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Autor Thema: Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell  (Gelesen 3814 mal)

Beschreibung: IC-Thread

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Valeria Thorne

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #60 am: 25.02.2018, 10:44:48 »
Noch immer war sich das Mädchen nicht sicher, ob Razelago zu trauen war. Die Männer und Frauen des Hauses hatte sie sich anders vorgestellt. Er versuchte ihre Tat zwar mit vielen Worten auszukleiden, aber viel geleistet hatten sie bis dahin noch nicht einmal. Wie seltsam. Valeria beschloss, der Gestalt gegenüber tunlichst zurückhaltend zu bleiben und sich in Verschwiegenheit zu hüllen.
Im Wohnzimmer lagen anschließend tatsächlich die Waffen bereit. Ihr Geschenk war zu ihrem Bedauern kein Produkt aus ihrer Region, aber dennoch fand sie schnell Gefallen daran. Seine Verarbeitung war ausgezeichnet und die roten Linien gaben dem Speer etwas Mysteriöses. Da sie in Abenteuerlaune war, schlief sie heute ausnahmsweise mal nicht in einem Gasthaus, sondern versuchte es mit einer Nacht in diesem Muffhaus. Schließlich schaffte es die gleichaltrige Ganovin ja auch irgendwie und sie mochte ihren Horizont erweitern.

...

Am Mittag des nächsten Morgens stand ein erneutes Treffen mit der ominösen Gestalt an. Die Dunkelhaarige nickte grimmig, als er von den Unruhen in ihrem stolzen Reich sprach. Iomedaes Anhänger konnten tatsächlich sehr penetrant sein und ihr Wirken halt mitnichten dabei, dass Ruhe und Frieden einkehren konnte. Dafür waren schließlich die Höllenritter da. Absolute Freiheit klang zunächst angenehm, aber es bedeutete auch Chaos und verschwommene Grenzen. Es existierten nun einmal Unterschiede. Jeder, ob Baron oder Bauer, spielte eine eigene bedeutsame Rolle. Aber man konnte sie unmöglich gleich nennen. Absolute Freiheit war gefährlich. Die nächste Aufgabe war entsprechend ganz nach ihrem Geschmack. Zusammenhalt war die starken Wurzeln, die eine Nation im Boden verankerten.  Ihre Mitbürger daran zu erinnern erschien ihr als eine wichtige Aufgabe. Ihr "Test" war ein wenig fragwürdig gewesen, doch dieses Mal hatte sie noch weniger Bedenken.

Valeria verfolgte die Unterhaltung passiv. Cimri sprach einen wichtigen Punkt an. So verblendet die Gläubigen von Iomedae auch waren, es war falsch sie einfach niederzustrecken. Man musste schon klüger vorgehen und ihre Lügen aufdecken. Das war bei einem Haufen von alten und verbitterten Veteranen nur leichter gesagt als getan...

Nachdem sie das Anwesen verlassen hatten, war ihre Gruppe gefragt. Die Bardin hatte unterwegs nachgedacht. Die Vorschläge der Anderen erschienen zum Teil wie die Streiche bösartiger Kinder. Sollten sich Geistliche davon abschrecken lassen? Irgendwie mussten sie ihre Bürger erreichen und den Pfaffen den Wind aus den Segeln nehmen.

"Den einen oder anderen magischen Trick beherrsche ich, aber erwartet nicht zu viel. Einer Person seinen Willen aufzuzwingen klappt bei so sturen Gesellen nicht sonderlich gut. Ah, es würde sie sowieso nur etwas freundlicher stimmen, ihren Willen brechen und sie Dinge tun lassen liegt nicht in meiner Macht. Ich kenne den einen oder anderen Taschenspielertrick. Einmal hatte mich eine neidische Henne derart provoziert, dass ich ihr einen magischen...Furz angedichtet habe. Aber das hilft uns wohl kaum weiter. "
Erzählte sie mit einem unterdrückten Grinsen und überlegte weiter.

"Das Klügste wäre, wenn wir sie nicht offen zu blamieren versuchen. Subtile Mittel sind gefragt! Vielleicht hören wir uns die Predigt einmal an und suchen nach Angriffspunkten. Den Menschen fehlt es an Hoffnung und Abwechslung. Sie hocken lieber bei ihrem Alkohol und pflegen ihre düsteren Gedanken. Wenn alle Stricke reißen, unterhalten wir die Menge eben mit einem Liedchen. So eine trockene Predigt bietet nicht viel Unterhaltung."


Was sie hier planten, konnte nur allzu leicht auf sie zurückfallen. Und da Nimia mit ihrem neuen Haustier beschäftigt war, waren die anderen Frauen gefragt. Piekser und inzwischen auch Acillo besaßen zwar eigenwillige Ideen, tendierten aber bisweilen dazu es zu übertreiben.

« Letzte Änderung: 25.02.2018, 10:46:09 von Valeria Thorne »
Was bleibt dem Vogel, wenn sein Baum gefällt wird? ( Status Charakterbogen)

Acillo Mhartis

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #61 am: 25.02.2018, 18:34:07 »
"Gut dann geht der Halbling ins Obergeschoß. Ultor und Wolguth ihr kümmert euch um die Fässer. Ich trage sie euch bis zur Ecke. Sucht euch Stroh und malt noch ein Pentagramm in die Gasse. Die Anhänger der Ritterdirne sollen ruhig wissen was hier los ist. Der Rest kommt mit mir und wir laufen Patrouille, wir müssen ja auch Präsenz zeigen.
Sollte ich anfangen wie wild zu winken fangt an. Ihr könnt eins der Fässer in Richtung der Masse rollen. Guckt nur, dass ihr die Stadt nicht abfackelt. Fragen?"
, fragte Acillo unwirsch.

"Valeria kommt mit mir. Wenigstens ein paar von uns sollten Patrouille laufen. Von daher kann sie sich nicht mit dem Halbling verstecken und rumzaubern.", da anscheinend niemand wirklich einen Plan formulieren wollte, machte es Acillo, zwar würde im Falle des Scheiterns wahrscheinlich er dafür verantwortlich gemacht, anderseits im Falle eines Erfolges...

Ultor

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #62 am: 06.03.2018, 13:26:52 »
Da war er wieder, die übelste Mischung der menschlichen Charaktereigenschaften. Arroganz und Kurzsichtigkeit und der Glaube, jeder müsse nach seiner Pfeife tanzen. Acillo passte wirklich gut zu den Höllenrittern, soviel stand fest. Ultor hatte aber keine Lust sich mit dem Mann anzulegen, seinesgleichen zogen dabei immer den kürzeren. Sollte er doch hier herum stolzieren, das würde die Menge ablenken. Also nickte er nur und ging los. In Richtung der Ecke, wo die Fässer sein sollten. Sobald er ein Stück weit entfernt war, ging er aber langsamer. Er hatte es nicht eilig.
Als er dann bei den Wagen mit den Fässern angekommen war, sah er sich zunächst erst einmal um. Er brauchte ein Versteck, von dem aus er den Platz und die Predigerin sehen und hören konnte, aber er musste auch einiger maßen zügig wieder zu seinem "Auftrag" kommen können. Und er suchte nach einem Fluchtweg, falls das hier alles schief gehen würde.

Er ließ sich also Zeit, wich den Leuten auf der Straße so gut wie möglich aus, lief mit gesenktem Blick herum, um keine Aufmerksamkeit zu erregen und wartete, bis es hier los ging.

Nimia Caedis

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #63 am: 06.03.2018, 14:13:24 »
Nimia spielte weiterhin mit ihrem Kätzchen und tat dabei so, als würde sie von den ganzen Diskussion nichts mitbekommen. Als Acillo dann seine Befehle hinausposaunte tat sie weiterhin so, als hätte sie das nicht wirklich gehört. Die Schärpe, die sie bekommen hatten, trug sie sowieso nicht. Passte nicht zu ihrem Teint. Aber ein junges Mädchen wie sie hätte wohl eh niemand für voll genommen bei so einer Angelegenheit. Also sagte sie einfach nur: "Mironax und ich hören uns dann mal an, was die Dame zu sagen hat." Dann schaute sie zu der Katze auf ihrem Arm, die sie mit ihren großen Augen anschaute: "Mironax gefällt dir nicht, oder? Keine Sorge, mir auch nicht. Ich wollte das nur einmal ausprobieren. Uns fällt schon, was besseres für dich ein. Was hälst du von Bertha? Nicht? Stimmt, dass klingt eher nach einer Kuh..." Sich weiter mit ihrer Katze unterhaltend, tänzelte Nimia jetzt auf den Platz, wo die Vorbereitungen getroffen wurden ohne noch einmal zu ihren Begleitern zurückzublicken.
Crudelis ubique luctus, ubique pavor et plurima mortis imago. (Charakterbogen - Status)

Menthir

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    • Enwe Karadâs
Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #64 am: 24.03.2018, 16:19:46 »
Sonntag, 30. Gozran 4717 - 15:04 Uhr - The Market Square

Acillos Worten - ob nun widerwillig oder nicht - Folge leistend, brachten sich alle an ihre jeweiligen Positionen. Teilweise an der Teerfässern wartend, mit Unrat bewaffnet oder eben mit Acillo auf Patrouille. Lediglich Nimia bestand auf ihre Unabhängigkeit und ergatterte stattdessen einen Platz weit vorne in der Nähe des Tisches. Zwischen genug Personen verborgen, um unauffällig zu sein, und doch nah genug, um jede Regung der Predigerin zu sehen, so es so weit sein sollte. Zwischen den Erwachsenen dorthin zu gelangen, war keine Schwierigkeit gewesen.

Eine gewisse Anspannung war über den Platz hin spürbar. Nimia, die im Dickicht der Besucher stand, spürte dies unmittelbar. Die Anspannung war in durchgedrückten oder gebeugten Körper spürbar, sie war zu riechen, fast mit ihren bloßen Händen fassbar. Selbst Bertha, Mironax, oder wie auch immer die Katze heißen mochte, konnte nicht mit katzenhafter Erhabenheit, mit dieser diesen Wesen angeborenen Ignoranz für alles Menschliche, über den Ereignissen thronen und verbarg sich tief in der Umarmung des dhampirischen Mädchens.

Pikser hatte von seiner Position einen guten Überblick über die Ereignisse unter ihm. Und da jeder mit Spannung darauf wartete, was passierte, ging seine Anwesenheit völlig unter. Ihm selbst entging nicht, dass Acillos Patrouille beobachtet wurde. Seine Augen sahen eine schmale, hoch aufgeschossene Frau in dunkler Kleidung, die sich ihren Weg vorsichtig durch die Menge bahnte. Problemlos glitt sich durch die Leute, sobald diese sich ihrer gewahr wurden. Sie trug das Abzeichen von Cheliax auf einer dunkelbraunen Lederrüstung. Über ihre Schulter war ein Köcher gehenkt, in welchem demonstrativ nur drei weiß befiederte Pfeile steckten. Sie hatte sich einen dunklen Langbogen aus Komposithölzern übergehängt, an ihrem breiten Ledergürtel hingen zwei Beile in Schlaufen. Sie hatte ernste und klare Züge, und einen fokussierten Blick.
Der Halbling folgte dem Blick der Frau, die augenscheinlich zu den Hilfsschulzen gehörten. Sie blickte abschätzig auf Cimri und folgte dem Mädchen, bis sie diese Patrouille mit dem Zeichen des Erzbarons weitestgehend unauffällig eingeholt hatte.

"Cimri. Oh süße Cimri. Wie geht es meiner Lieblingsnichte?", die Abschätzigkeit, die Geringachtung in der Stimme hatte eine gerütteltes Maß an Erfahrung, die sofort glauben ließ, dass die Beziehung zwischen den beiden nicht von Frieden erfüllt war. Doch Cimri selbst erschrak. Sie hatte ihre Tante, die Dorfschulzin, nicht kommen hören und sehen. Zu sehr war sie gebannt, was vorne passieren mochte. Die Tür zur Kirche hatte sich inzwischen geöffnet und leise, kaum deutbare, doch rhythmische Klänge drangen aus ihr. Ebenso war Acillo überrascht, dass diese Frau auftauchte, die in etwa so groß wie er selbst war. Doch die Frau blickte nur Cimri an. Das Gespräch wurde nicht von vielen verfolgt, die schwüle Spannung steigerte sich mit den dumpfen Tönen in der Kirche. Würde es endlich losgehen?
Noch etwas überrascht, brachte Cimri nur ein hohes. "Alles gut.", hervor. Etwas panikhaftes lag in ihrem Blick und sie schaute durch ihre Tante hindurch. Die Tante nutzte hingegen den Moment der Überraschung, um sich die Begleiter Cimris anzuschauen. Unverhohlen spitzte sie spöttisch die Lippen, als sie das Zeichen des Erzbarons an Acillos Brust sah.
"Das ist ja einiges zwielichtiges Volk, mit dem du dich in letzter Zeit rumtreibst, Cimri. Möchtest du mir deine neuen Freunden nicht vorstellen?"
"Nicht wirklich, Tante.". Cimri gewann ihre schnippische Art wieder und wollte sich nicht überrumpeln lassen. Die Tante nickte nur und ließ es dabei bewenden. Aber sie ließ Cimri noch nicht in Ruhe.
"Also bist du wirklich hier, um der Predigt der Allamar zu lauschen? Ich hätte dich bisher nicht wirklich für den religiösen Typ gehalten, meine Liebe."
"Nicht wirklich, aber ich würde religiös werden, sollte die Allamar die Roben fallen lassen, männliche Geschlechtsteile offenbaren und sich als Priester der Calistria zu erkennen geben.", Cimri lachte jetzt schnippisch und es war klar, dass sie nicht anderes beabsichtigte, als ihre Tante zu provozieren. Etwas, was an der ernst wirkenden Dorfschulzin abperlte wie warmer Sommerregen. Dennoch schien die ältere Staelish zu bemerken, dass sie mit jeglicher Form von Gespräch nicht weiterkam und zum Punkt gelangen musste.
"Du weißt nicht zufälligerweise was von den Vorgängen in der Gerberei letzte Nacht? Von dem Blutpentagramm? Vom Verschwinden des Wachhundes?"
Cimri gähnte ostentativ und zuckte mit den Schultern. "Sollte ich?" Auch hier gab die Staelish-Tante schnell auf und wechselte noch einmal das Thema.
"Und was hat es mit deiner Schärpe auf sich? Bezahlt der Alte jetzt etwa schon Kinder, weil er keine eigenen Parteigänger mehr hat?"
Cimri schien genug von dem Gespräch zu haben und zuckte jetzt bockig die Schultern. "Ist es jetzt schon eine Strafttat, Patriotin zu sein? Du trägst doch selbst das Symbol von Cheliax."
Das erste Mal war sowas wie ein Zucken der Augenbrauen der großen Frau zu sehen. Doch sie sah wohl ein, dass ein weiteres Gespräch keine Chance hatte. Stattdessen blickte sie jetzt zu Acillo, den sie als Rädelsführer auszumachen glaubte. Alleine aufgrund seiner Haltung und seiner Statur. "Ich werde euch im Auge behalten."
Dann stellte sie sich in die Nähe des Brunnens und beobachtete die Prozession.

Pikser sah von seiner Position als erstes, dass sich eben jene Prozession im Portal der Kirche zusammentat. Zuerst sah er Kinder im Alter von 8-12 Jahren, welche in den weißen Gewändern von Messdienern entzündete Kerzen in die Hände gedrückt bekamen, welche fast so groß wie sie selbst waren. Sie erinnerten an gigantischen Taufkerzen. Insgesamt waren es acht Kinder. Vier vorne trugen die Kerzen, am Ende des Zuges waren noch vier, wovon zwei simple, aber rhythmische Trommelschläge von sich gaben, während seiner eine simple und hohe Melodie auf Schalmeien spielten. Zwischen den acht Kindern waren drei Personen positioniert. Alle drei hatten ritterliches Gebaren und traten in Rüstungen auf. Ihre Gesichtszüge zeigten Ähnlichkeit. Eine Frau und zwei Männer, die sich auffallend ähnlich sahen. Tileavia Allamar und ihre Zwillingsöhne. Die Söhne flankierten die Mutter, die ihrerseits ein blaues Samtkissen trug. Auf dem Kissen war nichts geringeres als ein maskenhafter Vollhelm zu sehen, welcher den neuen Dienern des Erzbarons auffallen bekannt vorkam.


Die 50 bis 70 Zuschauer wuchsen noch um eine handvoll Persönchen an, die von dem Klang der Schalmeien angelockt wurden. Die Spannung war nach wie vor greifbar. Die kleine Gruppe prozessierte bis zu dem Tisch mit der weißen Tischdecke. Die Kinder blieben dahinter zurück und stellten sich in respektvoller Pose auf. Die Musikantenkinder spielten noch. Die beiden Allamarsöhne, beide mit dem Schwerte Iomedaes auf der Brust, postierten sich vor dem Tisch. Sie waren bewaffnet mit Streitkolben, die sie lässig auf den Schulter liegen hatten. Ihre entspannte und zugleich bedrohliche Pose reichte, dass die Menschen einen Schritt zurückwichen und der Tileavia Platz ließen um ihren Tisch. Feierlich setzte sie den engelsgleichen Helm ab und ließ ihn in Richtung der Anwesenden blicken. In dem Moment, in dem sie ihn abgesetzt hatte, verklangen die Schalmeien und die beiden Trommeln taten noch fünf Schläge, ehe sie langsam verhallten.

Die dunkelhaarige, etwas bleiche Frau mit langem, schwarzem Haar trat vor und stellte sich hinter den Helm. Alle Aufmerksamkeit gehörte für den Moment ihr. Ihr weißgelbes Gewand flatterte im leicht aufziehenden Wind. Kam es nur so vor, oder wich die Schwüle einer angenehme Prise?
"Freunde und Nachbarn, ich habe wunderbare Nachrichten zu teilen! Wir alle kennen Härten in unseren Leben - unnötige Sorgen, Ungerechtigkeit, sogar Grausamkeit. In der Tat ist das der Kampf aller, die da leben."
Kunstpause. Zustimmendes Raunen.
"Aber viele uns kennen noch mehr Härte und Leid. Viele von uns haben Lasten getragen, die nicht die Erbin uns auferlegt hat, sondern auferlegt wurde durch jene, die ihren Namen verfluchen und uns Gläubige verspotten. Doch heute halte ich in meinen Händen kraftvolle Worte der Märtyrer und der Starken unseres Glaubens, Herolde des Willens unserer Göttin, die eure Sorgen, eure Nöte versteht und sie zu enden trachtet!"
Langsamer Aufbau. Die sorgenvollen Gesichter der Männer und Frauen, die zur Kirche gekommen waren, spiegelten den Wunsch nach Hoffnung. Sie hofften geradezu, dass die Priesterin fassbare Hoffnung verkündete. Sie lauschten jetzt ihren Worten inbrünstig, dürstend. Sie selbst berührte sanft den angelischen Helm und zog dann einen Brief aus ihrer Robe. Langsam rollte sie ihn aus. Sie kostete ihren Moment aus.
"Ich habe diesen Brief letzte Nacht erhalten, lauschet:
»Bürger von Longacre. Die Zeit eurer Erlösung ist nahe! Wenn das Lied der Erbin erschallt, müssen alle entscheiden: lebt als selbstgefällige Vasallen der Korruption und des Bösen, oder umarmt die Ehre und beansprucht den Ruhm, der euer ureigenstes Recht ist! Die Glorreiche Reklamation gibt dir eine Wahl! Gezeichnet, Lencia Visserene, Erbritterin der Glorreichen Reklamation.«
Freunde, es liegt an uns den Glauben an Iomedae wiederherzustellen und ihm seinen rechtmäßigen Platz in Cheliax wiederzugeben. Wir müssen die Nation für das wahre Erbe zurückfordern. Und nun haben wir ein Zeichen bekommen - das der Engelsritter nach Longacre gekommen ist, um an unserer Seite zu streiten."


Andachtsvoll trat die Frau zwei, drei Schritte von dem Engelshelm zurück und begann den Kindern zu bedeuten, dass sie das Musizieren wieder beginnen sollten. "Lauschet dem Lied der Erbin!", verkündete die Priesterin, als die Kinder anfingen, ihre Instrumente vorzubereiten...

Acillo Mhartis

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #65 am: 26.03.2018, 20:41:40 »
Immer wieder ließ Acillo seinen Blick über die Menschen schweifen. Er war wachsam und rechnete jederzeit damit einen Paladin der Ritterdirne zu sehen, er wusste selbst nicht genau warum. Fast war er ein wenig enttäuscht als er nur Cimris Tante kennenlernte. Dem Gespräch lauschte er eher uninteressiert, erst als sie auf die Gerberei zu sprechen kam wurde es etwas interessanter. Doch anscheinend hatte sie keine Hinweise, was Acillo sehr gelegen kam.
"Es gibt viele Frauen, die mich in den Augen behalten. Doch entschuldigt ihr seid nicht ganz mein Typ.", antwortete er auf die letzte Äußerung der Gesetzeshüterin. Einen Moment blieb er noch bei Cimri stehen, doch dann begab er sich näher zur Bühne, da sich die Tore der Kirche öffnete.

Zuerst lauschte er den Worten der Priesterin, zuerst schien es sich nur um das ewige Bla-Bla der Iomedae-Änhanger, doch nachdem die Kinder nach der Aufforderung sich zu entscheiden drehte er sich um und brachte mit einem Schritt etwas Abstand zwischen sich und die Besucher damit Pikser ihn besser sehen konnte. Er hob beide Hände über den Kopf und winkte mit durchgestreckten Armen, wobei er aber nicht genau in die Richtung des Verstecks des Halblings guckte. Dabei bewegte er sich von der Menge weg, um nicht in die Bahn der Teerfässer zu kommen.

Ultor

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #66 am: 03.04.2018, 09:25:19 »
Ultor lauschte den Worten und ein böses Lächeln konnte er sich nicht verkneifen. "Wenn der Lied der Göttin im Chaos untergeht wird es ein eindeutiges Zeichen sein. Also, los geht's!"

Also bereitete er sich vor. Er schlich vorsichtig zu den Fässern und versuchte sie in eine gute Position zu bringen. Es dauerte länger, als er gedacht hatte, denn die Fässer waren schwerer, als er erwartet hatte[1]. Dann bereitete er eine eine Flamme vor.

Er wollte mit den Fässern nicht der erste sein. Ein bisschen Unruhe dort unten vorher hielt er für gut. Ein bisschen der Scheiße wäre ein guter Anfang. Und wenn sie dann dachten, dass es das schon gewesen war, dann würde das Feuer zeigen, wer hier der einzig wahre Gott ist. Wenn diese Leute die Wahrheit nicht erkennen konnten, dann mussten sie so viel Angst haben, dass sie wenigstens folgen. Schafe fragt man auch nicht nach ihrer Meinung, man zeigt ihnen, wer das Sagen hat.
 1. Stärkewurf 7
« Letzte Änderung: 03.04.2018, 09:26:06 von Ultor »

Pikser

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #67 am: 03.04.2018, 16:16:56 »
Immer wieder warf Pikser seinen neuen Dolch in den Boden, nur um ihn daraufhin wieder herauszuziehen und in seinen Händen herumzudrehen. Es war vor allem Langweile aber auch Nervosität, die ihn dazu trieb. Er konnte es kaum noch erwarten, bis die große Show stieg - auch wenn er so langsam leise Zweifel daran hatte, ob ihre Vorgehensweise wirklich die Richtige war. Wenn das Ganze in einer Katastrophe endete, würde er zumindest seinen Spaß haben und sich heimlich verziehen können. Wenn nicht, war das sogar noch besser, denn wer wurde schon dafür bezahlt, Leute mit Kacke zu bewerfen? Wenn der ehemalige Sklave darüber genauer nachdachte, war es eine Win-Win Situation für ihn. Irgendwann machte er sich daran, vorsichtig aus dem Fenster zu gucken. Seine Einschätzung war richtig gewesen: Dieses Gebäude war der ideale Platz, denn er hatte alles bestens im Blick und gleichzeitig bot es ihm Schutz. Niemand schien ihn zu entdecken. Der Halbling kicherte leise vor sich hin, während er die erste Scheißbombe in die Hände nahm und darin herumwog. Man, das würde ganz schön eklig werden.

Die Frau, die er entdeckte, würde sicherlich noch ein Problem werden aber da er keine Möglichkeit hatte, die Gruppe irgendwie zu warnen, ohne sich selbst zu verraten, blieb er still. Cimri schien die Alte aber auch gut abwimmeln zu können, denn nach einem kurzen Austausch verzog sie sich auch schon wieder. Kurz darauf ging es auch schon los. Piker war nie ein religiöser Mann gewesen - obwohl er als Sklave vielleicht Schutz und Erlösung hätte darin suchen können - und so langweilte ihn die Prozession nur. Lediglich die drei Hauptpersonen und dieser seltsame Helm erhielten die Aufmerksamkeit des kleinen Beobachters. Das konnte noch problematisch werden. Diese beiden Ritter würden nicht einfach so dabei zusehen, wie die Menge und die Kirche beschmutzt und angegriffen wurden. Sie würden sich wehren und die Gruppe war durch die Schärpen ganz gut zu erkennen. Das war nicht gut aber hielt ihn trotzdem nicht von seiner Arbeit ab.

Es gab viel Bla-Bla, bei dem Pikser gar nicht erst zuhörte. Trotzdem bahnten sich einige Worte ihren Weg in sein Gehirn und auch wenn er nicht der Schlauste war, so verstand er doch, was hier vor sich ging. Die Menge sollte dazu gebracht werden, sich zu wehren. Für die falsche Göttin zu kämpfen. Nicht solange Pikser etwas dagegen tun konnte. Er hob bereits die Scheiße über seinen Kopf, als er Acillo in der Menge entdeckte, der ihm eindeutige Handzeichen gab. Na, dann durfte er wohl die Party starten. Er nahm eine der gefüllten Schweineblasen und nahm ordentlich Schwung. Vor allem die Predigerin und ihre beiden Ritter wollte er treffen. Auch den Tisch und den Helm. Wenn die Menge was abbekam, war das aber auch nicht so schlimm.[1]
 1. Falls nötig: Angriffswurf 16

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