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Autor Thema: Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell  (Gelesen 18537 mal)

Beschreibung: IC-Thread

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Nimia Caedis

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #45 am: 25.01.2018, 21:03:06 »
Die Aussicht, dass sie tatsächlich eine Katze von diesem Razelago bekommen könnte, ließ Nimia lächeln und als der mysteriöse Gesprächspartner nach einer Vorstellung fragte, antwortete das junge Mädchen recht knapp: "Ich bin Nimia. Und ich mag Kätzchen, auch wenn es Orisonkätzchen sind." Ihr Lächeln wurde noch breiter, auf die Idee irgendwie bei ihrer Ehre zu schwören oder soetwas, grinste sie einfach nur hinein und wartete darauf, dass endlich ihr Kätzchen auftauchte, das der Mann ihr gerade versprochen hatte.
Crudelis ubique luctus, ubique pavor et plurima mortis imago. (Charakterbogen - Status)

Wolgwuth

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #46 am: 26.01.2018, 11:15:25 »
Den Weg hierher hatte Wolgwuth genossen, die städtische Zivilisation bereitete ihr meist Unbehagen, auch wenn sie es oft nicht vermeiden konnte in den matschigen Gassen der Hütten umherzustreifen, die andere ihr zuhause nannten. Sie störte sich nicht an dem Geruch der Exkremente oder dem Dreck der Straßen, ganz im Gegenteil. Krankheit und Elend wo man nur hinsah. Viele der kleinen Dörfer, die sie in den letzten Jahren auf ihrer Reise nach Süden und zurück durchstreifte, besaßen keinen Medicus. Jedes Jahr aufs neue spürte Wolgwuth ein gewisses Maß an Euphorie, wenn sie darüber nachdachte, wieviele Hütten auf ihrer Rückreise im nächsten Winter wohl noch bewohnt werden. Als sie dem verfallenen Haus näher kamen, bemerkte sie Cimri's Aufregung, die ihre eigene Neugier entfachte. Ein merkwürdiger Ort für ein Treffen mit einem Gesandten des Königshauses – hat sie diese doch eher mit prunkvollerem Auftreten verbunden. Doch sie folgte der angespannten Menschenfrau.

Das Auftreten ihres Auftraggebers erfüllte ihre Vorstellung. Mysteriös und undurchsichtig, sein eigentliches Aussehen zur Gänze verhüllt. Vermutlich war nicht mal seine Stimme echt. Ob er sich ihnen jemals offenbaren würde? Der großen Katze würdigte sie nur einen kurzen Blick. Wolgwuth war sich sicher, würde einer von ihnen dem Sichtschutz zu nahe kommen, wäre das Tier vermutlich mit einem Satz auf dem Neugierigen und würde seine Klauen in sein Fleisch treiben.

Die alte Zwergin richtete sich auf und sprach diesmal mit deutlicher, energischer Stimme.
"Meine Ahnen gaben mir den Namen Wolgwuth. Ich stamme aus Nidal und bin eine Wandernde meines Zirkels. Die Grenzen dieser Lande verschwimmen zusehends und die Entwicklung in diesen Gefilden treibt Unruhe in das Unterholz des Uskwaldes. Ich bin hier, um meinen Teil zu Schlichtung dieses Problems beizutragen."

Ultor

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #47 am: 26.01.2018, 11:42:31 »
Diese Stimmen, dieses Haus, diese Gruppe, all das kam ihm nun ausgesprochen seltsam vor. Aber dann überlegte er, warum er eigentlich hier war. Er erinnerte sich wieder an die seltsame Begegnung, auch damals war es nur eine Stimme gewesen, hier gab es wenigstens noch eine Silhouette, wobei Ultor nicht sicher war, dass da wirklich jemand auf der anderen Seite war. Vielleicht war es auch nur eine Hülle, eine Puppe, um ihnen eine Person vorzugaukeln, damit das Gespräch etwas weniger verwunderlich oder erschreckend wirkte. "Warum bin ich eigentlich hier." Nun, angekommen war er in Cheliax, die erste Prüfung, die damals erwähnt wurde, und weitere. Darum war er hier. Prüfungen, die ihm seinem Ziel näher bringen würden. Es war egal, wie seltsam alles hier war, das ganze Leben war doch seltsam.

"Ultor nenne ich mich und ich trage die Treue zum Haus Thrune schon im Blut, auch wenn der Weg lang war, dies zu erkennen. Ich bin hier um mich zu beweisen. Ich bin dankbar für eurer Geschenk und die Belohnung und werde meine Pflicht tun."

Er biss sich auf die Lippe, Pflicht tun, schon wieder war er in die Falle getappt. Er hatte gedacht, dass er nun seinen Weg gehen würde, seine Ziele verfolgen könnte. Aber er tat doch nur wieder das, was ihm gesagt wurde. Pikser suchte einen Geschäftspartner, er hatte noch nicht erkannt, dass es nur eine andere Form der Sklaverei war, eine selbst gewählte. Aber war er erkannt hatte, war vielleicht das wichtigste: es war besser selbst den Auftraggeber zu wählen als keine Wahl zu haben. Auch Könige waren nicht völlig frei und war nicht auch da Haus Thrune nur ein...Befehlsempfänger? "Sollte ich das je laut aussprechen wird der Möchtegern-Ritter mich sofort dafür töten." Und vielleicht würden sie ja in eine bessere Position kommen, wenn sie ihm für eine Weile gedient hatten.

Valeria Thorne

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #48 am: 31.01.2018, 15:38:43 »
Nun hatten sie es geschafft. Cimri war von ihrer zweifelhaften Tat beeindruckt. Sie nahm das Kompliment ohne jeglichen Spott hin, der ihr auf der Zunge lag. Ihre Lebensumstände waren sicherlich den ihren völlig entgegen gesetzt. Diese Vermutung bestätigte sich nur, als sie sich später (mithilfe von Magie) wieder frisch und ordentlich im Inneren des Ash House umsah. Es wirkte, als hausten hier irgendwelche Banditen. Hatte sie etwa diese ganzen Flaschen gelernt? Sie selbst trank nicht, aber sie vermutete dass es sich um ein starkes Gebräu handeln musste. 

Weitaus misstrauischer als das Chaos machte sie jedoch die seltsame Katze, die für ihr Empfinden auch aus dem Albtraum eines Kindes hätte entsprungen sein können. Etwas zurückhaltender als sonst trottete sie den Anderen hinterher und hörte schließlich die befremdliche Stimme ihres Auftraggebers hinter einer Trennwand. Die Siluette ähnelte verdächtlich der eines Elfen. Sollte sie das stutzig machen? Es fiel ihr schwer, sich an dieser schwer zu deutenden Stimme und seinem überschwänglichen Gesäusel zu gewöhnen. Sie waren in eine Gerberei eingebrochen, etwas, was auch von schäbigen Streunern hätte erledigt werden können. Zugegeben, ihre Vorgehensweise war natürlich elegant gewesen...

Beinahe musste sie schmunzeln, als es plötzlich um getupfte Katzen ging. Nimia erschien zwar etwas...seltsam, aber offenbar besaß sie auch ganz gewöhnliche Interessen. Eine exotische Katze war neben dem Gold nicht die schlechteste Belohnung. Aber auch eine Waffe klang nicht verkehrt. Hoffentlich war sie hübsch anzusehen. Nahm sie das alles hier ernst? Ein Teil von ihr empfand ein mulmiges Gruseln, doch der andere Teil war neugierig. Haus Thrune...Das hatte sie sich doch etwas anders vorgestellt. Woher kam überhaupt diese Kinderstimme? Sollte sie fragen? Diese Entscheidung wurde ihr in dem Moment abgenommen, als sie sich vorstellten sollten. Vielleicht besser so, wenn sie sich mit dummen Fragen einstweilen zurückhielt. Als sie an der Reihe war, räusperte sie sich kurz.

"Mein Name ist Valeria Thorne. Ich stamme aus Cheliax und will meinen Teil dazu beitragen, die Schönheit unsere Nation zu erhalten. "

Die genauen Hintergründe ihrer Familie schnitt sie vorerst nicht an. Es konnte am Ende auch genauso gut nach  hinten losgehen. Ihr Gegenüber war sicher nicht ungefährlich...





Was bleibt dem Vogel, wenn sein Baum gefällt wird? ( Status Charakterbogen)

Menthir

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #49 am: 31.01.2018, 21:34:21 »
Sonntag, 30. Gozran 4717 - 05:55 Uhr - The Ash House

Die Finger an den Lippen zusammengelegt, zeigte die schattenhafte Silhoutte gesteigertes Interesse an den Namensbekundungen und Erklärungen der Personen, die sich vor ihr versammelt hatten. Hier und da ein angedeutetes, den ebenso angedeuteten Vorstellungen angemessenes, Nicken. Dort sogar ein schnaubendes, leises Lachen, welches mal physisch, mal telepathisch ins Gehör drang.

"Eure Namen haben Gehör gefunden. Und wenn sie vorher nicht dem Haus Thrune bekannt waren, werde ich sie mit sanftem Flüstern lobend weitertragen.", bekundete Razelago schließlich feierlich und nahm die Finger von den Lippen und legte sie auf die Stuhllehnen ab, als wäre jegliche Kraft aus ihnen entwichen und sie nicht mehr als lebloses Fleisch. Sein Oberkörper richtete sich etwas nach vorne. "Zum Abschluss will ich also auch die letzte Frage für den Moment beantworten."
Razelago war bisher nicht weiter auf die Vorstellungen eingegangen und es stand zu befürchten, dass er dies auch nicht weiter tun würde. Gleichwohl stand außer Frage, dass er das Gesagte aufgenommen hatte. Ihre Worte würden Eindruck machen. Razelago ließ sich nur nicht anmerken welchen.
Seine Hand zeigte auf die im Bücherstapel halb verborgene Großkatze, die säuselnde Stimme sprach. "Das ist Gaurig. Mein Krenshar. Ihr würdet euch wundern, zu welch...besonderer...Mimik Gaurig fähig ist. Andererseits solltet ihr das besser nicht herausfordern." Fast schon süffisant ergänzte die physische Stimme. "Und Gaurig liebt das Fleisch Iomedaener ganz besonders." Ein kurzes, stakkatohaftes Lachen beider Stimmen, dann wurde Razelago ernst. Etwas, was durch das unheilvolle Fauchen Gaurigs unterstützt wurde. Ein Blick auf die Großkatze zeigte, dass sie im Gegensatz zu Löwen oder Tigern keine sichtbaren Ohren hatte.
"Geht nun. Wisset, dass ihr gut getan habt. Und versteht die Symbolik eurer Tat. Alles, was ihr tut und tun werdet, es mag euch zuerst trivial erscheinen. Es mag euch gar erscheinen, als seid ihr unterfordert. Als würde man eure Dienste ausnutzen. Doch was ihr erleben werdet, ist Wachstum. Es ist Teil Vorsehung, aber auch Teil eure Willkür. Um also zu verstehen, welche symbolische Brücke zum Haus Thrune gebaut wird: hört, was euer erster Part war."
Die hohe Stimme übernahm. "Es ist nicht grundlos geschehen, dass euer erster Auftrag euch hat für Haus Thrune in Scheiße dienen lassen. Die Tiefe eurer Verzweiflung oder eurer Dienstbarkeit musste getestet werden. Möge dies ein symbolischer Beginn des Aufstiegs aus dem Unrat sein."
Razelago stand auf aus seinem Stuhl und trat so weit von der Papierwand weg, dass die Silhoutte nicht mehr wahrzunehmen war. Doch seine Bewegungen sahen steif aus, wie jemand, der halbwegs gelähmte Beine hatte oder nach schweren Verletzungen einen steifen Rücken hatte. Es hatte etwas puppenhaftes, schwerfälliges.

Dann erhob sich der Krenshar fauchend und Cimri befand, dass der Zeitpunkt des Aufbruchs gekommen war.

Sonntag, 30. Gozran 4717 - 06:15 Uhr - The Ash House

Im zerstörten Wohnzimmer stand wie versprochen die Belohnung. Waffen[1]. Doch rund um die alte Truhe auf dem Tisch und in ihr war noch mehr. Auf ihr ruhte auf einem grünen Samtkissen eine Osirionkatze mit grauem Fell und Tupfen. Sie trug ein grünes Lederhalsband, an dem das Zeichen Haus Thrunes als schwarzer Anhänger hing. Die Katze schaute unaufgeregt und arrogant hernieder auf die Gruppe und verließ erst ihr Kissen, als Nimia in die Nähe der Truhe kam. Ihr nicht mehr von der Seite weichend.

In ihr lag, was Razelago dem Anlass würdig genannt hatte. Ein paar Flaschen Wiscrani[2]-Weins, drei frische Brotlaibe, mit Bärlauch und Knoblauch versetzte Butter sowie diversen Arten geräucherten Flussfisches und Wildschweinschinken, sodass durchaus von einer trefflichen Frühstücksplatte gesprochen werden konnte.

Cimri überließ es jedem selbst, wo er oder sie schlafen wollte. Sie bot an, mit ihr direkt im Haus zu schlafen, doch wer sich dafür zu schade war, dem empfahl sie für die Nacht das Gasthaus The Arch and the Lark[3].

Doch alsbald war es dann Zeit einen Treffpunkt auszumachen und am frühen Nachmittag verabredete man sich, um wieder Razelago zu treffen.

Sonntag, 30. Gozran 4717 - 12:45 Uhr - The Ash House

Das Licht von draußen war heller, doch irgendwas an den Fenster war auch unnatürlich, denn Razelago erschien hinter dem Papierschirm noch immer violett, auch wenn der Anteil an Indigo geringer war. Er wirkte so gebrechlich und steif wie ehedem. Doch an dem Raum hatte sich etwas verändert.
Gaurig, der grimmige Krenshar lauerte in der Mitte des Raumes und zog sich, als die Gefährten eintraten, zögerlich und wachsam zurück in sein Büchernest. In seiner ganzen Größe zeigte sich das Tier alt und mit einigen Narben, die auf viele Kämpfe hindeutete. Als magische Bestie sich zurückzog, gab sie den Blick frei auf ein kleines Tischchen, auf dem eine kohleschwarze Holzkiste stand, die zwar geschlossen, jedoch ohne Schloss war. Auf ihr prangte das Zeichen des Erzbarones. Zwei Hirsche, die blutige Geweihe kreuzten. Razelago ließ die Gefährten Aufstellung nehmen und verschwendete dann diesmal wenig Zeit mit Vorstellung und Vorgeplänkel, daran glaubend, dass er seine Position am Morgen schon deutlich gemacht hatte.

"Dank der Anzahl von Veteranen in dieser Stadt ist es wohl kaum verwunderlich, dass sich an diesem Ort eine Kirche Iomedaes niederlassen konnte. Allerdings nicht mehr lang, wenn Tileavia Allmar, die Priesterin dieses Pfuhls, ihre Worte in die Tat umsetzt." Die Hände der Silhouette bildeten wieder diese ungewöhnliche Raute. "Ich verrate vielleicht nichts neues, wenn ich sage, dass im Reich wachsende Unruhe zu beobachten ist. Nicht nur in Pezzack[4] und entlang der Hellcoast[5]." Ein verächtliches Schnauben unterlegte die nächsten Worte. "Iomedaes Brut wird mutiger und allenthalben tauchen Pamphletschreiber und selbsternannte Herolde auf, die von der Sündhaftigkeit und der Dekadenz der Monarchie salbadern. Und die behaupten, jeder Bewohner von Cheliax hätte unveräußerliche Rechte. Hmpf. Sie scheinen tatsächlich zu glauben, dass dies hier ein Abbild Andorans[6] sei und der allgemeine Bürger bräuchte sich nur absolute Freiheit zu wünschen und sie käme auf Engelsschwingen angebraust. Liederlich und lächerlich! Leere und furchtbare Versprechen, die verkennen, wie hart wir alle für unsere Freiheit und unser Überleben nach dem Ende Arodens gekämpft haben. Aber was solls. Wir alle hier wissen, dass dies Cheliax und nicht Andoran ist - und wo die wahre Macht ruht."
Razelago kratzte sich an der Nase und stöhnte etwas, als wäre ihm blümerant zumute.
"Das fünfte Schwert Allamar sammelt zurzeit alle, die gewillt sind, ihren Lügen zuzuhören, für eine Freiheitspredigt vor ihrer Kirche - in etwa zwei Stunden. Ich weiß nicht genau, was sie vorhat und noch weniger, was sie genau sagen wird, allerdings wird es etwas sein, um die Unruhe auch an diesem Ort zu schüren. Und wir wollen ja nicht, dass die Gedanken eines Jabral Louslik hier Jedermanns Gedanken werden, nicht wahr? Ihre Worte werden nur versuchen, die Loyalitäten an diesem Ort zu verwirren und Frustration unter den Bewohnern Longacres zu säen und das ist gänzlich gegen meine Wünsche!

Sprich: ich will, dass ihr diese Versammlung besucht. In der schwarzen Kiste vor euch sind rote Schärpen mit den Insignien des Erzbarones Fex. Tragt sie und erinnert die Bürger dieses Ortes, dass der Erzbaron nicht ohne seine Unterstützer ist. Und beobachtet gut, was sich dort zuträgt.
Danach wird Cimri mir berichten. Und ihr werdet an Gold das Doppelte pro Nase erhalten, was ihr für den letzten Auftrag bekommen habt."


Cimri ging derweil zu der kohleschwarzen Kiste und öffnete sie und drückte jedem eine Schärpe in die Hand.

"Noch immer müsst ihr in Scheiße wühlen, euch zu beweisen. Diesmal riecht sie immerhin schon etwas weniger. Ist fester.", erklärte die telepathische Stimme kichernd[7]. "Doch hierfür möget ihr mehr Wissen brauchen, also fragt."
 1. Für die Beschreibung schaut bitte in die Gruppenkasse
 2. Wiscrani bezieht sich auf Westcrown und die Nobilität wird meist als Sammelbegriff Wiscrani genannt.
 3. Wer lieber komfortabel schlafen will, streiche sich bitte zwei Goldmünzen ab.
 4. Pezzack - Wissen (Lokales)-Wurf, um mehr darüber zu wissen.
 5. Hellcoast
 6. Andoran
 7. Falls ihr Fragen habt, stellt sie bitte bis Samstagabend. Dann schiebe ich euch auf den Marktplatz vor die Kirche, damit ihr wieder einen größeren Handlungsrahmen habt. - Wie immer könnt ihr die schnell durchgespulten Szenen für retrospektive Gedanken und Gespräche nutzen.
"Zwischen dem Schwachen und dem Starken ist es die Freiheit, die unterdrückt, und das Gesetz, das befreit." - Jean-Jacques Rousseau, Du Contrat Social

Acillo Mhartis

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« Antwort #50 am: 01.02.2018, 12:48:45 »
Acillo schlief in der Taverne. Auch wenn sein Haus keines der mächtigen in Cheliax mehr war, hieß das noch nicht, dass er in einer Ruine nächtigen würde, zumindest nicht ohne guten Grund. Trotz des weiten Weges war der Aspirant des Höllenritterordens als Erstes morgens wieder auf der Matte. Ohne etwas zu sagen, hörte er sich Acillo die Rede von Razelago an. Ein leichter Anflug eines Katers hallte in seinem Kopf nach von dem Wein von gestern.

Am Ende der Ausführungen wurde er allerdings hellhörig: "Verzeiht die Frage, es gibt mehrere Wege die bewohner an ihre Loyalität zu erinnern. Durch reine Anwesenheit oder es vermag uns gelingen etwas Verstand in ihren Kopf zu schlagen. Sind beide vorgehen gleichermaßen gewünscht oder soll unsere reine Anwesenheit reichen?"

Pikser

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« Antwort #51 am: 04.02.2018, 03:36:50 »
Interessiert sah Pikser die Katze, Gaurig, an. Wirklich viel konnte er mit der Information, die ihm gegeben wurde, nicht anfangen aber er war trotzdem froh, gefragt zu haben. Vielleicht würde er dem Vieh mal einen Happen mitbringen, auch wenn er es gruselig fand. Razelago mochte es aber anscheinend und es konnte nicht schaden, sich mit seinem neuen Arbeitgeber etwas gut zu stellen. Die Worte zum Abschied nahm der Halbling einfach so hin. Der Mann redete anscheinend gerne und bisher war alles recht gut gelaufen aber wirklich trauen, tat er ihm noch nicht. Er würde schon sehen, ob sie wirklich noch aus dem Unrat aufsteigen würden. Nachdem er den Raum und den seltsamen Auftraggeber hinter sich gelassen hatte, kümmerte sich Pikser direkt um die versprochene Belohnung. Er nahm den Dolch, der aufgrund seiner Größe ganz offensichtlich für ihn gedacht war, an sich und wiegte ihn etwas in der Hand. Betrachtete ihn und warf ihn ein paar Mal in die Luft. Ja, der würde ihm sehr gefallen. Ein gutes Geschenk. So wie die Waffe aussah, war sie mehr Wert, als er jemals in seinem Leben besessen hatte. Sehr vielversprechend. Der ehemalige Sklave gönnte sich ordentlich von den gebotenen Speisen - schließlich waren die umsonst - und machte es sich dann gemütlich. Die Nacht verbrachte er mit Cimri im Haus. Es war zwar etwas schäbig hier aber er hatte schon sehr, sehr viel Schlimmeres erlebt. Sein Sklavenleben war nie schön oder komfortabel gewesen.

Er war gespannt auf den nächsten Auftrag, der sie - laut den Worten Razelagos - weiter aus dem Unrat befördern sollte. Tatsächlich sollten sie nicht wieder einen Gerber überfallen, sondern ganz offiziell zeigen, dass der Erzbaron auch Unterstützer hatte. Sehr interessant. Sie sollten also dafür sorgen, dass die Bürger sich daran erinnerten, wem sie für ihre Freiheit danken konnten. Pikser hatte sich nie wirklich für Politik interessiert. Er hatte sich auch nie mit dem Thema auseinandersetzen können, da er als Sklave und Halbling gar nicht die Möglichkeiten gehabt hatte. Ihn betraf das alles sowieso nicht wirklich. Er war nur ein Halbling und zählte nicht. So war ihm die Aufgabe auch eigentlich egal. Hauptsache es gab eine gute Belohnung und da schon jetzt das Doppelte von dem gezahlt wurde, was sie für den anderen Auftrag bekommen hatten, ließ er es sich nicht nehmen, Motivation zu zeigen. Er war schnell dabei, sich eine der Schärpen zu nehmen und sich diese umzuhängen. "Wir könnten unsere Geschenke ausprobieren und die Prediger... verstummen lassen, wenn ihr versteht, was ich meine." Er drehte seinen neuen, liebgewonnen Dolch in der Hand herum. "Das würde eine deutliche Nachricht sein." Es war eine indirekte Frage, die auf das gleiche Thema abzielte, welches auch der Höllenritter angesprochen hatte. "Gibt es etwas, dass wir nicht tun sollen? Sollen wir etwas geheim halten?"

Ultor

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #52 am: 04.02.2018, 12:26:22 »
Ultor merkte schnell, dass sich in diesem Auftrag etwas verbarg, was ihn von dem letzten total unterschied.

Also wendete er sich zuerst an die Gruppe. "Wir müssen schon aufpassen, denn wenn nur eine gewisse Menge Überzeugte dort sein werden, kann das Zeigen von Stärke schnell ein Bumerang werden. Ich kenne dieses Pack, sie sind so überzeugt von sich, dass sie kaum davor zurück schrecken werden, uns das Fell über die Ohren zu ziehen, auch mit bloßer Hand oder Keulen. Und wenn wir die ersten erschlagen haben, kann es schnell sein, dass die Stimmung sich gegen und wendet. Ich denke wir sollten die Wortführer herausfinden und diesen dann eine persönliche Reaktion zu Teil werden lassen. Hingehen, unters Volk mischen, zuhören und die Richtigen finden und dann leise, aber hart und sichtbar zuschlagen. Und wenn wir uns dann die Richtigen vorgenommen haben, wird das die Gruppe demotivieren und nicht radikalisieren."

Es schaute Acillo nicht direkt an, er wollte den Mann nicht provozieren, allerdings war er sicher, dass ihm dieses Vorgehen am schwersten fallen würde.

Menthir

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« Antwort #53 am: 06.02.2018, 13:12:02 »
Sonntag, 30. Gozran 4717 - 12:50 Uhr - The Ash House

Razelago verharrte in Stille und einer gewissen Starre, als sich seine Gäste vor dem Schirm austauschten. Ultors Worte waren gerade im Raum verhallt, als er sich erstmals wieder regte, die Arme einfach auf die Armlehnen fallen ließ. Dann wieder Schweigen.

Es war Cimri, welche das Wort vorsichtig ergriff, augenscheinlich bestärkt durch Ultors Worte. Wieder und wieder blickte zum Papierschirm, als würde sie von dort aus irgendeine Bestätigung bekommen, dass sie sprechen durfte. Aber Razelago nahm ebenso nur schattenhafte Abbilder war, wie er selbst als eines wahrgenommen wurde. Cimri atmete tief, aber um Unhörbarkeit bemüht ein und streckte das Kreuz etwas durch. Versuchte sich selbst etwas Haltung zu verleihen, die sie in Anwesenheit von Razelago und Gaurig nur unter großen Mühen hatte.
"Die Worte Ultors...", begann sie vorsichtig, "...erscheinen mir richtig. Wir dürfen nicht vergessen, dass die meisten Bewohner Longacres Veteranen der Armee sind. Um ihre Fähigkeit, ihre Waffen zu nutzen, braucht es keine Spekulation." Obwohl sie dies sehr deutlich sagte, machte ihre wieder zusammensackende Haltung deutlich, dass etwas auf ihren Schultern lastete, was ihr mehr Sorgen als die Wehrhaftigkeit der Bewohner machte. "Die Diener Iomedaes sind unter Umständen auch formidabel, aber letztlich kann ein offener Angriff dafür sorgen, dass das Wohlwollen der Bürger wirklich gegen uns kippt. Wir brauchen eine gewisse Subtilität." Sie schien immer noch zu verschweigen, was sie eigentlich sagen wollte.

"Sag es ihnen, Cimri!, wurde die Stimme Razelagos erstmalig herrisch, brüsk. Der Schatten hinter der Papierwand rückte schwerfällig in seinem Stuhl hin und her und nahm eine neue, vorgelehnte Sitzpose ein, in der er wieder sofort erstarrte.



Erschrocken blickte Cimri zu der Papierwand. Ihre Nackenhaare stellten sich auf, als Gaurig sich aus den Büchern schälte und sie anfauchte.
"Meine Tante[1] ist die Schultheiß dieses Ortes.", bekannte sie schließlich schmallippig und unsicher zwischen allen Beteiligten hin- und herblickend."Sie ist keine Frau, die zu Iomedae betet und wird selbst an dem Aufruhr interessiert sein, aber unter ihren wachsamen Augen...Es ist das eine, halblegale Dinge zu tun oder illegale Dinge zu tun. Und unter dem Auge des Gesetzes die Iomedaner einfach zu erschlagen. Es würde für mehr Probleme sorgen als es beheben würde."
Mit jedem Wort gewann sie ein Stück ihres Selbstvertrauens zurück und kämpfte gegen die Angst an, welche die große, ohrlose Katze bei ihr auslöste.
"Vielleicht können wir irgendwas tun, um die Veranstaltung zu stören. Wenn wir vorher schon aufbrechen, dann haben wir bestimmt Zeit, uns die Umgebung anzuschauen!", schlug sie schließlich vor.

Razelago kicherte telepathisch und lehnte sich dann wieder zurück. Das erste Mal ließ er seine angespannte Haltung fallen und lehnte sich einfach nur fläzend zurück. "Das Haus ist zutiefst dankbar, dass ihr bereit seid, alles für es zu tun. Aber ich überlasse euer Handeln natürlich eurer Weitsicht. Wenn ihr meint, dass ein direkter Anschlag auf die Priesterin das sinnigste ist, so soll es sein. Bedenket nur - ihr tragt die Konsequenzen eures Handelns."
Razelago ließ die Worte etwas wirken, und fügte schließlich hinzu.
"Ansonsten ist es euch überlassen, ob ihr nur Anwesenheit zeigt und die Predigt beobachtet oder ob ihr in der ein oder anderen Form tätig werdet. Von euch ist nur ersteres erwartet. Wenn ihr zweiteres tut und Erfolg habt, wird der Dank freilich umso größer sein. Keine Tat bleibt ungesühnt, im positiven wie negativen."
Razelagos Pose wurde wieder starr.
 1. Wissen (Lokales)
« Letzte Änderung: 13.02.2018, 18:01:09 von Menthir »
"Zwischen dem Schwachen und dem Starken ist es die Freiheit, die unterdrückt, und das Gesetz, das befreit." - Jean-Jacques Rousseau, Du Contrat Social

Wolgwuth

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« Antwort #54 am: 10.02.2018, 14:54:21 »
Ultors Worte erschienen sinnig in ihren Ohren. Niemals würde sie je wieder jemanden, den sie nicht kannte, unterschätzen, egal wie groß ihre innerliche Wut werden würde. Lässt man seinen Gefühlen freien Lauf, vernebeln sie die Sinne und es könnte den eigenen Tod bedeuten, das wusste Wolgwuth nur zu gut.

Gespannt, äußerlich jedoch gelassen wie eh und je, verfolgte sie das Gespräch und die Unterhaltung ihrer neuen Gefährten. Beiläufig blickte sie immer wieder zu der Raubkatze in der Ecke. Jetzt bei ihrem zweiten Aufeinandertreffen faszinierte das Biest die Zwergin. Für einen Moment konnte sie ihren Blick nicht von ihr wenden und fixierte sie, obgleich sie wusste, dass dies normale Tiere ihrer Art in Unruhe versetzen würde. Doch diese Bestie folgte nicht nur ihren Instinkten, hinter den undurchsichtigen Augen schien sie abzuwägen, zu überlegen, klar und deutlich zu denken. Ein interessantes Geschöpf. Sie wollte ihr näher kommen, doch ihre logische Einstellung von letzter Nacht siegte über ihre Neugier und so wand Wolgwuth sich schließlich wieder ihrem Auftraggeber zu.

Die Miene ein schmaler Strich, die Augen unbeweglich, machte sie einen Schritt nach vorne. "Obgleich ihr uns einräumt selbst zu entscheiden, wie unsere Vorgehensweise aussehen darf, so habt ihr zu Beginn eure Worte nicht ohne Grund sachte gewählt. Genau beobachten und zuhören. Natürlich erscheint dies nur all zu logisch, doch bedenkt man die von euch erwähnten 'Unruhen' so drängt sich mir die Frage auf: Glaubt ihr, dass diese Priesterin ein Mitglied vom Orden der Glorious Reclamation ist? Was wisst ihr über Tileavia Allmar?"

Menthir

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #55 am: 13.02.2018, 19:53:15 »
Sonntag, 30. Gozran 4717 - 12:58 Uhr - The Ash House

Razelagos Pose blieb zurücklehnt und es schien einen Moment so, als würde sich seine Aufmerksamkeit anderen, fernen Problemen zuwenden und nicht mehr den Personen in seiner Umgebung. Deswegen erschien es fast überraschend, als die Stimme wieder ertönte, ohne dass die Silhouette sich einige Zeit bewegt hatte.
"Ich glaube, dass sie es ist: ein Mitglied dieser Reklamation, von der wir noch zu wenig wissen. Aber ich habe mitnichten mehr als mein Bauchgefühl bisher. Einer der Gründe, warum ihr genau zuhören möget. Es würde zumindest zu dem passen, was ich persönlich über Tileavia Allamar weiß. Sie ist das fünfte Schwert und entsprechend gehört sie nicht irgendeinem obskuren Zirkel zu. Sie gleichwohl nicht mehr als ein Bauer in diesem großen Spiel, auch wenn sie sich eine Priesterin schimpft. Die Sache ist jedoch auch die: sie ist wie viele eine Veteranin des Krieges und als solche hier anerkannt. Sie hat erwachsene Zwillinge, die ihr überallhin folgen und auch der angeblichen Erbin[1] folgen. Auch sie sind wohl Pfaffen. Ansonsten ist Tileavia eher unauffällig gewesen, inzwischen verwurzelt mit dieser Gemeinde. Vielleicht ist diese Veranstaltung eine Chance für sie, sich noch einmal von Bedeutung zu wähnen. Aber wie fast alle Krieger dieser Stadt, ist sie nicht grundlos zu unterschätzen."
Razelagos zweite Stimme summte derweil, während seine physische Stimme sprach und beschied schließlich.
"Aber euer Blick vor Ort wird euch besser vorbereiten als mein Geschwafel. Also fort mit euch."

Wieder war es Gaurig, die mit schnellen, kräftigen Schritten und verhaltenem, wenn auch deutlichem Fauchen den Weg vorgab und alle zur Eile antrieb.

Sonntag, 30. Gozran 4717 - 14:54 Uhr - The Market Square

Der gusseiserne und polierte, mannshohe Zaun, der die mit weißem Stein gebaute und mit blaugrauem Schiefer bedeckte Kirche umgab, schenkte der Kirche ein ungewöhnliches Äußeres. Während ansonsten kaum Zäune in Longacre zu bestaunen waren, war dieser Zaun so hoch, als würde er die stählerne Hand Cheliax draußen halten wollen und die Kirche selbst vor dem bösen Äußeren abschirmen wollen. Auf dem ausgetretenen, leicht matschigen Untergrund vor dem Zaunportal hatten sich einige Bewohner und Bürger Longacres versammelt. In den Gesichtern waren Narben zu sehen, manche körperlich, andere seelisch. Der dunkel behangene Himmel spiegelte ihren Gram wieder. So ruhig Longacre wirkte, so belastet und niedergedrückt wirkten seine Bewohner. Bis auf die jungen Bewohner zeigte jeder Spuren vergangenen Ungemachs, ob er wollte oder nicht. Und vielen dieser Besucher war anzumerken, dass sie in Iomedaes Kirche im Allgemeinen einen Ort der Hoffnung sahen. Hier in Longacre waren sie vergessen. Selbst vom Baron fühlten sie sich ignoriert, wenn es nicht gerade um Steuern ging. Sie würden jedes Wort wie ein Schwamm aufsaugen, und sei es nur, um für einen Moment die Tristesse zu vertreiben.

Dennoch war die Strahlkraft Iomedaes nicht so groß, dass sich ein Großteil der fast 1600 Einwohner dieses Ortes versammelt hätten. Mehrere Grüppchen von Alten und Arbeitern hatten sich versammelt, vielleicht waren es 50 bis 70 Zuhörer, gleichwohl genug, ein Pulverfass zu entzünden. Auffällig war, dass es allesamt Menschen waren.

Vor dem Portal stand ein einsamer Tisch, um den sich mehrere Neugierige sammelten. Er war leer, doch allein seine Anwesenheit erregte Aufmerksamkeit. Einzig eine strahlend weiße Tischdecke säumte ihn.

Cimri schaute sich nervös um und zeigte auf die den Platz umgebenden Häuser. Überall waren kleinere und größere Läden. Sie waren nicht geschlossen, doch aus den über den Läden befindlichen Stockwerken schauten hinter Vorhängen und Gardinen neugierige Augen hervor. Im Schatten der Läden standen ebenfalls die Neugierigen. Und dann erkannte Cimri, dass sie auch abseits der Neugierigen nicht alleine waren.
"Ich sehe ihre Hilfsschulzen, sie wird nicht fern sein.", verwies Cimri auf ihre Tante. Sie zeigte auf zwei in Lederrüstung gekleidete Männer, welche das Zeichen von Cheliax am Revers trugen; einer postierte sich an einem steinernen Brunnen auf dem Platz, der andere im Osten an den Hauswänden. "Ich sehe sie selbst nur noch nicht..."

Langsam legte sich eine schwüle Spannung über die Menge, die dort wartete. Gebannt blickten sie auf die geschlossene Tür der Kirche. Hinter den hohen Bleiglasfenstern des stadtbild-prägenden, wuchtigen Gebäudes waren flackernde Lichter zu sehen. Irgendeine Vorbereitung fand dort statt...



...wie sie vielleicht auch die letzten zwei Stunden unter den neuen Dienern Thrunes stattgefunden hatte. Nachdem sie Razelagos ungewöhnlich ausgestatteten Lieblingsplatz für Treffen verlassen hatten, hatten sie sich die Situation vor Ort bereits angeschaut.



Besonders auffällig schienen die drei folgende Lokalitäten, als sie sich in und um den Marktplatz umschauten:

Gegenüber der Kirche befand sich ein verschlossener Laden, deren Tür verrammelt worden war. Die Fenster waren notdürftig mit Holzplanken zugenagelt worden. Three Bands Copper war auf einem verblichenen und rostigen Schild, welches einst den Laden zierte. Eines der vielen Opfer, die von der Steuerlast des Erzbarons erdrückt worden war. Doch Pikser fand schnell heraus, dass an der Seite eine Treppe in das zweite, ebenfalls verwaiste Geschoss führte und mit seiner Schlossknacker-Expertise könnte er den Weg freimachen zu einer guten Schützenposition.

Acillo Mhartis fiel der verwaiste Karren in der sogenannten Seward Street auf. Eine ältliche und abgemühte, geradezu hutzelige Dame hatte den Karren und den ihn ziehenden Esel dort geparkt. Die Straße war nur wenig besucht und die Dame war als eine der ersten direkt zum Platz der kommenden Predigt gegangen, ein heiliges Symbol der Iomedae küssend und dann umklammernd.
Acillo sah bald, dass auf dem Karren vier Holzfässer voller brennbaren Teers. Und obwohl die Holzfässer zu groß waren, um sie zu werfen, waren sie letztlich immer noch rund und brennbar.

Die kleine Gasse, welche die Seward Street vom Market Square trennte, lag dagegen zu dieser Tageszeit in tiefen Schatten und bot eine hervorragende Möglichkeit, wenn man sich vor der Menge verbergen wollte und gleichzeitig einen guten Zugriffspunkt haben, sollte man improvisieren wollen.

Zuletzt gab es noch einen öffentlichen Brunnen auf dem Platz, in dessen Nähe auch das Anschlagbrett stand, welches jedoch seit geraumer Zeit verwaist war und an dem nur fleckige, zerfledderte Zettel hingen, die der Regen dahingerafft hatte.

Das war die Situation, als die neuen Diener Razelagos oder Thrunes begannen, sich auf die Predigt der Kirche vorzubereiten[2].
 1. Gemeint ist Iomedae
 2. Ihr könnt Infos auch auf kurzem Dienstweg im OoC holen, wenn ihr Bestimmtes wissen wollte, um es in euren Beitrag einzubauen.
« Letzte Änderung: 14.02.2018, 09:37:11 von Menthir »
"Zwischen dem Schwachen und dem Starken ist es die Freiheit, die unterdrückt, und das Gesetz, das befreit." - Jean-Jacques Rousseau, Du Contrat Social

Pikser

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #56 am: 14.02.2018, 03:22:39 »
"Dann nicht." erwiderte Pikser einfach und zuckte mit den Schultern. Er bestand nicht darauf, irgendwen umzubringen. Wenn es der Sache eher schaden würde, würde das auch sein Verhältnis zu diesem Razelago schaden und da hatte er keine Lust drauf. Der Mann hatte anscheinend einige Ressourcen zur Verfügung und das sollte ausgenutzt werden. Wie sich im Laufe des Gespräches ergab, würden sie sich etwas zurückhalten müssen. Allerdings nicht komplett. In irgendeiner Form durften sie tätig werden. Nur sollten sie niemanden umbringen. Alles etwas verwirrend für Pikser, weshalb er nur mit einem Ohr zuhörte. Was er allerdings genau hörte, waren die letzten Worte des verhüllten Mannes - oder was auch immer er war. Besser vor Ort vorbereiten als dem Geschwafel zuzuhören, klang für den ehemaligen Sklaven wunderbar. So machte er sich mit dem Rest der Gruppe auf den Weg.

Er erreichte die Stadt allerdings etwas später als der Rest. Acillos Vorschlag, die Menge mit Scheiße zu bewerfen, fand Pikser nicht nur symbolisch sehr passend, sondern einfach auch lustig, weshalb er nicht zögerte, sich selbst mit der Aufgabe zu beschäftigen. Nachdem sie schon vorher durch Scheiße gewatet waren, machte ihm das jetzt auch nicht mehr sehr viel aus. Mit einem Eimer voller ekelerregender Munition, erreichte er schließlich die Stadt. Den Eimer - bedeckt mit einem Tuch, um den Inhalt vor neugierigen Blicken zu bewahren - stellte er vorerst in die Gasse. Dann erkundete er vorsichtig die Gegend und entdeckte den Laden, dessen Schlösser seinen Künsten nicht standhalten konnten. Er sah sich kurz im Inneren um und kehrte dann zur Gruppe zurück.
"Der verlassene Laden da ist ne gute Position, um die Leute zu beschießen oder zu bewerfen, ohne direkt entdeckt zu werden und bietet Deckung. Ich denk, ich werd von oben mit der Scheiße werfen." Er grinste breit. "Wenn wir die Predigerin schon nicht umbringen dürfen, sollten wir sie zumindest lächerlich machen, damit jeder bemerkt, wie schwachsinnig die ganze Predigt ist." Er sah vor allem zu den magiebegabten Gruppenmitgliedern. "Könnt ihr irgendeine lustige Magie wirken? Eine Illusion vielleicht? Oder sie zu etwas zwingen?" Zwar war offensichtlich, dass die Menschen hier verzweifelt waren und dadurch auf jeden Blödsinn hereinfallen würden aber wenn die Predigerin zu einer Lachnummer wurde oder anderweitig negativ auffiel, würden selbst diese Seelen sie und das, für das sie stand, nicht ernst nehmen. Zumindest hoffte Piker das.

Nimia Caedis

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #57 am: 15.02.2018, 16:36:45 »
Nimia interessierte all das Gerede nicht. Das, was dieser Schattenmann zu sagen hatte nicht und das, was ihre Gefährten jetzt besprachen auch nicht. Sie hatte beim letzten Mal die ganze Arbeit gemacht. Jetzt sollten das die anderen erledigen. Außerdem war sie viel zu sehr mit ihrer neuen Spielgefährtin beschäftigt, die ihr nicht mehr von der Seite wich und die sie immer wieder auf den Arm nahm, streichelte und ihr tief in die Augen sah.
Sie dachte noch immer über einen Namen für ihr neues Kätzchen nach, während der Rest ihrer Gefährten Pläne schmiedete und wirkte völlig teilnahmslos und in das Spiel mit dem Tier versunken.
Crudelis ubique luctus, ubique pavor et plurima mortis imago. (Charakterbogen - Status)

Acillo Mhartis

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« Antwort #58 am: 19.02.2018, 15:27:16 »
Schweigend verließ Acillo das Anwesen. Es machte nicht viel Sinn groß zu reden, bevor sie nicht wussten wie genau die Gegebenheiten vor Ort waren.

Den Vorschlag von dem Halblingssklaven beachtete der Aspirant des Höllenritterordens kaum. Hätte den Vorschlag jemand anderes gemacht, hätte er vielleicht gelacht, aber dem unverschämten Dieb würde er nicht bestärken. "In der Seward Street gibt es einen Wagen auf dem Teer gelagert ist. Ich werde die Fässer an die nächsten Straßenecke bringen. Die Fässer kann ich dann später, bei Bedarf, entzünden."

Sein Blick glitt immer wieder zur Kirche auf dem Platz: "Wir sollten uns ein Zeichen überlegen, wenn wir losschlagen wollen. Wir sollten wenn alle Register ziehen.", warf Acillo in die Runde.

Ultor

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #59 am: 19.02.2018, 19:18:20 »
Ultor wusste nicht recht, was er von der Idee halten sollte. Er sah es nicht als seine Aufgabe, den Menschen zu erklären, wie Menschen tickten. Und er merkte eine gewisse Genugtuung, als er sich vorstellte, die die Menschen von den "Geschossen" getroffen wurden. Aber dennoch wollte er voran kommen und hier nicht versagen. Also entschloss er sich doch zu einem kurzen Kommentar, dann sollten die anderen entscheiden, was sie tun wollten. "Die Leute hier fühlen sich schon wie der letzte Dreck, ihr kennt die Menschen besser, aber ich fürchte, dass ihr sie noch weiter in die Arme der Ketzer treibt, wenn ihr sie so weiter zu demütigen versucht. Auf jeden Fall sollten wir uns nicht sehen lassen, wenn wir die Idee umsetzen."

Das mit dem Feuer dagegen gefiel ihm. Dennoch, er wird sich gut verstecken und zuschauen, denn er war schon ziemlich neugierig darauf zu sehen, was passieren würde.
« Letzte Änderung: 19.02.2018, 19:20:19 von Ultor »

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