetragen hat, und vor allem erzählt alles, was ihr über die Banditen wisst: Wie viele sind es, wie sind sie bewaffnet, und habt ihr den Anführer gesehen?"

Josei Kimiko

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[Szene 6] Ein tiefer Quell, der dem Felsen entspringt
« Antwort #19 am: 06.05.2018, 09:26:18 »
Zunächst wie panisch gelähmt braucht es Tsuyoshis scharfen Ton, um die beiden Jungs nach vorne zu bringen. Eilfertig stolpern sie nach vorne und werfen sich erneut nieder. Ein kurzer Seitenblick wandert zur Josei Kimiko, die im moment nur Augen für den juingen Krieger hat. Hinter den beiden schließt die Besitzerin die Tür relativ leise und zieht sich zurück. Der Edeldame im Raum ist nicht anzumerken, ob sie das Amusement Tsuyoshis erkennt, aber sie begleitet seine Beruhigung mit einem Nicken.

Nach der Aufforderung wechseln die Shou und Ryu Blicke, bis der eine beginnt. Zunächst ist es zögerlich und stotternd, dann wird es flüssiger. Bald fällt auch der andere mit ins Wort, ergänzt und übernimmt Passagen. "Wir waren an dem Tag einer großen Spur gefolgt - Wir wollten nur wissen, was es ist! - und dabei sehr weit von unsererm Mura weggekommen. Es war erfolglos und wurde spät. Wir suchten was anderes, um etwas für unsere Fortbleiben vorzuweisen. So kamen wir in Dunkelheit und nach dem Abendessen zurück. Wir rannten, als uns klar wurde, dass das Feuer zu hell war. Das Haus unseres Schulzen brannte und die schrecklichen Männer hielten die anderen vom Löschen ab. Gegen den Flammenschein sahen wir sie schlecht, aber unsere Familien warern da, klagten und wurden ausgelacht. Einzelne lagen erschlagen noch wort, wo es geschehen war. Es hörte sich an, als wären welche in den Flammen gewesen. Sie schafften unser Vieh heran - es war erschlagen - und ließen es über dem Feuer braten. Es waren viele, fast so viele, wie vor dem Krieg in unserem Mura lebten. Den Anführer hörten wir nur, er schrie seine Leute zusammen, es wäre jemand fast entkommen. Er ließ sie gemeinsam mit den Angehörigen der Flüchtlinge quälen. Er verlangte zu wissen, ob alle Bewohner anwesend seien. Wer was falsches sagte, wurde geschlagen. Wir hörten es nur, konnten es übers Feuer nicht sehen. In Angst flohen wir, suchten Hilfe. Wir brauchten Tage bis hierher - quer durch die Wildnis, auf der Straße hatten sie Späher." Nachdem alles aus ihnen herausgesprudelt war, konnten sie die Tränen nicht zurückhalten. Sie hockten neidergeschlagen am Boden und trauten sich nicht , den Blick zu heben. Sie versuchten, ihre Schluchzer in den Griff zu bekommen.
Kimikos Blick wiederum hatte jeden Fokus verloren, auch wennsie sich regelrecht qualvoll aufrecht hielt.
« Letzte Änderung: 13.05.2018, 08:22:12 von Josei Kimiko »

Tsuyoshi

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[Szene 6] Ein tiefer Quell, der dem Felsen entspringt
« Antwort #20 am: 14.05.2018, 19:43:18 »
Der Blick Tsuyoshis wird immer finsterer, während er den gestammelten Bericht der Burschen anhört. Gelegentlich fordert er eine genauere Schilderung oder winkt ungeduldig ab, wenn sie sich in Details verlieren. Als die beiden geendet haben, starrt der Ronin vor sich hin. "Es scheinen viele zu sein" fasst er die üblen Nachrichten zusammen, um wütend zu murmeln: "Wie konnte sich das Pack so lange verborgen halten?!" Den zahlreichen Ashigaru und den Samurai des Kriegsherrn, die im Laufe der letzten Monate durch dies Gebiet zogen, können sie nicht aufgefallen sein, denn kein Daimyo würde Banditen auf seinem Boden dulden, die den Bauern rauben, was diese ihren Herrn abzuliefern haben. Schließlich sieht er auf und sagt zu den Dörflern: "Es ist gut, ihr könnt gehen."

Nachdem sie sich unter tiefen Verbeugungen schniefend zurückgezogen haben, wendet er sich Kimiko zu. "Der Bericht hört sich nicht gut an. Ich frage mich, wer der Mann ist, der sie anführt. Den Worten der Burschen nach muss er seine Männer durch Angst regieren. Dazu gehört viel, denn die Leute sind Grausamkeit und Tod gewöhnt in diesen Zeiten. Eine so große Rotte von Mördern und Räubern durch bloße Furcht zu kontrollieren..." Nachdenklich reibt er sich das Kinn. "Hat man denn hier in der Gegend gar nichts weiter über diesen Kerl gehört? Woher kommt er, wer ist er?" Vielleicht, kommt ihm in den Sinn, ein herrenloser Samurai – so widerwärtig der Gedanke auch ist, einen Mann seines Standes solch niederen Verhaltens für fähig zu halten.

Josei Kimiko

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[Szene 6] Ein tiefer Quell, der dem Felsen entspringt
« Antwort #21 am: 25.05.2018, 17:57:36 »
Als Tsuyoshi die beiden hinausschickt, kehrt Kimikos Blick zurück auf den jungen Krieger. Mit ihren ersten Worten verrät sie, dass sie doch mehr zugehört hat und mitgedacht hat, als es den Anschein hatte: "Ohne euren Verstand in diesen Dingen zu haben, würde ich annehmen, dass die Gruppe nicht aufgefallen ist, weil sie fürher  weniger gewesen sind, kleinere Ziele angegriffen haben und immer allen potentiellen Flüchtlingen den Weg abgeschnitten haben, während sie den Gefangenen zunächst vorspielten, man käme zu einer vernünftigen Einigung. Am Ende gab es einfach keine Zeugen, nur leere, abgebrannte Höfe. Aber ihr versteht es sicher besser."

Zu seiner Frage zögert sie zunächst, nippt einen Schluck und fächelt sich zu. Mit einer Andeutung eines Seufzens beginnt sie schließlich: "Es gibt viele Geschichten, ich kenne sie nicht alle. Manche sind auch widersprüchlich. Die detailreichste besagt, er wäre Sohn eines Kriegsfürsten gewesen, der geschlagen worden war, all sein Land, seine Frau und seine Leute verloren hat. Der Sohn schwor Rache und um diese zu bekommen, rief er die Dämonen an. Nun ist er von einem besessen und bringt Verderben und Zerstörung."

Tsuyoshi

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[Szene 6] Ein tiefer Quell, der dem Felsen entspringt
« Antwort #22 am: 29.05.2018, 09:47:29 »
Schweigend hört sich Tsuyoshi die Einwände der Dame an. "Das mag am Anfang alles so gewesen sein. Doch inzwischen sind es anscheinend viele Männer. Sie müssen alle versorgt werden – Soldaten brauchen Reis, sonst können sie nicht kämpfen, und Banditen geht es ganz genauso. Von verbrannten Höfen und toten Bauern ist aber kein Reis zu bekommen. Also müssen sie immer weiter herumziehen, um sich zu rauben, was sie brauchen." Eine Weile sinniert er vor sich hin, die Linke gedankenverloren auf dem Daisho liegend.

Ihre Erzählung über den Räuberhauptmann lässt ihn die Brauen finster zusammenziehen. "Die Geschichte könnte stimmen. Viele verlieren im Krieg Besitz und Ehre oder auch den Kopf – selbst hohe Kriegsherren. Das Kriegsglück ist trügerisch. Doch ein Dämon..." Wieder grübelt er. Dann hebt er den Kopf und sieht die Dame direkt an. "Es ist klar, was geschehen würde, wenn seine marodierende Horde hier einfiele: Euch würde alles geraubt, was ihr besitzt, auch das Leben. Und die Frauen und Mädchen würden zuvor noch ihre Ehre verlieren" verkündet er langsam und mustert sie dabei.

Josei Kimiko

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« Antwort #23 am: 30.05.2018, 13:12:44 »
Während Kimiko noch zu den ersten Worten des jungen Kriegers nickt, die ihren Gedankengang nur fortsetzen, wird sie nach seiner Überleitung über die Verluste der Kriegsherren zu ihren eigenen Aussichten merklich bleicher. Sie ringt um Kraft und Fassung, ihre Augen werden größer und der Atem schneller und flacher. Sie versucht, es mit sich zufächeln zu überspielen und seine Aufmerksamkeit auf die Bewegung zu lenken, doch selbst die hat ihre Ruhe verloren. Tsuyoshi kann sich an die Worte der jungen Priesterin erinnern, dass die Dame hier mit ihren Kindern weilt.

Bevor sie sich endgültig in panischen G>edanken verliert, beeilt sie sich zu sagen: "So wird es wahrscheinlich sein. Im Gegensatz zu den vorigen Opfern wissen wir, das Kooperation nichts bringt. Und Widerstand können wir nicht leisten. Vermutlich werden viele die Flucht suchen - physisch in die Wälder oder zum Schrein, geistig ... oder noch weiter." Die Stimme ist tonlos und die Andeutungen für Flucht in den Wahnsinn oder Tod deutlich genug. "Keiner wird es ins Bergwerk wagen, wegen der bösen Geister. Und wenn die Marodeure erst den SChrein zerstört haben, werden jene frei sein." Letzteres scheint ihr eher nebenher klar zu werden, ohne ihm besondere Bedeutung beizumessen, so, wie sie immer leiser wird. Stattdessen blinzelt sie, um die Feuchtigkeit in den Augen zu halten.

Tsuyoshi

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« Antwort #24 am: 31.05.2018, 11:44:13 »
Der Ronin ist auf dem Schlachtfeld geübter als in der Etikette und erst recht im Umgang mit weiblichen Wesen. Dennoch ist die Veränderung im Gesicht der Dame zu auffällig, um sie zu übersehen. Offenbar haben seine Worte sie härter getroffen, als der im Umgang mit bewaffneten Ashigaru und Samurai gewohnte Tsuyoshi gedacht hätte. Um seinen Missgriff abzumildern und ihr Zeit zu geben, gibt er vor, nachdenklich vor sich hin zu starren, den Blick gesenkt und auf seine Klingen fixiert. Erst als sie spricht, sich also augenscheinlich wieder gefangen hat, sieht er auf und meint: "Ihr denkt an Sepukku..?"

Gewiss, unter Samurai ist das auch für Frauen nicht ungewöhnlich. Doch was ist mit all den Bauern? "Das Bergwerk... hmm" sinniert er, diesmal, um selbst Zeit zum Nachdenken zu bekommen. Den Leuten aus dem Dorf scheint wirklich keine Möglichkeit zu bleiben. Alles wird den Banditen anheim fallen, wie es aussieht. Sogar der Schrein, an dem er zum Geist eines ehrwürdigen Kriegers betete –vernichtet durch die Unwürdigen... Der Blick des jungen Samurai wird immer finsterer, als er sich vorstellt, was kommen wird. Doch es regt sich keine Muskel an ihm.

Josei Kimiko

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« Antwort #25 am: 02.06.2018, 18:53:52 »
Langsam fängt sich die Dame, doch in ihrer emotionalen Aufgewühltheit ärgert sie die Teilnahmslosigkeit des jungen Kriegers. In einem Anfall von Wut steht sie auf und stößt dabei ihre Teetasse derart an, dass sie ins Taumeln gerät. Noch während sie ihn mit leisem Schritt umrundet, kippt sie endgültig, rollt und stürzt klirrend auf die Matten. Die Ablenkung reicht ihr, um hinter ihm außer Sicht zu geraten und ihm plötzlich etwas Hartes an den Nacken zu halten. "Ja, aber unterschätzt nicht die Möglichkeiten einer Verzweifelten.", giftet sie, "Gemeinsam mit den draußen auf mein Zeichen wartenden würdet ihr verlieren." Im Gegensatz zu sonst geht ihr Atem schnell und keuchend.

Als ihr Gegenüber weiter still verharrt, holen Kimiko ihre Gedanken wieder ein und sie schämt sich für ihren Ausraster. Hat sie nun alles verdorben? Hatte es überhaupt eine Chance gegeben? Prompt von Ärger in Panik übergehend folgt die nächste Kurzschlusshandlung. Tsuyoshi spürt, wie der gegen ihn gedrückte Gegenstand zurückgenommen wird und hinter ihm Stoff knistert. Statt den ersten Worten kommt ein erstickter Laut über die Lippen, dann spürt er eine Hand, die um seine Brust wandert. Nach unten sehend erkennt er, dass der Arm daran ohne Ärmel ist. Wie eine ertrinkende packt sie ihn und zieht in herum. Endlich findet sie ihre Worte wieder: "Mein Betragen ist unerzeihlich, aber versteht - ich sehe ein Ende und und habe kaum die Kraft, ihm entgegenzusehen.", schluchzt die Frau durch ihre Sätze. Kraftlos sinkt der Arm zu Boden. Dem jungen krieger zeigt sich folgendes Bild: Die Frau hinter ihm hat erneut, wie bei ihrer ersten Begegnung und nach ihrem Fehler, eine unterwürfige Haltung angenommen: auf Knien und den Oberkörper heruntergebeugt, dass ihre Stirn fast den Boden berührt. den Nacken darbietend. Allerdings hat sie diesmal ihre Kleidung herunterrutschen lassen, sie ist frei bis auf die Hüfte abwärts. Diesmal zittert sie deutlich. Der Rücken allerdings passt kaum zu einer Frau im Alter für mehrere Kinder, sie muss ihren Körper sehr ausgiebig pflegen.

Tsuyoshi

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[Szene 6] Ein tiefer Quell, der dem Felsen entspringt
« Antwort #26 am: 03.06.2018, 10:10:22 »
Ruhig folgen die Augen des Ronin der Dame, wie sie die Fassung verliert und an ihm vorbei stürzt. Sein Blick drückt kühle Verachtung für ihren verzweifelten Versuch aus, der ihn nicht im Mindesten zu beeindrucken scheint. Auch seine Hand, die noch immer auf dem Daisho ruht, rührt sich nicht. "Ihr wollt euch und viele andere selbst töten und mich zwingen, meine Ehre zu verlieren, indem ich unschuldige Dörfler niedermetzle?" fragt er langsam. Dann stellt er fest: "Die Angst hat euch die Sinne verwirrt", ohne sich zu rühren. Er sieht sie dabei nicht an, verharrt wie ein Fels an seiner Stelle und scheint sich von ihr noch nicht einmal ernstlich bedroht zu fühlen.

Das leise Poltern, mit dem ihre Waffe – oder was immer sie sonst in ihrer Verwirrung ergriffen haben mag – auf dem Boden aufkommt, lässt ihn nur einen Mundwinkel leicht verziehen, während er weiterhin den Blick auf die Wand gerichtet hält, als nehme dort etwas seinen Geist mehr gefangen als Kimiko. Er ignoriert auch das Rascheln von Seide. Erst ihre Hand, die ihn in einer unerwartet intimen Weise berührt, lässt ihn kurz zucken. Dann ist es nicht mehr zu vermeiden, dass er sie ansieht, was ihm um ihrer beider Willen peinlich ist.

Doch die ehemals so stolze Dame liegt weinend vor ihm auf dem Boden, den Kopf gesenkt, und scheint die Schande ihres Ausbruchs ganz auf sich nehmen zu wollen. Sogar ihren Kimono hat sie bis zur Hüfte abgestreift, und seine Augen gleiten über glatte Pfirsichhaut, einen bloßen Nacken... Inbegriff der sinnlichen Erotik, sonst nur von Geishas offen gezeigt und durch helle Schminke betont. Lange starrt er auf die zitternde Frau, die sich so überraschend zu der radikalen Unterwerfungsgeste entschlossen hat. Die Spannung im Raum ist geradezu in der Luft greifbar, obgleich es bis auf ihr Schluchzen vollkommen still bleibt. Lehnt der Samurai ab, bleibt ihr als Dame nur, die Demütigung durch Sepukku von ihrem Namen zu waschen: Selbstmord.

Endlich strafft sich seine sehnige Gestalt, und er tut die sieben Atemzüge vor einer wichtigen Entscheidung. Dann greift er zu, fasst sie unter dem Kinn und hebt ihren Kopf an, bis sie ihm in die Augen sieht. "Ihr seid eine Dame. Dass Ihr bereit seid, Euch zu erniedrigen, um Euer Dorf zu schützen, tut Eurer Anmut keinen Abbruch. Ich sehe unsere Bekanntschaft als eine Ehre an." Damit neigt er den Kopf tief in einer angedeuteten Verbeugung wie vor einem Gleichrangigen. Als er ihr wieder in die Augen sieht, ruht ihr Kinn noch immer auf seiner Hand...

Tsuyoshi

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« Antwort #27 am: 03.06.2018, 10:10:42 »
~ Ende der Szene ~